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Dokumentenidentifikation DE102006012711A1 20.09.2007
Titel Kaltgasgenerator
Anmelder Häge, Martin, 74357 Bönnigheim, DE
Erfinder Häge, Martin, 74357 Bönnigheim, DE
Vertreter Mammel & Maser, 71065 Sindelfingen
DE-Anmeldedatum 17.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006012711
Offenlegungstag 20.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.09.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/26(2006.01)A, F, I, 20060317, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Kaltgasgenerator mit einem mit Druckgas befüllbaren Druckbehälter (1), der an einem Ende einen geschlossenen Boden und am anderen Ende eine Behälteröffnung umfasst, wobei in die Behälteröffnung eine elektrisch ansteuerbare Verschlusseinrichtung einsetzbar ist, welche in einer Arbeitsposition bestromt ist und eine Austrittsöffnung der Verschlusseinrichtung öffnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gasgenerator gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es sind Kaltgasgeneratoren bekannt, die aus einem Druckbehälter bestehen, in dem das Kaltgas unter Druck gespeichert ist und einem Mundstück, durch das das Druckgas entweichen kann, wenn durch einen Öffnungsmechanismus die Ausströmöffnungen freigegeben werden.

Meist besteht dieser Öffnungsmechanismus aus einer Membran, die fest mit dem Gasdruckbehälter verbunden ist und dadurch eine zentrale Ausströmöffnung verschließt. Diese Membran wird meist durch einen Zündmechanismus oder eine geeignete Mechanik zerstört, wobei die Ausströmöffnung freigegeben wird.

Für diesen Zündmechanismus wird häufig Pyrotechnik eingesetzt. Sie erzeugt einen kurzzeitigen Hochdruck, der die Verschlussmembran zerstört, wie es in EP 1 561 649 A1, in EP 1 319 558 B1 oder in EP 1 424 246 A1 beschrieben ist. In EP 1 294 592 B1 wird eine mechanische Einrichtung beschrieben, die im Ruhezustand die Membran stützt und durch Einwirkung einer pyrotechnischen Ladung diese Stütze aufhebt, wodurch die Membran zerstört und die Öffnung freigegeben wird. Es kommt auch vor, dass die Verschlussmembran undefiniert zerstört werden könnte, wodurch die Ausströmöffnung blockiert wird. Um dies zu verhindern, werden oft aufwändige Konstruktionen eingesetzt.

Der Stand der Technik weist einige Schwierigkeiten auf. So wird immer eine komplexe Fertigungseinrichtung benötigt, die die Verschlussmembran mit dem Druckbehälter verbindet. Außerdem ist es erforderlich, die Auslöseeinrichtung selbst über eine komplexe Fertigungseinrichtung dicht mit dem Druckbehälter zu verbinden, um zu vermeiden, dass nach der Zündung das pyrotechnische Gas unkontrolliert entweicht. Die Befülleinrichtung ist sehr komplex ausgeführt, die oft die Einrichtung zum dichten Verschließen des Druckbehälters beinhalten muss. Ein großer Nachteil des technischen Standes ist, dass eine Funktionsprüfung und damit eine Qualitätskontrolle im Vorfeld nicht möglich ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Kaltgasgenerator, nachdem er Gas freigesetzt hat, nicht wiederverwendet werden kann oder erst nach einen komplexen Reparaturvorgang mit einer komplexen Befülleinrichtung wieder befüllt und anschließend wieder eingesetzt werden kann.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen Kaltgasgenerator zu schaffen, der im Vorfeld vor dem Einbau eine Funktionsprüfung der Öffnungsfunktion ermöglicht und ohne Zündung von pyrotechnischem Gas auskommt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den weiteren Ansprüchen angegeben.

Die erfindungsgemäße Ausgestaltung einer elektrisch ansteuerbaren Verschlusseinrichtung, welche in eine Behälteröffnung eines Druckbehälters einsetzbar ist, weist den Vorteil auf, dass die Schließposition und Arbeitsposition vor dem Einbau in einem Druckbehälter in einer Prüfeinrichtung überprüfbar ist. Dadurch wird sichergestellt, dass nur funktionstüchtige Verschlusseinrichtungen für einen Kaltgasgenerator eingesetzt werden. Darüber hinaus weist die elektrisch ansteuerbare Verschlusseinrichtung den Vorteil auf, dass durch eine Bestromung der Verschlusseinrichtung ein Arbeitszustand oder eine Arbeitsposition ansteuerbar ist, wodurch die Austrittsöffnung im Hinblick auf die ausströmbare oder befüllbare Menge eines Druckgases einstellbar ist. Dadurch kann zum einen im Bedarfsfall die Menge des auszuströmenden Gases angesteuert werden. Dies ermöglicht, dass beispielsweise eine diskontinuierliche oder intervallartige Ausströmung als auch eine zunehmende oder abnehmende Menge an ausströmendem Gas für den jeweiligen Anwendungsfall ansteuerbar ist. Darüber hinaus kann die Bestromung auch dadurch verwendet werden, damit eine zielgerichtete Befüllung beziehungsweise Wiederbefüllung möglich ist. Die in die Behälteröffnung des Druckbehälters einsetzbare Verschlusseinrichtung weist des Weiteren den Vorteil auf, dass diese wiederverwendbar und die einzelnen Komponenten recycelbar sind.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Verschlusseinrichtung einen Deckel aufweist, der mediendicht in die Behälteröffnung, insbesondere lösbar, einsetzbar ist. Dadurch kann ein einfacher Verschluss des Druckbehälters ermöglicht sein. Beispielsweise ist eine Verschraubung vorgesehen, welche dem aufgebrachten Druck in dem Druckbehälter stand hält und mediendicht schließt. Alternativ kann auch eine Verpressung oder Verschweißung als auch eine Umbördelung des Behälterrandes vorgesehen sein, um den Deckel sicher aufzunehmen.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Verschlusseinrichtung zwischen dem Deckel und einem Körper, vorzugsweise einem rotationssymmetrischen Körper, eine Austrittsöffnung für Druckgas umfasst, welche durch ein elektrisch ansteuerbares Dehnelement öffenbar ist, wobei bei Bestromung des Dehnelementes zwischen dem Deckel und dem Körper ein Spalt erzeugt wird. Dadurch kann eine kompakte Bauweise der Verschlusseinrichtung erzielt werden, welche in einem Druckbehälter vorgesehen ist. Darüber hinaus ist konstruktiv eine einfache Ausgestaltung geschaffen, die ebenso eine einfache und kostengünstige Fertigung sowie eine hohe Qualitätssicherung ermöglicht.

Das elektrisch ansteuerbare Dehnelement ist bevorzugt in dem rotationssymmetrischen Körper vorgesehen. Dadurch können einfache Kraftverhältnisse gegeben sein, um einen Öffnungsquerschnitt, bevorzugt im Zehntel-Millimeter-Bereich, zwischen dem rotationssymmetrischen Körper und dem Deckel anzusteuern.

Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass der rotationssymmetrische Körper durch ein unter Vorspannung angeordnetes Federelement mit einem Befestigungselement am Deckel in einer Schließstellung gehalten ist. Durch diese Anpresskraft wird eine Dichtheit der Austrittsöffnung in einer Ruheposition erzielt. Gleichzeitig kann sichergestellt werden, dass erst ab einem vorbestimmten Stellweg oder Arbeitshub des Dehnelementes ein Öffnen der Austrittsöffnung erzielbar ist.

Zur Erhöhung des Dichtungsdrucks und zur gleichzeitigen zentrischen Positionierung des rotationssymmetrischen Körpers zum Deckel ist bevorzugt vorgesehen, dass zwischen dem Deckel und einer daran anliegenden Stirnseite des rotationssymmetrischen Körpers eine kreisförmige Rippe mit einer daran angreifenden kreisförmigen Nut vorgesehen ist. Die Nut kann sowohl an dem Deckel als auch an der Stirnfläche des rotationssymmetrischen Körpers vorgesehen sein.

Des Weiteren kann bevorzugt zwischen einer Unterseite des Deckels und dem stirnseitigen Rand des rotationssymmetrischen beziehungsweise topfförmigen Körpers eine geeignete Dichtung aus nachgiebigem Material zur Abdichtung der Austrittsöffnung in einer Schließstellung der Verschlusseinrichtung eingelegt sein.

Bevorzugt ist zwischen einer Innenwand des Druckbehälters und der eingesetzten Verschlusseinrichtung ein Ringspalt vorgesehen, damit das Druckgas im Bedarfsfall durch die Austrittsöffnung nach außen strömen kann.

Zur einfachen Befüllung kann bevorzugt vorgesehen sein, dass eine Betätigungsvorrichtung ausgebildet ist, die mechanisch auf das Befestigungselement einwirkt, welches den rotationssymmetrischen Körper mediendicht zum Deckel fixiert, damit das Druckgas durch die Austrittsöffnung in den Druckbehälter einfüllbar ist.

Alternativ kann die Betätigungsvorrichtung während dem Befüllvorgang die Verschlusseinrichtung bestromen, wodurch das Dehnelement die Verschlusseinrichtung in einer geöffneten Position hält.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass an einem Außenumfang des Druckbehälters ein Aufnahmeelement vorgesehen ist, welches zur Positionierung eines Airbags, ein mit einem Druckmedium befüllbarer Gegenstand oder eine Befülleinrichtung vorgesehen ist.

Der vorbeschriebene Kaltgasgenerator kann durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der elektrisch ansteuerbaren Verschlusseinrichtung auf vielfältige Weise universell sowie mobil als auch stationär eingesetzt werden. Mobile Einsatzgebiete sind beispielsweise Airbags in Fahrzeugen oder auch in Bereichen, die wenig Platz zur Unterbringung aufweisen. In diesem Fall kann der Airbag selbst in diesem Bereich montiert werden und eine Zuführungsleitung zum entfernt untergebrachten Kaltgasgenerator aufweisen. Als rational nähere Einrichtungen kommen beispielsweise Verschlusssysteme in Frage, die in Notfällen bei Alarm sicherheitssensible Einrichtung in kurzer Zeit dauerhaft verschließen, um beispielsweise Werte zu schützen, Kontaminationen oder das Auslaufen und Eindringen von Wasser oder Flüssigkeiten zu verhindern. Diese erfindungsgemäße Verschlusseinrichtungen in Kaltgasgeneratoren können dann in der Regel nach Beendigung des Notfalles oder des Einsatzfalles durch autorisiertes Personal geöffnet und wieder in einen aktiven Zustand rückgesetzt werden.

Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen derselben werden im Folgenden anhand des in der Zeichnung dargestellten Beispiels näher beschrieben und erläutert. Die der Beschreibung und der Zeichnung zu entnehmenden Merkmale können einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt werden. Es zeigt:

1 eine schematische Schnittdarstellung eines Kaltgasgenerators mit einer erfindungsgemäßen Verschlusseinrichtung.

Die 1 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines Kaltgasgenerators mit einer erfindungsgemäßen Verschlusseinrichtung.

Ein Druckbehälter 1 ist am offenen Ende durch einen Deckel 3 verschlossen. Dies kann durch eine Verschweißung mit dem Druckkörper 1 oder auch durch eine dichte Verschraubung geschehen. Außerdem ist der äußere Rand des Druckkörpers 1 so gestaltet, dass entweder das Mundstück eines Airbags oder eine anwendungsspezifische Einrichtung dicht angesetzt werden und durch den Kaltgasgenerator befüllt werden kann. Zum Befüllen des Druckbehälters 1 ist es möglich, das Mundstück des Airbags, bzw. die angesetzte Einrichtung gegen eine Befülleinrichtung auszutauschen und an den Rand anzusetzen. Als einfache Lösung für die lösbare Befestigung eines Mundstückes bietet sich beispielsweise eine dichte Verschraubung an.

Der Deckel 3 dient außerdem als Halterung für die übrigen Komponenten der Verschlusseinrichtung des Kaltgasgenerators. Die gesamte Verschlusseinrichtung besteht damit aus dem Deckel 3 selbst, einem rotationssymmetrischen, vorzugsweise topfförmigen Körper 9, einem Stift 6 mit Kopf 7 und einem Dehnelement 13. Diese Verschlusseinrichtung kann vor der Endmontage einfach vorgefertigt werden und auf einfache Art in einer geeigneten Prüfeinrichtung geprüft werden, ohne dass der Druckbehälter 1 angesetzt sein muss, wodurch ein Höchstmass an Betriebssicherheit und Qualitätssicherung gewährleistet werden kann.

Der Deckel 3 weist Ausströmöffnungen 4 auf, durch die das Druckgas 2 ausströmen kann oder in den Druckbehälter 1 eingefüllt werden kann. In der Mitte des Deckels 3 ist eine abgesetzte Bohrung oder Stufenbohrung 5, durch die ein Stift 6 mit einem Kopf 7 nach innen ragt. Dieser Stift 6 könnte auch eine Schraube 6 sein. Am unteren Ende des Stiftes 6 ist ein rotationssymmetrischer Körper 9 befestigt, der hier beispielhaft als topfförmiger Körper 9 ausgebildet ist, dessen oberer Rand außerhalb der Austrittsöffnungen 4 des Deckels 3 gegen die Unterseite 11 des Deckels 3 gedrückt wird. Für den nötigen Dichtungsdruck sorgt ein Federelement 10, insbesondere eine Tellerfeder, das in der dargestellten Ausführungsform zwischen dem Deckel 3 und dem Kopf 7 des Stiftes 6 angeordnet ist. Dieser für die Dichtheit des verschlossenen Kaltgasgenerators benötigte Dichtungsdruck wird durch das Duckgas 2 selbst unterstützt, dessen Druck auf den Boden des topfförmigen Körpers 9 wirkt. Der topfförmige Körper 9 füllt nicht den ganzen Innendurchmesser des Druckbehälters aus, sondern lässt einen ringförmigen Bereich oder Ringspalt 17 frei, in dem sich ebenfalls das Druckgas 2 befindet. Es ist also keine besondere Passung zwischen dem topfförmigen Körper 9 und dem Druckbehälter 1 erforderlich, was die Fertigung und die Montage vereinfacht und gleichzeitig Reibung vermeidet. Der Deckel 3 könnte an seinem Rand vorteilhafterweise eine ringförmige Rippe 18 aufweisen, die gegen den Rand des topfförmigen Körpers 9 gedrückt wird und durch den dadurch höheren Dichtungsdruck gegenüber einer flächigen Anlage eine höhere Dichtigkeit gewährleistet. Weiterhin dient vorteilhafterweise eine am Rand des topfförmigen Körpers 9 vorhandene Nut 18', die mit der Rippe 18 korrespondiert, der Zentrierung des topfförmigen Körpers 9. Es ist auch denkbar, dass diese Rippe 18 am Rand des topfförmigen Körpers 9 und die Nut an der Unterseite 11 des Deckels 3 angebracht ist. Eine andere nicht dargestellte Möglichkeit wäre die Einlage eines Dichtelements aus einem nachgiebigen Material, wodurch eventuelle Unebenheiten zwischen Deckel 3 und topfförmigem Körper 9 ausgeglichen werden könnten und die Dichtsicherheit nochmals erhöht wird. Eine andere Möglichkeit der Zentrierung des topfförmigen Körpers wären beispielsweise nicht dargestellte kurze radiale Rippen am Außendurchmesser des topfförmigen Körpers 9, die den Zwischenraum zur Innenwand des Druckbehälters 1 überbrücken.

Innerhalb des topfförmigen Körpers 9 ist um den Stift 6 herum ein Dehnkörper 13 angeordnet, durch dessen zentrische Bohrung 14 die Schraube 6 gesteckt ist, die diesen damit zentriert und der die Höhe zwischen dem Boden 15 des topfförmigen Körpers 9 und der Unterseite 11 des Deckels 3 mit geringem Spiel ausfüllt. An der Oberseite ist der Dehnkörper 13 beispielsweise durch einen Stufenrand 16 so gestaltet, dass die Ausströmöffnungen 4 des Deckels 3 frei sind. Dieser Dehnkörper 13 ist durch den Deckel 3 hindurch über isolierte elektrische Leitungen 19 mit einer Stromversorgung verbunden. Über diese elektrische Verbindung kann der Dehnkörper 13 durch geeignete Bestromung in sehr kurzer Zeit zur Ausdehnung aktiviert werden. Der Dehnkörper 13 stützt sich bei Längsausdehnung zwischen der Unterseite 11 des Deckels 3 und dem Boden 15 des topfförmigen Körpers 9 ab. Dabei werden diese elektrischen Leitungen 19 beispielsweise mit einer nicht dargestellten geeigneten Kontaktierung am Deckel 3 verbunden, die mit entsprechenden Kontakten des angesetzten Mundstücks der anwendungsspezifischen Einrichtung oder der Befülleinrichtung korrespondiert, oder sie werden einfach über Steckverbinder mit der Stromversorgung dieser Einrichtungen verbunden. Da der topfförmige Körper 9 für die Abdichtung des Druckgases im Druckbehälter 1 sorgt, ist es nicht erforderlich, die elektrischen Leitungen 19 dicht durch den Deckel 3 zu führen, wodurch die Konstruktion zusätzlich vereinfacht wird. Der Dehnkörper 13 kann beispielsweise als viellagiges piezoelektrisches Element gestaltet sein. Andere thermische Dehnkörper 13 oder Materialien mit Memory-Effekt können durch hohe Ströme kurzzeitig stark erhitzt werden, um die gewünschte Längenausdehnung zu erzielen.

Wird nun der Dehnkörper 13 bestromt, hebt er den topfförmigen Körper 9 gegen den Gasdruck und das Federelement 10 vom Deckel 3 ab, so dass sich zwischen der Unterseite 11 des Deckels 3 und dem Rand des topfförmigen Körpers 9 ein kleiner Spalt in einer Größenordnung 1/100 bis 1 mm, insbesondere circa 1/10 Millimeter, bildet. Dieser Spalt stellt eine Verbindung zwischen den Ausströmöffnungen 4 des Deckels 3 und dem Ringspalt 17 zwischen dem topfförmigen Körper 9 und dem Innendurchmesser des Druckbehälters 1 her, so dass das Druckgas 2 entweichen kann. Die Höhe des Spaltes und der Durchmesser des Überströmrandes des topfförmigen Körpers 9 ergeben den Durchströmquerschnitt für das ausströmende Druckgas 2. Daraus ergeben sich eine Fülle von Einstellmöglichkeiten, indem abhängig von der Anwendung durch die Auswahl des Durchmessers des topfförmigen Körpers 9 und der Höhe des Spaltes sowie die Größe der Ausströmöffnungen 4 die Ausströmzeit des Druckgases festgelegt werden kann.

Nachdem das Druckgas ausgeströmt ist und die Bestromung des Dehnkörpers 13 beendet ist, bzw. der Dehnkörper 13 abgekühlt ist und sich wieder zusammengezogen hat, kehrt der topfförmige Körper 9 durch die Kraft des Federelements 10 wieder in seine Ausgangslage zurück. Prinzipiell ist damit der Kaltgasgenerator wieder bereit, befüllt zu werden. Hierzu wird das Mundstück des Airbags oder der anwendungsspezifischen Einrichtung von dem Kaltgasgenerator entfernt und gegen eine Befülleinrichtung ausgetauscht. Das erfordert keine besondere Fertigungseinrichtung, so dass diese Befüllung prinzipiell am Ort der Einrichtung durchgeführt werden kann.

Für die Befüllung bieten sich prinzipiell zwei verschiedene Möglichkeiten an. Nachdem das Mundstück der Befülleinrichtung dicht an den Kaltgasgenerator angesetzt ist, kann beispielsweise der Druckbehälter 1 mechanisch geöffnet werden, indem einfach über den Stift 6 der topfförmige Körper 9 gegen das Federelement 10 nach unten gedrückt wird, wodurch sich der Spalt zwischen der Unterseite 11 des Deckels 3 und dem Rand des topfförmigem Körpers 9 öffnet. Eine andere Möglichkeit ist, den Dehnkörper 13 zu bestromen, der dann ebenfalls den Spalt öffnet. Nachdem der Druckbehälter 1 auf eine der beschriebenen Arten geöffnet ist, kann durch Öffnen eines Ventils der Befülleinrichtung das Druckgas 2 eingefüllt werden.

Für die Befüllung können je nach Anwendung und Einsatzort verschiedene Einrichtungen verwendet werden. Die Befüllung ist beispielsweise durch eine mit Druckgas 2 gefüllte Kartusche möglich, die lagermäßig beim Anwender des Kaltgasgenerators verfügbar ist und in eine geeignete Halterung eingesetzt wird, die mit dem Mundstück des Kaltgasgenerators verbunden wird. Nachteilig ist dabei in der Regel, dass die Kartusche nur einmal zu verwenden ist. Eine andere Möglichkeit wäre die Befüllung über eine Hochdruckpumpe. Dies erfordert allerdings, dass dieselbe und das benötigte Gas in geeigneter Form beim Anwender verfügbar ist oder dass der Kaltgasgenerator von der anwendungsspezifischen Einrichtung entfernt wird, damit er bei einem Unternehmen befüllt werden kann, das über die geeignete Einrichtung verfügt.

Es ist auch denkbar, dass die Befülleinrichtung mit einer genau definierten Menge Flüssiggas gefüllt ist, das drucklos per Schwerkraft in den Kaltgasgenerator fließt, dort durch die natürliche Erwärmung den Aggregatzustand ändert und damit den geforderten Gasdruck aufbaut. Nachteilig ist wie bei allen kryogenen Gasen, dass die Handhabung wegen der in der Regel sehr niedrigen Temperaturen besondere Kenntnisse erfordert, wenn beispielsweise Vereisung durch Luftfeuchtigkeit verhindert werden soll, dass die Befülleinrichtung gut isoliert sein muss, damit genügend Transportzeit vom Flüssiggashersteller bis zum Anwender zur Verfügung steht. Damit steht die Befülleinrichtung auch nicht lagermäßig beim Anwender zur Verfügung. Auch erfordert die Befüllung eine definierte Stellung des Kaltgasgenerators und eine vorherige Evakuierung desselben, um eine Vermischung des Kaltgases mit Luft zu verhindern.

Eine besonders einfache Ausführung bietet sich an, wenn die Befülleinrichtung auf ähnliche Art gestaltet ist, wie der Kaltgasgenerator selbst. Dann wird die Befülleinrichtung gleichzeitig mit dem Kaltgasgenerator durch Bestromung der Dehnkörper 13 oder mechanische Betätigung der federbelasteten Stifte 6 geöffnet, so dass sich zwischen der Befülleinrichtung und dem Kaltgasgenerator ein Druckgleichgewicht einstellt, das dem geforderten Nenndruck des Kaltgasgenerators entspricht, bevor Befülleinrichtung und Kaltgasgenerator wieder verschlossen werden. Eine solche Befülleinrichtung kann lagermäßig beim Anwender verfügbar sein. Diese Art der Befüllung hat auch den Kostenvorteil der Wiederverwendbarkeit der Befülleinrichtung, nachdem sie beim Hersteller neu befüllt wurde. Auch kann eine solche Befülleinrichtung ein Vielfaches der für den Kaltgas benötigten Gasmenge beinhalten, so dass mit einer einzigen Befülleinrichtung mehrere Kaltgasgeneratoren befüllt werden können. Dies ist vor allem dann sehr vorteilhaft, wenn beispielsweise ein Verschlusssystem mehrere solcher Kaltgasgeneratoren aktiviert hat.

Alle vorbeschriebenen Merkmale sind jeweils für sich erfindungswesentlich und können beliebig miteinander kombiniert werden.


Anspruch[de]
Kaltgasgenerator mit einem mit Druckgas befüllbaren Druckbehälter (1), der an einem Ende einen geschlossenen Boden und am anderen Ende eine Behälteröffnung umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass in die Behälteröffnung eine elektrisch ansteuerbare Verschlusseinrichtung einsetzbar ist, welche in einer Arbeitsposition bestromt ist und eine Austrittsöffnung der Verschlusseinrichtung öffnet. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusseinrichtung einen Deckel (3) aufweist, der mediendicht in die Behälteröffnung, insbesondere lösbar, anbringbar ist. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusseinrichtung zwischen einem Deckel (3) und einem Körper (9), vorzugsweise rotationssymmetrischen Körper (9), eine Austrittsöffnung für Druckgas aufweist, welche durch ein elektrisch ansteuerbares Dehnelement (13) öffenbar ist, indem zwischen dem Deckel (3) und dem Körper (9) durch das Dehnelement (13) ein Spalt erzeugt wird. Kaltgasgenerator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dehnelement (13) in dem Körper (9), der vorzugsweise topfförmig ausgebildet ist, vorgesehen ist. Kaltgasgenerator nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (9) durch ein unter Vorspannung angeordnetes Federelement (10) mit einem Befestigungselement (6) am Deckel (3) in einer Schließstellung gehalten ist. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (3) an seiner Unterseite (11) eine kreisförmige Rippe (18) aufweist, die mit einer ebenfalls kreisförmigen Nut (18') am Rand des topfförmigen Körpers (9) korrespondiert, wobei insbesondere die Tiefe der Nut (18') etwas geringer ist als die Höhe der Rippe (18). Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Unterseite (11) des Deckels (3) und dem Rand des topfförmigen Körpers (9) eine geeignete Dichtung aus einem nachgiebigen Material zur Abdichtung der Austrittsöffnung in einer Schließstellung der Verschlusseinrichtung eingelegt ist. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen dem topfförmigen Körper (9) und der Innenwand des Druckbehälters (1) ein Ringspalt (17) befindet. Kaltgasgenerator nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Ringspalt (17) zwischen dem topfförmigen Körper (9) und der Innenwand des Druckbehälters (1) Längsrippen vorgesehen sind, durch die der topfförmige Körper (9) zentriert gehalten ist, wobei insbesondere die Längsrippen am topfförmigen Körper (9) mit geringem Spiel angreifen. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stift (6) mit einem Kopf (7), vorzugsweise eine Schraube, vorgesehen ist, die mit dem topfförmigen Körper (9), insbesondere durch ein Sackgewinde (8), verbunden ist und ein Dehnelement (13) aufnimmt. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stift (6) fest mit dem topfförmigen Körper (9) verbunden ist oder ein einstückiges Bestandteil desselben ist und der Kopf (7) als Mutter ausgebildet ist, die auf ein Gewinde am Ende des Stiftes (6) geschraubt ist. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Dehnelement (13) angeordnete, isolierte elektrische Leitungen (19) durch den Deckel (3) nach außen geführt sind. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusseinrichtung durch eine Betätigungsvorrichtung, die mechanisch über Druck auf den Kopf (7) des Stiftes (6) einwirkt oder das Dehnelement (13) bestromt, öffenbar ist. Kaltgasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Druckbehälter (1) ein Airbag oder eine anwendungsspezifische Einrichtung sowie eine Befülleinrichtung an der dichten Befestigungsmöglichkeit (20) mediendicht anbringbar ist.






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