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Dokumentenidentifikation DE102006010171A1 13.09.2007
Titel Wälzlagerkäfig aus Metallkunststoffhybridband
Anmelder Gebrüder Reinfurt GmbH & Co. KG, 97074 Würzburg, DE
Erfinder Wiedmann, Ferdinand, 97282 Retzstadt, DE;
Niedermeier, Herbert, Dipl.-Ing. (FH), 97490 Poppenhausen, DE
Vertreter Müller-Boré & Partner, Patentanwälte, European Patent Attorneys, 81671 München
DE-Anmeldedatum 06.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006010171
Offenlegungstag 13.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.09.2007
IPC-Hauptklasse F16C 33/44(2006.01)A, F, I, 20060306, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16C 33/56(2006.01)A, L, I, 20060306, B, H, DE   B21D 53/12(2006.01)A, L, I, 20060306, B, H, DE   B05D 5/08(2006.01)A, L, I, 20060306, B, H, DE   B05D 7/16(2006.01)A, L, I, 20060306, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wälzlagerkäfig zum Führen bzw. Lagern von Wälzkörpern in einem Wälzlager, wobei der Wälzlagerkäfig aus einem Metallkunststoffhybridband gefertigt ist, ein Verfahren zu dessen Herstellung sowie die Verwendung eines entsprechenden Wälzlagerkäfigs.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wälzlagerkäfig zum Führen bzw. Lagern von Wälzkörpern in einem Wälzlager, wobei der Wälzlagerkäfig aus einem Metallkunststoffhydbridband gefertigt ist, ein Verfahren zu dessen Herstellung sowie die Verwendung eines solchen Wälzlagerkäfigs.

Wälzlager werden in der Technik verbreitet verwendet, um Rotationsbewegungen zwischen relativ zueinander bewegten Maschinenteilen zu übertragen. Bei Wälzlagern rollen kugel- oder rollenförmige Wälzkörper auf Laufbahnen mit hoher Festigkeit, Oberflächengüte und Formtreue, die in den Innen- bzw. Außenring des Wälzlagers eingearbeitet sind. Zur Gruppe der Wälzlager gehören z.B. Kugel-, Nadel-, Kegelrollen-, Pendelrollen- und Zylinderrollenlager. Die Wälzkörper werden meist in einem Wälzlagerkäfig (im Folgenden auch einfach als Käfig bezeichnet) geführt bzw. gelagert.

Im Stand der Technik sind als geeignete Materialien für Wälzlagerkäfige insbesondere metallische Werkstoffe, wie Hartmessing, Bronze, Aluminium oder Edelstahl, und Kunststoff- bzw. Verbundwerkstoffe, wie gewebeverstärktes Phenolharz, Hostaform (POM) oder glasfaserverstärktes Polyamid, beschrieben. Beispielsweise wird in DE 80 29 266 U1 ein Käfig aus Stahl beschrieben, der mit einem Kunststoff, vorzugsweise Nylon, beschichtet ist. Weiter ist aus DE 296 02 481 U1 ein Kunststoffkammkäfig für Kugellager bekannt, wobei ein Kunststoff durch Glas- oder Kohlefasern verstärkt ist. DE 203 06 436 U1 beschreibt Käfige aus einem mit PTFE gefülltem Polyaryletherketon. Eines der wesentlichen Probleme bei Käfigen aus Kunststoffwerkstoffen bzw. Verbundwerkstoffen, beispielsweise einem gewebeverstärkten Phenolharz mit einem Baumwollfeinstgewebe, besteht darin, dass diese Materialien meist nur bis zu etwa 120°C thermisch stabil sind und daher eine Dampfdrucksterilisation bei 136°C nicht möglich ist. Insbesondere für Anwendungen im medizinischen Bereich stellt dies aber ein großes Problem dar.

Eine weitere Problematik bei der Verwendung von Wälzlagern besteht in der Forderung nach schmiermittelarmen bzw. schmiermittelfreien Wälzlagern. So sind gerade in Anwendungen der Medizintechnik und der Lebensmittelindustrie Lagerungen erwünscht, bei denen kein Schmiermittel oder nur ein Trockenschmiermittel vorhanden ist.

Um der Forderung nach einer schmiermittelarmen bzw. schmiermittelfreien Lagerung zu genügen, wurde unter anderem vorgeschlagen, die Laufbahnen des Innen- bzw. Außenrings des Wälzlagers oder die Wälzkörper mit einer den Reibwert verringernden Beschichtung zu beschichten. Dabei wurden unter anderem Molybdändisulfid, Gold, Silber, Titannitrid und Titancyanid als Beschichtungen verwendet.

In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls vorgeschlagen, einen Wälzlagerkäfig auf Kunststoffbasis zu verwenden, in dem ein Material mit selbstschmierenden Eigenschaften eingebettet ist. Dabei wird zunächst der Wälzlagerkäfig bereitgestellt und anschließend die Beschichtung durch Aufsprühen oder Eintauchen des Wälzlagerkäfigs in eine Beschichtungslösung oder -dispersion aufgebracht. Dieses nachträgliche Aufbringen der Beschichtung auf den Wälzlagerkäfig ist allerdings sehr unwirtschaftlich und führt zu Beschichtungen mit einer nicht konstanten Schichtdicke. Ferner ist die Haftung der erhaltenen Beschichtung im allgemeinen nicht zufriedenstellend.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Wälzlagerkäfig bereitzustellen, der einer Sterilisationsbehandlung unterzogen werden kann, ohne die Festigkeit des Wälzlagerkäfigs signifikant zu verschlechtern, und darüber hinaus eine verbesserte Lebensdauer und eine Eignung zur Verwendung in hochtourigen Wälzlagern aufweisen soll. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, einen Wälzlagerkäfig bereitzustellen, welcher eine den Reibwert verringernde Beschichtung mit konstanter Dicke aufweist, wobei die Beschichtung eine verbesserte Haftung im Vergleich zu im Stand der Technik bekannten Beschichtungen aufweisen soll. Weiter liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Wälzlagerkäfigs bereitzustellen, welches im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren einfacher und damit wirtschaftlicher sein soll.

Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten Ausführungsformen gelöst.

Insbesondere wird ein Wälzlagerkäfig zum Führen bzw. Lagern von Wälzkörpern in einem Wälzlager bereitgestellt, wobei der Wälzlagerkäfig aus einem Metallkunststoffhydbridband gefertigt ist, wobei das Metallkunststoffhybridband ein Bandmaterial auf Metallbasis mit einer unteren Fläche und einer oberen Fläche und einer auf mindestens der oberen Fläche des Bandmaterials aufgebrachten Beschichtung zur Verringerung des Reibwerts ist, wobei die aufgebrachte Beschichtung mindestens ein Fluorpolymer umfasst und eine Dicke von 10 bis 100 &mgr;m aufweist, und wobei die mindestens eine Oberflächenseite des Wälzlagerkäfigs, welche die Beschichtung aufweist, den zu führenden bzw. zu lagernden Wälzkörpern zugewandt ist.

Der erfindungsgemäße Wälzlagerkäfig ist für alle herkömmlichen Wälzlager geeignet, bei denen ein Wälzlagerkäfig zum Führen bzw. Lagern der Wälzkörper eingesetzt werden kann. Vorzugsweise ist der erfindungsgemäße Wälzlagerkäfig für Kugel-, Nadel-, Kegelrollen-, Pendelrollen- oder Zylinderrollenlager bestimmt, und besonders bevorzugt für Kugellager mit Kugeln als Wälzkörper.

Der Wälzlagerkäfig ist erfindungsgemäß aus einem einteiligen bzw. einstückigen Metallkunststoffhybridband gefertigt, welches ein Bandmaterial auf Metallbasis mit einer unteren Fläche und einer oberen Fläche und einer mindestens auf der oberen Fläche des Bandmaterials aufgebrachten Beschichtung zur Verringerung des Reibwerts umfasst. Als Metallkunststoffhybridband wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Band verstanden, welches ein Metall- bzw. Metalllegierungsband als Basis und eine darauf aufgebrachte Kunststoffbeschichtung einstückig aufweist. Das Band hat üblicherweise eine Breite von 1 bis 800 mm und eine Dicke von 0,05 bis 3 mm und kann in die Form eines Wälzlagerkäfigs verarbeitet werden.

Das Bandmaterial auf Metallbasis kann jedes für die Verwendung in Wälzlagerkäfigen geeignetes Metall bzw. jede für die Verwendung in Wälzlagerkäfigen geeignete Metalllegierung sein. Vorzugsweise ist das Bandmaterial ein Stahl gemäß DIN 10088-3 (195-8). Spezielle Stähle gemäß DIN 10088-3 (195-8), die im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, sind Stähle mit den Werkstoffnummern 1.4310 (DIN-Kurzname: X 10 CrNi 188), 1.4016 (X 6 Cr 17), 1.4319 (X 3 CrNiN 178), 1.4567 (X 3 CrNiCu 189), 1.4305 (X 12 CrNiS 189), 1.4301 (X 5 CrNi 189), 1.4401 (X 5 CrNiMo 17 122) , 1.4571 (X 6 CrNiMoTi 17 122), 1.4404 (X 2 CrNiMo 17 132), 1.4429 (X 2 CrNiMoN 17 133), 1.4435 (X 2 CrNiMo 18 142), 1.4539 (X 1 NiCrMoCu 25 20 5), 1.4547 (X 1 CrNiMoCu 20187), 1.4563 (X 1 NiCrMoCuN 31 27 4), 1.4591 (X 1 CrNiMoCuN 33 32 1), 1.4652, 1.4362 (X 2 CrNiN 23 4), 1.4460 (X 3 CrNiMoN 27 5 2), 1.4462 (X 2 CrNiMoN 22 5 3), 1.4410 (X 2 CrNiMo 25 7 4), 1.4501 (X 2 CrNiMoCuWN 25 74), 2.4616 (EL NiMo 29), 2.4612 (EL NiMo 15 Cr 15 Ti), 2.4602 (NiCr 21 Mo 14 W), 2.4819 (NiMo 16 Cr 15 W), 2.4856 (NiCr 22 Mo 9 Nb), 2.4668 (NiCr 19 NbMo), 2.4857 (NiCr 21 Mo), 1.4847 (X 8 CrNiAlTi 2020), 1.4944/1.3980 (X 4 NiCrTi 26 15), 1.4534 (X 3 CrNiMoAl 13 8 2), 1.4542, 1.4568, 1.4545 oder 1.4108 (X 30 CrMoN151) gemäß DIN 10088-3 (195-8). Besonders bevorzugt sind Stähle mit den Werkstoffnummern 1.4301, 1.4310 und 1.4016 gemäß DIN 10088-3 (195-8).

Die Beschichtung ist üblicherweise nur auf die obere Fläche des Bandmaterials aufgebracht. Die Beschichtung kann jedoch unter Umständen auch auf die obere und die untere Fläche des Bandmaterials aufgebracht sein. Die aufgebrachte Beschichtung umfasst mindestens ein Fluorpolymer. Ein für die erfindungsgemäße Beschichtung geeignetes Fluorpolymer ist vorzugsweise ein perfluoriertes Polymer. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist Polytetrafluorethylen (PTFE) besonders bevorzugt, vorzugsweise ein solches mit einem Molekulargewicht von 500.000 bis 10.000.000 g/mol. Copolymere von Polytetrafluorethylen mit anderen geeigneten fluorhaltigen oder geeigneten nicht-fluorhaltigen Monomeren, die eine den Reibwert verringernde Wirkung aufweisen, können ebenfalls verwendet werden.

Vorzugsweise kann die Beschichtung weiter 1 bis 20 Gew.-% eines Füllstoffs, bezogen auf das Gesamtgewicht der Beschichtung, umfassen. Bevorzugter umfasst die Beschichtung 2 bis 10 Gew.-% des Füllstoffs, noch bevorzugter 4 bis 6 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Beschichtung. Als Füllstoff können alle dafür geeigneten Materialien verwendet werden. Vorzugsweise ist der Füllstoff Polyphenylensulfon (PPSO2).

Die mindestens auf die obere Fläche des Bandmaterials aufgebrachte Beschichtung weist eine Dicke von 10 bis 100 &mgr;m auf, vorzugsweise von 20 bis 80 &mgr;m, und noch bevorzugter von 40 bis 60 &mgr;m.

Die Beschichtung wird mindestens auf die obere Fläche des Bandmaterials aufgebracht, damit diese in dem erfindungsgemäßen Wälzlagerkäfig den zu führenden bzw. zu lagernden Wälzkörpern zugewandt ist, d.h. auf der den Wälzkörpern zugewandten Innenseite des Wälzlagerkäfigs aufgebracht ist. Dadurch wird erreicht, dass durch die Beschichtung der Reibwert für die Wälzkörper in dem Wälzlager verringert wird.

Ferner ist zwischen dem Bandmaterial und der Beschichtung vorzugsweise eine Zwischenschicht als Haftvermittler angeordnet. Durch das Aufbringen dieser zusätzlichen Zwischenschicht ist es möglich, die Haftung zwischen der Beschichtung und dem Bandmaterial weiter zu verbessern. Als Zwischenschicht können alle geeigneten haftvermittelnden Materialien verwendet werden. Vorzugsweise ist die Zwischenschicht eine Schicht auf Basis von Tetrafluorethylen-Perfluoralkylvinylether-Copolymeren (PFA).

Ein Beispiel für einen Kugellagerkäfig gemäß der vorliegenden Erfindung ist in 1 gezeigt.

1 zeigt einen Kugellagerkäfig für Rillenkugellager, der aus einem Metallkunststoffhybridband gefertigt ist, wobei die Beschichtung des Metallbands im Wesentlichen Polytetrafluorethylen umfasst.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Herstellen eines Wälzlagerkäfigs. Dieses Verfahren umfasst das Bereitstellen eines Bandmaterials auf Metallbasis mit einer unteren Fläche und einer oberen Fläche und das Aufbringen einer Beschichtung zur Verringerung des Reibwerts auf mindestens die obere Fläche des Bandmaterials, um ein Metallkunststoffhybridband zu bilden. Die aufgebrachte Beschichtung umfasst mindestens ein Fluorpolymer und weist eine Dicke von 10 bis 100 &mgr;m auf.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Beschichtung, umfassend mindestens ein Fluorpolymer, in Form eines Lacks auf Wasserbasis oder auf Basis eines organischen Lösungsmittels aufgebracht. Die Compoundierung des verwendeten Lacks kann derart gewählt werden, dass der Lack bzw. die Beschichtung für die jeweilige Verwendung geeignete Gleit- und Abriebseigenschaften aufweist.

In einer anderen Ausführungsform wird die Beschichtung in Form einer Folie auf das Bandmaterial aufgebracht. In diesem Fall wird zunächst mindestens eine obere Fläche des Bandmaterials angerauht und eine Zwischenschicht als Haftvermittler auf die mindestens eine angerauhte Fläche des Bandmaterials aufgebracht. Die Beschichtung, welche mindestens ein Fluorpolymer umfasst, wird in der Form einer Folie auf die Zwischenschicht aufgepresst, um ein Metallkunststoffhybridband zu bilden.

Das Aufpressen der Beschichtung in der Form einer Folie erfolgt bei einer Temperatur in dem Bereich von 300 bis 330°C, vorzugsweise in dem Bereich von 310 bis 325°C, und unter einem Druck von 2 bis 20 N/mm2, vorzugsweise von 5 bis 10 N/mm2.

Das Aufbringen der Beschichtung auf das Bandmaterial ist nicht auf die obengenannten Verfahren beschränkt. So ist es beispielsweise auch möglich, die Beschichtung in fester Verbindung auf Metallbandhalbzeug aufzubringen.

Nach dem Aufbringen der Beschichtung wird das Metallkunststoffhybridband in die Form eines Wälzlagerkäfigs verarbeitet, wobei die mindestens eine Oberflächenseite des Wälzlagerkäfigs, welche die Beschichtung aufweist, derart angeordnet wird, dass sie in einem Wälzlager den zu führenden bzw. zu lagernden Wälzkörpern zugewandt ist.

Das Verarbeiten des Metallkunststofhybridbands in die Form eines Wälzlagerkäfigs kann durch alle geeigneten, im Stand der Technik bekannten Verfahren erfolgen. Vorzugsweise wird das Metallkunststoffhybridband durch Schneiden, Prägen, spanendes Bearbeiten, Drehen, Bohren und/oder Gleitschleifen in die Form eines Wälzlagerkäfigs bearbeitet.

Die erfindunggemäßen Wälzlagerkäfige bzw. die durch das erfindungsgemäße Verfahren erhaltenen Wälzlagerkäfige haben den Vorteil, dass die den Reibwert verringernde Beschichtung eine konstante Schichtdicke sowie eine sehr gute Haftung aufweist. Dies wirkt sich insbesondere im Kontaktbereich des Wälzkörpers mit dem Wälzlagerkäfig vorteilhaft aus. Weiter ist das Aufbringen der Beschichtung vor dem Verarbeiten des Metallbands in die Form eines Wälzlagerkäfigs wirtschaftlich wesentlich günstiger als herkömmliche Verfahren, bei denen bereits gefertigte Wälzlagerkäfige nachträglich beschichtet werden. Derartig aufgebrachte Beschichtungen weisen außerdem eine nicht konstante Schichtdicke sowie eine geringere Haftintensität im Vergleich zu den erfindungsgemäßen Beschichtungen von Wälzlagerkäfigen auf.

Versuche mit erfindungsgemäßen Lappen- oder Nietkäfigen auf Metallbasis für Rillenkugellager haben ergeben, dass die Notlaufeigenschaft dieser Kugellager unter Mangelschmierung dem herkömmlichen Kugellager mit einem unbeschichteten Stahlblechkäfig um ein Vielfaches überlegen ist. Weiter wurde festgestellt, dass die Reibung in solchen, mit Mangelschmierung behafteten Kugellagern bei den erfindungsgemäßen Käfigen extrem niedrig ist. Auch das Verschleißverhalten in der Mangelschmierungssituation ist bei den erfindungsgemäßen Käfigen äußerst günstig. Kugellager, die mit den erfindungsgemäßen Käfigen ausgerüstet sind, laufen wesentlich länger als Kugellager, die mit herkömmlichen Lappenkäfigen ausgerüstet sind.

Wälzlager, die mit dem erfindungsgemäßen Wälzlagerkäfig ausgestattet sind, weisen dementsprechend besonders günstige Eigenschaften unter Mangelschmierung auf. Außerdem ist das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren aus einem Metallkunststoffhybridband relativ einfach und läßt sich mit geringem Aufwand in die Praxis umsetzen.

Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung des vorstehend beschriebenen Wälzlagerkäfigs in einem hochtourigen Kugellager mit einem Drehzahlkennwert n × dm > 1.000.000 mm/min, insbesondere für industrielle Spindellageranwendungen und im medizinischen Bereich, insbesondere in der Dentaltechnik.


Anspruch[de]
Wälzlagerkäfig zum Führen bzw. Lagern von Wälzkörpern in einem Wälzlager, wobei der Wälzlagerkäfig aus einem Metallkunststoffhydbridband gefertigt ist,

wobei das Metallkunststoffhybridband ein Bandmaterial auf Metallbasis mit einer unteren Fläche und einer oberen Fläche und einer mindestens auf der oberen Fläche des Bandmaterials aufgebrachten Beschichtung zur Verringerung des Reibwerts ist,

wobei die aufgebrachte Beschichtung mindestens ein Fluorpolymer umfasst und eine Dicke von 10 bis 100 &mgr;m aufweist, und

wobei die mindestens eine Oberflächenseite des Wälzlagerkäfigs, welche die Beschichtung aufweist, den zu führenden bzw. zu lagernden Wälzkörpern zugewandt ist.
Wälzlagerkäfig nach Anspruch 1, wobei das Bandmaterial auf Metallbasis ein Stahl ist, welcher DIN 10088-3 (195-8) entspricht. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 2, wobei der Stahl ein Stahl mit der Werkstoffnummer 1.4301, 1.4310 oder 1.4016 gemäß DIN 10088-3 (195-8) ist. Wälzlagerkäfig nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die auf das Bandmaterial aufgebrachte Beschichtung eine Dicke von 40 bis 60 &mgr;m aufweist. Wälzlagerkäfig nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Fluorpolymer Polytetrafluorethylen ist. Wälzlagerkäfig nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Beschichtung weiter 1 bis 20 Gew.-% eines Füllstoffs, bezogen auf das Gesamtgewicht der Beschichtung, umfasst. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 6, wobei die Beschichtung 4 bis 6 Gew.-% des Füllstoffs, bezogen auf das Gesamtgewicht der Beschichtung, umfasst. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 6 oder 7, wobei der Füllstoff Polyphenylensulfon ist. Wälzlagerkäfig nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei zwischen dem Bandmaterial und der Beschichtung eine Zwischenschicht als Haftvermittler angeordnet ist. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 9, wobei die Zwischenschicht eine Schicht auf Basis von Tetrafluorethylen-Perfluoralkylvinylether-Copolymeren (PFA) ist. Verfahren zum Herstellen eines Wälzlagerkäfigs nach einem der Ansprüche 1 bis 10, welches die Schritte umfasst:

– das Bereitstellen eines Bandmaterials auf Metallbasis mit einer unteren Fläche und einer oberen Fläche,

– das Aufbringen einer Beschichtung zur Verringerung des Reibwerts auf mindestens die obere Fläche des Bandmaterials, um ein Metallkunststoffhybridband zu bilden, wobei die aufgebrachte Beschichtung mindestens ein Fluorpolymer umfasst und eine Dicke von 10 bis 100 &mgr;m aufweist, und

– das Verarbeiten des Metallkunststoffhybridbands in die Form eines Wälzlagerkäfigs, wobei die mindestens eine Oberflächenseite des Wälzlagerkäfigs, welche die Beschichtung aufweist, derart angeordnet ist, dass sie den zu führenden bzw. zu lagernden Wälzkörpern zugewandt ist.
Verfahren nach Anspruch 11, worin die Beschichtung, umfassend mindestens ein Fluorpolymer, in Form eines Lacks auf Wasserbasis oder auf Basis eines organischen Lösungsmittels aufgebracht wird. Verfahren nach Anspruch 11, weiter die Schritte umfassend:

– das Anrauhen mindestens der oberen Fläche des Bandmaterials, und

– das Aufbringen einer Zwischenschicht als Haftvermittler auf die mindestens eine angerauhte Fläche des Bandmaterials,

wobei das Aufbringen der Beschichtung durch Aufpressen der Beschichtung, welche mindestens ein Fluorpolymer umfasst, in der Form einer Folie bei einer Temperatur in dem Bereich von 300 bis 330°C und unter einem Druck von 2 bis 20 N/mm2 auf die Zwischenschicht erfolgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei das Metallkunststoffhybridband durch Schneiden, Prägen, spanendes Bearbeiten, Drehen, Bohren und/oder Gleitschleifen in die Form eines Wälzlagerkäfigs bearbeitet wird. Verwendung eines Wälzlagerkäfigs nach einem der Ansprüche 1 bis 10 oder erhalten gemäß dem Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14 in einem hochtourigen Kugellager mit einem Drehzahlkennwert n × dm > 1.000.000 mm/min, insbesondere für industrielle Spindellageranwendungen und im medizinischen Bereich, insbesondere in der Dentaltechnik.






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