Diese Erfindung betrifft einen nickelreichen und eine geringe Wärmeausdehnung
aufweisenden Gussstahl mit hervorragender Hochtemperaturfestigkeit und guter Oxidationsbeständigkeit
und ringförmige Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtung
von Gasturbinen, die aus einem derartigen Gussstahl hoher Festigkeit und mit geringer
Wärmeausdehnung gebildet sind.
Technischer Hintergrund
Als Anwendung, die hohe Festigkeit und geringe Wärmeausdehnungseigenschaften
bei hohen Temperaturen erfordert, sind beispielsweise ringförmige Komponenten
zur Verwendung als Schaufelringe oder Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen bekannt. Herkömmlicherweise sind in ringförmigen Komponenten
zur Verwendung als Schaufelringe von Gasturbinen und dergleichen die Eigenschaften
hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung auch bei hohen Temperaturen erforderlich.
Materialien, die bei derartigen Anwendungen verwendet wurden, umfassten SCPH21 (1,2Cr-1,0Mo-Gussstahl),
SCPH32 (2,2Cr-1,0Mo-Gussstahl), SCS1 (13Cr-Gussstahl) und dergleichen.
In den letzten Jahren ist es jedoch erforderlich, Zwischenräume
zur Absorption unterschiedlicher Wärmeausdehnung zwischen Schaufeln und Schaufelringen
und zwischen Verschlussleitblechen und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
zu verringern, um den Wirkungsgrad von Gasturbinen zu erhöhen.
Folglich wird ein Material, das geringere Wärmeausdehnung als
herkömmliche Materialien zeigt, für die Bildung derartiger ringförmiger
Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen benötigt. Als Legierungen geringer Wärmeausdehnung, die
diese Anforderung der Eigenschaften geringer Wärmeausdehnung erfüllen,
sind eine Invarlegierung (36 % Ni-Fe), Superinvarlegierung (31 % Ni-5 % Co-Fe) und
dergleichen bekannt und eine große Zahl von Invar-Gusslegierungen unter Verwendung
von Invareigenschaften wurde berichtet.
Jedoch wird bei den meisten Invar-Gusslegierungen die Bedeutung üblicherweise
an einem durchschnittlichen Wärmeausdehnungskoffizienten in einem relativ niedrigen
Temperaturbereich, der sich von gewöhnlicher Temperatur bis etwa 200 °C
erstreckt, festgemacht. Tatsächlich weisen diese Invar-Gusslegierungen hervorragende
Eigenschaften einer geringen Wärmeausdehnung in einem niedrigen Temperaturbereich
der Größenordnung von 200 °C auf. Jedoch sind bei Anwendungen als
ringförmige Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe oder Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, die auf eine hohe Temperatur der Größenordnung von 500
°C während des Betriebs aufgeheizt werden, derartige Invar-Gusslegierungen
ungeeignet, da sich die Zwischenräume zwischen Schaufeln und Schaufelringen
und zwischen Verschlussleitblechen und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
infolge einer raschen Zunahme des Wärmeausdehnungskoeffizienten beträchtlich
ändern. Darüber hinaus kann eine Invarlegierung aufgrund deren geringer
Festigkeit in Anwendungen, die sowohl einen geringen Ausdehnungskoeffizienten als
auch hohe Festigkeit erfordern, wie ringförmigen Komponenten zur Verwendung
als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen von Gasturbinen,
nicht verwendet werden.
Um eine geringe Wärmeausdehnung bis zu einem hohen Temperaturbereich
der Größenordnung von 500 °C beizubehalten, ist es notwendig, den
magnetischen Umwandlungspunkt auf eine höhere Temperatur zu verschieben. Als
Mittel hierzu ist eine Erhöhung des Ni-Gehalts und die Zugabe oder Erhöhung
von Co üblicherweise bekannt. Derartige, an Ni/Co hohe Invar-Gusslegierungen
wurden ähnlich der EP-A-343292 oder EP-A-723030, dem offengelegten japanischen
Patent Nr. 41350/'82, offengelegten japanischen Patent Nr. 21037/'89 und offengelegten
japanischen Patent Nr. 60255/'88 vorgeschlagen. In der Gusslegierung, die in dem
im Vorhergehenden genannten offengelegten japanischen Patent Nr. 41350/'82 beschrieben
ist, liegt der kombinierte Gehalt an Ni und Co im Bereich von 38 bis 45 %. Infolgedessen
wird darin beschrieben, dass deren Wärmeausdehnungskoeffizient in einem Temperaturbereich,
der sich von gewöhnlicher Temperatur bis 300–500 °C erstreckt,
verringert ist und darüber hinaus deren Festigkeit bei gewöhnlicher Temperatur
sehr hoch ist. Diese Gusslegierung kann sicherlich geringe Wärmeausdehnungseigenschaften
in einem niedrigen Temperaturbereich der Größenordnung von 300 °C
zeigen. Jedoch sind bei Hochtemperaturanwendungen, die ringförmigen Komponenten
zur Verwendung als Schaufelringe oder Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, deren Oxidationsbeständigkeit und Hochtemperaturfestigkeit
bei etwa 500 °C wegen eines niedrigen Cr-Gehalts bis zu 1,0 % unzureichend.
Darüber hinaus wird in dieser Gusslegierung Si, das zur Verbesserung der Gießbarkeit
wichtig ist, oder Mg und S, die zum Zwecke des Impfens für Graphit notwendig
sind, keine Beachtung geschenkt.
In der in dem offengelegten japanischen Patent Nr. 21037/'89 beschriebenen
Legierung beträgt der Ni-Gehalt nur 28,0–32,0 %, doch wird eine große
Menge Co im Bereich von 8,0–18,0 % zugegeben. Daher wird offenbart, dass
deren durchschnittlicher Wärmeausdehnungskoeffizient in einem Temperaturbereich
von 30 °C bis 500 °C den niedrigen Wert von nicht größer als
7,5 × 10–6/°C zeigt. Jedoch enthält diese Legierung
kein Element, das zur Verbesserung von Hochtemperaturfestigkeit und Oxidationsbeständigkeit
bei 500 °C dient und sie kann daher keine hohe Festigkeit bei einer hohen Temperatur
der Größenordnung von 500 °C erreichen.
Die in dem offengelegten japanischen Patent Nr. 60255/'88 beschriebene
Legierung enthält 29–33 % Ni und 4,5–6,5 % Co. Jedoch ist deren
durchschnittlicher Wärmeausdehnungskoeffizient bis zu einer hohen Temperatur
der Größenordnung von 500 °C aufgrund eines geringen Ni-Gehalts unzureichend
hoch. Darüber hinaus wird 1,0 bis 2,7 % C zugegeben, um die Zerspanbarkeit,
wobei der Zerspanungsgenauigkeit Bedeutung zugemessen wird, zu verbessern, so dass
eine große Menge von kugelförmigem Graphit ausgeschieden wird. Nicht nur
die Ausscheidung einer großen Menge kugelförmigen Graphits verursacht
eine Verringerung der Festigkeit auf der anderen Seite, sondern die Zugabe einer
großen Menge C erhöht auch den Wärmeausdehnungskoeffizienten bis
zu einer hohen Temperatur (500 °C). Die in JP-A-07-228947 offenbarte Legierung
enthält bis zu 42 % Ni, wenig Cr und Co und ferner Festigkeit induzierende
Elemente.
Offenbarung der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Gussstahls,
der sowohl einen niedrigen durchschnittlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten
in einem Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C und hohe Festigkeit als
auch gute Oxidationsbeständigkeit bei etwa 500 °C, die für ringförmige
Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen erforderlich sind, aufweist und daher zur Bildung ringförmiger
Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen geeignet ist. Um eine ausreichende Festigkeit in einem Temperaturbereich,
der sich von gewöhnlicher Temperatur bis etwa 500 °C erstreckt, zu erreichen
und um den Wärmeausdehnungskoeffizienten in einem Temperaturbereich von 20
°C bis 500 °C niedrig zu halten, führten die Erfinder der vorliegenden
Erfindung Untersuchungen an verschiedenen Legierungselementen und deren Gehalten
durch. Infolgedessen wurde ermittelt, dass eine Erhöhung des Wärmeausdehnungskoeffizienten
durch Einarbeiten geeigneter Mengen von Ni und Co verhindert werden kann, eine hervorragende
Festigkeit auch bei Temperaturen der Größenordnung von 500 °C durch
Einarbeiten geeigneter Mengen von C und Cr erhalten werden kann und darüber
hinaus eine Verringerung der Hochtemperaturfestigkeit durch Zugabe geeigneter Mengen
von Elementen wie S, Mg und Al unterdrückt werden kann. Diese Erkenntnis machte
es möglich, hohe Festigkeit bei 500 °C mit einem geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten
in einem Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C zu kombinieren, was zum
Erreichen der vorliegenden Erfindung führte.
Daher betrifft die vorliegende Erfindung einen Gussstahl hoher Festigkeit
und geringer Wärmeausdehnung, der – auf der Basis von Masseprozent –
0,1 bis 0,8 % C, 0,1 bis 1,0 % Si, 0,1 bis 1,0 % Mn, 0,01 bis 0,1 % S, mehr als
40 % und bis zu 50 % Ni, nicht mehr als 4 % (einschließlich 0 %) Co, mehr als
1,5 % und bis zu 4 % Cr, 0,01 bis 0,1 % Al und 0,001 bis 0,1 Mg umfasst, wobei der
Rest im wesentlichen Fe ist. Dieser Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung
ist vorzugsweise dadurch gekennzeichnet, dass dessen durchschnittlicher Wärmeausdehnungskoeffizient
in einem Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C nicht größer
als 10,5 × 10–6/°C ist.
Darüber hinaus ist der im Vorhergehenden genannte Gussstahl hoher
Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung vorzugsweise dadurch gekennzeichnet,
dass dessen 0,2-%-Dehngrenze bei 500 °C nicht weniger als 120 MPa beträgt
und ferner dessen Oxidationsgewichtszunahme nach Erhitzen bei 500 °C während
100 h nicht mehr als 10 g/m2 beträgt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung kann der im Vorhergehenden
genannte Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung zur Bildung
ringförmiger Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen verwendet werden.
Die vorliegende Erfindung wird im folgenden detaillierter beschrieben.
Zu allererst ist das hervorstechendste Merkmal der vorliegenden Erfindung
eine chemische Zusammensetzung, die hervorragende geringe Wärmeausdehnungseigenschaften
auch in einem Hochtemperaturbereich bis 500 °C zeigt und darüber
hinaus einen geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten und hervorragende Festigkeit
auch bei Temperaturen der Größenordnung von 500 °C zeigt. Verschiedene
Elemente, die in der vorliegenden Erfindung spezifiziert sind, und deren Gehaltsbereiche
sind im folgenden beschrieben. In der vorliegenden Erfindung ist der Gehalt an verschiedenen
Elementen als Massenprozent, bezogen auf die Legierungsmasse, falls nicht anders
angegeben, ausgedrückt.
C: 0,1–0,8
C hat die Wirkung des Übergehens in einen Mischkristall in der
Matrix einer Legierung und dadurch Erhöhen der Festigkeit der Legierung. Wenn
der Gehalt an C weniger als 0,1 % beträgt, ist dessen festigkeitserhöhende
Wirkung unzureichend. Wenn der Gehalt an C größer als 0,8 % ist, ist nicht
nur der Wärmeausdehnungskoeffizient des Legierungsgussstahls erhöht, sondern
auch dessen Festigkeit aufgrund einer Zunahme von ausgeschiedenem Graphit verringert.
Folglich liegt der Gehalt an C vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 0,8 %.
Si: 0,1–1,0
Um Desoxidationseigenschaften und Gießbarkeit zu verbessern,
ist es notwendig, mindestens 0,1 % Si zuzugeben. Wenn jedoch der Gehalt an Si 1,0
% übersteigt, ist der Wärmeausdehnungskoeffizient erhöht. Folglich
liegt der Gehalt an Si vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 1,0 %.
Mn: 0,1–1,0
Ähnlich Si wird Mn zugegeben, um Desoxidationseigenschaften und
Gießbarkeit zu verbessern. Entsprechend muss der Gehalt an Mn mindestens 0,1
% betragen. Wenn jedoch Mn in einer Menge von mehr als 1,0 % zugegeben wird, ist
der Wärmeausdehnungskoeffizient erhöht. Folglich liegt der Gehalt an Mn
vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 1,0 %.
S: 0,01–0,1
S kombiniert mit Mg unter Bildung von MgS, es spielt eine Rolle beim
Impfen durch Bildung von Keimen für kugelförmigen Graphit und es ist daher
zur Unterdrückung einer Verringerung der Festigkeit wirksam. Wenn jedoch der
Gehalt an S weniger als 0,01 % beträgt, werden keine Keime für kugelförmigen
Graphit gebildet und Graphit scheidet sich vorzugsweise an Korngrenzen aus, was
zu einer deutlichen Verringerung der Festigkeit führt. Daher muss die Untergrenze
von S 0,01 % betragen. Wenn jedoch S in einer großen Menge von mehr als 0,1
% zugegeben wird, bilden sich grobe Sulfide von Mn und Cr an Korngrenzen, was zu
einer Verringerung der Festigkeit und Duktilität führt. Entsprechend liegt
der Gehalt an S vorzugsweise im Bereich von 0,01 bis 0,1 %.
Ni: mehr als 40 % und bis zu 50
Ni ist das wichtigste Element zur Steuerung des Wärmeausdehnungskoeffizienten
in der vorliegenden Erfindung. Wenn der Gehalt an Ni ansteigt, wird die Oxidationsbeständigkeit
der Legierung verbessert. Wenn andererseits der Gehalt an Ni 40 oder weniger beträgt,
ist der magnetische Umwandlungspunkt verringert und daher wird der durchschnittliche
Wärmeausdehnungskoeffizient im Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C
übermäßig hoch. Folglich verändern sich, wenn ein Gussstahl
mit einem Ni-Gehalt von 40 % oder weniger in Anwendungen, die niedrige Wärmeausdehnungseigenschaften
bis 500 °C erfordern, wie ringförmige Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe
und Verschlussringrückhaltevorrichtungen von Gasturbinen, verwendet wird, die
Zwischenräume zwischen Schaufeln und Schaufelringen und zwischen Verschlussleitblechen
und Verschlussringrückhaltevorrichtungen beträchtlich, wobei eine Beeinträchtigung
der Eigenschaften bewirkt wird.
Im Gegensatz wird, wenn der Gehalt an Ni 50 % übersteigt, der
magnetische Umwandlungspunkt 500 °C übersteigen und darüber hinaus
der durchschnittliche Wärmeausdehnungskoeffizient im Temperaturbereich von
20 °C bis zum magnetischen Umwandlungspunkt stark erhöht. Folglich ändern
sich, wenn ein Gussstahl mit einem Ni-Gehalt von mehr als 50 % in Anwendungen, die
niedrige Wärmeausdehnungseigenschaften bis 500 °C erfordern, beispielsweise
ringförmige Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, verwendet wird, die Zwischenräume von ringförmigen Komponenten
zwischen Schaufeln und Schaufelringen von Gasturbinen und zwischen Verschlussleitblechen
und Verschlussringrückhaltevorrichtungen beträchtlich, wobei eine Beeinträchtigung
der Eigenschaften bewirkt wird. Entsprechend beträgt der Gehalt
an Nickel vorzugsweise mehr als 40 % und bis zu 50 %.
Co: nicht mehr als 4 % (einschließlich 0 %)
Co ist ein Element, das zu einer Verringerung des Wärmeausdehnungskoeffizienten
beiträgt und Co ist wirksamer als Ni zur Verringerung des Wärmeausdehnungskoeffizienten.
Jedoch kann, auch wenn Co in einer übermäßigen Menge von mehr als
4 % zugegeben wird, kein zusätzliche unterdrückende Wirkung auf den Wärmeausdehnungskoeffizienten
erwartet werden. Darüber hinaus bewirkt, da Co ein kostenaufwendiges Element
ist, die Zugabe einer großen Menge Co eine Erhöhung der Produktionskosten.
Entsprechend beträgt der Gehalt an Co vorzugsweise nicht mehr als 4 %.
Wenn der Gehalt an Ni nahe dessen in der vorliegenden Erfindung spezifizierten
Obergrenze liegt, kann eine weitere Zugabe von Co den Wärmeausdehnungskoeffizienten
erhöhen und zu einem schlechten Zwischenraum führen. Folglich ist es möglich,
dass kein Co zugegeben wird (0 %).
Cr: mehr als 1,5 % und bis zu 4
Cr ist das Element, das zur Verbesserung von Hochtemperaturfestigkeit
und Oxidationsbeständigkeit in dem Gusstahl der vorliegenden Erfindung am wirksamsten
ist. Insbesondere ist im Hinblick auf die Hochtemperaturfestigkeit, wenn ein Gussstahl
mit einem Cr-Gehalt von 1,5 % oder weniger in Anwendungen, die hohe Festigkeit im
Hochtemperaturbereich der Größenordnung von 500 °C erfordern, wie
ringförmige Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, verwendet wird, die Hochtemperaturfestigkeit unzureichend und daher
bewirkt langzeitiges Einwirken einer hohen Temperatur auf diese eine beträchtliche
Verformung. Infolgedessen ändern sich die Zwischenräume zwischen Schaufeln
und Schaufelringen und zwischen Verschlussleitblechen und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
beträchtlich, wobei eine Beeinträchtigung der Eigenschaften bewirkt wird.
Entsprechend muss Cr in einer Menge von mehr als 1,5 % zugegeben werden. Wenn andererseits
Cr in einer Menge von mehr als 4 % zugegeben wird, erhöht sich der durchschnittliche
Wärmeausdehnungskoeffizient in einem Temperaturbereich von 20 °C bis 500
°C stark. Folglich ändert sich, wenn ein derartiger Gussstahl in Anwendungen,
die niedrige Wärmeausdehnungseigenschaften bis 500 °C erfordern, wie ringförmige
Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, verwendet wird, die Zwischenräume zwischen Schaufeln und Schaufelringen
und zwischen Verschlussleitblechen und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
beträchtlich, wobei eine Beeinträchtigung der Eigenschaften bewirkt wird.
Entsprechend beträgt der Gehalt an Cr vorzugsweise mehr als 1,5 % und bis zu
4 %.
Mg: 0,001 bis 0,1
Indem Mg zum Zwecke des Impfens für Graphit zugegeben wird, hat
es die Wirkung der Cooperation mit S und Al unter Unterdrücken einer Verringerung
der Festigkeit. Mg ergibt entweder allein oder in einer mit S kombinierten Form
(d.h. MgS) Keime zur Ausscheidung von kugelförmigem Graphit und es ist sehr
wirksam im Hinblick auf eine Unterdrückung der bevorzugten Korngrenzenausscheidung
von Graphit, die für eine deutliche Verringerung der Festigkeit verantwortlich
ist. Daher muss Mg in einer Menge von mindestens 0,001 % zugegeben werden. Wenn
jedoch der Gehalt an Mg 0,1 % übersteigt, bildet es eine große Menge an
Einschlüssen des MgO-Typs und es produziert Gießdefekte, die zu der Möglichkeit
führen, dass die Gießbarkeit der Legierung verschlechtert wird. Entsprechend
liegt der Gehalt an Mg vorzugsweise im Bereich von 0,001 bis 0,1 %.
Al: 0,01 bis 0,1
Indem Al zum Zwecke der Desoxidation zugegeben wird, hat es die Wirkung
einer Cooperation mit S und Mg unter Unterdrücken einer Verringerung der Festigkeit.
Wenn der Gehalt an Al weniger als 0,01 % beträgt, ist dessen Desoxidationswirkung
unzureichend und daher kombiniert Mg, das zur Bereitstellung von Keimen für
kugelförmigen Graphit dient, mit 0. Dies hemmt nicht nur dessen Impfwirkung
auf Graphit, sondern es beschleunigt auch die Korngrenzenausscheidung von Graphit,
was zu einer deutlichen Verringerung der Festigkeit der Legierung bei gewöhnlicher
Temperatur und hoher Temperatur führt. Wenn der Gehalt an Al jedoch 0,1 % übersteigt,
wird eine große Menge an Einschlüssen in ungünstiger Weise gebildet,
wobei eine große Menge an Gießdefekten produziert wird. Daher liegt der
Gehalt an Al vorzugsweise im Bereich von 0,01 bis 0,1 %.
Obwohl die in der vorliegenden Erfindung spezifizierte Elementzusammensetzung
und die Gehaltsbereiche verschiedener Elemente oben beschrieben
wurden, können die folgenden Elemente ebenfalls in einem derartigen Ausmaß,
dass die Eigenschaften geringer Wärmeausdehnung und hoher Festigkeit nicht
beeinträchtigt werden, zugegeben werden.
Ferner ist der Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung
der vorliegenden Erfindung vorzugsweise dadurch gekennzeichnet, dass dessen durchschnittlicher
Wärmeausdehnungskoeffizient im Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C
nicht mehr als 10,5 × 10–6/° C beträgt, dessen
0,2-%-Dehngrenze bei 500 °C nicht weniger als 120 MPa beträgt und dessen
Oxidationsgewichtszunahme nach Erhitzen bei 500 °C während 100 h nicht
mehr als 10 g/m2 beträgt. Jede dieser Eigenschaften wird im folgenden
erklärt.
Zu allererst wird gewünscht, dass, auch wenn der Gussstahl hoher
Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung der vorliegenden Erfindung in Anwendungen
wie ringförmigen Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, die in einem Hochtemperaturbereich der Größenordnung
von 500 °C verwendet werden, verwendet wird, dessen Wärmeausdehnungseigenschaften
auf einem ausreichend niedrigen Niveau gehalten werden.
Beispielsweise umfassen die im Vorhergehenden genannten ringförmigen
Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen drei Typen: diejenigen mit einer Betriebstemperatur von hauptsächlich
200 °C oder weniger, diejenigen, die einem Betrieb bei Temperaturen bis 350
°C widerstehen können und diejenigen, die einem Betrieb bei Temperaturen
bis 500 °C widerstehen können. In diesem Fall ist es erforderlich, dass
die Zwischenräume zwischen Schaufeln und Schaufelringen und zwischen Verschlussleitblechen
und Verschlussringrückhaltevorrichtungen in jedem Betriebstemperaturbereich
fast konstant gehalten werden sollten, und es ist auch gewünscht, dass die
Zwischenräume zwischen Schaufeln und Schaufelringen und zwischen Verschlussleitblechen
und Verschlussringrückhaltevorrichtungen klein sind. Diese Anforderungen können
zufrieden stellend erfüllt werden, wenn der durchschnittliche Wärmeausdehnungskoeffizient
im Temperaturbereich von 20 °C bis 500°C nicht größer als 10,5
× 10–6/°C ist. Entsprechend wird in der vorliegenden
Erfindung spezifiziert, dass deren durchschnittlicher Wärmeausdehnungskoeffizient
im Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C vorzugsweise nicht größer
als 10,5 × 10–6/°C sein sollte.
Wenn die in der vorliegenden Erfindung spezifizierten niedrigen Wärmeausdehnungseigenschaften,
die dadurch gekennzeichnet sind, dass der durchschnittliche Wärmeausdehnungskoeffizient
im Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C vorzugsweise nicht größer
als 10,5 × 10–6/°C beträgt, erreicht werden, kann
eine derartige Legierung auch in zufriedenstellender Weise für ringförmige
Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, die eine Betriebstemperatur von 200 °C oder 350 °C aufweisen,
verwendet werden.
Es wird auch gewünscht, dass, auch wenn der Gussstahl hoher Festigkeit
und geringer Wärmeausdehnung der vorliegenden Erfindung in Anwendungen wie
ringförmigen Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen, die in einem Hochtemperaturbereich der Größenordnung
von 500 °C verwendet werden, verwendet wird, dieser eine ausreichend hohe Festigkeit
zeigt. Beispielsweise neigen die im Vorhergehenden genannten ringförmigen Komponenten
zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen von
Gasturbinen zu einer plastischen Verformung oder Kriechverformung, wenn die Temperatur
auf 500 °C gestiegen ist, und das langzeitige Einwirken einer hohen Temperatur
auf diese kann eine Veränderung des Zwischenraums bewirken und zu einem Kontaktrisiko
führen. Aus diesem Grund ist eine hohe Festigkeit (Dehngrenze) erforderlich.
Entsprechend wird in der vorliegenden Erfindung spezifiziert, dass deren 0,2-%-Dehngrenze
bei 500 °C nicht weniger als 120 MPa betragen sollte.
Wenn der Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung
der vorliegenden Erfindung in Anwendungen wie ringförmigen Komponenten zur
Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen von Gasturbinen,
die im Hochtemperaturbereich der Größenordnung von 500 °C verwendet
werden, verwendet wird, wird eine geringe OXidationsgewichtszunahme zusätzlich
zu den oben beschriebenen Anforderungen der Eigenschaften einer geringen Wärmeausdehnung
und hohen Festigkeit besonders gewünscht. Beispielsweise wird,
wenn der Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung der vorliegenden
Erfindung zur Bildung von ringförmigen Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe
und Verschlussringrückhaltevorrichtungen von Gasturbinen verwendet wird, auf
der Oberfläche durch Erhitzen und Halten derselben bei 500 °C Oxidzunder
gebildet. Es ist erforderlich, dass derartiger Oxidzunder stabil, dicht und schwer
abzulösen ist. Wenn eine große Menge Oxidzunder während Erhitzen
bei 500 °C gebildet wird und sich dann leicht ablöst, werden die Zwischenräume
zwischen Schaufeln und Schaufelringen und zwischen Verschlussleitblechen und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
in unerwünschter Weise erhöht. Als Kriterium zur Beurteilung der Adhäsion
von derartigem Oxidzunder ermittelten die Erfinder der vorliegenden Erfindung, dass,
wenn die Oxidationsgewichtszunahme einer Legierung nach der Durchführung eines
Oxidationsbeständigkeitstests durch Erhitzen bei 500 °C während 100
h nicht mehr als 10 g/m2 beträgt, die Legierung ausreichende Oxidationsbeständigkeit
aufweist und das Problem von Zwischenräumen zwischen Schaufeln und Schaufelringen
und zwischen Verschlussleitblechen und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
kontrolliert werden kann. Daher spezifizierten die Erfinder der vorliegenden Erfindung,
dass deren Oxidationsgewichtszunahme nach Erhitzen bei 500 °C während
100 h vorzugsweise nicht größer als 10 g/m2 sein sollte.
Wie oben beschrieben zeigt der Gussstahl hoher Festigkeit und geringer
Wärmeausdehnung der vorliegenden Erfindung hervorragende niedrige Wärmeausdehnungseigenschaften
auch in einem Temperaturbereich bis zu 500 °C und er zeigt darüber hinaus
eine hervorragende Festigkeit bei Temperaturen der Größenordnung von 500
°C. Folglich ist es besonders günstig, den Gussstahl hoher Festigkeit
und geringer Wärmeausdehnung der vorliegenden Erfindung zur Bildung von ringförmigen
Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen zu verwenden, da eine Veränderung der Zwischenräume zwischen
Schaufeln und Schaufelringen und zwischen Verschlussleitblechen und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
unterdrückt werden kann.
Als besonders günstige Anwendung wurde der Gussstahl hoher Festigkeit
und geringer Wärmeausdehnung der vorliegenden Erfindung oben im Zusammenhang
mit ringförmigen Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen beschrieben. Jedoch kann der Gusstahl hoher Festigkeit und geringer
Wärmeausdehnung der vorliegenden Erfindung auch in anderen Anwendungen, die
niedrige Wärmeausdehnungseigenschaften bis 500 °C und hohe Festigkeit
in einem Hochtemperaturbereich der Größenordnung von 500 °C erfordern,
wie Verschlussringen und -bolzen, verwendet werden.
Testbeispiele
Jeder der erfindungsgemäßen Legierungsgussstähle Nr.
1–8, Vergleichslegierungsgussstähle Nr. 11–15 und herkömmlichen
Legierungsgussstähle Nr. 21 und 22 wurde mit einem Gewicht von 10 kg erschmolzen.
Die gebildete Schmelze wurde in eine Sandform der Abmessungen von etwa 100 mm ×
100 mm × 100 mm gegossen und durch Abkühlen in der Form verfestigt. Deren
chemische Zusammensetzungen sind in Tabelle 1 angegeben.
Der hergestellte Vergleichslegierungsgussstahl Nr. 11 ist eine Legierung
mit einem niedrigeren Ni-Gehalt und keiner Cr-Zugabe im Vergleich zu den erfindungsgemäßen
Legierungsgussstählen. Nr. 12 weist einen niedrigeren Ni-Gehalt im Vergleich
zu den erfindungsgemäßen Legierungsgussstählen auf. Nr. 14 weist
keine Cr-Zugabe im Vergleich zu den erfindungsgemäßen Legierungsgussstählen
auf. Nr. 15 weist einen höheren Ni-Gehalt im Vergleich zu den erfindungsgemäßen
Legierungsgussstählen auf. Nr. 13 weist niedrigere Al- und Mg-Gehalte im Vergleich
zu den erfindungsgemäßen Legierungsgusstählen auf. Der herkömmliche
Legierungsgussstahl Nr. 21 entspricht SCS1 und Nr. 22 entspricht SCPH21.
Prüflingsmaterialien wurden aus den hergestellten Legierungsgussstählen
erhalten. Für die erfindungsgemäßen Legierungsgussstähle und
die Vergleichslegierungsgussstähle wurde jedes Prüflingsmaterrial durch
Halten desselben bei 700 °C während 3 h und dann Luftkühlen desselben
wärmebehandelt. Für den herkömmlichen Legierungsgussstahl Nr. 21,
der SCS1 entspricht, wurde das Prüflingsmaterial durch Halten desselben bei
980 °C während 1 h und dann Ölkühlen desselben abgeschreckt
und anschließend durch Halten desselben bei 700 °C während
2 h und dann Luftkühlen desselben angelassen. Für den Legierungsgussstahl
Nr. 22, der SCPH21 entspricht, wurde das Prüflingsmaterial durch Halten desselben
bei 950 °C während 1 h und dann Ölkühlen desselben abgeschreckt
und anschließend durch Halten desselben bei 700 °C während 2 h und
dann Luftkühlen desselben angelassen.
Zur Ermittlung des durchschnittlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten
wurde ein Prüfling mit einem Durchmesser von 5 mm und einer Länge von
20 mm mit einem Differentialthermodilatometer vermessen. Auf diese Weise wurden
die durchschnittlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten in mehreren Temperaturbereichen,
die sich von 20 °C bis zur angegebenen Temperatur erstreckten, bestimmt. Ein
Zugtest bei 500 °C wurde durch Herstellen eines Prüflings mit einer Parallelbereichslänge
von 25,4 mm und einem Parallelbereichsdurchmesser von 6,35 mm entsprechend einem
ASTM-Standard durchgeführt. Ein Oxidationsbeständigkeitstest wurde durch
Erhitzen eines Prüflings mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Länge
von 15 mm an Luft bei 350 °C oder 500 °C während 100 h und Bestimmen
der Gewichtsveränderung pro Oberflächeneinheit (d.h. Oxidationsgewichtszunahme)
aus der Differenz des Gewichts des Prüflings vor und nach dem Test durchgeführt.
Die durchschnittlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten in mehreren
Temperaturbereichen, die sich von 20 °C bis zur angegebenen Temperatur erstrecken,
die Ergebnisse von Oxidationsbeständigkeitstest bei 350 °C und 500 °C
und die Ergebnisse von Zugtests bei 500 °C sind in Tabelle 2 angegeben.
Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, dass in Bezug auf die erfindungsgemäßen
Legierungsgussstähle deren durchschnittliche Wärmeausdehnungskoeffizienten
in dem Größenbereich von 20 °C bis 500 °C einen Wert von nicht
größer als 10,5 × 10–6/°C zeigen und daher
zufriedenstellend sind. Jedoch wird unter den erfindungsgemäßen Legierungsgussstählen
eine leichte Verringerung des Wärmeausdehnungskoeffizienten bei Nr. 1 mit einem
niedrigeren Mn-Gehalt beobachtet und eine deutliche Verringerung des Wärmeausdehnungskoeffizienten
bei Nr. 1 mit einem niedrigeren Co-Gehalt beobachtet. Daher ist ersichtlich, dass
eine Verringerung des Cr- oder Mn-Gehalts zur Verringerung des Wärmeausdehnungskoeffizienten
wirksam ist. Andererseits zeigen unter den Vergleichslegierungen sowohl Nr. 12 mit
einem Ni-Gehalt, der niedriger als der Bereich der vorliegenden Erfindung ist, und
Nr. 15 mit einem Ni-Gehalt, der höher als der Bereich der vorliegenden Erfindung
ist, einen hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten, der 10,5 × 10–6/°C
übersteigt. Daher ist ersichtlich, dass ein übermäßig hoher
oder niedriger Ni-Gehalt eine Erhöhung des Wärmeausdehnungskoeffizienten
bewirkt.
Darüber hinaus zeigen die herkömmlichen Legierungen Nr.
21 (die SCS1 entspricht) und Nr. 22 (die SCPH21 entspricht) einen hohen Wert von
11,9 × 0–6/°C bzw. 13,6 × 10–6/°C.
Im Hinblick auf die erfindungsgemäßen Legierungsgussstähle,
in denen C und Cr, die eine festigkeitsverbessernde Wirkung aufweisen, zugesetzt
sind, und Al, Mg und S kontrolliert entsprechend einer Unterdrückung der Verringerung
der Festigkeit zugesetzt sind, zeigen deren Festigkeiten (oder die 0,2-%-Dehngrenzen)
bei 500 °C alle einen Wert von nicht weniger als 120 MPa und sie sind daher
zufriedenstellend. Andererseits weisen unter den Vergleichslegierungsgussstählen
Nr. 11, Nr. 13 und Nr. 14, die gute Wärmeausdehnungseigenschaften (d.h. einen
Wert von nicht größer als 10,5 × 10–6/°C)
zeigen, alle eine niedrige Dehngrenze bei hoher Temperatur auf. Die Ursache für
die niedrigen Dehngrenzen bei hoher Temperatur von Nr. 11 und Nr. 14 ist der Mangel
an Cr. Der Legierungsgussstahl Nr. 13 weist eine deutlich schlechte Festigkeit auf
und der Grund hierfür besteht darin, dass zusätzlich zum Mangel an Cr
Mg mit Impfwirkung und Al, das dessen Impfwirkung fördert, im wesentlichen
nicht vorhanden sind. Im Hinblick auf die erfindungsgemäßen Legierungsgussstähle,
in denen Ni und Cr mit der Wirkung einer Verbesserung der Oxidationsbeständigkeit
in ausreichenden Mengen zugesetzt sind, zeigt deren Oxidationsbeständigkeit
bei 500 °C einen sehr guten Wert von nicht größer als 10 g/m2.
Andererseits zeigen im Hinblick auf die Oxidationsbeständigkeit bei 500 °C
der Vergleichslegierungsgussstähle Nr. 11, 13 und 14 mit unzureichenden Gehalten
an Ni und Cr eine hohe Oxidationsgewichtszunahme und die Gewichtszunahme von Nr.
11 ist größer als 10 g/m2. Darüber hinaus zeigt der herkömmliche
Legierungsgussstahl Nr. 21 (SCS1) ausreichende Oxidationsbeständigkeit, da
er 12,5 % Cr enthält. Jedoch zeigt Nr. 22 (SCPH21) eine große Oxidationsgewichtszunahme,
da die Gehalte an Elementen (beispielsweise Cr), die zur Oxidationsbeständigkeit
beitragen, niedrig sind.
Aus den oben beschriebenen Ergebnissen ist ersichtlich, dass in den
erfindungsgemäßen Legierungsgussstählen, die Gussstähle hoher
Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung gemäß der vorliegenden Erfindung
sind, deren durchschnittliche Wärmeausdehnungskoeffizienten im Temperaturbereich
von 20 °C bis 500 °C niedriger als die von martensitischen wärmebeständigen
Gussstählen sind und deren Hochtemperaturfestigkeit und Oxidationsbeständigkeit
bei 500 °C zufriedenstellend sind.
Wie oben beschrieben sind die erfindungsgemäßen Legierungsgussstähle,
da sie eine niedrige Wärmeausdehnung bis 500 °C zeigen und eine hervorragende
Festigkeit im Temperaturbereich der Größenordnung von 500 °C aufweisen,
zur Bildung ringförmiger Komponenten zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen
von Gasturbinen sehr geeignet.
In den erfindungsgemäßen Legierungsgussstählen können
niedrige Wärmeausdehnungseigenschaften durch Einarbeiten geeigneter Mengen
von Ni und Co erreicht werden, die Hochtemperaturfestigkeit bei Temperaturen der
Größenordnung von 500 °C durch Einarbeiten geeigneter Mengen C und
Cr verstärkt werden und darüber hinaus eine Verringerung der Festigkeit
durch die Zugabe geeigneter Mengen von Elementen wie S, Mg und Al unterdrückt
werden. Folglich können die Legierungen der vorliegenden Erfindung gewünschte
Eigenschaften, die eine hervorragende Hochtemperaturfestigkeit bei 500 °C und
eine niedrige Wärmeausdehnung im Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C
umfassen, kombinieren und sie sind daher zur Bildung ringförmiger Komponenten
zur Verwendung als Schaufelringe und Verschlussringrückhaltevorrichtungen von
Gasturbinen sehr gut geeignet.
Anspruch[de]
Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung, der –
auf der Basis von Massesprozent – 0,1 bis 0,8 % C, 0,1 bis 1,0 % Si, 0,1
bis 1,0 % Mn, 0,01 bis 0,1 % S, mehr als 40 und bis zu 50 % Ni, nicht mehr als 4
% (einschließlich 0 %) Co, mehr als 1,5 % und bis zu 4 % Cr, 0,01 bis 0,1 %
Al und 0,001 bis 0,1 % Mg, optional ≤ 0,01 % P, ≤ 0,02 % Ca, ≤
1,0 Mo, ≤ 1,0 % W und % 1,0 % Cu umfasst, wobei der Rest Eisen und beiläufige
Verunreinigungen sind.Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung gemäß
Anspruch 1, wobei dessen durchschnittlicher Wärmeausdehnungskoeffizient
in einem Temperaturbereich von 20 °C bis 500 °C nicht mehr als 10,5 ×
10–6/°C beträgt.Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung gemäß
Anspruch 1, wobei dessen 0,2-%-Dehngrenze bei 500 °C nicht weniger als 120
MPa beträgt.Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung gemäß
Anspruch 1, wobei dessen Oxidationsgewichtszunahme nach Erhitzen bei 500 °C
während 100 h nicht mehr als 10 g/m2 beträgt.Ringförmige Komponente zur Verwendung als Schaufelring einer Gasturbine,
wobei die Komponente aus einem Gussstahl hoher Festigkeit und geringer Wärmeausdehnung
gemäß Anspruch 1 gebildet ist.Ringförmige Komponente zur Verwendung als Verschlusssringrückhaltevorrichtung
einer Gasturbine, wobei die Komponente aus einem Gussstahl hoher Festigkeit und
geringer Wärmeausdehnung gemäß Anspruch 1 gebildet ist.