Die Erfindung betrifft ein Urinal.
Bisher bekannte Urinale werden mit einer Gebäudewand fest verbunden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Urinal vorzuschlagen, das flexibler
verwendet werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Das Urinal ist als WC-Schüssel-Aufsatz
oder als Urinalkonsole, die eine Urinalschüssel und einen Ständer umfaßt,
oder als Urinalschüssel für eine derartige Urinalkonsole ausgebildet.
Auf diese Weise ist das Urinal flexibler verwendbar. Insbesondere kann das Urinal
nicht standortgebunden ausgebildet werden. Selbst wenn es an eine Wand montierbar
oder montiert ist, ergeben sich Vorteilhe hinsichtlich der Flexibilität.
Insbesondere kann das Urinal in einer Größe ausgebildet
werden, in der es für Knaben im Alter von etwa eins bis acht Jahren geeignet
ist. Es ist allerdings auch möglich, das Urinal in einer für Erwachsene
geeigneten Größe auszubilden.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Der WC-Schüssel-Aufsatz kann einen abnehmbaren Wasserbehälter
aufweisen. Vorteilhaft ist es, wenn der Wasserbehälter einen abnehmbaren Deckel
und/oder einen Einfüllstutzen aufweist. Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung
weist der Wasserbehälter eine Spültaste auf. Es ist ferner vorteilhaft,
wenn der Wasserbehälter mehrere Kammern aufweist. In diesem Fall kann für
jede Kammer eine Spültaste vorhanden sein.
Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist an dem WC-Schüssel-Aufsatz
ein Wasserschlauch anschließbar oder angeschlossen.
Der WC-Schüssel-Aufsatz kann eine oder mehrere Düsen aufweisen.
Die Düsen dienen zur Verteilung des Spülwassers in dem WC-Schüssel-Aufsatz.
Vorteilhaft ist es, wenn der WC-Schüssel-Aufsatz an der WC-Schüssel
fixierbar ist. Zu diesem Zweck kann der WC-Schüssel-Aufsatz Saugnäpfe
aufweisen. Die Saugnäpfe können verstellbar sein, vorzugsweise durch Langlöcher.
Stattdessen oder zusätzlich kann der WC-Schüssel-Aufsatz eine oder mehrere
Stellschrauben aufweisen. Vorteilhaft ist es, wenn die Saugnäpfe zur vertikalen
Befestigung dienen und wenn die Stellschrauben zur horizontalen Fixierung dienen.
Insbesondere können durch die horizontale Fixierung bzw. die Stellschrauben
die Größenunterschiede verschiedener WC-Schüsseln in der Breite ausgeglichen
werden.
Die Urinalschüssel der Urinalkonsole ist vorzugsweise höhenverstellbar
an dem Ständer anbringbar oder angebracht. Vorteilhaft ist es, wenn die Urinalschüssel
von dem Ständer abnehmbar und wieder an dem Ständer anbringbar ist. Der
Ständer kann einen Sockel aufweisen oder als Sockel ausgestaltet sein.
Vorteilhaft ist es, wenn der Ständer als Teleskop ausgebildet
ist.
Die Urinalschüssel kann eine Stellschraube aufweisen. Durch Lösen
der Stellschraube kann die Urinalschüssel in der Höhe verstellt werden
und durch anschließendes Zuschrauben der Stellschraube in der Höhe fixiert
werden.
Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Urinalschüssel in den Ständer einhängbar ist. Vorzugsweise
ist die Urinalschüssel in verschiedenen Höhen in den Ständer einhängbar.
Vorteilhaft ist es, wenn die Urinalschüssel kippbar an dem Ständer
anbringbar oder angebracht ist. Die Urinalschüssel kann dann auf einfache Weise
entleert werden.
Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist an die Urinalschüssel
eine Abflußschlauch angeschlossen oder anschließbar. Der Abflußschlauch
kann ein Absperrorgan aufweisen, insbesondere einen Kugelhahn. Zum Ausgleich einer
Höhendifferenz kann die Urinalkonsole eine Pumpe, vorzugsweise eine elektrische
Pumpe, aufweisen.
In dem Ständer kann ein Auffangbehälter vorgesehen sein.
Vorzugsweise ist der Auffangbehälter in einer Wanne positioniert. Der Auffangbehälter
und/oder die Wanne befinden sich vorzugsweise im Fuß des Ständers. Die
Wanne kann als Spritzschutz für den Fußboden dienen.
Vorteilhaft ist es, wenn die Urinalschüssel aus einem Oberteil
und einem Unterteil besteht, die miteinander lösbar verbindbar sind.
Der Ständer kann an einer Wand montierbar oder montiert sein.
Vorteilhaft ist es, wenn die Urinalschüssel einen Geruchs-Stop-Deckel
aufweist. Der Geruchs-Stop-Deckel ist vorzugsweise durch eine Fußtaste betätigbar.
Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung weist
der WC-Schüssel-Aufsatz oder die Urinalschüssel einen Sensor auf.
Die Erfindung betrifft ferner eine Urinalschüssel für ein
erfindungsgemäßes Urinal.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand
der beigefügten Zeichnung im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigt
1 eine WC-Schüssel und einen WC-Schüssel-Aufsatz
in einer perspektivischen Darstellung,
2 eine Abwandlung der Ausführungsform nach
1 in einer Ansicht von vorne,
3 eine weitere Abwandlung der Ausführungsformen
nach 1 und 2 in einer
perspektivischen Darstellung,
4 eine vereinfachte Ausführungsform eines WC-Schüssel-Aufsatzes
in einer perspektivischen Darstellung,
5 die Ausführungsform nach 4
in einer Ansicht von oben,
6 die Ausführungsform nach 4
in einer Ansicht von hinten,
7 eine Urinalkonsole in einer perspektivischen Darstellung,
8 eine Abwandlung der Ausführungsform nach
7 in einer Teilansicht von der Seite,
9 eine weitere Abwandlung der Ausführungsformen
nach 7 und 8 in einer
Seitenansicht,
10 die Ausführungsform nach 7
mit einem Abflußschlauch,
11 eine Abwandlung der Ausführungsform nach
10 mit einer zusätzlichen Pumpe,
12 eine weitere Abwandlung der Ausführungsform
nach 7,
13 eine weitere Abwandlung der Ausführungsform
nach 7 mit einer Urinalschüssel, die aus einem
Oberteil und einem Unterteil besteht,
14 eine weitere Abwandlung, bei der der Ständer
an eine Wand montiert ist,
15 die Ausführungsform nach 14
ohne die zugehörige Wand,
16 eine Seitenansicht der Ausführungsform nach
14 und 15,
17 eine weitere Ausführungsform in einer perspektivischen
Darstellung,
18 die Ausführungsform nach 17
in einer Ansicht von vorne und
19 die Ausführungsform nach 17
und 18 in einer Seitenansicht.
1 zeigt einen WC-Schüssel-Aufsatz 1,
der auf eine WC-Schüssel aufgesetzt ist. Der WC-Schüssel-Aufsatz
1 weist einen abnehmbaren Wasserbehälter 2 auf, der im oberen
Bereich des WC-Schüssel-Aufsatzes 1 lösbar an diesem befestigt
ist. Das Volumen des Wasserbehälters 2 kann beispielsweise 1–5
l betragen und für eine oder mehrere Spülungen ausgelegt sein. Der Wasserbehälter
2 ist durch einen abnehmbaren Deckel 3 verschlossen. In dem Wasserbehälter
2 oder in dem Deckel kann ein Einfüllstutzen vorgesehen sein (in der
Zeichnung nicht dargestellt). Der Wasserbehälter 2 ist durch den Einfüllstutzen
befüllbar oder aber über den Deckel 3 oder unter einem Wasserhahn.
Hierzu kann der Deckel 3 abgenommen werden, der Wasserbehälter
2 kann von dem WC-Schüssel-Aufsatz 1 abgenommen und unter
einem Wasserhahn befüllt werden.
Der Wasserbehälter 2 weist ferner eine Spültaste
5 auf. Bei der in 2 gezeigten Abwandlung ist
der Wasserbehälter in mehrere, im Beispielsfall in fünf, Kammern unterteilt.
Jede Kammer ist mit einer Spültaste 6 versehen.
Bei der in 3 gezeigten weiteren Abwandlung
ist an den WC-Schüssel-Aufsatz ein Wasserschlauch 7 angeschlossen.
Mit den Ausführungsformen nach 1,
2 und 3 können mehrere
Spül-Systemvarianten realisiert werden. Beispielsweise können in den Wasserbehälter
2 der Ausführungform nach 1 etwa 0,5
l Wasser eingefüllt und durch einen Druck auf die Spültaste
5 vollkommen entleert werden. Es ist allerdings auch möglich, daß
eine größere Menge Wasser eingefüllt wird und daß die gewünschte
Wassermenge per Tastendruck dosierbar ist. Bei der in 2
gezeigten Ausführungsform ist der Wasserbehälter durch Kammern für
je eine Spülung unterteilt, wobei jede Kammer mit einer Spültaste
6 versehen ist. In 3 ist eine Ausführungsform
gezeigt, bei der zur Spülung ein an einer Armatur anschraubbarer Wasserschlauch
7 verwendet wird, der entweder mit dem Wasserbehälter verbindbar oder
verbunden ist, um diesen aufzufüllen, oder der direkt mit in dem WC-Schüssel-Aufsatz
vorhandenen Düsen 4 verbindbar oder verbunden ist. In diesem Fall
ist, wie in 3 gezeigt, ein Wassertank nicht erforderlich.
Der Wasserschlauch 7 kann darüber hinaus auch ein handelsüblicher
Brauseschlauch sein, welcher eine Spülung von Hand durch einen Brausekopf ermöglicht
(in der Zeichnung nicht dargestellt).
Das Spülwasser wird vom Wasserbehälter 2 oder durch
den Schlauch 7 oder durch entsprechend ausgeformte Rinnen über eine
oder mehrere Düsen 4 in die Urinalschüssel des WC-Schüssel-Aufsatzes
gelenkt. Es kann über einen zentralen Wasserauslaß, also eine zentrale
Düse 4, oder über mehrere am Schüsselrand verteilte Düsen
geleitet werden.
4 zeigt einen WC-Schüssel-Aufsatz 1 ohne
Wasserbehälter oder mit abgenommenem Wasserbehälter.
Die Fixierung des WC-Schüssel-Aufsatzes 1 auf der WC-Schüssel
ist in 5 und 6 gezeigt.
Zur Fixierung in vertikaler Richtung sind Saugnäpfe 8 vorgesehen,
die in Langlöchern verstellbar sind. Die Langlöcher verlaufen in horizontaler
Richtung quer zum WC-Schüssel-Aufsatz. Zur Fixierung in horizontaler Richtung
dienen Stellschrauben 9, die an dem WC-Schüssel-Aufsatz vorgesehene
Flügel durchsetzen, in denen jeweils ein Gewinde für jede Stellschraube
9 vorgesehen ist. Durch die Stellschrauben 9 können die Größenunterschiede
verschiedener WC-Schüsseln in der Breite ausgeglichen werden.
7 zeigt eine Urinalkonsole, die aus einer Urinalschüssel
10 und einem Ständer 18 besteht. Die Urinalschüssel
10 ist höhenverstellbar an dem Ständer 18 angebracht.
Der Ständer kann als Teleskop ausgebildet sein. Zur Höhenverstellung
kann die Urinalschüssel eine Stellschraube 17 aufweisen, wie in
8 gezeigt. Zur Höhenverstellung kann die Stellschraube
17 gelöst werden. Nach erfolgter Höhenverstellung wird die Stellschraube
17 wieder festgeschraubt und damit die Urinalschüssel in der Höhe
fixiert. Die Anordnung kann allerdings auch derart getroffen werden, daß die
Urinalschüssel ihre Höhenposition durch Selbsthemmung an dem Ständer
beibehält.
Bei den in 7, 10,
11 und 12 gezeigten Ausführungsformen
ist die Urinalschüssel 10 in den Ständer 18 einhängbar.
In dem Ständer sind mehrere Schlitze in verschiedenen Höhen vorgesehen.
Die Urinalschüssel 10 kann durch Haken an der Rückseite (in der
Zeichnung nicht dargestellt) in verschiedenen Höhen in jeweils einen Schlitz
eingehängt werden.
Zur Spülung sind mehrere Möglichkeiten vorhanden. Bei den
Ausführungsformen nach 7, 10,
11 und 12 ist die Urinalschüssel
jeweils abnehmbar. Sie kann abgenommen, in eine WC-Schüssel entleert und unter
laufendem Wasser gespült werden.
Bei der Ausführungsform nach 9 weist
die Urinalschüssel ein Gelenk 11 auf. Das Gelenk 11 befindet
sich im unteren Bereich bzw. am unteren Ende der Urinalschüssel. Damit ist
die Urinalschüssel kippbar an dem Ständer angebracht. Sie kann über
das Gelenk 11 gekippt und direkt in eine WC-Schüssel entleert werden.
Bei der Ausführungsform nach 10
ist an die Urinalschüssel ein Abflußschlauch 12 angeschlossen,
der eine geeignete Beschichtung aufweisen kann. Die Urinalschüssel
10 kann über den Abflußschlauch 12 direkt in die WC-Schüssel
entleert werden.
Wenn, bei entsprechend eingestellter Urinal-Höhe, das Abwasserniveau
unterhalb des Randes der WC-Schüssel liegt, kann eine Pumpe 13 das
Abwasser über den Schlauch 12 in die WC-Schüssel pumpen, wie
in 11 gezeigt. Die Pumpe ist im unteren Bereich der
Urinalschüssel vorgesehen. Vorzugsweise handelt es sich um eine elektrische
Pumpe. Sie kann für den Batteriebetrieb geeignet sein.
Bei der in 12 gezeigten Ausführungsform
führt der Abflußschlauch von der Urinalschüssel zu einem Auffangbehälter.
Der Auffangbehälter befindet sich in einer Wanne 14, die im Ständerfuß
15 positioniert ist. Die Wanne 14 dient als Spritzschuß für
den Fußboden.
In den Auslauf des Behälters und/oder in den Abflußschlauch
12 ist ein Absperrorgan 16 vorgesehen, insbesondere ein Kugelhahn.
Das Absperrorgan 16 dient zur gesteuerten Entleerung der Urinalschüssel.
Bei der in 13 gezeigten Ausführungsform
besteht die Urinalschüssel aus einem Oberteil 19 und einem Unterteil
20, die miteinander lösbar verbindbar sind. Das Oberteil
19 ist als Urinalschüssel geformt, und das Untereil 20 ist
als Auffangeimer geformt.
Bei der in 14, 15
und 16 gezeigten Ausführungsform ist die Urinalschüssel
10 höhenverstellbar an dem Ständer 21, der als Trägerelement
ausgebildet ist, angebracht. Der Ständer 21 ist seinerseits an eine
Wand 22 oder eine andere Trägerfläche montiert. Die Urinalschüssel
10 ist in den Ständer 21 höhenverstellbar eingehängt.
Wie aus 16 ersichtlich weist die Urinalschüssel
10 einen Geruchs-Stop-Deckel 23 auf. Der Geruchs-Stop-Deckel
23 umfaßt einen Hebel und eine Klappe. An dem Hebel ist eine vertikal
verlaufende Stange befestigt, an deren unterem Ende eine Fußtaste
24 zur Betätigung des Geruchs-Stop-Deckels
23 angebracht ist. Durch eine Betätigung der Fußtaste
24 kann der Geruchs-Stop-Deckel angehoben, also in Richtung des Pfeils
in die in 16 gestrichelt gezeichnete Stellung gebracht
werden.
Bei der in 17, 18
und 19 gezeigten Ausführungsform weist die Urinalschüssel
10 einen Sensor 25 auf. Der Sensor befindet sich in der Mitte
einer in der Urinalschüssel 10 vorgesehenen „Zielscheibe",
wodurch insbesondere Kinder animiert werden können, zielgerichtet zu urinieren.
Bei Auftreffen des Urinstrahls stellt der Sensor 25 eine elektrische Verbindung
her. Dadurch können optische und/oder akustische Signale ausgelöst werden.
Zur Anzeige der Signale können an der Schüsselhalterung oder an dem Wasserbehälter
ein Display, ein LED-Band und/oder ein Lautsprecher 26 und/oder andere
optische, akustische oder sonstige Signalgeber angebracht sein.