Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Ausströmungsvorrichtung
oder einen Ausströmungsbeschlag nach Anspruch 1 und auf ein Verfahren zum Lüften
eines Raumes nach Anspruch 7.
In der US 5 569 078 ist ein
solches Verfahren beschrieben. Das Verfahren kann in unterschiedlichen Gegebenheiten
angewendet werden, beispielsweise in Büros, in großen Räumen, in
denen sich Personen treffen, und insbesondere bei Massentierhaltungen zum Belüften
von Ställen, wobei eine relativ große Anzahl von lebenden Organismen je
Einheitsvolumen an Luft vorhanden sind, die eine große Menge an Wärme,
CO2 und/oder sonstigen Rückstands- oder Abfallstoffen erzeugen.
Eine allgemeine Aufgabe der Lüftung eines Raums besteht darin, eine angenehme
Luftzirkulation in dem Raum zu erzeugen, ohne daß Turbulenzen und Zugluft erzeugt
werden. Dies kann dadurch erreicht werden, daß man die Luft entlang der und
im wesentlichen parallel zu der Decke strömen läßt.
Darüber hinaus ist eine Ausströmungsvorrichtung oder ein
Ausströmungsbeschlag gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 aus der
US 3 987 713 bekannt.
Ein Nachteil des bekannten Verfahrens besteht darin, daß die
Luft, die am Anfang nach unten durch die Decke über einen vertikalen Einlaß
in einen Luftdiffusor strömt, aus relativ großen Öffnungen in dem
Diffusor in einer horizontalen Richtung entlang der Decke ohne irgendeine Führung
ausgeblasen wird, so daß die Richtung der Luftströmung plötzlich
geändert wird.
Dadurch wird ein hohes Maß an Turbulenz und an viskosen Verlusten
innerhalb der Luftströmung erzeugt, und daher behält ein erheblicher Teil
der Luft nicht seine Richtung parallel zu der Decke während einer langen Zeit
bei, insbesondere bei geringen Luftströmungsdurchsätzen. Daher stellt
dieses bekannte Verfahren nicht die gewünschte optimale Luftzirkulation bereit.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Ausströmungsvorrichtung
und ein Verfahren zum Belüften eines Raumes zur Verfügung zu stellen,
durch die bzw. das die einströmende Luft und die Luft, die sich innerhalb des
Raums befindet, in wirksamerer Weise gemischt werden und wodurch wenig Zugluft erzeugt
wird.
Um diese Aufgabe zu lösen, wird die Luft an zwei Oberflächen
entlanggeführt, die sich in der Richtung der Ausströmungsöffnung
verengen. Eine unerwünschte Turbulenz und viskose Verluste werden auf diese
Weise reduziert, und die größtmögliche kinetische Energie und somit
Geschwindigkeit der ausströmenden Luft entlang der Decke wird bei einer speziellen
Luftströmung realisiert, auch wenn die Strömungsdurchsätze niedrig
sind. Die Form der sich verengenden Flächen ist so, daß die Luftströmung,
die am Anfang nach unten gerichtet ist, in der in höchstmöglichem Maße
effizienten Weise in horizontaler Richtung umgelenkt wird, was dadurch erreicht
wird, daß man beiden Oberflächen eine fließende Krümmung gibt.
In der US 5 667 437 ist ein
Luftdiffusor dargestellt, bei dem die einströmende Luft an zwei sich verengenden
Oberflächen entlanggeführt wird. Bei diesem Diffusor wird die Luft, die
häufig kühler ist, in einer nach unten weisenden Richtung ausgehend von
der Decke bei einer relativ großen Geschwindigkeit an zwei sich verengenden
Oberflächen entlang ausgeblasen. Der Nachteil bei dieser Vorrichtung besteht
darin, daß sich relativ große Temperaturunterschiede an den unterschiedlichen
Stellen innerhalb des genannten Raums entwickeln können, sowie auch Zugluft,
aufgrund der Tatsache, daß die Luft, die in den Raum geblasen wird, sich nicht
sehr gut mit der warmen Luft mischt, die sieh in dem Raum befindet.
Wenn die Luft bei einer relativ niedrigen Geschwindigkeit auf diese
Weise nach unten geblasen wird, wird die Luft unregelmäßig verteilt und
erreicht nicht jede Stelle in dem Raum. Dies kann zu einem weniger angenehmen Klima
innerhalb des Raums führen, und kann sogar zu Erkrankungen bei Personen und/oder
Tieren führen.
Durch das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung divergiert die
Luftströmung, die in der Nähe der Decke erzeugt wird, wenig in horizontaler
Richtung und erhält eine relativ große Komponente in horizontaler Richtung.
Die einströmende Luft weist in üblicher Weise eine Temperatur auf, die
niedriger ist als die der Luft, die sich in dem Raum befindet, der belüftet
werden soll, so daß die genannte einströmende Luft in einer nach unten
weisenden Richtung strömen wird, nachdem sie eine gewisse Entfernung an der
Decke entlang zurückgelegt hat. Da die relativ kalte Luft länger in dem
oberen Bereich des Raumes verbleibt, im Vergleich zu Lüftungssystemen, die
die Luft dazu veranlassen, unmittelbar nach unten zu strömen, hat warme Luft,
die letztlich immer in Richtung zur Decke nach oben strömt, mehr Zeit, sich
mit der kalten Luft zu mischen. Die Luft strömt dann an der Fußbodenoberfläche
entlang zurück zu dem Punkt, oberhalb dessen die Einströmungsöffnung
angeordnet ist, und steigt, erwärmt durch die Lebewesen, die sich innerhalb
des genannten Raums befinden, zur Ausströmungsöffnung auf. Auf diese Weise
wird eine Luftzirkulation in dem Raum in Gang gesetzt und aufrechterhalten.
In bevorzugter Weise wird die Breite der Ausströmungsöffnung
verändert, um die Menge an Luft zu regeln, die hindurchströmt, und/oder
um die Ausströmungsgeschwindigkeit der Luft zu regulieren. Die Breite der Ausströmungsöffnung
wird hierbei in bevorzugter Weise in Abhängigkeit von dem Druckunterschied
zwischen der einströmenden Luft und der ausströmenden Luft verändert.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform wird die genannte Breite mit Hilfe
eines Ventils eingestellt, welches in einer im wesentlichen senkrecht zu der Decke
verlaufenden Richtung bewegt wird. Als Ergebnis davon kann das Ventil mit einem
geringen Widerstand bewegt werden, im Unterschied zu sich horizontal bewegenden
Ventilen.
Die Form des Ventils macht es möglich, die Ausströmungsöffnung
auf eine einfache Weise durch eine elastische Verformung an den Rändern des
Ventils hermetisch abzudichten. Das Ventil wird in bevorzugter Weise durch einen
Motor bewegt, insbesondere durch einen Elektromotor. Dies macht es möglich,
die Lüftung auf eine effiziente Weise in Abhängigkeit von den Bedingungen
in dem Stall zu regulieren, ohne daß ein menschliches Eingreifen erforderlich
ist.
Die Luft wird in zwei horizontal entgegengesetzten Richtungen von
im wesentlichen ein und derselben Stelle in der Nähe der Decke gerichtet. Gemäß
einer weiteren. Möglichkeit strömt die Luft horizontal in nur einer Richtung
aus, zur Anwendung in der Nähe der Seiten des Raums, der zu belüften ist.
Allerdings fällt diese Ausführungsform nicht unter den Schutzbereich der
Ansprüche.
Die Vorteile der vorliegenden Erfindung werden besonders gut genutzt,
wenn die Luft von zumindest zwei Stellen in der Nähe der Decke ausströmt,
wobei sich längliche Ausströmungsöffnungen im wesentlichen parallel
zueinander erstrecken. Es wird bevorzugt, die Luftströmungen von zwei benachbarten
Stellen in Richtung aufeinander zu richten. Dies veranlaßt die ausströmende
Luft dazu, näherungsweise zwischen zwei Ausströmungsöffnungen nach
unten zu strömen, und eine Luftzirkulation wird aufgrund einer Induktion auf
eine effiziente Weise aufrechterhalten. Die einströmende Luft wird dadurch
gut mit der Luft gemischt, die sich in dem Raum befindet. Eine gute Luftzirkulation
kann auch dann auftreten, wenn nur eine Ausströmungsöffnung in kleineren
Räumen verwendet wird.
In einer Ausführungsform werden die Luftströmungen zu dem
Raum als Ergebnis dadurch erzeugt, daß in dem Raum ein Unterdruck erzeugt wird.
Alternativ kann in dem Zuführungsraum oberhalb der Ausströmungsöffnungen
ein Überdruck erzeugt werden.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf einen Raum, der mit einer Decke
versehen ist, in der sich die Ausströmungsvorrichtung bzw. der Ausströmungsbeschlag
befindet.
Eine beispielhafte Ausführungsform einer Ausströmungsvorrichtung
zum Zuführen von Luft zu einem Raum wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die
Zeichnung beschrieben.
1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausströmungsvorrichtung;
2 zeigt eine teilweise Schnittansicht der genannten
Vorrichtung;
3 zeigt die Vorrichtung, bei der die Abdeckung abgenommen
ist;
4 zeigt die Luftströmung durch die Vorrichtung;
5 zeigt die Luftströmung durch einen Raum.
Die Ausführungsform, die hier beschrieben ist, ist mit Ausströmungsöffnungen
auf jeder Seite versehen. Eine Ausführungsform, die eine Ausströmungsöffnung
auf einer Seite aufweist, ist ebenfalls möglich. Allerdings fällt diese
Ausführungsform nicht unter den Schutzbereich der Ansprüche.
Die Zeichnungsfiguren sind lediglich schematische Darstellungen, in
denen entsprechende Teile mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet sind.
Die Ausströmungsvorrichtung nach 1,
2 und 3 weist ein feststehendes
Teil 2 auf, das in einer Decke angebracht werden kann, und ein bewegliches
Teil oder ein Ventil 7, das in einer vertikalen Richtung in bezug auf das
feststehende Teil 2 bewegt werden kann. Das feststehende Teil
2 besteht aus einem oberen Teil 3 und einem unteren Teil
4.
2 zeigt einen Teil einer Deckenplatte 1, die
einen Teil einer Decke eines Raums bildet, der belüftet werden soll. Das feststehende
Teil 2 der Vorrichtung kann an der Deckenplatte 1 dadurch befestigt
werden, daß es in eine Ausnehmung in der Deckenplatte auf eine solche Weise
eingesetzt wird, daß das obere Teil 3 mit einem Flansch
15 gegen die Deckenplatte 1 auf der oberen Seite anstößt
und das Teil 4 des feststehenden Teils 2 mit einem Flansch
16 gegen die Unterseite der Deckenplatte 1 anstößt.
Das obere Teil 3 und das untere Teil 4 sind mit Hilfe von Bolzen
5 miteinander verbunden, die in Löcher in dem unteren Teil
3 geschraubt sind. Die Bolzen 5 werden angezogen, so daß
die Flansche 15, 16 gegen die Deckenplatte 1 gespannt
sind.
Das feststehende Teil 2 der Vorrichtung, das in der Deckenplatte
1 angebracht ist, begrenzt eine Öffnung, durch die Luft nach unten
von der oberen Seite geführt wird, als Ergebnis der Tatsache, daß der
Luftdruck oberhalb der Deckenplatte 1 höher ist als unter der Deckenplatte
1. Dieser Unterschied im Luftdruck kann dadurch erzielt werden, daß
Luft aus dem Raum unter der Decke abgezogen wird, und/oder dadurch, daß Luft
oberhalb der Deckenplatte 1 zugeführt wird.
Innerhalb des feststehenden Teils 2 der Vorrichtung ist ein
Ventil 7 angebracht, welches in einer oberen Position, wie in
2 dargestellt ist, an das feststehende Teil
3 anschließt, und welches in einer unteren Position, die in
1 dargestellt ist, die untere Grenze einer Ausströmungsöffnung
10 bildet, so daß die gesamte Ausströmungsöffnung
10 unter der Höhe der Decke 1 angeordnet ist, wodurch die
Ebene, in der die Ausströmungsöffnung liegt, im wesentlichen vertikal
angeordnet ist. Der Flansch 16 bildet auf diese Weise die obere Begrenzung
der genannten Ausströmungsöffnung 17. Das feststehende Teil
2 und das Ventil 7 sind so geformt, daß die Verengung der
Ausströmungsöffnung 17 in jeder offenen Stellung des Ventils
7 allmählich stattfindet, so daß eine gerichtete Luftströmung
entlang der Deckenplatte 1 erhalten wird.
Der Rand des Ventils 7 ist so flexibel, daß eine ordnungsgemäße
Abdichtung in der geschlossenen Position des Ventils erhalten wird, wobei das Material
des Ventils in der Nähe von dessen Rand verformt wird.
Die dargestellte Vorrichtung ist mit zwei länglichen Teilen versehen,
die die Ausströmungsöffnung 17 für die Luft bilden, wobei
sich die Teile parallel zu der Decke erstrecken. Als ein Ergebnis dieser Anordnung
wird die Luft im wesentlichen in zwei entgegengesetzten Richtungen ausgeblasen.
Die Teile sind an ihren Enden miteinander verbunden, so daß eine kleine Menge
von Luft in anderen Richtungen strömt. Die Breite einer Ausströmungsöffnung
ist geringer als 5 cm, während die Länge eines länglichen Teils mehr
als 50 cm beträgt.
Die Position des Ventils 7 in dem feststehenden Teil
2 der Vorrichtung wird mit Hilfe eines Schrittmotors 8 eingestellt,
wobei auf 3 verwiesen sei, der in dem Ventil
7 angebracht ist. Zu diesem Zweck bildet das Ventil 7 einen hohlen
Raum, der mittels einer Abdeckung 11 abgedeckt ist, die an dem anderen
Teil des feststehenden 7 befestigt ist oder in sonstiger Weise daran befestigt
ist.
Der Schrittmotor 8 weist eine vertikale Welle auf, an der
der Arm 9 befestigt ist. Zwei Zug- bzw. Druckstangen 10 sind an
dem Ende des Arms 9 befestigt, wobei diese Stangen jeweils mit einem Hebel
6 verbunden sind. In der geschlossenen Position, wie sie in 2
dargestellt ist, erstreckt sich der Teil des Hebels 6, der mit dem unteren
Teil 4 verbunden ist, ausgehend von dem Teil 4 unter einem Winkel
von etwa 30° mit der horizontalen Ebene nach oben, bei Betrachtung in einer
Projektion auf eine vertikale Platte, die die Vorrichtung in longitudinaler Richtung
schneidet. Wenn der Arm 9 durch den Schrittmotor 8 gedreht wird,
werden die Hebel 6 über die Zug- bzw. Druckstangen 10 auf
eine solche Weise bewegt, daß sich das Ventil ausgehend von der geschlossenen
Position in bezug auf das feststehende Teil 2 nach unten bewegt, wobei
der Teil des Hebels 6, der mit dem Teil 4 verbunden ist, sich
durch die horizontale Ebene bewegt und in der am weitesten geöffneten Position
ausgehend von dem Teil 4 unter einem Winkel von etwa 30° nach unten
erstreckt, bei Betrachtung in der vorgenannten Projektion. Auf diese Weise wird
eine erhebliche vertikale Bewegung des Ventils 7 in einer einfachen Art
und Weise bewirkt, und die Breite der Öffnung zwischen dem Ventil
7 und dem feststehenden Teil 2 der Vorrichtung kann in Abhängigkeit
von den herrschenden Bedingungen eingestellt werden. Der Schrittmotor
8 kann in der entgegengesetzten Richtung gedreht werden, so daß das
Ventil 7 geschlossen wird.
4 zeigt die Luftströmung durch die Ausströmungsvorrichtung,
die in der genannten Figur sehr schematisch dargestellt ist. Der Pfeil
18 zeigt die mögliche Bewegung des Ventils 7 an. Die anderen
Pfeile zeigen näherungsweise die Richtung und die Größenordnung der
Geschwindigkeit der Luftströmung an. Die Luftströmung 19 von
oben wird zu dem engsten Teil 17 der Vorrichtung geführt und durch
die Wände des feststehenden Teils 2 und des beweglichen Teils
7 (Ventil) beschleunigt, wobei der engste Teil 17 die Ausströmungsöffnung
bildet. Die Luft, die aus der Ausströmungsöffnung 17 austritt,
wird an der Deckenplatte 1 entlang gelenkt, wie durch die Pfeile
21 angedeutet ist. Die Luft 22, die unter der Vorrichtung nach
oben strömt, was durch Pfeile angedeutet ist, wird durch die Luft, die aus
den Öffnungen 17 ausströmt, mitgenommen, was das Aufsteigen der
genannten Luft begünstigt. Die konvexe Form der Abdeckung 7 ist förderlich
für die genannte Strömung.
5 zeigt einen Raum, in dem mehrere längliche Ausströmungsvorrichtungen
in paralleler Beziehung angeordnet sind, in bevorzugter Weise im wesentlichen entlang
der gesamten Länge oder Breite des Raums, wobei die Luft in zwei entgegengesetzten
Richtungen von jeder einzelnen Vorrichtung (2, 7) strömt,
so daß die Luftströmungen von zwei benachbarten Vorrichtungen in Richtung
zueinander gerichtet sind. In der oberen Schicht in der Nähe der Decke
1 mischen sich die genannten Strömungen, die relativ kühl sind
im Vergleich mit der Luft, die sich innerhalb des Raums befindet, mit der warmen
Luft, die zu der genannten oberen Schicht aufgestiegen ist, und
treffen sich danach auf mittlerem Wege zwischen den Vorrichtungen. An diesem Punkt
strömt die gemischte Luftströmung nach unten in der Richtung des Bodens
12 des Raums, wo eine moderate Luftströmung gebildet wird, die sich
für die Personen und/oder Tiere, die sich dort befinden, angenehm anfühlt.
Die Luft, die durch die genannten Personen und/oder Tiere aufgewärmt wird,
steigt schließlich zu der Decke 1 in der Nähe der Vorrichtungen
auf und vervollständigt auf diese Weise die Zirkulation. Im allgemeinen wird
die einströmende Luft über Belüftungsöffnungen in den Wänden
des Raums ausströmen, nachdem sie eine Anzahl von Malen zirkuliert ist.