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Dokumentenidentifikation DE102007006018A1 13.09.2007
Titel Verfahren zum Handhaben eines Zylinderaufzugs
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Grützmacher, Bertold, Dr., 69198 Schriesheim, DE
DE-Anmeldedatum 07.02.2007
DE-Aktenzeichen 102007006018
Offenlegungstag 13.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.09.2007
IPC-Hauptklasse B41F 27/12(2006.01)A, F, I, 20070207, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41C 1/00(2006.01)A, L, I, 20070207, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Handhaben eines Zylinderaufzugs einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschine, wobei der Zylinderaufzug (10, 28) von einem Zylinder (4.1) entfernt wird, zeichnet sich dadurch aus, dass der Zylinderaufzug (10, 28) im Wesentlichen während des Entfernens (52) vom Zylinder (4.1) oberflächenbehandelt (54, 56, 58, 60) wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Handhaben eines Zylinderaufzugs mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Behandlungsvorrichtung für einen Zylinderaufzug mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 6.

Gattungsgemäße Verfahren und Vorrichtungen werden unter anderem zum Entfernen von Zylinderaufzügen von Zylindern eingesetzt. Derartige Verfahren und Vorrichtungen werden insbesondere in Druckwerken einer Bedruckstoffbogen verarbeitenden Maschine, beispielsweise einer Papier- oder Kartonbogen verarbeitenden lithographischen Offsetdruckmaschine eingesetzt.

In der noch nicht veröffentlichten deutschen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen 10 2005 011 192.0 ist ein Verfahren zum Behandeln einer wiederbebilderbaren Druckform nach einem Drucken beschrieben, wobei die Druckform einen mit amphiphilen Molekülen versehenen Träger aufweist und für ein erneutes Drucken im Verlauf eines Wiederbebilderungsvorgangs von Druckfarbe gereinigt und mit amphiphilen Molekülen versehen wird. Das beschriebene Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die Druckform im Verlauf des Wiederbebilderungsvorgangs im Wesentlichen vor dem Reinigen von Druckfarbe mit amphiphilen Molekülen versehen wird. Auf diese Anmeldung wird hinsichtlich der darin beschriebenen wiederbebilderbaren, mit amphiphilen Molekülen belegten Druckform und hinsichtlich des darin beschriebenen Wiederbebilderungsvorgangs Bezug genommen. Eine Entnahme der Druckform ist jedoch nicht beschrieben, da die Druckform in der Druckmaschine wiederbebildert wird. Solange die Wiederbebilderung jedoch in der Druckmaschine stattfindet, kann mit der Druckmaschine oder zumindest mit einem oder mehreren Druckwerken – für die Dauer der Wiederbebilderung – nicht gedruckt werden.

Es kann jedoch auch vorgesehen sein, Druckplatten außerhalb der Druckmaschine wiederzubebildern. Die EP 1 122 082 B1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines Mehrfarbendrucks. Nach Beendigung der Herstellung eines Mehrfarbendrucks in einer Druckmaschine werden die ausgedruckten Druckplatten von den Druckformzylindern, auf denen diese aufgespannt sind, unter zweckmäßigem Einsatz von Plattenwechselautomaten entfernt. Die entfernten Druckplatten werden anschließend einer Einrichtung zum Neutralisieren zugeführt und neutralisiert. Weiterhin werden die Druckplatten beschichtet und in einem Belichtungs- und Entwicklungsaggregat passergerecht fixiert, belichtet und entwickelt. Schließlich werden die Druckplatten erneut auf die Druckformzylinder aufgebracht. Es ist jedoch nicht explizit beschrieben, in welchem Schritt des Verfahrens, in welcher Vorrichtung und auf welche Art und Weise die Druckplatten von Druckfarbe gereinigt werden. Eine Reinigung der Druckplatten außerhalb der Druckmaschine, z. B. in der Einrichtung zum Neutralisieren würde jedoch einen Transport der ungereinigten Druckplatte erfordern, was zu Verschmutzungen von Maschinenteilen führen kann.

Die US 5,181,466 beschreibt eine Offsetdruckmaschine, bei welcher nach Beendigung des Druckvorgangs eine Druckplatte und ein Gummituch ungereinigt von Druckfarbe derart über einen Entladepfad 12 von den betreffenden Zylinder gemeinsam, d. h. sich berührend entnommen werden, dass die Druckfarbe zwischen Druckplatte und Gummituch eingeschlossen ist (Spalte 7, Zeilen 23-33). Eine Farbreinigung ist somit explizit nicht vorgesehen.

Die EP 0 681 915 B1 beschreibt eine Vorrichtung zum Aufziehen flexibler Druckformen, bei welcher eine Gummituch-Waschwalze 4 beim voll- oder halbautomatischen Druckformwechsel als Andrückwalze zum Andrücken der Druckform an den Formzylinder 1 verwendet wird. Eine Reinigung der Druckform von Druckfarbe unter Einsatz der Waschwalze bei ist jedoch nicht beschrieben.

Der Druckplattenwechsel als solcher – wie auch der automatisierte Plattenwechsel und Kassettensysteme für den automatisierten Plattenwechsel – ist z. B. in "Handbuch der Printmedien" (Hrsg.: Kipphan, Berlin, Springer, 2000), S. 335-337 beschrieben.

Waschvorgänge als solche, insbesondere betreffend Druckplatten, und Waschvorrichtungen sind ebenfalls in "Handbuch der Printmedien" (Hrsg.: Kipphan, Berlin, Springer, 2000), S. 334-335 beschrieben.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zu schaffen, welches zumindest einen der aufgezeigten Nachteile des Standes der Technik überwindet.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zu schaffen, welches es dem Bediener ermöglicht, die Reinigung einer Druckform, welche außerhalb der Druckmaschine wiederbebildert wird, auf einfache Weise und ohne zusätzlichen Arbeits- und Zeitaufwand durchzuführen.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Vorrichtung zu schaffen, welche zumindest einen der aufgezeigten Nachteile des Standes der Technik überwindet.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Vorrichtung zu schaffen, welche es dem Bediener ermöglicht, die Reinigung einer Druckform, welche außerhalb der Druckmaschine wiederbebildert wird, auf einfache Weise und ohne zusätzlichen Arbeits- und Zeitaufwand durchzuführen.

Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 6 gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der folgenden Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.

Unter dem Begriff „Oberflächenbehandlung" wird in dieser Anmeldung eine Behandlung der Oberfläche eines Zylinderaufzuges verstanden, welche die Oberfläche oder eine auf der Oberfläche befindliche Schicht oder Belegung in ihrer Beschaffenheit in gewünschter Weise verändert. Dies umfasst beispielsweise ein Entfernen oder Aufbringen/Belegen von Medien oder Substanzen, sowohl in makroskopischer (Medium: z. B. Druckfarbe) als auch in mikro- oder nanoskopischer (Substanz: z. B. amphiphile Moleküle) Schichtdicke. Insbesondere ist unter „Oberflächenbehandlung" nicht das bloße Kontaktieren der Oberfläche eines Zylinderaufzuges, beispielsweise zum Zweck des Transports, zu verstehen.

Ein erfindungsgemmäßes Verfahren zum Handhaben eines Zylinderaufzugs einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschine, wobei der Zylinderaufzug von einem Zylinder entfernt wird, zeichnet sich dadurch aus, dass der Zylinderaufzug im Wesentlichen während des Entfernens vom Zylinder oberflächenbehandelt wird.

Erfindungsgemäß wird der Zylinderaufzug, beispielsweise eine Druckform, im Wesentlichen gleichzeitig vom Zylinder, beispielsweise von einem Druckformzylinder, entfernt und oberflächenbehandelt, beispielsweise gereinigt und/oder beschichtet/belegt. Auf diese einfache Weise wird bewirkt, dass sowohl Arbeits- als auch Zeitaufwand insgesamt in vorteilhafter Weise verringert werden kann, da beide Arbeitsschritte durch den Transport des Zylinderaufzugs bewirkt werden können. Das Entfernen und das Oberflächenbehandeln des Zylinderaufzuges finden erfindungsgemäß im Wesentlichen gleichzeitig statt, was so zu verstehen ist, dass beide Arbeitsschritte zumindest zu einem Teil zeitlich überlappen. Vorzugsweise entspricht dieser Teil mehr als der Hälfte der Zeitdauer des Zylinderaufzugentfernens.

Eine hinsichtlich der Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwands vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Oberfläche des Zylinderaufzugs während des Entfernens vom Zylinder mit einer Behandlungsflüssigkeit, welche eine Prozessiersubstanz enthält, beaufschlagt und nachfolgend gereinigt, insbesondere von Druckfarbe gereinigt wird. Die Behandlungsflüssigkeit kann bevorzugt eine wässrige oder alkoholische Lösung der Prozessiersubstanz sein. Die Prozessiersubstanz kann bevorzugt eine amphiphile Substanz bzw. amphiphile Moleküle sein, wie auch bei der Bebilderung zum Einsatz kommt.

Eine weitere, hinsichtlich der Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwands vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Oberfläche des Zylinderaufzugs beim Beaufschlagen mit der Behandlungsflüssigkeit zumindest stellenweise mit der Prozessiersubstanz belegt wird, wobei die Prozessiersubstanz die Oberfläche des Zylinderaufzugs an den belegten Stellen vor einem direkten Kontakt mit Druckfarbe beim nachfolgenden Reinigen schützt. Beim Belegen bildet sich eine so genannte Nanoschicht der Prozessiersubstanz auf der Oberfläche des Zylinderaufzugs aus. Die Nanoschicht verhindert den direkten Kontakt der Oberfläche mit Druckfarbe und sorgt somit in vorteilhafter Weise dafür, dass der nachfolgende Reinigungsschritt mit kurzer Zeitdauer erfolgen kann.

Eine weitere, hinsichtlich der Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwands vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Oberfläche des Zylinderaufzugs zumindest stellenweise mit amphiphilen Molekülen, insbesondere mit Phosphonsäure, fluorierter Phosphonsäure oder mit Hydroxamsäure, belegt wird. Da die Belegung der Oberfläche mit amphiphilen Molekülen durch bloßes Aufbringen auf einfache Weise und in sehr kurzer Zeit erfolgt, wird in vorteilhafter Weise der Handhabungsaufwand weiter verringert.

Eine weitere, hinsichtlich der Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwands vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass der Zylinderaufzug während des Entfernens vom Zylinder in den Wirkungsbereich einer Behandlungsvorrichtung gebracht wird und dabei von der Behandlungsvorrichtung oberflächenbehandelt wird. Der Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung kann bevorzugt innerhalb der Behandlungsvorrichtung, beispielsweise innerhalb eines Gehäuses, liegen und durch die Orte, an denen ein Auftrag/ein Belegen und/oder eine Reinigung erfolgen bestimmt sein. Bevorzugt wird der Zylinderaufzug beim Transport vom Zylinder der Behandlungsvorrichtung direkt zugeführt. Auf diese einfache Weise kann der Handhabungsaufwand weiter verringert werden.

Eine erfindungsgemäße Behandlungsvorrichtung für einen von einem Zylinder entfernbaren Zylinderaufzug einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschine, zeichnet sich dadurch aus, dass die Behandlungsvorrichtung relativ zum Zylinder derart positioniert ist, dass der Zylinderaufzug im Wesentlichen während des Entfernens vom Zylinder in den Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung gebracht wird und dass die Behandlungsvorrichtung wenigstens eine Einrichtung zum Oberflächenbehandeln des Zylinderaufzugs im Wesentlichen während des Entfernens umfasst.

Bei Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben sich Vorteile, wie sie bereits oben mit Bezug zu dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben sind. Erfindungsgemäß ermöglicht die Behandlungsvorrichtung durch ihre Positionierung relativ zum Zylinder, insbesondere zu dessen Bereich oder Umgebung, der bzw. die zum Aufziehen und Entfernen des Zylinderaufzugs vorgesehen ist, ein im Wesentlichen gleichzeitiges Entfernen und Oberflächenbehandeln, so dass der Handhabungsaufwand in vorteilhafter Weise verringert werden kann.

Eine hinsichtlich der Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwands vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Behandlungsvorrichtung relativ zum Zylinder derart positioniert ist, dass der Zylinderaufzug während des Entfernens vom Zylinder auf Grund seiner Entfernungsbewegung in den Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung gebracht wird. Auf diese einfache Weise kann die Bewegung bzw. der Transport des Zylinderaufzugs – weg vom Zylinder – in vorteilhafter Weise zugleich die Zufuhr des Zylinderaufzugs – hin zur Behandlungsvorrichtung – bewirken. Auch der Transport des Zylinderaufzugs durch die Behandlungsvorrichtung kann in vorteilhafter Weise im Wesentlichen durch den Abtransport des Zylinderaufzugs bewirkt werden. Der Handhabungsaufwand wird somit insgesamt verringert.

Eine weitere, hinsichtlich der Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwands vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Behandlungsvorrichtung relativ zum Zylinder derart positioniert ist, dass der Zylinderaufzug während des Entfernens vom Zylinder auf Grund des durch den Zylinder bewirkten Vorschubs in den Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung gebracht wird. Auf diese einfache Weise kann der durch den Zylinderantrieb vermittelte Vorschub des Zylinderaufzugs in vorteilhafter Weise einen aktiven Vorschub in der Behandlungsvorrichtung ersetzen, wodurch zumindest der Arbeitsaufwand verringert werden kann.

Eine weitere, hinsichtlich der Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwands vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Behandlungsvorrichtung benachbart, insbesondere direkt benachbart zum Zylinder positioniert ist. Vorzugsweise ist die Behandlungsvorrichtung oder zumindest deren Eintrittsöffnung für den Zylinderaufzug in unmittelbarer Nähe zum Zylinder positioniert, so dass beim Abtransport des Zylinderaufzugs dieser auf kurzem Weg und ohne wesentlichen Zeitverlust in den Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung gelangt.

Im Rahmen der Erfindung ist auch eine Bedruckstoff verarbeitende Maschine, insbesondere Druckmaschine oder Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck zu sehen, welche sich durch eine wie oben mit Bezug zur Erfindung beschriebene Behandlungsvorrichtung auszeichnet.

Vorzugsweise handelt es sich bei der Bedruckstoff verarbeitenden Maschine um eine Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck – insbesondere Nassoffsetdruck. Bei dem Bedruckstoff kann es sich um Karton, Folie oder vorzugsweise Papier handeln. Die Druckmaschine kann im Schöndruck oder vorzugsweise im Schön- und Widerdruck betrieben werden. Die Druckmaschine kann den Bedruckstoff mit ein- oder vorzugsweise mit mehrfarbigen Druckbildern versehen. Die Druckmaschine kann in Bedruckstofftransportrichtung einen Anleger, einen Zuführtisch, mehrere Druckwerke, eine Wendeeinrichtung, weitere Druckwerke, ein Lackwerk, einen Trockner, eine Pudereinrichtung und/oder einen Ausleger aufweisen. Die Druckmaschine kann ein Bedienpult und eine Steuereinheit umfassen.

Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen, vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung dar.

Die Erfindung sowie weitere, konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand wenigstens eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben.

Die Zeichnungen zeigen:

1 Eine (schematische) Schnittansicht einer Bogenrotationsdruckmaschine;

2 eine (schematische) Schnittansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung; und

3 einen Ablaufplan eines bevorzugten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens.

In den Zeichnungen sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.

In 1 ist eine erfindungsgemäße Bogenrotationsdruckmaschine 1 für den lithographischen Offsetdruck gezeigt. Die Druckmaschine 1 weist in Bogentransportrichtung einen Bogenanleger 2, einen Zuführtisch 3, mehrere Druckwerke 4a, 4b, ein Lackwerk 5 und einen Bogenausleger 6 auf. Die Bogen werden im Bogenanleger 2 von einem Anlagestapel 2.1 entnommen, als Schuppenstrom über den Zuführtisch 3 und einzeln dem ersten Druckwerk 4a zugeführt. Die Druckwerke 4a, 4b umfassen jeweils einen Druckformzylinder 4.1, einen Übertragungszylinder 4.2 und einen Gegendruckzylinder 4.3, sowie ein Farbwerk 4.4 und ein Feuchtwerk 4.5. Zwischen den Druckwerken 4a, 4b ist ein Transferzylinder 7, der auch als Wendezylinder ausgeführt sein kann, angeordnet. Vom letzten Druckwerk 4b werden die Bogen an einen Kettenförderer 6.1 des Auslegers 6 übergeben. Die Bogen werden zum Trocknen an einem Trockner 6.2 und zum Bepudern an einer Pudereinrichtung 6.3 vorbei gefördert und auf einem Auslagestapel 6.4 des Auslegers 6 abgelegt. Die Druckmaschine 1 wird über eine Steuereinheit 8 gesteuert.

Die Druckformzylinder 4.1 der Druckmaschine 1 sind mit Zylinderaufzügen, in diesem Ausführungsbeispiel mit wiederbebilderbaren Druckformen 10 versehen, welche zum Durchführen des Wiederbebilderns in einem – bezogen auf die Druckmaschine 1 – externen Bebilderungsgerät 12 von dem jeweiligen Druckformzylinder 4.1 unter Einsatz einer jeweiligen Plattenwechseleinrichtung 14 entfernt bzw. aus dem jeweiligen Druckwerk 4a, 4b entnommen werden. Die Druckformen 10 sind vorzugsweise als biegsame Druckplatten ausgeführt.

In 1 sind ferner jeweilige erfindungsgemäße Behandlungsvorrichtungen 20 dargestellt, welche die Druckformen 10 während der Entnahme, d. h. während des Herausziehens, oberflächenbehandeln, insbesondere beschichten/belegen und/oder von Druckfarbe reinigen. Die jeweilige Behandlungsvorrichtung 20 kann – wie dargestellt – bezogen auf die jeweilige Plattenwechseleinrichtung 14 des betreffenden Druckwerk 4a oder 4b eine separate Vorrichtung sein. Alternativ kann die jeweilige erfindungsgemäße Behandlungsvorrichtungen 20 auch Teil der jeweiligen Plattenwechseleinrichtung 14 des betreffenden Druckwerks 4a oder 4b sein, insbesondere in die jeweilige Plattenwechseleinrichtung 14 integriert sein.

Vorzugsweise weist jedes Druckwerk 4a, 4b eine Plattenwechseleinrichtung 14 und eine Behandlungsvorrichtungen 20 auf (in 1 ist dies exemplarisch nur für Druckwerk 4a gezeigt).

Das in der 2 dargestellte bevorzugte Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung 20 umfasst ein vorzugsweise geschlossenes Gehäuse 22 mit einer Eintrittsöffnung 24 und einer Austrittsöffnung 26 für eine entnommene und zu behandelnde Druckform 28. Erfindungsgemäß erfolgt die Oberflächenbehandlung, insbesondere die Reinigung von Druckfarbe und/oder das Aufbringen einer Behandlungsflüssigkeit, beim Transport der Druckform 28 durch die Behandlungsvorrichtung 20 bzw. während der Entnahme der Druckform 28 aus dem betreffenden Druckwerk 4a oder 4b. Mit anderen Worten: die Druckform 28 wird während der Durchfuhr oder während des Durchzugs durch die Behandlungsvorrichtung 20 behandelt, insbesondere gereinigt und/oder mit Behandlungsflüssigkeit beaufschlagt.

Innerhalb des Gehäuses 22 kann eine Anzahl von Führungselementen 29, vorzugsweise Führungsrollen, vorgesehen sein, welche die Druckform 28 beim Vorschub auf einem vorgegebenen Pfad durch die Behandlungsvorrichtung 20 führen.

Innerhalb des Gehäuses 22 ist eine erste Auftragseinrichtung 30, vorzugsweise eine Düse, angeordnet, welche die Druckform 28 mit Wasser beaufschlägt, so dass das auf der Oberfläche der Druckform 28 befindliche Feuchtmittel durch Wasser ersetzt wird. Weiterhin ist innerhalb des Gehäuses 22 und in Transportrichtung 32 der Druckform 28 der ersten Auftragseinrichtung 30 nachgeordnet eine Prozessierwalze 34 derart angeordnet und angetrieben, dass deren Oberfläche die Oberfläche der Druckform 28 vorzugsweise im Gegenlauf berührt. Auf die Prozessierwalze 34 bzw. auf deren Oberfläche wird unter Einsatz einer zweiten Auftragseinrichtung 36, vorzugsweise ebenfalls eine Düse, eine Behandlungsflüssigkeit 37 (dargestellt durch einen Pfeil in Auftragsrichtung) aufgebracht, welche eine Prozessiersubstanz enthält. Die Prozessiersubstanz wird von der Oberfläche der Prozessierwalze 34 auf die Oberfläche der Druckform 28 übertragen und lagert sich dort an denjenigen Stellen der Oberfläche der Druckform 28 an, an denen keine Druckfarbe sondern Wasser geführt wird. Die Prozessiersubstanz belegt (mit anderen Worten: modifiziert) folglich die wasserführenden Stellen der Druckform 28, wobei sich eine Nanoschicht ausbildet, die verhindert, dass beim nachfolgenden Abrakeln der Druckfarbe von der Oberfläche der Druckform 28 Druckfarbe an die wasserführenden Stellen gelangt, dort anhaftet und diese Stellen verschmutzt. Die Prozessiersubstanz schützt somit die Oberfläche der Druckform 28 vor einer Verschmutzung mit Druckfarbe während des Reinigens.

Als Prozessiersubstanz können amphiphile Moleküle, beispielsweise Phosphonsäure, fluorierte Phosphonsäure oder Hydroxamsäure, in wässriger Lösung verwendet werden, wie sie auch bei der Bebilderung der Druckform 28 zum Einsatz kommen.

Weiterhin ist innerhalb des Gehäuses 22 und in Transportrichtung 32 der Druckform 28 der Prozessierwalze 34 nachgeordnet eine Rakel 38 angeordnet, welche die Oberfläche der Druckform 28 im Wesentlichen von Druckfarbe befreit. Die abgerakelte Druckfarbe wird über eine Leitfläche 39 geführt und in einer Wanne 40 am Boden des Gehäuses 22 gesammelt. Es kann erforderlich sein, dass eine Feinreinigung der Oberfläche der Druckform 28 durchgeführt werden muss, wobei die Feinreinigung innerhalb des Gehäuses 22 unter Einsatz einer Feinreinigungsvorrichtung 42 erfolgen kann. Alternativ kann die Feinreinigung – sofern erforderlich – unter Einsatz einer Feinreinigungsvorrichtung in dem externen Bebilderungsgerät 12 erfolgen.

Nach der Entnahme der Druckform 28 und der gleichzeitig erfolgenden Behandlung wird die Druckform 28 dem externen Bebilderungsgerät 12 zugeführt und für einen folgenden Druckauftrag mit einem neuen Druckbild bebildert bzw. beschrieben.

In 3 ist ein Ablaufplan eines bevorzugten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt.

In Verfahrensschritt 50 wird die Druckform 28 bei einem ersten Druckauftrag in einem der Druckwerk 4a, 4b abgedruckt. In Verfahrensschritt 52 wird die Druckform 28 vom Druckformzylinder 4.1 entfernt. Während des Entfernens der Druckform 28 können die weiteren Verfahrensschritte 54 bis 60 erfolgen.

In Verfahrensschritt 54 wird die Druckform 28 mit Wasser beaufschlagt, vorzugsweise besprüht. In Verfahrensschritt 56 wird die Druckform 28 mit der Behandlungsflüssigkeit 37, welche die Prozessiersubstanz enthält, beaufschlagt, vorzugsweise durch Walzenauftrag. In Verfahrensschritt 58 wird die Druckform 28 von Druckfarbe gereinigt, vorzugsweise abgerakelt. Im optionalen Verfahrensschritt 60 wird die Druckform 28 feingereinigt.

In Verfahrensschritt 62 wird die Druckform 28 zu einem externen Bebilderungsgerät 12 gebracht, beispielsweise durch den Bediener oder alternativ durch eine Transporteinrichtung. In Verfahrensschritt 64 wird die Druckform 28 im externen Bebilderungsgerät 12 gegebenenfalls initialisiert, mit amphiphilen Molekülen belegt, bebildert und gegebenenfalls entwickelt.

In Verfahrensschritt 66 wird die Druckform 28 zurück zu einem der Druckwerke 4a, 4b der Druckmaschine 1 gebracht. In Verfahrensschritt 68 wird die Druckform 28 auf den entsprechenden Druckformzylinder 4.1 aufgebracht, gefeuchtet und eingefärbt.

Da es sich bei der Druckform 28 um eine wiederbebilderbare Druckform handelt, kann das beschriebene Verfahren als Kreisprozess mehrfach durchlaufen werden, d. h. nach Verfahrensschritt 68 folgt dann wiederum Verfahrensschritt 50.

1
Druckmaschine
2
Bogenanleger
2.1
Anlagestapel
3
Zuführtisch
4a, b
Druckwerke
4.1
Druckformzylinder
4.2
Übertragungszylinder
4.3
Gegendruckzylinder
4.4
Farbwerk
4.5
Feuchtwerk
5
Lackwerk
6
Bogenausleger
6.1
Kettenförderer
6.2
Trockner
6.3
Pudereinrichtung
6.4
Auslagestapel
7
Transferzylinder
8
Steuereinheit
10
Druckform
12
Bebilderungsgerät
14
Plattenwechseleinrichtung
20
Behandlungsvorrichtungen
22
Gehäuse
24
Eintrittsöffnung
26
Austrittsöffnung
28
Druckform
29
Führungselementen
30
erste Auftragseinrichtung
32
Transportrichtung
34
Prozessierwalze
36
zweite Auftragseinrichtung
37
Behandlungsflüssigkeit
38
Rakel
39
Leitfläche
40
Wanne
42
Feinreinigungsvorrichtung
50-68
Verfahrensschritte


Anspruch[de]
Verfahren zum Handhaben eines Zylinderaufzugs einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschine, wobei der Zylinderaufzug (10, 28) von einem Zylinder (4.1) entfernt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinderaufzug (10, 28) im Wesentlichen während des Entfernens (52) vom Zylinder (4.1) oberflächenbehandelt (54, 56, 58, 60) wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Zylinderaufzugs (10, 28) während des Entfernens (52) vom Zylinder (4.1) mit einer Behandlungsflüssigkeit (37), welche eine Prozessiersubstanz enthält, beaufschlagt (56) und nachfolgend gereinigt (58), insbesondere von Druckfarbe gereinigt wird. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Zylinderaufzugs (10, 28) beim Beaufschlagen (56) mit der Behandlungsflüssigkeit (37) zumindest stellenweise mit der Prozessiersubstanz belegt wird, wobei die Prozessiersubstanz die Oberfläche des Zylinderaufzugs (10, 28) an den belegten Stellen vor einem direkten Kontakt mit Druckfarbe beim nachfolgenden Reinigen (58) schützt. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Zylinderaufzugs (10, 28) zumindest stellenweise mit amphiphilen Molekülen, insbesondere mit Phosphonsäure, fluorierter Phosphonsäure oder mit Hydroxamsäure, belegt (56) wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinderaufzug (10, 28) während des Entfernens (52) vom Zylinder (4.1) in den Wirkungsbereich einer Behandlungsvorrichtung (20) gebracht wird und dabei von der Behandlungsvorrichtung (20) oberflächenbehandelt (54, 56, 58, 60) wird. Behandlungsvorrichtung für einen von einem Zylinder entfernbaren Zylinderaufzug einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschine,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Behandlungsvorrichtung (20) relativ zum Zylinder (4.1) derart positioniert ist,

dass der Zylinderaufzug (10, 28) im Wesentlichen während des Entfernens vom Zylinder (4.1) in den Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung (20) gebracht wird und dass die Behandlungsvorrichtung (20) wenigstens eine Einrichtung (30, 34, 36, 38, 42) zum Oberflächenbehandeln des Zylinderaufzugs (10, 28) im Wesentlichen während des Entfernens umfasst.
Behandlungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungsvorrichtung (20) relativ zum Zylinder (4.1) derart positioniert ist, dass der Zylinderaufzug (10, 28) während des Entfernens vom Zylinder (4.1) auf Grund seiner Entfernungsbewegung (32) in den Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung (20) gebracht wird. Behandlungsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungsvorrichtung (20) relativ zum Zylinder (4.1) derart positioniert ist, dass der Zylinderaufzug (10, 28) während des Entfernens vom Zylinder (4.1) auf Grund des durch den Zylinder (4.1) bewirkten Vorschubs in den Wirkungsbereich der Behandlungsvorrichtung (20) gebracht wird. Behandlungsvorrichtung nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungsvorrichtung (20) benachbart zum Zylinder (4.1) positioniert ist. Bedruckstoff verarbeitende Maschine, insbesondere Druckmaschine oder Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck, gekennzeichnet durch eine Behandlungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 6 bis 9.






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