Gebiet der Erfindung
Diese Erfindung betrifft Vorrichtungen zur Abgabe von lebenden Zellen
eines probiotischen Mikroorganismus' in eine Flüssigkeit, wie z.B. Getränke,
und ein Verfahren zur Herstellung der Vorrichtung.
Beschreibung des Standes der Technik
In der pharmazeutischen Industrie und der Lebensmittelindustrie ist
es wohl bekannt, dass der Zusatz von gesundheitsfördernden Bakterien (z.B.
probiotischen Bakterien wie Milchsäurebakterien oder Bifidusbakterien) dem
Menschen eine angemessene Darmfunktion aufrecht zu erhalten ermöglicht. Jedoch
war es schwierig und relativ teuer, eine annehmbare Verbrauchszeit für ein
gemischtes Produkt zu haben, das diese Bakterien enthält. Das Problem war,
dass solche Getränke oder enteralen Lösungen eine thermische Sterilisierung
durchlaufen oder aseptisch in vorsterilisierten Containern abgefüllt werden,
und dadurch alle lebenden Bakterien, die während des Produktionsverfahrens
zugesetzt werden, abgetötet oder entfernt werden. Wenn die Bakterien während
des Produktions-/Abfüllverfahrens und nach der Sterilisierung direkt in die
Lösung zugesetzt werden, ist es wahrscheinlich, dass diese Bakterien durch
die Anwesenheit von Wasser reaktiviert werden und sich entsprechend vermehren und
am Ende innerhalb weniger Wochen oder Monate nach der Produktion absterben. Die
Metaboliten der Bakterien können auch den Geschmack der Lösung und den
Nährwert ändern.
Um die gegenseitige Beeinflussung von der Lösung und den Bakterien
vor der Verdauung zu vermeiden, waren spezielle Abgabesysteme in Lösungsbehältern
wie z.B. Tetrabrik- oder Pet-Flaschen (siehe z.B.: die anhängige PCT Anmeldung
PCT/US98/21490) integriert. Da diese Abgabesysteme mehr oder weniger integraler
Bestandteil der Verpackung sind, kann der Hersteller während oder nach der
Produktion nicht wählen, dass einige Produkte das Abgabesystem besitzen und
einige nicht.
Versuche zur Lösung dieser Probleme umfassen die Verwendung von
rohrförmigen Vorrichtungen, wie z.B. teleskopische Einfülleinheiten, die
als Rohre aus einem flüssigkeitsundurchlässigen Material gebildet sind.
Zum Beispiel beschreibt US.Pat.Nr. 3 102 465 und PCT/AAU97/00680 Trinkhalm-förmige
Einheiten, die geöffnet werden können, so dass der in der Einheit enthaltene
Bestandteil abgegeben werden kann. Eine Anzahl von Patenten, z.B. US.Pat.Nr. 4 860
929 und 4 986 451 stellen rohrförmige Vorrichtungen zur Verfügung, die
an beiden Enden geschlossen sind und Perforationen an den Seiten besitzen, so dass
körniges Material freigesetzt und in Kontakt mit Wasser oder einem anderen
Lösungsmittel gelöst werden kann. Andere Verfahren der Zugabe von Material
zu einer Flüssigkeit mittels einer Trinkhalmvorrichtung schließen das
Beschichten der Außenseite eines Endes eines Trinkhalms mit einer Aromabeschichtung
ein, die sich auflöst, wenn der Trinkhalm in eine Flüssigkeit eingetaucht
wird, oder die Ausbildung des Endes eines Trinkhalms in Form eines aus einer löslichen
Substanz hergestellten Löffels. Andere trinkhalmgeformte Erfindungen sehen
Trinkhalme mit inneren oder äußeren dekorativen Merkmalen und Substanzen
vor.
Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein einfaches niedrigpreisiges
und verbraucherfreundliches System zum Schutz von Bakterien für längere
Zeit bei Raumtemperatur zur Verfügung zu stellen und ein Gebrauchsfertigsystem
für den Patienten oder den Verbraucher nach diesen längeren Zeitraum zu
haben.
Es ist eine weitere Aufgabe, eine Vorrichtung zur Verfügung zu
stellen, die die Zugabe von lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorganismus'
zu Getränken ermöglicht unter Verwendung eines Trinkhalms, den der Verbraucher
dann verwenden kann, um das Getränk zu saugen.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Zugabe
von lebenden Zellen von probiotischen Bakterien oder anderen Zusätzen zu Getränken,
wie z.B. Milchprodukte oder alkoholfreien Getränken oder zu enteralen Lösungen
zusetzen, die eine aseptische oder sterile Behandlung, z.B. eine sterile Filtration,
Bestrahlung oder thermische Sterilisierung durchlaufen sind.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum Zusatz
von lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorganismus' zu Getränken zur Verfügung
zu stellen, die einen wasser- und feuchtigkeitsdichten Behälter hat, bis sie
geöffnet und gebrauchsfertig ist.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung für
die Langzeitlagerung von gesundheitsfördernder Bakterien zur Verfügung
zu stellen.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein neues Abgabesystem
für andere feuchtigkeitsempfindliche oder sauerstoffempfindliche Komponenten,
wie z.B. gewisse Aminosäuren, Peptide, Nukleotide, Vitamine, Hormone und Proteine
zur Verfügung zu stellen.
Andere Aufgaben und Vorteile werden aus der folgenden Beschreibung
und den anliegenden Ansprüchen ersichtlich.
US-A-5 921 955
Diese Druckschrift beschreibt einen Apparat zur Zugabe eines förderlichen
Mittels zu einer Trinkflüssigkeit, bei dem das förderliche Mittel in eine
Behältertasche, die in einer Trägerstruktur gebildet ist, eingebracht
ist.
US-A-4 816 268
Diese Druckschrift beschreibt eine Vorrichtung zur Abgabe eines Nahrungsmittelprodukts
mit einer „porösen Schichtstruktur" zu einer Flüssigkeit und ein
Verfahren zur Herstellung einer solchen Vorrichtung, das das Auflösen eines
essbaren Produkts in einem geeigneten Lösungsmittel und Kristallisierung des
Produkts in einer Abgabevorrichtung umfasst.
GB-A-512 831
Diese Druckschrift beschreibt eine Erfindung an Rohren für Trinkzwecke
mit einer trockenen Beschichtung an ihrer Innenwand aus einigem löslichen Material
zum Aromatisieren der durch das Rohr aufgesaugten Flüssigkeit.
US-A-3 717 476
Harvey beschreibt eine Behälterkonstruktion mit einem an beiden
Enden verschlossenen Halm und eine Vorrichtung zum Aufbrechen der Verschlüsse
ohne Entfernung des Halms aus dem Behälter, wobei festgestellt wird, dass die
Konstruktion insbesondere in Verbindung mit einem Trinkhalm, der an seiner inneren
Oberfläche mit einem aromatisierenden oder geschmacksveränderten Material
beschichtet ist, nützlich ist (z.B. Spalte 3, Zeilen 10–45).
US-A-3 615 595
Guttag beschreibt einen rohrförmigen Trinkhalm, wobei wenigstens
ein Teil einer freiliegenden Wand aus einem wasserunlöslichen hydrophilen Acrylat-
oder Methacrylatpolymer gebildet ist. Ein wasserlösliches Aromatisierungsmittel
ist innerhalb der inneren Polymerwand dispergiert.
US-A-1 996 203
Hollingsworth beschreibt einen Trinkhalm mit einem Inneren, das mit
einem löslichen Aromatisierungsmittel beschichtet ist, so dass beim Gebrauch
des Trinkhalms das Material die Flüssigkeit, die durch den Halm gesaugt wird,
aromatisiert (Spalte 1, Zeile 24 bis Spalte 2, Zeile 7).
Keine dieser Entgegenhaltungen und keine Kombination hiervon beschreibt
die Verwendung einer Beschichtung eines probiotischen Mikroorganismus in irgendeinem
Träger einschließlich in einem Öl oder Wachs, noch die Verwendung
einer offenen Bohrung mit offenen Enden, die einen probiotischen Mikroorganismus
in irgendeiner Formulierung enthält.
Die hier beschriebene Erfindung ist ein Spenderrohr, das lebende Zellen
eines probiotischen Mikroorganismus, wie z.B. bakterielle Zellen oder andere Zusätze,
auf der Innenseite des Rohrs enthält. Das Rohr ist bis zum Zeitpunkt seines
Gebrauchs in einer äußeren wasserdichten Hülle eingehüllt und
bis zum Gebrauch verschlossen. Zur Zeit des Gebrauchs wird die äußere
Hülle entfernt und wenn die rohrförmige Vorrichtung einen Flüssigkeitsbehälter
wie z.B. ein Getränk oder eine enterale Lösung durchdringt werden lebende
Zellen eines probiotischen Mikroorganismus in der gewünschten Menge der Lösung
zugesetzt, während die Flüssigkeit durch das Rohr fließt.
Andere Aufgaben und Merkmale der Erfindung werden aus der folgenden
Beschreibung und den beigefügten Ansprüchen ersichtlich.
Kurze Beschreibung der Abbildungen
1 ist eine Ansicht einer ersten Ausführungsform
des Rohrs der Erfindung.
2 ist eine Ansicht einer zweiten Ausführungsform
des Rohrs der Erfindung.
3 ist eine Ansicht einer dritten Ausführungsform
des Rohrs gemäß der Erfindung.
4 ist ein Querschnitt eines Teils des Rohrs, an dem
lebende Zellen eines probiotischen Mikroorganismus in dem Rohr haften.
5 ist eine Teilansicht eines teilweise aufgeschnittenen?
Rohrendes, das die Anordnung der anhaftenden lebenden Zellen eines probiotischen
Mikroorganismus zeigt.
Die 6A bis 6C
zeigen ein beschichtetes zweites Rohr vor seinem Einsatz in das undurchlässige
Rohr (6A); das beschichtete zweite Rohr zum Teil in
das undurchlässige Rohr eingesetzt (6B); und die
Drehung des beschichteten zweiten Rohrendes und die Entfernung der lebenden Zellen
eines probiotischen Mikroorganismus innerhalb des undurchlässigen Rohrs.
7 ist eine perspektivische Ansicht des erfindungsgemäßen
Rohrs, das in eine Hülle eingepackt ist.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung und ihrer bevorzugten
Ausführungsformen
Die vorliegende Erfindung ist ein Abgaberohr mit einer Struktur ähnlich
einem Trinkhalm. Das Abgaberohr ist für Flüssigkeiten undurchlässig
und an beiden Enden offen, um die Flüssigkeit durch die Vorrichtung abzugeben.
Eine Suspension eines typischen probiotischen Mikroorganismus, z.B. Milchsäurebakterien
oder Bifidusbakterien wird, wie unten beschrieben, dem Abgaberohr zugesetzt. In
bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung liefert während der Herstellung
des erfindungsgemäßen Rohres ein zweites Rohr die lebenden Zellen eines
probiotischen Mikroorganismus in das Abgaberohr. Das Rohr wird dann unter Verwendung
einer im Stand der Technik bekannten Verpackungsmaschine in einen wasserfesten äußeren
Umschlag gebracht. Die bei der Herstellung der Erfindung verwendeten Materialien,
insbesondere das Abgaberohr und der äußere Umschlag, müssen lebende
Zellen eines probiotischen Mikroorganismus vor Kontaminierung und Feuchtigkeit bis
zu zwölf Monaten Lagerung bei Raumtemperatur schützen. Das Rohrmaterial
muss auch gegen die für die lebende Zellen eines probiotischen Mikroorganismus
verwendeten Suspensionsmittel beständig sein.
Mit Bezug auf die Figuren ist die vorliegende Erfindung ein Abgaberohr
zur Abgabe von lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorganismus in eine Flüssigkeit,
das ein flüssigkeitsundurchlässiges Rohr 20 mit einer offenen
Bohrung 22, die von einer inneren Rohrwand 24 umgeben ist, enthält.
Die Bohrung 22 ist sowohl am oberen Ende 26, als auch am unteren
Ende 28 des Rohrs offen, wie in den 1 bis
3 gezeigt; in anderen Worten: das Rohr ist an keinem
Ende geschlossen. Rohr 20 hat vorzugsweise eine Größe und eine
Struktur, die bei Trinkhalmen bekannt ist, wie z.B. den Halmen, die mit in einzelne
Trinkkartons verpackten Halmen verwendet werden, und ist vorzugsweise aus einem
synthetischen polymeren Material, wie z.B. Polyethylen oder Polypropylen, oder aus
Papier mit einer Innenbeschichtung eines Wachsmaterials hergestellt. Bevorzugte
Größen liegen im Bereich einer Breite von 0,2 bis 20 mm und einer Länge
von 50 bis 500 mm. Das Rohr kann ein kommerzieller Trinkhalm sein.
Wenn daher Rohr 20 mit einer Standardtrinkbox mit einer durchstossbaren
Öffnung verwendet wird, ist das untere Ende 28 des Rohrs vorzugsweise
ein spitzes Ende, wie in den 1 bis 3
und 7 gezeigt ist. Andere Abgaberohre, die im Rahmen
der Erfindung verwendet werden können, umfassen solche mit Bälgen
44 wie im Stand der Technik bekannt ist (2).
Da in Japan gebrauchte Trinkhalme oft ein äußeres Rohr aufweisen, in das
der Trinkhalm Teleskopartig eingeschoben ist, umfasst die Erfindung auch eine Ausführungsform
mit einem äußeren Rohr 42, wie in 3
gezeigt.
Es ist wichtig, dass das Rohr 20 die Suspension halten kann
und verhindert, dass die Suspension unbeabsichtigt aus dem Rohr 20 ausläuft.
Dies wird erreicht entweder durch Oberflächenspannung durch geeignete Auswahl
des Materials, aus dem das Rohr hergestellt ist, oder durch Behandlung des Rohrs
20. Es könnte auch durch Änderung der Viskosität der Suspension
erreicht werden. Es ist zwar für die Erfindung nicht notwendig: bei bevorzugten
Ausführungsformen der Erfindung ist die Innenwand des Rohrs jedoch beschichtet
oder auf andere Weise oberflächenmodifiziert, um ihr eine höhere Oberflächenspannung
zu geben. Daher umfasst in bevorzugten Ausführungsformen die Erfindung weiterhin
ein Beschichtungsmaterial 30 zur Aufbewahrung einer Suspension der lebenden
Zellen eines probiotischen Mikroorganismus 32 in der offenen Bohrung
22, das an der inneren Rohrwand 24 anhaftet. Dieses Beschichtungsmaterial
30 kann jede Beschichtungssubstanz enthalten, die gegenüber Menschen
und gegenüber dem Rohr zuzusetzenden Bakterien ungiftig ist und die an der
inneren Rohrwand 24 anhaftet, z.B. ein diätetisches Öl, wie z.B.
Maisöl oder ein Wachs. Das Beschichtungsmaterial kann auf eine Anzahl von Arten
aufgebraucht werden, z.B. durch Einsetzen eines länglichen Stocks oder einer
anderen Vorrichtung, die mit der Substanz beschichtet sind, mit einer rohrförmigen
Füllvorrichtung, oder durch Besprühen der Innenseite des Rohrs
20.
Die Bakterien oder der Zusatz können mit der Beschichtungssubstanz
aufgebracht werden; oder sie können getrennt auf ausgewählte Bereiche
innerhalb des Rohrs (z.B. ein kleiner Tropfen von etwa 10 &mgr;l) gleichmäßig
über die ganze Innenseite des Rohrs, nach Beschichtung der Innenseite des Rohrs
20, gesprüht werden. Das Muster und das Ausmaß der Verteilung
des Zusatzes innerhalb des Rohrs 20 kann durch die Art des Zusatzes und
den beabsichtigten Gebrauch bestimmt werden. Daher ist für ein leicht lösliches
Additiv eine gleichmäßige Verteilung weniger kritisch. Wenn sich das Additiv
schnell auflöst und am vorderen Ende des Rohrs 20 ist, kann es erwünscht
sein, das Additiv dicht zum vorderen Ende 20 anzubringen, so dass das Additiv
in der Lösung im Behälter schnell dispergiert wird. Ein anderer Grund
zur Anbringung des Additivs am vorderen Ende ist die, dass, falls das Additiv einen
unangenehmen Geschmack hat, seine maximale Verdünnung vor seinem Gebrauch erwünscht
ist. Alternativ dazu kann das Additiv, wenn es einen angenehmen Geschmack hat, am
oberen Ende angeordnet sein, um den guten Geschmack des Getränks zu verstärken.
Um einen sauerstoffempfindlichen Zusatz möglichst wenig frei zu legen, kann
der Zusatz in der Innenseite des Rohrs 20 in Form eines Tropfens angebracht
sein, der geringere Oberflächengröße hat als ein gleichmäßig
an der Innenseite des Rohrs 20 dispergiertes Material.
Vorzugsweise enthalten die lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorganismus
32, die von dem Spenderrohr 20 abgegeben werden sollen, lyophilisierte
Zellen eines oder mehrerer probiotischen Organismen, wie z.B. verschiedene Stämme
von Lactobacillus oder Bifidobacteria. In Abhängigkeit von dem Typ des Zusatzes,
der dem Rohr 20 zugesetzt werden soll, kann es nötig sein, dass die
das Additiv enthaltende Suspension speziell behandelt werden muss, um die Lagerstabilität
und angemessenes Aufbewahren im Rohr 20 und Freisetzung davon zu optimieren.
Für Bakterien sollte die Suspension, die die Bakterien enthält, keine
signifikante Menge von Wasser enthalten und ziemlich oxidationsbeständig sein.
Die Suspension sollte den Zusatz, wie z.B. Bakterien, in der Flüssigkeit, die
verbraucht werden soll, bei typischen Gebrauchstemperaturen (z.B. 0°C bis 40°C)
auflösen oder freisetzen oder tragen. Daher wird für eine Anzahl von Zusätzen,
wie z.B. bakterielle Zusätze, der getrocknete Zusatz vorzugsweise zu sehr feinem
Pulver granuliert, um die Löslichkeit und gleichmäßige Verteilung
in der Lösung sicher zu stellen.
Die bakterielle Suspension oder ein anderer Zusatz, die in der Vorrichtung
enthalten sein soll, wird vorzugsweise in einer genügend konzentrierten Formulierung
hergestellt, so dass die Oberflächenspannung/Oberflächenhaftung die Suspension
in dem Rohr aushält. Die Konzentration der Suspension wird optimiert, um ein
gutes Verhältnis zwischen Volumen und Anzahl von Bakterien pro ml zu haben.
Vorzugsweise ist die Konzentration an Bakterien nicht geringer als 1% in der Suspension.
Die Zellen werden vorzugsweise direkt in die Suspendierflüssigkeit unter einem
Stickstoffschutzstrom gemischt, um die Anwesenheit von Dampf oder Sauerstoff zu
verringern. Zwar sind Bakterienzellen mit dem bloßen Auge nicht sichtbar, jedoch
werden die lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorganismus 32in den
Figuren als kleine Punkte oder kleine Kreise abgebildet, um ihre Stellung zu zeigen
(z.B. in den 1 bis 4 oder
5).
Zu anderen ausgewählten Materialien, die den Flüssigkeiten
für die Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zugesetzt werden
könnten, gehören Vitamine, Farbstoffe, Mineralien, Spurenelemente, homöopathische
Heilmittel, Arzneimittel, Enzyme u.s.w.
Die ausgewählten lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorganismus
32, wie z.B. baktrielle Zellen, werden dem Rohr 20 vorzugsweise
zugesetzt, in dem man ein zweites Rohr 34 mit einem kleineren äußeren
Durchmesser als der Innendurchmesser des flüssigkeitsundurchlässigen Rohrs
und vorzugsweise mit einem geschlossenen Ende 36 zugibt, wie in den
6A bis 6C gezeigt. Das
geschlossene Ende 36 wird an der Außenseite mit den lebenden Zellen
eines probiotischen Mikroorganismus 30 beschichtet, wie in 6A
gezeigt, die durch Oberflächenspannung und/oder durch Verwendung eines Haftmaterials,
wie im Stand der Technik bekannt, anhaften. Dann wird das beschichtete geschlossene
Ende 36 in die Bohrung 22 am unteren Ende 28 des flüssigkeitsunduchlässigen
Rohrs 20 eingesetzt, das teilweise oder vollständig mit dem Beschichtungsmaterial
30 behandelt worden war (6B). Das geschlossene
Ende 36 wird gegen das Beschichtungsmaterial bewegt, z.B. gedreht, wodurch
die lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorganismus, die an der Beschichtung
an der Innenwand haften, los gerissen werden (6C).
Das Rohr 20 ist vorzugsweise in einen flexiblen, im Wesentlichen
wasserdampfdichten Umschlag 40 eingepackt, der das Rohr 20 einschließt,
wie in 7 gezeigt. Die äußere Hülle muss
im Wesentlichen wasserdampfundurchlässig sein und sollte genügend flexibel
und zäh sein, um unbeabsichtigte Verletzung zu verhindern, und sie wird vorzugsweise
aus flexiblem polymerem Material oder einer Aluminiumfolie, die mit einer polymeren
Folie beschichtet ist, hergestellt. In allen Fällen ist die Hüllenkonstruktion
auf solche Weise gemacht, dass nach ihrem Verschluss Wasser und Feuchtigkeit am
Eindringen in die Rohrvorrichtung gehindert wird. Das Material sollte leicht am
Verwendungsort aufgerissen werden können. Die Hülle 40 ist vorzugsweise
aus einem polyolifinischen Material, das mit Aluminium beschichtet ist, oder aus
einem synthetischen Polymeren, wie im Stand der Technik bekannt, mit einer geringen
Wasserdurchlässigkeitsrate hergestellt. Ein bevorzugtes Material für die
äußere Umhüllung ist ein Polyethylen oder Polypropylen einschließlich
Homopolymerer und Copolymerer dieser Polymerfamilien, mit einer Aluminiumschicht
als Außenschicht. Wenn eine transparente Hülle 40 gewünscht
ist, kann die Polyethylen/Polypropylen-Struktur eine äußere Schicht haben,
die ein Polymer von Ethylvenylalkohol oder Polyvinylidenchlorid enthält. Alternativ
kann Polyethylen und/oder Polypropylen ohne eine Aluminiumschicht verwendet werden,
wenn der Schutz vor Sauerstoff nicht notwendig ist. Fachleute können anderes
geeignetes Verpackungsmaterial als Ersatz verwenden.
Um das undurchlässige Rohr 20 zu gebrauchen, wird es
aus der Hülle 40 entnommen und in einen gewählten Flüssigkeitsbehälter
eingesetzt, indem man es entweder durch eine Öffnung in den Behälter absenkt,
wie man mit üblichen Trinkhalmen verfährt, oder indem man eine durchlöcherbare
Öffnung auf dem Behälter durchstösst, wie es mit Saftkartons geschieht.
Die Öffnung des Behälters, wie z.B. eine Saftpackung, der Bakterien zugesetzt
werden sollen (nicht dargestellt), können beispielsweise mit einer durchstossbaren
Aluminiumfolie geschützt werden, wie im Stand der Technik
bekannt, dieses ermöglicht, Bakterien einer aseptisch eingefüllten oder
thermisch sterilisierten Lösung zuzusetzen. In dem Moment, wo der Trinkhalm
den Behälter eines enteralen Produkts, eines Milchprodukts, eines Softdrinks
oder eines anderen Typs von Lösung oder Mischung durchdringt, werden die Bakterien
in die Lösung eingegeben, was eine gewünschte Dosis von Bakterien in dem
Produkt ergibt. Einmal wird das untere Ende 28 des Rohrs in die Flüssigkeit
gesenkt und lebende Zellen eines probiotischen Mikroorganismus 32 werden
von der inneren Rohrwand 24 entfernt und mit der Flüssigkeit gemischt,
indem man die Flüssigkeit durch die Bohrung vom unteren Ende zum oberen Ende
und in den Mund saugt.
Die Hülle 40, die das Rohr enthält, kann getrennt
von den Behältern für Getränke oder anderen Flüssigkeiten verkauft
werden oder kann an den Behälter angefügt sein, z.B. durch Klebemittel,
wie es im Stand der Technik für Trinkbehälterhalme bekannt ist. Daher
könnte das Rohr 20, dass die lebenden Zellen eines probiotischen Mikroorgamismus
enthält, und Hülle 40 leicht jedem Typ von Verpackungen, die
Flüssigkeiten enthalten, wo die Zugabe der lebenden Zellen eines probiotischen
Mikroorganismus geeignet wäre, angefügt werden.
Die Erfindung wurde anhand von speziellen Ausführungsformen beschrieben.
Es ist aber ersichtlich, dass zahlreiche Variationen, Modifikationen und Ausführungsformen
im Rahmen der Ansprüche möglich sind.