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Dokumentenidentifikation DE102006011212A1 06.09.2007
Titel Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware
Anmelder Wilhelm Stahlecker GmbH, 73326 Deggingen, DE
Erfinder Schäffler, Gernot, 73116 Wäschenbeuren, DE
Vertreter Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 02.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006011212
Offenlegungstag 06.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.09.2007
IPC-Hauptklasse D01H 5/26(2006.01)A, F, I, 20060302, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 5/74(2006.01)A, L, I, 20060302, B, H, DE   D04B 1/00(2006.01)A, L, I, 20060302, B, H, DE   
Zusammenfassung Es ist ein Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware mit einer Stricknadeln und wenigstens eine Strickstelle enthaltenden Strickeinrichtung beschrieben. Die Vorrichtung enthält wenigstens ein der Strickstelle vorgeordnetes Streckwerk zum Verziehen eines Faserverbandes, wobei der Antrieb mit wenigstens einer Streckwerkswalze verbunden ist. Der Antrieb enthält wenigstens einen Riementrieb zum Antreiben der Streckwerkswalze. Der Riementrieb enthält einen wenigstens einmal geschränkt verlaufenden Riemen und wenigstens zwei Riemenscheiben mit nicht-parallelen Rotationsachsen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware mit einer Stricknadeln und wenigstens eine Strickstelle enthaltenden Strickeinrichtung, und mit wenigstens einem der Strickstelle vorgeordneten Streckwerk zum Verziehen eines Faserverbandes, wobei der Antrieb mit wenigstens einer Streckwerkswalze verbunden ist.

Eine Vorrichtung dieser Art ist durch die WO 2004/079068 A2 Stand der Technik. Dabei wird eine Maschenware nicht wie allgemein üblich aus einem Garn, das der Strickeinrichtung zugeführt wird, erzeugt, sondern direkt aus einem durch ein Streckwerk verzogenen Faserverband gestrickt. Der Vorteil ist, dass durch das Verstricken eines im Wesentlichen ungedrehten Faserverbandes mit nahezu parallelen Fasern ein extrem weiches Gestrick mit sehr „weichem Griff" und einem entsprechend hohen Tragekomfort entsteht. Die Maschenware lässt sich außerdem sehr günstig herstellen, da die Zwischenstufen des klassischen Garnerzeugungsprozesses, nämlich die Garnbildung, das Aufspulen und gegebenenfalls das Umspulen umgangen werden.

Der Faserband wird dabei entweder ungedreht sofort den in der Strickstelle arbeitenden Stricknadeln zugeführt oder aber, wenn das Streckwerk in gewisser räumlicher Distanz zu der Strickstelle angeordnet ist, durch eine Dralleinrichtung mit einer gewissen Festigkeit versehen, die ein Transportieren zur Strickstelle ermöglicht. Da der Faserverband für den Transport zur Strickstelle keine besonders hohe Festigkeit aufweisen muss, ist eine geringe Drehung des Faserverbandes ausreichend. Diese lässt sich sehr gut durch Luftdüsen in den Faserverband einbringen. Ist der Faserverband erst einmal in der Strickeinrichtung zu der Maschenware verstrickt, so wird die Festigkeit der Maschenware durch die Verschlingung des Faserverbandes in den einzelnen Maschen gewährleistet. Eine Drehung des Faserverbandes ist nicht mehr erforderlich, ganz im Gegenteil führt sogar die in üblichen Maschenwaren enthaltene Garndrehung zu einem eher „harten Griff" des fertigen Gestrickes. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung einer Falschdralleinrichtung, da sich die für die Transportfestigkeit des Faserverbandes eingebrachte Drehung beim Strickvorgang in der Strickstelle wieder auflöst. Es kann auch vorgesehen sein, dem Faserverband im Streckwerk einen Hilfsfaden, beispielsweise einen Elastanfaden zuzuführen, der den Transport des Faserverbandes vom Streckwerk zur Strickstelle unterstützen und auch die Eigenschaften der hergestellten Maschenware weitergezielt verbessern kann. Das beschriebene Verfahren wird auch als „Direktstricken" oder als „Spinnstricken" bezeichnet.

Durch die WO 2004/079068 A2 ist es bekannt, mehrere Streckwerke zu einer Streckwerksgruppe zusammenzufassen und durch einen gemeinsamen Antrieb anzutreiben. Es sind zwar keine Einzelheiten erwähnt, jedoch ist es bekannt, dass jeder Streckwerksgruppe mehrere separate Antriebsmotoren zugeordnet sind, die die einzelnen Streckwerkswalzen über Zahnräder antreiben.

Der bekannte Antrieb hat dabei den Nachteil, dass eine Vielzahl von Antriebsmotoren erforderlich ist. Je höher der Zahl der verwendeten Antriebsmotoren ist, desto geringer ist der Gesamtwirkungsgrad der gesamten Vorrichtung. Außerdem besitzt jedes elektrische bzw. elektronische Bauteil eine gewisse Ausfallwahrscheinlichkeit. Eine große Anzahl von elektrischen Antriebsmotoren bedeutet dementsprechend auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass einmal ein Antriebsmotor ausfällt. Der Ausfall eines einzelnen Antriebsmotors ist an einer Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware besonders kritisch, da die gesamte Vorrichtung gestoppt werden muss, so bald ein einzelnes Streckwerk keinen Faserverband mehr zuführt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, den Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware zu verbessern, und auch seine Ausfallwahrscheinlichkeit zu verringern.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Antrieb wenigstens einen Riementrieb zum Antreiben der Streckwerkswalze enthält, wobei der Riementrieb einen wenigstens einmal geschränkt verlaufenden Riemen und wenigstens zwei Riemenscheiben mit nicht-parallelen Rotationsachsen enthält.

Die Verwendung von Riementrieben zum Antreiben der Streckwerkswalzen hat dabei den Vorteil, dass Riementriebe als mechanische Bauteile eine sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit aufweisen. Riementriebe weisen außerdem einen guten Wirkungsgrad auf. Durch die Verwendung von wenigstens zwei Riemenscheiben, deren Rotationsachsen nicht-parallel angeordnet sind, lassen sich die Antriebe für mehrere in unterschiedlicher Richtung angeordnete Streckwerkswalzen durch einen gemeinsamen Antriebsmotor antreiben. Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die Rotationsachsen der Riemenscheiben im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind und/oder einen Schnittpunkt aufweisen.

Insbesondere wenn eine Vielzahl von Streckwerken am Umfang eines Nadelzylinders einer Rundstrickmaschine angeordnet ist, können die Rotationsachsen der Streckwerkswalzen die unterschiedlichsten Winkel zueinander aufweisen. Die Verwendung eines gemeinsamen Antriebs kann in diesem Fall besonders einfach dadurch erreicht werden, dass der Riementrieb einen Riemen enthält, der über zwei Riemenscheiben läuft, deren Rotationsachsen nicht-parallel zueinander liegen. Der Riemen verläuft dadurch „geschränkt", das heißt der Riemen wird zwischen den beiden Riemenscheiben um seine Längsachse tordiert, so dass sich seine Ausrichtung an die nicht-parallele Riemenscheibe anpasst. Da in dem Riemen im Wesentlichen nur Zugkräfte wirken, schadet diese Torsion dem Riemen in der Praxis nicht. Durch die Verwendung dieses geschränkten Riementriebes können die Antriebsrichtungen der einzelnen Streckwerkswalzen vereinheitlicht werden, so dass mehrere Streckwerkswalzen am Umfang des Nadelzylinders durch einen gemeinsamen Antriebsmotor antreibbar sind.

Es ist hierbei vorteilhaft, wenn der Antrieb wenigstens einen Riementrieb zum Antreiben der Streckwerkswalzen enthält, der einen im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemen aufweist, wobei der Riemen im Wesentlichen konzentrisch zu dem Nadelzylinder der Strickeinrichtung verläuft. Dem im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemen kann vorteilhafterweise ein Antriebsmotor zugeordnet sein. Es ist vorteilhaft, für jede Art der Streckwerkswalzen, also beispielsweise für alle Eingangswalzen oder für alle Ausgangswalzen der Streckwerke, einen eigenen im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemen einzusetzen. Dabei kann vorgesehen sein, das der im Wesentlichen kreisförmig umlaufende Riemen geschränkt verläuft und für den Antrieb jeder Streckwerkswalze seine „kreisförmige Umlaufbahn" kurzzeitig verlässt und zu der mit der Streckwerkswalze verbundenen Riemenscheibe umgelenkt wird. Alternativ kann jedoch auch vorgesehen sein, an jeder Streckwerkswalze einen kurzen geschränkten Riementrieb vorzusehen, und den im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemen als separaten Riemen auszubilden, der nicht geschränkt verläuft.

In Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass innerhalb des im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemens mehrere mit jeweils einer Streckwerkswalze verbundene Riemenscheiben angeordnet sind, ohne das zwischen diesen Riemenscheiben zusätzliche Umlenkrollen vorgesehen sind. Um den Wirkungsgrad des im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemens nicht unnötig zu verschlechtern, sollte dieser zwischen den einzelnen zum Antrieb der Streckwerkswalzen dienenden Riemenscheiben nach Möglichkeit nicht noch weitere Umlenkstellen aufweisen, da jede Umlenkstelle weitere Reibungsverluste hervorruft. Minimale Verluste lassen sich erreichen, wenn der Riemen auf seiner im Wesentlichen kreisförmigen Umlaufbahn um den Nadelzylinder lediglich durch die Riemenscheiben geführt wird, die dem Antrieb von Streckwerkswalzen dienen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn wenigstens zwei Streckwerkswalzen eines Streckwerks im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind. Hierdurch kann die Verstreckung des Faserverbandes verbessert werden. Eine üblicherweise während des Verzugsvorganges auftretende Verbreiterung des Faserverbandes kann hierdurch verringert werden. Es ist dabei vorteilhaft, dass die senkrecht zueinander stehenden Streckwerkswalzen einen möglichst geringen Abstand zueinander aufweisen. Auch bei einem derartigen Streckwerk, bei dem wenigstens zwei Streckwerkswalzen im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind, ist ein Antrieb durch einen Riementrieb mit wenigstens einem geschränkt verlaufenden Riemen vorteilhaft. Die durch zwei senkrecht zueinander stehende Streckwerkswalzen eines Streckwerks hervorgerufene unterschiedliche Antriebsrichtung lässt sich durch einen derartigen Riementrieb wieder vereinheitlichen, so dass auf einfache Weise ein gemeinsamer Antrieb möglich wird.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele.

Es zeigen:

1 eine sehr schematische Draufsicht auf eine Vorrichtung zum Spinnstricken mit Streckwerken und einem Nadelzylinder,

2 eine Ansicht entlang der Schnittfläche II-II der 1, in der der Lauf eines in einem Streckwerk und einer Strickeinrichtung verarbeitenden Faserverbandes erkennbar ist,

3 eine vergrößerte Ansicht entlang der Schnittfläche III-III der 2 auf einen Riementrieb zum Antreiben einer Streckwerkswalze,

4 eine Ansicht ähnlich 2 auf eine Variante eines Streckwerks,

5 eine leicht vergrößerte Ansicht entlang der Schnittfläche V-V der 4,

6 eine Ansicht ähnlich 3 auf eine andere Ausgestaltung eines Riementriebes.

In 1 ist sehr schematisch eine Vorrichtung zum Direktstricken oder auch Spinnstricken dargestellt, mit der ohne den „Umweg" der klassischen Garnherstellung eine Maschenware erzeugt wird. Die Vorrichtung enthält als wesentlichen Bestandteil eine handelsübliche Rundstrickmaschine wobei in 1 lediglich ein Nadelzylinder 1 der Rundstrickmaschine angedeutet ist. Im Gegensatz zum allgemeinen Strickvorgang wird die Maschenware nicht aus durch dem Nadelzylinder 1 zugeführten Garnen erzeugt, sondern direkt aus Faserverbänden 2, die in Streckwerken 3 in unmittelbarer Nähe des Nadelzylinders 1 erzeugt werden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Streckwerke 3 für sechs strichpunktiert dargestellte Faserverbände 2 in einer Streckwerksgruppe 4 zusammengefasst. Am Umfang des Nadelzylinders 1 können beispielsweise 48 Streckwerke 3 angeordnet sein. Dabei kann es vorteilhaft sein, die Streckwerke 3 in acht Streckwerksgruppen 4 mit jeweils sechs Streckwerken 3 zusammenzufassen. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit ist in 1 nur eine Streckwerksgruppe 4 mit sechs Streckwerken 3 dargestellt. In nicht dargestellter Ausgestaltung kann es jedoch auch vorteilhaft sein, auch mehr oder weniger Streckwerksgruppen am Umfang des Nadelzylinders 1 anzuordnen. Beispielsweise können nur sechs oder auch nur vier Streckwerksgruppen 4 mit jeweils dann einer größeren Anzahl von Streckwerken 3, oder auch mehr als acht Streckwerksgruppen mit dann jeweils weniger Streckwerken 3 am Umfang des Nadelzylinders 1 angeordnet werden.

Es ist erkennbar, dass die beiden äußeren der in 1 dargestellten Faserverbände 2 einer Streckwerksgruppe 4 eine größere Strecke vom Ausgang des jeweiligen Streckwerks 3 zum Nadelzylinder 1 als die inneren Faserverbände 2 zurücklegen müssen. Diese unterschiedliche Distanz von Streckwerk 3 zu Nadelzylinder 1 kann sich nachteilig auf die erzeugte Maschenware auswirken. Die Anmelderin vermutet, dass durch die unterschiedlichen Distanzen Spannungsunterschiede in den Faserverbänden 2 auftreten können, die zu einer Ringelbildung in der Maschenware führen können. Um die Distanzunterschiede von den einzelnen Streckwerken 3 zu dem Nadelzylinder 1 zu verringern, ist es vorteilhaft, möglichst wenige Streckwerke 3 in einer Streckwerksgruppe 4 zusammenzufassen und stattdessen möglichst viele kleine Streckwerksgruppen 4, beispielsweise aus nur noch zwei Streckwerken 3, am Umfang des Nadelzylinders 1 anzuordnen. Durch einen Verzicht auf Streckwerksgruppen 4 und durch Anordnung von Einzelstreckwerken 3 am Umfang des Nadelzylinders 1 lässt sich dieser Distanzunterschied gänzlich vermeiden.

Jedem Streckwerk 3 wird Fasermaterial in Form einer Lunte oder eines Faserbandes 5 zugeführt, welches jeweils einer nicht dargestellten Vorgarnspule oder einer Kanne 6 entnommen wird. Die 2 zeigt den Lauf eines Faserbandes 5 aus einer Kanne 6 durch ein Streckwerk 3 bis zu dem Nadelzylinder 1. Das Faserband 5 wird dabei über eine oder mehrere Umlenkrollen 7 abgezogen und in Fasertransportrichtung A dem Streckwerk 3 zugeführt und von diesem auf die gewünschte Feinheit verzogen. Im Anschluss an das Streckwerk 3 liegt dann ein fertig verzogener Faserverband 2 vor. Das Streckwerk 3 besteht aus mehreren Walzenpaaren, wobei jedes Walzenpaar aus einer angetriebenen Streckwerkswalze 8, 10, 12, 14 sowie einer dagegen angedrückten Druckwalze 9, 11, 13, 15 besteht. Dabei können ein oder mehrere Walzenpaare als Riemchenwalzenpaar 12, 13 ausgebildet sein, dem in an sich bekannter Weise Riemchen 16 und 17 zugeordnet sind. Die Druckwalzen können bevorzugt mit gummielastischen Bezügen versehen sein. Alternativ zu der dargestellten Ausführung des Streckwerks 3 als Vier-Zylinder-Streckwerk kann genauso gut ein Drei- oder Fünf-Zylinder-Streckwerk eingesetzt werden. Der Antrieb 18 der Streckwerkswalzen 8, 10, 12, 14 wird weiter unten noch näher erläutert werden. Es kann außerdem vorteilhaft sein, die Streckwerkswalzen 8, 10, 12, 14 in einer Streckwerksgruppe 4 als durchgehende Streckwerkszylinder auszuführen. Für die Streckwerkswalzen 12 und 14 ist dies in 1 angedeutet. Das Streckwerk 3 erzeugt durch die mit in Fasertransportrichtung A mit ansteigender Umfangsgeschwindigkeit angetriebenen Streckwerkswalzen 8, 10, 11, 12, 14 an dem Ausgangswalzenpaar 14, 15 einen Faserverband 2 der gewünschten Feinheit, der einer Strickstelle 19 am Nadelzylinder 1 der Strickeinrichtung 20 zugeführt wird. Die Strickeinrichtung 20 weist dabei nicht dargestellte Antriebsmittel auf, die den die Stricknadeln 21 enthaltenden Nadelzylinder 1 in Rotationsrichtung B antreiben.

Zwischen dem Ausgangswalzenpaar 14, 15 des Streckwerks 3 und der Strickstelle 19 können dabei je nach Abstand ein oder mehrere Dralleinrichtungen 22 angeordnet sein, die dem im Wesentlichen aus parallelen Fasern bestehenden Faserverband 2 eine für den Transport zur Strickstelle 19 ausreichende Festigkeit verleihen. Es ist dabei vorteilhaft, dem Faserverband 2 einen Falschdrall zu erteilen, der sich in der Strickstelle 19 wieder auflöst, so dass die Fasern im Wesentlichen in paralleler Lage zueinander in die von den Stricknadeln 21 erzeugte Maschenware eingebunden werden. Hierdurch lässt sich eine Maschenware mit „sehr weichem Griff" und mit sehr hohem Tragkomfort erzeugen. Als Dralleinrichtung 21 können dabei mechanisch wirkende Drehröhrchen oder pneumatisch wirkende Dralldüsen 23 vorgesehen sein. In der dargestellten Ausführung sind zwei Spinnrohre 24 mit jeweils einer Dralldüse 23 am Anfang des Spinnrohres 24 vorgesehen.

Zusätzlich kann es auch vorgesehen sein, vor oder nach dem Ausgangswalzenpaar 14, 15 des Streckwerks 3 einen Hilfsfaden 25 zuzuführen, der den Transport des Faserverbandes 2 vom Streckwerk 3 zu der Strickstelle 19 unterstützt. Dieser Hilfsfaden 25 kann beispielsweise ein Elastan-Filament sein, das die Eigenschaften der erzeugten Maschenware weiter verbessern kann. Zwischen dem Ausgangswalzenpaar 14, 15 und der Dralleinrichtung 22 kann ein Absaugrohr 40 angeordnet sein, welches in nicht dargestellter Weise mit einer Unterdruckquelle verbunden ist. Das Absaugrohr 40 saugt im Falle, dass der Faserverband 2 nicht mehr ordnungsgemäß zur Strickstelle 19 transportiert wird, das aus dem Ausgangswalzenpaar 14, 15 austretende Fasermaterial ab.

Der Antrieb 18 zum Antreiben der Streckwerkswalzen 8, 10, 12 und 14 enthält jeweils einen Riementrieb 26. Dieser Riementrieb 26 kann wie in 2 dargestellt, an jeder der Streckwerkswalzen 8, 10, 12 und 14 eingesetzt werden. Alternativ kann jedoch in nicht dargestellter Weise auch vorgesehen sein, dass ein gemeinsamer Riementrieb 26 für den Antrieb von mehreren Streckwerkswalzen, beispielsweise 8 und 10, verwendet wird. Dabei kann der Riementrieb 26 der Streckwerkswalze 8 entfallen, und beispielsweise die Streckwerkswalze 8 direkt mit einem Zahnriemen an die Streckwerkswalze 10 gekoppelt werden.

Zur Vermeidung von Wiederholungen wird im Folgenden beispielhaft der Antrieb 18 der Streckwerkswalze 14 des Ausgangswalzenpaares 14, 15 detailliert erläutert. Die Ausführungen gelten analog für die anderen Streckwerkswalzen 8, 10 und 12. Der Riementrieb 26 der Streckwerkswalze 14 ist in 3 detailliert dargestellt. Der Riementrieb 26 enthält zwei Riemenscheiben 27 und 28. Die Rotationsachsen der Riemenscheiben 27 und 28 sind in 3 durch die strichpunktierten Linien 29 und 30 angedeutet. Die Rotationsachsen 29 und 30 sind im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet und weisen einen Schnittpunkt 31 auf. Die Riemenscheibe 27 ist drehfest mit der Streckwerkswalze 14 verbunden und wird von der Riemenscheibe 28 über einen Riemen 32 angetrieben. Der Riemen 32, vorzugsweise ein Zahnriemen, wird dabei bei zwischen der Riemenscheibe 28 und der Riemenscheibe 27 durch zwei frei drehbare Umlenkrollen 33 umgelenkt, deren Rotationsachsen wiederum senkrecht zu den beiden Rotationsachsen 29 und 30 angeordnet sind. Es kann dabei vorteilhaft sein, eine Umlenkrolle 33 in nicht dargestellter Weise als Spannrolle im Leertrum des Riemens 32 anzuordnen.

Die Riemenscheibe 28 des Riementriebes 26 wird von einem weiteren Riementrieb 34 angetrieben, der einen im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemen 35, vorzugsweise einen Zahnriemen, aufweist. Der Riemen 35 verläuft im Wesentlichen konzentrisch zu dem Nadelzylinder 1 der Strickeinrichtung 20. Dies ist auch in 1 erkennbar. Der Riemen 35 treibt mehrere Riemenscheiben 36 an, die jeweils mit der Riemenscheibe 28 des Riementriebs 26 drehfest verbunden sind. Innerhalb des im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemens 35 sind mehrere mit jeweils einer Streckwerkswalze 14 verbundene Riemenscheiben 36, ebenfalls im Wesentlichen kreisförmig, angeordnet. Für jede Streckwerkswalze 14 einer Streckwerksgruppe 4 ist in 1 eine Riemenscheibe 36 vorgesehen. Bevorzugt ist der Riemen 35 so ausgelegt, dass der sich durch die innerhalb des im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemens 35 angeordneten Riemenscheiben 36 ergebende Umschlingungswinkel an den Riemenscheiben 36 ausreicht, um die Antriebsleistung für die Streckwerkswalze 14 zu übertragen. Es wird hierdurch möglich, ohne zusätzliche Umlenkrollen zwischen den Riemenscheiben 36 auszukommen. Die Reibungsverluste des kreisförmig umlaufenden Riemens 35 werden dadurch minimiert. Insbesondere werden Reibungsverluste minimiert, wenn auf Grund der oben geschilderten Problematik der Distanzunterschiede zwischen Streckwerken 3 und Nadelzylinder 1 eine wesentlich größere Anzahl als die dargestellten acht Riemenscheiben 36 um den Nadelzylinder 1 herum angeordnet werden.

Der im Wesentlichen kreisförmig umlaufende Riemen 35 wird an einer Stelle von einer Riemenscheibe 37 angetrieben, die in nicht dargestellter Weise mit einem Antriebsmotor verbunden sein kann. Da von der Riemenscheibe 37 die gesamte Antriebsleistung aller Streckwerkswalzen 14 sämtlicher Streckwerke 3 auf den Riemen 35 übertragen werden muss, ist es zweckmäßig, an der Riemenscheibe 37 einen möglichst großen Umschlingungswinkel des Riemens 35 vorzusehen. Dies kann beispielsweise durch die in 1 dargestellte Anordnung mit zwei Umlenkrollen 38 realisiert werden.

Die Verwendung von zwei Riementrieben 26 und 34 für den Antrieb der Streckwerkswalze 14 hat den Vorteil, dass dadurch die Riemen 32 und 35 unterschiedlich dimensioniert werden können. Der Riemen 32 kann wesentlich kleiner als der Riemen 35 dimensioniert werden, da der Riemen 32 lediglich die Antriebsleistung für eine Streckwerkswalze 14 übertragen muss, während der Riemen 35 die gesamte Antriebsleistung überträgt. In dem geschränkte Riementrieb 26 mit den Riemenscheiben 27 und 28 mit nicht-parallelen Rotationsachsen 29 und 30 unterliegt der Riemen 32, nicht zuletzt durch die Umlenkrollen 33, einer relativ hohen Biegewechselbeanspruchung. Die Reibungsverluste durch Umlenkung und Biegung des Riemens 32 sind umso geringer, je kleiner der Riemen 32 ist. Durch die Verwendung der beiden getrennten Riemen 32 und 35 können also die Verluste des Antriebs 18 weiter reduziert und der Wirkungsgrad erhöht werden.

Alle entlang des Umfangs des Nadelzylinders 1 angeordnete Streckwerkswalzen 14 haben Rotationsachsen, die zu keiner der anderen Streckwerkswalzen 14 parallel sind. Es ist deshalb vorteilhaft, jeweils den Riementrieb 26 vorzusehen, bei dem die beiden Riemenscheiben 27 und 28 mit im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordneten Rotationsachsen 29 und 30 enthalten sind. Alle antreibenden Riemenscheiben 28 weisen dann nämlich parallel zueinander liegende Rotationsachsen 30 auf. Erst durch eine Anordnung mit parallel zueinander liegenden Rotationsachsen 30 wird es in einfacher Weise möglich einen gemeinsamen Antriebsmotor für die Streckwerkswalzen 14 vorzusehen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit eines einzelnen Streckwerks 3 wird dadurch deutlich reduziert. Ein Ausfall eines einzelnen Streckwerks 3 bzw. der Bruch eines einzelnen Faserverbandes 2 ist bei der beschriebenen Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware besonders kritisch, da die Stricknadeln 21 an der Strickstelle 19 an der kein Faserverband 2 mehr zugeführt wird, leer laufen und dort eine Fehlstelle in der erzeugten Maschenware entsteht. Beim Fehlen eines Faserverbandes 2 an einer einzigen Strickstelle 19 muss deshalb umgehend die gesamte Vorrichtung stillgesetzt werden.

In analoger Weise zu dem Riementrieb 34 für die Streckwerkswalze 14 können auch Riementriebe 34 für die anderen Streckwerkswalzen 8, 10 und 12 vorgesehen werden. In 1 ist der Riementrieb 34 für eine Streckwerkswalze 12 teilweise angedeutet.

In 4 ist eine Variante eines Streckwerks 3 dargestellt, die ebenfalls sehr vorteilhaft für eine Vorrichtung zum Spinnstricken einsetzbar ist. Sofern in 4 dieselben Bauteile wie in 2 dargestellt sind, wird auf die dortige Beschreibung verwiesen, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden. Gleiche Bauteile sind dabei mit gleichen Bezugszeichen versehen. In Abwandlung zu 2 sind in 4 nicht alle Streckwerkswalzen 8, 10, 12, 14 parallel zueinander angeordnet, sondern die Streckwerkswalzen 8' und 10' sind senkrecht zu den Streckwerkswalzen 12 und 14 angeordnet. Den Streckwerkswalzen 8' und 10' sind die zugehörigen Druckwalzen natürlich wieder in achsparalleler Anordnung zugeordnet. In 5 ist erkennbar, dass durch die Anordnung auch die Klemmlinie der Streckwerkswalze 10' und der daran angedrückten Druckwalze 11' senkrecht zu der Klemmlinie des Walzenpaares 12, 13 verläuft. Das entlang der Klemmlinie des Walzenpaares 10', 11' ausgebreitete Faserband 5 läuft also praktisch „hochkant" in das nachfolgende Walzenpaar 12, 13 ein und wird hierbei entlang seiner größten Ausdehnungsrichtung zusammengefasst. Das bereits teilweise verzogene Faserband wird dadurch gewissermaßen kompaktiert. Es wird einer zu starken Verbreiterung des Faserverbandes 2 am Ausgang des Streckwerks 3 entgegengewirkt. Der Abstand und die Verzugshöhe zwischen dem Walzenpaar 10', 11' und 12, 13 beeinflusst dabei die Kompaktierung des Faserbandes 5. Es kann vorteilhaft sein, den Abstand zwischen dem Walzenpaar 10', 11' und 12, 13 so gering wie möglich zu wählen.

Die Streckwerkswalzen 8' und 10' können über Riemenscheiben 36' von einem Riementrieb 34' angetrieben werden, der analog des Riementriebes 34 für die Streckwerkswalzen 12 und 14 gestaltet ist und einen im Wesentlichen kreisförmig um den Nadelzylinder 1 umlaufenden Riemen 35' enthält. Bei dieser Ausführungsvariante des Streckwerks 3 ist es vorteilhaft möglichst kleine Streckwerksgruppen 4 zu verwenden. Bevorzugt werden Einzelstreckwerke mit jeweils einer eigenen Streckwerkswalze 12 bzw. 14 eingesetzt.

In nicht dargestellter Ausgestaltung kann selbstverständlich auch ein Streckwerk 3 mit wenigstens zwei senkrecht zueinander stehenden Streckwerkswalzen vorgesehen sein, bei dem die beiden Eingangswalzenpaare 8, 9 und 10, 11 wie in 2 angeordnet sind, während die Walzenpaare 12, 13 und 14, 15 senkrecht dazu angeordnet sind.

In 6 ist eine Variante eines Riementriebes 60 dargestellt, die statt zwei getrennter Riemen 32 und 35 mit einem einzigen Riemen 61 auskommt. Der Riementrieb 60 ist beispielhaft für eine Streckwerkswalze 12 dargestellt, kann allerdings genausogut auch für andere Streckwerkswalzen eingesetzt werden. Es ist insbesondere vorteilhaft, den Riementrieb 60 für die Streckwerkswalzen 8, 10 bzw. 12 zu verwenden, da diese eine wesentlich geringere Antriebsleistung als die Streckwerkswalze 14 benötigen. Für geringe Antriebsleistungen kann der Riemen 61, der ja in diesem Fall die gesamte Antriebsleistung aller um den Nadelzylinder 1 herum angeordneten Streckwerkswalzen 12 übertragen muss, hinreichend klein dimensioniert werden, so dass die Reibungsverluste durch die häufige Umlenkung trotzdem nicht allzu hoch werden.

Es ist vorgesehen, dass der Riementrieb 60 mehrere – analog zu den Riemenscheiben 36 – kreisförmig um den Nadelzylinder 1 herum angeordnete Riemenscheiben 62 enthält, die den Riemen 61 im Wesentlichen kreisförmig und konzentrisch um den Nadelzylinder 1 führen. Ähnlich dem Riementrieb 34 kann beim Riementrieb 60 dem Riemen 61 ein zentraler Antriebsmotor zugeordnet sein. Die Streckwerkswalze 12 ist drehfest mit einer Riemenscheibe 63 verbunden, die eine nicht-parallele Rotationsachse zu den Riemenscheiben 62 aufweist. Der Riemen 61 wird nun von der Riemenscheibe 62 über eine Umlenkrolle 64 geschränkt zu der Riemenscheibe 63 der Streckwerkswalze 12 geführt und treibt diese an. Von der Riemenscheibe 63 der Streckwerkswalze 12 wird der Riemen 61 über eine zweite Umlenkrolle 64 wiederum geschränkt und in seine im Wesentlichen kreisförmig um den Nadelzylinder 1 verlaufende Umlaufbahn zurückgeführt und läuft dann auf die nächste Riemenscheibe 62. Zum Antrieb der nächste Streckwerkswalze 12 ist dann wiederum dieselbe Anordnung mit zwei Umlenkrollen 64 vorgesehen, um den Riemen 61 zum Antrieb der Riemenscheibe 63 kurzseitig aus seiner im Wesentlichen kreisförmigen Umlaufbahn herauszuführen. In der Ansicht nach 1 verläuft der Riemen 61 also prinzipiell genauso wie der Riemen 35. Statt der Riemenscheiben 36 sind die Riemenscheiben 62 um den Nadelzylinder 1 herum angeordnet. Da die Riemenscheibe 62 im Gegensatz zu der Riemenscheibe 36 nicht zum Antrieb der Streckwerkswalze 12 dient, wird der Riemen 61 jeweils zwischen zwei Riemenscheiben 62 geschränkt und durch die Umlenkrollen 64 zu der Riemenscheibe 63 geführt.


Anspruch[de]
Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware mit einer Stricknadeln (21) und wenigstens eine Strickstelle (19) enthaltenden Strickeinrichtung (20), und mit wenigstens einem der Strickstelle (19) vorgeordneten Streckwerk (3) zum Verziehen eines Faserverbandes (2), wobei der Antrieb (18) mit wenigstens einer Streckwerkswalze (8; 10; 12; 14) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (18) wenigstens einen Riementrieb (26; 60) zum Antreiben der Streckwerkswalze (8; 10; 12; 14) enthält, wobei der Riementrieb (26; 60) einen wenigstens einmal geschränkt verlaufenden Riemen (32; 61) und wenigstens zwei Riemenscheiben (27, 28; 62, 63) mit nicht-parallelen Rotationsachsen enthält. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Riementrieb (26) wenigstens zwei Riemenscheiben (27, 28) enthält, deren Rotationsachsen (29, 30) im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind. Antrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (18) wenigstens einen im Wesentlichen kreisförmig und im Wesentlichen konzentrisch um einen Nadelzylinder (1) der Strickeinrichtung (20) verlaufenden Riemen (35; 61) aufweist. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des im Wesentlichen kreisförmig umlaufenden Riemens (35) mehrere mit jeweils einer Streckwerkswalze (8; 10; 12; 14) verbundene Riemenscheiben (36) angeordnet sind, ohne dass zwischen den Riemenscheiben (36) zusätzliche Umlenkrollen vorgesehen sind.






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