Diese Erfindung betrifft ein Kupferlegierungsblech, das als bzw. für
elektronische Teile und insbesondere als bzw. für Teile wie z.B. Anschlüsse/Verbindungselemente,
Schalter, Relais, Anschlusskammstreifen bzw. Systemträger und dergleichen geeignet
ist. Das erfindungsgemäße Kupferlegierungsblech weist hervorragende mechanische
Eigenschaften und eine hervorragende elektrische Leitfähigkeit auf und ist
somit für die vorstehend genannten Zwecke geeignet. Darüber hinaus weist
das Legierungsblech gute Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften und
eine gute Biegeformbarkeit auf, wodurch das Legierungsblech bei der Verwendung für
elektronische Teile, wie z.B. Anschlüsse/Verbindungselemente, Schalter, Relais,
Anschlusskammstreifen bzw. Systemträger und dergleichen, die verkleinert werden
müssen und in einer Hochtemperaturumgebung angeordnet werden, eine bessere
Leistung zeigt.
Bisher wurden für elektronische Teile, wie z.B. Anschlüsse/Verbindungselemente,
Kupferlegierungen einschließlich Messing (C26000), Phosphorbronzen (C5111,
C5191, C5212, C5210), eine Cu-Sn-Fe-P-Legierung (C50715) und dergleichen verwendet.
In den vergangenen Jahren wurden auch Kupferlegierungen wie z.B. Cu-Ni-Sn-P-Legierungen,
Cu-Ni-Si-Zn-Sn (-Ca-Pb) -Legierungen, Cu-Ni-Si-Mg (-Zn) und dergleichen verwendet.
Patentdokumente, die Kupferlegierungen betreffen, die zu Legierungen des gleichen
Typs wie das erfindungsgemäße Kupferlegierungsblech gehören und Ni
und Si enthalten, umfassen z.B. die japanischen Patentanmeldungsoffenlegungsschriften
Nr. Hei 9-209061, Hei 8-319527, Hei 8-225869, Hei 7-126779, Hei 7-90520, Hei 7-18356,
Hei 6-184681, 6-145847, 6-41660, Hei 5-59468, Hei 2-66130 und Sho 61-250134, und
die japanische Patentoffenlegungsschrift Nr. Sho 62-31060. Insbesondere beschreibt
US 4,594,221 eine Legierung auf Cu-Ni-Si-Basis,
der etwa 0,05 bis 0,45 Gew.-% Mg zugesetzt werden. Eine solche Kupferbasis weist
eine verbesserte Kombination aus Bruchfestigkeit und elektrischer Leitfähigkeit
auf. Die besten Biegeformbarkeitswerte, die für ein 90°-Biegen gemessen
werden, werden bei der Implementierung eines Anlassschritts bei einer Temperatur
von etwa 750°C bis etwa 950°C festgestellt.
Bei der in letzter Zeit stattfindenden Entwicklung der Elektronik
besteht eine Tendenz dahingehend, dass elektronische Teile, wie z.B. Anschlüsse
und Verbindungselemente, verkleinert werden, für welche eine verbesserte Zuverlässigkeit
verlangt worden ist. Dies wird z.B. mit Anschlüssen veranschaulicht, die in
dem Gebiet der Automobile verwendet werden. Für die Zwecke der Sicherstellung
eines Unterbringungsraums, der Verbesserung von Unterbringungseigenschaften und
aufgrund des Mangels an Übertragungskabeln (um eine Anordnung von elektronischen
Geräten in der Nähe eines Motors zur Motorsteuerung zu ermöglichen)
nimmt die Anzahl von elektronischen und elektrischen Geräten, die in einem
Motorraum montiert sind, zu. Die Zunahme der Anzahl von Geräten zur elektronischen
Steuerung und die Zunahme der Menge von Übertragungssignalen führen zu
einer Zunahme von Anschlussstiften von Kabelbäumen. Dennoch wird es erforderlich,
einen Verbindungsblock und einen Anschlusskasten in einem engen Raum anzuordnen,
wodurch die Herstellung von stärker verkleinerten und leichteren Verbindungselementen
erforderlich ist.
Bei solchen verkleinerten und leichteren Verbindungselementen wurden
für diesen Zweck Verarbeitungstechniken, wie z.B. ein 180°-Biegen bei
einem Radius von 0 und das Biegen nach dem Einkerben (d.h. ein Biegeabschnitt wird
eingekerbt und dann gebogen), wie es in der 1 gezeigt
ist, oder ein „Einkerben" eingesetzt, um die Verminderung der Steifigkeit
zu kompensieren, die durch eine Verminderung der Blech- oder Plattendicke verursacht
wird, und auch um eine hohe Abmessungsgenauigkeit sicherzustellen. Wenn vorhandene
Kupferlegierungen einer solchen Verarbeitungstechnik unterworfen werden, unterliegen
diese einer Erzeugung von feinen Rissen an dem gebogenen Abschnitt, wodurch das
Problem auftritt, dass dann, wenn der resultierende Anschluss eingesetzt wird, dessen
Zuverlässigkeit beträchtlich vermindert wird.
Bei dem Vorgang des Verbindens von Verbindungselementen ist eine Einsetzkraft
erforderlich, die als (anfängliche Kontaktkraft des Verbindungselements) ×
(Reibungskoeffizient zum Zeitpunkt des Einsetzens) × (Anschlussstiftanzahl)
ausgedrückt wird. Wenn die anfänglichen Kontaktkräfte von Anschlüssen
auf dem gleichen Niveau liegen, führt die Zunahme der Anschlussstifte zu einer
Zunahme der Einsetzkraft. Dies ist einer der Faktoren, die zu einer Erhöhung
der Ermüdung von Arbeitern beitragen, die Zusammenbauvorgänge ausführen.
Zur Verminderung der Einsetzkraft nach einer Zunahme der Anschlussstiftanzahl wurde
es erforderlich, die anfängliche Kontaktkraft von Anschlüssen im Wesentlichen
umgekehrt proportional zur Zunahme der Anschlussstiftanzahl zu vermindern. Wenn
jedoch Anschlüsse aus einem Kupferlegierungsmaterial mit der gleichen Spannungsrelaxationsrate
ausgebildet werden, ist es nicht möglich, einen Standardwert der Kontaktkraft
aufrechtzuerhalten, der für die Beibehaltung der Zuverlässigkeit zur Verwendung
als Anschluss erforderlich ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine
anfängliche Kontaktkraft eines verkleinerten Anschlusses mit einer großen
Anzahl von Anschlussstiften auf ein niedriges Niveau eingestellt wird, wodurch im
Zeitverlauf eine Spannungsrelaxation auf den Anschluss ausgeübt wird. Um somit
eine gegebene Kontaktkraft B, die im Zeitverlauf erforderlich ist,
in Anschlüssen mit einer großen Anzahl von Anschlussstiften beizubehalten,
ist eine spezifische Art von Kupferlegierungsmaterial erforderlich, das eine geringere
anfängliche Kontaktkraft (A' < A) und einen geringeren Spannungsrelaxationsgrad
(C' < C) aufweist, d.h. eine geringere Spannungsrelaxationsrate (1 – B/A'
< 1 – B/A), als diejenigen Materialien, die als Anschluss mit einer geringen
Anzahl von Anschlussstiften verwendet werden. Dies ist insbesondere in der
2 gezeigt. Darüber hinaus sollte ein solches Legierungsmaterial
eine hohe Festigkeit (Formänderungsfestigkeit) aufweisen, so dass es bei dessen
Verwendung als verkleinerter Federabschnitt eine wesentliche Kontaktkraft ausüben
kann.
Wie es aus dem Vorstehenden ersichtlich ist, sind aufgrund der Verkleinerung
von Anschlüssen Kupferlegierungsmaterialien erforderlich, die eine bessere
Biegeformbarkeit, Spannungsrelaxationsbeständigkeit und Festigkeit (Formänderungsfestigkeit)
als vorhandene Kupferlegierungen aufweisen. Insbesondere bezüglich der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
führt die höhere Leistung von Motoren zu einer höheren Temperatur
in einem Motorraum. Dies führt zu einem starken Bedarf für die Entwicklung
von Kupferlegierungen, deren Spannungsrelaxationsbeständigkeit bei hohen Temperaturen
von mehr als 150°C gut ist.
Um dem vorstehend genannten Bedarf zu genügen, wurden Versuche
bezüglich des Verarbeitungsschritts von Anschlüssen/Verbindungselementen
unter Verwendung von Kombinationen von Weichkupfer/Kupferlegierungen mit guter elektrischer
Leitfähigkeit und Formbarkeit oder Verarbeitbarkeit und von Edelstahlmaterialien
mit guter Formänderungsfestigkeit und Formbarkeit zusammen mit einer guten
Spannungsrelaxationsbeständigkeit durchgeführt. Dies führt zu dem
Problem, dass die Verarbeitungsschritte kompliziert sind und eine schlechte Wirtschaftlichkeit
aufweisen. Andererseits weisen bisher verwendete Kupferlegierungen jeweils die folgenden
Probleme auf. Die Leitfähigkeit und die Spannungsrelaxationsbeständigkeit
sind für Bronze und Phosphorbronze schlecht, die Spannungsrelaxationsbeständigkeit
ist für Cu-Sn-Fe-P-Kupferlegierungen schlecht und die Formänderungsfestigkeit
ist für Cu-Ni-Sn-P-Legierungen schlecht. Dies gilt für Cu-Ni-Si-Legierungen,
wobei z.B. Cu-2Ni-0,5Si-1Zn-0,5Sn (-Ca-Pb)-Legierungen eine schlechte Formbarkeit
und Spannungsrelaxationsbeständigkeit aufweisen und Cu-3Ni-0,65Si-0,15Mg-Legierungen
eine schlechte Formbarkeit aufweisen.
Es ist demgemäß eine Aufgabe der Erfindung, ein Legierungsmaterial
bereitzustellen, das die Probleme der Legierungen des Standes der Technik löst.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Legierungsmaterial
bereitzustellen, das eine gute Formänderungsfestigkeit, elektrische Leitfähigkeit
und gute Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften zusammen mit einer
guten Formbarkeit aufweist, die ausreichend ist, ein 180°-Biegen bei einem
Radius von 0 sicherzustellen, und das folglich zur Verwendung für elektronische
Teile, wie z.B. Anschlüsse/Verbindungselemente, Anschlusskammstreifen bzw.
Systemträger und dergleichen geeignet ist.
Wir haben intensive Untersuchungen bezüglich Cu-Ni-Si-Legierungen
durchgeführt, um die Probleme des Standes der Technik zu lösen, und als
Ergebnis gefunden, dass die vorstehend genannten Aufgaben durch geeignetes Einstellen
der Mengen von Ni, Si und Mg in Cu gegebenenfalls zusammen mit den Mengen von Zn
und Sn, und auch durch geeignetes Einstellen der durchschnittlichen Korngröße
eines Blechprodukts und auch der Größe einer intermetallischen Verbindungsausscheidung
von Ni und Si gelöst werden können.
Insbesondere stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines
Kupferlegierungsblechs bereit, angepasst zur Verwendung als bzw. für elektronische
Teile, wobei die Kupferlegierung Ni, Si, Mg umfasst, wobei der Rest Cu und unvermeidliche
Verunreinigungen ist, wobei dieses Verfahren mindestens einen Zyklus einer thermischen
Behandlung, einem Kaltwalzschritt folgend, umfasst, wobei die thermische Behandlung
unter Bedingungen einer Temperatur von 700 bis 850°C durchgeführt wird.
Erfindungsgemäß umfasst das Kupferlegierungsblech 0,4 bis
2,5 Gew.-% Ni, 0,05 bis 0,6 Gew.-% Si und 0,001 bis 0,05 Gew.-% Mg, und die thermische
Behandlung wird derart durchgeführt, um eine durchschnittliche Korngröße
in dem Blech in dem Bereich von 3 bis 20 &mgr;m und eine Größe einer
intermetallischen Verbindungsausscheidung von Ni und Si in dem Bereich von 0,3 &mgr;m
oder weniger zu erhalten, und das Kupferlegierungsblech umfasst gegebenenfalls weiter
0,01 bis 5 Gew.-% Zn, 0,01 bis 0,3 Gew.-% Sn, 0,01 bis 0,1 Gew.-% Mn, 0,001 bis
0,1 Gew.-% Cr und/oder mindestens eines von Be, Al, Ca, Ti, V, Fe, Co, Zr, Nb, Mo,
Ag, In, Pb, Hf, Ta und B in einer Gesamtmenge von bis zu 1 Gew.-%.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Kupferlegierungsblech,
das mit dem vorstehend beschriebenen Verfahren erhältlich ist.
Das Kupferlegierungsblech kann ferner 0,01 bis 5 Gew.-% Zn und/oder
0,01 bis 0,3 Gew.-% Sn umfassen. Wenn Sn vorliegt, ist es bevorzugt, dass die folgende
Gleichung erfüllt ist, wenn der Gehalt in Gew.-% von Mg durch [Mg] dargestellt
wird und der Gehalt in Gew.-% von Sn durch [Sn] dargestellt wird:
0,03 ≤ 6[Mg] + [Sn] ≤ 0,3
Ferner kann die Kupferlegierung darüber hinaus 0,01 bis 0,1 Gew.-%
Mn und/oder 0,001 bis 0,1 % Cr umfassen. Ferner kann in der Legierung mindestens
eines von Be, Al, Ca, Ti, V, Fe, Co, Zr, Nb, Mo, Ag, In, Pb, Hf, Ta und B in einer
Gesamtmenge von 1 Gew.-% oder weniger enthalten sein.
Wenn die Röntgenbeugungsintensität der {200}-Ebene in der
Oberfläche des Blechs als I{200} herangezogen wird, die Röntgenbeugungsintensität
der {311}-Ebene als I{311} herangezogen wird und die Röntgenbeugungsintensität
der {220}-Ebene als I{220} herangezogen wird, sollte vorzugsweise die folgende Gleichung
erfüllt sein:
[I{200} + I{311}]/I{220} ≥ 0,5
Darüber hinaus ist es bevorzugt, dass die Formänderungsfestigkeit
530 N/mm2 oder mehr beträgt.
1 ist eine schematische Ansicht, die das Einkerben
veranschaulicht;
2 ist eine Ansicht, die den Grund dafür veranschaulicht,
warum ein Kupferlegierungsmaterial mit einer guten Spannungsrelaxationsbeständigkeit
für einen Anschluss mit einer großen Anzahl von Anschlussstiften erforderlich
ist;
3 ist ein Graph, der die Beziehung zwischen dem Gehalt
an Mg und der Spannungsrelaxationsbeständigkeit (Restspannung) und der Biegeformbarkeit
zeigt;
4 ist ein Graph, der die Variation der Formänderungsfestigkeit
und der Biegeformbarkeit bezüglich der durchschnittlichen Korngröße
zeigt; und
5 ist ein Graph, der die Variation der Spannungsrelaxationsbeständigkeit
(Restspannung) und der Biegeformbarkeit bezüglich des Sn-Gehalts zeigt.
Die Komponenten des erfindungsgemäßen Kupferlegierungsblechs
und deren Mengen sind nachstehend beschrieben.
Ni und Si
Diese Komponenten haben einen Effekt dahingehend, dass sie eine intermetallische
Verbindung von Ni und Si in einem koexistierenden Zustand bilden können und
die Spannungsrelaxationsbeständigkeit und die Formänderungsfestigkeit
ohne beträchtliche Verminderung der elektrischen Leitfähigkeit verbessern
können. Wenn Ni < 0,4 Gew.-% und Si < 0,05 Gew.-% betragen, wird der
vorstehend genannte Effekt nicht erwartet. Wenn im Gegensatz dazu Ni > 2,5 Gew.-%
und Si > 0,6 Gew.-% betragen, vermindert sich die Biegeformbarkeit beträchtlich.
Demgemäß liegt der Ni-Gehalt im Bereich von 0,4 bis 2,5 Gew.-% und der
Si-Gehalt im Bereich von 0,05 bis 0,6 Gew.-%. Wenn die Formänderungsfestigkeit
und die Biegeformbarkeit berücksichtigt werden, ist es bevorzugt, dass der
Ni-Gehalt im Bereich von 1,5 bis weniger als 2,0 Gew.-% und der Si-Gehalt im Bereich
von 0,3 bis 0,5 Gew.-% liegt.
Es sollte beachtet werden, dass von den intermetallischen Verbindungsausscheidungen
von Ni und Si diejenigen Ausscheidungen, die zur Verbesserung der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
und der Formänderungsfestigkeit beitragen, solche sind, die eine Größe
von 0,3 &mgr;m oder weniger aufweisen. Wenn Ausscheidungen gebildet werden, deren
Größe 0,3 &mgr;m übersteigt, wird die Menge an Ausscheidungen kleiner,
die zur Verbesserung dieser Eigenschaften beitragen. Darüber hinaus besteht
eine Tendenz dahingehend, dass Ausscheidungen mit einer Größe von mehr
als 0,3 &mgr;m bei Biegeformvorgängen Risse verursachen, was zur Verschlechterung
der Biegeformbarkeit führt. Demgemäß sollte die Ausscheidungsgröße
der intermetallischen Verbindung von Ni und Si vorzugsweise 0,3 &mgr;m oder weniger
betragen. In diesem Zusammenhang werden solche Ausscheidungen dann, wenn die Größe
der intermetallischen Verbindungsausscheidung innerhalb eines Bereich von 0,3 &mgr;m
oder weniger zunimmt, beim Biegen gegen eine Gleitverformung beständig, und
folglich neigt die Gleitverformung dazu, inhomogen zu sein, wodurch die Oberfläche
faltig wird. Diesbezüglich liegt die Ausscheidungsgröße
mehr bevorzugt im Bereich von 0,2 &mgr;m oder weniger.
Mg
Mg liegt in einer Kupfermatrix in Form einer festen Lösung vor
und kann die Formänderungsfestigkeit und die Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
nur in kleinen Mengen verbessern, ohne eine beträchtliche Verminderung der
elektrischen Leitfähigkeit zu bewirken, wenn es mit der intermetallischen Verbindung
von Ni und Si koexistiert. Mit zunehmender Menge nimmt jedoch die Kaltverfestigung
zum Zeitpunkt des Biegens zu. Dies führt zur Erzeugung von Rissen an einem
gebogenen Abschnitt. Folglich ist es erforderlich, den Gehalt so festzulegen, dass
sowohl die Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften als auch die Biegeformbarkeit
bereitgestellt werden. Wenn Mg < 0,001 Gew.-% beträgt, kann kein Effekt
der Verbesserung der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften erwartet
werden. Wenn im Gegensatz dazu Mg > 0,05 Gew.-% beträgt, vermindert sich
die Biegeformbarkeit beträchtlich, wodurch ein 180°-Biegen mit einem Radius
von 0 unmöglich wird. Somit liegt der Mg-Gehalt im Bereich von 0,001 bis 0,05
Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 0,005 bis 0,02 Gew.-%.
Die 3 zeigt die Variation des Mg-Gehalts
in einer Cu-1,8%Ni-0,4%Si-Zusammensetzung bezüglich der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
(Restspannung nach dem Halten bei 160°C für 1000 Stunden und die Biegeformbarkeit).
Das Verfahren zur Herstellung von Proben, die Messung der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
bzw. das Biegetestverfahren, die hier verwendet werden, sind mit denjenigen identisch,
die in den Beispielen beschrieben sind. Durch die Untersuchung eines gebogenen Abschnitts
nach dem Biegetest wird eine Probe, die keine Risserzeugung aufweist, in dem Graph
als • angegeben, und eine Probe, die Risse aufweise, wird in dem Graph als
× angegeben. Wie es insbesondere in der 3 gezeigt
ist, wird d e Restspannung bei der Zugabe von Mg nur in sehr kleinen Mengen stark
verbessert und übersteigt 70 %, wenn der Gehalt bei 0,005 % liegt. Wenn der
Mg-Gehalt 0,02 % übersteigt, nimmt die Restspannung geringfügig zu. Risse
treten auf, wenn der Gehalt über 0,05 % liegt.
Durchschnittliche Korngröße
Es gibt viele bekannte Dokumente, welche die Beziehung zwischen der
Biegeformbarkeit und dem Korn betreffen. Die meisten davon sind bezüglich der
Messung einer Korngröße oder dahingehend, ob eine Messung nach einer Rekristallisation
durchgeführt wird oder nicht oder ob eine Messung in dem Zustand eines Endprodukts
(z.B. eines Blechs oder Streifens in einem Zustand, der nach dem Ende der Walzbehandlung
und der thermischen Behandlung als Anschluss oder Anschlusskammstreifen bzw. Systemträger
dienen kann) durchgeführt wird oder nicht, unklar. Bei der Ausführung
der Erfindung wurde eine geeignete Korngröße auf der Basis der Erkenntnis
festgelegt, dass die Biegeformbarkeit durch Einstellen eines Korngrößenwerts,
der durch eine Messung entlang einer Achse vertikal zur Oberfläche eines fertiggestellten
Kupferlegierungsblechs erhalten wird, zweckmäßig eingestellt werden kann.
Wenn die Korngröße weniger als 3 &mgr;m beträgt, wird eine gute
Biegeformbarkeit nicht erhalten. Wenn die Korngröße 20 &mgr;m übersteigt,
werden Falten auf der Obefläche so groß, dass eine Rissbildung wahrscheinlich
ist. Folglich liegt die durchschnittliche Korngröße im Allgemeinen im
Bereich von 3 bis 20 &mgr;m, vorzugsweise von 5 bis 15 &mgr;m. Es sollte beachtet
werden, dass dann, wenn eine Korngöße nach der Rekristallisation über
dem vorstehend definierten Bereich liegt, die Erzeugung von Rissen gemäß
eines nachfolgenden Bearbeitungsschritts, bei dem die Korngröße in dem
Endprodukt so eingestellt wird, dass sie im Bereich von 3 bis 20 &mgr;m liegt,
unterdrückt werden kann. Im Gegensatz dazu können dann, wenn die Korngröße
nach der Rekristallisation innerhalb eines geeigneten Bereichs (3 bis 20 &mgr;m)
liegt, Risse auftreten, wenn eine Bearbeitungsrate in einem nachfolgenden Schritt
so groß ist, dass die Korngröße in einem Endprodukt kleiner als 3
&mgr;m ist.
Das erfindungsgemäße Kupferlegierungsblech zeigt eine gute
Wärmebeständigkeit und unterliegt beim Erwärmen auf maximal etwa
350°C, wie es beim Einbau von Anschlüssen und Verbindungselementen oder
in einem Montageschritt von Halbleitern auftritt, keinerlei Strukturänderung.
Folglich wird davon ausgegangen, dass die durchschnittliche Korngröße,
Ausscheidungsgröße, kristallographische Orientierung, Formänderungsfestigkeit
und dergleichen in einem Zustand vor der Bearbeitung des Blechs gehalten werden.
Die 4 zeigt die durchschnittliche Korngröße,
die Formänderungsfestigkeit und die Biegeformbarkeit bezüglich der Variation
der Korngröße einer Legierung mit der Zusammensetzung Cu-1,8%Ni-0,4%Si-0,01%Mg.
Proben dafür werden in der gleichen Weise wie in den Beispielen hergestellt
(mit der Maßgabe, dass die thermische Behandlung nach dem Kaltwalzen bei Temperatur-
und Zeitbedingungen innerhalb von Bereichen von 675 bis 875°C und von 20 s
bis 10 min geändert wurde, und dass die Ausscheidungsbehandlung nach 30 % Kaltwalzen
bei Temperatur- und Zeitbedingungen innerhalb eines Bereichs von 450
bis 500°C und 2 Stunden geändert wurde). Die Verfahren zur Messung der
Korngröße und der Formänderungsfestigkeit und ein Biegetestverfahren
wurden jeweils in der gleichen Weise wie in den nachstehenden Beispielen durchgeführt.
Der Biegeabschnitt nach dem Biegetest wurde untersucht und eine Probe, die keiner
Risserzeugung unterliegt, wird in dem Graph als • angegeben, und eine Probe,
die einer Risserzeugung unterliegt, wird in dem Graph als × angegeben. Wie
es in der 4 gezeigt ist, liegt eine Korngröße,
die eine Formänderungsfestigkeit von 530 N/mm2 und eine gute Biegeformbarkeit
sicherstellt, im Bereich von 3 bis 20 &mgr;m. Es wird davon ausgegangen, dass
bei Proben, die eine Korngröße von weniger als 3 &mgr;m aufweisen, die
Lösungsbehandlungstemperatur nach dem Kaltwalzen niedrig ist oder die Lösungsbehandlungszeit
kurz ist, so dass die Duktilität von Körnern nicht in zufrieden stellender
Weise wiederhergestellt wird, so dass eine Verschlechterung der Biegeformbarkeit
verursacht wird. Bei Proben, deren Korngröße 20 &mgr;m übersteigt,
ist die Korngröße so groß, dass es wahrscheinlich ist, dass an Korngrenzen
zum Zeitpunkt des Biegens eine Spannungskonzentration stattfindet. Schließlich
werden die Oberflächenfalten groß, was zu intergranulären Rissen
führt.
Sn
Im Allgemeinen verbessert die feste Lösung von Sn in einer Cu-Matrix
die Festigkeit. Bei der Ausführung der Erfindung soll ein Effekt einer signifikanten
Verbesserung von Spannungsrelaxationseigenschaften durch eine Koexistenz von Sn
mit der intermetallischen Verbindung von Ni und Si und auch mit Mg in kleinen Mengen
erzeugt werden, und zwar anstelle der Erzeugung des die Festigkeit verbessernden
Effekts. Wenn Sn einer Cu-Ni-Si-Legierung der Erfindung zugesetzt wird, werden die
Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften verbessert. Wenn jedoch Sn
< 0,01 Gew.-% beträgt, ist der Verbesserungseffekt nicht zufrieden stellend.
Die Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften werden verbessert, bevor
der Sn-Gehalt ein bestimmtes Niveau erreicht, jedoch verbessert ein höherer
Sn-Gehalt die Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften bei einer Verminderung
der Biegeformbarkeit nicht weiter. Wenn Sn > 0,3 Gew.-% beträgt, vermindert
sich die Biegeformbarkeit beträchtlich, wobei das 180°-Biegen bei einem
Radius von 0 unmöglich wird. Demgemäß liegt der Sn-Gehalt im Bereich
von 0,01 bis 0,3 Gew.-%, vorzugsweise bei 0,05 bis 0,2 Gew.-%.
Bezüglich des Mg-Gehalts ist es bevorzugt, dass 0,03 ≤
6[Mg] + [Sn] ≤ 0,3. Insbesondere werden dann, wenn ein Wert von 6[Mg] + [Sn]
weniger als 0,03 Gew.-% beträgt, zufrieden stellende Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
nicht erhalten. Wenn der Wert 0,3 Gew.-% übersteigt, verschlechtert sich die
Biegeformbarkeit.
Die 5 zeigt die Variation der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
und der Biegeformbarkeit bezüglich des Sn-Gehalts, wenn Sn in einer Legierung
enthalten ist, welche die Zusammensetzung Cu-1,8%Ni-0,4%Si-0,01%Mg aufweist. Das
Verfahren zur Herstellung von Proben, das Verfahren zur Messung der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
und ein Biegetestverfahren sind jeweils diejenigen, die in den Beispielen veranschaulicht
sind. Gebogene Abschnitte nach dem Biegetest wurden untersucht und Proben, bei denen
keine Risse auftreten, werden in der Figur als • angegeben, und Proben, bei
denen Risse auftreten, werden in der Figur als × angegeben. Bei einem Vergleich
mit Mg ist der Effekt der Verbesserung der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
geringer. Wie es jedoch in der 5 gezeigt ist, wird
die Restspannung abrupt verbessert und erreicht einen Wert von mehr als 80 %, wenn
der Gehalt bei 0,1 % liegt. Die Verbesserung der Restspannung ist auf einem Niveau
von 0,1 im Wesentlichen gesättigt. Über 0,3 % unterliegt die Legierung
einer Rissbildung.
Zn
Zn wirkt dahingehend, dass es die thermische Beständigkeit einer
gelöteten Schicht bezüglich eines Ablösens und einer Migrationsbeständigkeit
verbessert. Wenn Zn ≤ 0,1 Gew.-% beträgt, entwickelt sich ein solcher
Verbesserungseffekt nicht in zufrieden stellender Weise. Wenn andererseits Zn >
5 Gew.-% beträgt, vermindert sich die Lötbarkeit. Demgemäß liegt
der Zn-Gehalt im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,3 bis 1,5 Gew.-%.
Mn, Cr
Mn bzw. Cr dienen zur weiteren Verbesserung der Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften,
wenn diese mit der intermetallischen Ni-Si-Verbindung koexistieren. Die Verbesserung
ist nicht merklich, wenn der Mn-Gehalt im Bereich von 0,01 Gew.-% oder darunter
liegt und der Cr-Gehalt im Bereich von 0,001 Gew.-% oder darunter liegt. Wenn der
Gehalt von jedem davon 0,1 Gew.-% übersteigt, ist der Verbesserungseffekt
gesättigt, wobei die Biegeformbarkeit vermindert wird.
Be und andere Elemente
Be, Al, Ca, Mn, Ti, V, Cr, Fe, Co, Zr, Nb, Mo, Ag, In, Pb, Hf, Ta
und B und dergleichen wirken einzeln dahingehend, dass sie die Formänderungsfestigkeit
bei einer Koexistenz mit der intermetallischen Ni-Si-Verbindung weiter verbessern.
Wenn die Gesamtmenge dieser Elemente 1 Gew.-% übersteigt, vermindert sich nicht
nur die elektrische Leitfähigkeit, sondern auch die Biegeformbarkeit. Demgemäß
liegt die Gesamtmenge dieser Elemente im Bereich von 1 Gew.-% oder weniger.
Kristallographische Orientierung
Die Kupferlegierung gemäß der Erfindung weist zunehmende
Vorzugsverhältnisse von {200}- und {311}-Ebenen oder in der Blechoberfläche
mit einer Zunahme der Korngröße nach der Rekristallisation auf. Beim Walzen
nimmt das Vorzugsverhältnis der {200}-Ebene des Blechs zu. Bei der Ausführung
der Erfindung werden geeignete Vorzugsverhältnisse, wie sie insbesondere vorstehend
gezeigt worden sind, auf der Basis unserer Ansicht festgelegt, dass diese Ebenen
einen starken Zusammenhang mit der Biegeformbarkeit aufweisen, und die Biegeformbarkeit
durch Einstellen der Vorzugsverhältnisse dieser Ebenen in der Blechoberfläche
eingestellt werden kann.
Das erfindungsgemäße Kupferlegierungsblech kann gemäß
dem folgenden Herstellungsverfahren hergestellt werden. Bei dem Herstellungsverfahren
können die Vorzugsverhältnisse nach Wunsch durch Einstellen z.B. der Bedingungen
der thermischen Behandlung (einschließlich der Temperatur und der Zeit des
Erwärmens) und eines anschließenden Kaltwalzschritts (z.B. ein Bearbeitungsverhältnis)
eingestellt werden. Die Vorzugsverhältnisse ändern sich abhängig
von der Ausscheidungsbehandlung oder dem Entspannungsanlassen nicht merklich.
Formänderungsfestigkeit
Wenn die Formänderungsfestigkeit weniger als 530 N/mm2
beträgt, kann eine hohe Kontaktkraft an einem Federabschnitt eines verkleinerten
Anschlusses nicht erhalten werden.
Nachstehend wird das Verfahren zur Herstellung der Kupferlegierung
der Erfindung beschrieben.
Die Kupferlegierung wird geschmolzen und gegossen, worauf sie gegebenenfalls
einer Homogenisierungswärmebehandlung und einem Warmwalzen unterzogen wird,
gefolgt von einem Kaltwalzen, einer Wärmebehandlung und einem Abschrecken (die
gegebenenfalls wiederholt werden können). Darüber hinaus kann die Kupferlegierung
weiter kaltgewalzt und dann einer Ausscheidungsbehandlung unterzogen werden, worauf
gegebenenfalls ein Kaltwalzen oder ein Entspannungsanlassen durchgeführt wird,
um eine vorgesehene Kupferlegierung zu erhalten.
Bei der Ausführung der Erfindung ist es essentiell, mindestens
einen Zyklus einer thermischen Behandlung (Lösungsbehandlung) unter Bedingungen
einer Temperatur von 700 bis 850°C und einer Zeit von weniger als 5 min insbesondere
für die thermische Behandlung nach dem Kaltwalzschritt durchzuführen.
Wenn die Temperatur der thermischen Behandlung unter 700°C liegt, wird die
rekristallisierte Korngröße so gering, dass Schwierigkeiten dahingehend
auftreten, eine gute Biegeformbarkeit zu erhalten, und gleichzeitig eine nicht zufrieden
stellende Bildung einer festen Lösung von Ni-Si auftritt. Wenn im Gegensatz
dazu die Temperatur 850°C übersteigt, wird die rekristallisierte Korngröße
zu groß, was zur Bildung von großen Falten beim Biegeformen führt.
Wenn eine anschließende Kaltwalzrate höher ist, wird die Korngröße,
die in der vorliegenden Erfindung definiert ist, gering. Dies bringt jedoch ein
zunehmendes Vorzugsverhältnis der {220}-Ebene mit sich, was es schwierig macht,
eine gute Biegeformbarkeit sicherzustellen. Darüber hinaus weist eine thermische
Behandlung von mehr als 5 min nicht nur eine schlechte Wirtschaftlichkeit auf, sondern
führt in nicht bevorzugter Weise auch zu einer großen rekristallisierten
Korngröße, was zu großen Falten führt, die während des
Verlaufs des Biegeformens auftreten. In diesem Fall wird dann, wenn die anschließende
Kaltwalzrate hoch ist, die in der Erfindung definierte Korngröße ebenfalls
klein. Das Vorzugsverhältnis der {220}-Ebene nimmt jedoch zu, was es schwierig
macht, eine gute Biegeformbarkeit sicherzustellen.
Wenn die thermische Behandlung 5 min oder länger fortgesetzt
wird, können die intermetallischen Verbindungsausscheidungen von Ni und Si
gröber gemacht werden oder Verunreinigungselemente (S, Pb, As, Bi, Se und dergleichen)
mit niedrigen Schmelzpunkten können an den Korngrenzen konzentriert werden,
was zu einer Verminderung der Biegeformbarkeit führt.
Es sollte beachtet werden, dass dann, wenn die Temperatur der thermischen
Behandlung nach dem Kaltwalzen niedriger ist, oder wenn die Ausscheidungsbehandlungstemperatur
höher ist, die Größe der intermetallischen Verbindungsausscheidung
von Ni und Si größer wird. Der kristallographische Orientierungsindex
wird bei einer niedrigeren Temperatur der thermischen Behandlung oder bei einem
größeren Gesamtwert der anschließenden Kalzwalzraten kleiner.
Die Erfindung wird mittels Beispielen genauer beschrieben. Vergleichsbeispiele
sind ebenfalls beschrieben.
Beispiele
Kupferlegierungen mit Zusammensetzungen, wie sie in den Tabellen 1
bzw. 2 angegeben sind, wurden in Luft in einem Kryptol-Schmelzofen unter den Bedingungen
einer Bedeckung mit Holzkohle geschmolzen und jeweils in eine aufklappbare Form
gegossen, um einen Block mit einer Größe von 50 mm × 80 mm ×
200 mm zu erhalten. Der Block wurde auf 930°C erhitzt und zu einer Dicke von
15 mm warmgewalzt, worauf sofort in Wasser abgeschreckt wurde. Zur Beseitigung von
Oxidabscheidungen von den Oberflächen des warmgewalzten Materials wurden die
Oberflächen mit einer Schleifvorrichtung abgeschliffen. Das Material wurde
kaltgewalzt, worauf 20 s eine thermische Behandlung bei 750°C, ein Kaltwalzen
zu einem Grad von 30 % und eine Ausscheidungsbehandlung für 2 Stunden bei 480°C
durchgeführt wurden, um 0,25 mm dicke Probenmaterialien zu erhalten (Nr. 1
bis 43). Die Proben wurden zum Testen bereitgestellt. Um ferner Kupferlegierungen
mit verschiedenen Korngrößen, verschiedenen Größen der intermetallischen
Verbindungsausscheidungen und verschiedenen Orientierungsindizes zu erhalten, wurde
die Kupferlegierung von Nr. 19 einem Kaltwalzen unterzogen, worauf die Kupferlegierung
unter verschiedenen Bedingungen innerhalb eines Bereichs von 675 bis 875°C
× 20 s bis 10 min thermisch behandelt wurde, gefolgt von einem Kaltwalzen bis
zu einem Grad von 30 %, einer Ausscheidungsbehandlung unter verschiedenen Bedingungen
innerhalb eines Bereichs von 450 bis 500°C × 2 Stunden, wobei ferner ein
Teil der Legierung einem Kaltwalzen und einem Entspannungsanlassen unterzogen wurde,
um 0,25 mm dicke Materialien (Nr. 19-1 bis 19-8) zum Testen zu erhalten. Tabelle 1Tabelle 2
* Die unterstrichenen Werte geben einen Gehalt außerhalb des Schutzbereichs
der Erfindung an.
Die Testmaterialien wurden jeweils gemäß den folgenden Verfahren
bezüglich der Zugfestigkeit, der Formänderungsfestigkeit, der elektrischen
Leitfähigkeit, dem 180°-Biegen bei einem Radius von 0, der Korngröße,
der Ausscheidungsgröße, der kristallographischen Orientierung und der
thermischen Beständigkeit einer gelöteten Schicht bezüglich eines
Ablösens geprüft. Die Ergebnisse sind in den Tabellen 3 bis 6 gezeigt.
Zugfestigkeit, Formänderungsfestigkeit: Bestimmt gemäß
einem Verfahren, das in JIS Z 2241 beschrieben ist. Es sollte
beachtet werden, dass die verwendete Formänderungsfestigkeit eine Formänderungsfestigkeit
bei einer bleibenden Dehnung von 0,2 % war, die mittels eines Verschiebungsverfahrens
bestimmt worden ist. Die jeweiligen Proben wurden mit einer Testzahl von n = 2 getestet
und die Durchschnittswerte davon wurden verwendet. Ein Prüfkörper war
der Prüfkörper Nr. 5, der in JIS Z 2201 beschrieben ist, und die Richtung
des Ziehens jedes Prüfkörpers wurde parallel zur Walzrichtung festgelegt.
Elektrische Leitfähigkeit: Bestimmt mit einem Verfahren, das
in JIS H 0505 beschrieben ist. Die Messung des elektrischen Widerstands wurde unter
Verwendung einer Doppelbrücke durchgeführt.
180°-Biegen bei einem Radius von 0: Bestimmt mit einem Verfahren,
das in JIS Z 2248 beschrieben ist. Die Prüfkörperbreite wurde auf 10 mm
festgelegt und der Prüfkörper wurde bei einer Belastung von 1 Tonne um
180° gebogen. Eine Probenahmerichtung eines Prüfkörpers war G.W.
(gut, wobei die Biegeachse vertikal zur Walzrichtung liegt) und B.W. (schlecht,
wobei die Biegeachse parallel zur Walzrichtung liegt). Nach dem Test wurde die Biegelinie
jeder Probe durch ein Stereomikroskop mit einer 40-fachen Vergrößerung
untersucht, worauf die Proben selektiv in gute (ohne Rissbildung und ohne große
Falten), in Proben, bei denen große Falten vorliegen, und in Proben eingeteilt
wurden, bei denen eine Rissbildung vorlag. Die jeweiligen Proben wurden jeweils
bei n = 5 einem 180°-Biegen bei einem Radius von 0 unterzogen. Wenn eine der
fünf Testproben große Falten oder eine Rissbildung aufwies, wurde eine
solche Probengruppe als faltig oder rissig beurteilt. Es sollte beachtet werden,
dass eine Probe, bei der es unwahrscheinlich war, dass deren Falten und Risse bei
einer Untersuchung der Biegelinie durch das Stereomikroskop voneinander unterschieden
werden können, entlang eines Schnitts vertikal zur Biegelinie geschnitten wurde,
und die Schnittebene poliert und durch ein optisches Mikroskop (mit 50- bis 100-fachen
Vergrößerung) untersucht wurde, wodurch die Gegenwart oder Abwesenheit
von Rissen beurteilt wurde.
Durchschnittliche Korngröße: Gemessen entlang einer Achse
vertikal zur Blechoberfläche gemäß einem Schneidverfahren, das in
JIS H 0501 beschrieben ist. Die Messungen wurden mit Probenmaterialien (mit einer
Dicke von 0,25 mm) durchgeführt, die nach dem Ende eines Herstellungsverfahrens
erhalten worden sind, und nicht nach dem Ende der Rekristallisation, wie dies gewöhnlich
für diesen Zweck durchgeführt wird. Die Proben wurden von fünf Abschnitten
eines Blechs an dessen zentralem Abschnitt entlang dessen Breite entnommen, und
jede Probe wurde an fünf Abschnitten davon gemessen. Folglich wurde ein Durchschnittswert
von 25 Messungen als durchschnittliche Korngröße der Probe bereitgestellt.
In der Kupferlegierung der Erfindung variieren die Werte der Korngröße
an den gemessenen Stellen nicht so stark und es wurden im Wesentlichen die gleichen
Messwerte erhalten.
Größe der intermetallischen Verbindungsausscheidung von
Ni-Si: Eine Probe wurde von zwei Sichtfeldern durch ein Transmissionselektronenmikroskop
bei einer 60000-fachen Vergrößerung untersucht und die durchschnittliche
Korngröße der größten Verbindungsausscheidung zur fünftgrößten
Verbindungsausscheidung wurde zur Verwendung als Verbindungsausscheidungsgröße
festgelegt.
Kristallorientierung: Nach dem Ende der Herstellungsschritte wurden
Röntgenstrahlen auf eine Oberfläche einer Testprobe (mit einer Dicke von
0,25 mm) eingestrahlt, um die Intensitäten von einzelnen Beugungsebenen zu
messen. Von den Intensitäten wurden die Verhältnisse der Beugungsintensitäten
bei {200}, {311} und {220}, die einen starken Zusammenhang mit der Biegeformbarkeit
aufwiesen, miteinander verglichen, und der Wert von [I{200} + I{311}]/I{220} wurde
berechnet. Es sollte beachtet werden, dass die Röntgenbestrahlungsbedingungen
derart waren, dass die Art der Röntgenstrahlung Cu K-&agr;1, die Röhrenspannung
40 kV und der Röhrenstrom 200 mA betrugen und die Messung durchgeführt
wurde, während eine Probe auf ihrer eigenen Achse gedreht wurde.
Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften: Geprüft
mittels einer Auslegerblocktechnik, die in EMAS-3003 beschrieben ist, wobei die
anfängliche Spannung auf 80 % der Formänderungsfestigkeit eingestellt
wurde, bei der die Restspannung nach dem Halten bei 160°C für 1000 Stunden
gemessen wurde. Der Test wurde bei n = 5 für einzelne Proben durchgeführt
und ein Durchschnittswert wurde als Restspannung einer Probe bereitgestellt.
Thermische Beständigkeit einer gelöteten Schicht bezüglich
eines Ablösens: Nach dem Aufbringen eines schwach aktiven Flussmittels wurde
ein Material in ein 6Sn/4Pb-Lötbad bei 245°C 5 s eingetaucht und gelötet
und 1000 Stunden in einem Thermostatenofen bei 150°C gehalten, worauf die Beständigkeit
geprüft wurde. Das Prüfverfahren war derart, dass das Material bei 180°
entlang eines Kreises mit einem Radius von 1 mm gebogen und zu einem flachen Blech
zurückgeführt wurde, um die Gegenwart oder Abwesenheit einer Lötmittelablösung
zu untersuchen. Die Probennahme wurde nach 250 Stunden, 500 Stunden, 750 Stunden und
1000 Stunden Halten im Ofen durchgeführt. Die Beständigkeit wurde als
maximale Zeit vor dem Ablösen angegeben.
Tabelle 3Tabelle 4Tabelle 5
* Die unterstrichenen Werte zeigen einen Abschnitt an, bei dem die Eigenschaften
schlecht sind.
Tabelle 6
* Die unterstrichenen Werte zeigen einen Abschnitt an, bei dem die Eigenschaften
schlecht sind.
Die Ergebnisse dieser Tabellen zeigen, dass die Legierungen Nr. 1
bis 28 und 19-1 bis 19-4 der Erfindung gute charakteristische Eigenschaften zeigen.
Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Legierung Nr. 4 einen relativ hohen Wert
von Ni/Si, die Legierung Nr. 17 einen hohen Wert von 6[Mg] + [Sn], die Legierung
Nr. 19-1 eine relativ geringe Korngröße, die Legierung Nr. 19-2 eine relativ
große Korngröße, die Legierung Nr. 19-3 relativ
große Verbindungsausscheidungen und die Legierung Nr. 19-4 einen relativ niedrigen
kristallographischen Orientierungsindex aufweist. Demgemäß weisen diese
Legierungen große Falten auf, wenn sie einem 180°-Biegen bei einem Radius
von 0 unterzogen werden. Alle Legierungen weisen jedoch keine Rissbildung auf und
können folglich für elektronische Teile verwendet werden, ohne dass sie
irgendein wesentliches Problem aufweisen. Die Legierung Nr. 13 weist einen relativ
niedrigen Wert von 6[Mg] + [Sn] auf, so dass die Spannungsrelaxationsbeständigkeit
geringfügig niedriger ist als bei den Legierungen, denen sowohl Mg als auch
Sn zugesetzt worden ist. Die Legierung Nr. 19-3 weist relativ große Verbindungsausscheidungen
auf, so dass die Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften relativ schlecht
sind.
Andererseits weisen die Vergleichslegierungen Nr. 29 und 31 einen
so niedrigen Gehalt an Ni oder Si auf, dass sowohl die Formänderungsfestigkeit
als auch die Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften niedrig bzw. schlecht
ist. Die Legierungen Nr. 30 und 32 weisen einen hohen Ni- oder Si-Gehalt auf, so
dass dann, wenn sie einem 180°-Biegen bei einem Radius von 0 unterzogen werden,
eine Rissbildung auftritt. Die Legierung Nr. 33 ist frei von Mg und deren Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften
sind schlecht. Die Legierungen Nr. 34 bis 43 weisen einen höheren Gehalt aller
Komponenten auf, so dass sie einer Rissbildung unterliegen, wenn sie einem 180°-Biegen
bei einem Radius von 0 unterzogen werden, oder die elektrische Leitfähigkeit
niedrig ist.
Die Legierung Nr. 19-5 weist eine geringere Korngröße auf,
so dass sie einer Rissbildung unterliegt, wenn sie einem 180°-Biegen bei einem
Radius von 0 unterzogen wird. Die Legierung Nr. 19-6 weist eine größere
Korngröße auf, so dass sie einer Rissbildung unterliegt, wenn sie einem
180°-Biegen bei einem Radius von 0 unterzogen wird. Die Legierung Nr. 19-7
weist größere Verbindungsausscheidungen auf, so dass sie einer Rissbildung
unterliegt, wenn sie einem 180°-Biegen bei einem Radius von 0 unterzogen wird,
und eine niedrige Spannungsrelaxationsbeständigkeit und eine niedrige Formänderungsfestigkeit
aufweist. Die Legierung Nr. 19-8 weist einen niedrigeren kristallographischen Orientierungsindex
auf und unterliegt einer Rissbildung, wenn sie einem 180°-Biegen bei einem
Radius von 0 unterzogen wird.
Wie es aus dem Vorstehenden deutlich wird, weist die Kupferlegierung
der Erfindung eine gute Formänderungsfestigkeit, elektrische Leitfähigkeit,
gute Spannungsrelaxationsbeständigkeitseigenschaften und eine gute Formbarkeit
auf, die ausreichend ist, um ein 180°-Biegen bei einem Radius von 0 sicherzustellen,
und sie ist zur Verwendung als bzw. für Anschlüsse, Verbindungselemente,
Schalter, Relais, Anschlusskammstreifen bzw. Systemträger und dergleichen geeignet.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Kupferlegierungsblechs, angepasst zur
Verwendung als elektronische Teile, wobei die Kupferlegierung Ni, Si, Mg umfasst,
wobei der Rest Cu und unvermeidliche Verunreinigungen ist, wobei dieses Verfahren
mindestens einen Zyklus einer thermischen Behandlung, einem Kaltwalzschritt folgend,
umfasst, wobei die thermische Behandlung unter Bedingungen einer Temperatur von
700 bis 850°C durchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das
Kupferlegierungsblech 0,4 bis 2,5 Gew.-% Ni, 0,05 bis 0,6 Gew.-% Si und 0,001 bis
0,05 Gew.-% Mg umfasst, und dass die thermische Behandlung derart durchgeführt
wird, um eine durchschnittliche Korngröße in dem Blech in dem Bereich
von 3 bis 20 &mgr;m und eine Größe einer intermetallischen Verbindungsausscheidung
von Ni und Si in dem Bereich von 0,3 &mgr;m oder weniger zu erhalten, und dass
das Kupferlegierungsblech gegebenenfalls weiter 0,01 bis 5 Gew.-% Zn, 0,01 bis 0,3
Gew.-% Sn, 0,01 bis 0,1 Gew.-% Mn, 0,001 bis 0,1 Gew.-% Cr und/oder mindestens eines
von Be, Al, Ca, Ti, V, Fe, Co, Zr, Nb, Mo, Ag, In, Pb, Hf, Ta und B in einer Gesamtmenge
von bis zu 1 Gew.-% umfasst.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer der
thermischen Behandlung kürzer als 5 Minuten ist.Kupferlegierungsblech, erhältlich durch das Verfahren nach Anspruch
1 oder 2.Kupferlegierungsblech nach Anspruch 3, umfassend 0,01 bis 5 Gew.-% Zn.Kupferlegierungsblech nach Anspruch 3 oder 4, umfassend 0,01 bis 0,3
Gew.-% Sn.Kupferlegierungsblech nach einem der Ansprüche 3 bis 5, umfassend
0,01 bis 0,1 Gew.-% Mn und/oder 0,001 bis 0,1 Gew.-% Cr.Kupferlegierungsblech nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei,
wenn eine Röntgenbeugungsintensität der {200}-Ebene
in der Oberfläche des Blechs als I{200} herangezogen wird, eine Röntgenbeugungsintensität
der {311}-Ebene als I{311} herangezogen wird und eine Röntgenbeugungsintensität
der {220}-Ebene als I{220} herangezogen wird, die folgende Gleichung erfüllt
ist:
[I{200} + I{311}]/I{220} ≥ 0,5
Kupferlegierungsblech nach einem der Ansprüche 3 bis 7, wobei,
wenn ein Gehalt in Gew.-% von Mg durch [Mg] dargestellt wird und ein Gehalt in Gew.-%
von Sn durch [Sn] dargestellt wird, die folgende Gleichung erfüllt ist:
0,03 ≤ 6[Mg] + [Sn] ≤ 0,3
Kupferlegierungsblech nach einem der Ansprüche 3 bis 8, umfassend
mindestens eines von Be, Al, Ca, Ti, V, Fe, Co, Zr, Nb, Mo, Ag, In, Pb, Hf, Ta und
B in einer Gesamtmenge von 1 Gew.-% oder weniger.Kupferlegierungsblech nach einem der Ansprüche 3 bis 9, wobei das
Blech eine Formänderungsfestigkeit von 530 N/mm2 oder mehr aufweist.