Die Erfindung betrifft ein knotenloses Sicherheitsnetz, bestehend
aus einer Rechts/Rechts-Kettengewirkstruktur mit eingearbeiteten Schußfäden
und Netzmaschenschenkeln, die aus mindestens zwei Wirkmaschenstäbchen bestehen.
Knotenlose, kettengewirkte Netze werden etwa seit 1955 überwiegend
als sogenannte einfonturige Netze auf Rechts/Links-Raschelmaschinen hergestellt.
Der Einsatz erfolgte überwiegend im Bereich der Sportfischerei sowie in der
Aquakultur zur Herstellung von Netzgehegen für die Fischaufzucht. Diese relativ
feinen, engmaschigen Netze wurden von der Bindung her in erster Linie auf eine hohe
Laufmaschensicherheit ausgelegt. Fragen der Energieaufnahme standen nicht im Vordergrund.
Die Herstellung solcher Netze erfolgt bis heute überwiegend mit 4-6 Legeschienen,
wobei die Netzmaschenschenkel in der Bindung Franse mit Schuß gefertigt werden.
Durch die Rechts/Links-Gewirkstruktur besitzen diese Netze zwei unterschiedliche
Warenseiten, wodurch insbesondere beim Einsatz von gröberen Fäden das
Aussehen negativ beeinflußt wird.
Seit etwa 5 Jahren sind knotenlos gewirkte Sicherheitsnetze, die nach
der Rechts/Rechts-Kettenwirktechnik hergestellt werden, bekannt. Die Grundstruktur
dieser Netze besteht aus zwei Wirkmaschenstäbchen je Netzmaschenschenkel, die
durch eine gegenlegige Schußlegung unter 2 Nadeln verbunden werden. Außerdem
sollen die Schußfäden die Netzmaschenschenkel in Längsrichtung stabilisieren
und die Festigkeit erhöhen. Die Verbindung benachbarter Netzmaschenschenkel
erfolgt im Bereich der Netzmaschenverbindungsstelle (bei geknoteten Netzen = Netzknoten)
durch einen Bindungswechsel der Grundbindung von Franse auf Tuch. Damit die im Netzmaschenschenkel
unter 2 gelegten Schußfäden beim Zugversuch möglichst gemeinsam mit
den zu Maschen verschlungenen Grundfäden reißen, müssen diese relativ
straff einlaufen, wodurch die zwei den Netzmaschenschenkel bildenden Wirkmaschenstäbchen
kompakt geschnürt werden, und damit ein annähernd quadratischer Querschnitt
der Netzmaschenschenkel entsteht.
Ein knotenloses Netz mit den eingangs genannten Merkmalen ist beispielsweise
aus der Zeitschrift „Deutsche Textiltechnik", 12, 1962. Heft 5, Seite 258
bis Seite 263 bekannt. Allerdings finden diese knotenlosen Netze vorwiegend als
Fischereinetze Anwendung und sind zur Verwendung als Sicherheitsnetz nicht geeignet.
Weiterhin ist aus der DE 26
44 751 A1 ein Netz bekannt, bei dem die aus mindestens zwei Maschenstäbchen
bestehenden Netzmaschenschenkel mittels Schußfäden verbunden sind. Die
in dieser Druckschrift beschriebene Netzverbindung soll insbesondere derart ausgebildet
sein, daß sie einen daran befestigten Reißverschluß vor einem Faltigwerden
oder einer sonstigen Verformung bewahrt.
In der DE 1 134 789 B
ist ein knotenloses Fischereinetz beschrieben, welches auf einer Kettenwirkmaschine
hergestellt ist. Dabei bestehen die einzelnen, die Netzmaschen begrenzenden Netzmaschenschenkel
aus jeweils einnädelig gewirkten Schnüren. An den Netzkreuzungsstellen
erfolgt eine Diagonalführung der Verstärkungsfäden, indem diese an
den Kreuzungsstellen einander kreuzend zu der jeweiligen Nachbarschnur geführt
sind. In der fertigen Netzware befinden sich die Kreuzungsstellen, an denen ein-
und dieselbe Schnur beteiligt ist, jeweils abwechselnd rechts und links der selben.
Schließlich ist in der DE
17 87 318 U ein knotenloses Fischereinetz beschrieben, wobei die Netzfäden
aus einer zweifädigen Doppelmaschenreihe hergestellt sind und an den Kreuzungsstellen
durch Vertauschen der Zufuhrfäden miteinander verkoppelt sind.
Der Nachteil der bisher hergestellten knotenlosen Sicherheitsnetze
besteht darin, daß infolge der beschriebenen Struktur und Bindung die Schußfäden
einen ungenügenden Festigkeitsbeitrag leisten, was insgesamt zu einer relativ
hohen Strukturdehnung bei verhältnismäßig geringem Kraftanstieg führt.
Bei einer gewünschten Herstellung bandförmiger Netzmaschenschenkel verstärkt
sich dieser Effekt noch, da darin die Schußfäden in relativ großen
Schlaufen liegen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein knotenloses Sicherheitsnetz
auf der Grundlage der Rechts/Rechts-Kettenwirktechnik zu entwickeln, das bandförmige
Netzmaschenschenkel besitzt und eine wesentlich höhere Energieaufnahme aufweist
als die auf dem Markt befindlichen Netze.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Funktionstrennung
der Schußfäden durch die in Anspruch 1 beschriebenen Merkmale gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen enthalten.
Durch die Funktionstrennung der Schußfäden in "Lastaufnahme
durch gestreckte Fäden" und "Verbindung der Maschenstäbchen" durch relativ
dünne Fäden ist es möglich, ein Netz mit bandförmigen Netzmaschenschenkeln
und sehr hoher Energieaufnahme herzustellen. Durch den Eintrag der nahezu gestreckt
verlaufenden Schußfäden wird die Kraft-Dehnung-Kurve im unteren Bereich
deutlich angehoben, wodurch sich die Fläche unter der Kurve und damit die Energieaufnahme
erhöht.
Die Erfindung wird durch die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
1 den Aufbau eines Netzmaschenschenkels in vereinfachter
Darstellung mit 2 Wirkmaschenstäbchen/Netzmaschenschenkel und
2 die vereinfachte Darstellung des Aufbaus eines Netzmaschenschenkels,
der aus 3 Wirkmaschenstäbchen besteht.
Der in 1 dargestellte Netzmaschenschenkel
besteht aus zwei Wirkmaschenstäbchen 1, die aus PP-hochfest, Feinheit
4400 dtex in der Bindung Rechts/Rechts-Franse gewirkt wurden. Die nahezu gestreckt
verlaufenden Fadensysteme 3 sind als Schuß unter 1 eingearbeitet und
bestehen aus dem gleichen Material wie die Grundfäden. Der Hilfsschuß
4 verbindet durch fortlaufende Unterlegungen unter 2 die beiden Wirkmaschenstäbchen
1. Da der Hilfsschuß keine zugtragende Funktion hat, kann er relativ
locker eingearbeitet werden, wodurch sich die Wirkmaschenstäbchen bandförmig
verbinden lassen. Die nahezu gestreckt verlaufenden Fadensysteme 3 führen
zu einer Reduzierung der Strukturdehnung und einem steileren Kraftanstieg beim Zugversuch.
Hierdurch wird die Energieaufnahme wesentlich verbessert. Der in 2
dargestellte Netzmaschenschenkel 2 besteht aus 3 Wirkmaschenstäbchen
1. Durch die parallele Anordnung von 3 Wirkmaschenstäbchen, die durch
den Hilfsschuß 4 durch fortlaufende Unterlegungen unter 3 verbunden
werden, entsteht ein besonders breiter, bandförmiger Maschenschenkel.