Die folgende Erfindung betrifft eine Fadenbremsvorrichtung für
Webmaschinen.
Eine bekannte Bremsvorrichtung, wie sie in dem früheren italienischen
Patent einer Industrieerfindung Nummer 01 303 154 derselben Anmelderin (EP-A-0 972
734) beschrieben ist, umfasst eine Dreiergruppe feststehender, koaxialer Fadenführungsösen,
die von dem Faden durchquert werden, der in der Spanne zwischen den Ösen einem
geradlinigen Weg folgt. Ein Kipphebel ist an einem U-förmigen Bremselement
befestigt, welches die mittlere Öse übergreifend angeordnet ist, um während
des Abbremsens mit dem Faden auf seinen freien Längen zwischen der mittleren
Öse und den Endösen in Eingriff zu kommen. Der Hebel ist an der Stange
eines Linearmotors angelenkt, der im Betrieb sein Kippen bewirkt. Durch Ablenken
des Fadens aus seinem geradlinigen Weg bewirkt der Hebel durch Reibung sein Abbremsen.
Obwohl eine solche bekannte Vorrichtung ein ausreichendes Ansprechverhalten
bezüglich einer Reaktion auf die raschen Veränderungen der mechanischen
Spannung des Fadens zeigt, ist sie jedoch unter dem Gesichtspunkt ihrer Anpassbarkeit
an unterschiedliche Fadenarten unbefriedigend. Abhängig vom Grad der „Trockenheit"
des Fadens können nämlich stärkere oder schwächere Bremswirkungen
toleriert werden.
Ein Hauptziel der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, eine
Fadenbremsvorrichtung für Webmaschinen bereitzustellen, die hinsichtlich der
Fadenart einstellbar ist, sodass sich abhängig von den Eigenschaften des Fadens
stärkere oder schwächere Bremswirkungen ergeben.
Ein anderes Ziel dieser Erfindung besteht darin, eine solche Vorrichtung
derart bereitzustellen, dass sie einfach und schnell eingestellt werden kann.
Ein weiteres Ziel dieser Erfindung besteht darin, eine solche Vorrichtung
derart bereitzustellen, dass sie billig und leicht sowie mittels auf diesem Gebiet
üblicherweise verwendeter, bekannter Verfahren und Anlagen hergestellt werden
kann.
Die vorgenannten Ziele und Vorteile, die untenstehend deutlicher werden,
werden mit der Bremsvorrichtung erzielt, die die im Anspruch 1 aufgeführten
Merkmale aufweist, während die abhängigen Ansprüche weitere vorteilhafte
Merkmale angeben.
Die Erfindung wird nun genauer unter Bezugnahme auf ein bevorzugtes,
nicht ausschließliches Ausführungsbeispiel beschrieben, das als nicht
einschränkendes Beispiel in den beigefügten Figuren gezeigt ist, in denen:
1 eine Seitenansicht eines mit einer erfindungsgemäßen
Bremsvorrichtung ausgestatteten Schusssfadenzuführers ist,
2 eine räumliche Ansicht der Bremsvorrichtung aus
1 im Betrieb ist, konfiguriert für kräftige
Bremswirkungen,
3 eine vergrößerte Seitenansicht der Bremsvorrichtung
aus 1 ist, konfiguriert wie in 2,
4 eine räumliche Ansicht der Bremsvorrichtung aus
1 im Betrieb ist, konfiguriert für sanftere Bremswirkungen,
5 eine vergrößerte Seitenansicht der Bremsvorrichtung
aus 1 ist, konfiguriert wie in 4.
Unter Bezugnahme auf 1 weist ein generischer
Schussfadenzuführer 10 ein Motorgehäuse 12 auf, an dem
ein stationärer Zylinder 14 angebracht ist. Ein Schwenkarm
15, der von einem in dem Motorgehäuse 12 untergebrachten
Motor betrieben wird, wickelt eine Vielzahl von Fadenschlaufen F auf den Zylinder
14 und bildet dadurch eine Schussfadenreserve.
Eine genauer in den 2–5
gezeigte Bremsvorrichtung 20 ist an dem Ende 22 eines stationären
Arms 16 abgestützt, der parallel zu der Achse des Zylinders
14 aus dem Motorgehäuse 12 hervorsteht. Um die Bremsvorrichtung
am Arm 16 zu befestigen, ist das Ende 22 von letzterem radial
zu der Achse des Zylinders 14 gebogen und trägt einen hohlen Bolzen
24, auf den ein Hauptgehäuse 26 der Vorrichtung
20 geklemmt ist. Zu diesem Zweck hat das Hauptgehäuse 26
einen zylindrischen Hohlraum 28, dessen Durchmesser dem des Bolzens
24 entspricht und der einen Sitz für den Bolzen bietet. Die Wand des
zylindrischen Hohlraums 28 hat eine Längsöffnung 30
und die Bremsvorrichtung 20 ist auf dem Bolzen 24 mittels einer
Befestigungsschraube gesichert, die in ein tangentiales Loch 82, das an
einem Rand der Öffnung 30 ausgebildet ist, eingeführt ist und
mit einem entsprechenden, am gegenüberliegenden Rand ausgebildeten Gewindeloch
in Eingriff tritt.
Die Bremsvorrichtung 20 umfasst eine Dreiergruppe koaxialer
Fadenführungsösen 32, 34, 36, durch die ein
Schussfaden F verläuft, und ein U-förmiges Bremselement 58, welches
radial an der Antriebswelle 38 eines Rotationsmotors 40 befestigt
ist, und ist bezüglich der mittleren Öse 34 rittlings angeordnet,
um während des Abbremsens mit dem Faden F auf seinen freien
Längen zwischen der mittleren Öse 34 und Endösen
32, 36 in Eingriff zu treten, um dadurch ein Abbremsen des Fadens
durch Reibung zu bewirken.
Gemäß dieser Erfindung sind ein Paar Gewindebuchsen
42, 46, die die entsprechenden Endösen 32,
36 tragen, an den entgegengesetzten mit Gegengewinden versehenden Enden
einer Spindel 44 gehalten, die um ihren mittleren Abschnitt schwenkbar
an einem Halter 48 abgestützt ist, der am Hauptgehäuse
26 angebracht ist. Die mittlere Öse 34 ist am Halter
48 befestigt. Ein Paar Halteringe 60 sind an den entgegengesetzten
Seiten des Halters 48 an der Spindel 44 zum axialen Festlegen
der Spindel angebracht. Die Enden einer Stange 54, die parallel zur Spindel
44 und einstückig mit der mittleren Öse 34 ist, greifen
in entsprechende Löcher ein, die an den Hälsen 52,
56 der Endösen 32, 36 ausgebildet sind, wobei die
Hälse die Ösen mit den entsprechenden Buchsen 42, 46
verbinden. Die Stange 54 vermag die Translation der Endösen
32, 36 bei gleichzeitiger Verhinderung der Drehung zu führen.
Der Kopf der Spindel 44 hat eine Nut 50, die zum Einstellen der
Position der Ösen für einen Schraubenzieher (nicht dargestellt) zugänglich
ist.
Durch Betreiben der Spindel 44 kann der axiale Abstand zwischen
den Ösen geändert werden, sodass die durch das U-förmige Bremselement
58 bereitgestellte Ablenkung und folglich die Intensität der Bremswirkung
verstellt wird.
In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die Erfindung die genannte
Aufgabe durch Bereitstellen einer Schussfadenbremsvorrichtung löst, die abhängig
von der Fadenart für kräftige oder sanfte Bremswirkungen konfiguriert
werden kann. Darüber hinaus kann, wie es für Fachleute offensichtlich
ist, eine solche Bremsvorrichtung einfach und schnell mittels eines herkömmlichen
Schraubenziehers oder eines anderen geeigneten Werkzeugs eingestellt werden.
Das hierin beschriebene Ausführungsbeispiel kann auf unterschiedliche
Weise innerhalb des Bereichs der vorliegenden Erfindung abgewandelt werden und alle
Details können durch andere, technisch equivalente Bauteile ersetzt werden.
Beispielsweise könnte die Spindel 44 mit einem Knopf zur leichteren
Einstellung der Vorrichtung versehen werden. Ferner kann, wie es für Fachleute
offensichtlich ist, die Stange 54 durch andere Halteführungen ersetzt
werden, die die Drehung der Endösen um die Spindelachse bezüglich des
Hauptgehäuses zu unterbinden vermögen. Der das Bremselement
58 antreibende Rotationsmotor 40 könnte durch eine Einheit
ersetzt werden, die mit einem Linearmotor und Gestängen der in dem obengenannten
früheren Patent beschriebenen Art versehen ist.
In der Praxis können die verwendeten Materialien, vorausgesetzt
dass sie zu dem speziellen Einsatzzweck kompatibel sind, sowie die Abmessungen und
die Gestaltungen abhängig von den Anforderungen unterschiedlich sein.