| Dokumentenidentifikation |
DE102006010450A1 13.09.2007 |
| Titel |
Nahrungs- oder Futtermittel |
| Anmelder |
Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, 24148 Kiel, DE |
| Erfinder |
Drossou, Alexandra, 24118 Kiel, DE; Ueberschär, Bernd, Dr., 24582 Brügge, DE; Rosenthal, Harald, Prof. Dr. Dr., 21629 Neu Wulmstorf, DE; Herzig, Karl-Heinz, Prof. Dr., Kuopio, FI |
| Vertreter |
BOEHMERT & BOEHMERT, 24105 Kiel |
| DE-Anmeldedatum |
03.03.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006010450 |
| Offenlegungstag |
13.09.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
13.09.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
A23K 1/16(2006.01)A, F, I, 20060303, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
A23K 1/18(2006.01)A, L, I, 20060303, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Die Erfindung betrifft ein Nahrungs- oder Futtermittel mit einer Beimengung von Phytohaemagglutinin und/oder von wenigstens einer Isoform einer Phytohaemagglutinin-Untereinheit, insbesondere die Verwendung von Phytohaemagglutinin als Fischfutterzusatz in kommerziellen Brutfuttern zur Unterstützung der Reifung des Verdauungstraktes und damit zur Steigerung der larvalen Verdauungseffizienz. Des Weiteren betrifft sie die Verwendung von Phytohaemagglutinin zur Einsparung von Lebendfutter in der Fischzucht.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Nahrungs- oder Futtermittel, insbesondere
einen Fischfuttermittelzusatz. Von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche
Aufzucht von Fischlarven ist das Nahrungsangebot und die Nahrungsaufnahme während
der ersten Lebensstadien.
Trotz der enormen Fortschritte der Forschung zur Herstellung geeigneter
Futtermittel gibt es immer noch für die Zucht wichtige Fischarten, für
deren frühe Larvenstadien ohne lebendes Zooplankton als Startfutter entweder
keine Aufzuchtmöglichkeit besteht oder bei Verabreichung hergestellter Futter
mit hohen Mortalitätsraten und Wachstumseinbußen zu rechnen ist.
Die Herstellung von Trockenfuttermitteln, welche lebende Futtertiere
von der ersten exogenen Nahrungsaufnahme an ersetzen können, ist nicht nur
wegen der hohen Kosten, die mit der Aufzucht des Lebendfutters verbunden sind wichtig,
sondern auch wegen des Zieles, ein ausgewogenes gleich bleibendes Futter jederzeit
anbieten zu können, und damit das Risiko von Fehlschlägen beim Aufbau
von Nahrungsketten zur Larvenfütterung zu minimieren. Dabei sind etwa 60% der
gesamten Kosten einer Brutanlage sind auf die Bereitstellung der lebenden Futterorgansimen
zurückzuführen, was die wirtschaftliche Notwendigkeit der Entwicklung
eines effizienten Ersatzfutters erklärt.
Im Vergleich zu juvenilen und adulten Fischen verfügen Fischlarven
nach dem Schlupf über einen noch sehr einfach organisierten Verdauungstrakt
und ernähren sich aufgrund ihres hohen Proteinbedarfes überwiegend carnivor.
Für die Proteinverdauung im Jugendstadium kommen aufgrund des fehlenden funktionstüchtigen
Magens nur die alkalischen Proteasen in Frage. Darunter spielt die Aktivität
der alkalischen Protease Trypsin eine Schlüsselrolle.
Trypsin gehört zur Gruppe der Serinproteasen und nimmt eine wichtige
Stellung unter den proteolytischen Enzymen ein. Trypsin wird vom Pankreas als die
inaktive Vorstufe Trypsinogen sezerniert und das Enzym Enteropeptidase aktiviert.
Darüber hinaus wird Trypsinogen autokatalytisch auch durch Trypsin selber aktiviert.
Der Bildungsort von Trypsinogen sind die Azinuszellen, in denen die Proteine in
membranumhüllten Granula gespeichert werden. Sie sammeln sich in den Azinuszellen
und werden bei Stimulation dieser Zellen durch ein Hormonsignal oder einen Nervenimpuls
in das Duodenum sezerniert.
Die Stimulation der Trypsinproduktion wird bei ausgewachsenen Fischen
durch das Hormon Cholecystokinin bewirkt. Cholecystokinin (CCK) ist ein gastorintestinales
Hormon, das eine physiologische Rolle bei der Regulierung der Nahrungsaufnahme spielt.
Dem CCK wird eine Reihe von Funktionen zugeschrieben, wie Aktivierung der Gallenblasenkontraktion,
Hemmung des Chymusaustrittes aus dem Magen, Stimulierung der pankreatischen Enzymsekretion.
Nach einer Mahlzeit erhöht sich die CCK-Konzentration im Plasma. Beim Durchlauf
der Nahung durch den Verdauungstrakt werden gastrointestinale Peptide von Magen
und Darm sezerniert, welche die Pankreasenzymsekretion auslösen. Andererseits
löst Trypsin ein negatives Feedback-Signal aus, um die Freisetzung von CCK
zu unterbrechen.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, die intestinale Nahrungsaufnahme
zu verbessern, möglichst dabei Mortalität von Jungorganismen zu verringern
und dies bevorzugt mittels eines Nahrungs- oder Futtermittels, welche es ermöglicht,
die Verdauungsentwicklung von – insbesondere marinen – Fischlarven
zu steigern und die Einsparung von Lebendfutter in der Fischzucht ermöglicht.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen
des Hauptanspruches. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausführungen
wieder.
Das erfindungsgemäße Nahrungs- oder Futtermittel weist eine
Beimengung von Phytohaemagglutinin und/oder von wenigstens einer Isoform einer Phytohaemagglutinin-Untereinheit
auf. Bevorzugt wird vorgeschlagen, einen Fischfutterzusatz in einem Fischfuttermittel
mit einer Isoform ausgewählt aus der Gruppe E4, E3L, E2L2, EL3 und L4 einzusetzen.
Dabei kann aber eine erfindungsgemäße Beimengung auch die intestinale
Nahrungsaufnahme auch anderer Organismen positiv beeinflussen.
Das Fischfutter kann Trockenfutter sein und als Futtermittel für
Fischlarven eingesetzt werden, insbesondere um die larvalen Mortalität bei
Fischen zu verringern.
Allgemein kann Phytohaemagglutinin zur Steigerung der Cholecystokininproduktion
und/oder Trypsinproduktion verwandt werden, wobei insbesondere ein Verfahren zur
Herstellung eines Arzneimittels zur Steigerung der Cholecystokininproduktion und/oder
Trypsinproduktion unter Verwendung von Phytohaemagglutinin und/oder von wenigstens
einer Isoform einer Phytohaemagglutinin-Untereinheit vorgeschlagen wird.
Mit der ersten exogenen Nahrungsaufnahme tritt bei Fischlarven eine
Phase ein, die in Bezug zu den Überlebensraten – insbesondere mariner
Larven – auch als „kritische Phase" bezeichnet wird, da während
dieser Periode die höchsten Mortalitätsraten im Larvenstadium
beobachtet werden. Die Ursachen liegen vermutlich in den für die Umstellung
auf exogene Nahrung notwendigen Änderungen im Metabolismus (enormer Energieaufwand).
Es konnte gezeigt werden, dass mit Beginn der „kritischen Larvalphase" eine
Abnahme der Trypsinaktivität auftritt.
Es hat sich weiter gezeigt, dass die Trypsinaktivität während
der ersten Larvenstadien ein Defizit darstellt und, dass eine Manipulation bzw.
Erhöhung der CCK-Konzentration durch den Einsatz von Phytohemagglutinin, dieses
Defizit kompensieren kann. Hier konnte erstmalig eine Interaktion zwischen der Trypsinaktivität
und der CCK-Konzentration bei Fischlarven gezeigt werden. Es konnte nachgewiesen
werden, dass der Zusatz von Phytohaemagglutinin (einschließlich seiner Untereinheiten)
zum Fischfutter eine Steigerung der CCK-Konzentration von Fischlarven erzielt.
Zur gezielten Stimulation der CCK-Ausschüttung wurde die tägliche
Trockenfuttermenge der Larven mit mindestens 0,05% Phytohaemagglutinin angereichert.
Die behandelten Fischlarven zeigen Wachstums- und Überlebensraten vergleichbar
mit denen von Larven, die Lebendfutter bekommen haben. Die Anreicherung des Brutfutters
führt zu einer Stimulierung der CCK-Ausschüttung, und zu konstanten Trypsinaktivitäten
und steigert so die Verdauungseffizienz von Fischlaven.
Phytohemagglutinin ist ein Lectin-Extrakt aus roten Bohnen (Vaseolus
vulgaris): alle Lectine enthalten zwei oder mehr Bindungsstellen für Kohlenhydrateinheiten,
die für die Agglutination von Erythrozyten und anderen Zellen verantwortlich
sind. PHA beinhaltet eine Familie von 5 Isolectinen (jedes Isolectin ist ein Tetramer,
das von nicht-kovalenten Kräften zusammengehalten wird). Jedes Isolectin besteht
aus 4 Untereinheiten (diese Untereinheiten kann man in zwei verschiedene Typen unterteilen:
leucozyten-reaktive (L) und erythrozyten-reaktive (E)), in 5 möglichen Formen:
E4, E3L, E2L2, EL3, L4. PHA-P ist die Proteinform von PHA, vor der Reinigung bzw.
Trennung von Leucoagglutinin und Erythroagglutinin. Zur Vermeidung toxischer Nebenwirkungen,
ist die Dosis sowie der Reinigungsgrad (Kombination der auftretenden Untereinheiten)
ggf. durch eine kurze Versuchsreihe an die Fütterungsparameter anzupassen.
Ausführunsgbeispiel
Larven von Oreochromis niloticus wurden während des letzten Stadiums
der Dottersackphase in die für die Experimente vorgesehene Anlage eingesetzt,
eine Hälterungsanlage.
Zur Aufzucht der Larven wurde ein Süßwasserdurchflußsystem
aufgebaut. Während der gesamten Versuchszeit wurden konstante Raumtemperatur
(26 ± 1,4°C liegt im Optimalbereich dieser Fischart) und Lichtverhältnisse
(12 h/Tag Beleuchtungsdauer, mit einer Lichtintensität von 1400 Lux, gemessen
an der Wasseroberfläche) gewährleistet.
Die Anlage bestand aus hellgrauen, quaderförmigen Hälterungsbecken
(ca. 184 dm3 Gesamtvolumen) aus Kunststoff (HDPE, Polyethylen hoher Dichte).
Als Hochtank diente ein kleineres, gleichförmiges HDPE-Becken (ca. 67 dm3
Gesamtvolumen). Die Auslaufrohre (PVC, Polyvinylchlorid) befanden sich bei den Hälterungbecken
21 cm, beim Hochtank 9 cm über dem Beckenboden, so daß das Wasservolumen
der gefüllten Becken ca. 94 dm3 bzw. 49 dm3 betrug. Um
ein Entkommen der Larven zu verhindern, war die Ablauföffnung mit Gaze (335
&mgr;m Porenweite) bespannt. Das Wasser wurde im Hochtank vorgeheizt und über
individuell regulierbare Zuläufe (Klemmen an den Zulaufschläuchen) den
Larvenbecken dicht über der Wasseroberfläche zugeleitet. In jedem Becken
wurde ein Belüfterstein (Kieselgurausströmer, 5 × 2,5 cm), der durch
einen Schlauch an die zentrale Luftversorgung des Hauses angeschlossen war, auf
schwache Belüftung eingestellt. Die Beleuchtung erfolgte durch zwei parallel
zueinander angeordnete Leuchtstoffröhren, die ca. 50 cm über der Wasseroberfläche
angebracht waren und sich über alle drei Versuchsbecken erstreckten. Der Wasserdurchfluß
war in allen Becken gleich eingestellt und betrug 0,3 dm3/Min.
Die stündliche Wassererneuerungsrate betrug somit 19% des jeweiligen
Beckenvolumens (94 dm3).
Experimentelle Gruppen
Die Verteilung der Larven auf die einzelnen Becken erfolgte so, daß
die Brut unterschiedlicher Elterntiere nicht untereinander vermischt wurde. Drei
Gruppen wurden miteinander verglichen: Larven, die mit lebendem Zooplankton (Artemia),
Trockenbrutfutter (kommerzielles Forellenbrutfutter), oder Trockenbrutfutter angereichert
mit PHA gefütter wurden.
Die Fütterung begann am Morgen nach der Besetzung der Hälterungsbecken.
In dieser Arbeit wurden die Artemia-Nauplien (Lebendfutter) zweimal (10:30, 16:30),
die Trockenfuttermittel dreimal täglich verabreicht (10:30, 14:30, 16:30),
so daß alle Futtermittel ad libitum zur Verfügung standen.
Futter
Als Lebendfutter dienten Nauplien von Artemia salina. Die Erbrütung
des Lebendfutters erfolgte in zwei Imhoff-Glastrichtern (1 dm3 Wasservolumen);
die Einstellungen der abiotischen Faktoren, sowie die abgewogene Menge an Cysten
entsprachen den Angaben des Herstellers für maximale Ausbeute.
Pro Glastrichter wurde alle zwei Tage ein neuer Brutansatz gestartet.
Um einen kontinuierlichen Nachschub zu gewährleisten, wurden
die zwei Trichter jeweils um 1 Tag versetzt befüllt. Nach 48 Stunden wurden
die Nauplien in kaltem Nordseewasser bei guter Durchlüftung bis zur Fütterung
(maximal 6 Stunden) gehältert. Der Inhalt eines Erbrütungsbehälters
wurde innerhalb eines Tages verfüttert. Dies entsprach 3 Nauplien pro ml Beckenvolumen.
An die mit Trockenfutter ernährten Larvengruppen wurde täglich
10% ihres Gewichtes verfüttert. Als Trockenfutter wurde Forellenbrutfutter
(Trouvit pro aqua® Brut 000, MILKIVIT, TROUW NUTRITION DEUTSCHLAND
GMBH, Burgheim) in Form von Granulat mit einer Korngröße von 0,4–0,6
mm eingesetzt.
Zur Berechnung der täglichen Rationen wurde in regelmäßigen
Abständen das mittlere Naßgewicht von 10–20 Larven mit Hilfe einer
Feinwaage (Sartorius, Genauigkeit bei 0–42g: 5 Stellen nach dem Komma) ermittelt.
10% dieses Mittelwertes multipliziert mit der verbliebenen Anzahl an Larven im jeweiligen
Becken, ergab die abzuwiegende Futtermenge pro Tag.
Für die Gruppe mit dem angereicherten Trockenfutter, wurde das
Forellenbrutfutter mit salzfreiem Phytohemagglutinin PHA-P (SIGMA-ALDRICH, Art.
Nr. L-8754, lyophilisiert) vermischt. Die Verabreichung des Lectins (0,004 g/d PHA-P)
erfolgte nur bei der ersten Tagesfütterung (10:30). Forellenbrutfutter und
PHA-P wurden dazu in einem Eppendorf-Reaktionsgefäß auf der Feinwaage
abgewogen und auf dem Schüttler (Vortex) gründlich durchmischt.
Probenahme und Bearbeitung
Die Probennahme erfolgte stets morgens vor der ersten Fütterung.
Von jeder Futtergruppe wurden täglich mit einer Glaspipette 20 Larven zusammen
mit etwas Beckenwasser in Eppendorf-Reaktionsgefäße überführt,
wobei die maximale Anzahl pro Reaktionsgefäß 10 Larven betrug. Die Larven
wurden sofort bei –70°C schockgefroren, um eine enzymatische Aktivität
bzw. Veränderung zu unterbinden. An jedem Meßtag wurde die zur Aufarbeitung
bestimmte Anzahl an Eppendorf-Reaktionsgefäßen, die mit Larven gefüllt
waren, aus der Tiefkühltruhe in eine mit Eis gefüllte Plastikwanne gelegt
und so bei ca. 0°C langsam zum Auftauen gebracht. Die einzelnen Larven wurden
mit destilliertem Wasser gespült.
Ein Binokular (WILD, M5A, 141499) diente zur Überprüfung
der Vollständigkeit des Darmtraktes, sowie zur Bestimmung der Totallänge
(TL) mit Hilfe eines eingebauten Meßokulars (sechsfache Vergrößerung:
25 Teilstriche = 4 mm). Anschließend wurde jede Larve in ein Eppendorf-Reaktionsgefäß
überführt und mit 500 &ggr;&mgr;l TRIS-HCL-Puffer (0,1 Molar, pH 8,00)
homogenisiert. Der 0,1 molare Puffer wurde mit Tris(hydroxymethyl)aminomethan (C4H11NO3,
MERCK, Art. Nr. 8382), Calciumchlorid-Dihydrat (CaCl2 × 2H2O,
MERCK, Art. Nr. 2382) und deionisiertem Wasser angesetzt. Die Einstellung auf den
gewünschten pH-Wert erfolgte mit 32%iger Salzsäure. Die Homogenisierung
erfolgte bei den Proben aus dem ersten Versuch mit einem Mikropistill für Eppendorf-Reaktionsfäße.
Für die Proben aus dem zweiten Versuch wurde am hinteren Ende des Mikropistills
ein batteriebetriebener Motor (Pellet Pestle® Motor, KONTES GLASS
COMPANY) angebracht, der die Homogenisierungszeit wesentlich verkürzte. Die
Reaktionsgefäße mit den „Rohhomogenaten" wurden dann in einer Kühlzentrifuge
(Minifuge T, HERAKEUS) bei –2°C und einer Drehzahl von 6000/Min. eine
Stunde lang zentrifugiert.
Chemische Analyse
Die Messung der Trypsinaktivität erfolgte fluoreszenzphotometrisch.
Durch den Einsatz eines für dieses Enzym hochspezifischen Substrates, das an
ein fluoreszierendes Molekül gekoppelt ist, konnte die katalytische Aktivität
des Enzyms als Anstieg der Fluoreszenz pro Zeiteinheit gezielt bestimmt werden.
Dieser ist proportional zur Trypsinmenge im Homogenat. Als synthetisches Substrat
diente Na-benzoyl-L-arginin-4-methyl-coumarinyl-7-amid (Z-Arg-MCA × HCl, BACHEM,
I-1130, Lagerung bei –20°C). Es handelt sich hier um ein synthetisches
Amid, das an dem Fluoreszenzchromophoren 4-methyl-coumarinyl-7-amid gekoppelt ist
und vom Trypsin am Arginin spezifisch gespalten wird.
Bei der zur Messung der CCK-Konzentration angewendeten Methode handelt
es sich um ein Bioassaysystem zur Erfassung biologisch aktiver Formen von Cholecystokinin
(CCK). Das Prinzip der Messung basiert auf der sekretionsauslösenden Eigenschaft
von CCK auf isolierte Azinuszellen. Aus dem Rattenpankreas gewonnene Azini sezernieren
in Abhängigkeit von der CCK-Konzentration Amylase. Indem die Spezifität
dieses Enzyms zu einem synthetischen Substrat genutzt wird, kann seine katalytische
Aktivität gemessen werden. Als synthetisches Substrat wird 5-Ethyliden-(G7)-PNP
(PNP = p-Nitrophenol, G = Glucose) verwendet. Die quantitative Bestimmung der Amylase
erfolgte photometrisch mittels eines Kit-Tests (Amyl, ROCHE).
Ergebnisse
Es konnte erstmalig eine Interaktion zwischen der Trypsinaktivität
und der CCK-Konzentration bei Fischlarven gezeigt werden. Durch den Zusatz von
Phytohaemagglutinin (einschließlich seiner Untereinheiten) zum Fischfutter,
konnte eine Steigerung der CCK-Konzentration und konstante Trypsinaktivitäten
von Fischlarven erzielt werden. Der Auftritt von negativen Effekten von PHA konnte
in Bezug auf Wachstum, Überlebensraten und Trypsinogenaktivierung ausgeschlossen
werden. Vergleichbares Längen- und Gewichtswachstum zwischen allen untersuchten
Gruppen.
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| Anspruch[de] |
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Nahrungs- oder Futtermittel, gekennzeichnet durch eine Beimengung von
Phytohaemagglutinin und/oder von wenigstens einer Isoform einer Phytohaemagglutinin-Untereinheit.
Fischfutterzusatz in einem Fischfuttermittel nach Anspruch 0, dadurch
gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Isoform ausgewählt ist aus der Gruppe
E4, E3L, E2L2, EL3 und L4.
Fischfutterzusatz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das
Fischfutter Trockenfutter ist.
Fischfutterzusatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 oder
3, dadurch gekennzeichnet, dass das Fischfutter ein Futtermittel für Fischlarven
ist.
Verwendung eines Futtermittels nach einem der vorhergehenden Ansprüche
zur Verringerung der larvalen Mortalität bei Fischen.
Verwendung eines Nahrungs- oder Futtermittels nach einem der Ansprüche
0 bis 0 zur Verbesserung der intestinalen Nahrungsaufnahme.
Verwendung von Phytohaemagglutinin zur Steigerung der Cholecystokininproduktion
und/oder Trypsinproduktion.
Verfahren zur Herstellung eines Arzneimittels zur Steigerung der Cholecystokininproduktion
und/oder Trypsinproduktion unter Verwendung von Phytohaemagglutinin und/oder von
wenigstens einer Isoform einer Phytohaemagglutinin-Untereinheit.
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