| Dokumentenidentifikation |
EP1811073 06.09.2007 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001811073 |
| Titel |
Nähmaschine und Verfahren zum Erfassen von Bewegungen bei Nähmaschinen |
| Anmelder |
Bernina International AG, Steckborn, CH |
| Erfinder |
Wentkowski, Michael, 8556 Wigoltingen, CH |
| Vertreter |
derzeit kein Vertreter bestellt |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
06.11.2006 |
| EP-Aktenzeichen |
064054695 |
| EP-Offenlegungsdatum |
25.07.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
06.09.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
D05B 19/12(2006.01)A, F, I, 20070626, B, H, EP
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| IPC-Nebenklasse |
D05B 59/02(2006.01)A, L, I, 20070626, B, H, EP
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| Beschreibung[de] |
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Gegenstand der Erfindung ist eine Nähmaschine und
ein Verfahren zum Erfassen von Bewegungen bei einer Nähmaschine gemäss
den Merkmalen der Patentansprüche 1 und 8.
Nähmaschinen, Stickmaschinen, Quiltvorrichtungen und
dergleichen umfassen oft Sensoren, mit denen sich z.B. Bewegungen des Nähguts
oder des Stickrahmens erfassen lassen. Durch Weiterverarbeitung der Signale solcher
Sensoren können z.B. Steuersignale generiert oder Anzeigen angesteuert werden.
Aus der
EP1321556
ist ein Verfahren zum Regeln des Stofftransportes bei einer Näh-
oder Stickmaschine bekannt, bei welchem ein Sensor zum Erfassen von Vorschubweiten
des Nähguts im Bereich der Stichplatte angeordnet ist. Der Sensor ist als CCD-Kamera
ausgebildet und erfasst in schneller Folge Bilder der Oberfläche des Nähguts.
Anhand der Positions- bzw. Lageänderung von Strukturmerkmalen der Nähgutoberfläche
in aufeinander folgenden Bildern berechnet eine Steuerung die Position und Lage
des Nähguts bzw. Informationen über dessen Bewegung. Werden Abweichungen
der erfassten Messgrössen von vorgegebenen Sollgrössen festgestellt, wird
die Transportvorrichtung für das Nähgut in der Weise beeinflusst, dass
solche Abweichungen minimal sind.
Aus der
W02005056903
ist eine Vorrichtung zum Steuern bzw. Regeln der Nadelbewegung bei einer
Nähmaschine bekannt. Sie umfasst eine Erfassungsvorrichtung mit einem Bildsensor,
der mit hoher Abtastrate einen Ausschnitt der Nähgutoberfläche von oben
her erfasst. Beim Quilten wird das Nähgut manuell verschoben. Die Erfassungsvorrichtung
erfasst in schneller Folge von etwa 1500 Bildern pro Sekunde einen im Bereich des
Sensors und der Nähnadel gelegenen Ausschnitt der Nähgutoberfläche.
Anhand dieser Informationen werden die Bewegungen des Nähguts ermittelt und
der Nadelantrieb in der Weise gesteuert, dass aufeinander folgende Nähstiche
in gleichmässigen Abständen gebildet werden.
Trotz hoher Abtastrate können bei derartigen Systemen z.B. bei hohen Beschleunigungen
Fehler auftreten. Dies ist insbesondere dann störend, wenn ein zyklisches Nähmuster
gebildet werden soll, welches an ein- und derselben Stelle beginnt und endet. Im
Weiteren haben solche Systeme die Eigenheit, dass ein zweidimensionaler Oberflächenabschnitt
mit in der Regel geringer Schärfentiefe auf einen Bildsensor abgebildet wird.
Objekte können somit nur dann zuverlässig erfasst werden, wenn sie genügend
gross sind und innerhalb des jeweiligen Schärfentiefebereichs liegen.
Objektbewegungen können nur in einer Erfassungsebene,
nicht jedoch vertikal dazu erfasst werden.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb,
eine verbesserte Erfassungsvorrichtung und ein Verfahren zur Erfassung von Bewegungen
bei Nähmaschinen zu schaffen, welche eine zuverlässige und schnelle Bewegungserfassung
selbst von kleinen Teilen ermöglicht. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht
darin, die Erfassungsvorrichtung und das Verfahren so auszubilden, dass Objektbewegungen
in einer Ebene und/oder vertikal zu dieser Ebene erfasst werden können.
Diese Aufgaben werden gelöst durch eine Nähmaschine
und durch ein Verfahren gemäss den Merkmalen der Patentansprüche 1 und
8. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Nähmaschine und des Verfahrens sind in
den abhängigen Ansprüchen umschrieben.
Das erfindungsgemässe Verfahren und die Näh-,
Stick- oder Quiltmaschine mit der erfindungsgemässen Erfassungsvorrichtung
basieren auf der Überlegung, dass die Berechnung von Objektgeschwindigkeiten
oder von Positions- oder Lageänderungen von Objekten durch Auswerten zeitlich
aufeinander folgender Einzelbilder insbesondere dann an die Grenzen der technischen
Machbarkeit stossen, wenn die Objekte klein und/oder die Geschwindigkeiten oder
die Beschleunigungen gross sind oder wenn die Objektbewegungen nicht innerhalb einer
vorgegebenen Erfassungsebene erfolgen.
Beim erfindungsgemässen Verfahren und bei der erfindungsgemässen Nähmaschine
werden Bewegungen direkt erfasst, d.h. ohne Umrechnung aus zeitlich nacheinander
erfassten Abbildungen der Objektoberfläche. Dabei erzeugt ein Laser einen kohärenten
Lichtstrahl, der mittels einer Optik bzw. mittels optischer Elemente in Richtung
der zu erfassenden Objektoberfläche gelenkt wird. Ein Teil des an der Objektoberfläche
gestreuten Lichts wird in Richtung des Lasers zurück reflektiert. Vorzugsweise
ist die Optik so ausgebildet, dass am Objekt gestreutes Licht gesammelt und zum
Laser zurück gestrahlt wird. Dort tritt zumindest ein Teil des gestreuten Lichts
durch den teildurchlässigen Spiegel wieder in den Resonator ein, wo es mit
dem im Resonator erzeugten Licht interferiert. Dadurch werden grundlegende Eigenschaften
des Lasers und des vom Laser emittierten Lichts verändert. Dieses Phänomen
wird auch als "self-mixing effect" bezeichnet. Alternativ kann auch ein anderer,
vom Laser-Resonator unabhängiger Interferenz-Detektor verwendet werden, wobei
beispielsweise vom Laser erzeugtes Licht mittels teildurchlässiger Spiegel
ausgekoppelt und mit am Objekt gestreutem Licht ausserhalb des Resonators zur Interferenz
gebracht wird.
Bewegt sich die Objektoberfläche relativ zum Laser, ändert sich aufgrund
des Doppler-Effekts die Frequenz des gestreuten und in Richtung des Lasers reflektierten
Lichts in Abhängigkeit der Geschwindigkeitskomponente in Richtung des Laserstrahls.
Diese Frequenzänderung liegt für realistischerweise zu erfassende Objektbewegungen
in der Grössenordnung von etwa einem Kiloherz bis einigen Megaherz und kann
somit verzögerungsfrei mit herkömmlichen elektronischen Mitteln einfach
ausgewertet werden. Eine Frequenzverschiebung ist selbst bei Objekten mit nahezu
unstrukturierten glatten oder spiegelnden Oberflächen noch messbar. Es genügen
somit kleinste Inhomogenitäten und Streulichtanteile, um eine messbare Frequenzänderung
zu bewirken.
Parameter, welche aufgrund des Selbstkopplungseffektes des Lasers ändern können,
sind z.B. die Leistungsaufnahme oder der Junction-Widerstand, die Intensität
des abgestrahlten Laserlichts, die Frequenz und der Durchmesser des Laserstrahls
oder die Schwellenverstärkung des Lasers. Diese Parameterwerte ändern
sich mit einer Frequenz, welche der Frequenzdifferenz zwischen dem vom Laser erzeugten
und dem in den Laser zurück gestreuten Laserlicht entspricht. Diese Frequenzdifferenz
wiederum ist proportional zur Geschwindigkeitskomponente der Objektoberfläche
in Richtung des Laser-Lichtstrahls. Es ist also möglich, durch Erfassung und
Auswertung der Fluktuationen eines oder mehrerer dieser Parameterwerte die Geschwindigkeitskomponente
der Objektoberfläche in der jeweiligen Richtung zu bestimmen.
Falls (bei Bewegungen der Objektoberfläche entlang
einer vorgegebenen Bewegungsbahn oder bei eindimensionalen Objektbewegungen) die
Beziehung zwischen der Ausbreitungsrichtung des Laserstrahls und der Bewegungsrichtung
der Objektoberfläche eindeutig und a priori bekannt ist, kann aus der messtechnisch
direkt oder indirekt erfassten Frequenzdifferenz zwischen dem vom Laser ausgesendeten
und dem vom Objekt gestreuten und wieder in den Laser eingekoppelten Lichtstrahl
die Geschwindigkeit der Objektoberfläche in der jeweiligen Richtung berechnet
werden. Durch Integration der Geschwindigkeitswerte können praktisch verzögerungsfrei
auch die jeweiligen Positionen oder Positionsänderungen des Objektes bzw. der
Objektoberfläche berechnet werden. Zur Erfassung von Bewegungen der Objektoberfläche
mit zwei oder mehreren Freiheitsgraden können in analoger Weise zwei oder mehrere
Sensoren mit Lasern als Lichtquellen und mit Detektoren zur Erfassung der jeweiligen
Parameterfluktuationen vorgesehen sein, wobei die Strahlungsrichtungen und/oder
die Positionen dieser LaserLichtquellen unterschiedlich sind.
Die
WO2005/076116
offenbart eine Anordnung mit zwei Laserdioden, welche vorzugsweise orthogonal
zu einander auf einem gemeinsamen ebenen Substrat angeordnet sind. Die beiden Laserstrahlen
werden entsprechend der Ausrichtung der jeweiligen Laserdioden von einer gemeinsam
genutzten Sammellinse derart schräg nach oben gebündelt, dass sie an der
Oberseite oder knapp oberhalb eines Erfassungsfensters nahe beieinander fokussiert
sind. Eine solche Anordnung kann bei Eingabegeräten - also beispielsweise bei
Computermäusen oder bei Eingabevorrichtungen für Computer, Mobiltelefone
und dergleichen - zur Erfassung von Bewegungen in einer Ebene genutzt werden. Die
Linse oder ein anderes entsprechendes optisches Sammelmittel ist so ausgebildet,
dass der Laserstrahl einen in Strahlrichtung ausgedehnten Fokalbereich hat, wobei
der Strahl dort nicht auf den kleinstmöglichen Durchmesser fokussiert wird,
sondern über einen längeren Bereich einen annähernd konstanten Strahldurchmesser
aufweist.
Bei der vorliegenden Erfindung wird das Prinzip der Erfassung von Bewegungen mittels
Selbstkopplung von Laserstrahlen in Verbindung mit dem Doppler-Effekt dazu genutzt,
Bewegungen und Positions- oder Lageänderungen bei Nähmaschinen, Stickmaschinen,
Quiltvorrichtungen und dergleichen zu erfassen. Bewegliche Objekte können hier
sowohl Maschinenkomponenten oder Zubehörteile wie Nähnadel, Nadelhalter,
Stoffdrückerfuss, Transporteur, Greifer, Unterfadenspule Stickrahmen usw. oder
aber zu verarbeitende Objekte oder Komponenten wie das Nähgut - bzw. bei mehreren
Nähgutlagen eine Nähgutschicht -, der Oberfaden oder der Unterfaden sein.
Je nach Art, Grösse, Gestalt, Ort und Bewegung des zu erfassenden Objekts kann
die Ausgestaltung und Anordnung der Erfassungsvorrichtung unterschiedlich sein.
Mögliche Anwendungen sind:
- Erfassung der Nähgutbewegung, insbesondere die Ermittlung des Geschwindigkeitsvektors
bzw. der Nährichtung und der Nähgutgeschwindigkeit, die Ermittlung des
Beschleunigungsvektors oder die Berechnung der jeweiligen Ausrichtung und/oder Position
des Nähguts durch Integration der Geschwindigkeit bzw. der Geschwindigkeiten,
welche mittels eines oder mehrerer Sensoren erfasst werden. Die gewonnenen Daten
können z.B. zum Steuern oder Regeln einer Transportvorrichtung für das
Nähgut oder zur Qualitätssicherung beim Nähen oder Sticken (Erfassung
von Ist-Soll-Abweichungen in einer oder zwei Dimensionen der Nähebene, Schlupfminimierung)
oder zum Steuern oder Regeln der Nadelbewegung (Freihandnähen bzw. -quilten)
verwendet werden. Aufgrund der Sensorinformationen kann eine Tansportvorrichtung
so geregelt werden, dass die Abweichungen der effektiven Stoffbewegung von der vorgegebenen
Stoffbewegung minimal sind. Die Transportvorrichtung kann beispielsweise Transportwalzen
oder einen von unten und/oder von oben her auf das Nähgut wirkenden Transporteur
für den Stoffvorschub in Nährichtung und gegebenenfalls auch für
den Quertransport des Nähguts umfassen. Bei Anordnung je eines Sensors oberhalb
des Nähguts - beispielsweise im Nähfuss bzw. Nähfussschaft - und
unterhalb des Nähguts - beispielsweise in der Stichplatte - kann die Differenz
zwischen den Bewegungssignalen der beiden Sensoren zur Ermittlung einer Stofflagenverschiebung
genutzt werden. In Verbindung mit einer Vorrichtung zum Transportieren der unteren
und der oberen Nähgutlage kann so eine Regelung geschaffen werden, welche die
Verschiebung zwischen den beiden Stofflagen minimal hält.
- Beim Sticken können Relativbewegungen von Teilen des Stickrahmens und vorzugsweise
des darin eingespannten Nähguts erfasst werden. Diese können z.B. zum
Kalibrieren des Stickrahmens benutzt werden. Insbesondere ist es möglich, schnelle
Beschleunigungen und Schwingungen eines Stickrahmens zu erfassen und dessen Bewegungen
so zu optimieren, dass Schwingungen auch bei grossen Beschleunigungswerten minimal
sind. Dadurch kann die Präzision der Einstichstellen der Nähnadel in das
Nähgut verbessert werden.
- Am Stickrahmen oder an einem anderen Maschinen- oder Zubehörteil kann z.B.
eine Art Barcode angebracht sein. Beim Ausführen einer Bewegung dieses Codes
relativ zum Lichtstrahl des Sensors kann der Code aufgrund der resultierenden Intensitätsschwankungen
des gestreuten Lichts ausgelesen werden.
- Da bei entsprechender Ausbildung und Orientierung des Sensors auch Relativbewegungen
des Nähguts vertikal zur Nähebene erfasst werden können, ist es z.B.
mit einem von oben her auf das Nähgut bzw. auf den Nähfuss gerichteten
Sensor auch möglich, Hüpfbewegungen des Nähfusses zu überwachen
oder Säume oder Stoffkanten vor dem Erreichen oder Verlassen des Einstichbereichs
der Nähnadel zu überwachen.
- Erfassung und/oder Überwachung einer Fadenlänge oder einer Fadenbewegung,
z.B. Geschwindigkeit des Unter-oder Oberfadens beim Abziehen während des Nähens,
des Quiltens oder des Stickens oder während eines Auf-, Um- oder Abspulvorgangs.
- Erfassung der Drehzahl der Unterfadenspule oder - bei entsprechender Anordnung
des Sensors - der Oberfadenspule.
- Durch gemeinsame Verarbeitung der Drehzahl der Unterfadenspule und der Abzugsgeschwindigkeit
des Unterfadens kann z.B. der Füllgrad der Spule bestimmt werden.
- Erfassung von Bewegungen und/oder Positionen bzw. Ausrichtungen beliebiger bewegbarer
Maschinen- oder Zubehörteile wie Übertragungsriemen, Oberwelle, Nähfuss-Stange,
Nähfusshöhe, Übertragungs- oder Umlenkräder, Hebel usw., insbesondere
dann, wenn diese nicht durch andere Grössen eindeutig bestimmt oder bestimmbar
sind. Je nach Ausbildung der Sensorvorrichtung können Translationsbewegungen
und/oder Rotationsbewegungen in einer, zwei oder drei Dimensionen erfasst und verarbeitet
werden. Die von dem oder den Sensoren erfassten Messgrössen können zur
Steuerung oder Regelung dieser Teile benutzt werden.
- Ein geeignet an der Nähmaschine (z.B. in der Stichplatte 27) angeordneter
Sensor kann z.B. anstelle eines Lineals zum Messen von Stofflängen benutzt
werden, wobei vorzugsweise Umschaltmittel vorgesehen sind, mit denen der gewünschte
Verwendungszweck des Sensors gewählt werden kann. Dabei kann der Sensor fest
an der Maschine angeordnet oder frei bewegbar und über eine leitungsgebundene
oder alternativ über eine drahtlose Kommunikationsverbindung mit der Maschinensteuerung
verbunden sein, um die Relativbewegung zwischen Sensor und Nähgut (bzw. einer
anderen Vorlage) zu erfassen.
- Zum Erfassen und Speichern von Bewegungen des Nähguts oder allgemein einer
Vorlage kann der Sensor z.B. in einen Nähfuss integriert und mit einem Speichermittel
verbunden sein. Über Einstellmittel an der Nähmaschine kann dann ein Lernmodus
aktiviert und ein Muster abgetastet werden. Die erfassten Bewegungen können
in einem Speicher, der z.B. im Nähfuss integriert oder in der Maschinensteuerung
ausgebildet oder ausserhalb der Nähmaschine angeordnet ist, gespeichert und
später z.B. in Verbindung mit einem Stickmodul wieder abgerufen werden.
Die Lichtquellen der Sensoren emittieren zumindest annähernd
monochromatisches Licht. Sie können je nach zu erfassendem Objekt räumlich
nahe beieinander, vorzugsweise auf einem gemeinsamen Chip, oder mit grösserem
Abstand zueinander angeordnet sein. Sie können so auf das zu erfassende Objekt
gerichtet sein, dass die Auftreffpunkte bzw. -bereiche auf der Objektoberfläche
nahe (z.B. innerhalb weniger Millimeter) beieinander oder entfernt zueinander liegen.
Um eine gegenseitige Beeinflussung mehrerer Sensoren zu verhindern, können
diese z.B. in einer vorgebbaren Reihenfolge getaktet angesteuert werden, oder es
können mehrere Lichtquellen mit unterschiedlicher Frequenz verwendet werden.
Zum Bündeln bzw. Kollimieren der Lichtstrahlen können optische Elemente
wie Linsen, Spiegel oder Gitterstrukturen verwendet werden, wobei diese - je nach
Lage der einzelnen Lichtquellen - für jede der Lichtquellen separat oder für
zwei oder mehrere der Lichtquellen gemeinsam genutzt werden können. Zum Erfassen
und Auswerten der Parameterfluktuationen ist jeder der Lichtquellen eine Erfassungsvorrichtung
zugeordnet. Bei mehreren Erfassungsvorrichtungen können diese auch gemeinsame
Teile umfassen, z.B. eine Auswerteeinheit zum abwechslungsweisen oder parallelen
Verarbeiten der einzelnen Messgrössen. Der "self-mixing"-Effekt ermöglicht
einen sehr kompakten und platzsparenden Aufbau der Sensoren, da die Erfassungsvorrichtung
direkt mit der Lichtquelle gekoppelt ist und mit ihr zusammen auf einem gemeinsamen
Chip integriert werden kann, und da der Sendestrahl und der Erfassungsstrahl durch
eine gemeinsame Optik beeinflusst werden. Die Auswerteeinheit zum Verarbeiten der
erfassten Signale ist vorzugsweise ebenfalls auf dem Chip integriert und frei konfigurierbar
bzw. programmierbar. Ein externer Controller ist nicht zwingend erforderlich und
die Sensoren lassen sich leicht an unterschiedliche Aufgabenstellungen anpassen.
Es ist auch möglich, die Optik direkt beim Chip anzuordnen und mit diesem direkt
oder indirekt fest zu verbinden. Auf diese Weise entfallen zusätzliche optische
Elemente und damit verbundene Justierarbeiten. Auch der Platzbedarf ist so äusserst
gering.
Die Detektoren, welche die Intensitätsschwankungen im Laserresonator erfassen,
können als photoelektrische Detektoren ausgebildet sein, wobei vorzugsweise
jene Photodioden verwendet werden, welche bei einer Laserdiode ohnehin beim rückseitigen
Resonatorspiegel angeordnet sind und herkömmlich für die Konstanthaltung
der Laserleistung genutzt werden.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung und das erfindungsgemässe Verfahren
können bei Nähmaschinen, Stickmaschinen, Quiltvorrichtungen und dergleichen
zum Erfassen und Steuern bzw. Regeln unterschiedlichster Bewegungen genutzt werden.
Alternativ oder zusätzlich können derart erfasste Bewegungsinformationen
auch gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt abgefragt werden. Dies ist
insbesondere bei der Erfassung von Näh- und Stickmustern vorteilhaft. In der
Regel ist die Erfassungsvorrichtung zumindest teilweise ortsfest in der Nähe
eines zu erfassenden bewegbaren Maschinenteils oder Nähobjektes angeordnet.
Alternativ oder zusätzlich können auch die Erfassungsvorrichtung oder
die Erfassungsoptik relativ zu einem zu erfassenden Objekt bewegt werden, beispielsweise
wenn sie in einen Griffel oder ein entsprechendes anderes Eingabemittel zum Erfassen
von Mustervorlagen oder von Nahtverläufen integriert sind. Die Erfassungsvorrichtung
kann in diesem Fall z.B. über Funk oder über eine Kommunikationsleitung
mit einer Nähmaschinensteuerung oder einem Datenerfassungsgerät verbunden
sein.
Anhand einiger Figuren wird die Erfindung im Folgenden
näher beschrieben. Dabei zeigen
- Figur 1
- ein Prinzipschema zur Veranschaulichung der Bewegungserfassung bei einer Nähmaschine
mittels eines selbstkoppelnden Laser-Dopplerinterferometers,
- Figur 2
- eine seitliche Darstellung eines teilweise aufgeschnittenen Greifers mit darin
eingesetzter Unterfadenspule,
- Figur 3
- eine Detailansicht einer Nähmaschine im Bereich der Stichbildungsvorrichtung
mit in die Stichplatte integrierten Sensoren,
- Figur 4
- einen Nähfuss mit integrierter Erfassungsvorrichtung.
In Figur 1 ist die prinzipielle Wirkungsweise der Erfassung
einer Bewegung mittels eines selbstkoppelnden Laser-Dopplerinterferometers dargestellt.
Als Lichtquelle 1 erzeugt ein Laser - vorzugsweise ein Halbleiterlaser - kohärentes
Licht, welches in einer Kavität bzw. einem Resonator 3 mit einem vorderen,
teildurchlässigen Spiegel 5 und einem hinteren Spiegel 7 verstärkt wird.
Am vorderen Spiegel 5 wird das ausgekoppelte kohärente Licht durch ein oder
mehrere optische Elemente, beispielsweise durch eine Sammellinse 9, zu einem Lichtstrahl
bzw. Sendestrahl 11 gebündelt. Dieser trifft auf ein zu erfassendes Objekt
13 auf und wird dort mindestens teilweise gestreut. Ein Teil des gestreuten Lichts
wird als Empfangsstrahl 15 in Richtung des Lasers zurück reflektiert. Er passiert
dort die optischen Elemente und tritt dann durch den Spiegel 5 erneut in den Resonator
3 ein. Das so wieder in den Resonator 3 eingekoppelte Licht interferiert mit dem
im Resonator 3 verstärkten Licht, wie dies z.B. aus der
WO-A1-02/37410
bekannt ist. Diese Interferenzerscheinung beeinflusst die Verstärkung
des Lasers und die Intensität des vom Laser erzeugten Licht- bzw. Sendestrahls
11. Die Intensität des Sendestrahls 11 weist in Abhängigkeit der Entfernung
Minima und Maxima auf. Bewegt sich das Objekt 13 (bzw. der Bereich der Objektoberfläche,
wo der Sendestrahl 11 auf das Objekt 13 auftrifft) mit einer Geschwindigkeit, die
mindestens einen positiven oder negativen Anteil in Ausbreitungsrichtung des Sendestrahls
11 aufweist (mit andern Worten also eine Komponente in oder entgegen der Ausbreitungsrichtung
umfasst), so ändert sich die Frequenz des Empfangsstrahls 15 aufgrund des Dopplereffekts
ein wenig. Durch Auswertung der Intensitätsschwankungen, beispielsweise mittels
einer rückwärtig hinter dem hinteren, nur geringfügig teildurchlässigen
Laserspiegel 7 angeordneten Fotodiode 17, kann die Komponente der Objektgeschwindigkeit
in Richtung des Sendestrahls 11 ermittelt werden. Solche Fotodioden 17 werden herkömmlich
zur Konstanthaltung der Intensität des Laserlichts benutzt. Durch zeitliche
Integration der in einer oder mehreren Richtungen erfassten Geschwindigkeitskomponenten
können Entfernungen bzw. Positions- oder Lageänderungen bestimmt werden.
In der
WO-A1-02/37410
werden auf S. 11, Z. 8 bis S. 15, Z. 22 mehrere Methoden erläutert,
wie der Betrag einer Geschwindigkeitskomponente und deren Vorzeichen bzw. Richtung
bestimmt werden können.
Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die Bewegungsrichtung
aufgrund der Asymmetrie der Funktionen f(L) bzw. g(L) bestimmt werden kann, wobei
f die Frequenz des Lasers, g die Verstärkung im Laserresonator 3 und L die
Objektentfernung vom vorderen Resonatorspiegel 5 ist.
Selbst bei transparenten und spiegelnden realen Objekten
13 wird in der Regel ein geringfügiger Teil des auftreffenden Lichts diffus
gestreut. Damit dieser Anteil genügend gross für eine Auswertung der Schwankungen
aufgrund des Selbstkopplungseffektes ist, kann die Oberfläche der zu erfassenden
Maschinen- oder Zubehörteile z.B. aufgeraut oder beschichtet werden, wodurch
der diffuse Streuanteil des Laserlichts erhöht wird.
Im Beispiel von Figur 1 ist das zu erfassende Objekt 13 eine um eine Spulenachse
19 drehbare Unterfadenspule. Der Sendestrahl 11 trifft im Randbereich des vorderen
Spulenflansches 21 unter einem Einfallswinkel &agr; auf die Flanschfläche
auf. Dabei hat der Sendestrahl 11 mindestens einen mit der Oberflächengeschwindigkeit
vA der Flanschfläche an der Auftreffstelle A korrespondierenden
Richtungsanteil. Vorzugsweise ist der Sendestrahl 11 so orientiert, dass sein Richtungsanteil
in Richtung der Oberflächengeschwindigkeit vA an der Auftreffstelle
A relativ gross ist. Während des Betriebs der Nähmaschine ist die Unterfadenspule
wie in Figur 2 dargestellt in eine Spulenkapsel 23 und zusammen mit dieser in den
Greifer 24 eingesetzt, welcher im Unterarm 25 der Nähmaschine unterhalb der
Stichplatte 27 in einem Greifergehäuse 29 angeordnet ist (Fig. 3).
Die übrigen Teile des handelsüblichen Greifers 24 wie der Greiferkörper
28, das auf der Antriebswelle 31 sitzende Ritzel 30 sowie das Fadenfangblech 32
werden nicht näher beschrieben.
Die Erfassung der Unterfadenspule kann je nach Sichtbarkeit der jeweiligen Greiferanordnung
aus unterschiedlichen Richtungen erfolgen. Insbesondere können der vordere
Flansch 21 oder der hintere Flansch 21' der Spule von vorne oder von hinten oder
radial von aussen her erfasst werden. Alternativ können der oder die Sensoren
in die Antriebswelle 31 des Greifers 24 integriert sein (keine Darstellung) und
relativ dazu die Drehbewegung der Spule erfassen, indem der hülsenartige Spulendorn
oder - kern 33 (Fig. 1) von innen her abgetastet wird. Der oder die Sensoren können
z.B. an der Spulenkapsel 23 oder innerhalb des Greifergehäuses 29 angeordnet
sein. Bei der Anordnung eines Sensors an der Spulenkapsel 23 oder am Greifer 24
können Stromzufuhr und Kommunikation zum Sensor z.B. mittels Schleifkontakten
(nicht dargestellt) an der Antriebswelle 31 sichergestellt werden. Zur Erfassung
der Drehbewegung der Spule vom Greifergehäuse 29 her können in der Spulenkapsel
23 Öffnungen 26 vorgesehen sein, durch welche die Spule abgetastet werden kann.
Es ist auch möglich, im Greifergehäuse 29 mehrere Sensoren ringförmig
verteilt um die Spulenachse 19 der eingesetzten Spule anzuordnen (nicht dargestellt),
damit immer mindestens einer dieser Sensoren die Spule durch die Ausnehmung 26 in
der Spulenkapsel 23 hindurch erfassen kann, selbst dann, wenn sich auch die Spulenkapsel
23 dreht. In diesem Fall wertet die Sensorelektronik bzw. die Steuerung die verschiedenen
Sensorsignale aus und berücksichtigt jeweils nur jene Signale, welche zum jeweiligen
Zeitpunkt die Spulenbewegung erfassen.
Die Unterfadenspule hat im Betrieb nur einen einzigen Freiheitsgrad,
nämlich die Drehbewegung um die Spulenachse 19. Deshalb genügt bei geeigneter
Anordnung ein einziger Sensor mit nur einem Sendestrahl 11, um diese Bewegung eindeutig
zu erfassen. Die zur Auswertung der Sensorsignale erforderliche Elektronik bzw.
Steuerung kann teilweise oder vollständig in den Sensor integriert oder teilweise
oder vollständig von der Maschinensteuerung umfasst sein. Dabei ist vorzugsweise
ein nichtflüchtiges Speichermedium (nicht dargestellt) vorgesehen, in welchem
je nach Bedarf Informationen über das zu erfassende Objekt 13, über dessen
Position, Orientierung im Raum und dessen Bewegungsmöglichkeiten sowie über
die Anordnung des oder der Sensoren gespeichert sein können. In Verbindung
mit derart gespeicherten Informationen kann die Steuerung aus den Sensorsignalen
die zugehörigen Bewegungen, Positionen usw. des erfassten Objekts 13 ermitteln.
Bei einer Anordnung gemäss Figur 1 kann beispielsweise die Richtung der Objektbewegung
an der Auftreffstelle A in mehrere Komponenten zerlegt werden, wovon eine die Richtung
des Sendestrahls 11 hat. Im Speicher können dann z.B. das Verhältnis dieser
Bewegungskomponente zur gesamten Objektbewegung sowie der Abstand rA
der Auftreffstelle A von der Spulenachse 19 gespeichert werden (Fig. 1). Somit kann
die Steuerung aus den erfassten Sensorsignalen unter Mitwirkung der gespeicherten
Daten eindeutig die Drehgeschwindigkeit &ohgr; = 2&pgr;/T = vA/rA
der Unterfadenspule berechnen.
Analog dazu können auch beliebige Bewegungen bei Objekten 13 mit mehreren Freiheitsgraden
durch mehrere Sensoren oder durch Sensoren mit mehreren Sendestrahlen 11 erfasst
werden, wobei die Sendestrahlen 11 in unterschiedlichen Richtungen auf das Objekt
13 auftreffen. Die Anzahl der Bewegungsfreiheitsgrade bestimmt die Anzahl der für
eine eindeutige Erfassung der Objektbewegung erforderlichen Sendestrahlen 11.
Zur Erfassung kleiner Objekte 13 können zwei oder mehrere Lichtquellen 1 nahe
beieinander auf einem gemeinsamen Chip oder Substrat angeordnet sein, wobei die
zugehörigen Sendestrahlen 11 vorzugsweise von verschiedenen Seiten her durch
eine gemeinsame Optik 9 in Richtung des jeweils zu erfassenden Objekts 13 emittiert
werden. Alternativ können mehrere Sendestrahlen 11 auch unabhängig voneinander
aus verschiedenen Richtungen auf das Objekt 13 gestrahlt werden. Wenn die einzelnen
Lichtquellen 1 räumlich getrennt voneinander angeordnet sind, können Objektbewegungen
auch aus grösserer Entfernung (z.B. 10cm bis 15cm) erfasst werden. Die optischen
Elemente 9 können so ausgebildet sein, dass die Sendestrahlen 11 nicht scharf
auf einen Punkt fokussiert sind, sondern über einen grösseren Bereich
eine geringfügige Unschärfe aufweisen. Solche Sendestrahlen 11 haben innerhalb
des nutzbaren Messbereichs in Ausbreitungsrichtung einen gleichmässigen oder
nur wenig variierenden Strahldurchmesser. Auf diese Weise können Objektbewegungen
auch in Richtung des Sendestrahls 11 zuverlässig erfasst werden, da die Intensität
des Streulichtanteils, welcher wieder in den Resonator 3 eingekoppelt wird, bei
derartigen Bewegungen nur wenig variiert.
Bei weiteren Ausgestaltungen der Erfindung werden andere
Objekte 13 von einem oder mehreren Sensoren erfasst, z.B. Nähmaschinenteile
wie Nähnadel, Nadelhalter, Stoffdrückerfuss, Transporteur, Greifer, Unterfadenspule
Stickrahmen usw. oder zu verarbeitende Objekte 13 bzw. Komponenten wie z.B. das
Nähgut oder - bei mehreren Nähgutlagen - die oberste und/oder die unterste
Nähgutschicht, der Oberfaden oder der Unterfaden. Entsprechend werden die Sensoren
an geeigneten Stellen der Näh- oder Stickmaschine angeordnet.
Figur 3 zeigt einen Ausschnitt einer Nähmaschine im
Bereich der Stichbildungseinheit. Dabei sind in der Stichplatte 27 drei Ausnehmungen
35 (alternativ können auch nur eine oder zwei Ausnehmungen vorgesehen sein)
mit darin angeordneten optischen Elementen ausgebildet. Diese optischen Elemente
können z.B. für das Licht der Lichtquellen 1 transparente Fenster umfassen,
welche bündig mit der Oberseite der Stichplatte 27 in die Ausnehmungen 35 eingelassen
sind. Alternativ oder zusätzlich können die optischen Elemente auch Sammellinsen
9 (Fig. 1) umfassen. Bei konvex gewölbten Linsen 9 kann die Wölbung leicht
über die Ebene der Stichplatte 27 vorstehen. Unterhalb der Linsen 9 sind die
Sensoren mit den Lichtquellen 1 angeordnet. Unter jeder der Linsen 9 können
jeweils ein oder mehrere Sensoren angeordnet sein. Vorzugsweise sind im Bereich
jeder der Ausnehmungen 35 zwei Sensoren mit je einer Lichtquelle 1 (Fig. 1) so angeordnet,
dass die von den Lichtquellen 1 erzeugten Sendestrahlen 11 in unterschiedlichen
Richtungen der Nähebene, vorzugsweise in Nährichtung y und in Querrichtung
x, von unten her unter einem Einfallswinkel &agr; (Fig. 1) in der Grössenordnung
von etwa 15° bis etwa 75°auf das Nähgut (nicht dargestellt) auftreffen.
Selbstverständlich können die beiden Sendesstrahlen 11 auch unter unterschiedlichen
Einfallswinkeln &agr; auf das Nähgut auftreffen. Durch Auswertung der Signale
zweier solcher Sensoren können Bewegungen innerhalb der Nähebene erfasst
werden. Bei einer Weiterbildung der Erfindung kann ein dritter Sensor vorgesehen
sein, wobei dessen Sendestrahl 11 vorzugsweise unter einem Einfallswinkel &agr;
von 0° - also vertikal - auf das Nähgut auftrifft. Alternativ kann der
Sendestrahl 11 der dritten Lichtquelle 1 auch unter einem anderen Einfallswinkel
&agr; auf das Nähgut auftreffen. Dieser sollte sich aber möglichst von
den Einfallswinkeln &agr; der anderen Sendestrahlen 11 unterscheiden. Durch Auswerten
der Signale des dritten Sensors - gegebenenfalls unter Berücksichtigung der
Signale eines oder mehrerer weiterer Sensoren - können Relativbewegungen der
Nähgutoberfläche vertikal zur Nähebene erfasst werden, wie sie beispielsweise
im Bereich von Nähten oder Kanten des Nähguts oder aufgrund der Hubbewegungen
des Transporteurs auftreten können.
Damit Drehbewegungen des Nähguts erfasst und von Verschiebungen in der Nähebene
unterschieden werden können, kann die Nähgutoberfläche an unterschiedlichen
Stellen, z.B. im Bereich zweier Ausnehmungen 35 von mehreren Sensoren erfasst werden.
Die Ausnehmungen 35 mit den Sensoren können beispielsweise einseitig oder beidseitig
der Nadeleinstichöffnung 37 in der Stichplatte 27 und/oder in Nährichtung
y gesehen vor oder hinter der Nadeleinstichöffnung 37 angeordnet sein. Ihr
gegenseitiger Abstand ist mit wenigen Zentimetern gross genug, dass Drehbewegungen
von linearen Verschiebungen unterschieden werden können, und klein genug, dass
Fehler infolge eines allfälligen Faltenwurfs des Nähguts minimal sind.
In Figur 3 sind unten am Nähmaschinenkopf 39 weitere Elemente sichtbar, insbesondere
ein an einer Stoffdrückerstange 43 gehaltener Nähfuss 41 mit gelenkig
gelagerter Nähfusssohle 42 und eine Nadelstange 45 mit darin eingesetzter Nähnadel
47 sowie einen Abschnitt des Oberfadens 49, der in eine Fadenführung 51 an
der Nadelstange 45 eingehängt ist.
Die Erfassung von Bewegungen bzw. Positionsänderungen des Nähguts im Bereich
der Nadeleinstichstelle kann z.B. zum Erkennen von Abweichungen der tatsächlichen
Nähgutbewegung von einer vorgegebenen Nähgutbewegung und zur Regelung
der Transportvorrichtung (z.B. Transporteur oder Stickrahmen) genutzt werden. Bei
einer anderen Anwendung, nämlich dem Freihandquilten, ist die Transportvorrichtung
nicht aktiv. Das Nähgut wird dort von Hand geführt. Mit Hilfe der von
den Sensoren erfassten Stoffbewegung kann die Stichbildungseinheit derart angesteuert
werden, dass - unabhängig von der Nähgutgeschwindigkeit - Nadelstiche
mit gleichmässigen Abständen der Einstichstellen im Nähgut gesetzt
werden. Bei einer weiteren Anwendung kann die Erfassungsvorrichtung dazu benutzt
werden, ein Nähmuster zu erfassen und zu speichern. Anhand der gespeicherten
Daten kann dieses Nähmuster später (beispielsweise unter Verwendung eines
Stickrahmens) beliebig oft rekonstruiert werden. Zur Erfassung von Mustervorlagen
für Näh- und Stickmaschinen kann die Sensorvorrichtung alternativ auch
in einen Griffel oder eine äquivalente Abtastvorrichtung integriert sein. Zum
Abtasten der Vorlage bleibt hier die Mustervorlage in Ruhe und der Griffel wird
relativ zur Mustervorlage bewegt.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind Sensoren in den Nähfuss
41 bzw. in eine Nähfusssohle 42 eingebaut, wie dies in Figur 4 schematisch
dargestellt ist. Dort sind der besseren Übersichtlichkeit halber nur eine Laser-Lichtquelle
1 und eine Sammellinse 9 dargestellt. Die Elektronik zum Erfassen und Auswerten
der Sensorsignale ist gemeinsam mit der Lichtquelle 1 auf einem Chip 53 integriert.
Die Elektronik des Nähfusses 41 kann z.B. mittels eines Kabelsteckers 55 mit
der Steuerung der Nähmaschine verbunden werden (nicht dargestellt). Alternativ
kann die Verbindung zwischen Nähfuss und Maschinensteuerung auch auf andere
Weise erfolgen, beispielsweise über Federkontakte zwischen Nähfuss 41
und Stoffdrückerstange 43 oder über eine drahtlose Kommunikationsverbindung.
Zur Erfassung der Nähgutbewegung von oben her oder zur Erfassung von Bewegungen
von Nähmaschinenteilen im Bereich des Maschinenkopfs 39 können Sensoren
- bei entsprechend angepasster Optik - auch unmittelbar beim oder unterhalb des
Maschinenkopfs 39 angeordnet sein.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist mindestens
ein Sensor so an der Nähmaschine angeordnet, dass er die Abzugsgeschwindigkeit
des Unterfadens oder des Oberfadens erfassen kann, also beispielsweise im Bereich
der Fadenführung 51 starr verbunden mit der beweglichen Nadelstange 45 oder
am Oberarm der Nähmaschine im Bereich einer federnden bzw. klemmenden Fadenspannvorrichtung
(nicht dargestellt) oder im Bereich der Spulenträger für die Oberfadenspulen
(nicht dargestellt). Da sowohl der Oberfaden wie auch der Unterfaden während
des Nähens ruckartig abgezogen werden, kann bei der jeweiligen Auswerteelektronik
eine Verarbeitungsstufe zum Glätten dieser Signale bzw. zur laufenden Mittelwertbildung
vorgesehen sein. Durch Integration der erfassten Geschwindigkeitsmessgrösse
ergibt sich die Fadenmenge. Falls die auf der Fadenspule befindliche Fadenmenge
gespeichert ist, kann dieser Wert laufend aktualisiert werden. Insbesondere kann
der Nähvorgang vor Erreichen des Fadenendes gestoppt werden.
Bei Stickrahmen können grosse Beschleunigungen auftreten, die zu Schwingungen
der bewegten Massen führen. In der Folge können die Einstichpositionen
der Nähnadel ins Nähgut fehlerhaft sein. Da mit der erfindungsgemässen
Bewegungserfassungsvorrichtung ohne wesentliche Verzögerung hohe Geschwindigkeiten
und Beschleunigungen erfasst werden können, eignet sich diese hervorragend
zum Erfassen von Bewegungen des Stickrahmens und zum Regeln der Stickrahmenantriebe.
Der Regelalgorithmus kann dabei so ausgestaltet werden, dass störende Schwingungen
des Rahmens verhindert oder minimiert werden. Anstelle des Rahmens kann auch das
Nähgut im Stickrahmen erfasst werden. Dabei muss berücksichtigt werden,
dass auch das in den Stickrahmen eingespannte Nähgut elastisch und träge
ist und somit innerhalb des Stickrahmens zu Schwingungen angeregt werden kann.
Beim vorgeschlagenen Verfahren zur Bewegungserfassung ist
jeweils eine minimale Relativgeschwindigkeit zwischen dem Sensor und dem zu erfassenden
Objekt 13 erforderlich. Zur zuverlässigen Erfassung sehr langsamer Bewegungen
kann optional ergänzend eine herkömmliche Vorrichtung zur Erfassung von
Positionsänderungen vorgesehen sein, welche beispielsweise Lageänderungen
von Merkmalen der Objektoberfläche mittels Bildverarbeitung auswertet.
Der Begriff "Nähmaschine" ist weit auszulegen und
umfasst auch Quiltvorrichtungen, Stickmaschinen oder andere stichbildenden oder
zum Zusammenfügen textiler Flächengebilde geeignete Vorrichtungen.
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| Anspruch[de] |
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Nähmaschine mit einer Vorrichtung zur Erfassung von Bewegungen,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Lichtquelle (1) zum Emittieren
von kohärentem Licht vorgesehen ist, dass dieser Lichtquelle (1) ein Interferenz-Detektor
zugeordnet ist, der zur Erfassung einer Messgrösse ausgebildet ist, welche
die Interferenz zwischen dem an einem zu erfassenden Objekt (13) gestreuten Licht
dieser Lichtquelle (1) und dem Licht dieser Lichtquelle (1) charakterisiert.
Nähmaschine nach Anspruch 1, wobei die Lichtquelle (1) einen Laser
mit einem Resonator (3) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass eine Optik
(9) zum Beeinflussen eines Sendestrahls (11) vorgesehen ist, und dass die Optik
(9) zugleich zum Sammeln und Wiedereinkoppeln in den Resonator (3) von am Objekt
(13) gestreutem Licht der Lichtquelle (1) ausgebildet ist, und dass der Resonator
(3) der Ort der Interferenzbildung ist.
Nähmaschine nach Anspruch 2, wobei die Vorrichtung mehrere Lichtquellen
(1) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquellen (1) so angeordnet
und die Optik (9) so ausgebildet sind, dass die Sendestrahlen (11) der Lichtquellen
(1) unter unterschiedlichen Einfallswinkeln (&agr;) auf die Objektoberfläche
auftreffen.
Nähmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung mindestens teilweise in einen Nähfuss (41) oder eine
Nähfusssohle (42) integriert ist.
Nähmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung mindestens teilweise im Greifergehäuse (29) in oder
unterhalb der Stichplatte (27) oder am oder unterhalb des Nähmaschinenkopfs
(39) angeordnet ist.
Nähmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung eine programmierbare bzw. konfigurierbare Auswerteeinheit
umfasst.
Nähmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung einen Speicher umfasst zum Speichern von Informationen
über zu erfassende Objekte (13) und/oder über Bewegungen solcher Objekte
(13) und/oder über die Anordnung von Sensoren.
Verfahren zur Erfassung von Bewegungen bei einer Nähmaschine nach
einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder
mehrere Lichtquellen (1) kohärentes Licht in Richtung eines zu erfassenden
Objektes (13) abstrahlen, dass auf das Objekt (13) auftreffendes Licht dieser Lichtquellen
(1) am Objekt gestreut und danach mit Licht der jeweiligen Lichtquelle (1) zur Interferenz
gebracht wird, wobei das gestreute Licht bei Bewegungen des Objekts (13) jeweils
infolge des Doppler-Effekts eine von der Objektbewegung abhängige Frequenzverschiebung
erfährt, und dass für jede der Lichtquellen (1) eine Messgrösse erfasst
und ausgewertet wird, welche sich in Abhängigkeit des interferierenden Lichts
ändert.
Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitung
der erfassten Messgrösse bzw. der erfassten Messgrössen unter Mitwirkung
gespeicherter Informationen über das zu erfassende Objekt (13) und/oder dessen
Bewegungsfreiheitsgrade und/oder unter Mitwirkung von aus allfällig vorhandenen
weiteren Messgrössen abgeleiteten Informationen erfolgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
dass aus der Messgrösse bzw. den Messgrössen Geschwindigkeiten und/oder
Bewegungsrichtungen und/oder absolute oder relative Lage- bzw. Positionsvektoren
ermittelt werden.
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