Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf Vorrichtungen
zur Arzneimittelverabreichung und insbesondere auf eine Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung
zur Zerstäubung einer flüssigen Substanz wie zum Beispiel eines Arzneimittels,
eines Parfüms oder anderer Flüssigkeiten in Gestalt von Aerosolen gemäss
den Oberbegriffen der Ansprüche 1 oder 15. Eine Vorrichtung und ein Verfahren,
die diese Merkmale umfassen, sind aus WO 92111050 bekannt. Eine solche Vorrichtung
kann verwendet werden, um einem Patienten/einer Patientin ein Arzneimittel über
sein/ihr Atmungssystem zu verabreichen. In ihrer einfachsten Form wird eine solche
Verabreichungsvorrichtung gemeinhin als Inhalator bezeichnet. Er kann zum Beispiel
für die kontrollierte Verabreichung von Arzneimitteln oder für eine Vielfalt
von Therapien verwendet werden, bei denen Arzneimitteln in der Form von Aerosolen
verabreicht werden, darunter Anästhetika. Der Inhalator liefert das Arzneimittel,
das in Gestalt einer flüssigen Substanz vorliegt, als eine Dispersion zerstäubter
Tröpfchen. Konkreter betrifft die vorliegende Erfindung eine optimierte Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung,
die einen Flüssigkeitstropfenspray wirksam erzeugt und vollständig ausstösst.
Verschiedene Vorrichtungen zur Zerstäubung einer Flüssigkeit
sind bekannt. Im Dokument EP 0 516 565 wird
ein Ultraschallwellen-Vernebler beschrieben, der Wasser zerstäubt. Dieses Gerät
wird als ein Raumluftbefeuchter verwendet. Vibration wird durch das Wasser zur Wasseroberfläche
übertragen, von wo aus der Spray erzeugt wird. Eine perforierte Membran steht
zur Verfügung, um das Wasser zurückzuhalten, wenn keine Schwingungen vorliegen.
Inhalatorvorrichtungen verwenden typischerweise das gleiche Prinzip,
um die Flüssigkeit zu Tröpfchen zu zerstäuben, siehe zum Beispiel
das Dokument WO 95/15822. Solche Vorrichtungen sind aber besonders unwirksam in
der Verdampfung von Suspensionen, wie im Forschungsaufsatz „Comparison of
a respiratory suspension aerosolised by an air-jet and an ultrasonic nebuliser"
[Vergleich einer durch einen Luftstrahlvernebler und einen Ultraschallvernebler
zu Aerosol umgewandelten Atmungs-Suspension] von Susan L. Tiano und Richard N. Dalby
in Pharmaceutical Development and Technology, 1 (3) 261–268 (1996) erklärt.
Des Weiteren hängt die Tröpfchengrösse, die von der
Grösse der Austrittsöffnungen der perforierten Membran abhängt, auch
von der Gestalt der Öffnung und der Vibrationsfrequenz ab. Um ein kleines Tröpfchen
zu erhalten, sollte eine sehr hohe Frequenz verwendet werden, typischerweise über
1 MHz für Tröpfchen eines Durchmessers von etwa 10 &mgr;m. Dies führt
wegen der hohen Frequenz zu einem erhöhten Energieverbrauch, so dass eine solche
Vorrichtung nicht für eine kleine, mit Batterien betriebene Vorrichtung geeignet
ist.
Bei einer grossen Variation der Tröpfchengrösse ist es fast
unmöglich, die ausgestossene Menge und daher die tatsächlich verabreichte
Dosis zu bestimmen.
Weiter können die Öffnungen nicht zu klein gemacht werden,
und zwar nicht nur aus Gründen der Fertigung, sondern auch, um ein Verstopfen
der Austrittsöffnungen durch die Substanz zu vermeiden. Tatsächlich ist
es bekannt, dass die Wasserlöslichkeit der Substanzlösung von der Zusammensetzung
der verwendeten Arzneimittel und von ihrer Temperatur abhängt. Auch ist bekannt,
dass solche Öffnungen durch sehr kleine Mengen des Arzneimittels verstopft
werden können, die nach der Zerstäubung in der Flüssigkeitssprühvorrichtung
zurückbleiben.
Um sicher zu sein, dass eine bestimmte Menge der Substanz tatsächlich
freigesetzt wird, ist vorgeschlagen worden, die Flüssigkeitsmenge zu überwachen,
die bei Verwendung des Inhalators freigesetzt wird. Im Dokument WO 92/11050 wird
ein solcher Inhalator beschrieben, der Mittel besitzt, um die Flüssigkeit zyklisch
unter Druck zu setzen, damit die Flüssigkeit periodisch ausgestossen wird,
und der auch ein Steuerorgan besitzt, um nach einer im Voraus bestimmten Zeit, z.B.
mit einem Timer, oder nachdem ein im Voraus bestimmtes Flüssigkeitsvolumen
ausgestossen worden ist, den Tröpfchengenerator abzuschalten. Dieses Dokument
sagt jedoch absolut nichts über eine Steuerung der Tröpfchengrösse,
über die Eigenschaften der wässrigen Lösung oder Suspension oder
über eine Bestimmung des Ziels der Abscheidung oder Kontrolle der Flüssigkeit
aus.
Eine weitere Vorrichtung des Standes der Technik ist aus dem Dokument
US-A-5 497 763 bekannt. Diese Vorrichtung besitzt eine durch Atmung gesteuerte Freisetzung
des zu Aerosol umgewandelten Arzneimittels und hat eine über einem Behälter
der Dosiereinheit befindliche poröse Membran. Die Poren sind vorzugsweise kegelförmig,
um die Kraft zu verringern, die nötig ist, um die Arzneimittelsubstanz hindurch
zu bewegen, wenn der Behälter kollabiert. Eine solche Membran ist aber schwer
herzustellen, da die Poren schlecht reproduzierbar sind. Auch führen Unterschiede
in der Länge und im Durchmesser der Porenkanäle zu beträchtlichen
Unterschieden im Druckabfall über diese Kanäle. Dieser variable Druckabfall
führt somit auch zu einer Variation der Menge und Tröpfchengrössenverteilung
des auszustossenden Arzneimittels. Ein weiteres Problem besteht bei der Ausrichtung
der beweglichen Membran mit den Poren über jedem Einheitsbehälter,
was zu einer weiteren Quelle von Unsicherheit bezüglich der ausgestossenen
Arzneimittelmenge führt.
Die vorgenannten Dokumente sagen nichts darüber aus, wie Schichten
oder Flächen von flüssigem Arzneimittel vermieden werden können,
die sich auf der Aussenseite der Düsenanordnung durch wohlbekannte Kapillarwirkung
und Kleben bilden. Dies ist insbesondere bei Vorrichtungen der Fall, wo die gleiche
Düsenanordnung mehrmals verwendet wird, wie zum Beispiel in den Dokumenten
WO 92/11050 oder WO 90/01997. Solche Schichten führen zur Bildung von Flüssigkeitsmenisci
vor den Düsen, die durch die piezoaktivierte Sprühwirkung aufgebrochen
werden, aber zu einer Dispersion der Tröpfchengrösse führen, die
grösser als ohne solche Schichten ist.
Obwohl das zitierte Dokument US-A-5 497 763 dieses Problem zum Teil
löst, indem die Dosierbehälter und die poröse Membran, durch die
das Arzneimittel zu einem Aerosol umgewandelt wird, getrennt werden, so ermöglicht
diese Lösung jedoch nicht die Genauigkeit und Wiederholbarkeit der verwendeten
kegelförmigen Poren und die genaue Kontrolle der Arzneimittelabgabe, indem
zusätzlich zu dem piezoelektrischen Vibrationsorgan ein Druck angelegt werden
muss, um die Flüssigkeit auszustossen. Die vorgenannten Dokumente erwähnen
auch nicht, dass die Nichtlinearitäten des piezoelektrischen Vibrationsorgans
nicht kompensiert werden, wodurch unkontrollierte Faktoren hinzukommen, die die
gezielte Arzneimittelabgabe beeinträchtigen.
Im Dokument US-A-4 605 167 wird ebenfalls eine Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung
zur Verwendung bei einer Kraftstoffeinspritzung oder in einem Tintenstrahldrucker
beschrieben. Die Sprühvorrichtung umfasst ein Gehäuse, das mit einem die
Flüssigkeit enthaltenden Raum versehen ist und ein oberes Substrat besitzt,
das eine Membran bildet und mit darin befindlichen Austrittsdüsen versehen
ist. Ein piezoelektrischer Antrieb ist an der Membran angebracht, um letztere zu
vibrieren und dadurch den Ausstoss der Flüssigkeit zu bewirken, die durch die
vibrierende Membran aus dem Raum herausgesaugt wird. So drückt die Membran
die Flüssigkeit zusammen, wenn sie nach innen zur Flüssigkeit hin ausgelenkt
wird, und der in der Flüssigkeit aufgebaute Druck gewährleistet den Tröpfchenausstoss,
wenn sich die Flüssigkeit wieder ausdehnt, d.h. die Flüssigkeit wird zur
Membran hin angesaugt und durch die Austrittsdüse ausgestossen. Ein weiteres
Dokument des Standes der Technik, das grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip
funktioniert, ist aus der US-A-5 828 394 bekannt.
Solche Sprühvorrichtungen kranken aber daran, dass sie nicht
in der Lage sind, die Flüssigkeit im Raum vollständig zu entleeren. Wenn
die Flüssigkeit eine Suspension ist, die feste Teilchen enthält, dann
werden diese Teilchen nämlich nicht zur Membran hin gesaugt, weil sie zu schwer
sind. So ist eine genaue Dosierung nicht möglich, weil die Rückhaltung
nicht ermittelt werden kann. Des Weiteren führt der in der Flüssigkeit
durch die hereinkommende Membran aufgebaute Druck zu einem weiteren Problem, das
sich auf das ausgestossene Tröpfchen bezieht. Ein Tröpfchen, das durch
die Austrittsdüse ausgestossen wird, ist nämlich üblicherweise birnenförmig,
wobei der grosse Teil des Körpers am Ausgang weggerissen wird, während
ein kleinerer, abgerissener Schwanzteil daher etwas später ausgestossen wird.
Wegen des Drucks der Flüssigkeit holt aber der Schwanzteil den Körperteil
wieder ein, und das gesamte, grosse Tröpfchen trifft gleichzeitig auf das Ziel.
Daher ist es verständlich, dass eine genaue Ermittlung der ausgestossenen Flüssigkeitsmenge
und eine genaue Steuerung der Tröpfchengrösse unmöglich sind.
Daher ist es ein Ziel der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte
Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung zur Verfügung zu stellen, die
für einen Inhalator für Atmungstherapien geeignet ist und wenigstens teilweise
die Nachteile des Standes der Technik überwindet, die einen optimalen Strom
der zerstäubten Substanz und eine minimale Zurückhaltung der Substanz
in der Sprühvorrichtung nach dem Ausstoss ermöglicht, so dass eine genau
bestimmte Menge ausgestossen werden kann.
Es ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, eine solche Vorrichtung
zur Verfügung zu stellen, die einfach, zuverlässig in der Herstellung,
gering in der Grösse und niedrig im Preis ist.
Somit betrifft die vorliegende Erfindung eine Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung
nach dem vorliegenden Anspruch 1 und ein darauf bezogenes Verfahren nach Anspruch
15.
Dank der konkreten Form und Positionierung der Austrittsorgane der
Sprühvorrichtung gemäss vorliegender Erfindung werden ein optimaler Durchsatz
und eine optimale Strömung zusammen mit einer minimalen Zurückhaltung
der zerstäubten Flüssigkeit in der Sprühvorrichtung erhalten, so
dass eine genaue Dosierung der ausgestossenen Flüssigkeit bestimmt werden kann.
Des weiteren kann die Sprühvorrichtung der Erfindung für
eine bestimmte Anzahl von Dosen erneut verwendet werden, da wegen der minimalen
Zurückhaltung eine minimale Gefahr einer erhöhten Konzentration der Substanz
oder einer Verunreinigung mit Überresten der vorher verwendeten Flüssigkeit
besteht.
Dank der Sprühvorrichtung der Erfindung wird ferner nur eine
minimale Flüssigkeitsmenge verwendet, da die genaue freigesetzte Menge im Voraus
mit hoher Genauigkeit bestimmt werden kann, so dass nur eine sehr geringe Abfallmenge
anfällt und Nebenwirkungen ebenfalls begrenzt werden können.
Weitere Merkmale und Vorteile der Flüssigkeitssprühvorrichtung
gemäss der vorliegenden Erfindung werden aus einer Lektüre der folgenden
Beschreibung klar werden, die lediglich als ein nicht einschränkendes Beispiel
gegeben wird und auf die beigefügten Zeichnungen Bezug nimmt, in denen:
1 ein schematischer Querschnitt durch eine erste bevorzugte
Ausführungsform der Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung gemäss
vorliegender Erfindung ist,
2 eine schematische Ansicht eines Wafers und einer Maske ist, die
verwendet werden können, um die Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung
gemäss vorliegender Erfindung herzustellen,
3 eine schematische Draufsicht der Vibrationsmoden in der vibrierten
flüssigen Substanz der Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung gemäss
vorliegender Erfindung ist,
4 ein schematischer Querschnitt durch eine zweite bevorzugte
Ausführungs form der Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung gemäss
vorliegender Erfindung ist und
5 eine schematische, detaillierte Ansicht eines oberen Substrats
der Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung gemäss vorliegender Erfindung
ist.
Nunmehr auf 1 Bezug nehmend, wird eine
erste Ausführungsform einer Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung für
einen für Atmungstherapien geeigneten Inhalator durch die allgemeine Bezugszahl
1 angedeutet. Ein geeigneter Inhalator und weitere Ausführungsformen
werden in grösseren Einzelheiten im Dokument EP
0 824 032 und in der mithängigen europäischen Patentanmeldung
Nr. 98 111 497.8 beschrieben, die hier durch Bezugnahme einbezogen werden.
Die Sprühvorrichtung 1 besteht aus einem Gehäuse,
das aus der Überlagerung eines ersten oder oberen Substrats 5 und
eines zweiten oder unteren Substrats 6 gebildet wird, zwischen denen eine
Kammer oder ein Raum 2 gebildet wird, um eine flüssige Substanz
3 zu halten. Das obere Substrat 5 enthält Austrittsorgane,
die aus Hohlräumen 7 bestehen, die zum Teil den Raum 2 darstellen,
ferner Austrittsdüsen 9 sowie Austrittskanäle 10, die
diese Düsen mit den Hohlräumen 7 verbinden.
Die flüssige Substanz 3 tritt in die Sprühvorrichtung
1 zum Beispiel vermittels eines sehr niedrigen Drucks, von z.B. etwa einigen
wenigen Millibar, oder durch Kapillarwirkung ein. Dieser sehr niedrige Eingangsdruck
hat vorzugsweise einen konstanten und wiederholbaren Wert und ist wichtig, um dem
Aerosol eine sehr niedrige Austrittsgeschwindigkeit zu erteilen, so dass es dann
leicht in den inhalierten Luftstrom aufgenommen wird und Verluste durch Ablagerung
des Medikaments im Bereich ausserhalb des Brustkorbs begrenzt werden. Das kann zum
Beispiel durch zumindest ein Eintrittsrohr oder eine Eintrittsnadel 4 erreicht
werden, durch die eine flüssige Substanz direkt oder über ein Ventil von
einem (nicht gezeigten) externen Reservoir, das im Inhalator enthalten sein kann,
der Sprühvorrichtung 1 zugeführt werden kann. Im gezeigten Beispiel
befindet sich dieses Eintrittsrohr 4 auf einer Seite der Sprühvorrichtung
1, aber diese Eintrittsnadel kann sich natürlich auch an anderer Stelle
befinden, z.B. unter der Sprühvorrichtung und deren Gehäuse durchquerend,
oder ein des Weiteren angebrachtes Vibrationsorgan 8 und das untere Substrat
6 durchquerend, um den Raum 2 zu erreichen. Die Füllung des
Raums 2 kann auch durch einen Kolben oder Plunger erfolgen, aber mit Druckverminderung
oder über Ventile, eine Pumpe oder eine Mikropumpe bei sehr niedrigem Druck.
Dies kann wie im Dokument EP-A-0 641 934 beschrieben erfolgen. Somit ist der Raum
2 so bemessen, dass er die erforderliche Menge aufnehmen kann, die der
gewünschten Einheitsdosis entspricht, und kann entsprechende Dosierventile
umfassen.
Nunmehr auf 2 Bezug nehmend, werden beide Substrate
in ähnlicher Weise hergestellt, z.B. durch Ätzen eines Siliciumwafers
14 in geeigneter Weise unter Verwendung einer Maske, in einer dem Fachmann
wohlbekannten Weise, um eine Anzahl von Substraten je Wafer zu erhalten, in diesem
Beispiel fünf obere Substrate. 2b zeigt einen
Teil einer Maske 15, die der entspricht, die erforderlich ist, um das obere
Substrat 5 zu erhalten. Die Verteilung und Gestalt der Hohlräume,
die hier gezeigt werden, können viele unterschiedliche Formen annehmen. Die
Anordnung, die sich aus einer Maske 15gemäss 2b
ergibt, ist nur ein Beispiel. Der Raum 2 wird also durch teilweises Ätzen
des oberen Substrats 5 und des unteren Substrats 6 erhalten. Es
ist aber je nach der endgültigen relativen Anordnung dieser beiden Substrate
zueinander für den umschlossenen Raum 2 auch möglich, nur das
obere Substrat 5 zu ätzen. In der bevorzugten Ausführungsform
wird das untere Substrat 6 ebenfalls geätzt, um einen dünneren
mittleren Abschnitt zu bilden, der als eine Membran wirken kann, um eine Vibration
zu übertragen. Dieses untere Substrat kann so angeordnet werden, dass seine
geätzte Oberfläche der geätzten Oberfläche des oberen Substrats
5 zugewandt ist, so dass ein grosser Raum 2 erhalten wird. In
der in 1 gezeigten Ausführungsform ist aber das
untere Substrat 6 mit der Oberseite nach unten angeordnet,
so dass seine ebene Seite der geätzten Oberfläche des oberen Substrats
5 zugewandt ist. Auf diese Weise hat die untere Aussenseite des aus diesen
Substraten gebildeten Gehäuses einen dünneren mittleren Abschnitt, in
den das Vibrationsorgan 8 eingesetzt werden kann, um eine kompakte Vorrichtung
zu erhalten, wie weiter unten erklärt wird.
Das untere Substrat 6 kann aus Glas, Keramik, Silicium, einem
Polymer hoher Dichte und dergleichen bestehen. Das obere Substrat 5 besteht
vorzugsweise aus Silicium, aber es kann in seinem Hauptteil aus Kunststoff, einem
Polymer hoher Dichte, Keramik, Metall, Silicium oder dergleichen und in seinem Düsenkörper
aus Silicium bestehen, wie weiter unten eingehender erklärt wird. Die Substrate
5 und 6 werden vorzugsweise durch anodisches Bonden so aneinander
gefügt, dass sie den Raum 2 bilden und umschliessen. Wie erwähnt,
zeigt das vorliegende Beispiel eine bevorzugte Ausführungsform, in der das
untere Substrat 6 so angepasst ist, dass der Boden des Raumes
2 flach ist, was ein starkes Zusammendrücken des Volumens des Raumes
2 und eine kompakte Sprühvorrichtung 1 ermöglicht.
Eine selektive hydrophile Beschichtung, z.B. ein amorphes Material
wie SiO2 oder gesputtertes Glas oder PyrexTM, kann des Weiteren
aufgebracht werden, um eine Schutzschicht um die Innenwandungen des Raumes
2 und/oder der Hohlräume 7 herum zu schaffen und jegliche
Verunreinigung der Substanz 3 durch das Material dieser Wände zu vermeiden
sowie in bestimmten Teilen die Benetzbarkeit zu verbessern. Dies kann erfolgen,
wie im Dokument EP-A-0 641 934 beschrieben. Diese hydrophile Beschichtung, die als
eine selektive, gemusterte Beschichtung aufgebracht werden kann, wird vorteilhaft
mit einer selektiven, gemusterten hydrophoben Beschichtung in bestimmten Bereichen
des Raumes 2, der Hohlräume 7 und auf der Aussenseite des
oberen Substrats 5 gekoppelt. Um den schützenden Aspekt dieser Oberflächen
zu erhalten und gleichzeitig das innere und äussere Kleben wegen der Kapillarkräfte
im Raum 2 und insbesondere auf der Aussenseite des oberen Substrats
5 zu verringern, wird eine harte amorphe Kohlenstoffschicht, z.B. aus diamantartigem
Kohlenstoff (DLC: diamond-like carbon), in diesen Bereichen geschaffen, bevorzugt
selektiv nach einem bestimmten Muster. Eine solche selektive Beschichtung ermöglicht
auch wegen des verringerten Klebens ein vollständigeres Entleeren des Raumes
2, was zu einer minimalen Zurückhaltung der verwendeten flüssigen
Substanz führt. Eine solche Beschichtung und ihre hydrophoben Eigenschaften
können durch Fluorplasma verstärkt werden.
Der gegenwärtige Anmelder hat gefunden, dass eine solche DLC-Beschichtung
mit spezifischen Oberflächeneigenschaften die Tröpfchengrössenverteilung
beeinflusst und verbessert, ein noch besser monodisperses, von der Sprühvorrichtung
freigesetztes Muster liefert und extrahierbare oder auslaugbare Komponenten wie
auch biologische Verunreinigung verhindert.
Natürlich können die Hydrophobizität und Hydrophilität
des oberen Substrats 5 und des unteren Substrats 6 vertauscht
werden, wenn es die Fliesseigenschaften des Medikaments oder der flüssigen
Substanz 3 so verlangen.
Wenn das obere Substrat 5 zumindest teilweise aus einem Polymer
besteht, dann wird vorteilhafterweise ein Polymer mit einer sehr niedrigen Oberflächenenergie
in Kombination mit der selektiv gemusterten hydrophoben Beschichtung verwendet.
Wenn dieses Substrat 5 aus einem Polymer, Acrylharz oder z.B. einem lichtempfindlichen
Epoxidharz einschliesslich der selektiven hydrophoben Beschichtung, z.B. einer diamantartigen
Nano-Verbundbeschichtung oder einer Teflon®-Beschichtung besteht
oder auch keine Beschichtung trägt, wird bevorzugt eine mit dem hiernach beschriebenen
Prozess für tiefes Siliciumätzen geätzte Siliciummaske verwendet,
indem die Masken auf dem Wafer genutzt werden, der verwendet wurde, um das obere
Substrat zu erhalten, damit ein genaues Plasmaätzen (z.B. O2-Plasma
oder eine UV-Belichtung lichtempfindlicher Materialien) der Kanäle und der
Austrittsdüsen begünstigt wird, die im oberen Substrat in diesen Materialien
vorgesehen sind, wie eingehender weiter unten erklärt wird.
Die Sprühvorrichtung 1 umfasst vorzugsweise ein vibrierendes
Element 8, z.B: ein piezoelektrisches Element, das an der unteren Aussenseite
des unteren Substrats 6 in der Nähe seines dünneren mittleren
Abschnitts angebracht wird, um eine Vibration der Substanz 3 im Raum
2 durch den Membranteil des zweiten oder unteren Substrats 6 hindurch
zu bewirken. Dieses Element kann aber auch direkt auf einer gedruckten Schaltung
(PCB: printed circuit board) und getrennt von der Sprühvorrichtung untergebracht
werden. Dieses Element kann auf die Unterseite der Sprühvorrichtung oder auf
die PCB aufgeklebt oder abgeschieden werden. Elektroden 11 und
12 werden auf das piezoelektrische Element 8 und auf das untere
Substrat 6 aufgebracht. Diese Elektroden können Federkontakte sein,
die mit geeigneten (nicht gezeigten) Elektroden in Verbindung stehen, die an elektronische
Steuerorgane angeschlossen sind, die im Inhalator selbst enthalten sein können.
Wenn das Element mit oder ohne Zwischenelemente auf der PCB angeordnet ist, können
Einspannorgane vorgesehen werden, um die Sprühvorrichtung mit dem piezoelektrischen
Element 8 in Berührung zu bringen. Wie bereits erwähnt, kann
durch die Montage dieses piezoelektrischen Elements am dünneren mittleren Abschnitt
des unteren Substrats 6
eine sehr kompakte Sprühvorrichtung erhalten werden.
Vorteilhafterweise wird das Vibrationsorgan 8 funktionell
an (nicht dargestellte) elektronische Mittel angeschlossen, um einen besonderen
Vibrationsmodus des piezoelektrischen Elements zu erkennen und diesen besonderen
Modus zu bewahren sowie nichtlineare Effekte zu kompensieren, die auf Änderungen
in den Umgebungsbedingungen des Ortes zurückgehen, an dem die Sprühvorrichtung
verwendet wird.
Es ist beobachtet worden, dass von einer bestimmten Frequenz und einem
bestimmten Druck an die Tröpfchengrösse der Anregungsfrequenz umgekehrt
proportional ist. Bevorzugt vibriert das piezoelektrische Element 8 bei
dieser bestimmten Frequenz, die zum Beispiel um 243 kHz herum liegen kann. Wenn
zweckmässig, können natürlich andere Frequenzen verwendet werden.
Mehrere Ausführungsformen sind tatsächlich vom Anmelder zufriedenstellend
bei einer Frequenz von 100 kHz und sogar bei einer Frequenz von 30 kHz getestet
worden. Es sollte vermerkt werden, dass der Energieverbrauch desto geringer ist,
je niedriger die Frequenz ist, aber desto grösser muss auch die Anzahl der
Austrittsdüsen sein, um einen gewünschten Ausstoss der flüssigen
Substanz zu erhalten. Diese Vibration kann in bekannter Art zum Beispiel unter Verwendung
eines Frequenzoszillators erzeugt werden.
Der vorliegenden Erfindung zufolge hat der Anmelder bemerkt, dass
ein stehendes Wellenmuster im Raum 2 erzeugt wird, das die flüssige
Substanz dann durchquert, wenn das untere Substrat 6 bei bestimmten Frequenzen
vibriert wird. Bei einer konkreten Frequenz werden Vibrationsmodenpeaks an bestimmten
Stellen erzeugt. Diese Vibrationsmoden führen zu einer Vibration des oberen
Substrats 5, das die Austrittsdüsen 9 enthält. Dieses
obere Substrat kann als eine Membran betrachtet werden. Tatsächlich wird die
Vibration der flüssigen Substanz auf die Membran übertragen und bewirkt
einen Druckanstieg wegen der Kompression des vibrierenden Organs 8 und
des Raumes 2, was die Zerstäubung der flüssigen Substanz bewirkt.
An bestimmten Stellen, an denen sich Austrittskanäle 10 und Austrittsdüsen
9 befinden, hat die Membran eine Stärke, die gering genug ist (im
vorliegenden Beispiel etwa 20 &mgr;m), um eine Vibration dieser Membran oder dieses
oberen Substrats 5 in Abhängigkeit von der angelegten Frequenz zu
ermöglichen. Diese Vibrationsfrequenz des oberen Substrats 5 kann
höher als die angelegte Frequenz sein. Dieser Effekt entsteht wahrscheinlich
durch eine Addition von Frequenzen. Bei Auslegung der Austrittsorgane, die die Kanäle
10 und die Düsen 9 umfassen, sollte darauf geachtet werden,
dass diese Austrittsorgane so angeordnet sind, dass sie im Wesentlichen auf den
Vibrationsmodenpeaks des stehenden Wellenmusters liegen, das im Raum 2
erzeugt wird, der die flüssige Substanz enthält. In einem solchen Fall
wird eine optimierte Strömung und ein optimierter Durchsatz der zerstäubten
flüssigen Substanz durch die Kanäle und Düsen erreicht, was zu einer
minimalen Zurückhaltung der flüssigen Substanz im Raum 2 und
einer sehr genauen Bestimmung des ausgestossenen Volumens der flüssigen Substanz
führt.
Der entsprechende Vibrationsmodus kann auch so gewählt werden,
dass die Strömung umgekehrt wird. Der Anmelder hat zum Beispiel beobachtet,
dass eine Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung 1, deren ausstossende
Vibrationsfrequenz und Modenpeaks bei etwa 270 kHz auftreten, unter bestimmten Bedingungen
winzige Flüssigkeitströpfchen von der Aussenseite des oberen Substrats
5 durch die Düsen 9 und Kanäle 10 zurück
in die Vorrichtung 1 und zurück bis hinter den Eintrittskanal
4 saugte, z.B. bei einer Frequenz von etwa 70 kHz der Innenraum
2 nach Inhalation geleert wurde. Nicht dargestellte elektronische Mittel
können verwendet werden, um den gewünschten Vibrationsmodus vorteilhaft
auszuwählen, zu steuern und zu wahren, um eine minimale Zurückhaltung
zu erreichen und etwelche nichtlinearen Effekte zu kompensieren, wie weiter oben
erwähnt.
3a und 3b zeigen die Vibrationsmodenpeaks
13, die in der Flüssigkeit und auf dem Membranteil des oberen Substrats
5 bei zwei verschiedenen Frequenzen erzeugt werden, wobei in
3a die angelegte Frequenz bei etwa 139,9 kHz lag, in
3b bei etwa 243 kHz. Daraus ist klar, dass durch eine
richtige Positionierung der Austrittsdüsen 9 bezüglich der Modenpeaks
eine optimierte Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung erhalten werden kann,
die einen maximalen Fluss und eine minimale Zurückhaltung der flüssigen
Substanz 3 besitzt.
4 zeigt eine zweite bevorzugte Ausführungsform
der Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung gemäss der vorliegenden Erfindung.
Diese Sprühvorrichtung ist der in 1 gezeigten
Vorrichtung der ersten Ausführungsform ähnlich, ausser dass in diesem
Fall das erste oder obere Substrat 5 und das zweite oder untere Substrat
6 identisch sind. Die gleichen Bezugszeichen werden für ähnliche
Komponenten verwendet. In diesem Beispiel hat das untere Substrat 6 eine
Gestalt, die der des oberen Substrats 5 einschliesslich der Austrittsorgane
sehr ähnlich ist. Es ist ersichtlich, dass das untere Substrat 6 ähnlich
wie das obere Substrat ebenfalls Hohlräume 7 in Gestalt von Pyramidenstumpfen
hat. Austrittskanäle 10 können in diesem unteren Substrat ebenfalls
vorgesehen werden. Natürlich werden im unteren Substrat keine Austrittsdüsen
9 vorgesehen, aber in seiner allgemeinen geometrischen Gestalt ähnelt
es dem oberen Substrat 5. Durch diesen Aufbau der Sprühvorrichtung
wird ein Raum 2 geschaffen, der auf Grund der Tatsache,
dass beide Substrate mit Hohlräumen in Gestalt von Pyramidenstumpfen versehen
sind, eine spezielle Gestalt besitzt. Raum 2 hat eine Kammertiefe, mit
dem Bezugszeichen &dgr; bezeichnet, die – wie in 4
gezeigt – als der Abstand zwischen den beiden Innenseiten der Substrate definiert
ist, ehe die mikromaschinelle Herstellung der Hohlräume erfolgt ist.
Wie allgemein bekannt, haben Objekte, die geometrisch und in ihrem
Material gleich sind, die gleiche Resonanzfrequenz. Indem zwei ähnliche Substratstrukturen
für das obere und untere Substrat zur Verfügung gestellt werden, verbleibt
somit als einziges übriges antisymmetrisches Element das Vibrationsorgan
8, das an der Aussenseite des unteren Substrats 6 angeordnet ist.
Diese Auslegung lieferte sogar noch bessere Ergebnisse als die erste Ausführungsform,
da die ersten modalen Frequenzen im Raum 2, die von der Innenseite des
unteren und oberen Substrats ausgingen, sich nur um einen Faktor von 1,2 unterschieden.
Eine antisymmetrische Veränderung der Kammertiefe &dgr; kann die beiden Moden
noch weiter zusammenbringen. Selbst wenn diese ersten Moden nicht zusammen auftreten,
gibt es aber immer noch einige interessante Moden bei höheren Frequenzen. In
einem solchen Fall kann ein Modus auf der einen Seite eine ähnliche Vibration
auf der anderen Seite induzieren. In der Praxis wurde gefunden, dass diese Ausführungsform
stabiler ist.
Wie bereits erwähnt, sollten die Austrittsorgane dort angeordnet
werden, wo eine genügend grosse Amplitude für den Ausstoss der Tröpfchen
vorhanden ist, d.h. nahe den Peaks oder Extremwerten der Moden, da bei einer genügend
hohen kinetischen Energie die Flüssigkeit von der Düse wegbricht und ein
kleines Tröpfchen bildet. Düsen, die nicht richtig platziert sind, können
zu grossen Tropfen an der vorderen Aussenseite des oberen Substrats 5 führen,
was wiederum andere Austrittsdüsen blockieren kann.
Vorteilhafterweise kann eine flexible Heizfläche wie eine Kaptonschicht
mit Heizelement 17 – siehe 1 –
in geeigneter Weise den Substraten 5 und 6 aufgesetzt werden,
um die flüssige Substanz auf z.B. eine Temperatur von etwa 37 °C zu erwärmen,
indem ein elektrischer Strom in geeigneter Weise an dieses Heizelement angelegt
wird. Es ist natürlich auch möglich, ein leitfähiges Material auf
der Innenseite des unteren Substrats 6 abzuscheiden, was somit dem Boden
des Raumes 2 entspricht, um die Flüssigkeit zu erwärmen, indem
ein Strom an dieses leitfähige Material angelegt wird.
Der gegenwärtige Anmelder hat auch gefunden, dass eine solche
Heizwirkung vorteilhaft erzeugt werden kann, indem das Vibrationsorgan
8 bei einer bestimmten Vibrationsfrequenz und einem bestimmten Modus betrieben
wird, wo kein Ausstoss der flüssigen Substanz stattfindet, aber eine Heizwirkung
durch das Vibrationsorgan 8 hervorgerufen wird, z.B. bei 70 kHz, aber auch
bei anderen Frequenzen. In diesem Falle macht das Vibrationsorgan 8 ein
getrenntes Heizelement wie das Heizelement 17 überflüssig, da
das Vibrationsorgan selbst als ein Heizelement fungieren kann.
Dank einer solchen Erwärmung kann der Einfluss jeglicher Temperaturschwankungen
auf die Substanz 3 und insbesondere auf die Teilchen, die diese Flüssigkeit
enthält, weitgehend kontrolliert werden. Tatsächlich ist bekannt, dass
sich die Abmessungen von Steroiden, die üblicherweise in einer Arzneisubstanz
verwendet werden, mit der Temperatur ändern und bei höherer Temperatur
löslicher werden, man siehe für weitere Einzelheiten den Aufsatz „Steroid/cyclodextrin
complexes for pulmonary delivery" [Steroid-Cyclodextrin-Komplexe für inhalative
Verabreichung] von G. M. Worth, M. Thomas, S. J. Farr und G. Taylor, Proc. Intl.
Symp. Control. Rel. Bioact. Mater., 24 (1997), Seiten 747 und 748, Controlled Release
Society Inc.. Des Weiteren können auch dank dieser Erwärmung Einflüsse
der Feuchtigkeit aus der Umgebung, in der die Sprühvorrichtung betrieben wird,
berücksichtigt werden, um eine korrekte Funktion zu gewährleisten.
Des Weiteren kann eine solche Erwärmung vor oder zu Beginn des
Zerstäubungszyklus dazu beitragen, die Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung
1 unter definierten Umwelt- und Betriebsbedingungen zu betreiben.
Eine solche Erwärmung kann des Weiteren am Ende des Zerstäubungszyklus
dazu beitragen, etwaige sehr kleine, im Raum 2 vorhandene Flüssigkeitsmengen
zu verdampfen, ebenso wie eine Fortsetzung der Betätigung des Vibrationsorgans
während einer vorbestimmten Zeit nach Beendigung des Inhalationszyklus, wodurch
der vorerwähnte umgekehrte Fluss erhalten wird.
Des Weiteren ist diese Erwärmung natürlich vorteilhaft,
um den Flüssigkeitstropfenspray unter extremen Umweltbedingungen zu verteilen,
zum Beispiel bei einer Temperatur von unter –10 °C. Diese Erwärmung
kann auch auf das zuvor erwähnte externe Reservoir und das Ventil ausgedehnt
werden, die die flüssige Substanz zum Innenraum 2 liefern.
Ein Beispiel der Abmessungen der verschiedenen Teile der Sprühvorrichtung
1 wird hierunter gegeben. Das Vibrationsorgan 8 ist etwa 300 &mgr;m
dick. Der dünnere mittlere Abschnitt des unteren Substrats 6 ist etwa
50 &mgr;m dick, während das untere Substrat und das obere Substrat
5 beide etwa 400 &mgr;m dick sind (also die Waferdicke), wenn die Sprühvorrichtung
nach oben eine Fläche von einigen Quadratmillimetern hat.
In einer bevorzugten Ausführungsform besteht das obere Substrat
5 aus Silicium, da es mikromaschinell bearbeitet werden kann, um eine hochpräzise
Fertigung zu erreichen, während eine so hohe Präzision und die Abwesenheit
auslaugbarer Komponenten mit Kunststoffen und dergleichen viel schwerer zu erreichen
sind, zum Beispiel durch UV-Belichtung oder Plasmaätzbehandlung verschiedener
Kunststoffe, aber Silicium ist auch teurer als Kunststoffe. Wie erwähnt, sind
die Austrittsdüsen 9 und die Zugänge oder Austrittskanäle
10 im oberen Substrat 5 ausgebildet, so dass die angeregte Substanz
3 die Vorrichtung 1 als Tröpfchenspray verlassen kann. Dazu
wird dieses obere Substrat 5 mikromaschinell bearbeitet, zum Beispiel durch
das wohlbekannte anisotrope Ätzen an verschiedenen Stellen unter Verwendung
einer geeigneten Maske 15, wie in 2 gezeigt, um spitz
zulaufende, pyramidenstumpfartige Hohlräume 7 zu erhalten, die zum
Beispiel 200 bis 400 &mgr;m tief sind. Diese pyramidenstumpfartigen Hohlräume
können eine quadratische oder längliche Grundfläche haben und in
beliebiger Zahl vorhanden sein, um das richtige innere Volumen und die richtigen
Strömungseigenschaften für eine bestimmte Substanz 3 zu liefern.
Die konkrete Form dieser Hohlräume ist aber nicht wichtig, sondern hängt
hauptsächlich vom Verfahren ihrer Herstellung ab. Unter Verwendung der üblichen
mikromaschinellen Techniken wird ein anisotropes Ätzen verwendet, was zur spitz
zulaufenden Pyramidenstumpfgestalt führt, aber die Hohlräume können
auch gerade oder zylindrisch sein oder eine andere geeignete geometrische Form besitzen.
Jeder Hohlraum 7 hat dann eine flache Oberseite mit einer
Seitenlänge von etwa 200 bis 400 &mgr;m. Innerhalb dieser Oberseite jedes
Hohlraumes 7 steht mindestens ein Austrittskanal 10 zur Verfügung,
um den Hohlraum 7 mit einer Austrittsdüse 9 auf der Aussenseite
des oberen Substrats zu verbinden. Dieser Austrittskanal wird vorzugsweise mikromaschinell
durch tiefes reaktives vertikales Plasmaätzen von Silicium z.B. bei Zimmertemperatur
oder niedriger Temperatur und einem fortgeschrittenen Siliciumätzlösungsprozess
hergestellt. Der gegenwärtige Anmelder hat Auslegungen mit mehreren Hohlräumen
realisiert, wo jede flache Oberseite bis zu 800 × 800 &mgr;m misst und mehr
als 100 Austrittskanäle enthält. Der Anmelder hat Techniken entwickelt,
um diese Kanäle mit einem senkrechten, glatten Profil herauszuarbeiten, wodurch
Unterschneidungen signifikant verringert und Fertigungstoleranzen in engen Grenzen
kontrolliert werden. Dies ermöglicht genau definierte Werte des Druckabfalls,
der Tröpfchengrösse und des Strömungsverhaltens durch Kanäle
10 für wässrige Lösungen und Suspensionen, während
die glatte Oberfläche für Medikamente mit kleinen festen Teilchen z.B.
von weniger als 1 bis zu 3 &mgr;m in Suspensionen geeignet ist. Die gleiche Wirkung
kann mit proportional grösseren Abmessungen erhalten werden, z.B. mit Düsen
von 10 &mgr;m oder mehr, beispielsweise für nasale Anwendungen.
Somit ist am äusseren Ende jedes Austrittskanals 10
zumindest eine Austrittsdüse 9 vorgesehen, durch die die angeregte
flüssige Substanz als ein Tröpfchenspray ausgestossen wird. Die eingesetzte
Technologie ermöglicht ein Ätzen extrem genauer, tiefer Kanäle mit
geraden und glatten Seitenwänden, die rund oder quadratisch sind und sehr enge,
wiederholbare Toleranzen besitzen, sowie ein Ätzen von Bereichen um die Düsen
9 herum, wie hierunter erklärt. Der Prozess kann zwischen Lithographie
und Ätzen so organisiert werden, dass die lithographische Maske dem erwünschten
Durchmesser in Abhängigkeit von den Prozesstoleranzen angepasst wird, wodurch
die gleichförmige Präzision der Düsen und der Tropfen gewährleistet
wird. Im vorliegenden Beispiel ist jeder Austrittskanal 10 etwa 20 &mgr;m
lang und 5 &mgr;m weit, wobei die Düse 9 eine maximale Öffnung
von etwa 5 &mgr;m besitzt. Die Abmessungen wie auch die Zahl der Düsen kann
natürlich je nach der Menge des Arzneimittels und der entsprechenden, auszustossenden
Tröpfchengrösse leicht modifiziert werden, wie hiernach eingehender erklärt
wird. Es sollte aber vermerkt werden, dass diese Austrittskanäle
10 nicht zu lang sein sollten, um einen grossen Druckabfall über diesen
Kanal zu vermeiden, der zu einer Änderung der Grösse des ausgestossenen
Tröpfchens führt.
Vorzugsweise wird eine selektive, gemusterte harte amorphe Kohlenstoffschicht,
z.B. diamantartiger Kohlenstoff (DLC), von z.B. 400 nm (10–9 m)
in verschiedenen Bereichen abgeschieden, namentlich innerhalb des ganzen Hohlraumes
7 und des ganzen Austrittskanals oder Teilen davon, in bestimmten Bereichen
des Raumes 2 und auf der ganzen Aussenseite des oberen Substrats
5 oder einem Teil davon. Eine solche Beschichtung verbessert die Glattheit
und verringert den Strömungswiderstand im Kanal 10. Diese DLC-Beschichtung
kann auf der gesamten Aussenseite des oberen Substrats 5 angebracht werden,
aber muss natürlich entfernt oder nicht erst abgeschieden werden, wo das obere
und untere Substrat durch anodisches Bonden zusammengefügt werden.
Hydrophile und hydrophobe Beschichtungen können selektiv auf
das obere Substrat 5 und das untere Substrat 6 aufgebracht werden,
wie durch die Fliesseigenschaften des Medikaments oder der flüssigen Substanz
3 verlangt.
Die Verhältnisse zwischen den verschiedenen individuellen Abmessungen
wie die innere lichte Höhe des Raumes 2, der Abstand zwischen den
Düsen 9, die Länge des Membranteils des unteren Substrats
6 usw. ergeben Faktoren wie das Verdichtungsverhältnis, die Hubamplitude
der Membran usw., die es zusammen mit den elektronischen Parametern wie Amplitude
und Frequenz ermöglichen, die Sprühvorrichtung der Erfindung an unterschiedliche
Eigenschaften der Flüssigkeit wie die Viskosität anzupassen.
Dank der erfinderischen Anordnung der Sprühvorrichtung
1 werden praktisch monodisperse Tröpfchen ausgestossen, die eine genaue
Berechnung der Arzneimittelmenge ermöglichen, die in die verschiedenen Teile
der Lunge eintreten.
5a ist eine detaillierte Ansicht des oberen Substrats
5 mit Hohlräumen 7, Austrittskanälen 10 und
Austrittsdüsen 9. Da die Oberseite des Hohlraumes 7, der
die zuvor erwähnte Membran bildet, viel grösser als die tatsächliche
Düsenfläche ist, können daher mehrere Austrittsdüsen
9 auf jeder Hohlraumfläche vorgesehen werden, um mehrere Tröpfchen
und somit eine grössere Menge des Arzneimittels gleichzeitig auszustossen.
5b ist eine vergrösserte Ansicht eines Teiles
von 4a, aus der ersichtlich ist, dass die Kanäle
10 und Düsen 9 leicht in Übereinstimmung mit spezifischen
Bedingungen platziert werden können.
Vorteilhafterweise können auch mehrere Hohlräume
7 kombiniert werden, um einen einzigen langgestreckten pyramidenstumpfförmigen
Graben zu bilden, und sogar mehrere dieser Gräben können in einer geeigneten
Anordnung kombiniert werden. Dann wird ein grösseres inneres Volumen erzielt,
was eine geringere Gefahr der Beeinflussung der angeregten Flüssigkeit birgt,
die die Vorrichtung zu verlassen sucht. Des Weiteren ist eine solche Anordnung leichter
herzustellen und somit billiger.
Der Durchmesser eines Tröpfchens hängt bei einer gegebenen
Frequenz der Vibration der flüssigen Substanz und einem gegebenen Eintrittsdruck
von der Grösse der Düsenöffnung ab. Im vorliegenden Beispiel, wo
eine Frequenz von etwa 243 kHz verwendet wird, wurde ein Tröpfchendurchmesser
von etwa 5 &mgr;m gefunden, während der Durchmesser der Düsenöffnung
etwa 7 &mgr;m und der Eintrittsdruck einige Millibar betrug. Ein solches Tröpfchen
enthält also eine Menge von etwa 67 Femtolitern (10–15 l),
so dass die Anzahl der Düsen in Abhängigkeit von der auszustossenden Menge
berechnet werden kann. In einem praktischen Fall kann die Anzahl der Düsen
von etwa 600 bis etwa 1500 variieren.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird ein Organ zur Messung
des Medikamentenstromes wie zum Beispiel ein piezo-resistives Element, mit der Bezugszahl
16 bezeichnet, siehe 1, auf der Innenseite
der Membran nahe dem Ausgang der Düsen vorgesehen, und zwar in Gestalt eines
differentiellen Drucksensors, was eine vollständigere Überwachung der
Sprühvorrichtung nicht nur durch die Messung des Flüssigkeitsstromes ermöglicht,
sondern auch einen leeren Raum 2 sowie mögliche Einschlüsse erkennen
lässt. Die Menge der auszustossenden Tröpfchen kann durch diese Organe
zur Messung des Medikamentenstromes innerhalb der Sprühvorrichtung so kontrolliert
werden, dass die ausgestossene Menge bestimmt werden kann.
Das piezo-resistive Organ 16 für die Messung des Flüssigkeitsstromes,
das in die innere Membran des oberen Substrats 5 hinein abgeschieden oder
eindiffundiert werden kann, kann auch für eine Temperaturmessung kalibriert
werden. Es kann somit an (nicht dargestellte) elektronische Mittel angekoppelt werden,
um den Flüssigkeitsstrom wie auch die Temperatur zu messen, und dient somit
als Eingabeorgan der elektronischen Mittel für die Berechnung der richtigen
Betriebsmoden der zuvor erwähnten Erwärmung unter sich verändernden
Umweltbedingungen und für eine Berechnung der Korrekturfaktoren für die
Kompensation seiner eigenen Nichtlinearitäten wie auch der des Vibrationsorgans
8 und der Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung 1.
Der gegenwärtige Anmelder hat ferner ein Modell der Lunge und
ihrer Funktion verwendet und in elektronischen Schaltkreisen implementiert. Details
dieses Lungenmodells werden in der europäischen Patentanmeldung Nr. 98 111
497.8 beschrieben, der elektronische Steuerkreis, der ein Ruleprozessor ist, wird
im europäischen Patent EP-B-0 748 482 beschrieben. Es ist tatsächlich
beobachtet worden, dass eine bestimmte Tröpfchengrösse besser geeignet
ist, um die unterschiedlichen Bereiche wirksam zu erreichen. Zum Beispiel erreicht
ein Tröpfchen mit einer Grösse um 3 bis 5 &mgr;m leichter den Bereich
der Alveolen, während ein Tröpfchen mit einer Grösse von etwa 10
&mgr;m den zentralen Bereich erreicht und eine Tröpfchengrösse von etwa
16 &mgr;m gewährleistet, dass die Tröpfchen den Bereich der Luftröhre
erreichen.
Dank dieser Beobachtungen ist es daher möglich festzulegen, welche
Tröpfchengrösse und Dosierung eines Medikaments für eine gewünschte
Therapie und für einen Patiententyp (Kleinkind, Kind, Erwachsener) zu verwenden
sind, und den Inhalator gemäss der erforderlichen Dosierung auszulegen.
Nach dieser Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform dieser
Erfindung wird es für einen Fachmann nunmehr offensichtlich sein, dass andere
Ausführungsformen, die ihr Konzept verkörpern, verwendet werden können.
Daher besteht die Meinung, dass diese Erfindung nicht auf die offenbarte Ausführungsform
beschränkt, sondern nur durch den Umfang der beigefügten Ansprüche
eingegrenzt werden sollte.
Zum Beispiel kann die gleiche Flüssigkeitstropfensprühvorrichtung
nicht nur für einen Inhalator in Atmungstherapien verwendet werden, sondern
sie kann allgemein für die Schaffung von Flüssigkeiten in Aerosolform
verwendet werden, zum Beispiel durch die Verwendung von Duftstoffen für Parfüm.