| Dokumentenidentifikation |
DE102006012280A1 20.09.2007 |
| Titel |
Klimatisierungsvorrichtung |
| Anmelder |
COTEM, 56070 Koblenz, DE |
| Erfinder |
Marx, Jürgen, 56075 Koblenz, DE |
| Vertreter |
BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen |
| DE-Anmeldedatum |
15.03.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006012280 |
| Offenlegungstag |
20.09.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
20.09.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
F24F 5/00(2006.01)A, F, I, 20060315, B, H, DE
|
| IPC-Nebenklasse |
E03B 3/04(2006.01)A, L, I, 20060315, B, H, DE
F24F 11/06(2006.01)A, L, I, 20060315, B, H, DE
|
| Zusammenfassung |
Die Erfindung bezieht sich auf eine Klimatisierungsvorrichtung zum Kühlen und/oder Heizen, insbesondere zum Kühlen und/oder Heizen eines Wohn- oder eines Arbeitsraumes, mit: a) einem Entnahmekreislauf (10), welcher eine zu einem eingangsseitigen Durchlauf eines Wärmetauschers (50) führende Entnahmeleitung (3) mit einer in einem Gewässer in einer Tiefe von wenigstens 50 m, vorzugsweise von wenigstens 100 m, weiter bevorzugt von wenigstens 1000 m, unterhalb einer Gewässeroberfläche (2) angeordneten Ansaugöffnung (4), eine an die Entnahmeleitung (3) gekoppelte Pumpvorrichtung (6) zum Entnehmen von Wasser aus dem Gewässer über die Entnahmeleitung (3) sowie eine von dem Wärmetauscher (8; 50) zu dem Gewässer zurückführende Rücklaufleitung (5) zum zumindest teilweisen Rückführen des entnommenen Wassers umfaßt; b) einem Zirkulationskreislauf (20), welcher eine mit einem ausgangsseitigen Durchlauf des Wärmetauschers (50) und einem eingangsseitigen Durchlauf eines weiteren Wärmetauschers (60) jeweils verbunden Zirkulationsleitung (9) umfaßt, in der ein Wärmetauschermedium zirkuliert; und c) einem Endverbraucherkreislauf (30), welcher eine mit einem ausgangsseitigen Durchlauf des weiteren Wärmetauschers (60) verbundene Endverbraucherleitung, die von einem weiteren Wärmetauschermedium durchströmt wird, und eine oder mehrere an die Endverbraucherleitung angeschlossene Endverbrauchereinrichtungen (31; 32) umfaßt, über die das weitere Wärmetauschermedium Wärmeenergie zum Kühlen ...
|
| Beschreibung[de] |
|
Die Erfindung bezieht sich auf eine Klimatisierungsvorrichtung zum
Kühlen und/oder Heizen, insbesondere zum Kühlen und/oder Heizen eines
Wohn- oder Arbeitsraumes.
Hintergrund der Erfindung
Klimatisierungsvorrichtungen oder -anlagen dienen im allgemein dazu,
entweder zum Heizen Wärmeenergie über eine Endverbrauchereinrichtung,
beispielsweise einen Heizkörper, abzugeben oder zum Kühlen über die
Endverbrauchereinrichtung Wärmeenergie aufzunehmen und abzuführen, beispielsweise
mit Hilfe eines Kühlkörpers. Generell besteht der Zweck der Klimatisierungsvorrichtung
also in der Temperaturbeeinflussung in einem Umgebungsbereich der Endverbrauchereinrichtung,
die ihrerseits an Mittel zum Übertragen von Wärmeenergie in der einen
und/oder der anderen Richtung verbunden ist. Auch eine kombinierte Nutzung der Klimatisierungsvorrichtung
zum Heizen und zum Kühlen kann vorgesehen sein. Die Endverbrauchereinrichtung
ist über entsprechende Leitungen an einen Heiz- und/oder Kühlkreislauf
angeschlossen. In dem jeweiligen Kreislauf zirkulieren ein oder mehrere Wärmetauschermedien,
bevorzugt Flüssigkeiten, mit denen beim Kühlen die über die Endverbrauchereinrichtung
aufgenommene Wärmeenergie abtransportiert und beim Heizen die über die
Endverbrauchereinrichtung abzugebende Wärmeenergie zu der Endverbrauchereinrichtung
transportiert wird. Derartige Klimatisierungsvorrichtungen werden beispielsweise
in Gebäuden, Wohnungen oder auch zum Beheizen von Schwimmbädern verwendet.
Aus dem Dokument DE 197 26
440 A1 ist ein Verfahren zum Bereitstellen von See- oder Meerwasser als
Kühl- und/oder Heizmedium bekannt, bei dem die Entnahme des See-/Meerwassers
nach dem Siphonprinzip erfolgt, wodurch eine pumpfreie Entnahme des See- oder Meerwasser
realisiert wird. Unter Verwendung eines Wärmetauschers kann das entnommene
See- oder Meerwasser gegen ein oder mehrere abzukühlende Medien angewärmt
werden. Auch das Anwärmen von Wärmetauschermedien ist möglich, wenn
diese eine niedrigere Temperatur als das See- oder Meerwasser aufweisen. Nachteilig
an dem bekannten Verfahren ist, daß das Siphonprinzip auf die Entnahme von
See- oder Meerwasser in eher geringen Gewässertiefen beschränkt ist.
Zusammenfassung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Klimatisierungsvorrichtung zum
Kühlen und/oder Heizen zu schaffen, mit der für Anlagen, die Wasser aus
einem Gewässer, sei es ein See oder das Meer, als Kühl-/Heizmedium verwenden,
die Nutzungsmöglichkeiten erweitert sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Klimatisierungsvorrichtung
nach dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß ist eine Klimatisierungsvorrichtung zum
Kühlen und/oder Heizen, insbesondere zum Kühlen und/oder Heizen eines
Wohn- oder eines Arbeitsraumes, geschaffen mit:
- a) einem Entnahmekreislauf, welcher eine zu einem eingangsseitigen Durchlauf
eines Wärmetauschers führende Entnahmeleitung mit einer in einem Gewässer
in einer Tiefe von wenigstens 50m, vorzugsweise von wenigstens 100m, weiter bevorzugt
von wenigstens 1000m unterhalb einer Gewässeroberfläche angeordneten Ansaugöffnung,
eine an die Entnahmeleitung gekoppelte Pumpvorrichtung zum Entnehmen von Wasser
aus dem Gewässer über die Entnahmeleitung sowie eine von dem Wärmetauscher
zu dem Gewässer zurückführende Rücklaufleitung zum zumindest
teilweisen Rückführen des entnommenen Wassers umfaßt;
- b) einem Zirkulationskreislauf, welcher eine mit einem ausgangsseitigen Durchlauf
des Wärmetauschers und einem eingangsseitigen Durchlauf eines weiteren Wärmetauschers
jeweils verbundene Zirkulationsleitung umfaßt, in der ein Wärmetauschermedium
zirkuliert; und
- c) einem Endverbraucherkreislauf, welcher eine mit einem ausgangsseitigen Durchlauf
des weiteren Wärmetauschers verbundene Endverbraucherleitung, die von einem
weiteren Wärmetauschermedium durchströmt wird, und eine oder mehrere an
die Endverbraucherleitung angeschlossene Endverbrauchereinrichtungen umfaßt,
über die das weitere Wärmetauschermedium Wärmeenergie zum Kühlen
aufnehmen oder zum Heizen abgeben kann;
wobei sowohl der eingangsseitige Durchlauf und der ausgangsseitige Durchlauf in
dem Wärmetauscher als auch der eingangsseitige Durchlauf und der ausgangsseitige
Durchlauf in dem weiteren Wärmetauscher jeweils getrennt gebildet, aber wärmeenergieübertragend
gekoppelt sind.
Mit Hilfe der Erfindung ist eine Klimatisierungsvorrichtung geschaffen,
die über drei unabhängige und getrennt gebildete Kreisläufe verfügt,
die es ermöglichen, das aus dem Gewässer entnommene Wasser als Medium
zum Aufnehmen oder zum Abgeben von Wärmeenergie in Verbindung mit beliebigen
Kühl- oder Heizanlagen zu nutzen. In dem Entnahmekreislauf wird das aus dem
Gewässer entnommene Wasser über einen Wärmetauscher zu einer Rücklaufleitung
geführt, über die das entnommene Wasser dann in das Gewässer
zurückfließt. Die Anordnung der Ansaugöffnung der Entnahmeleitung
in einer Tiefe von wenigstens 50m, vorzugsweise von wenigstens 100m, weiter bevorzugt
von wenigstens 1000m unterhalb einer Gewässeroberfläche stellt sicher,
daß Wasser mit einer sehr gleichmäßigen Temperatur in den Entnahmekreislauf
eingespeist wird. Insbesondere in geographischen Gegenden, die einerseits einen
hohen Kühlbedarf haben und andererseits einen Zugang zum Meer aufweisen, kann
so das Meerwasser effizient zur Kühlung eingesetzt werden. Der dem Entnahmekreislauf
nachgeschaltete Zirkulationskreislauf dient zur großflächigen Verbreitung
der Kühl-/Heizanlage, sodaß mittels Leitungen von mehreren Kilometern
beispielsweise ganze Orte oder Städte einbezogen werden können. In dem
nachfolgenden Endverbraucherkreislauf, welcher an den Zirkulationskreislauf gekoppelt
ist, befinden sich dann die Endverbrauchereinrichtungen die dem Wärmeaustausch
mit der Umgebung dienen. In den Wärmetauschern sind eingangsseitiger und ausgangsseitiger
Durchlauf jeweils so getrennt, daß ein Vermischen der Wärmetauschermedien
nicht stattfindet. Es findet jedoch eine Übertragung von Wärmeenergie
in der jeweils gewünschten Richtung statt, welche durch einen bestehenden Temperaturgradienten
zwischen dem Medium in dem eingangseitigen Durchlauf und das Medium in dem ausgangsseitigen
Durchlauf verursacht wird.
Der dreistufige Aufbau der Klimatisierungsvorrichtung ermöglicht
eine individuelle Anpassung der Vorrichtung an unterschiedliche Verwendungszwecke,
indem die drei Kreisläufe je nach Nutzungszweck jeweils aufeinander abgestimmt
werden können. Die Trennung des Entnahmekreislaufes von dem Zirkulationskreislauf
hat in diesem Zusammenhang insbesondere noch den Vorteil, daß bei der Nutzung
von Wasser aus dem Meer das in bestimmtem Umfang chemisch aggressive Medien enthaltende
Salzwasser auf den Entnahmekreislauf beschränkt bleibt.
Da die Klimatisierungsvorrichtung eine Pumpeinrichtung zum Fördern
aufweist, kann Wasser auch aus großen Gewässertiefen entnommen werden,
indem aktiv gepumpt wird, nämlich mittels einer energiebetriebenen Pumpe. Es
kann eine Entnahme aus Tiefen von bis zu etwa 500m, vorzugsweise bis zu etwa 1000m
vorgesehen sein. Zu diesem Zweck kann der Einsatz von zweistufigen Spiralgehäusepumpen
vorgesehen sein.
Bevorzugt ist in dem Zirkulationskreislauf ein Druck von etwa 2bar
gebildet, wobei der Kreislauf Leitungen mit einer Länge von mehreren Kilometern
umfassen kann. Es kann eine automatische Druck- und Füllstandsregelung vorgesehen
sein.
Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung sieht vor,
daß die Pumpvorrichtung auf Höhe oder auf einem Höhenniveau oberhalb
der Gewässeroberfläche angeordnet ist. Hierdurch ist eine leichte Zugänglichkeit
der Pumpvorrichtung gewährleistet, insbesondere in Verbindung mit der Wartung
der Pumpvorrichtung.
Um einerseits den Betrieb der Pumpvorrichtung möglichst störungsfrei
zu gestalten, insbesondere mittels Vermeiden einer Verschmutzung der Pumpvorrichtung,
und andererseits eine gute Zugänglichkeit zu gewährleisten, sieht eine
vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, daß der Pumpvorrichtung auf einer
Pumpenebene eine Filtervorrichtung vorgeschaltet ist.
Zweckmäßig kann bei einer Fortbildung der Erfindung vorgesehen
sein, daß die Entnahmeleitung zur Ansaugöffnung hin trichterförmig
erweitert ist. Bevorzugt beträgt der Durchmesser der Entnahmeleitung am Ende
der trichterförmigen Erweiterung etwas das Zehnfache des Durchmessers der Entnahmeleitung
vor Beginn der trichterförmigen Erweiterung. Hierdurch wird die Strömungsgeschwindigkeit
im Bereich der Ansaugöffnung herabgesetzt, was die Gefahr vermindert, daß
Meerestiere in die Entnahmeleitung eingesaugt werden.
Um beim Ansaugen des Wassers aus dem Gewässer durch die Ansaugöffnung
das Eindringen von störenden Gegenständen, zum Beispiel größeren
Fischen, in die Entnahmeleitung zu unterbinden, sieht eine vorteilhafte Weiterbildung
der Erfindung vor, daß im Bereich der Ansaugöffnung ein Schutzgitter angeordnet
ist.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
daß eine Auslaßöffnung der Rücklaufleitung in dem Gewässer
in einer Tiefe von wenigstens 50m unterhalb der Gewässeroberfläche angeordnet
ist. Hierdurch wird einerseits ein möglichst großer Abstand zwischen der
Ansaugöffnung und der Auslaßöffnung sichergestellt, so daß das
Ansaugen von erwärmten Wassers verhindert wird. Andererseits soll die Auslaßöffnung
möglichst tief liegen, um die Druckdifferenz an der Pumpe und somit die aufzubringende
Pumpleistung klein zu halten.
Das unbeabsichtigte Ansaugen von Gewässerbodenpartikeln oder
Pflanzen wird bei einer zweckmäßigen Fortbildung der Erfindung dadurch
verhindert, daß die Ansaugöffnung in einer Höhe von wenigstens 20m
oberhalb eines Gewässergrundes angeordnet ist.
Um die Temperatur des angesaugten Wassers aus dem Gewässer möglichst
über die gesamte Entnahmeleitung aufrechtzuerhalten, ist bei einer zweckmäßigen
Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß die Entnahmeleitung
und/oder die Rücklaufleitung zumindest abschnittsweise mittels doppelwandigen
isolierten Rohren aus einem Kunststoffmaterial gebildet sind. Insbesondere in Verbindung
mit einer Kühlanlage bleiben die niedrigen Temperaturen des in großer
Tiefe angesaugten Wassers von beispielsweise weniger als etwa 13°C so bis zum
Erreichen des Wärmetauschers in dem Entnahmekreislauf erhalten.
Bevorzugt kann bei einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein,
daß in dem Zirkulationskreislauf eine das Wärmetauschermedium umpumpende
Zirkulationspumpe angeordnet ist. Auf diese Weise wird das Wärmetauschermedium
möglichst effizient und gleichmäßig in den Zirkulationskreislauf
bewegt.
Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung kann
vorsehen, daß in dem Entnahmekreislauf in der Entnahmeleitung und/oder der
Rücklaufleitung und wahlweise in dem Zirkulationskreislauf in der Zirkulationsleitung
eine oder mehrere Parameter des entnommenen Wassers/des Wärmetauschermediums
erfassende Meßeinrichtungen aus der folgenden Gruppe von Meßeinrichtungen
angeordnet sind: Temperaturmeßeinrichtung, Druckmeßeinrichtung, Füllstandsmeßeinrichtung
und Durchflußmeßeinrichtung. Auf diese Weise ist es ermöglicht, die
Medien in dem jeweiligen Kreislauf mit Hilfe von Meßparametern zu charakterisieren,
die ihrerseits dann verwendet werden können, um den Betrieb der Kreisläufe
individuell zu steuern und zu regeln. Beispielsweise kann anhand des Temperaturunterschiedes
des entnommenen Wassers in der Entnahmeleitung und in der Rücklaufleitung festgestellt
werden, in welchem Umfang Wärmeenergie aufgenommen oder abgegeben wird. Diese
Information kann dann genutzt werden, um die Pumpleistung der Pumpvorrichtung in
gewünschter Weise einzustellen. So kann eine zweckmäßige Fortbildung
der Erfindung vorsehen, daß die Pumpvorrichtung in dem Entnahmekreislauf an
eine Regeleinrichtung gekoppelt ist, mit der in Abhängigkeit von der Wärmeenergieübertragung
in dem Wärmetauscher eine Pumpleistung der Pumpvorrichtung regelbar ist. Ausgehend
von den Füllstandsmeßwerten kann eine Regelung des Füllstandes, zum
Beispiel unter Verwendung eines nachfüllbaren Wassertankes, ausgeführt
werden, insbesondere in dem Zirkulationskreis.
Bei einer bevorzugten Fortbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß
die an die Endverbraucherleitung angeschlossenen Endverbrauchereinrichtungen eine
oder mehrere Einrichtungen aus der folgenden Gruppe von Einrichtungen umfassen:
Heiz- und/oder Kühleinrichtung für einen Raum in einem Gebäude, ein
Schwimmbecken und eine Anlage, beispielsweise eine Industrieanlage oder eine Produktionsanlage.
In einer Ausgestaltung sind die Endverbrauchereinrichtungen als Wasser/Wasser-Wärmetauscher
und/oder Wasser/Luft-Wärmetauscher ausgeführt, wobei letztere insbesondere
für größere Gebäude geeignet sind.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß der
einen oder allen Endverbrauchereinrichtungen jeweils ein Energieverbrauchszähler
zugeordnet ist.
Beschreibung von bevorzugten Ausführunsgbeispielen der Erfindung
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf Fig. einer Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigen:
1 eine schematische Darstellung einer Klimatisierungsvorrichtung
mit einem Entnahmekreislauf, einem Zirkulationskreislauf und einem Endverbraucherkreislauf;
2 eine schematische Darstellung eines Abschnitts einer
Klimatisierungsvorrichtung, welcher insbesondere einen Entnahmekreislauf umfaßt;
3 eine schematische Darstellung eines weiteren Abschnitts
der Klimatisierungsvorrichtung mit einem Teil des Entnahmekreislaufes sowie einem
Teil eines Zirkulationskreislaufes; und
4 eine schematische Darstellung eines anderen Abschnitts
der Klimatisierungsvorrichtung mit einem Teil des Zirkulationskreislaufes sowie
mehreren Entnahmekreisläufen.
1 zeigt eine schematische Darstellung einer Klimatisierungsvorrichtung,
bei der drei Kreisläufe gebildet sind, nämlich ein Entnahmekreislauf
10, ein Zirkulationskreislauf 20 sowie ein Endverbraucherkreislauf
30. Die Kreisläufe werden jeweils von einem eigenen Wärmetauschermedium
durchströmt. In dem Entnahmekreislauf 10 wird als Wärmetauschmedium
Wasser aus einem See oder aus dem Meer 40 eingespeist. Die Wärmetauschermedien
der unterschiedlichen Kreisläufe sind voneinander getrennt, sodaß keine
Durchmischung stattfindet. Zwischen dem Entnahmekreislauf 10 und dem Zirkulationskreislauf
20 sowie zwischen dem Zirkulationskreislauf 20 und dem Endverbraucherkreislauf
30 ist zur thermischen Kopplung jeweils mindestens ein Wärmetauscher
50, 60 vorgesehen, sodaß Wärmeenergie von dem Entnahmekreislauf
10 über den Zirkulationskreislauf 20 zu dem Endverbraucherkreislauf
30 und umgekehrt übertragen werden kann, indem die Wärmeenergie
zwischen den beteiligten Wärmetauschermedien übertragen wird. In dem Endverbraucherkreislauf
sind Enverbrauchereinrichtungen 31, 32 angeschlossen, über
die Wärmeenergie abgegeben oder aufgenommen wird.
2 zeigt eine schematische Darstellung eines Abschnitts
einer Klimatisierungsvorrichtung mit einer Pumpstation 1, die mindestens
auf Höhe einer Gewässeroberfläche 2 eines Gewässers
angeordnet ist. Die Pumpstation 1 wird unten unter Bezugnahme auf
3 näher erläutert. Gemäß
2 ist die Pumpstation 1 mit einer Entnahmeleitung
3 verbunden, an deren Ende eine Ansaugöffnung 4 in einer
großen Gewässertiefe angeordnet ist, beispielsweise in einer Tiefe von
wenigstens etwa 500m, bevorzugt in einer Tiefe von wenigstens etwa 1000m. Die Entnahmeleitung
3 ist zur Ansaugöffnung 4 hin trichterförmig erweitert.
Mit Hilfe der trichterförmigen Erweiterung ist es ermöglicht, die Ansauggeschwindigkeit
des aus dem Gewässer zu entnehmenden Wassers abzusenken. Über die Entnahmeleitung
3 kann Wasser aus dem Gewässer zur Pumpstation 1 gepumpt
werden. Das entnommene Wasser wird später über eine Rücklaufleitung
5, die ebenfalls mit der Pumpstation 1 verbunden ist, in das Gewässer
zurückgeführt.
3 zeigt eine schematische Darstellung eines weiteren
Abschnitts der Klimatisierungsvorrichtung, wobei die Pumpstation 1 mit
weiteren Details gezeigt ist. Sowohl die Entnahmeleitung 3, über die
mit Hilfe einer motorgetriebenen Pumpe 6 Wasser aus dem Gewässer angesaugt
wird, als auch die Rücklaufleitung 5 sind mit einer jeweiligen Druckmeßeinrichtung
3.P, 5.P und einer Temperaturmeßeinrichtung 3.T,
5.T versehen. Mit Hilfe dieser Meßvorrichtungen können Meßparameter
des entnommenen Wassers in der Entnahmeleitung 3 und der Rücklaufleitung
5 erfaßt werden. Zu der Temperaturmeßeinrichtung 3.T,
5.T ist jeweils ein Ventil 3.V1, 5.V1 benachbart angeordnet,
welches vorzugsweise pneumatisch betrieben wird, wie auch weitere Ventile
3.V2, 5.V2.
Gemäß 3 ist der Pumpe
6 in der Entnahmeleitung 3 im Ansaugbereich eine Filtereinrichtung
7 vorgeschaltet. Die Anordnung der Filtereinrichtung 7 auf Pumpebene
hat den Vorteil, daß die Filtereinrichtung so leicht zugänglich ist, insbesondere
zum Austauschen und zum Warten.
Das aus dem Gewässer entnommene Wasser wird über die Entnahmeleitung
3 einem eingangsseitigen Durchlauf 8.E eines Wärmetauschers
8 zugeführt. Der eingangsseitige Durchlauf 8.E des Wärmetauschers
8 ist zum Austausch von Wärmeenergie mit einem ausgangsseitigen Durchlauf
8.A des Wärmetauschers 8 gekoppelt. Der ausgangsseitige Durchlauf
8.A des Wärmetauschers 8 ist seinerseits in Fließverbindung
mit einer Zirkulationsleitung 9, welche Bestandteil eines Zirkulationskreislaufes
ist. In der Zirkulationsleitung 9 sind ebenfalls Temperaturmeßeinrichtungen
9.T und Druckmeßeinrichtungen 9.P angeordnet, um Meßparameter
für ein die Zirkulationsleitung 9 durchströmendes Wärmetauschermedium
zu erfassen. Pneumatische Ventile 9.V dienen zum Öffnen und Schließen
der Zirkulationsleitung 9. Das Wärmetauschermedium wird in der Zirkulationsleitung
9 mit Hilfe einer Zirkulationspumpe 10 umgepumpt.
An die Zirkulationsleitung ist gemäß 3
weiterhin eine Füllstands-/Druckregelung angeschlossen. Ein Wassertank
15 wird mittels einer Füllpumpe 16 innerhalb eines minimalen/maximalen
Bereiches befüllt/nachgefüllt. Ein Rückschlagventil 17.V
im Einlauf verhindert bei Pumpenstillstand eine Tankentleerung in Richtung der Füllpumpe
16. Gleichzeitig wird die Wassermenge im Wassertank 15 mit 2bar
Druckluft beaufschlagt und stellt so einen gleichbleibenden Druck in der Zirkulationsleitung
9 (im Zirkulationskreislauf) sicher. Ein weiteres Rückschlagventil
18.V im Auslauf verhindert im Fehlerfall ein Zurückfließen aus
der Zirkulationsleitung 9 in den Wassertank 15.
4 zeigt eine schematische Darstellung eines anderen
Abschnitts der Klimatisierungsvorrichtung, welcher sich an den in 3
dargestellten weiteren Abschnitt der Klimatisierungsvorrichtung anschließt.
Die Zirkulationsleitung 9 des Zirkulationskreislaufes ist mit eingangsseitigen
Durchläufen 11.E, 12.E von zwei Wärmetauschern
11, 12 verbunden, so daß das Wärmetauschermedium zu
den eingangsseitigen Durchläufen 11.E, 12.E gelangen kann:
In den Wärmetauschern 11, 12 findet jeweils ein Wärmeenergieübertrag
zwischen dem Wärmetauschermedium aus der Zirkulationsleitung 9 sowie
einem weiteren Wärmetauschermedium statt, welches den jeweiligen ausgangsseitigen
Durchlauf 11.A, 12.A der Wärmetauscher 11,
12 durchströmt. Auf diese Weise können dann Endverbrauchereinrichtungen
13.EV in einem Bürogebäude 13 sowie Endverbrauchereinrichtungen
14.EV in einem Einfamilienhaus 14jeweils zum Heizen/Kühlen
genutzt werden, indem sie von dem weiteren Wärmetauschermedium durchströmt
werden.
Insbesondere kann das aus dem Gewässer entnommene Wasser in dem
Entnahmekreislauf (vgl. 2) zur Kühlung in dem
Bürogebäude 13 und dem Einfamilienhaus 14 genutzt werden,
indem aufgenommene Wärmeenergie aus den Endverbraucherkreisläufen in dem
Bürogebäude 13 und dem Einfamilienhaus 14 über
den Zirkulationskreislauf mit der Zirkulationsleitung 9 zu dem Wärmetauscher
8 übertragen wird, wo die übertragene Wärmeenergie von dem
entnommenen Wasser aufgenommen und das so erwärmte Wasser über die Rücklaufleitung
5 in das Gewässer zurückgeführt wird.
In dem Bürogebäude 13 können zentrale Klimatisierungseinheiten
eingesetzt werden, die mit kaltem Wasser gespeist werden und die Umluft heizen/kühlen.
In kleineren Einheiten, beispielsweise dem Einfamilienhaus
14, können Wasser/Wasser-Wärmetauscher genutzt werden, die dort
den Endverbraucherkreislauf 30 (vgl. 1) kühlen/heizen.
Die Wärmetauscher können je nach regionalem Bedarf so ausgeführt
sein, daß sie durch primäre Wassereinspeisung heizen/kühlen oder
nach Trennung von Ein- und Ausgangskreislauf mittels eines eingebauten Brenners
oder eines Elektroheizelementes den Endverbraucherkreislauf 30 erwärmt.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und der
Zeichnung offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch
in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen
Ausführungsformen von Bedeutung sein.
|
| Anspruch[de] |
Klimatisierungsvorrichtung zum Kühlen und/oder Heizen, insbesondere
zum Kühlen und / oder Heizen eines Wohn- oder eines Arbeitsraumes, mit:
a) einem Entnahmekreislauf (10), welcher
– eine zu einem eingangsseitigen Durchlauf (8.E) eines Wärmetauschers
(8; 50) führende Entnahmeleitung (3) mit einer in
einem Gewässer in einer Tiefe von wenigstens 50m, vorzugsweise von wenigstens
100m, weiter bevorzugt von wenigstens 1000m unterhalb einer Gewässeroberfläche
(2) angeordneten Ansaugöffnung (4),
– eine an die Entnahmeleitung (3) gekoppelte Pumpvorrichtung (6)
zum Entnehmen von Wasser aus dem Gewässer über die Entnahmeleitung (3)
sowie
– eine von dem Wärmetauscher (8; 50) zu dem Gewässer
zurückführende Rücklaufleitung (5) zum zumindest teilweisen
Rückführen des entnommenen Wassers umfaßt;
b) einem Zirkulationskreislauf (20), welcher eine mit einem ausgangsseitigen
Durchlauf (8.A) des Wärmetauschers (8; 50) und einem
eingangsseitigen Durchlauf (11.E; 12.E) eines weiteren Wärmetauschers
(11; 12; 60) jeweils verbundene Zirkulationsleitung (9)
umfaßt, in der ein Wärmetauschermedium zirkuliert; und
c) einem Endverbraucherkreislauf (30), welcher
– eine mit einem ausgangsseitigen Durchlauf (11.A; 12.A)
des weiteren Wärmetauschers (11; 12; 60) verbundene
Endverbraucherleitung, die von einem weiteren Wärmetauschermedium durchströmt
wird, und
– eine oder mehrere an die Endverbraucherleitung angeschlossene Endverbrauchereinrichtungen
(13.EV; 14.EV; 31; 32) umfaßt, über
die das weitere Wärmetauschermedium Wärmeenergie zum Kühlen aufnehmen
oder zum Heizen abgeben kann;
wobei sowohl der eingangsseitige Durchlauf und der ausgangsseitige Durchlauf (8.E,
8.A) in dem Wärmetauscher (8; 50) als auch der eingangsseitige
Durchlauf und der ausgangsseitige Durchlauf (11.E, 11.A;
12.E, 12.A) in dem weiteren Wärmetauscher (11;
12; 60) jeweils getrennt gebildet, aber wärmeenergieübertragend
gekoppelt sind.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpvorrichtung
(6) auf Höhe oder auf einem Höhenniveau oberhalb der Gewässeroberfläche
(2) angeordnet ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Pumpvorrichtung (6) auf einer Pumpenebene eine Filtervorrichtung (7)
vorgeschaltet ist.
Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahmeleitung (3) zur Ansaugöffnung
(4) hin trichterförmig erweitert ist.
Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Ansaugöffnung (4)
ein Schutzgitter angeordnet ist.
Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Auslaßöffnung der Rücklaufleitung
(5) in dem Gewässer in einer Tiefe von wenigstens 50m unterhalb der
Gewässeroberfläche (2) angeordnet ist.
Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ansaugöffnung (4) in einer Höhe
von wenigstens 20m oberhalb eines Gewässergrundes angeordnet ist.
Vorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahmeleitung (3) und/oder die Rücklaufleitung
(5) zumindest abschnittsweise mittels doppelwandigen isolierten Rohren
aus einem Kunststoffmaterial gebildet sind.
Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Zirkulationskreislauf eine das Wärmetauschermedium umpumpende
Zirkulationspumpe (15) angeordnet ist.
Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Entnahmekreislauf in der Entnahmeleitung (3) und/oder der
Rücklaufleitung (5) eine oder mehrere Parameter des entnommenen Wassers
erfassende Meßeinrichtungen aus der folgenden Gruppe von Meßeinrichtungen
angeordnet sind: Temperaturmeßeinrichtung (3.T; 5.T;
9.T), Druckmeßeinrichtung (3.P; 5.P; 9.P),
Füllstandsmeßeinrichtung und Durchflußmeßeinrichtung.
Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Zirkulationskreislauf in der Zirkulationsleitung
eine oder mehrere Parameter des Wärmetauschermediums erfassende Meßeinrichtungen
aus der folgenden Gruppe von Meßeinrichtungen angeordnet sind: Temperaturmeßeinrichtung
(3.T; 5.T; 9.T), Druckmeßeinrichtung (3.P;
5.P; 9.P) und Durchflußmeßeinrichtung.
Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pumpvorrichtung (6) in dem Entnahmekreislauf an eine Regeleinrichtung
gekoppelt ist, mit der in Abhängigkeit von der Wärmeenergieübertragung
in dem Wärmetauscher eine Pumpleistung der Pumpvorrichtung (6) regelbar
ist.
Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die an die Endverbraucherleitung angeschlossenen Endverbrauchereinrichtungen
(13.EV; 14.EV; 31; 32) eine oder mehrere Einrichtungen
aus der folgenden Gruppe von Einrichtungen umfassen: Heiz- und/oder Kühleinrichtung
für einen Raum in einem Gebäude, ein Schwimmbecken und eine Anlage.
Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der einen oder allen Endverbrauchereinrichtungen (13.EV;
14.EV; 31; 32) jeweils ein Energieverbrauchszähler
zugeordnet ist.
|
|
|