Die Erfindung betrifft ein mobiles Gargerät zum Braten, zum Backen,
zum Kochen und zum Grillen von Speisen. Das Gargerät wird verwendet zur Bewirtung
von Gästen bei Events und Veranstaltungen, insbesondere solcher im Freien.
Bekannt sind fahrbare Kochgeräte zur massenhaften Verpflegung
von Militärangehörigen und zum Einsatz bei Katastrophen, Volksfesten und
anderen Gelegenheiten, auch Gulaschkanonen genannt. Diese Geräte bestehen im
wesentlichen aus einem Doppelmantelkochkessel mit Wasser als Wärmeträger.
Nachteilig ist daran, dass sich solche Kochgeräte speziell nur zum Kochen und
Dämpfen von Speisen eignen, nicht aber zum Braten, Backen oder Grillen. Diese
sind auch meist als Kraftfahrzeuganhänger, mit Zulassung zum öffentlichen
Straßenverkehr technisch sehr aufwendig gestaltet.
Bekannt sind auch transportable Brat- oder Grillspieße für
die Zubereitung von Tieren, wie Schwein, Rind oder Wild in einem Stück zur
Aufstellung im Freien.
Diese werden mit offenen Feuer oder mit Holzkohle beheizt.
Nachteilig ist daran, dass sich diese Geräte ausschließlich
für diesen speziellen Zweck eignen.
Weiterhin sind transportable, mit Propangas beheizte Klein-Kochgeräte
für Campingzwecke bekannt, die zwar zum Kochern und Braten für die Beköstigung
einer Familie ausreichen, die jedoch nicht für den Einsatz bei Events oder
Veranstaltungen geeignet sind.
Bekannt sind auch Gartengrillgeräte mit Holkohle- oder Propangas-
oder Elektrobeheizung, sowie solche für gewerbliche Zwecke an Würstchenverkaufständen
an Straßen und Plätzen.
Auch solche Geräte eignen sich nur für ihren speziellen
Verwendungszweck, nämlich dem Grillen von kleinen Portionen im Freien.
Aufgabe der Erfindung ist es ein transportables und/oder mobiles Gargerät
für gewerbliche Zwecke zur Verwendung bei Events und Veranstaltungen zu schaffen,
welches sich universell, sowohl zum Braten, zum Backen, zum Grillen und zum Kochen
sowie zum Warmhalten von Speisen eignet und welches das Braten eines Tieres, wie
Rehwild oder Schwein in einem Stück erlaubt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe wie mit den Ansprüchen
angegeben gelöst.
Das Gargerät für die Zubereitung von Speisen durch Braten
und/oder durch Backen und/oder durch Kochen und/oder durch Grillen von rohen und/oder
halbrohen Lebensmitteln aus Fleisch und/oder aus Fisch und/oder aus Teig und/oder
aus Früchten besteht aus
- a) einem trog- oder wannenartigen Gehäuseunterteil als gerundete oder kantig
gestaltete untere Halbschale von im wesentlichen, in vertikaler und horizontaler
Ebene, etwa rechteckigem Längsschnitt mit einem Fußgestell,
wobei innerhalb desselben an der Gehäuseunterseite mindestens ein Gasbrenner
oder mindestens ein Elektroheizelement oder mindestens eine von außen mit festem
Brennstoff wie Koks oder Holzkohle beschickbare Feuerstelle befindlich ist und
wobei innerhalb des Gehäuseunterteils oberhalb der Feuerstelle mit offener
Flamme oder des Elektroheizelements ein Grillrost angeordnet ist oder ein Rost zum
Positionieren von Kochgefäßen oder Bratpfannen darauf oder eine ebene
Backfläche aus Blech oder eine mit Schamotte ausgekleidete Backfläche
angeordnet ist und
- b) einem passgerecht dazu gestalteten Gehäuseoberteil als obere Halbschale
ausgeformten Deckel,
wobei das Gehäuseoberteil an einer Längsseite des Gehäuseunterteils
so angelenkt ist, dass es leicht abnehmbar und auch in geöffnetre Stellung
arretierbar ist und
wobei sich in dem Gehäuseoberteil mindestens eine Öffnung zum Abzug von
Brenngas und/oder Wrasen befindet und
wobei die Öffnung alternativ mit einem etwa 50 cm langen senkrechten Rohr zur
Realisierung eines Kamineffektes bestückbar ist. Am Fußgestell des Gehäuseunterteils
können auch Transportrollen zur leichten Beweglichkeit des Gargerätes
angeordnet sein. Außerhalb des Gehäuseunterteils sind gut zugänglich
Armaturen und Ventile für einen Gasbrenner oder Schalter für Elektroheizelemente
oder eine Feuerstätte für feste Brennstoffe angeordnet.
Sofern das Gargerät mit Gasbeheizung ausgestattet ist, ist im
Gehäuseunterteil mindestens eine Zuluftöffnung für die Flamme angeordnet.
Das erfindungemäße Gargerät ist in seiner technischen
Ausrüstungsvariante mit Gasbeheizung für eine gewerbliche Anwendung besonders
geeignet, wie zum Beispiel für Events aller Art.
Es ist universell einsetzbar, sowohl im Freien als auch in gut belüfteten
geschlossenen Räumen. Es ist technisch leicht umzurüsten, indem zum Braten
eine Bratpfanne auf das Rost in das Gargerät eingesetzt wird, zum Grillen ein
Grillrost eingesetzt wird, zum Kochen ein Kochgefäß auf das Rost platziert wird
und zum Backen ein Backblech oder eine Schamottebackfläche auf das Rost eingesetzt
wird.
Möglich ist auch einen Zusatzausstattung mit einem Drehspieß
oder mit Raucherzeugungseinrichtung zum an der Feuerstätte zum Räuchern.
Die geschlossenen Bauweise und die Integration der Wärmequelle,
wie Elektroheizelement oder Gasflamme oder die Glut von Holzkohle oder Koks unmittelbar
in den Garraum, bewirkt eine knusperige Oberflächenstruktur des Gargutes und
gleichzeitig eine saftige Gare auch im Inneren des Gargutes.
Bei Ausstattung des Gargerätes mit einer Feuerstätte als
Wärmequelle ist das Gargerät auch als Räucherofen für auf dem
Rost platziertes Räuchergut z.B. Fisch geeignet.
Mit dem erfindungsgemäßen Gargerät lassen sich eine
Vielzahl von Rezepturen und Gerichten realisieren.
Das Gargerät ist ästhetisch gestaltet und ohne viele Ecken
und Kanten leicht hygienisch sauber zu halten.
Nachstehend wird die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen
eines Gargerätes mit Propangasbeheizung und einem mit Feuerstätte erläutert.
In den zugehörigen Zeichnungen sind mit
1 das Gargerät in perspektivischer Gesamtansicht
und mit
2 das Gargerät in perspektivischer Gesamtansicht
mit geöffnetem Oberteil und mit
3 das Gargerät im Querschnitt mit darin befindlicher
Bratpfanne und mit
4 das Gargerät mit Schamotteplatte zum Backen
von Gebäck und mit
5 das Gargerät mit Feuerstätte für Holzkohle
oder Koks und Räucherspäne schematisch dargestellt.
Beispiel 1
Das Gargerät besteht aus dem trogartigen Gehäuseunterteil
1 als kantig gestaltete untere Halbschale von im wesentlichen, in vertikaler
und horizontaler Ebene, etwa rechteckigem Längsschnitt mit dem Fußgestell
11, gefertigt aus Edelstahl.
Innerhalb desselben befindet sich an der Gehäuseunterseite der
Gasbrenner 12.
An der Schmalseite desselben sind die Armaturen 2 für
den Gasbrenner 12 angeordnet. Am oberen Rand des Gehäuseunterteils
1 befindet sich das Sichtfenster 7 zur Beobachtung des Garprozesses
und das Thermometer 8.
Innerhalb des Gehäuseunterteils 1 und oberhalb des Gasbrenners
12 ist das Rost 13 zur Platzierung von Bratpfannen 14
oder Backblechen oder die mit der Schamotteplatte 15 ausgekleidete Backfläche
angeordnet.
Am Gehäuseunterteil 1 ist das dazu passgerechte Gehäuseoberteil
3 als Deckel mittels zweier Scharniere an einer der Längsseiten desselben
angelenkt. Das Gargerät ist so bemessen, dass es etwa ein Schwein oder ein
Stück Rehwild als ganzes aufnehmen kann.
Das Gehäuseoberteil 3 weist die Öffnung mit dem
Abzugsrohr 4 für Brenngas und Wrasen auf.
Am Fußgestell des Gehäuseunterteils 1 sind die
Transportrollen 10 zur leichten Beweglichkeit des Gargerätes angeordnet.
Außerhalb des Gehäuseunterteils 1 an einer Schmalseite desselben
sind gut zugänglich die Armaturen 2 und Ventile für den Gasbrenner
12 angeordnet.
Im Gehäuseunterteil 1 befinden sich die Zuluftöffnungen
5 für die Gasflamme.
Gehäuseunterteil 1 und Gehäuseoberteil
3 sind mit den Handgriffen 6, 9 versehen.
Beispiel 2
Ein Gargerät nach Beispiel 1 ist anstelle des Gasbrenners
12 mit einer Feuerstätte 16 für feste Brennstoffe wie
Holzkohle ausgestattet. Die Abstrahlung der Heizwärme erfolgt dabei direkt
durch eine Öffnung im Boden des Gargeräteunterteils 1.
Durch Verkohlung von Holzspänen mittels der Feuerstätte
16 lässt sich im Bedarfsfall auch Räucherrauch erzeugen.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
- 1
- Gehäuseunterteil
- 2
- Armaturen
- 3
- Gehäuseoberteil
- 4
- Rauchgas und Wrasenabzug
- 5
- Zuluftöffnung
- 6
- Handgriff
- 7
- Sichtfenster
- 8
- Thermometer
- 9
- Handgriff
- 10
- Transportrollen
- 11
- Fußgestell
- 12
- Gasbrenner
- 13
- Rost
- 14
- Bratpfanne
- 15
- Schamotteplatte
- 16
- Feuerstätte