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Dokumentenidentifikation DE102005051707B4 27.09.2007
Titel Ballenschützer für den Vorderhuf eines Pferdes
Anmelder Gummi-Jäger GmbH, 30625 Hannover, DE
Erfinder Jäger, Andreas, Dr.-Ing., 30625 Hannover, DE;
Urbanski, Andreas, Dipl.-Ing., 30880 Laatzen, DE
Vertreter Brümmerstedt Oelfke Seewald & König Anwaltskanzlei, 30159 Hannover
DE-Anmeldedatum 28.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005051707
Offenlegungstag 03.05.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.2007
IPC-Hauptklasse A01L 7/00(2006.01)A, F, I, 20051028, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A01K 13/00(2006.01)A, L, I, 20051028, B, H, DE   A01L 3/06(2006.01)A, L, I, 20051028, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Ballenschützer für den Vorderhuf eines Pferdes gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Pferde neigen bei bestimmten Gangarten, insbesondere aber beim Springen, zu dem so genannten Greifen, bei dem die Hinterhufe auf die Ballen der Vorderhufe schlagen, was zu Verletzungen des Pferdes bzw. zum Abreißen des Hufeisens vom Vorderhuf führen kann. Um dies zu vermeiden sind Schutzeinrichtungen bekannt, die dem Tier an den gefährdeten Stellen angelegt werden. Derartige Hufballenschoner oder -schützer sind beispielsweise in der DE 197 16 609 C2, DE 33 11 383 A1 und DE 38 11 480 A1 offenbart.

Die DE 297 16 571 U1 beschreibt einen gattungsgemäßen Ballenschützer. Dieser weist eine den Ballenbereich abdeckende, anatomisch angepasste Kunststoffschale aus zäh-elastisch eingestelltem Polyurethan auf, die innenseitig gefüttert sein kann, z. B. mit einem stoßdämpfenden, elastischen Material. Die Kunststoffschale geht einstückig in Seitenteile über, die im angelegten Zustand den jeweiligen Trachtenbereich des Hufs umgreifen. Am vorderen Ende eines der Seitenteile ist ein Klettband angebracht, welches zur Befestigung des Ballenschützers über die Vorderseite des Hufes geführt und auf der anderen Seite durch einen am vorderen Ende des anderen Seitenteils befestigten Bügel geführt und dann auf sich selbst zurückgeschlagen wird. Durch festes Anziehen des Klettbandes soll ein sicherer Sitz des Ballenschützers am Huf erreicht werden. Aufgrund der anatomisch an den Ballenbereich eines Hufs angepassten Kunststoffschale ist dieser gegen Verletzungen gut geschützt. Weiterhin sorgt das über die Vorderseite des Hufs gezogene Klettband für einen zwar zufrieden stellenden aber nicht ausreichenden Halt des Ballenschützers am Huf.

Hier setzt die vorliegende Erfindung ein, deren Aufgabe darin besteht, den Halt eines gattungsgemäßen Ballenschützers am Vorderhuf eines Pferdes noch weiter zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Ballenschützer gelöst, der die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.

Die von den beiden Seitenteilen des Ballenschützers nach unten ragenden Haltemittel sorgen nach ihrem Festlegen, insbesondere Verhaken, mit dem Hufeisen dafür, dass der Ballenschützer nicht am Huf nach oben rutschen kann, was in der Praxis häufig zu einem lockeren Sitz des Ballenschützers auf dem Vorderhuf führt. Abgesehen davon, dass dieser lockere Sitz zu einer Irritation des Pferdes führen kann, sind bei einem verrutschten Ballenschützer auch wieder Verletzungen des Ballenbereichs möglich.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Haltemittel auswechselbar an den Seitenteilen befestigt. Dadurch ist es möglich, verschlissene Haltemittel durch neue zu ersetzen, oder aber Haltemittel mit anderen Abmessungen in Anpassung an die jeweiligen anatomischen Verhältnisse eines Hufs und/oder an die Abmessungen eines Hufeisens zu montieren.

In Anpassung an die anatomischen Verhältnisse kann es auch zweckgemäß sein, wenn die Haltemittel höhenverstellbar an den Seitenteilen befestigbar sind.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung besteht die Schale aus einem elastischen Material und die Seitenteile bestehen aus einem Hartkunststoff. Die aus einem elastischen Material bestehende Schale hat gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Hartschalen den Vorteil, dass sie sich besser an die anatomischen Verhältnisse des Ballenbereichs anpasst und gleichzeitig den Vorteil, dass eine Ausfütterung zur Erhöhung des Tragekomforts entfallen kann. Da die Seitenteile nicht am Ballenbereich anliegen, sondern am harten Hornbereich, können sie ungefüttert in Hartkunststoff ausgeführt sein.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Ballenschützers ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der dazugehörigen Zeichnung zeigt:

1 einen perspektivischen Blick von schräg vorn und oben auf einen erfindungsgemäßen Ballenschützer,

2 eine Vorderansicht des Ballenschützers,

3 eine Seitenansicht in Richtung des Pfeils A gemäß 2,

4 eine Seitenansicht in Richtung des Pfeils B gemäß 2,

5 eine Ansicht des Ballenschützers von unten,

6 eine Draufsicht des Ballenschützers, und

7 eine schematische Darstellung eines Vorderhufs mit angelegtem Ballenschützer.

Der in der Zeichnung dargestellte Ballenschützer 1 weist eine Schale 2 aus einem elastischen Material und zwei Seitenteile 3 und 4 aus einem Hartkunststoff auf.

Die Schale 2 ist dem Ballenbereich 5 des Hufs 6 (7) anatomisch angepasst, d. h. sie folgt der Wölbung des Ballenbereichs 5 dreidimensional. Insbesondere übergreift der obere Rand 7 der Schale 2 die Hufkrone 8 (7) und ihr unterer Rand 9 ist in der Mitte etwas verdickt und ragt von unten in den aus der Zeichnung nicht ersichtlichen Strahlbereich des Hufs 6 hinein. Diese Ausbildung der Ränder 7 und 9 der Schale 2 verbessern zum einen den Sitz der Schale 2 am Ballenbereich 5 und zum anderen schützen sie gleichzeitig die Hufkrone 8 bzw. den Strahlbereich des Hufs 6.

Die Schale 2 geht in ihrem unteren Bereich beidseitig in in den Trachtenbereich des Hufs 6 vorgezogene Stege 10 über, die mit ihren Stirnseiten 11 an zugeordnete Stirnseiten 12 der Seitenteile 3 bzw. 4 stoßen und einstückig mit der Schale 2 ausgebildet sind. Die Verbindung der aus Hartkunststoff bestehenden Seitenteile 3,4 mit den Stegen 10 aus einem elastischen Material erfolgt durch Montagespritzguss, wobei die Teile 2 bzw. 10, 3 und 4 eine chemische und mechanische Verbindung miteinander eingehen.

Die Seitenteile 3, 4 nehmen in kurzen, sich den Stegen 10 anschließenden Abschnitten 14 zunächst die Steigung der sich allmählich nach vorn verbreiternden Stege 10 auf, um dann in einem Absatz 15 nach oben zu springen, an den sich eine in Längsrichtung erstreckende Befestigungszunge 16 anschließt. Bei angelegtem Ballenschützer 1 liegen die Befestigungszungen 16 in einem Bereich unterhalb der Hufkrone 8 an dem Huf 6 an, wobei zwischen ihren freien Enden ein Abstand verbleibt, wie am besten aus 7 hervorgeht.

Im Bereich des Absatzes 15 besitzen die Seitenteile 3, 4 sich lotrecht erstreckende, voneinander beabstandete Führungsleisten 17. Hier werden Haltemittel 18 befestigt, zu denen ein Halteblech 18.1, ein flexibles Band 13 und ein Haltewinkel 30 gehören. Die Führungsleisten 17 nehmen zwischen sich das Halteblech 18.1 auf. Am unteren Ende des Halteblechs 18.1 ist das flexible Band 13 befestigt, dessen anderes Ende fest mit dem Haltewinkel 30 verbunden ist Dieser weist einen ersten Schenkel 30.1 auf, über den er mit dem Band 13 verbunden ist. Von diesem Schenkel 30.1 ragt ein zweiter, kürzerer Schenkel 30.2 etwa senkrecht nach oben, der dann in einem weiteren, noch kürzeren Schenkel 30.3 etwa parallel zum ersten Schenkel 30.1 einwärts gebogen ist.

Zur Befestigung der beiden Haltebleche 18.1 und der mit ihnen verbundenen Haltewinkel 30 an den Seitenteilen 3, 4 ist zwischen den Führungsleisten 17 eine Schraube 19 vorgesehen, die in ein auf der Innenseite der Seitenteile 3, 4 angeordnetes und dort eingelassenes Gewindegegenmittel 19.1 (2) ein- und ausschraubbar ist. Die Haltebleche 18.1 weisen jeweils ein Langloch 20 auf, durch das die Schraube 19 hindurchgesteckt und anschließend am Seitenteil 3, 4 verschraubt wird. Die Höheneinstellung der Haltebleche 18.1 kann auf einfache Weise dadurch realisiert werden, indem sie in den Langlöchern 20 auf dem Schaft der Schrauben 19 entsprechend nach oben oder unten verschoben und die Schrauben 19 bei passender Höhe anschließend fest gezogen werden. Bei angelegtem Ballenschützer 1 umgreifen die Haltemittel 18 ein Hufeisen 31 allseitig, so dass der Ballenschützer 1 nicht nach oben verrutschen kann.

Von der Schale 2 ragt von deren oberen Bereich beidseitig jeweils ein weiterer Steg 21, 22 in den Trachtenbereich des Hufs 6 nach vorn, deren Enden im Abstand von den hinteren Enden der jeweiligen Befestigungszunge 16 enden. Diese Stege 21, 22 dienen der Befestigung und dem Spannen eines in einer geschlossenen Schleife vorliegenden Kabelzuges 23. Dazu sind die Stege 21, 22 in ihrem vorderen Bereich durch im Montagespritzgussverfahren eingespritzte Blöcke 24 bzw. 25 aus Hartkunststoff verstärkt. Der Block 24 besitzt zwei einstückig mit ihm ausgebildete, voneinander beabstandete Einhängenocken 26 mit jeweils einer am Umfang umlaufenden Rille sowie einen kurz hinter jedem Einhängenocken 26 angeordneten Stift 27. An dem Block 25 auf der gegenüberliegenden Seite ist eine Schnalle 28 schwenkbar befestigt, die auf ihrer Innenseite in ihrer Längserstreckung voneinander beabstandete, aus der Zeichnung nicht ersichtliche Rastrillen aufweist. Zur Befestigung des Kabelzuges 23 wird dessen eines Ende in die Umfangsrille eines der Einhängenocken 26 eingehängt, wobei der dazu gehörige Stift 27 ein Abheben des Kabelzuges 23 von dem jeweiligen Einhängenocken 26 erschweren soll. Ein Umhängen des Kabelzuges 23 von dem vorderen auf den hinteren Einhängenocken 26 erfolgt dann, wenn durch Spannen der Schnalle 28 nicht genügend Spannkraft aufgebracht werden kann, obwohl der Kabelzug 23 schon in die an weitesten vom Schwenkgelenk der Schnalle 28 entfernt angeordnete Rastrille eingehängt ist. Die beiden Stränge des Kabelzugs 23 werden, von dem Einhängenocken 26 kommend, über die beiden Befestigungszungen 16 geführt, wobei die Befestigungszungen 16 Führungsrillen 29 aufweisen, um ein Verrutschen der Stränge des Kabelzuges 23 zu vermeiden.

Auf der den Einhängenocken 26 gegenüberliegenden Seite wird das andere Ende des Kabelzuges 23 in eine der Rastrillen der Schnalle 28 eingehängt. Der Kabelzug 23 kann dann durch entsprechendes Herunterdrücken der Schnalle 28 gespannt werden, wodurch die Befestigungszungen 16 bei entsprechender Auswahl der Rastnut bzw. des Einhängenockens 26 fest an der Vorderseite des Hufs 6 anliegen. Durch das Spannen des Kabelzuges 23 wird der obere Rand 7 der Schale 2, der auf der Hufkrone 8 aufliegt, nach unten gezogen, d. h. ebenfalls gespannt, so dass der Ballenschützers 1 sicher und fest auf dem Huf 6 sitzt.


Anspruch[de]
Ballenschützer für den Vorderhuf eines Pferdes mit einer den Ballenbereich abdeckenden, anatomisch angepassten Schale, die in den Huf teilweise umfassende Seitenteile übergeht, welche durch eine über die Vorderseite des mit einem Hufeisen beschlagenen Hufs geführte, lösbare Befestigungsvorrichtung verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass von den Seitenteilen (3, 4) Haltemittel (18) nach unten ragen, die am Hufeisen (31) festlegbar sind. Ballenschützer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel am Hufeisen (31) verhakbar sind Ballenschützer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel (18) auswechselbar sind. Ballenschützer nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel (18) höhenverstellbar mit den Seitenteilen (3, 4) verbunden sind. Ballenschützer nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel (18) ein am Seitenteil (3, 4) befestigbares Halteblech (18.1) aufweisen, an dessen unterem Ende ein flexibles Band (13) befestigt ist, dessen anderes Ende fest mit einem Haltewinkel (30) verbunden ist, der an einem Hufeisen (31) festlegbar, insbesondere verhakbar, ist. Ballenschützer nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale (2) aus einem elastischen Material und die Seitenteile (3, 4) aus einem Hartkunststoff bestehen. Ballenschützer nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale (2) in ihrem unteren Bereich beidseitig in in den Trachtenbereich des Hufs (6) vorgezogene Stege (10) übergeht, die mit ihren Stirnseiten (11) an die zugeordneten Stirnseiten (12) der Seitenteile (3 bzw. 4) stoßen und einstückig mit der Schale (2) ausgebildet sind. Ballenschützer nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (3, 4) in einem Absatz (15) nach oben springen, an den sich jeweils eine in Längsrichtung erstreckende Befestigungszunge (16) anschließt. Ballenschützer nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass von der Schale (2) in deren oberen Bereich beidseitig jeweils ein einstückig mit dieser ausgebildeter Steg (21, 22) in den Trachtenbereich des Hufs (6) nach vorn ragt. Ballenschützer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass im vorderen Bereich der Stege (21, 22) Blöcke (24, 25) aus Hartkunststoff angeordnet sind, in die Befestigungsmittel (26, 27) bzw. Spannmittel (28) für einen über und durch die Befestigungszungen (16) geführten Kabelzug (23) implementiert sind.






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