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Dokumentenidentifikation DE69933315T2 13.09.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001198413
Titel VERFAHREN ZUR REINIGUNG VON DISTICKSTOFFMONOXID
Anmelder Solutia Inc., St. Louis, Mo., US
Erfinder CHANDRASEKHAR, Ramoorthy, Greer, SC 29650, US;
CROCE, Greg, Concord, CA 94521, US;
NOTTE, Patrick, Cantonment, FL 32533, US;
BOWMAN, L., Barry, Greenwood, SC 29649-3209, US;
OPPENHEIM, P., Judith, Pensacola, FL 32501, US;
NOSKOV, Stepanovich, Alexander, Novosibirsk, 630090, RU
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Kraus & Weisert, 80539 München
DE-Aktenzeichen 69933315
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 01.11.1999
EP-Aktenzeichen 999587264
WO-Anmeldetag 01.11.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/25597
WO-Veröffentlichungsnummer 2000073202
WO-Veröffentlichungsdatum 07.12.2000
EP-Offenlegungsdatum 24.04.2002
EP date of grant 20.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.09.2007
IPC-Hauptklasse C01B 21/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reinigung von Distickstoffmonoxidgas durch Entfernen verschiedenartiger Verunreinigungen.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Eine Anzahl an Verfahren zur Reinigung von Abgasen und Entlüftungsgasen, die von verschiedenen thermischen Kraftwerken hergestellt werden, sind im Stand der Technik bekannt. Derartige Gase enthalten unerwünschte Komponenten, wie zum Beispiel NOx (Stickstoffoxide unter Einschluss von NO, N2O3, NO2, N2O4, N2O5 usw.), Schwefeloxide und dergleichen. Diese Verfahren basieren entweder auf der Absorption von derartigen Verunreinigungen durch flüssige Absorbenzien oder auf deren Umwandlung (Reduktion) in harmlose Verbindungen (zum Beispiel Wasserdampf und Stickstoff im Falle der NOx-Reduktion). Die in größtem Umfang eingesetzten Verfahren zur Reduktion von NOx verwenden Ammoniak und selektive katalytische Reduktion („selective catalytic reduction"; SCR). Die SCR-Prozesse ermöglichen eine Durchführung der Reduktion von NOx zu elementarem Stickstoff und Wasserdampf in der Gegenwart von in den Abgasen enthaltenem Sauerstoff. Dazu sei auf die US-PSen Nr. 5,401,479; 4,859,439; 4,855,115; 4,789,533; 4,438,082; 4,720,476; 4,695,438; 4,732,743; 4,975,256; 4,521,388; 5,401,478 und 5,753,582 verwiesen. Nachdem die Abgase von kleineren Verunreinigungen durch herkömmliche Verfahren/Ausstattung gereinigt worden sind, werden sie an die Atmosphäre entlüftet.

Darüber hinaus sind auch Verfahren zur Reinigung verschiedener kommerzieller Qualitätsgase, wie zum Beispiel Inertgase, bekannt. Beispielsweise verwendet die US-PS Nr. 4,579,723 ein mehrstufiges katalytisches Verfahren zur Entfernung von CO, CO2, H2, H2O und O2 aus einem Argongas.

Verschiedene Verfahren sind zum Entfernen von O2 aus sehr reinem Distickstoffmonoxidgas, das in kommerziellen Einzelverfahren zur nachfolgenden Verwendung in der Halbleiterherstellung produziert worden war. In der japanischen Schrift Kokai No. 06016402 wird Sauerstoff aus kommerziell hergestelltem Distickstoffmonoxid unter Verwendung eines Manganoxidkatalysators entfernt. Jedoch wird Sauerstoff durch Verwendung von in der Luft vorhandenem Sauerstoff zur Oxidation des Katalysators von einem niederen zu einem höheren Manganoxid entfernt, was nicht zur Katalyse von Reaktionen zählt, an denen Sauerstoff enthaltende Gase beteiligt sind, um leicht zu entfernende Produkte zu bilden.

Bislang ist das Entfernen von Verunreinigungen aus Distickstoffmonoxid-Abgasen nicht eingehend betrachtet worden. Das Freisetzen von Distickstoffmonoxid-Abgasen in die Umgebung ist eine Quelle für die Verschmutzung und eine Verschwendung von Distickstoffmonoxid, welches, wenn es ökonomisch und praktikabel aus derartigen Abgasen abgetrennt wird, um eine kommerzielle Qualitätdistickstoffmonoxid-Quelle zu liefern, zu dessen Verwendung in verschiedenartigen Verfahren wie der Verwendung in der Umwandlung von Benzol zu Phenol durch Hydroxylierung führen könnte. Dazu sei auf die US-PSen Nr. 4,982,013; 5,001,280; 5,055,623; 5,110,995; 5,672,777; 5,756,861 und 5,808,167 verwiesen. Dementsprechend besteht ein Bedarf in der chemischen Industrie nach einem Verfahren, das Distickstoffmonoxid-Abgase reinigt und gleichzeitig kommerziell und ökonomisch Distickstoffmonoxid erzeugt, das für verschiedenartige kommerzielle Anwendungen geeignet ist.

Die DE-A-20 37 975 offenbart ein Verfahren zur Reinigung von N2O durch Umsetzen des Sauerstoffs mit einem Reduktionsmittel (NH2OH) und einem Katalysator in flüssiger Phase.

Die GB-A-1 004 741 und die EP-A-0 395 221 beziehen sich auf ein Verfahren zum Entfernen von Sauerstoff aus einem Inertgasstrom durch die Zugabe eines Reduktionsmittels, um in der Gegenwart eines Katalysators Wasser zu bilden.

Die EP-A-0 564 144 bezieht sich auf ein Verfahren zum Behandeln der Abgase der Adipinsäureherstellung, wobei das N2O-und NOx-enthaltende Entlüftungsgas zunächst zu einer selektiven katalytischen Reduktion von NOx mit Ammoniak in der Gegenwart von Sauerstoff geführt wird, die durch Edelmetalle katalysiert wird. Nach der NOx-Entfernung wird das verbleibende N2O in einer weiteren Zone behandelt.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reinigung eines Distickstoffmonoxid-enthaltenden Adipinsäure-Abgases durch Einführen des Adipinsäure-Abgases und eines Reduktionsmittels in einen Desoxidationsreaktor und Durchführen einer Desoxidation in der Gasphase durch Umsetzen des Reduktionsmittels mit Sauerstoff unter Verwendung eines Katalysators unter Bildung einer inerten Substanz, um den Sauerstoff in dem Distickstoffmonoxidgas abzureichern, während die Menge an aus dem Adipinsäure-Abgas entfernten Distickstoffmonoxid beschränkt ist.

Zusätzlich dazu betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Reinigung eines Distickstoffmonoxid-enthaltenden Adipinsäure-Abgases durch Zuführen des Adipinsäure-Abgases und Ammoniak oder einer Vorstufe davon in ein Reaktorsystem, Durchführen einer selektiven katalytischen Reduktion durch Umsetzen des Ammoniaks oder der Vorstufe davon mit NOx in dem Stickstoffmonoxidgas unter Verwendung eines Katalysators der selektiven katalytischen Reduktion, Zuführen von Wasserstoff oder einer Vorstufe davon in das Reaktorsystem und Durchführen einer Desoxidation durch Umsetzen des Wasserstoffs oder einer Vorstufe davon mit Sauerstoff in dem Distickstoffmonoxidgas unter Verwendung eines Desoxidationskatalysators.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die vorliegende Erfindung wird durch Bezugnahme auf die folgende Beschreibung exemplarischer Ausführungsformen davon in Verbindung mit den beigefügten Zeichnung klarer verstanden, welche Daten darstellen, die als ein Ergebnis einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens erhalten worden sind, wie es in den Beispielen I und II dargestellt ist.

BESCHREIBUNG VERANSCHAULICHENDER AUSFÜHRUNGSFORMEN

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Adipinsäure-Abgas unter Verwendung eines katalytischen Verfahrens gereinigt, um eine ökonomische Quelle für Distickstoffmonoxid zu liefern, das für verschiedenartige kommerzielle Anwendungen geeignet ist. Darüber hinaus reinigt das Verfahren der vorliegenden Erfindung selektiv ein Distickstoffmonoxid-Abgas, während die Menge an Distickstoffmonoxid in dem Abgas durch selektives Abreagieren ausgewählter Verunreinigungen in dem Abgas aufrechterhalten wird. Ein derartiges gereinigtes Distickstoffmonoxid-Abgas kann in einer einstufigen Hydroxylierung von Benzol zu Phenol genutzt werden, wie es in den US-PSen Nr. 4,982,013; 5,001,280; 5,055,623; 5,110,995; 5,672,777; 5,756,861 und 5,808,167 dargestellt ist.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird Distickstoffmonoxid-Abgas durch einen SCR-Reaktor in der Gegenwart von Ammoniak oder einer Vorstufe davon geführt, um NOx zu entfernen (beispielsweise durch Umsetzung), während die Menge an Distickstoffmonoxid in dem Abgas gleichzeitig nicht verringert wird. Der Reaktor umfasst mindestens ein Katalysatorbett und kann einen beliebigen geeigneten Aufbau besitzen, zum Beispiel ein Festbettreaktor (zum Beispiel ein Metall, parallele Platten, Keramikwaben, rohrförmig oder ein Querstromreaktor). Vorzugsweise ist der Reaktor ein Querstromreaktor. Ein Querstromreaktor ermöglicht die Verwendung eines Katalysators vom Pellet-Typ in einem Festbett, was für eine höhere Kontakteffizienz bei niedrigerem Druckverlust als ein Wabenkatalysator bei gleichem Einsatz sorgt. Ein inniges Vermischen zwischen dem Ammoniakdampf und dem Prozessgas wird durch Verwendung perforierter Platten bewerkstelligt.

Der Katalysator kann einen beliebigen bekannten NOx-Abfall-SCR-Katalysator, wie diejenigen auf der Basis von Übergangsmetallen, zum Beispiel Ti, V, W, Mo, Mn, Cu, Fe, Cr, Co, Ni, Zn, Sn usw., umfassen. Das Metall kann in der Form eines Oxids vorliegen und kann mit einem herkömmlichen Träger wie Siliciumdioxid und/oder Aluminiumoxid integriert sein oder darauf aufgebracht sein. Vorzugsweise wird ein Oxid eines Ti-V-Katalysators verwendet.

Die Katalysatorpellets können in beliebiger Form ausgebildet sein, beispielsweise als Zylinder, Kugeln, Scheiben, Ringe usw., oder in der Form eines Wabenblocks und unter herkömmlichen SCR-Bedingungen verwendet werden. Diese Bedingungen werden durch die Raumgeschwindigkeit des Katalysators, seine Betriebstemperatur und die NOx-Last vorgegeben.

Beispielsweise wird Ammoniak oder eine Vorstufe davon mit dem NOx-enthaltenden Distickstoffmonoxid-Abgas in einem molaren Verhältnis in Bezug auf das NOx von 0,1 bis 2,0, vorzugsweise 0,5 bis 1,5 und stärker bevorzugt 0,8 bis 1,2 vermischt. Das Gemisch kann bei einer Temperatur von 100°C bis 600°C, vorzugsweise 120°C bis 400°C und stärker bevorzugt 150°C bis 300°C vorliegen. Für einen Adipinsäure-Abgasbetrieb, wobei Distickstoffmonoxid erhalten bleiben soll, ist ein niedriger Temperaturbereich zwischen 150 und 350°C bevorzugt. Raumgeschwindigkeiten (Menge an Gas in Kubikmetern, die in einer Stunde durch einen Kubikmeter des Katalysators strömt (Schüttvolumen des Katalysatorbetts), angegeben in der Einheit reziproke Stunden) können im Bereich von 300 bis 100.000 h–1 verwendet werden. Das Verfahren kann unter beliebigem Druck durchgeführt werden. Jedoch reichen geeignete Drücke von etwa 1 bis etwa 10 bar.

Das Ammoniak oder die Vorstufe davon reagiert mit dem NOx unter Bildung von N2 und H2O. Das den Reaktor verlassende Distickstoffmonoxid umfasst weniger als 200 ppm NOx, vorzugsweise weniger als 40 ppm und stärker bevorzugt weniger als 10 ppm.

Vor dem Eintritt in den Reaktor werden Ammoniak und ein Trägergas miteinander vermischt. Das Trägergas kann ein beliebiges Inertgas enthalten, das den Katalysator nicht signifikant deaktiviert. Beispielsweise kann das Trägergas Dampf, Wasserstoff, Argon usw. oder Gemische davon enthalten. Vorzugsweise enthält das Trägergas Dampf.

Gemäß der vorliegenden Erfindung passiert das Distickstoffmonoxid-Abgas mindestens einen Reaktor in der Gegenwart eines Reduktionsmittels oder einer Vorstufe davon und eines Katalysators, um Sauerstoff und andere Verunreinigungen wie organische Substanzen (zum Beispiel CO usw.) zu entfernen, ohne die Menge an in dem Abgas vorliegendem Distickstoffmonoxid zu verringern. Der Reaktor umfasst mindestens ein Katalysatorbett und kann einen beliebigen Aufbau aufweisen, zum Beispiel einen Festbettreaktor, einen Rohrreaktor oder einen Querstromreaktor. Vorzugsweise ist der Reaktor ein Festbettreaktor.

Der Katalysator kann einen beliebigen bekannten Oxidationskatalysator umfassen, zum Beispiel diejenigen auf Basis eines Edelmetalls oder einer Kombination von Edelmetallen (zum Beispiel Platin oder Palladium usw.). Der Katalysator kann mit einem beliebigen Träger wie Siliciumdioxid und/oder Aluminiumoxid integriert sein oder darauf aufgebracht sein. Vorzugsweise ist der Katalysator ein Palladiummetall mit einem Aluminiumoxidträger.

Der Katalysator kann in beliebiger Form ausgebildet sein, zum Beispiel als Zylinder, Kugeln, Scheiben, Ringe usw., oder in der Form eines Wabenblocks. Vorzugsweise ist der Katalysator in Form eines Wabenblocks.

In der vorliegenden Erfindung werden stöichiometrische Mengen eines Reduktionsmittels oder einer Vorstufe davon mit dem sauerstoffenthaltenden Distickstoffmonoxid-Abgas vermischt. Das Gemisch kann eine Temperatur von 0°C bis 600°C, vorzugsweise von 5°C bis 300°C und stärker bevorzugt von 10°C bis 200°C besitzen. Raumgeschwindigkeiten (Menge an Gas in Kubikmetern, die in einer Stunde einen Kubikmeter des Katalysators (Schüttvolumen des Katalysatorbetts) passiert, angegeben in der Einheit reziproke Stunden) im Bereich von 300 bis 100.000 h–1 können verwendet werden. Das Verfahren kann unter einem beliebigen Druck durchgeführt werden. Jedoch reichen geeignete Drücke von etwa 1 bis etwa 10 bar.

Das Reduktionsmittel oder die Vorstufe davon kann mit dem Distickstoffmonoxid-Abgas vor Eintritt in den Reaktor oder im Reaktor selbst vermischt werden. Dies kann unter Verwendung herkömmlicher Mittel, beispielsweise eines Inline-Mischers, bewerkstelligt werden. Geeignete Reaktionsmittel beinhalten Mittel, die selektiv mit Sauerstoff in dem Distickstoffmonoxid-Abgas reagieren, ohne das Distickstoffmonoxid in dem Abgas abzureichern. Beispielsweise kann das Reduktionsmittel Wasserstoff sein, der selektiv mit in dem Abgas vorhandenem Sauerstoff unter Erzeugung von Wasser reagiert (wobei ein geeigneter Katalysator verwendet wird, wie es hierin beschrieben ist). In der vorliegenden Erfindung ist entdeckt worden, dass der Wasserstoff unerwarteter Weise das Distickstoffmonoxid in dem Abgas nicht abreichert (man würde erwarten, dass auch Wasserstoff mit dem Distickstoffmonoxid unter Bildung von Stickstoff und Wasser reagiert). Ein anderes geeignetes Reduktionsmittel ist beispielsweise Kohlenmonoxid, das selektiv mit Sauerstoff unter Bildung von Kohlendioxid reagiert, ohne das in dem Abgas vorhandene Distickstoffmonoxid abzureichern. Das reduzierende Gas kann ein Gemisch von Gasen wie Wasserstoff und Kohlenmonoxid sein. Vorzugsweise ist das reduzierende Gas ein wasserstoffenthaltendes Gas. Der Wasserstoff kann in beliebiger Form zugeführt werden einschließlich eines beliebigen, wasserstoffenthaltenden Gases, wie ein Abgas einer Wasserstoffanlage, ein Abgas aus einem Dehydrierungsprozess (zum Beispiel Ethylbenzol zu Styrol) usw. Vorzugsweise wird der Wasserstoff in der Form von reinem Wasserstoff zugeführt.

In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird das Distickstoffmonoxid-Abgas durch einen SCR-Reaktor geführt, um NOx unter Verwendung des NOx-Abreicherungsverfahrens der vorliegenden Erfindung zu entfernen, und nachfolgend wird das Distickstoffmonoxid-Abgas durch einen Desoxidationsreaktor geführt, um Sauerstoff und andere Verunreinigungen unter Verwendung des Desoxidationsverfahrens der vorliegenden Erfindung zu entfernen. Alternativ dazu kann das Desoxidationsverfahren dem NOx-Abreicherungsverfahren vorangehen. Darüber hinaus können derartige Verfahren mehrmals und in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden. Das NOx-Abreicherungsverfahren und das Desoxidationsverfahren können in einem Einzelreaktor mit mehreren Katalysatorbetten oder in einem Einzelreaktor mit mehreren Kammern durchgeführt werden. Zusätzlich dazu kann jedes aus dem NOx-Abreicherungsverfahren und dem Desoxidationsverfahren unter Verwendung mehrerer Reaktoren durchgeführt werden. Vorzugsweise geht die NOx-Abreicherung der Desoxidation voraus.

Die Rückgewinnung von Distickstoffmonoxid aus dem Distickstoffmonoxid-Abgas unter Verwendung des erfindungsgemäßen Reinigungssystems umfasst mehr als 50%, vorzugsweise mehr als 70% und stärker bevorzugt mehr als 95%.

BEISPIELE

Die Verfahren der vorliegenden Erfindung werden unter Bezugnahme auf die folgenden veranschaulichenden Beispiele weiter definiert.

BEISPIEL I

Ein Verfahren zur Reinigung eines Distickstoffmonoxidgases gemäß der vorliegenden Erfindung wird folgendermaßen durchgeführt:

Ein 0,2%iger Pd-Katalysator auf Aluminiumoxid (G/G) in der Form von Perlen von Johnson-Matthey wird einem Gasstrom von 60 ml/min, der 2,4 ml/min Sauerstoff, 36 ml/min Distickstoffmonoxid und 6 ml/min Helium umfasst, bei 150°C in einem Quarzreaktor ausgesetzt. Die Kontaktzeit beträgt 4,6 Sekunden. Ein Teil des Heliumgases wird schrittweise durch reinen Wasserstoff ersetzt. Der Reaktion folgt eine Analyse des Reaktorabflusses durch Massenspektrometrie (32amu für Sauerstoff; 28, 30 und 44 amu für Distickstoffmonoxid; 2 amu für Wasserstoff; 18 amu für Wasser). Eine vollständige Umsetzung von Wasserstoff wird in sämtlichen getesteten Fällen beobachtet. Die 1 und 2 veranschaulichen die selektive Reaktion von Sauerstoff mit Wasserstoff bzw. nicht mit Distickstoffmonoxid. 1 zeigt den Sauerstoffabbau als eine Funktion des Wasserstoffstroms. 2 zeigt den prozentualen Distickstoffmonoxidabbaus als eine Funktion des Wasserstoffstroms. 3 stellt die Sauerstoffabbauselektivität als eine Funktion des Wasserstoffstroms dar.

BEISPIEL II

Dasselbe Experiment wird bei 25°C mit einer Kontaktzeit von 0,7 s mit derselben Gasstromzusammensetzung und denselben Geschwindigkeiten durchgeführt. Die 4 und 5 zeigen die unter diesen Bedingungen erzielte Leistung. 4 zeigt den Sauerstoffabbau als eine Funktion des Wasserstoffstroms. 5 veranschaulicht den prozentualen Distickstoffmonoxidabbau als eine Funktion des Wasserstoffstroms. 6 zeigt die Sauerstoffabbauselektivität als eine Funktion des Wasserstoffstroms.

BEISPIEL III

Dasselbe Experiment wird bei 25°C mit einer Kontaktzeit von 0,7 s mit derselben Gasstromzusammensetzung und Geschwindigkeit durchgeführt, doch wird der Wasserstoff teilweise durch CO (d.h. bis zu 50 Vol.-% CO) ersetzt. Die Ergebnisse in Bezug auf Sauerstoffabbau und Selektivitäten sind dieselben wie die durch reinen Wasserstoff erhaltenen.

BEISPIEL IV

Ein Verfahren zur Reinigung eines Distickstoffmonoxidgases gemäß der vorliegenden Erfindung wird folgendermaßen durchgeführt Ein kommerzieller SCR-Katalysator, Grade S-096, bezogen von CRI Catalyst Company, Inc., wird einem Adipinsäure-Abgasstrom mit 15 slpm, der 0,3% NOx, 8,0% O2, 26,5% N2O, 0,1 % CO, 0,2% organische Verunreinigungen (auf Kohlenstoffbasis) und zum Rest inerte Substanzen enthält, bei einer Einlasstemperatur von 247°C in einem isothermen Rohrreaktor, der durch ein Sandbad erhitzt wird, ausgesetzt. Die Raumgeschwindigkeit beträgt 15.000 reziproke Stunden. Das Ammoniak wird stöichiometrisch zu den NOx-Spiegeln zugeführt, die mit einem Online-NOx-Analysator gemessen werden. Die Auslasszusammensetzung ist folgendermaßen: 0,044% NOx, 7,3% O2, 26,5% N2O, 0,2% CO, 0,008% organische Verunreinigungen (auf Kohlenstoffbasis) und zum Rest inerte Materialien.


Anspruch[de]
Verfahren zur Reinigung eines Distickstoffmonoxidenthaltenden Adipinsäure-Abgases, wobei das Verfahren die folgenden Stufen umfasst:

Einführen des Adipinsäure-Abgases und eines Reduktionsmittels in einen Desoxidationsreaktor;

Durchführen einer Desoxidation in der Gasphase durch Umsetzen des Reduktionsmittels mit Sauerstoff unter Verwendung eines Desoxidationskatalysators unter Bildung einer inerten Substanz, um den Sauerstoff in dem Adipinsäure-Abgas abzureichern, während die Menge an aus dem Adipinsäure-Abgas entfernten Distickstoffmonoxid beschränkt ist.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Reduktionsmittel Wasserstoff ist. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die inerte Substanz Wasser oder Kohlendioxid umfasst. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die inerte Substanz Wasser ist. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Adipinsäure-Abgas des Weiteren NOx, Stickstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder organische Verbindungen umfasst. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das NOx aus dem Adipinsäure-Abgas durch selektive katalytische Reduktion unter Verwendung von Ammoniak oder einer Vorstufe davon und eines Katalysators der selektiven katalytischen Reduktion entfernt wird. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Kohlenmonoxid und die organischen Verbindungen aus dem Adipinsäure-Abgas während der Desoxidation entfernt werden. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Abgas zwischen 1000 ppmv und 10 Vol.-% Sauerstoff und zwischen 100 ppmv und 1 NOx umfasst. Verfahren nach Anspruch 1, wobei bis zu 99 Vol.-% des in dem Abgas vorliegenden Sauerstoffs aus dem Adipinsäure-Abgas entfernt werden. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Desoxidationskatalysator aus der Gruppe, bestehend aus Palladium, Platin und Gemischen davon, ausgewählt ist. Verfahren nach Anspruch 6, wobei der Katalysator der selektiven katalytischen Reduktion aus der Gruppe, bestehend aus Oxiden von Vanadium, Titan und Gemischen davon, ausgewählt ist. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Desoxidationsstufe mit mehr als einem Reaktor durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die selektive katalytische Reduktion in einem Reaktor der selektiven katalytischen Reduktion durchgeführt wird, der von dem Desoxidationsreaktor getrennt ist. Verfahren nach Anspruch 13, wobei der Reaktor der selektiven katalytischen Reduktion ein Querstromreaktor ist. Verfahren nach Anspruch 6, wobei Dampf als ein Trägergas für das Disticksoffmonoxid-Gas während der selektiven katalytischen Reduktion verwendet wird. Verfahren nach Anspruch 6, wobei vor der selektiven katalytischen Reduktion ein Sauerstoff-enthaltendes Gas über den Katalysator der selektiven katalytischen Reduktion geführt wird. Verfahren nach Anspruch 1, das die folgenden Stufen umfasst:

Zuführen des Adipinsäure-Abgases und von Ammoniak oder einer Vorstufe davon in ein Reaktorsystem;

Durchführen einer selektiven katalytischen Reduktion durch Umsetzen des Ammoniaks oder der Vorstufe davon mit NOx in dem Adipinsäure-Abgas unter Verwendung eines Katalysators der selektiven katalytischen Reduktion;

Zuführen eines Reduktionsmittels in das Reaktorsystem;

Durchführen einer Desoxidation durch Umsetzen des Reduktionsmittels mit Sauerstoff in dem Adipinsäure-Abgas unter Verwendung eines Desoxidationskatalysators.
Verfahren nach Anspruch 17, wobei das Distickstoffmonoxid-Gas des Weiteren NOx, Stickstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder organische Verbindungen umfasst. Verfahren nach Anspruch 17, wobei das Reaktorsystem mehr als einen Reaktor umfasst. Verfahren nach Anspruch 17, wobei der Desoxidationskatalysator aus der Gruppe, bestehend aus Palladium, Platin und Gemischen davon, ausgewählt ist. Verfahren nach Anspruch 17, wobei der Katalysator der selektiven katalytischen Reduktion aus der Gruppe, bestehend aus Oxiden von Vanadium, Titan und Gemischen davon, ausgewählt ist. Verfahren nach Anspruch 17, wobei der Reaktor der selektiven katalytischen Reduktion ein Querstromreaktor ist. Verfahren nach Anspruch 17, wobei Dampf als ein Trägergas für das Distickstoffmonoxid-Gas während der selektiven katalytischen Reduktion verwendet wird. Verfahren nach Anspruch 17, wobei vor der selektiven katalytischen Reduktion ein Sauerstoff-enthaltendes Gas über den Katalysator der selektiven katalytischen Reduktion geführt wird. Verfahren nach Anspruch 17, wobei die Gewinnung von Distickstoffmonoxid aus dem Adipinsäure-Abgas unter Verwendung des Reaktorsystems mehr als 95% beträgt.






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