PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006014469A1 04.10.2007
Titel Überführverfahren
Anmelder Voith Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Adalid Damerau, Martin-Lars, 89522 Heidenheim, DE
DE-Anmeldedatum 29.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006014469
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse D21F 5/04(2006.01)A, F, I, 20060329, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D21F 5/00(2006.01)A, L, I, 20060329, B, H, DE   D21F 5/12(2006.01)A, L, I, 20060329, B, H, DE   D21G 7/00(2006.01)A, L, I, 20060329, B, H, DE   D21F 5/14(2006.01)A, L, I, 20060329, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überführen einer Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn (1) in einer Trockengruppe einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung derselben, wobei die Faserstoffbahn (1) in der Trockengruppe von einem luftdurchlässigen Trockensieb (2) gestützt, mäanderförmig abwechselnd über beheizte, unter der Faserstoffbahn (1) angeordnete Trockenzylinder (4) und über der Faserstoffbahn (1) liegende Leitwalzen (5) geführt wird, das Trockensieb (2) die Faserstoffbahn (1) gegen die Trockenzylinder (4) drückt und zum Überführen ein Überführstreifen (12) von der Faserstoffbahn (1) getrennt wird.
Dabei soll das Überführen dadurch sicherer werden, dass die Mantelfläche eines Trockenzylinders (4) vor dem Kontakt mit der Faserstoffbahn (1) befeuchtet wird, wobei jedoch zumindest der mit dem Überführstreifen (12) in Kontakt kommende Teil trocken bleibt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie die dazugehörige Vorrichtung zum Überführen einer Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn in einer Trockengruppe einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung derselben, wobei die Faserstoffbahn in der Trockengruppe von einem luftdurchlässigen Trockensieb gestützt, mäanderförmig abwechselnd über beheizte, unter der Faserstoffbahn angeordnete Trockenzylinder und über der Faserstoffbahn liegende Leitwalzen geführt wird, das Trockensieb die Faserstoffbahn gegen die Trockenzylinder drückt und zum Überführen ein Überführstreifen von der Faserstoffbahn getrennt wird.

Dabei soll das Trockensieb allein den Überführstreifen weiterführen, während der Rest der Faserstoffbahn nach unten fällt.

Manchmal bleibt jedoch die gesamte Faserstoffbahn ungewollt am Trockensieb haften, was den Abbruch und Neustart des Überführvorganges zur Folge hat.

Mitunter kommen auch Saugeinrichtungen zum Einsatz, die den Überführstreifen an das Trockensieb saugen sollen. Aber dies ist relativ aufwendig und hilft auch nicht beim Mitlaufen der gesamten Faserstoffbahn.

Die Aufgabe der Erfindung ist es daher das Überführen bei möglichst geringem Aufwand sicherer zu gestalten.

Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Mantelfläche eines Trockenzylinder vor dem Kontakt mit der Faserstoffbahn befeuchtet wird, wobei jedoch zumindest der mit dem Überführstreifen in Kontakt kommende Teil trocken bleibt.

Durch die Befeuchtung der Mantelfläche wird die Haftung zur Faserstoffbahn wesentlich erhöht, so dass diese nicht mit dem Trockensieb mitläuft. Da der mit dem Überführstreifen in Kontakt kommende Teil der Mantelfläche jedoch nicht befeuchtet wird, kann dieser ungestört vom Trockensieb weitergeführt werden.

Hierzu kann der Überführstreifen auch an das Trockensieb gesaugt werden.

Wegen des abschnittsweisen Überführens ist es von Vorteil, wenn der erste Trockenzylinder der Trockengruppe, insbesondere der ersten Trockengruppe einer Trockenpartie befeuchtet wird.

Dabei sollte vor dem Überführen der gesamte Teil, der mit der Faserstoffbahn in Kontakt kommenden Mantelfläche befeuchtet werden. Damit wird gewährleistet, dass die gesamte Faserstoffbahn am Trockenzylinder haften bleibt.

Im Interesse einer schnellen und problemlosen Abfuhr sollte die Faserstoffbahn vom befeuchteten Trockenzylinder in den Maschinenkeller geführt werden. Von dort kann sie zur Wiederverwendung in einen Pulper gelangen.

Während des Überführens sollte der Überführstreifen vorzugsweise allmählich breiter geschnitten werden, bis die volle Breite der Faserstoffbahn überführt ist.

Dabei ist es von Vorteil, wenn die axiale Breite der befeuchteten Mantelfläche an die Breite des Überführstreifens angepasst wird, so dass die Mantelfläche gegenüber dem Überführstreifen immer trocken ist.

Zur Minimierung des Aufwandes sollte der Trockenzylinder von einem axial verlaufenden Spritzrohr befeuchtet werden.

Dabei ist es vorteilhaft, wenn das Spritzrohr zumindest zwei separat steuerbare Abschnitte aufweist. Auf diese Weise kann dem Überführstreifen ein und dem Rest der Faserstoffbahn ein anderer Abschnitt zugeordnet werden. Vor dem Überführen befeuchten beide Abschnitte die Mantelfläche, während des Überführens wird der Abschnitt des Überführstreifens abgeschaltet und nach dem Überführen der gesamten Faserstoffbahn wird die gesamte Befeuchtung eingestellt.

Eine optimale Anpassung an die Erfordernisse hinsichtlich Befeuchtungsort und – menge ist jedoch möglich, wenn die Düsen des Spritzrohrs zumindest teilweise, vorzugsweise überwiegend oder gar ausschließlich separat steuerbar sind.

Damit können die Düsen in Abhängigkeit von der axiale Lage und Breite der Faserstoffbahn sowie der axialen Ausdehnung des Überführstreifens angesteuert werden.

Nachfolgend soll die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

In der beigefügten Zeichnung zeigt:

1: eine schematische Seitenansicht des Übergangs zwischen Pressen- und Trockenpartie und

2: einen Trockenzylinder 4 mit Faserstoffbahn 1 aber ohne Trockensieb 2.

Gemäß 1 wird die Faserstoffbahn 1 von einem Pressfilz 10 einer in Bahnlaufrichtung 6 vorgelagerten Pressenpartie zur Entwässerung der Faserstoffbahn 1 an ein luftdurchlässiges Trockensieb 2 der ersten Trockengruppe der Trockenpartie zur Trocknung der Faserstoffbahn 1 übergeben.

Dabei wird die Übernahme der Faserstoffbahn 1 von einer, vom Trockensieb 2 während der Übernahme umschlungenen und besaugten Leitwalze 11 unterstützt.

In der Trockengruppe wird die Faserstoffbahn 1 abwechselnd vom Trockensieb 2 über beheizte Trockenzylinder 4 und besaugte Leitwalzen 5 geführt, wobei das Trockensieb 2 die Faserstoffbahn 1 gegen die heiße Mantelfläche der Trockenzylinder 4 drückt.

Während die Trockenzylinder 4 alle unter der Faserstoffbahn 1 angeordnet sind, liegen die Leitwalzen 5 über der Faserstoffbahn 1. Dadurch kann die Faserstoffbahn 1 bei einem Abriss oder beim Überführen einfach in den Maschinenkeller geführt und dort in einem Pulper aufgefangen werden.

Hierzu ist dem ersten Trockenzylinder 4 ein Schaber 9 zugeordnet, der die Faserstoffbahn 1, Reste davon oder sonstige Verunreinigungen von der Mantelfläche entfernt.

Dabei liegt die Reihe der Trockenzylinder 4 über der Reihe der Leitwalzen 5.

Zwischen dem Schaber 9 und dem Kontaktpunkt der Faserstoffbahn 1 mit der Mantelfläche des Trockenzylinders 4 befindet sich ein achsparallel zum Trockenzylinders 4 und über dessen gesamte Länge verlaufendes Spritzrohr 3 mit einer Vielzahl von Düsen zur Befeuchtung der Mantelfläche.

Die Düsen des Spritzrohres 3 sind dabei separat steuerbar oder zu mehreren, quer zur Bahnlaufrichtung 6 nebeneinander angeordneten und separat steuerbaren Zonen zusammengefasst.

Dies ermöglicht die Steuerung der Lage und Ausdehnung der befeuchteten Teils der Mantelfläche, aber auch der Intensität der Befeuchtung.

Vor dem Überführen wird der gesamte Kontaktbereich mit der Faserstoffbahn 1 vom Spritzrohr 3 befeuchtet. Dies führt zu einer relativ starken Haftung der Faserstoffbahn 1 an der Mantelfläche, so dass die Faserstoffbahn 1 auch nach dem Wegführen des Trockensiebes 2 an der Mantelfläche weiterläuft.

Erst der Schaber 9 trennt die Faserstoffbahn 1 von der Mantelfläche und führt diese dann in den Maschinenkeller.

Zum Überführen wird anschließend in einem der Trockengruppe vorgelagerten Teil der Papiermaschine ein Überführstreifen 12 von der Faserstoffbahn 1 getrennt.

Damit dieser Überführstreifen 12 nicht zu stark an der Mantelfläche haftet, wird der Kontaktbereich der Mantelfläche mit dem Überführstreifen 12 nicht befeuchtet.

Wegen der Beheizung der Trockenzylinder 4 verdampft das aufgetragene Wasser relativ schnell, so dass vorherige Befeuchtungen dieses Bereiches keinerlei Auswirkung auf die Haftung haben. Außerdem wird Wasser vom Schaber 9 entfernt und Feuchtigkeit von der Faserstoffbahn 1 aufgenommen.

Infolge der geringen Haftung des Überführstreifens 12 am Trockenzylinder 4 kann dieser leicht vom Trockensieb 2 durch die Trockengruppe geführt werden. Auf der anderen Seite sorgt die Befeuchtung des verbleibenden Teils der Mantelfläche dafür, dass die Faserstoffbahn 1 am ersten Trockenzylinder 4 haften bleibt.

Im Anschluss an die vollständige Durchleitung des Überführstreifens durch die Trockengruppe wird der Überführstreifen 12 allmählich verbreitert, bis die gesamte Faserstoffbahn 1 durch die Trockengruppe geführt ist.

Während dieses Breitfahrens des Überführstreifens 12 wird die Breite der befeuchteten Mantelfläche entsprechend verkleinert, was wegen der separaten Steuerung der Düsen problemlos möglich ist.

Es kann aber auch genügen, während des Breitfahrens des Überführstreifens 12 die Befeuchtung der Mantelfläche komplett abzuschalten.

Um die Führung der Faserstoffbahn 1 am Trockensieb 2 auch zwischen den Trockenzylindern 4 zu gewährleisten, befindet sich zwischen zwei benachbarten Trockenzylindern 4 innerhalb der Trockensiebschlaufe jeweils ein Saugkasten 7.

Der Unterdruck dieses Saugkastens 7 saugt die Faserstoffbahn 1 im Normalbetrieb an das Trockensieb 2.

Um die Ablösung der Faserstoffbahn 1 von der Mantelfläche des Trockenzylinders 4 zu unterstützen, ist in diesem Bereich eine Hochvakuumzone 8 angeordnet.

Der erhöhte Unterdruck dieser Zone 8 kann aber auch zur Unterstützung der Ablösung des Überführstreifens 12 vom Trockenzylinder 4 beim Überführen benutzt werden.

Hierzu ist es von Vorteil, wenn die Hochvakuumzone 8 mehrere quer zur Bahnlaufrichtung 6 nebeneinander angeordnete und separat steuerbare Zonen besitzt, so dass weitestgehend nur der Überführstreifen 12 an das Trockensieb 2 gesaugt wird.

2 zeigt hierzu eine Draufsicht auf den Trockenzylinder 4 mit Saugkasten 7 aber ohne Darstellung des außen liegendes Trockensiebes 2.

Die Hochvakuumzone 8 ist hier beispielhaft nur gegenüber dem Überführstreifen 12 vorhanden.

Die besaugten Leitwalzen 5,11 besitzen einen perforierten Walzenmantel, dessen Innenraum mit einer Unterdruckquelle verbunden ist.


Anspruch[de]
Verfahren zum Überführen einer Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn (1) in einer Trockengruppe einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung derselben, wobei die Faserstoffbahn (1) in der Trockengruppe von einem luftdurchlässigen Trockensieb (2) gestützt, mäanderförmig abwechselnd über beheizte, unter der Faserstoffbahn (1) angeordnete Trockenzylinder (4) und über der Faserstoffbahn (1) liegende Leitwalzen (5) geführt wird, das Trockensieb (2) die Faserstoffbahn (1) gegen die Trockenzylinder (4) drückt und zum Überführen ein Überführstreifen (12) von der Faserstoffbahn (1) getrennt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelfläche eines Trockenzylinder (4) vor dem Kontakt mit der Faserstoffbahn (1) befeuchtet wird, wobei jedoch zumindest der mit dem Überführstreifen (12) in Kontakt kommende Teil trocken bleibt. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Trockenzylinder (4) der Trockengruppe befeuchtet wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Überführen der gesamte Teil, der mit der Faserstoffbahn (1) in Kontakt kommenden Mantelfläche befeuchtet wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserstoffbahn (1) vom befeuchteten Trockenzylinder (4) in den Maschinenkeller geführt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Überführstreifen (12) während des Überführens breiter geschnitten wird, bis die volle Breite der Faserstoffbahn (1) überführt ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Breite der befeuchteten Mantelfläche an die Breite des Überführstreifens (12) angepasst wird. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Trockenzylinder (4) von einem axial verlaufenden Spritzrohr (3) befeuchtet wird. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Spritzrohr (3) zumindest zwei separat steuerbare Abschnitte aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen des Spritzrohrs (3) separat steuerbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen in Abhängigkeit von der axiale Lage und Breite der Faserstoffbahn (1) sowie der axialen Ausdehnung des Überführstreifens (12) angesteuert werden.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com