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Dokumentenidentifikation DE102006035554B3 13.09.2007
Titel Lenkbarer Bobschlitten
Anmelder KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH, 98716 Geschwenda, DE
Erfinder Schneider, Wolfgang, 99610 Sömmerda, DE
Vertreter Weidner Stern, Patentanwälte, 99084 Erfurt
DE-Anmeldedatum 27.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006035554
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.09.2007
IPC-Hauptklasse B62B 13/10(2006.01)A, F, I, 20070328, B, H, DE
Zusammenfassung Lenkbarer Bobschlitten, insbesondere für den Freizeitbereich, mit zwei hinteren, in Schlittenlängsrichtung mit einem Schlittengrundkörper starr verbundenen parallelen Hauptkufen und zwei in Fahrtrichtung davor angeordneten parallelen Lenkkufen, wobei die Bedienung der Lenkung durch an der Schlittenoberseite, vor der Sitzfläche angeordnete Lenkungsbedienteile erfolgt. Der Bobschlitten weist einen Schlittenkörper auf, an dem in Fahrtrichtung vor der Sitzfläche eine nach unten offene, halbkugelförmige Oberkuppel ausgebildet ist, mit welcher der Schlittenkörper auf der an der Oberseite eines Lenkkufenkörpers ausgebildeten Unterkuppel nach dem Prinzip von Gelenkkugeln und Gelenkpfanne horizontal drehbeweglich aufliegt. Die Oberkuppel des Schlittenkörpers besitzt im oberen Bereich eine Öffnung durch welche an der Unterkuppel des Lenkkufenteils ausgebildete Lenkgriffe ragen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen lenkbaren Bobschlitten nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Um die Lenkbarkeit von zweispurigen Schlitten zu verbessern ist es bekannt, vor oder zwischen zwei in Schlittenlängsrichtung starren Hauptkufen eine bewegliche Lenkkufe anzuordnen. Derartige gattungsgemäße Lösungen sind unter anderem in den DE 203 10 561 U1, DE 93 01 845 U1 sowie DE 1 894 188 U beschrieben. Um eine noch bessere Lenkwirkung zu erzielen ist es weiterhin üblich, vor den zwei hinteren, in Schlittenlängsrichtung mit einem Schlittengrundkörper fest verbundenen parallelen Hauptkufen, zwei bewegliche parallele Lenkkufen anzuordnen. Aus Sicherheitsgründen und insbesondere auch aus Kostengründen wird dabei angestrebt, die gesamte Schlittenkonstruktion sehr geschlossen und unter Verzicht auf aufwendige Gestellkonstruktionen auszuführen. Dazu sind bei modernen gattungsgemäßen Bobschlitten die Schlittenkörper als kompakte Kunststoffteile ausgebildet, in welchen dann die unterschiedlichen Lenksysteme montiert werden. Unter anderem aus den EP 0 277 461 A1 und DE 195 42 277 A1 sind solche Lösungen bekannt. Bei den bekannten Lösungen ist jedoch nachteilig, dass die mechanischen Komponenten der Lenksysteme hinsichtlich Herstellung und Montage sehr aufwendig sind. Beim Einsatz von drehbaren Lenksäulen und darauf angeordneten Lenkrädern oder Lenkstangen bestehen außerdem oft Verletzungsgefahren bei Stürzen oder harten Schlittenlandungen. Insbesondere bei solchen harten Stößen auf die Lenksysteme kommt es leicht zu Deformationen und Beschädigungen der mechanischen Komponenten.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen sehr kompakten lenkbaren Bobschlitten für den Freizeitbereich mit zwei in Schlittenlängsrichtung starren Hauptkufen und zwei davor angeordneten, beweglichen, parallelen Lenkkufen zu schaffen, der aus möglichst wenig Einzelteilen besteht und sehr einfach zu montieren ist.

Diese Aufgabe wird durch einen Bobschlitten mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Der Vorteil der Erfindung besteht insbesondere darin, dass der gesamte Bobschlitten hauptsächlich nur aus zwei Schlittenteilen besteht und trotzdem eine Lenkfunktion integriert ist, wie sie bisher nur über aufwendige mechanische Lenksysteme realisierbar war. Die Paarung von Lenkkufenteil und Schlittenkörper nach dem Prinzip von Kugel und Pfanne gewährleistet eine extreme Belastbarkeit des Lenksystems auch bei harten Stößen auf die Lenkkufen. Durch die Ausbildung eines Auflagerings mit relativ großem Durchmesser ergibt sich eine geringe Flächenpressung zwischen Oberkuppel und Unterkuppel sowie eine große mechanische Stabilität, wodurch eine entsprechende Leichtgängigkeit und Verschleißarmut der Lenkung erreicht wird. Eine Deformation von Lenkungsteilen ist ebenso ausgeschlossen wie die Verletzungsgefahr durch Einklemmen zwischen den Teilen eines Lenkungsgestänges.

Die Verbindung der beiden Schlittenteile durch ein Rastelement ermöglicht eine sehr einfache Montage. Durch die einstückige Ausbildung der Lenkgriffe an der Kuppel des Lenkkufenkörpers, in Verbindung mit der in der Kuppel des Schlittenkörpers ausgebildeten Lenköffnung ist keine Montage von separaten Lenkungsbedienteilen, wie Lenkrad oder Lenkstange erforderlich.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Figuren dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

1 die Seitenansicht eines Bobschlittens

2 eine hintere Perspektive

3 eine vordere Perspektive in Explosivdarstellung

4 die Seitenansicht in Explosivdarstellung

5 eine untere Perspektive in Explosivdarstellung

Der erfindungsgemäße Bobschlitten besteht aus zwei jeweils einstückigen, vorzugsweise aus Kunststoff geformten Hauptteilen, dem Schlittenkörper 1 und dem Lenkkufenkörper 2. Am Schlittenkörper 1 sind im Bereich unter der Sitzfläche 3 die Hauptkufen 4 ausgebildet. Im Bereich vor der Sitzfläche 3 weist der Schlittenkörper 1 eine in den Bugbereich übergehende, nach unten offene halbkugelförmige Oberkuppel 5 auf. Um den Mittelpunkt der Oberkuppel 5 ist die Lenköffnung 6 angeordnet.

Am Lenkkufenkörper 2 sind die Lenkkufen 7 ausgebildet. Der Lenkkufenkörper 2 weist oben eine im Wesentlichen halbkugelförmige Unterkuppel 8 auf. Korrespondierend zur Lenköffnung 6 sind an der Oberseite der Unterkuppel 8, Lenkgriffe 9 ausgebildet, welche die Oberkuppel 5 in der Lenköffnung 6 durchragen.

Im montierten Zustand lagert der Schlittenkörper 1 mit der Innenfläche seiner Oberkuppel 5, nach dem Prinzip von Gelenkkugel und Gelenkpfanne, auf der Unterkuppel 8 des Lenkkufenkörpers 2. Dazu ist an der Unterseite der Oberkuppel 5, unter der Lenköffnung 6 umlaufend ein Auflagering 16 ausgebildet (5), mit welchem die Oberkuppel 5 definiert auf der Unterkuppel 8 aufliegt. Diese Art der Auflage sichert die gewünschte Leichtgängigkeit der Lenkung. Stärkere radial auf die vertikale Drehachse des Lenksystems einwirkende Kräfte können direkt über die korrespondierenden Flächen der Oberkuppel 5 und der Unterkuppel 8 übertragen werden.

Die Lenköffnung 6 ermöglicht in Verbindung mit den Lenkgriffen 9 ein begrenztes Drehen des Lenkkufenkörpers 2 um seine vertikale Drehachse. Die Oberkuppel 5 und die Unterkuppel 8 besitzen im Bereich ihrer Drehachsen fluchtende Befestigungsöffnungen 10 und 11. Durch Einsetzen des Rastelements 12 in die Befestigungsöffnungen 10 und 11 wird der Lenkkufenkörper 2 drehbar mit dem Schlittenkörper 1 verbunden.

Das in seinem mechanischen Aufbau einfache Lenksystem ermöglicht sehr präzise und sichere Lenkmanöver. Durch die unkomplizierte Bedienbarkeit des Lenksystems ist das Betätigen einer separaten Bremseinrichtung völlig unproblematisch. Dazu ist am vorderen Ende der Sitzfläche 3 eine Mulde 13 mit Durchbrüchen 14 ausgebildet, durch welche die Betätigungselemente einer nicht dargestellten Bremseinrichtung ragen können. Die dazu notwendigen Lagerböcke 15 sind an der Unterseite der Sitzfläche 3 ausgebildet (5).

1
Schlittenkörper
2
Lenkkufenkörper
3
Sitzfläche
4
Hauptkufen
5
Oberkuppel
6
Lenköffnung
7
Lenkkufen
8
Unterkuppel
9
Lenkgriffe
10
Befestigungsöffnung
11
Befestigungsöffnung
12
Rastelement
13
Mulde
14
Durchbrüche
15
Lagerböcke
16
Auflagering


Anspruch[de]
Lenkbarer Bobschlitten, insbesondere für den Freizeitbereich, mit zwei hinteren, in Schlittenlängsrichtung mit einem Schlittengrundkörper starr verbundenen parallelen Hauptkufen und zwei in Fahrtrichtung davor angeordneten parallelen Lenkkufen, wobei die Bedienung der Lenkung durch an der Schlittenoberseite, vor der Sitzfläche angeordnete Lenkungsbedienteile erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der Bobschlitten einen Schlittenkörper (1) aufweist, bei dem in Fahrtrichtung vor der Sitzfläche (3) eine nach unten offene, halbkugelförmige Oberkuppel (5) ausgebildet ist, mit welcher der Schlittenkörper (1) auf der an der Oberseite eines Lenkkufenkörpers (2) ausgebildeten Unterkuppel (8) nach dem Prinzip von Gelenkkugel und Gelenkpfanne drehbeweglich aufliegt, wobei die Oberkuppel (5) im oberen Bereich eine Lenköffnung (6) aufweist, durch welche an der Unterkuppel (8) des Lenkkufenkörpers (2) ausgebildete Lenkgriffe (9) ragen. Lenkbarer Bobschlitten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlittenkörper (1) mit einem an der Unterseite der Oberkuppel (5) ausgebildeten Auflagering (16) auf der Unterkuppel (8) des Lenkkufenkörpers (2) drehbeweglich aufliegt. Lenkbarer Bobschlitten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Oberkuppel (5) und in der Unterkuppel (8) auf der gemeinsamen Drehachse liegende, fluchtende Befestigungsöffnungen (10, 11) angeordnet sind, in welche ein Rastelement (12) eingesetzt ist, wodurch der Lenkkufenkörper (2) mit dem Schlittenkörper (1) drehbeweglich verbunden wird.






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