Gebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektronische Waage mit einem
integrierten Computer, der umfasst:
- – eine Anzeige zur Präsentation von Informationen für einen
Benutzer,
- – eine Eingabeeinheit zur Eingabe von Auswahldaten durch den Benutzer,
- – einen Speicher zum Speichern einer Mehrzahl von aktivierbaren Profilen
als Sätze von Parameterwerten zur Zuweisung an entsprechende Sätze von
Parametern,
- – eine Datenverarbeitungseinheit zur Ansteuerung der Anzeige, der Eingabeeinheit
und des Speichers sowie zur von dem aktuell aktivierten Profil abhängigen Erfassung
und Verarbeitung von Messwerten, die während einer Abarbeitung einer Wägeaufgabe
durch den Benutzer erzeugt werden.
Die Erfindung bezieht sich weiter auf ein Verfahren zum Betrieb einer
derartigen elektronischen Waage.
Stand der Technik
Aus der DE 91 07 751 U1
ist eine gattungsgemäße Waage bekannt. Bei modernen, elektronischen Waagen
ist die Durchführung vielstufiger und zum Teil sehr komplexer Wägeaufgaben
möglich. Je nach durchzuführender Wägeaufgabe müssen bei der
Waage eine Vielzahl unterschiedlicher Parameter gesetzt, d.h. mit konkreten Parameterwerten
belegt werden. Weitere Parametereinstellungen können in Abhängigkeit von
dem Aufstellungsort der Waage, der Person des Benutzers oder ähnlichen Kriterien
erforderlich sein. Um Fehler bei der Parametereinstellung zu vermeiden und die zur
Einstellung erforderliche Zeit zu reduzieren, ist es bekannt, Sätze von Parameterwerten
als so genannte Profile in einem Speicher der Waage zu hinterlegen und je nach Anwendungsfall
das zutreffende Profil zu aktivieren. Mit der Aktivierung eines Profils werden die
in dem Profil gespeicherten Parameterwerte den entsprechenden Waagenparametern zugewiesen,
d.h. die Waage wird entsprechend dem Profil eingestellt. Jedes Profil ist mit einer
Kennung belegt, über die es identifiziert und ohne großen Zeitaufwand
aufgerufen und aktiviert werden kann. Die Aufrufbarkeit eines konkreten Profils
kann bei Bedarf von einer Berechtigungsprüfung des aufrufenden Benutzers abhängig
gemacht werden.
Nach Aufruf eines Profils kann der Benutzer eine Wägeaufgabe
durchführen, wobei er sich möglichst genau an ein vorgegebenes Protokoll
halten sollte, dessen Schritte nacheinander abgearbeitet werden. Derartige Protokolle
können das Ergebnis umfangreicher Tests zur Ermittlung des optimalen Verfahrensablaufs
sein oder sie können aus gesetzlichen oder sonstigen Normen resultieren. Die
abzuarbeitenden Schritte sind dabei regelmäßig in einem der Waage zugeordneten
Handbuch hinterlegt, das vom Benutzer jeweils zu Rate zu ziehen ist.
Trotz der wesentlichen Vereinfachung, die eine gattungsgemäße
Waage aufgrund der Definition von Profilen und der daraus resultierenden Reproduzierbarkeit
der Waageneinstellungen bietet, sind die Resultate, die mit dem bekannten System
erzielbar sind, in hohem Maße abhängig von der Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit
und technischen Qualifikation seiner Benutzer. Insbesondere wirken sich Unaufmerksamkeit
oder Fehlverständnis des Benutzers bei der Erstellung der Profile und der Abarbeitung
des Wägeprotokolls auf die Qualität der erzielten Resultate aus. Eine
derartige Abhängigkeit von der Person des Benutzers oder seiner momentanen
Verfassung ist jedoch in vielen Fällen nicht tragbar. Gleichzeitig steigt die
Gefahr der Fehlbedienung mit den ständig komplexer werdenden Geräte- und
Protokollentwicklungen. In der Praxis ist das Ergebnis häufig, dass die Möglichkeiten
moderner Waagen zugunsten der Bedienungssicherheit nicht ausgeschöpft werden
und auch hochkomplexe Geräte in der Regel nur in einem sehr grundlegenden Modus
verwendet werden.
Aufgabenstellung
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine gattungsgemäße
Waage und deren Bedienung derart weiter zu entwickeln, dass die Benutzerabhängigkeit
der Qualität der Messergebnisse reduziert wird.
Darstellung der Erfindung
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1 bzw. Anspruch 9 dadurch gelöst, dass zur Erfassung eines Profils
der Benutzer in einer Mehrzahl aufeinander folgender Schritte jeweils zur Auswahl
einer von mehreren von der Anzeige präsentierten Optionen aufgefordert wird,
wobei die Zusammenstellung der in einem Schritt präsentierten Optionen von
der im vorangehenden Schritt getroffenen Auswahl abhängt, und bei Abarbeitung
der Wägeaufgabe vom Benutzer in einer Mehrzahl aufeinander folgender Schritte
jeweils die Durchführung einer von der Anzeige präsentierten Handlung
angefordert wird, wobei eine Anforderung ihrer Art nach von dem aktuell aktivierten
Profil abhängt und nur dann erfolgt, wenn die im vorangehenden Schritt angeforderte
Handlung als durchgeführt bestätigt ist.
Es ist die Grundidee der vorliegenden Erfindung, einen ausgewogenen
Kompromiss zu finden zwischen den Zielen, einerseits die Entscheidungsfreiheit
des Benutzers zur zuverlässigen Vermeidung von Fehlern soweit wie möglich
einzuschränken, und andererseits die zur Ausnutzung aller von der Waage bereitgestellten
Möglichkeiten erforderliche Entscheidungsfreiheit zu gewähren. Die Erfindung
setzt hierzu an zwei miteinander im Zusammenhang stehenden Ansatzpunkten an. Der
erste Ansatzpunkt ist die Erfassung eines Profils; der zweite Ansatzpunkt ist die
tatsächliche Abarbeitung einer Wägeaufgabe in Abhängigkeit von dem
eingestellten Profil.
Die erfindungsgemäße Profileinstellung ist geleitet vom
Gedanken der Redundanzvermeidung. Der Benutzer bekommt bei der Eingabe eines Profils
zunächst eine Mehrzahl von Optionen präsentiert und wird zu einer Auswahl
aufgefordert. Im ersten Schritt der Profilerfassung könnten sich die auswählbaren
Optionen beispielsweise auf die grundsätzliche Art der gewünschten Wägeaufgabe
beziehen. In der Regel erfordern unterschiedliche Wägeaufgaben nicht nur unterschiedliche
Parameterwerte, sondern häufig auch unterschiedliche Parameter selbst. Dies
bedeutet, dass bestimmte Parameter für einige Wägeaufgaben von Bedeutung
sind, während sie für andere Wägeaufgaben völlig irrelevant
sind. Eine Abfrage solch irrelevanter Parameter ist nicht erforderlich und würde
im Gegenteil nur die Geduld und Sorgfalt des Benutzers unnötig belasten. In
dem jeweils zu erfassenden Profil können die entsprechenden Parameterwerte
undefiniert bleiben oder automatisch mit geeigneten Vorgabewerten besetzt werden.
Andererseits gibt es auch Parameter, die für bestimmte Wägeaufgaben nicht
nur relevant sind, sondern für die auch im Zusammenhang mit dieser Wägeaufgabe
nur bestimmte, eindeutige Werte sinnvoll sind. Auch solche Parameter müssen
nicht gesondert abgefragt werden, sondern die entsprechenden Parameterwerte können
von dem System automatisch in dem zu erfassenden Profil hinterlegt werden.
Nach diesem Prinzip können nacheinander alle zur vollständigen
Waageneinstellung erforderlichen Themenbereiche abgearbeitet werden, wobei dem Benutzer
jeweils mehrere Optionen zur Auswahl angeboten werden. Jede konkrete Auswahl führt
zum Setzen eines oder mehrerer Parameterwerte in dem zu erfassenden Profil, wobei
gleichzeitig festgelegt wird, dass die bereits gesetzten Parameterwerte keiner Wahlmöglichkeit
des Benutzers mehr unterworfen werden. Bei sinnfälliger Wahl der vom Fachmann
in Ansehung des Einzelfalls zu entwerfenden Abfragehierarchie kann so die Anzahl
der vom Benutzer durchzuführenden Frage-/Antwortschritte minimiert und eine
Fehlprogrammierung des Profils ausgeschlossen werden. Dies ist gerade im Bereich
der Profilerstellung besonders wichtig, da diese in der Regel nur sehr selten erfolgt
und üblicherweise keiner späteren Überprüfung mehr unterworfen
wird. Ein fehlerhaftes Profil beeinträchtigt daher nachhaltig den Betrieb der
Waage.
Der zweite Ansatzpunkt der vorliegenden Erfindung liegt bei der profilabhängigen
Abarbeitung der Wägeaufgaben. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass
die einzelnen Schritte eines Wägeprotokolls in der Speichervorrichtung der
Waage als Profil oder Teil eines Profils hinterlegt sind und der jeweils nächste
Abarbeitungsschritt dem Benutzer vorzugsweise als Klartext angezeigt wird. Um sicherzustellen,
dass eine solche Aufforderung zur Durchführung eines Schrittes vom Benutzer
nicht einfach ignoriert wird, wird erfindungsgemäß der nächste abzuarbeitende
Schritt erst dann angezeigt, wenn der ihm vorangehende Schritt als abgearbeitet
bestätigt ist. Eine derartige Bestätigung kann auf unterschiedliche Weise
erfolgen. Beispielsweise kann der Benutzer durch manuelle Eingabe, z.B. Drücken
eines Bestätigungsknopfes, die Bestätigung manuell vornehmen. Soweit möglich,
ist es jedoch bevorzugt, dass die Bestätigung automatisch erfolgt, indem die
Datenverarbeitungseinheit einen bestätigenden Messwert von einem Sensor erfasst,
der in der Lage ist, die erfolgreiche Abarbeitung des aktuellen Schrittes zu erfassen.
Beispielsweise kann der Benutzer zum Schließen eines Windschutzes aufgefordert
werden, was von einem entsprechenden Mikroschalter kontrolliert und an die Datenverarbeitungseinheit
weitergegeben werden kann. Ein anderes Beispiel wäre eine Aufforderung, eine
bestimmte Zeitspanne zu warten, was durch einen Zeitsensor überprüft werden
kann und keiner besonderen Bestätigung durch den Benutzer bedarf. Die Registrierung
der Bestätigung in der Steuereinheit kann vorteilhafter Weise dem Benutzer
optisch und/oder akustisch angezeigt werden.
Die Kombination der erfindungsgemäßen Merkmale führt
erstmals dazu, dass sämtliche von einer modernen Waage zur Verfügung gestellten
Möglichkeiten auch in der Praxis optimal nutzbar sind. So können auf einfache
Weise eine Vielzahl von für den Einzelfall optimierter Profile hinterlegt werden,
die sich auf die konkrete Abarbeitung von Messprotokollen auswirken können.
Es ist jedoch nicht erforderlich, separat eine große Anzahl von Messprotokollen,
die sich möglicherweise nur geringfügig, z.B. in der Dauer von Wartezeiten,
unterscheiden, beispielsweise in einem Handbuch zu hinterlegen, was neben dem Problem
der richtigen Auswahl des im konkreten Fall korrekten Messprotokolls auch die Schwierigkeit
der Zuverlässigkeit der Abarbeitung birgt. Vielmehr werden die Messprotokolle
nach Vorgabe der Profile von der Datenverarbeitungseinheit erzeugt und der Benutzer
nur noch mit Aufforderungen zur Durchführung ganz konkreter Schritte konfrontiert,
wobei diese Anforderungen sich stets auf einzelne jeweils aktuelle Schritte beziehen.
Wie erwähnt erfolgt die Präsentation der jeweils angeforderten
Handlung in einer Klartextdarstellung, wobei die Darstellung über
eine Anzeige erfolgt, die vorzugsweise eine optische, akustische und/oder taktile
Informationspräsentationseinheit umfasst. D.h. der Begriff "Anzeige" ist hier
weit zu verstehen. So kann die an den Benutzer gerichtete Aufforderung beispielsweise
in einer auf einem Bildschirm ausgegebenen Textzeile bestehen und/oder von einem
Sprachgenerator über einen Lautsprecher ausgegeben werden. Auch sind unterschiedliche
Anzeigeformen zur Darstellung unterschiedlicher Dringlichkeitsstufen denkbar. So
kann einer Textanzeige beispielsweise ein Warnton folgen, wenn die erwartete Bestätigung
nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne erfolgt.
Auch der hier verwendete Begriff des "Anforderns" einer Handlung,
das erfindungsgemäß schrittweise erfolgt, ist weit zu verstehen und heißt
nicht notwendig, dass nachfolgende Schritte solange vor dem Benutzer geheim gehalten
werden, bis sie aktuell werden. Vielmehr ist denkbar, dass der Benutzer z.B. auf
einer Textanzeige eine Anzahl künftig aktuell werdender Schritte angezeigt
bekommt, wobei das "Anfordern" der gerade aktuellen Handlung z.B. durch optische
Hervorhebung eines Schrittes durch Sprachausgabe der entsprechenden Textzeile oder
auf andere Weise erfolgt.
Obgleich die vorliegende Erfindung eine Fehlbedienung nahezu unmöglich
macht, kann es – etwa zur Vermeidung von Sabotage – günstig sein,
die Benutzung von einer Prüfung einer Berechtigungsstufe des Benutzers abhängig
zu machen. Dies betrifft vor allem den besonders sensiblen Bereich der Profilerfassung.
Die Prüfung der Berechtigungsstufe des Benutzers kann beispielsweise durch
Eingabe eines Benutzercodes oder durch automatische Erkennung, beispielsweise durch
Einlesen einer Chipkarte oder einer Transponderinformation, erfolgen. Wegen der
besonderen Sensibilität des Profilerfassungsbereiches kann es günstig
sein, wenn die zur Durchführung einer Profilerfassung berechtigende Berechtigungsstufe
verschieden ist von einer einen Benutzer zur Abarbeitung einer Wägeaufgabe
berechtigenden Berechtigungsstufe. So ist es beispielsweise möglich, die Profilerfassung
nur technisch hochqualifizierten Benutzern, die sich eigens identifizieren müssen,
vorzubehalten, während die Abarbeitung von Wägeaufgaben auch weniger qualifiziertem
Personal überlassen werden kann, das sich je nach Vorgabe des Waagenbetreibers
nicht oder mit einer geringeren Berechtigungsstufe zu identifizieren hat.
Man beachte, dass die hier benutzte Formulierung "Profil" nichts über
die konkrete Struktur eines solchen Profils aussagt. So kann ein Profil beispielsweise
ein Parameterwertesatz sein, der für jeden vorhandenen Waagenparameter einen
Wert enthält. Es ist jedoch auch eine Profilstruktur denkbar, bei der ein Profil
nur Werte für eine Teilmenge von Waagenparametern aufweist und bei Durchführung
einer Wägeaufgabe mehrere, einander nicht überlappende Profile aktiviert
werden. Beispielsweise können Aufgabenprofile, Geräteprofile und Benutzerprofile
separat hinterlegt werden, wobei es denkbar ist, dass zur Erfassung bzw. Programmierung
unterschiedlicher Profilarten unterschiedliche Berechtigungsstufen erforderlich
sind. So könnten beispielsweise Benutzerprofile, die individuelle, ergonomische
Parameter enthalten, vom Messpersonal selbst programmierbar sein, während Profile,
die Werte für Ablaufparameter der Wägeaufgaben oder Werte für Parameter
mit Bezug auf Peripheriegeräte etc. enthalten, Personen mit höherer Berechtigungsstufe
vorbehalten sind.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
speziellen Beschreibung und der Zeichnung.
Es zeigt:
1: ein vereinfachtes Schema der erfindungsgemäßen
Struktur.
1 zeigt stark vereinfacht ein Schema der Struktur,
die der erfindungsgemäßen Waage und dem erfindungsgemäßen Verfahren
zugrunde liegt. Mit Hilfe der Anzeige einer in 1 nicht
dargestellten Waage wird einem Benutzer bei der Erstellung eines Profils P zunächst
eine erste Frage Q1 gestellt. Diese Frage Q1 kann sich beispielsweise auf die Wägeaufgabe
beziehen, für die das Profil P erstellt werden soll. Gleichzeitig mit oder
im Anschluss an die Frage Q1 werden dem Benutzer mehrere Optionen A1, A2 und A3
zur Auswahl angeboten. Das Angebot kann beispielsweise in der Darstellung der optionalen
Antworten A1, A2 und A3 als Klartextzeilen einer Bildschirmanzeige erfolgen, wobei
der Benutzer beispielsweise durch eine oder mehrere Eingabeelemente, z.B. virtuelle
oder reale Navigationstasten, Knöpfe, Scrollbars o.ä. der Waage eine der
Antworten A1, A2 und A3 auswählen kann.
Die Auswahl einer der Antworten A1, A2 oder A3 hat zwei Konsequenzen.
Einerseits werden in dem Profil P ein oder mehrere Parameterwerte p gesetzt, die
sich aus der ausgewählten Antwort ergeben. Dies sind zum einen solche Parameterwerte,
die Parameter betreffen, welche für die beabsichtigte Wägeaufgabe relevant
sind. Für solche Parameter werden sinnvoll vorgegebene oder vom Benutzer ausdrücklich
genannte Parameterwerte gesetzt. Andererseits können auch solche Parameter
betroffen sind, die für die beabsichtigte Wägeaufgabe keine Rolle spielen.
Als entsprechende Parameterwerte werden daher irgendwelche Vorgabewerte in das Profil
P eingesetzt oder der entsprechende Eintrag offen, z.B. undefiniert gelassen.
Die zweite Konsequenz aus der Auswahl einer Antwort ist die automatische
Bestimmung einer nächsten Frage an den Benutzer. Diese ist abhängig von
der zuvor gewählten Antwort, da auch ihre Beantwortung einen oder mehrere Parameterwerte
p im Profil P setzt, es jedoch, wie zuvor erläutert, von der zuvor gewählten
Antwort abhängt, welche Parameterwerte noch gesetzt werden müssen bzw.
schon gesetzt sind.
Bei der dargestellten Ausführungsform werden dem Benutzer auf
die Frage Q1 die Antworten A1, A2 und A3 angeboten, wobei bei Auswahl der Antwort
A1 die Parameterwerte p1, p2, p3, p4 u.a. gesetzt werden, bei Auswahl der Antwort
A2 die Parameterwerte p3, p4, p5, p6 u.a. gesetzt werden und bei Auswahl der Antwort
A3 die Parameterwerte p5, p6, p7, p8 u.a. gesetzt werden. Das illustrierte Beispiel
ist so gewählt, dass die Teilmengen derjenigen Parameterwerte, die als Folge
der gewählten Antworten gesetzt werden, einander teilweise überlappen.
ES sind jedoch auch eine vollständige Überlappung sowie eine vollständige
Trennung denkbar. Je nach gewählter Antwort und somit je nach den im ersten
Schritt gesetzten Parameterwerten müssen die nachfolgenden Fragen so gewählt
werden, dass die noch nicht gesetzten Parameter möglichst schnell, d.h. im
möglichst wenigen Frage/Antwort-Schritten, gesetzt werden und bereits gesetzte
Parameter nicht mehr verändert werden. Entsprechend folgt bei dem illustrierten
Beispiel auf die Auswahl der Antwort A1 die nächste Frage Q2, auf die Auswahl
der Antwort A2 jedoch die nächste Frage Q3 und auf die Auswahl der Antwort
A3 die nächste Frage Q4. Im gezeigten Beispiel werden die Fragen Q2, Q3 oder
Q4 jeweils mit drei Antwortoptionen angeboten, nämlich den Antwortoptionen
A4, A5 und A6 für die Frage Q2, den Antwortoptionen A7, A8 und A9 für
die Frage Q3 und den Antwortoptionen A10, A11 und A12 für die Frage Q4. Die
Auswahl jeder dieser Antworten A4 bis A12 führt wiederum zum Setzen jeweils
eines oder mehrerer Parameter und zur Bestimmung der nachfolgenden Frage. Der Übersichtlichkeit
halber wird die Illustration des Schemas hier abgebrochen, wobei der Fachmann jedoch
den weiteren Verlauf leicht extrapolieren kann.
Im Ergebnis führt diese Frage/Antwort-Kaskade zu einem vollständigen
Parameterwertesatz, der als ein Profil abgespeichert werden kann. Im gezeigten Beispiel
ergibt sich ein Profil P1, das neben anderen Profilen P2, P3, P4 abgespeichert wird.
Die weiteren Profile P2, P3 und P4 sind auf analoge Weise zu der Erstellung von
P1 erstellt worden, wobei jedoch an irgendeiner Stelle eine andere Antwortoption
auf eine Frage gewählt wurde, sodass ein Profil mit anderen Parameterwerten
als in P1 entstanden ist.
Bei der weiteren Verwendung der Waage durch denselben oder einen anderen
Benutzer wird eines der gespeicherten Profile aktiviert. In 1
ist dies das Profil P2, was durch die Hinzufügung eines "*" symbolisiert ist.
Durch die Aktivierung des Profils P2 wird zur Durchführung der
Wägeaufgabe automatisch ein auf den Parameterwerten des Profils P2 basierendes
Wägeprotokoll MP erstellt. Das Wägeprotokoll MP umfasst eine Mehrzahl
von Anweisungsschritten S1 bis Sm, die zur Durchführung einer korrekten Wägung
vom Benutzer sukzessive abzuarbeiten sind.
Hierzu wird jeder der Schritte S1–Sm dem Benutzer auf einer
Anzeige präsentiert und er wird zur Durchführung der entsprechenden Handlung
aufgefordert. Nach Durchführung der angeforderten Handlung wird deren Vollendung
bestätigt, was in 1 mit dem Kürzel ACK symbolisiert
ist. Dies bedeutet, dass zunächst der Handlungsschritt S1 angefordert, vom
Benutzer durchgeführt und als ACK1 bestätigt wird. Erst dann wird der
Benutzer zur Durchführung des nächsten Schrittes S2 aufgefordert, was
nach Vollendung der angeforderten Handlung mit ACK2 bestätigt wird. Dieser
abwechselnde Prozess von Handlungsaufforderung, Handlungsdurchführung und Handlungsbestätigung
erfolgt solange, bis der letzte Schritt Sm mit ACKm bestätigt wird.
Die Bestätigungen ACK1 bis ACKm können z.B. durch Betätigung
eines realen oder virtuellen Bestätigungselementes durch den Benutzer und/oder
automatisch auf Basis einer Sensorerfassung der Durchführung der einzelnen
Schritte erfolgen, wobei der Sensor vorzugsweise ohne Zwischenschaltung des Benutzers
mit der Steuereinheit kommuniziert.
Natürlich stellt die in der speziellen Beschreibung diskutierte
und in 1 dargestellte Ausführungsform nur ein
illustratives Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung dar. Keinesfalls
ist die Erfindung auf die in der Figur dargestellten Anzahlen von Fragen, Antwortoptionen,
Parameterwerten und Protokollschritten beschränkt. Auch die Struktur des Profils
muss nicht die in 1 gezeigte, einfache Form haben.
Vielmehr ist es denkbar, dass die gesamte Waageneinstellung eine Mehrzahl von Teilprofilen
umfasst, die jeweils Werte für unterschiedliche, einander nicht überlappende
Gruppen von Parametern betreffen.