Die Erfindung betrifft ein Wandelement nach dem Oberbegriff des Anspruches
1. Solche Wandelemente werden beispielsweise für den Bau von Biogasbehältern
verwandt, wobei sie zunächst in Trockenmontage aneinander zu setzen sind und
im Verbund miteinander eine ringförmige Doppelschale ergeben, in die dann Beton
oder dgl. aushärtende Grußmassen einzubringen sind und eine geschlossene,
dichte Ringwand ergeben. Bekannte Wandelemente dieser Art werden durch weitere Armierungen
vor dem Guß und auch nach dem Aushärten der Gußverfüllung zusammengehalten.
Die Montage ist dabei allerdings anspruchsvoll und arbeitsaufwendig. Sie erfordert
auch besondere Maßnahmen, die Wandelemente während der Trockenmontage
gegeneinander festzulegen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Wandelement zu schaffen, welches
sich ohne große Schwierigkeiten im Wege der Trockenmontage zu einer ringförmigen
Wand zusammensetzen und festlegen läßt, und das auch mit geläufigen
bautechnischen Verfahren zu verwenden ist.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe von einem Wandelement
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 ausgehend mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruches 1 gelöst.
Mit einem Versatz zwischen den beiden Schalen wird es möglich,
einfache und robuste Bügel in den beiden Stoßbereichen anzuordnen und
gleichwohl die Wandelemente in zumindest einer Anschlußrichtung aneinander
zu setzen und zu einem Ring zu schließen. Dazu ist es allerdings auch wichtig,
daß in zumindest einem der beiden Stoßbereiche eines Wandelementes die
Anker nicht mehr als um das Spaltmaß über die weiter vorstehende Schale,
also insgesamt über die Schalenkontur hinausragen. Mit einer solchen Maßgabe
ist es möglich, die Wandelemente in Anschlußrichtung nacheinander aufzustellen
und den kritischen Lückenschluß für das letzte Wandelement einer
solchen Ringwand vorzunehmen, bei dem das Wandelement nicht einfach zunächst
mit einen freien Abstand heranzubringen ist und dann in Anschlußrichtung an
das vorangehende Wandelement angeschlossen werden kann. Zum Lückenschluß
bedarf es einer Schwenkbewegung mit einer Schwenkachse an einer Seite im Stoßbereich
zum vorangehenden Wandelement hin, wobei auf der anderen Seite des Wandelements
die vom Versatz der beiden Schalen verkürzte Kante vorangeht und die weiter
vorstehende Schale folgt. Dazwischenliegende Ankerelemente können dann mit
einem Überlappungsbereich über Anker des bestehenden Wandelements gebracht
werden, wenn sie nicht über die weiter vorstehende Schale hinausragen und gleichzeitig
kann die weiter vorstehende Schale in der vorgegebenen Weise an das bereits stehende
Wandelement angeschlossen werden. Während der fortschreitenden Montage sind
die Wandelemente bereits einzeln anzuschließen und zu sichern, was besondere
zwischenzeitliche Maßnahmen erübrigt.
Vorzugsweise sind die Anker als U-Bügel ausgebildet, so daß
sich zwei gegensinnig gerichtete Bügel benachbarter Wandelemente jeweils überlappen
und mit einfachen Sperrmitteln wie etwa Stangen oder dgl. gegeneinander verriegelt
werden können. Dabei ist der Bügel zumindest mit einem seiner U-Schenkel
in der ihm zugeordneten Schale befestigt. Der andere U-Schenkel kann zur besseren
Krafteinleitung in das Wandelement gleichfalls mit der zugeordneten Schale befestigt
sein. Auf der anderen Seite zeigt sich in der Praxis ein Nachricht- und Anpassungsbedarf
in Bezug auf die Lage der Bügel, die ggf. noch mit einfachen Mitteln zumindest
geringfügig abgeändert werden müssen. Dazu ist es dann vorteilhaft,
die Bügel nur mit einem Schenkel in einer Schale zu verankern, während
der andere Schenkel frei an der gegenüberliegenden Schale anliegt und damit
zwar aufbiegende Kräfte abfangen kann, ansonsten aber durchaus noch etwa quer
zur Bügelebene zu verformen ist.
Die Schalen des Wandelements können grundsätzlich aus einer
Vielzahl geeigneter Materialien gefertigt sein, die auch zwischen den beiden Schalen
eines Wandelements unterschiedlich sein können, um beispielsweise besondere
Anforderungen an die Unempfindlichkeit, Dichtigkeit, Reinigungsmöglichkeit,
insbesondere an der Innenseite der zu schaffenden Wand, zu berücksichtigen
oder auch Anforderungen an die Isolation und – insbesondere auf der Außenseite
– an einen Witterungsschutz zu erfüllen. Im Allgemeinen lassen sich
diese Anforderungen relativ preisgünstig und in erprobter Herstellungsweise
mit Betonmaterialien erfüllen, die dann in gleichfalls erprobter Weise mit
einer Stahlarmierung ausgebildet sein können, mit der die Bügel zu verbinden
sind. Dies gewährleistet eine gute Krafteinleitung von den Bügeln in die
Wandteile und erlaubt es auch, die Stahlarmierung, die in entsprechender Weise insbesondere
auch in Anschlußrichtung verlaufend vorgesehen werden kann, mit fortlaufenden
Zuggurten für die entstehende Ringwand vorzusehen. Eine solche Armierung ist
als Gitterträger herstellbar, der die Verstrebungen zwischen den Schalen des
Wandelements schafft. Es kann also ein Gitterträger als fertiger "Korb", der
auch schon die Bügel einschließt, hergestellt werden, an den danach auf
beiden Seiten die Schalen angegossen werden.
Damit die Bügel einander überlappen und nicht gegeneinander
stoßen, ist ein Versatz der Bügel zweckmäßig. Grundsätzlich
können die Bügelebenen dazu bei einem Wandelement in der vorgegebenen
Anschlußrichtung auf der einen Seite leicht schräg nach
unten abfallend und auf der anderen Seite leicht schräg nach oben ansteigend
vorgesehen sein oder aber jeweils in der vorgegebenen Weise zwischen der einen und
anderen Seite des Wandelements versetzt werden. Vorzugsweise wird allerdings vorgesehen,
daß die Bügel eines Wandelements jeweils auf der einen und auf der anderen
Seite in einer gemeinsamen Ebene miteinander und mit einem Armierungsstrang liegen.
Der Versatz zwischen den Bügeln wird dann dadurch erreicht, daß zumindest
zwei Typen von Wandelementen mit unterschiedlichen Ebenen der Bügel vorgesehen
sind, die im Wechsel aneinander gesetzt werden.
Durch den Versatz der beiden Schalen eines Wandelements entsteht mit
der überstehenden Schale auf der Innenseite ein Einsprung in den für die
beiderseitigen Bügel vorzusehenden Überlappungsbereich und auch damit
eine Reduzierung des Freiraums um die Bügel, der etwa als Betonüberdeckung
bei stahlarmierten Betonkonstruktionen vorzusehen ist. Zur Abhilfe ist hier vorgesehen,
daß die entsprechende Innenschale auf ihrer Innenseite (zur Außenschale
hin) Randausnehmungen oder Abfasungen erhält.
Auf der anderen Seite entsteht durch den Versatz der Schalen außenseitig
ein Vorsprung mit dem Rand der überstehenden Schale, der optisch stört
und auch einem Verputzen oder Verkleiden der Wand auf der Außenseite hinderlich
ist. Dem kann dadurch vorteilhaft begegnet werden, daß die Außenschale
auf der Außenseite im Bereich des Überstands zu einer verschmälerten
Kante hin abgeschrägt oder abgefast wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
1 Schrägansicht einer Wand und eines Mittelpfostens
für einen Biogasbehälter
2 Draufsicht auf die Wand nach 1
3 vergrößerter Ausschnitt aus 2
mit einem vollständigen Wandelement und Teilen eines angrenzenden Wandelements
4 Detailansicht aus 3
mit vergrößerter Darstellung eines Stoßbereichs in Draufsicht.
In 1 ist eine aus Wandelementen
1 ringförmig zusammengesetzte Wand 2 für einen Biogasbehälter
dargestellt, über der beispielsweise mit Hilfe eines Mittelpfostens
3 in Kuppeldach und darunter noch eine Gasmembrane zum oberseitigen –
auch hermetischen – Abschluß anzubringen ist. Die Wand 2 steht
typischerweise auf einer Bodenplatte 5 – meistens aus Beton –
auf. Der fertige Biogasbehälter nimmt dann im allgemeinen pumpfähige Stoffe
auf, die in Zersetzungsprozessen Brenngas absondern und nach Abklingen der Zersetzungsprozesse
aus dem Biogasbehälter ausgebracht werden, wobei Speicherbehälter durchaus
ähnlicher Bauart vorgesehen sein können.
Eine solche Wand 2 wird bereits herkömmlich mit Wandelementen
in Trockenmontage und nachfolgendem Betonverguß erstellt, wobei die Wandelemente
schließlich untereinander durch nachträglich eingelegte Armierungen zusammengehalten
werden. Dies bedingt eine aufwendige und auch heikle Trockenmontage.
Wie die 2 erkennen läßt, wird
die Wand 2 (vor einem Verguß mit Beton oder einer sonstigen Vergußmasse)
zu einem kettenartigen Verbund der einzelnen Wandelemente 1 zusammengesetzt.
Dabei werden die Wandelemente 1 in einer vorzugebenden Anschlußrichtung
4 aneinander gefügt, bis sich der Ring der Wandelemente
1 schließt. Allerdings ist die Anschlußrichtung nicht strikt
einzuhalten und auch umkehrbar, wenn etwa bei einer teilmontierten Wand an dem erstgesetzten
Wandelement fortgefahren wird.
Die Trockenmontage erfolgt typischerweise auf der ebenen Bodenplatte
5, in die auch schon auf der für die Wand vorgesehenen Ringlinie ein
Fugenband oder eine Reihe von Dornen oder dgl. zu einer besseren Verankerung zwischen
der darauf zu setzenden Wand vorgesehen sein kann.
Die Wandelemente 1 decken jeweils einen Umfangsbereich der
Wand 2 ab, der im vorliegenden Fall einheitlich fest vorgegeben ist und
sich auch, wie mit strahlenförmig auseinander laufenden Begrenzungslinien
6 angedeutet, auf die Ringform ausrichtet. Auch wenn die Winkelstellung
zwischen den Begrenzungslinien 6 Toleranzen zuläßt, so daß
im vorliegenden Fall wahlweise von 30 bis zu 40 Elementen mit sehr kleinem Spaltmaß
ringförmig zusammengesetzt werden können. Bei ringförmig mit kleinerem
oder größerem Durchmesser zusammengesetzten Wandelementen können
die auftretenden Spalte durch Fugenabchalungen oder Fugenabdichtungen geschlossen
werden. Für ein einfaches Vermessen sind dabei die glatten Elementzahlen 30,
36 oder 40 bevorzugt. Es versteht sich allerdings, daß auch ungerade Zahlen
von Wandelementen zusammengesetzt werden können, daß die Wandelemente
untereinander nicht zwingend einheitlich in der Wandbreite sein müssen, und
daß mit unterschiedlichen Wandelementen auf der nachfolgend beschriebenen Linie
auch eliptische oder mehreckige Grundrisse für eine solche Wand zu erstellen
sind, auch wenn die ringförmige Anordnung der Belastungssituation durch Innendruck
am besten entspricht.
Die 3 zeigt in der vergrößerten
Draufsicht ein Wandelement 2 als Ganzes und zwei weitere Wandelemente
1' und 1'' mit anschließenden Teilbereichen. Die Wandelemente
1, 1' und 1'' weisen eine Außenschale
7 und eine Innenschale 8 auf, wobei die Außenschale
7 nach Maßgabe der Begrenzungslinien 6 in 2
breiter ausgeführt ist. Beide Schalen 7, 8 sind im vorliegenden
Fall als ebene Platten gegossen, so daß die entstehende Wand 2 eine
Polygonform erhält. Es versteht sich, daß die Schalen 7 und
8 auch alternativ an die vorgegebene Ringform der Wand 2 gewölbt
angepaßt sein könnten.
Die Schalen 7, 8 sind in Anschlußrichtung
4 gegeneinander versetzt, so daß zumindest eine Schale, hier aber
beide Schalen randseitig in einem Stoßbereich 9 gegenüber der
anderen übersteht. Im Stoßbereich 9 sind von jedem der aneinanderstoßenden
Wandelemente 1 Anker 10, 11 zwischen den Schalen
7, 8 angeordnet. Die Anker können in bekannter Weise vielfältig
gestaltet sein, um die Lage der Wandelemente 1 gegeneinander zu sichern
und zumindest nach dem Verguß der trockenmontierten Wand Zugkräfte in
Wandrichtung zu übertragen. Besonders einfach und zweckmäßig sind
Bügel als Anker vorzusehen. Die Anker 10, 11 bilden einen
Überlappungsbereich 12, der quer hindurchzuführende Verriegelungselemente
13 aufnimmt, um die Anker 10, 11 miteinander zu verriegeln.
Die Verriegelungselemente 13 können beispielsweise stangenförmig
ausgebildet sein, um damit mehrere in der Draufsicht deckungsgleich übereinander
liegende Anker zu durchgreifen und damit zu verriegeln. Vorzugsweise werden solche
Anker 10, 11 in zwei verschiedenen Höhenlagen als zwei jeweils
miteinander verriegelbare Verankerungspaare vorgesehen und durch insgesamt durchlaufende
Verriegelungsstäbe 13, die einfach von oben hindurchgeführt werden
können, gesichert. Eine größere Zahl von Verankerungen in feinerer
Höhenstufung ist grundsätzlich möglich, kann aber Justierungsprobleme
mit sich bringen, während ein einziges Verankerungspaar im allgemeinen schlecht
geeignet ist, die Stellung benachbarter Wandelemente 1 zueinander zu gewährleisten.
Die Schalen 7, 8 können insbesondere bei Ausführung
in Beton mit einer Stahlarmierung versehen sein, die auch als Gitterträger
oder Gitterkorb Verbindungen zur starren Distanzierung der Schalen 7,
8 bildet und auch die Anker 10, 11 enthält. Diese
können einem Stoßbereich 9 zum nächsten Stoßbereich
9 durchlaufende Armierungsstränge bilden, die endseitig mit den Bügeln
verbunden sind, wobei die Armierungen innerhalb der Schalen 7,
8 über den nicht dargestellten Gitterträger untereinander verstrebt
sind. Daraus folgt eine wirkungsvolle Überleitung von Zugkräften von Wandelement
zu Wandelement.
Die Anker 10, 11, als Bügel ausgebildet, sind
allerdings nur jeweils mit einem Schenkel 14 in einer der Schalen
7, 8 eingebettet und mit ihren Armierungen verbunden, während
sie mit dem anderen Schenkel 15 frei an der gegenüberliegenden Schale
anliegen. Dies ermöglicht es, die Bügel bedarfsweise nachzubiegen oder
nachzurichten, wobei die Anlage des freien Schenkels 15 an der Innenseite
der Schale aufbiegende Zugkräfte auf den Anker abfängt.
Aus 3 und 4
ist ersichtlich, daß der Bügel 11 des vollständig dargestellten
Wandelementes 1 auf der Seite, auf der die Außenschale 7
gegenüber der Innenschale 8 übersteht, von der Außenschale
7 abgedeckt ist. Zum Vergleich ist auf der gegenüberliegenden Seite
dieses Wandelementes 1 zu erkennen, daß der Bügel 10
dort gegenüber der überstehenden Innenschale 8 vorsteht. Im vorliegenden
Fall kann die Montage des letzten, die Wand 2 zu einem Ring schließenden
Wandelements betrachtet werden, welches dann beispielsweise von außen herangeführt
und mit dem vorstehenden Bügel voran an das Wandelement 1' angesetzt
wird, um danach von außen gegen das Wandelement 1'' heranzuschwenken,
bis zu der vorgegebenen und gezeichneten Einbaustellung. Es wird dann auf beiden
Seiten der gewünschte Überlappungsbereich zwischen den Ankern
10, 11 auf beiden Seiten erreicht und auch der Anschluß zu
den benachbarten Wandelementen mit einem vorgegebenen begrenzten Spaltmaß erzielt.
Eine einheitlich fortschreitende Montage ist damit möglich. Die verbleibenden
Spalte mit begrenzt vorgegebenem Spaltmaß zwischen den aufeinander folgenden
Wandelementen 1 können bedarfsweise durch geläufige Dichtungsmittel
noch geschlossen werden, ehe ein einheitlicher Verguß erfolgt, der die hermetische
Dichtigkeit der Wand 2 sicherstellt und auch mit der Einbettung der Anker
und Verriegelungsmittel zwischen diesen einen Formschluß herstellt und jegliches
Spiel beseitigt.
Wie aus 4 besonders deutlich erkennbar
ist, weist die Innenschale 8 des Wandelementes 1 im Stoßbereich
9 eine abgefaste Innenkante 16 auf, die einen Freiraum gegenüber
dem Bügel 10 und insbesondere auch gegenüber dem Bügel
11 des angrenzenden Wandelementes 1' schafft, so daß ausreichend
Platz für den Bügel 11beim Montieren der Wandelemente bleibt
und insbesondere auch in diesem Bereich eine vorgegebene Betonüberdeckung erzielt
wird, die für die Korrossionssicherheit notwendig ist.
Am Wandelement 1a ist eine Abschrägung oder Abfasung
17 im Querschnitt zu erkennen, mit der die Wandstärke zur Endkante
18 gemindert wird. Die Abschrägung 17 paßt die Schale
7 mit der Außenfläche an die Schale 7 des benachbarten
Wandelementes 1 an, gegenüber der sie sonst vorstehen würde,
und schafft eine optische Anpassung und eine Angleichung der Außenflächen
für ein Verputzen oder Verkleiden.