| Dokumentenidentifikation |
EP1811051 06.09.2007 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001811051 |
| Titel |
LEGIERUNG FÜR GUSSEISENSTÜCKE |
| Anmelder |
Dynin, Anton Yakovlevich, Chelyabinsk, RU |
| Erfinder |
RYABCHIKOV, Ivan Vasilievich, Chelyabinsk, 454048, RU; PANOV, Alexey Gennadyevich, Naberezhnye Chelny, 423830, RU |
| Vertreter |
derzeit kein Vertreter bestellt |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR |
| Sprache des Dokument |
EN |
| EP-Anmeldetag |
04.11.2004 |
| EP-Aktenzeichen |
048089593 |
| WO-Anmeldetag |
04.11.2004 |
| PCT-Aktenzeichen |
PCT/RU2004/000435 |
| WO-Veröffentlichungsnummer |
2006049525 |
| WO-Veröffentlichungsdatum |
11.05.2006 |
| EP-Offenlegungsdatum |
25.07.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
06.09.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
C22C 35/00(2006.01)A, F, I, 20070626, B, H, EP
|
| IPC-Nebenklasse |
C21C 1/10(2006.01)A, L, I, 20070626, B, H, EP
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| Beschreibung[de] |
|
Die Erfindung gehört zum Bereich "Metallurgie" beziehungsweise
zur Gewinnung einer raffinierten und modifizierten Legierung für Gusseisenstücke
und deren Qualitätsverbesserung. Die Legierung gemäß der Erfindung
kann sowohl in Eisenhütten- und Maschinenbauwerken als auch in Gießereien
verwendet werden.
Bekannt ist schon eine Legierung zur Desoxidation und Modifikation
von Gusseisen (Erfinderzeugnis der
UdSSR Nr. 449979
, "Die Legierung zur Desoxidation und Modifikation von Gusseisen", 1974),
die Silizium, Seltenerdmetalle, Strontium, Kalzium, Aluminium und Eisen mit dem
folgenden Verhältnis der Komponenten enthält (die Menge ist in % gegeben):
Silizium
55-80
Seltenerdmetalle
0,1-1,5
Strontium
0,1-5
Kalzium
0,1-5
Aluminium
0,1-3
Eisen
Rest
Der Nachteil der Legierung ist eine niedrige, sphäroidisierende
und nicht stabile graphitisierende Fähigkeit bei der Verarbeitung von Konstruktionsgrauguss
bei dessen Herstellung mit einer Wanddichte von mindestens 3 mm, wodurch die mechanischen
Eigenschaften verschlechtert werden und eine Aufhellung des Gusses entsteht. Die
fehlende Stabilität der graphitisierenden Fähigkeit ist durch eine starke
Abhängigkeit der graphitisierenden Wirkung des aktiven Elements Strontium bedingt,
sogar bei geringen Schwankungen des Gehalts dieses Elements in der Legierung an
Aluminium und Kalzium. Nur Seltenerdmetalle in der genannten Menge ohne das sphäroidisierende
Hauptelement Magnesium ermöglichen nicht die Gewinnung von Graphit in globularer
Form.
Aus dem Patent der
UdSSR Nr. 1813113
("Gusseisenmodifikator"; 1993) ist ein Modifikator für Gusseisen
bekannt, der dem Anmeldungsgegenstand hinsichtlich der technischen Eigenschaften
und des zu erreichenden Effekts besonders nahe kommt. Dieser Modifikator weist folgende
Komponenten auf (die Menge ist in % gegeben):
Silizium
15-90
Strontium
0,1-10
Kalzium
weniger als 0,1
Zirkonium und/oder Titan
0,3-10
Eisen
Rest
Der Nachteil des Modifikators besteht darin, dass keine
modifizierende Wirkung bei der Gusseisenverarbeitung entsteht. Bei einem Gehalt
an Kalzium im Modifikator von weniger als 0,1 %, bei der Untergrenze des Siliziumgehalts
(15 %) und bei einer beliebigen Kombination von Zirkonium und/oder Titan in den
angegebenen Mengen beträgt die Lösbarkeitsgrenze von Strontium weniger
als 0,1 % (
J. A. Ageew, S. A. Artschugow, "Untersuchung der Lösbarkeit von Erdalkalimetallen
im Flüssigeisen und in Legierungen, die im Flüssigeisen enthalten sind",
Zeitschrift für physische Chemie, T. LIX 4, 1985, S. 838-841
). Dieser Modifikator kann nicht einen Guss mit einer Wanddichte von weniger
als 3 mm aus dem Konstruktionsgrauguss ohne Aufhellen garantieren. Außerdem
ermöglicht das Fehlen der sphäroidisierenden Komponente im Modifikator
auch das Entstehen von Plattengraphit.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine
Legierung zu schaffen, deren Bestandteile eine Erzeugung von Gusseisen mit hohen
Härte- und Plastizitätseigenschaften ohne Aufhellung im Schnitt von Eisenstücken
von weniger als 3 mm garantiert und die auch die notwendige Reproduktion der modifizierten
Wirkung gewährleistet.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Legierung
zusätzlich Magnesium und Seltenerdmetalle mit dem folgenden Verhältnis
der Komponenten aufweist (die Menge ist in % gegeben):
Silizium
45-78
Magnesium
0,1-7,0
Seltenerdmetalle
0,1-2,2
Strontium
0,1-2,0
Kalzium
0,1-1,5
Aluminium
0,3-2,0
Zirkonium
0,1-2,0
Eisen
Rest
Die zusätzliche Einführung von Magnesium und
Seltenerdmetallen ermöglicht den Einschluss von Graphit in sphärischer
Form, wodurch die Härte und die Plastizität des Gusseisens erhöht
werden. Wenn außerdem die Legierung gleichzeitig Magnesium und Zirkonium enthält,
stärkt deren gemeinsame Wirkung die graphitisierende Wirkung und mindert die
Aufhellung im Guss.
Das Verhältnis der Bestandteile in der Legierung gemäß
der Erfindung ist so ausgewählt, dass die gemeinsame Wirkung der genannten
Elemente eine zuverlässige Reproduktion der Modifikationsergebnisse garantiert.
Diese Wirkung wird sogar bei einem Eindringen von Produktionsschlacken in die Legierung
bis zu einem Anteil von 1,0 %, wobei diese Schlacken aus Oxiden und Sulfiden von
Metallen entstehen, und bis zu einem Anteil von 1,0 % der inaktiven Metalle erreicht,
die als Begleitstoffe in der Schicht auftreten.
Die obere und die untere Grenze des Gehalts an Legierungskomponenten
sind entsprechend der gestellten Aufgabe und den wirtschaftlichen Gründen gewählt.
Die untere Grenze des Siliziumgehalts in der Legierung ist dadurch bedingt, dass
bei einem Gehalt von weniger als 45 % die modifizierenden Eigenschaften dieses Elements
kaum erkennbar sind. Außerdem ist Silizium ein Lösungsmittel für
die andere Legierungskomponente. Eine Erhöhung des Siliziumanteils bis mehr
als 78 % ist nicht zweckmäßig, denn das führt nicht zu einer weiteren
Erhöhung der modifizierenden Fähigkeit dieses Elements, sondern zum Wertanstieg
der Legierung.
Die Seltenerdmetalle werden in die Legierung für die
Stabilisierung der Ergebnisse der sphäroidisierenden Modifikation wegen der
Neutralisation der Beimischung der Buntmetall-Deglobulasatoren (Pb, Sn, Sb und andere)
durch deren Kopplung mit der feindispersen Verbindung eingeführt, die auch
zusätzliche Graphitisierungszentren sind. Sulfide und Oxysulfide der Seltenerdmetalle
mit hoher Dichte, die mit der Dichte des Flüssigeisens zu vergleichen ist,
dienen auch als Kristallisationszentren von Graphit und stärken dabei die graphitisierenden
Wirkung. Bei einem Gehalt von weniger als 0,1 % in der Legierung ist ihre Wirkung
auf die Gusseiseneigenschaften wenig bemerkbar. Ein Gehalt an Seltenerdmetallen
von höher als 2,2 % ist wegen der Abschwächung der Steigerung der graphitisierenden
Fähigkeit dieser Metalle und der Verteuerung der Legierung unzweckmäßig.
Unter den individuellen Seltenerdmetallen sind Lantan und Neodym zu nennen.
Die Einführung von Strontium in die Legierung führt
zu einer Verbesserung der Graphitform und zu einer plötzlichen Steigerung der
graphitisierenden Fähigkeit des Strontiums. Aber das graphitisierende Potential
des Strontiums nimmt beim Vorhandensein von Kalzium und Aluminium bedeutend ab.
Die untere Grenze des Stronziumgehalts in der Legierung ist dadurch bedingt, dass
bei einem Anteil von mindestens 0,1 % Sr in dieser Legierung der Zusatz dieser Legierung
im Gusseisen wenig wirksam ist. Die obere Grenze des Strontiumgehalts in der Legierung
ist durch die Möglichkeiten des Arbeitsvorgangs zur Gewinnung der Legierung
begrenzt.
Das Vorhandensein von Kalzium und Magnesium in der Legierung
fördert die Verbesserung der Entstehungsbedingungen für die Graphitkeime
bei der Kristallisierung des Gusseisens, und je größer der Kalziumanteil
ist, desto mehr Magnesium soll die Legierung enthalten. Bei einem Anteil an Kalzium
von 0,1 % soll die Legierung höchstens 0,15 % Magnesium enthalten. Die Obergrenze
des Gehalts an Kalzium (1,5 %) entspricht auch der Obergrenze des Magnesiumsgehalts
(7,0 %) in der Legierung. Ein Kalziumgehalt von mehr als 1,5 % in der Legierung
fördert eine Senkung der Auflösungsgeschwindigkeit im Flüssiggusseisen
infolge der Sperre der Angriffsfläche mit den entstehenden Silikaten.
Der Aluminiumanteil soll höchstens 2,0 % sein, denn
Aluminium senkt die graphitisierende Fähigkeit von Strontium. Die Untergrenze
von Aluminium in der Legierung erklärt sich durch einen großen Verbrauch,
der mit dem Raffinieren des Ferrosiliziums aus Aluminium verbunden ist, weil die
Industriesorten von Ferrosilizium 2,5 % Aluminium enthalten.
Das Vorhandensein von Magnesium in der Legierung in einer
Menge von weniger als 0,1 % stört die Stabilisierung der Bestandteile der Legierung
und garantiert nicht den notwendigen Gehalt an Strontium, Kalzium und Aluminium
in engen Grenzen. Das Magnesium erhöht die Strontiumlöslichkeit in der
eisenkieselartigen Schmelze und ermöglicht, den Gehalt an diesem Element an
der Obergrenze (2,0 %) stabil zu halten, sogar bei einem minimalen Gehalt an Silizium.
Außerdem ist Magnesium ein wichtiges, sphäroidisierendes Element Ein Anteil
an Magnesium von mehr als 7 % in der Legierung führt zu einem erhöhten
Abbrand der Legierung und zu einem Pyroeffekt bei der Einführung des Modifikators
in das Flüssiggusseisen. Darum ist dieser Gehalt an Magnesium in der Legierung
wirtschaftlich und ökologisch nicht zweckmäßig.
Das Zirkonium ist in die Legierung für die Nivellierung
der schädlichen Wirkung des Aluminiums auf den graphitisierenden Einfluss des
Strontiums eingeführt. Dabei entspricht die Untergrenze des Zirkoniumgehalts
der unteren Grenze des Gehalts an Aluminium in der Legierung, und die Obergrenze
des Zirkoniumgehalts entspricht der größten Menge des Aluminiums in der
Legierung. Es ist bekannt, dass Strontium beim Vorhandensein von Aluminium in den
eisenkieselartigen Modifikatoren seine graphitisierende Eigenschaften nicht stabil
zeigt und die Verwendung von solchen Modifikatoren nicht immer zur absoluten Beseitigung
des Aufhellens in den Eisenstücken führt. Das in die Legierung in der
angegebenen Menge eingeführte Zirkonium stabilisiert die leistungsstarke, graphitisierende
Fähigkeit von Strontium infolge der Entstehung der festen Verbindungen ZrAl2,
ZrAl3 und anderen und gibt die Möglichkeit, das Aufhellen in dünnwandigem
Guss zu beseitigen. Ein Zirkoniumgehalt von weniger als 0,1 % in der Legierung garantiert
nicht eine stabile Wirkung des Strontiums, wenn die Legierung 0,3 % Aluminium enthält.
Wenn es in der Legierung 2,0 % Zirkonium gibt, kann die schädliche Wirkung
des Aluminiums, sogar wenn dessen Anteil 2,0 % beträgt, vermieden werden.
Beispiel 1
Gewinnung der Legierung für die Gusseisenmodifikation.
Die Legierung (Tabelle 1) wird in einem Induktionsofen
IST 1,0) bei der Legierung von Silizium, Stahlschrott, Mischmetall oder Lautanoxid,
Magnesium, Silicozirkonium und Stronziumkarbonat hergestellt. Die Schmelze wird
in Blockform gegossen. Nach der Abkühlung wird die Legierung von der Schlacke
getrennt und mit einem Backenquetscher (DLSC 80) aufgebrochen, wobei die Bruchteile
einen Durchmesser von 1-5 mm aufweisen.
Beispiel 2
Vergleich der Wirkung der Legierung für die Modifizierung.
Für den Vergleich der Wirkung der Legierung wird Gusseisen
verwendet, der in einem Induktionsofen (IST 0,1) geschmolzen wird. Die Gusseisenmodifikation
mittels der Legierung wird in einer Gießpfanne durchgeführt. Es wurden
Legierungen von bekanntem Gehalt und von dem Gehalt gemäß der Erfindung
miteinander verglichen. In der Tabelle 1 sind die ersten drei bekannte Legierungsgehalte
und die letzten vier Legierungsgehalte gemäß der Erfindung.
In der Tabelle 2 sind Ergebnisse der Gusseisenmodifizierung
mittels der Legierungen der Gehalte 1-7 dargestellt. Mechanische Tests wurden mit
Mustern von 10 mm nach dem GOST 1497-84 und die Größe des Aufhellens im
Guss wurde mit einer Wandstärke von 3 mm gemessen.
Tabelle 1
Elemente
Massenanteil der Elemente
Bekannter Gehalt
Gehalt gemäß
der Erfindung
1
2
3
4
5
6
7*
Silizium
15
50
90
78
45
77
50
Seltenerdmetalle
-
-
-
0,1
0,3(La)
2,2
1,5
Strontium
0,1
5
0,1
0,8
0,1
0,8
2,0
Kalzium
0,05
0,05
0,1
0,15
0,4
0,15
1,5
Aluminium
0,5
0,5
0,5
0,3
0,8
0,5
2,0
Zirkonium
10
5
0,3
1,2
0,1
0,1
2,0
Magnesium
-
-
-
0,1
5,5
0,3
7,0
Eisen
fehlt
fehlt
fehlt
fehlt
fehlt
fehlt
fehlt
* Die Legierung enthält
Produktionsschlacke und Fremdstoffe, 1% von jedem Element.
Tabelle 2
Legierung
&sgr;B, MPa
&dgr;,%
Tiefe des Aufhellens, mm
1
150
≤0,2
1,4
2
190
≤0,2
fehlt
3
210
≤0,2
fehlt
4
250
0,5
fehlt
5
620
2,2
fehlt
6
330
1,2
fehlt
7
530
3,5
fehlt
Aus der Tabelle 2 folgt, dass die Legierung eine stabile
Liquidierung von Bleiche in dünnwandigem Gussstück bei erhöhter Haltbarkeit
und Plastizität des Gusseisens ermöglicht.
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| Anspruch[de] |
Legierung zur Gusseisenmodifikation, die Silizium, Kalzium, Aluminium,
Zirkonium und Eisen enthält,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie zusätzlich Magnesium und Seltenerdmetalle mit folgendem Verhältnis
der Komponenten enthält (die Masse ist in % gegeben):
Silizium
45 - 78
Seltenerdmetalle
0,1-2,2
Strontium
0,1 -2,0
Kalzium
0,1 - 1,5
Aluminium
0,3 - 2,0
Magnesium
0,1 - 7,0
Zirkonium
0,1-2,0
Eisen
Rest
Legierung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie 0,1-1,0 % Magnesium, 0,1-0,2 % Kalzium, 0,3-0,5 % Aluminium und
0,1- 0,3 % Seltenerdmetalle enthält.
Legierung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie 4,0-7,0 % Magnesium, 0,2-1,0 % Kalzium, 0,5-1,5 % Aluminium, 0,1-0,3
% Zirkonium enthält und dass als Seltenerdmetalle individuelle Elemente verwendet
werden.
Legierung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass als individuelle Seltenerdmetalle Lantan und/oder Neodym in einem Anteil
von 0,2 - 0,5 % an der Gesamtmenge verwendet werden.
Legierung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie Schlacke und Fremdstoffe bis 1 % von jedem Stoff enthält.
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