[Detaillierte Beschreibung der Erfindung]
[Technisches Gebiet der Erfindung]
Die Erfindung betrifft ein Abdichtungsverfahren für Tunnel.
Im Rahmen dieser Erfindung werden Paste, Mörtel und Beton als
allgemeine Begriffe zur Bezeichnung von Zementbeton verwendet.
[Stand der Technik]
Das hauptsächliche Tunnelbauverfahren in Japan ist zurzeit das
NATM-Verfahren. Das NATM-Bauverfahren ist ein Verfahren, in dem eine primäre
Beschichtung mittels Sprühmörtel oder Sprühbeton unmittelbar nach
dem Aushub des Tunnels ausgeführt wird, um Herabfallen von Steinen und Eindringen
von Wasser in den Ausschachtungsbereich zu verhindern, wonach eine sekundäre
Betonbeschichtung aufgebracht wird, um den Tunnel durch Aufrechterhaltung der Tunnelfestigkeit
zu stabilisieren. Zu diesem Zeitpunkt wird zur Wasserabdichtung und zur Isolierung
eine Abdichtungsbahn zwischen die primäre Betonbeschichtung und die sekundäre
Betonbeschichtung installiert, so dass Eindringen von Wasser in den Tunnel verhindert
werden kann und Risse aufgrund von Bindung der sekundären Betonbeschichtung
an Erdreich oder Bewegung von Erdreich verhindert werden können. In letzter
Zeit ist der Tunnelaushub mittels Tunnelbohrmaschinen durchgeführt worden (TBM-Bauverfahren),
und Abdichtungsbahnen werden zu den selben Zwecken installiert.
Weil die Breite der Bahn, die 1 bis 2 m beträgt, schmal ist,
gibt es ferner die Probleme, dass es großen Aufwand und Mühe erfordert
und unökonomisch ist, wenn die Enden der Abdichtungsbahnen übereinander
gelegt und durch Schweißen verbunden werden.
Es gibt das weitere Problem, dass aufgrund von Schädigung der
Funktion der Abdichtungsbahn durch schlecht verschweißte Komponenten und durch
Unregelmäßigkeiten der Ausschachtungsoberfläche Wasser zwischen die
Abdichtungsbahnen und die sekundäre Betonbeschichtung eindringt, so dass keine
Wasserabdichtungskapazität erhalten wird.
EP-A1-0 898 052 offenbart, eine Abdichtungsaufschlämmung auf
eine erste einen Tunnel auskleidende Betonschicht zu sprühen, eine elastische
heiße Komponente aufzubringen und eine innere Betonschale hinzuzufügen.
Auch WO 00/05487 offenbart, eine Abdichtungsaufschlämmung in
einem Tunnelauskleidungsverfahren zu sprühen. In die erste Betonschicht werden
Nägel hineingetrieben, so dass ihre Köpfe einen Halt für die innere
Betonschale zur Verfügung stellen.
Auch CH 560 811 offenbart,
eine Siegelschicht in einem Tunnelauskleidungsverfahren zu sprühen, ebenso
wie CH 688 135, US
3,545,213 und WO 98/24738.
JP 03-180699 offenbart die Verwendung einer PVC-Bahn als eine wasserdichte
Bahn in einem Tunnelauskleidungsverfahren.
US 6,193,439 offenbart, eine innere Betonschale
an einer Siegelschicht einer Tunnelverkleidung zu befestigen. Profilierung der Oberfläche
der Siegelschicht dient dazu, die zwei Schichten miteinander zu verankern.
[Von der Erfindung zu lösende Probleme]
Wenn die Dicke der Abdichtungsbahnen erhöht wird, um Beschädigungen
der Abdichtungsbahnen zu verhindern, gibt es die Probleme, dass Verschweißen
der Enden der Abdichtungsbahnen schwierig wird und die Masse der Abdichtungsbahnen
erhöht wird, mit dem Ergebnis, dass die tatsächlichen Handhabungseigenschaften
noch schlechter werden.
Die Erfinder führten verschiedene Untersuchungen der vorgenannten
Probleme durch. Als Ergebnis perfektionierten sie diese Erfindung durch die Entdeckung
eines Bauverfahrens zur Tunnelabdichtung, bei dem eine Abdichtungsbahn, die mit
der sekundären Zementbetonbeschichtung verklebbar ist, auf die primäre
Sprühzementbetonoberfläche installiert wird, bevor die sekundäre
Zementbetonbeschichtung installiert wird, und in dem dadurch, dass diese mit der
sekundären Zementbetonbeschichtung zu einer einzigen Einheit gemacht wird,
Eindringen von Wasser zwischen die Abdichtungsbahn und die sekundären Betonschicht
wegen schlechter Schweißstellen und Beschädigung der Enden der Abdichtungsbahnen
verhindert wird, Eindringen von Wasser sogar verhindert wird, wenn Risse in der
sekundären Zementbetonbeschichtung gebildet werden, und die Abdichtungskapazität
stark verbessert werden kann.
[Mittel zur Lösung des Problems]
Speziell ist die Erfindung ein Verfahren zur Abdichtung eines Tunnels,
bei dem eine primäre Schicht aus Zementbeton auf die Ausschachtungsoberfläche
des Tunnels gesprüht wird, auf dieser primären Zementbetonschicht eine
wasserleitende Pufferschicht durch Anbringung eines Faservlieses, eines Fasermaterials
oder Platten von unregelmäßiger Form ausgebildet wird,
auf diese wasserleitende Pufferschicht eine Abdichtungsbahn aufgebracht wird, die
eine Kunststoff- oder Kautschukbahn und eine Klebeschicht umfasst, die für
das Verkleben mit einer sekundären Betonbeschichtung geeignet ist, die auf
die Abdichtungsbahn aufgebracht wird, und auf der Abdichtungsbahn eine sekundäre
Beschichtung aus Zementbeton auf der Klebeschicht der Abdichtungsbahn ausgebildet
wird, wodurch die Abdichtung des Tunnels erzielt wird.
[Ausführungsformen der Erfindung]
Wir beschreiben nun diese Erfindung im Detail.
Diese Erfindung ist ein Bauverfahren, bei dem die Abdichtungsbahn
und der Tunnel zu einer einzigen Einheit gemacht werden, indem ein bevorzugt schnell
trocknender Zementbeton auf die ausgeschachtete Tunneloberfläche gesprüht
wird, wonach eine Abdichtungsbahn, die mit der sekundären Betonbeschichtung
verklebbar ist, installiert wird. Bei dieser Abdichtungsbahn ist nachfolgendes Brechen
von Zementbeton aufgrund von Trocknung und Kontraktion von sekundärer Zementbetonbeschichtung
und Erdreich nach der Fertigstellung einkalkuliert. Indem der Zementbeton und die
Abdichtungsbahn zu einer einzigen Einheit gemacht werden, tritt Kontakt mit Wasser
nur an Stellen auf, die beschädigt sind, selbst wenn eine Beschädigung
der Abdichtungsbahnen erfolgt. Aus diesem Grund erfolgt kein Eindringen von Wasser,
solange sich nicht Risse in der sekundären Betonbeschichtung im Bereich der
Bahnbeschädigung bilden. Dadurch wird Undichtigkeit stark vermindert und exzellente
Abdichtungskapazität erreicht. Ferner tritt nicht wie bei konventionellen Abdichtungsbahnen
Undichtigkeit als Resultat von Wassereintritt zwischen die Abdichtungsbahnen und
die sekundäre Zementbetonbeschichtung, von Beeinträchtigungen der Abdichtungskapazität
des Tunnels im Ganzen und von Rissen in der sekundären Zementbetonbeschichtung
auf. Darüber hinaus ist die Abdichtungskapazität im Vergleich zu konventionellen
Abdichtungsbauverfahren in hohem Maße erhöht, weil eine Abdichtungsbahn,
die mit der sekundären Zementbetonbeschichtung eine einzige Einheit bildet,
Undichtigkeit mit guter Folgekapazität und ohne Beschädigung, selbst wenn
Risse in dem Tunnel selbst gebildet werden, verhindert.
Beispiele für Abdichtungsbahnen, die mit sekundärer Zementbetonbeschichtung
verklebbar sind, sind nicht-quervernetzte Kautschukbahnen wie Isoprenkautschuk und
Naturkautschuk.
Die Abdichtungsbahn, die mit der sekundären Zementbetonbeschichtung
verklebbar ist, kann auch Antioxidantien, Ultraviolettstrahlungsabsorber und klebrigkeitsvermindernde
Mittel enthalten.
Unter dem Aspekt der Erhöhung des Isolierungseffekts mit der
sekundären Zementbetonbeschichtung, wenn diese mit dem Erdreich verbunden worden
ist, ist es erfindungsgemäß erwünscht, die mit dem sekundären
Zementbeton verklebbare Schicht mit einer polymeren Bahn zu laminieren. Wenn eine
mit der sekundären Zementbetonbeschichtung verklebbare Schicht und eine Mehrschichtabdichtungsbahn,
die mit einer polymeren Bahn laminiert ist, verwendet werden, werden sie so installiert,
dass die primäre Sprühzementbetonoberflächenseite und die polymere
Bahn miteinander in Kontakt stehen, und die sekundäre Zementbetonbeschichtung
wird auf der Abdichtungsbahnoberflächenseite installiert, die mit der sekundären
Zementbetonbeschichtung verklebbar ist.
Beispiele für das Material der polymeren Bahn können Polyethylen
hoher Dichte, Polyethylen niedriger Dichte, Copolymere von Ethylen/Vinylacetat (EVA)
und Polypropylen sein. Von diesen ist Polypropylen hoher Dichte unter den Aspekten
Isolierungseffekt, Stärke, Bruch-Folgekapazität und Preis bevorzugt.
Erfindungsgemäß wird eine wasserleitende Pufferschicht aufgebaut,
bevor die mit der sekundären Betonbeschichtung verklebbare Abdichtungsbahn
installiert wird, um den Isolierungseffekt zu erhöhen, den Wasserdruck an Stellen,
an denen es eine große Menge Grundwasser gibt, zu vermindern und den Abdichtungseffekt
zu erhöhen. Beispielhafte Puffer-Abdichtungsschichten können Schichten
umfassen, die durch Sprühen einer faserförmigen Substanz wie Zellstoffvliesgeweben
aus Fasern wie Polyesterfasern und Polypropylen und Platten von unregelmäßiger
Form gebildet werden.
Das Abdichtungsbauverfahren kann im Auflagerbereich (bedding portion)
des Tunnels verwendet werden und zeigt große Wirksamkeit in der Verhinderung
von Wassereintritt aus der Auflagerkomponente.
Es gibt keine besonderen Beschränkungen des Verfahrens zur Anbringung
der Abdichtungsbahn, Vliesfaser und Platten von unregelmäßiger Form an
die primäre Sprühzementbetonoberfläche, und Klebstoffe und Nieten
können verwendet werden.
Nachdem die mit der sekundären Zementbetonbeschichtung verklebbare
Abdichtungsbahn auf diese Art installiert worden ist, wird die sekundäre Zementbetonbeschichtung
aufgetragen und die Bauausführung abgeschlossen.
[Beispiele]
Wir beschreiben nun diese Erfindung im Detail auf
der Grundlage von Beispielen.
Beispiel 1
Es wurde ein U-förmiger Simulationstunnel mit Öffnungen
von 4 m, einer Höhe von 3,5 m und einer Länge von 3 m hergestellt. In
dem Simulationstunnel wurden Unregelmäßigkeiten der Oberfläche des
Tunnelerdreichs vorgesehen, und 15 Betonblöcke mit 15 cm Breite, 20 cm Höhe
und 20 cm Länge wurden in geeigneten Abständen installiert, um eine unregelmäßige
Oberfläche zu bilden.
Schnelltrocknender Mörtel wurde als der primäre Sprühmörtel
verwendet und so aufgesprüht, dass der schnelltrocknende Mörtel eine Dicke
von 10 cm hatte.
Nach dem Sprühen wurde eine Verklebbarkeit mit der sekundären
Betonbeschichtung aufweisende Mehrschichtabdichtungsbahn (Markenname "Preprufe 300",
hergestellt von der Grace Construction Products Company of the United States; eine
aus zwei Schichten, einer Verklebbarkeit mit Beton aufweisenden Schicht und einer
Polyethylenschicht, zusammengesetzte Zweischichtbahn; Dicke 2,7 mm) durch Vernieten
an der primären Sprühmörteloberfläche befestigt. Nachfolgend
wurde die sekundäre Betonbeschichtung bis zu einer Dicke von 30 cm aufgebracht.
Um Beschädigungen der Mehrschichtabdichtungsbahn zu simulieren, wurden in einem
Teil von ihr Schnitte gemacht.
28 Tage nachdem die sekundäre Betonbeschichtung aufgebaut worden
war, wurde eine Testprobe durch Bohren herausgetrennt und die Klebkraft mit dem
Beton geprüft. Die sekundäre Betonbeschichtung und die Abdichtungsbahn
waren in gutem Kontakt und bildeten eine einzige Einheit. Die Abziehfestigkeit der
sekundären Betonbeschichtung und der Abdichtungsbahn war größer als
0,9 N/mm.
Eine einzige Einheit mit der sekundären Betonbeschichtung wurde
auch im Bereich des Schnittes gut beibehalten, wobei der Schnitt in dem Beton von
linearer Art von weniger als 2 mm war. In der Lücke zwischen dem primären
Sprühbeton und der Mehrschichtabdichtungsbahn wurde ein statischer Wasserdruck
von 60 m ausgeübt. Es trat jedoch kein Wasser in die Lücke zwischen der
Mehrschichtabdichtungsbahn und der sekundären Betonbeschichtung ein, was eine
gute Abdichtungskapazität zeigte.
Weil die verwendete Mehrschichtabdichtungsbahn Verklebbarkeit aufwies,
konnten die Mehrschichtabdichtungsbahnen mit befriedigendem Ergebnis einfach aneinander
befestigt werden, indem die Enden der Mehrschichtabdichtungsbahnen übereinander
gelegt wurden. Aus diesem Grund war die Ausführungskapazität außerordentlich
gut, und es wurde ein exzellenter Wert von 1,7 N/mm wurde für die Klebestärke
der übereinander gelegten Teile erhalten.
Um Risse in dem Tunnel zu simulieren, wurde Kraft auf die sekundäre
Betonbeschichtung ausgeübt und Risse wurden erzeugt. In der Mehrschichtabdichtungsbahn
wurden keine Unregelmäßigkeiten beobachtet.
Die Testverfahren für die verschiedenen physikalischen Eigenschaften
waren wie folgt.
Klebefestigkeit mit dem Beton: In Übereinstimmung mit ASTM D
903 (90°-Abziehfestigkeit). Klebefestigkeit von übereinander gelegten
Abschnitten: In Übereinstimmung mit ASTM D 1876 (Bestimmungen in dem Fall,
in dem Mehrschichtabdichtungsbahnen übereinander gelegt wurden).
Beispiel 2
Es wurde dasselbe Verfahren wie in Beispiel 1 ausgeführt, außer
dass die verwendete, Verklebbarkeit mit einer sekundären Betonbeschichtung
aufweisende Mehrschichtabdichtungsbahn ein Produkt mit dem Markennamen "Santacker
Sheet" (Isoprenkautschukabdichtungsbahn, ein mit Vliesgewebe ausgekleidetes Produkt,
hergestellt von Hayakawa Rubber) war.
28 Tage nachdem die sekundäre Betonbeschichtung aufgebaut worden
war, wurde eine Testprobe durch Bohren herausgetrennt und die Klebkraft mit dem
Beton geprüft. Die sekundäre Betonbeschichtung und die Abdichtungsbahn
waren in gutem Kontakt und bildeten eine einzige Einheit.
Allerdings war es schwieriger, die Enden der Mehrschichtabdichtungsbahnen
miteinander zu verbinden, als in Beispiel 1, und die Verarbeitbarkeit war auch etwas
schwierig.
Vergleichsbeispiel 1
Es wurde dasselbe Verfahren wie in Beispiel 1 ausgeführt, außer
dass eine aus EVA hergestellte Abdichtungsbahn (die keine Verklebbarkeit mit der
sekundären Betonbeschichtung aufwies) anstelle einer Verklebbarkeit mit der
sekundären Betonbeschichtung aufweisenden Mehrschichtabdichtungsbahn verwendet
wurde.
Als Druck entsprechend 30 m statischen Wasserdrucks zwischen dem primären
Sprühmörtel und der Abdichtungsbahn ausgeübt wurde, erwies sich anhand
der Risse, in denen Beschädigung vermutet wurde, dass eine große Menge
Wasser in die Lücke zwischen der Abdichtungsbahn und der sekundären Betonbeschichtung
eingedrungen war und dass die Eigenschaften einer Abdichtungsbahn
nicht erhalten worden waren.
[Effekt der Erfindung]
Indem die sekundäre Zementbetonbeschichtung und die Abdichtungsbahnen
unter Verwendung der erfindungsgemäßen Abdichtungsbahnen, die Verklebbarkeit
mit der sekundären Zementbetonbeschichtung aufweisen, zu einer einzigen Einheit
gemacht werden, tritt kein Wasser in die Lücke zwischen den Abdichtungsbahnen
und der sekundären Betonbeschichtung ein, und exzellente Abdichtungskapazität
kann sichergestellt werden, selbst wenn ein Teil der Abdichtungsbahnen beschädigt
ist.
Ferner ist das Rissfolgeverhalten der erfindungsgemäßen
Abdichtungsbahnen gut, die Abdichtungsbahnen werden nicht beschädigt und exzellente
Abdichtungskapazität kann sichergestellt werden, selbst wenn sich Risse in
der sekundären Zementbetonbeschichtung bilden. Selbst wenn die Rissbreite vielleicht
groß ist und eine Beschädigung der Abdichtungsbahn stattfindet, tritt
kein Wasser in die Lücke zwischen den Abdichtungsbahnen und der sekundären
Betonbeschichtung ein, weil die anderen Bereiche der Abdichtungsbahn eine einzige
Einheit mit der sekundären Zementbeschichtung bilden; daher ist der industrielle
Nutzen außerordentlich groß.