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Dokumentenidentifikation DE202007006898U1 27.09.2007
Titel Druckentladungsklappe
Anmelder ABB Oy, Helsinki, FI
Vertreter WUESTHOFF & WUESTHOFF Patent- und Rechtsanwälte, 81541 München
DE-Aktenzeichen 202007006898
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 27.09.2007
Registration date 23.08.2007
Application date from patent application 14.05.2007
IPC-Hauptklasse H02B 13/025(2006.01)A, F, I, 20070514, B, H, DE

Beschreibung[de]
BEREICH DER ERFINDUNG

Diese Erfindung bezieht sich auf eine Druckentladungsklappe eines Elektroschranks, mit der eine Entladung eines zum Beispiel durch einen in einem dichten Elektroschrank auftretenden Lichtbogen hervorgerufenen Druckanstiegs beherrscht werden kann.

BESCHREIBUNG DES STANDES DER TECHNIK

Eine Druckentladungsklappe ist typisch in einem dichten Elektroschrank nötig, wobei eine zum Beispiel aus einem Kurzschluss folgende, durch eine plötzliche Aufheizung von Luft verursachte Luftexpansion im Elektroschrank einen unbeherrschten Druck erzeugt, der auf solche Weise entladen werden muss, dass dadurch keine Gefahr für die Umgebung veranlasst wird.

Es sind Lösungen vorbekannt, in denen eine Decke oder eine Wand eines Elektroschranks im Zusammenhang mit der Herstellung derart geformt worden ist, dass daran eine Druckentladungsklappe vorgesehen werden kann. Gemeinsam für diese bekannten Lösungen ist ihre Verwickeltheit und der Umstand, dass für die Verwirklichung mehrere separate Teile benötigt werden. In den Lösungen des Standes der Technik ist es nötig, die Decke oder die Wand des Elektroschranks in eine bestimmte Form zu formen, damit sie die Druckentladungsklappe aufnehmen kann. Problematisch in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass die betreffende zu formende Platte, in der Praxis also die Wand oder die Decke des Elektroschranks, von beträchtlicher Größe sein kann, wobei ihre Handhabung und anspruchsvolle Bearbeitung schwierig sind.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Dieser Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das oben erläuterte Problem zu lösen und eine Lösung zur Verfügung zu geben, mittels deren die Druckentladungsklappe des Elektroschranks einfacher als früher und hinsichtlich der Produktion flexibler verwirklicht werden kann. Diese Aufgabe wird durch die Druckentladungsklappe nach dem beigefügten unabhängigen Schutzanspruch 1 gelöst.

Durch Nutzen einer Druckentladungsklappe, die einen an den Rändern der in der Platte des Elektroschranks befindlichen Öffnung befestigbaren Rahmen aufweist, wird der Bedarf, die Platte des Elektroschranks selbst, wie die Decke oder die Wand, in eine solche Form zu formen, dass die Platte die Druckentladungsklappe aufnehmen kann, vermieden. Dank der Konstruktion der erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe kann die Druckentladungsklappe auf eine in jede beliebige Platte gemachte einfache Öffnung ohne Bedarf, die betreffende Platte in eine besondere Form zu formen, aufgesetzt werden. Dank einer Abschwächung und einer Scharnierfunktion werden die für die Druckentladungsklappe wünschenswerten Eigenschaften erhalten, d. h. die Klappe öffnet sich beherrscht bei der Abschwächung, wenn sich der Druck entlädt. Trotz des Öffnens hält das Scharnier die Klappe weiter fest an ihrem Platz, damit die Klappe nicht mit dem sich aus der Öffnung endladenden Druck in die Umgebung fliegt. Indem das Scharnier an einer geeigneten Stelle angebracht wird, kann zusätzlich die Druckentladung in die gewünschte Richtung gerichtet werden, wobei die Klappe als Steuergerät dient.

In einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe bestehen die Klappe und der Rahmen aus einer einheitlichen Platte, bei der die Abschwächung dadurch verwirklicht worden ist, dass die Dicke der Platte bei der Abschwächung kleiner als an den übrigen Stellen der Platte geformt worden ist. Zur Abschwächung kann auch eine oder mehrere Öffnungen gehören. Eine derartige Ausführungsform ist insofern vorteilhaft, als die Anzahl der erforderlichen Teile minimiert werden kann, weil die Druckentladungsklappe aus einer einheitlichen Platte hergestellt werden kann, die zum Verwirklichen der gewünschten Abschwächung und Scharnierfunktion bearbeitet wird.

Die vorteilhaften Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe gehen aus den beigefügten abhängigen Schutzansprüchen 2 bis 5 hervor.

KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN

Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Hinweis auf die beigefügten Figuren näher erläutert, von denen

1 einen Elektroschrank zeigt, an dem eine erfindungsgemäße Druckentladungsklappe befestigt ist,

2 das Befestigen einer erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe an einem Elektroschrank veranschaulicht und

3 die Konstruktion einer erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe veranschaulicht.

BESCHREIBUNG WENIGSTENS EINER AUSFÜHRUNGSFORM

1 zeigt einen Elektroschrank, an dem eine erfindungsgemäße Druckentladungsklappe 1 befestigt ist. Im Fall der 1 ist die Druckentladungsklappe an einer Decke 2 des Elektroschranks, auf einer in der Decke befindlichen einfachen, im Allgemeinen rechteckförmigen Öffnung befestigt. Nach der Erfindung kann die Druckentladungsklappe jedoch auch an einer anderen Stelle, wie zum Beispiel an einer Außenwand oder an einer Innenwand des Elektroschranks, befestigt werden.

Aus 1 ist ersichtlich, dass die Druckentladungsklappe 1 in der Praxis von ihrer Größe her beträchtlich kleiner und einfacher als die Decke 2 des Elektroschranks ist. Somit ist die Herstellung der erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe beträchtlich leichter, weil die Bearbeitung einer separaten Klappe mit einer Bearbeitungsmaschine bedeutend leichter als in den Lösungen nach dem Stand der Technik ist, in denen man die ganze Decke (oder Wand) zur Bearbeitungsmaschine hat fördern müssen, um die Decke für die Aufnahme der Druckentladungsklappe zu formen.

2 veranschaulicht das Befestigen einer erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe an einem Elektroschrank. In 2 sind eine Druckentladungsklappe 1 sowie eine Platte 2 zu sehen, die aus einer Decke oder aus einer Wand des Elektroschranks bestehen kann, welche Klappe und welche Platte voneinander getrennt sind. Die erfindungsgemäße Druckentladungsklappe 1 kann an jeder beliebigen Platte des Elektroschranks befestigt werden, ohne dass die Platte auf eine besondere Weise zum Aufnehmen der Druckentladungsklappe geformt werden muss. Es reicht, dass in die Platte eine Öffnung 4 oder Öffnungen gemacht worden sind, auf die die Druckentladungsklappe aufmontiert wird. Im Beispielfall der 2 sind zwei Öffnungen 4 vorhanden, und sie werden durch einen aus dem Material der Platte 2 bestehenden Streifen 5 voneinander getrennt. Der Streifen 5 ist in diesem Beispielfall dabei, damit er die Druckentladungsklappe in der Mitte so stützt, dass ein Fuß eines zum Beispiel im Zusammenhang mit Wartungsarbeiten auf die Druckentladungsklappe unabsichtlich tretenden Elektromonteurs nicht in den Elektroschrank hineingerät.

In 2 ist beispielhaft angenommen worden, dass die Druckentladungsklappe 1 mittels Schrauben 6 an den Rändern der Öffnung 4 oder der Öffnungen des Elektroschranks befestigt wird. Anstatt der Schrauben können Nieten oder eine andere für das Befestigen der Platten aneinander geeignete Befestigungsweise verwendet werden.

3 veranschaulicht die Konstruktion einer erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe. Zur Druckentladungsklappe 1 gehört im Beispiel der 3 eine sich gegen die Platte des Elektroschranks legende Dichtung 7, dank deren die Dichtheit der Druckentladungsklappe gewährleistet werden kann. Die Dichtung ist nicht in allen Verwendungsgegenständen notwendig, sondern sie wird nur benötigt, wenn es nötig ist, eine sehr dichte Konstruktion, zum Beispiel die Dichtheit gemäß IP 54, zu bewirken. Als Dichtungsmaterial eignet sich zum Beispiel Gummi, Silikon oder Polyurethan. Anstatt eines separaten Dichtungsteils kann eine geeignete Dichtungsmasse im Zusammenhang mit der Montage der Druckentladungsklappe auf die Oberfläche eines Rahmens 8 der Druckentladungsklappe 1 oder auf die Oberfläche der Platte des Elektroschranks aufgetragen werden.

Im Beispielfall der 3 bestehen der Rahmen 8 und eine Klappe 10 der Druckentladungsklappe 1 aus einer einheitlichen Platte, wobei an die Platte eine die Klappe 10 und den Rahmen 8 trennende Abschwächung 9 geformt worden ist. Bei der Abschwächung 9 kann die Dicke der Platte dünner als an den übrigen Stellen der Klappe 10 sein. Alternativ hat man bei der Abschwächung 9 eine oder mehrere Öffnungen bilden können.

Zum Decken der Abschwächung 9 ist im Beispielfall der 3 ein Dichtungsmaterial 12 vorgesehen. Die Verwendung des Dichtungsmaterials ist nach der Erfindung nicht in allen Fällen notwendig. Falls von der Druckentladungsklappe 1 keine Dichtheit verlangt wird, wird die Dichtung nicht notwendigerweise benötigt. Auch dann, wenn bei der Abschwächung 9 keine Öffnung oder Öffnungen vorhanden sind, wird keine Dichtung benötigt, weil dabei das bei der Abschwächung befindliche Plattenmaterial die Dichtheit gewährleistet. Jedoch insbesondere dann, wenn die von der Druckentladungsklappe zu verlangende Dichtheit bedeutend ist und bei der Abschwächung 9 eine oder mehrere Öffnungen gebildet worden sind, kann zum Gewährleisten einer ausreichenden Dichtheit auf die Abschwächung 9 ein Dichtungsmaterial 12 vorgesehen werden. Das Dichtungsmaterial kann ähnlich wie das Material der Dichtung 7, d. h. zum Beispiel Polyurethan, sein und das Dichtungsmaterial kann an seinen Platz zum Beispiel gespritzt werden.

Zur erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe 1 gehört auch ein Scharnier 11, das im Beispielfall der 3 aus einem die Klappe 10 und den Rahmen 8 der Platte verbindenden, die Abschwächung 9 stärkeren Bereich besteht, bei dem sich die Platte biegt, wenn sich die Klappe 10 öffnet. Damit sich der Bereich des Scharniers 11 leicht und gesteuert biegt, kann der Bereich des Scharniers 11 auf eine geeignete Weise (vgl. Knäckebrotfalte), zum Beispiel so geformt sein, dass die Dicke der Platte im Bereich des Scharniers 11 kleiner als im Bereich der Klappe 10, aber größer als bei der Abschwächung 9 ist. Anstatt des oben erläuterten Bereichs kann in der erfindungsgemäßen Druckentladungsklappe auch ein separates Scharnier anderen Typs, wie zum Beispiel ein Klavierscharnier, verwendet werden. Dabei nimmt jedoch die Anzahl der erforderlichen Teile zu und erschwert sich das Bewirken der Dichtheit. Dank des Scharniers 11 kann sichergestellt werden, dass sich die Klappe 10 nicht im Zusammenhang mit der Druckentladung von dem Rahmen 8 löst, sondern sie bleibt an ihrem Platz, ohne der Umgebung Schaden zuzufügen. Das Scharnier ermöglicht auch das Richten der Druckentladung so, dass dadurch keine Gefahr für die Umgebung veranlasst wird. Die erfindungsgemäße Lösung ist insofern vorteilhaft, als das Wechseln des Platzes des Scharniers später möglich ist, falls es nötig wird, die eventuelle Druckentladung in eine von der früheren Richtung abweichende Richtung zu richten. Dabei kann die Druckentladungsklappe 1 im einfachsten Sinn in eine andere Stellung verschoben werden. Alternativ kann die Druckentladungsklappe durch eine andere ersetzt werden, in der der Platz des Scharniers verschieden ist. Wenn die Druckentladungsklappe in einer Lichtbogenkurzschlusslage funktioniert hat, ist es leicht, sie als separates Reserveteil gegen eine neue auszuwechseln.

Es ist zu verstehen, dass die obige Beschreibung und die damit verbundenen Figuren nur die vorliegende Erfindung veranschaulichen sollen. Für einen Fachmann werden verschiedene Variationen und Varianten der Erfindung offenbar sein, ohne dass vom Schutzumfang der Erfindung abgewichen wird.


Anspruch[de]
Druckentladungsklappe (1) eines Elektroschranks,

dadurch gekennzeichnet, dass die Druckentladungsklappe (1)

einen Rahmen (8), der über Befestigungsmittel (6) an den Rändern einer in einer Platte (2) des Elektroschranks befindlichen Öffnung (4) zu befestigen ist,

eine Klappe (10), die durch eine Abschwächung (9) von dem Rahmen (8) getrennt wird, und

ein den Rahmen (8) und die Klappe (10) miteinander verbindendes Scharnier (11) aufweist.
Druckentladungsklappe nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erwähnte Klappe (10) und der erwähnte Rahmen (8) aus einer einheitlichen Platte bestehen und dass das erwähnte Scharnier (11) aus einem die Klappe und den Rahmen der erwähnten Platte verbindenden, die Abschwächung (9) stärkeren Bereich (11) besteht. Druckentladungsklappe nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erwähnte Klappe (10) und der erwähnte Rahmen (8) aus einer einheitlichen Platte bestehen und dass in der erwähnten Abschwächung (9) die Dicke der Platte kleiner als an den übrigen Stellen der Klappe (10) ist. Druckentladungsklappe nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erwähnte Klappe (10) und der erwähnte Rahmen (8) aus einer einheitlichen Platte bestehen und dass in der erwähnten Abschwächung (9) eine oder mehrere sich durch die Platte erstreckende Öffnungen vorhanden sind. Druckentladungsklappe nach einem der Schutzansprüche 1 bis 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass zur Druckentladungsklappe (1) ein sich zwischen den Rahmen (8) und die Ränder der in der Platte (2) befindlichen Öffnung (4) legendes Dichtungsmaterial (7) gehört und

dass zur Druckentladungsklappe (1) ein die Abschwächung (9) deckendes Dichtungsmaterial (12) gehört.






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