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Dokumentenidentifikation DE102007009883A1 13.09.2007
Titel Verfahren zur Identifizierung von Farbmessstreifen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Huber, Werner, Dr., 69168 Wiesloch, DE;
Bucher, Harald, 74927 Eschelbronn, DE;
Steinle, Michael, 68753 Waghäusel, DE
DE-Anmeldedatum 28.02.2007
DE-Aktenzeichen 102007009883
Offenlegungstag 13.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.09.2007
IPC-Hauptklasse G06K 9/00(2006.01)A, F, I, 20070228, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Identifizierung von Farbmessstreifen (6) mit Messfeldern auf Druckprodukten (8), wobei mit einem Farbmessgerät (5) der Farbmessstreifen (6) abgetastet wird. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die vom Farbmessgerät (5) erfassten Farbmesswerte in einem Rechner (7) abgespeichert werden, dass die erfassten Farbmesswerte jeweils einer Druckfarbe (C, M, Y, B) zugeordnet werden, dass die so gebildete Folge von im Rechner (7) abgespeicherten Druckfarben (C, M, Y, B) mit im Rechner (7) hinterlegten Farbmessstreifentypen verglichen wird und dass der hinterlegte Farbmessstreifentyp mit der größten Wahrscheinlichkeit ausgewählt wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Identifizierung von Farbmessstreifen mit Farbmessfeldern auf Druckprodukten, wobei mit einem Farbmessgerät der Farbmessstreifen abgetastet wird.

Für die Beurteilung der Druckqualität von im Offsetdruck hergestellten Produkten ist vor allen Dingen die Farbtreue von entscheidender Bedeutung. Unter der Farbtreue wird hierbei die möglichst exakte Reproduktion der Druckvorlage in farblicher Hinsicht verstanden. Um die Reproduktion auf den fertigen Drucken überprüfen zu können, wird in der Druckmaschine neben dem eigentlichen Druckbild meist noch ein Kontrollstreifen aufgedruckt, welcher verschiedene Messfelder enthält. Dieser Kontrollstreifen kann entweder innerhalb oder außerhalb der Druckmaschine von einem entsprechenden Messgerät ausgelesen werden. Die so ermittelten Messwerte erlauben einen exakten Vergleich mit von der Druckvorlage gespeicherten Messwerten und lassen so etwaige Abweichungen zum Original erkennen. Die festgestellten Abweichungen können einem Regelkreis zugeführt werden, der die Farbregelung in den Farbwerken der Druckmaschine steuert und den Abweichungen entgegenwirkt. Die aufgedruckten Kontrollstreifen weisen meist mehrere Farbfelder in den jeweils verwendeten Druckfarben auf. Typischerweise sind zumindest Farbfelder in den Farben Gelb (Yellow), Rot (Magenta), Blau (Cyan) und Schwarz (Black) vorhanden. Zusätzlich umfassen die Farbmessstreifen oft auch noch Graustufenfelder, sodass auch diese Abstufungen ausgemessen werden können.

Es gibt automatische Messgeräte, welche einen Druckbogen, der auf einem Messtisch liegt, mittels eines Scanners abfahren und die auf dem Druckbogen vorhandenen Farbmessstreifen auswerten. Um eine zuverlässige Auswertung der Farbmessstreifen zu ermöglichen, muss dem Messgerät jedoch der jeweils verwendete Farbmessstreifen bekannt sein. Es gibt eine Vielzahl von Farbmessstreifen, wobei diese vom Benutzer auch abgeändert werden können. Eine Möglichkeit, dem Messgerät einen verwendeten Farbmessstreifen mitzuteilen, ist durch Eingabe des jeweils verwendeten Farbmessstreifentyps von Hand gegeben. Dies ist jedoch sehr aufwendig, da hier der Bediener zunächst sämtliche Felder des Farbmessstreifen in die Steuerung des Messgeräts eingeben muss. Es wurden daher bereits in der Vergangenheit Versuche unternommen, eine möglichst automatisierte Erfassung des verwendeten Farbmessstreifentyps zu ermöglichen. Aus der EP 0 064 024 A1 ist eine Vorrichtung zur Abtastung von Farbmessstreifen bekannt, deren Struktur im Abtastgerät nicht im Voraus bekannt sein muss. Dazu wird zunächst ein so genannter Erkennungslauf durchgeführt, währenddessen der Farbmessstreifen analysiert wird. Zusätzlich werden einzelne Messpositionen des Abtastgeräts auf dem Farbmessstreifen abgespeichert. Als Messposition werden dabei bestimmte Bereiche des Farbdichteverlaufs berücksichtigt. Es wurde festgestellt, dass innerhalb der einzelnen Farbmessfelder die Farbverläufe eher flach sind, während an den Übergängen zwischen den einzelnen Messfeldern relative steile Flanken vorhanden sind. Die Messwerte werden benutzt, um den zu analysierenden Messstreifen mit Messstreifen zu vergleichen, welche der Abtasteinrichtung bekannt sind. Bei einem unbekannten Messstreifen benötigt die Abtasteinrichtung allerdings gewisse Angaben über die vorkommenden Messfeldtypen, welche vor dem Erkennungslauf eingegeben werden müssen. Die Vorrichtung hat daher weiterhin den Nachteil, dass bei unbekannten Messstreifentypen eine Eingabe von Messfeldern per Hand erforderlich ist.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Identifizierung von Farbmessstreifen zu schaffen, welches ohne ergänzende Eingaben des Bedienpersonals auskommt.

Erfindungsgemäß wird die vorliegende Aufgabe gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Patentansprüchen und der Beschreibung zu entnehmen. Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders zum Einsatz bei automatischen Messgeräten, welche mittels eines Scanners oder mittels Messköpfen die Oberfläche eines Druckproduktes erfassen und dabei ständig oder in kurzen Intervallen Messungen durchführen und so die Oberfläche des Druckproduktes densitometrisch oder farbmetrisch vermessen können. Mit solchen Messgeräten können auch die neben dem Druckbild angebrachten Farbmessstreifen erfasst werden. Auf diese Art und Weise lassen sich einzelne Messfelder des Farbmessstreifens ermitteln, so dass sie einem Rechner zugeleitet werden können. In dem Rechner werden die erfassten Farbmesswerte abgespeichert, wobei die erfassten Farbmesswerte jeweils einer Druckfarbe zugeordnet werden. Wenn in der Offsetdruckmaschine vier verschiedene Farben verwendet werden, so werden die erfassten Farbmesswerte genau diesen vier Druckfarben zugeordnet. Dies ist natürlich um so schwieriger, je mehr das Druckprodukt von der Vorlage abweicht, da hier im Extremfall einzelne Farbmesswerte in einem Bereich liegen können, der eine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Druckfarbe unmöglich macht. Nach der Zuordnung der erfassten Farbmesswerte zu einer bestimmten Druckfarbe entsteht eine Folge von Druckfarben, welche ebenfalls im Rechner abgespeichert wird. Der Rechner kann in das Farbmessgerät integriert sein, es ist aber auch möglich, dass die vom Messgerät ermittelten Farbmesswerte zunächst einem separaten Rechner oder auch dem Druckmaschinenrechner zugeleitet werden, welcher die Zuordnung der Farbmesswerte zu den Druckfarben vornimmt.

In dem Rechner sind weiterhin alle bekannten Farbmessstreifentypen hinterlegt, so dass ein Vergleich mit der ermittelten Folge von abgespeicherten Druckfarben und den hinterlegten Farbmessstreifentypen erfolgen kann. Nach dem Vergleich der ermittelten Folge und den hinterlegten Farbmessstreifentypen werden ein oder mehrere Farbmessstreifentypen mit der größten Wahrscheinlichkeit ausgewählt. Sollte nur ein Farbmessstreifentyp übrig bleiben, so kann dieser auch automatisch vom Rechner ausgewählt und als richtig erkannt werden. Sollten mehrere Farbmessstreifentypen mit gleicher Wahrscheinlichkeit erkannt worden sein, so kann die Auswahl des tatsächlichen Farbmessstreifentyps dem Benutzer überlassen werden. In beiden Fällen ist es jedoch nicht notwendig, dass der Benutzer irgendwelche Farbmessstreifentypen oder Messfelder selbst in den Rechner eingeben muss, so wie dies beim Stand der Technik erforderlich ist, wenn unbekannte Farbmessstreifentypen verwendet werden.

In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Farbmessgerät einen Auflagetisch für Druckprodukte aufweist und dass die Farbmesswerte durch Abscannen der Druckprodukte mittels eines beweglichen motorisch angetriebenen Scanners erfolgt. Eine solche Vorrichtung ist mit dem Rechner verbunden, so dass die automatisch erfassten Farbmesswerte direkt an den Rechner weitergeleitet werden können. Der Benutzer muss das fertige Druckprodukt lediglich auf dem Auflagetisch platzieren und über eine Taste oder ein sonstiges Eingabegerät den Messvorgang auslösen. Die Messpunkte auf dem Druckprodukt fährt dann der Scanner selbständig und automatisch an, so dass hier keine Hilfe vom Benutzer erforderlich ist. Das Farbmessgerät kann sowohl das Druckbild als auch den seitlich angebrachten Farbmessstreifen abtasten.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Zuordnung eines erfassten Farbmesswertes zu einer Druckfarbe durch Vektorberechnung in einem Farbraum erfolgt. Für das Funktionieren der Erfindung ist eine korrekte Zuordnung der erfassten Farbmesswerte zu den in der Druckmaschine verwendeten Druckfarben unerlässlich. Um die Zuordnung der Farbmessfelder zu den Druckfarben möglichst fehlerfrei durchführen zu können, werden die erfassten Farbmesswerte in einem zugehörigen Farbraum als Vektoren dargestellt. So erhält jeder erfasste Farbmesswert einen im Rechner abgespeicherten Farbvektor. Dabei können sämtliche Farbräume verwendet werden, zum Beispiel der CIE Lab-Farbraum. Die erfassten Farbmesswerte und ihre zugehörigen Farbvektoren werden den den jeweiligen Farbraum aufspannenden Farbvektoren zugeordnet, indem der Abstand des Farbvektors des Farbmesswertes zu den den Farbraum aufspannenden Farbvektoren berechnet wird. Nachdem die einzelnen Abstände des Vektors des Farbmesswertes zu den Farbvektoren des Farbraums berechnet wurden, wird der Farbmesswert derjenigen Druckfarbe zugeordnet, zu welcher er den geringsten Abstand aufweist, wobei die Projektion des Farbmesswerts auf die Farbvektoren des Farbraums grundsätzlich in die selbe Richtung zeigen muss wie diese Farbvektoren selbst. Als Ergebnis entsteht dann eine Folge von Druckfarben des verwendeten Farbraums, welche jeweils den erfassten Farbmesswerten zugeordnet sind. Diese Druckfarben finden sich in den hinterlegten Farbmessstreifentypen wieder.

Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass die Folge aus Druckfarben während des Vergleichs mit dem im Rechner hinterlegten Farbmessstreifentyp jeweils um ein Farbfeld verschoben wird. Die auf dem Druckbogen verwendeten Farbmessstreifen setzen sich oft aus mehreren Farbmessstreifen zusammen, oder es werden Kürzungen am einen oder anderen Ende vorgenommen. Dies ändert jedoch nichts an der prinzipiellen Abfolge der Messfelder in dem jeweiligen Farbmessstreifentyp. Um den Farbmessstreifentyp mit der größten Wahrscheinlichkeit herausfinden zu können, wird nun gemäß der vorliegenden Erfindung die ermittelte Folge aus Druckfarben jeweils immer um ein Messfeld gegen die hinterlegten Farbmessstreifen verschoben, wobei jeweils die Übereinstimmungen zwischen den einzelnen Farbmessfeldern eines hinterlegten Farbmessstreifentyps und der ermittelten Folge von Druckfarben im Rechner abgespeichert wird. Wenn n Messfelder vorhanden sind, so findet n – 1 mal eine Verschiebung der ermittelten Folge von Druckfarben statt, so dass sämtliche Möglichkeiten und Übereinstimmungen mit hinterlegten Farbmessstreifentypen festgehalten werden können. Die abgespeicherten Übereinstimmungen werden am Ende des Vergleichsvorgangs vom Rechner in einer Art Tabelle angeordnet, wobei die meisten Übereinstimmungen ganz oben stehen. Im Idealfall gibt es einen Farbmessstreifentyp, welcher als einziger die meisten Übereinstimmungen aufweist, welcher so dann vom Rechner automatisch ausgewählt werden kann.

Es ist des Weiteren von Vorteil, wenn der vom Rechner ermittelte Farbmessstreifentyp auf einem Bildschirm angezeigt wird. In diesem Fall wird dem Benutzer die Möglichkeit gegeben, das vom Rechner ermittelte Ergebnis mit eigenen Augen mit dem auf dem Druckbogen vorhandenen Farbmessstreifen zu vergleichen. Sollten sich hier Abweichungen ergeben, so kann der Benutzer das Ergebnis des Rechners verwerfen und gegebenenfalls einen anderen hinterlegten Farbmessstreifentyp auswählen, welcher etwas weniger Übereinstimmungen mit der ermittelten Folge von Druckfarben aufweist. Die Anzeige auf dem Bildschirm ist besonders dann sinnvoll, wenn Farbmessstreifen mit gleich vielen Übereinstimmungen ermittelt worden sind. In diesem Fall kann der Benutzer nach einem Blick auf den tatsächlich auf dem Druckbogen vorhandenen Farbmessstreifen den zugehörigen richtigen Typ auswählen. Aber auch in diesem Fall muss der Benutzer nicht selbst Farbmessfelder eingeben oder gar Farbmessstreifentypen erstellen. Er muss lediglich unter den abgespeicherten Farbmessstreifentypen eine kleine Auswahl treffen.

Als vorteilhaft erweist es sich weiterhin, dass nur Farbmessfelder verarbeitet werden, bei deren Messungen nur ein einziges Messfeld des Farbmessstreifens erfasst wird. Es gibt Farbmessgeräte, welche die Oberfläche eines Druckbogens kontinuierlich abtasten und daher auch beim Wechsel von einem Farbmessfeld zu einem benachbarten Farbmessfeld Messwerte ermitteln. Diese Messwerte beinhalten zwangsweise Farbanteile aus zwei Messfeldern, so dass eine eindeutige Zuordnung dieser Messwerte zu einem Farbmessfeld erschwert oder unmöglich ist. Da solche Messwerte das Ergebnis verfälschen, besteht hier die Gefahr, dass eine Zuordnung von Farbmesswerten zu Druckfarben nicht korrekt durchgeführt werden kann. In diesem Fall werden nur Messungen als gültig anerkannt, wenn die Messung vollständig und nur in einem Messfeld des abgescannten Farbmessstreifens liegt. Messwerte, bei denen eine derartige eindeutige Zuordnung zu Druckfarben erschwert oder unmöglich ist, werden vom Rechner verworfen und nicht verarbeitet. Damit wird die Gefahr erheblich vermindert, dass die Farbmesswerte den Druckfarben nicht richtig zugeordnet werden. Als Kriterium kann dabei der farbmetrische Abstand zur vorigen oder nachfolgenden Abtastung herangezogen werden, wobei eine Messung dann gültig ist, wenn ihr farbmetrischer Abstand kleiner als eine sinnvolle vorgegebene Schwelle ist. Die Messwerte innerhalb eines Messfeldes müssen dann unter dieser vorgegebenen Schwelle liegen, während Messungen auf der Grenze von Messfeldern diese Schwelle überschreiten.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:

1 ein Farbmessgerät mit einem Rechner, welches an eine Druckmaschine zur Farbregelung angeschlossen ist,

2 die Zuweisung eines erfassten Farbmesswertes als Farbvektor zu einer vorgegebenen Druckfarbe,

3 die Zuordnung von Farbmessstreifendaten zu Druckfarbendaten und

4 die Bestimmung der Übereinstimmung einer ermittelten Folge von Druckfarben mit einem hinterlegten Farbmessstreifentyp im Rechner.

1 zeigt eine Druckmaschine 1, welche über eine Kommunikationsverbindung 2 mit einer Messeinrichtung verbunden ist. Diese Messeinrichtung besteht aus einem Messtisch 3 zur Aufnahme von Bedruckstoffen 8 und einem Scanner 5, welcher an einen Rechner 7 mit Bildschirm 4 angeschlossen ist. Die auf dem Messtisch 3 liegenden Bedruckstoffe 8 werden von dem motorisch angetriebenen Scanner 5 farblich vermessen, wobei auch die neben dem Druckbild auf dem Bogen 8 vorhandenen Farbmessstreifen 6 erfasst werden. Die erfassten Messdaten werden entweder in dem Rechner des Scanners 5 oder in einem Rechner der Druckmaschine 1 verarbeitet und abgespeichert, zu diesem Zweck ist die Kommunikationsverbindung 2 zwischen Druckmaschine 1 und Messtisch 3 vorhanden. Bei der Erfassung der Messwerte fährt der Scanner 5 über den Farbmessstreifen 6 hinweg und erfasst ein Farbmessfeld des Farbmessstreifens 6 nach dem anderen. Mittels einer in dem Rechner 7 des Scanners 5 hinterlegten Software ist es möglich, die Übergänge von einem Farbmessfeld zum nächsten zu erfassen und dafür zu sorgen, dass nur Messwerte verarbeitet werden, welche vollständig in einem Farbmessfeld liegen. Erfasste Messwerte, welche über die Grenze von Farbmessfeldern hinweg erfasst werden, werden bei der Ermittlung des Farbmessstreifentyps nicht berücksichtigt.

2 zeigt die Zuordnung ermittelter Farbmesswerte zu den im Rechner hinterlegten Druckfarben C, M, Y, B. In 2 ist ein Farbraum in beispielsweise nur drei Achsen aufgespannt, wobei die Farben als Vektoren dargestellt sind. Im dritten Quadranten befindet sich der ermittelte Messwert einer erfassten Farbe. Auch dieser ermittelte Farbwert wird als Vektor im Farbraum in 2 dargestellt, wobei im Rechner jeweils der Abstand des gemessenen Farbvektors zu den Farbwerten C, M, Y ermittelt wird. Solange sich der Farbabstand in vorgegebenen Toleranzgrenzen t1, t2 befindet, ist der gemessene Farbmesswert eindeutig einer der Druckfarben C, M, Y zuzuordnen. In 2 ist der gemessene Farbvektor eindeutig der Farbe Cyan C zuzuordnen. Falls sich der gemessene Farbvektor außerhalb der Toleranzbereiche t1, t2 befinden sollte, so befindet er sich an der Grenze zwischen zwei der Druckfarben C, M, Y, eine eindeutige Zuordnung ist nicht möglich, sodass in diesem Fall der gemessene Farbvektor nicht berücksichtigt wird. Der Farbabstand dE zu einer der Druckfarben C, M, Y darf einen zulässigen Maximalwert nicht überschreiten und muss innerhalb der Toleranzgrenzen t1, t2 liegen, da ansonsten keine eindeutige Zuordnung zu den Druckfarben C, M, Y möglich ist. Weiterhin muss die Projektion der Farbmesswerte auf die Druckfarben C, M, Y positiv sein.

In 3 ist die Gegenüberstellung von Farbmessstreifendaten fms zu den Druckfarbendaten dna bei vier Farben C, M, Y, B zu sehen. In der linken Hälfte sind die typischen Bezeichnungen der Farbmessfelder eines Farbmessstreifens 6 zu sehen, wobei zu erkennen ist, dass die Farben C, M, Y, B nicht immer als 100 % Tonwerte vorliegen müssen, sondern auch dass auch andere Werte wie 60, 70 % möglich sind. Auch diese Tonwerte müssen bei dem vorliegenden Verfahren eindeutig einer Druckfarben C, M, Y, B zugeordnet werden können. Das gilt in Grenzen auch für die Druckfarbe Schwarz B. Die in der linken Hälfte abgebildeten Farbmessstreifendaten fms beziehen sich auf den am unteren Bildrand gezeigten Farbmessstreifen 6. Es ist zu erkennen, dass 100 % Tonwerte immer eindeutig einer der Druckfarben C, M, Y, B zugeordnet werden können. Schwieriger wird es bei den geringeren Tonwerten. Diese werden im Allgemeinen insbesondere bei der Kombination mehrerer Druckfarben den Schwarzwerten B zugeordnet. Es ist zu erkennen, dass die Druckfarbendaten dna aus einer Folge der vorhandenen Druckfarben C, M, Y, B bestehen, wobei hier kein Unterschied zwischen Tonwerten gemacht wird. Die Beispiele der 2 und 3 beziehen sich auf eine Druckmaschine 1, in der die vier Farben Cyan C, Magenta M, Gelb Y und Schwarz B verwendet werden. Wenn weitere Druckfarben verwendet werden, so kommen weitere Druckfarbendaten dna hinzu, welche ebenfalls aus den Farbmessstreifendaten fms mittels des Rechners 7 ermittelt werden müssen.

Die in der linken Hälfte von 3 abgebildeten Farbmessstreifendaten fms sind als Datei im Rechner 7 abgespeichert und werden vom Rechner 7 in die Druckfarbendaten dna umgerechnet. Im Anschluss an diese Umrechnung liegt dann im Rechner 7 eine Folge von Druckfarbendaten dna vor. Um den Messstreifentyp des Farbmessstreifen 6 zu ermitteln, wird in 4 im Rechner 7 das Messergebnis mit den hinterlegten Farbmessstreifentypen verglichen. In der obersten Zeile in 4 ist ein Farbmessstreifentyp als fms Datei abgebildet, wobei in der zweiten Zeile jeweils die Positionen der Farbmessfelder dargestellt sind. In der fünften Zeile ist dann die Zuordnung der Farbmessfelder des Farbmessstreifens fms zu den Druckfarben C, M, Y, B als dna Datei gezeigt. Diese Folge aus Druckfarben C, M, Y, B in der dna Datei wird nun mit den in 2 zugeordneten Druckfarben C, M, Y, B der vermessenen Farbmessfelder verglichen. Die Folge der Druckfarben C, M, Y, B der vermessenen Farbmessfelder wird nun schrittweise gegenüber den Druckfarbendaten dna verschoben. Dabei wird die Anzahl der Übereinstimmungen zwischen dem hinterlegten Farbmessstreifentyp und der ermittelten Folge aus Druckfarben C, M, Y, B im Rechner 7 abgespeichert, wobei eine Übereinstimmung nur dann vor liegt, wenn sowohl Druckfarbe C, M, Y, B als auch Position der Druckfarbe im hinterlegten Farbmessstreifen mit dem zu analysieren Farbmessstreifen 6 übereinstimmen. Diese Übereinstimmungen sind in 4 als eingerahmte Felder dargestellt. In 4 wurden im ersten Schritt zwei Übereinstimmungen festgestellt. Auch im zweiten Schritt ergaben sich zwei Übereinstimmungen, während im dritten Schritt nur eine Übereinstimmung vorliegt. Im vierten Schritt hat der Rechner 7 zehn Übereinstimmungen ermittelt, während beim fünften und sechsten Schritt eine bzw. zwei Übereinstimmungen vorliegen. Am Ende des Vergleichsvorgangs stellt der Rechner 7 fest, dass der Schritt vier mit maximal zehn Übereinstimmungen mit Abstand die höchste Korrelation aufweist. Der Rechner 7 geht daher nun davon aus, dass der im vierten Schritt ermittelte Farbmessstreifentyp dem tatsächlich vermessenen Farbmessstreifen 6 entspricht.

Falls gewünscht, kann das vom Rechner 7 ermittelte Ergebnis zunächst auf einem Bildschirm 4 angezeigt werden, so dass das Bedienpersonal noch einen Blick auf das Ergebnis werfen kann. Nach einer Bestätigung durch das Bedienpersonal mittels einer Quittierungstaste oder eines entsprechend ausgestalteten anderen Bedienelements wird der ermittelte Farbmessstreifentyp als der richtige festgelegt. Es ist somit nicht nötig, dass das Bedienpersonal selbst Eingaben zu den vermessenen Farbmessstreifen 6 machen muss, weil die Messfelder des Farbmessstreifens 6 vom Scanner 5 automatisch erfasst und im Rechner 7 den hinterlegten Farbmessstreifen zugeordnet werden. Dies erleichtert dem Bedienpersonal die Benutzung von Messeinrichtungen erheblich. Nachdem der Farbmessstreifen 6 automatisch erkannt wurde, können die einzelnen Farbmessfelder des Farbmessstreifens 6 farbmetrisch oder densitometrisch ausgewertet werden und zur Regelung der Farbsteuerung in der Druckmaschine 1 verwendet werden.

1
Druckmaschine
2
Kommunikationsverbindung
3
Messtisch
4
Bildschirm
5
Scanner
6
Farbmessstreifen
7
Rechner
8
Bogen
C
Cyan
M
Magenta
Y
Gelb
B
Schwarz
dE
Farbabstand
t1, t2
Toleranzgrenzen
fms
Farbstreifendaten
dna
Druckfarbendaten


Anspruch[de]
Verfahren zur Identifizierung von Farbmessstreifen (6) mit Messfeldern auf Druckprodukten (8), wobei mit einem Farbmessgerät (5) der Farbmessstreifen (6) abgetastet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Farbmessgerät (5) erfassten Farbmesswerte in einem Rechner (7) abgespeichert werden, dass die erfassten Farbmesswerte jeweils einer Druckfarbe (C, M, Y, B) zugeordnet werden, dass die so gebildete Folge von im Rechner (7) abgespeicherten Druckfarben (C, M, Y, B) mit im Rechner (7) hinterlegten Farbmessstreifentypen verglichen wird und dass der hinterlegte Farbmessstreifentyp mit der größten Wahrscheinlichkeit ausgewählt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Farbmessgerät (5) einen Auflagetisch (3) für Druckprodukte (8) aufweist und dass die Farbmesswerte durch Abscannen der Druckprodukte (8) mittels eines beweglichen motorisch angetriebenen Scanners (5) erfolgt. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuordnung eines erfassten Farbmesswertes zu einer Druckfarbe (C, M, Y, B) durch Vektorberechnung in einem Farbraum erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folge aus Druckfarben (C, M, Y, B) während des Vergleichs mit dem im Rechner (7) hinterlegten Farbmessstreifentyp jeweils um ein Farbfeld verschoben wird. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Übereinstimmungen zwischen einzelnen Farbmessfeldern (C, M, Y, B) eines hinterlegten Farbmessstreifenstyps mit der ermittelten Folge von Druckfarben (C, M, Y, B) im Rechner (7) abgespeichert werden. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass derjenige im Rechner (7) hinterlegte Farbmessstreifentyp ausgewählt wird, welcher die meisten Übereinstimmungen mit der Folge aus Druckfarben (C, M, Y, B) aufweist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuweisung eines erfassten Farbmesswertes zu einer Druckfarbe (C, M, Y, B) durch Abtastung eines Farbauszugs erfolgt, dass der Ist-Farbort auf den zugehörigen Soll-Farbort projiziert wird und dass derjenige Farbauszug ausgewählt wird, welcher den geringsten farbmetrischen Abstand (dE) aufweist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nur Farbmesswerte verarbeitet werden, bei deren Messung nur ein einziges Messfeld des Farbmessstreifens (6) erfasst wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vom Rechner (7) ermittelte Farbmessstreifentyp auf einem Bildschirm (4) angezeigt wird. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verwendung des erkannten Farbmessstreifentyps zur Farbmessung durch eine Eingabe eines Benutzers quittiert wird.






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