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Dokumentenidentifikation DE102006015382A1 04.10.2007
Titel Verfahren zur Behandlung von nanoskalige Poren aufweisendem Material
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Laermer, Franz, 71263 Weil der Stadt, DE;
Stumber, Michael, 70825 Korntal-Münchingen, DE;
Reichenbach, Ralf, 73732 Esslingen, DE;
Scholten, Dick, 70176 Stuttgart, DE;
Maeurer, Christian, 52066 Aachen, DE
DE-Anmeldedatum 03.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006015382
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse B82B 3/00(2006.01)A, F, I, 20060403, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B01J 19/00(2006.01)A, L, I, 20060403, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von nanoskalige Poren 9 aufweisendem Material 8, insbesondere von Implantatmaterial zur Behandlung von lebenden Zellen. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die Oberflächenspannung eines zur Füllung der Volumina der nanoskaligen Poren 9 vorgesehenen Stoffes 10 reduziert wird. Im Weiteren umfasst die vorliegende Erfindung auch eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Behandlung von nanoskalige Poren aufweisendem Material nach den Ansprüchen 1 und 11.

Stand der Technik

Zur Behandlung, Beobachtung, Erforschung oder auch Züchtung lebender Zellen ist die Verwendung von Trägermaterialien bekannt, welche mit unterschiedlichsten Mitteln ausgestattet sein können. Insbesondere ist hierbei die Deponierung von Wirkstoffen in nanoskaligen Poren eines biokompatiblen Materials bekannt. Beispielsweise eignet sich hierfür entsprechend porosifiziertes Silizium.

Zur Herstellung des porösen Siliziums wird beispielsweise Fluss-Säure (HF) verwendet, die in hohem Maße toxisch ist. Diese greift das Silizium bei einem entsprechenden Anodisierungsverfahren so an, dass an der Oberfläche des Siliziums Poren entstehen, deren Porengröße und Struktur durch die Variierung verschiedener Anodisierungsparameter bestimmt werden können. Insbesondere zur lokal möglichst gleichmäßigen und möglichst genau dosierbaren Abgabe von Wirkstoffen aus einem solchem Trägerkörper ist die Ausbildung von extrem klein strukturierten Poren gewünscht, deren Geometrien im Nanometerbereich liegen.

Aufgrund der Kapillarwirkung verbleiben Reste der hochtoxischen Fluss-Säure im Inneren dieser nanoskaligen Poren. Die Ausbringung dieser Fluss-Säure-Reste und gegebenenfalls weiterer vom Anonisierungsschlamm herrührender Rückstände wird nur durch vollständigen Kontakt eines entsprechend geeigneten Lösungsmittels möglich. Durch die Verwendung herkömmlicher Lösungsmittel wie z. B. Wasser, organische Lösungsmittel etc. kann dies jedoch bisher nicht zuverlässig gewährleistet werden, da diese nur schlecht in die Poren eindringen können.

Aufgabe und Vorteile der Erfindung

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Behandlungsmöglichkeit nanoskaliger Poren, insbesondere deren Oberflächen, zu verbessern.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 11 gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung angegeben.

Demnach betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Behandlung von nanoskaligen Poren aufweisendem Material, insbesondere von Implantatmaterial zur Behandlung von lebenden Zellen. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Oberflächenspannung eines zur Füllung der Volumen der nanoskaligen Poren vorgesehenen Stoffes oder Stoffgemisches reduziert wird.

Dieser Vorgehensweise liegt die Erkenntnis zugrunde, dass damit ein Eindringen in kleinste Poren auch für solche Fluide möglich ist, die unter üblichen Verfahrensbedingungen nur schlecht oder gar nicht in diese Bereiche eindringen können. Als insbesondere vorteilhaft wird hierzu die Überführung des dafür vorgesehenen Stoffes bzw. Stoffgemisches zum Eindringen in die nanoskaligen Poren in einen superkritischen Zustand vorgeschlagen. Dieser bewirkt, dass der verwendete Stoff beziehungsweise das verwendete Stoffgemisch Eigenschaften annimmt, die zwischen denen liegen, die Flüssigkeiten und Gase aufweisen. Insbesondere kann hierbei seine Oberflächenspannung um Potenzen reduziert werden, bei bestimmten Stoffen kann sie sogar nahezu vollständig abgebaut werden, so dass dieser Stoff in diesem Zustand bis in die kleinsten Strukturen einer Oberflächenvertiefung eindringen kann.

In bevorzugter Weise wird zur Verwendung des in einen superkritischen Zustand zu überführenden Stoffes CO2 vorgeschlagen. CO2 hat den Vorteil, dass es beim Kontakt mit lebenden Zellen nicht toxisch ist. Somit können auch bei gegebenenfalls nach dem Behandlungsvorgang der nanoskaligen Poren verbleibenden Rückständen in den Poren dadurch keine nachteiligen Auswirkungen für den weiteren Einsatzzweck des damit gereinigten Trägermaterials hervorgerufen werden, insbesondere nicht beim Kontakt mit lebenden Zellen.

Ein weiterer Vorteil von CO2 liegt darin, dass es ein Lösungsmittel für Fluss-Säure (HF) ist, so dass es aufgrund seines vollständigen Eindringen bis in die kleinsten porösen Vertiefungen darin anhaftende Fluss-Säure auflösen, von der Oberfläche entfernen und aus der Pore vollständig austragen kann. Diese Reinigungswirkung ist auch für HNO3 erzielbar, sowie für diverse, weitere für den Organismus nicht verträgliche Lösungsmittel, die so durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Verfahrensweise aus kleinsten Poren zuverlässig entfernt werden können.

Insbesondere gut eignet sich in einem superkritischen Zustand überführtes CO2 (SCCO2) für die Lösung unpolarer Moleküle. Durch einen entsprechenden Eintrag und Austausch von SCCO2 in Porenvolumen können damit alle Rückstände oder Verunreinigung aus diesem ausgetragen werden. Um auch Rückstände und Verunreinigungen in der Form polarer Stoffe von den Oberflächen der nanoskaligen Poren abzulösen beziehungsweise aus deren Volumen austragen zu können, kann dem in den superkritischen Zustand zu überführenden Stoff ein Hilfslösungsmittel, insbesondere ein Tensid beigemengt werden, so dass eine entsprechende Mikroemulsion erzeugt wird. Dabei bilden sich Myzellen, die den polaren Stoff innen einschließen. Hierbei weisen die polaren Enden der Tenside nach innen und die unpolaren nach außen, so dass auch polare Stoffe zum Beispiel mit dem SCCO2 gelöst und aus dem porösen Material entfernt werden können. Damit kann die notwendige Reinheit beziehungsweise Hygiene für den Einsatz solcher nanoskalige Poren aufweisenden Trägerstoffe in der Medizin, insbesondere im Kontakt mit lebenden Zellen garantiert werden.

Die ausgelösten Stoffe, also Verunreinigungen oder Rückstände, werden aus einer Prozesskammer zur Durchführung des Verfahrens herausgeleitet und beim Expandieren des Mediums in gasförmigem Zustand ausgefällt und mit entsprechenden Mitteln, wie zum Beispiel Filter oder Aktivkohle aufgefangen. Auf diese Weise können die aus den Poren ausgelösten Rückstände zuverlässig aus dem Prozess ausgeleitet werden.

Um die Deponieeigenschaften der gereinigten nanoskaligen Poren insbesondere im Hinblick auf die Aufnahme von Wirkstoffen für medizinische Anwendungen zu verbessern, kann das Trägermaterial im Weiteren zum Beispiel mit einem die Oberflächeneigenschaften der nanoskaligen Poren modifizierenden Stoff und/oder einem entsprechenden Bearbeitungsverfahren beaufschlagt werden. Insbesondere gut eignet sich hierfür die Beaufschlagung mit O2-Plasma zur Erzeugung von Hydroxylgruppen an einer Siliziumoberfläche, um eine ganz bestimmte, auf einen in das Trägermaterial einzubringenden Stoff abgestimmte Reaktion mit der Porenoberfläche hervorzurufen. Hierbei handelt es sich häufig um eine Siliziumoberfläche, da dieses biokompatible Material zum Beispiel nach dem Eindringen in einen Körper entweder unschädlich in diesem verkapselt wird, wobei es bei Bedarf später auch wieder entfernt werden kann, oder aber zu unschädlicher Kieselsäure abgebaut wird, die sowieso im Körper vorhanden ist.

Zur Deponierung beziehungsweise Abscheidung von Wirkstoffen, insbesondere medizinischen Wirkstoffen, in solchen nanoskaligen Poren, wird im Weiteren vorgeschlagen, diesen Wirkstoff dem in den superkritischen Zustand zu überführenden Stoff beziehungsweise dem Stoffgemisch beizumengen. Damit können die vorteilhaften Eigenschaften – Eindringen in kleinste Vertiefungen und gegebenenfalls Transport eines weiteren Stoffes oder Stoffgemisches – des sich im superkritischen Zustand befindlichen Stoffes beziehungsweise Stoffgemisches auch für die Befüllung dieser Depotvolumina genützt werden. Auch hierzu wird in besonders bevorzugter Weise SCCO2 wegen seiner nicht toxischen und hinsichtlich unpolarer Stoffe hochlöslichen Wirksamkeit vorgeschlagen. Nach dem Eindringen dieses Trägermediums in die Poren können die in ihm aufgenommenen Wirkstoffe darin deponiert werden, zum Beispiel durch Anlagerung an den innenliegenden Porenoberflächen.

Zur Einbringung von polaren Stoffen in die nanoskaligen Poren wird wiederum vorzugsweise die Beimengung eines Tensides zu dem in seiner Oberflächenspannung reduzierten Stoff entsprechend des oben beschriebenen Reinigungsvorgangs vorgeschlagen. Damit können nun in umgekehrter Transportrichtung polare Stoffe von außen ins Innere der nanoskaligen Poren eingebracht und gegebenenfalls durch eine chemische und/oder physikalische Reaktion mit der Oberfläche der Pore ablagernd verbunden werden. Insbesondere gut für solche Deponierungsarten eignen sich mit dem zuvor beschriebenen Behandlungsverfahren O2-Plasma-beaufschlagte Porenoberflächen.

Eine weitere Möglichkeit zur Abscheidung von Wirkstoffen im Inneren von nanoskaligen Poren kann durch die Einflussnahme auf die Dichte des im superkritischen Zustand befindlichen Stoffes beziehungsweise Stoffgemisches realisiert werden. Dazu kann beispielsweise durch die Variierung des Druckes direkt auf den Massentransport beziehungsweise auf die Lösungsfähigkeit des SCCO2 eingewirkt werden. Das heißt, zuerst wird unter einem ausreichend hohen Druck der einzubringende Stoff in dem SCCO2 gelöst und unter zeitlich ausreichend langer Beaufschlagung bis in die tiefsten Stellen der porösen Struktur transportiert. Nach Ablauf der für diesen Transportvorgang vorgesehenen Zeit wird durch Reduzieren des Drucks die Dichte des CO2 so verringert, dass aufgrund der dadurch verringerten Lösungsfähigkeit der zu deponierende Wirkstoff aus dem CO2 ausfällt und sich im Inneren der nanoskalaren Strukturen niederschlägt. Eine weitere Möglichkeit der Einflussnahme auf die Dichte des SCCO2 liegt in der Variierung seiner Temperatur.

Zur Durchführung dieser Verfahren wird im Weiteren eine Vorrichtung zur Behandlung von solchem, nanoskalige Poren aufweisenden Material, insbesondere von Implantatmaterial zur Behandlung von lebenden Zellen, vorgeschlagen. Diese Vorrichtung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie Mittel aufweist, die zur Reduzierung der Oberflächenspannung eines zur Füllung der Volumen der nanoskaligen Poren vorgesehenen Stoffes oder eines entsprechenden Stoffgemisches aufweist. Insbesondere können solche Mittel eine den im Mittel vorherrschenden Druck erhöhende und/oder erniedrigende Vorrichtung umfassen, wie zum Beispiel eine Hochdruckpumpe, einen Verdichter oder dergleichen mehr. Auch Mittel zur Einflussnahme auf die Temperatur des in einen superkritischen Zustand zu überführenden Stoffes beziehungsweise Stoffgemisches sind dazu geeignet, zum Beispiel eine elektrische Heizung.

Weiter vorteilhaft kann diese Vorrichtung entsprechende Rückhalte- und/oder Filtermittel zur Aufnahme ausgetragener Schadstoffe umfassen, gegebenenfalls in Kombination mit druck- und/oder temperaturverändernden Mitteln. Dadurch können die durch Ausfällen aus dem Trägermedium aus den Poren entfernten Rückstände oder Verunreinigungen unschädlich lokal gesammelt werden.

In weiter vorteilhafter Weise kann die Vorrichtung auch noch mit Mitteln zum Eintrag eines Tensides in die Vorrichtung versehen sein. Zum Beispiel kann es sich hierbei um einen entsprechenden Speicher, ein Ventil und/oder eine Druckregelvorrichtung, eine Dosiervorrichtung und gegebenenfalls weitere Steuer und/oder Regeleinheiten handeln.

Selbstverständlich können auch für den Stoff, dessen Oberflächenspannung reduziert wird, solche Speicher und/oder Druckkontrollmittel vorgesehen sein.

Ausführungsbeispiel

Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen und der nachfolgend darauf Bezug nehmenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen

1 ein Flussdiagramm zur symbolischen Darstellung einzelner Schritte eines Verfahren zur Behandlung von nanoskaligen Poren aufweisendem Material;

2 eine schematische Draufsicht auf ein nanoskalige Poren aufweisendes Material;

3 eine vergrößerte Darstellung einer ausschnittsweisen Ansicht aus 2;

4 eine schematische Darstellung einer zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Vorrichtung.

Das Flussdiagramm 1 stellt symbolisch einzelne Verfahrensschritte 2 bis 5 zur Durchführung eines Verfahrens zur Behandlung von nanoskaligen Poren aufweisendem Material dar, insbesondere von Implantatmaterial zur Behandlung von lebenden Zellen. Die Pfeile 6 symbolisieren die Übergänge zwischen den einzelnen Verfahrensschritten 2 bis 5. Der Pfeil 7 symbolisiert eine gegebenenfalls durchzuführende Wiederholung des Verfahrensschrittes 5.

Im Verfahrensschritt 2 wird die Oberflächenspannung eines Stoffes 10 oder Stoffgemisches 10 reduziert, der zur Füllung der Volumen nanoskaliger Poren 9 eines Materials 8 vorgesehenen ist (2, 3). Die Oberflächenspannung wird dabei so stark reduziert, dass der Stoff 10 vollständig in die nanoskaligen Poren 9 eindringen kann. Vorzugsweise wird der Stoff beziehungsweise das Stoffgemisch 10 dazu in einen superkritischen Zustand überführt. Besonders bevorzugt wird hierzu CO2 verwendet, welches einerseits keine toxischen Wirkungen hinsichtlich lebender Zellen aufweist und andererseits sehr gut lösende Eigenschaften in Bezug auf aus den nanoskaligen Poren zu entfernende Rückstände oder Verunreinigungen aufweist, wie diese beispielsweise vom Herstellungsprozess herrühren. Insbesondere sind hierbei Abscheidungsrückstände aus Anodisierungsverfahren zur Herstellung der nanostrukturierten Poren auszubringen, wie zum Beispiel Fluss-Säure (HF) oder HNO3 oder andere diverse, für den Organismus nicht verträgliche Lösungsmittel und dergleichen mehr.

Nach Eindringen in die nanoskaligen Poren kann das in den superkritischen Zustand versetzte CO2 (SCCO2) die darin befindlichen Rückstände als Lösungsmittel lösen und aufgrund seiner vergleichsweise vernachlässigbaren Oberflächenspannung rückstandsfrei von der Oberfläche der Poren entfernen und im Anschluss daran aus den Poren ebenfalls rückstandsfrei austragen. Zur Veranschaulichung dieses Vorgangs dient die als Vergrößerung eines Ausschnitts aus der 2 gezeigte 3. Im Inneren der als Schnittdarstellung gezeigten, vergrößerten Ansicht haftet ein Rückstand 11 oder eine Verunreinigung 11, der beziehungsweise die beispielsweise vom Herstellungsprozess der nanoskaligen Pore 9 herrührt. Der sich im superkritischen Zustand befindliche Stoff 10, vorzugsweise SCCO2, weist nun eine dermaßen reduzierte Oberflächenspannung auf, das er problemlos ins Innere dieser Pore eindringen und die darin befindliche Verunreinigung lösen und infolgedessen aus der Pore 9 austragen kann.

Zur Verbesserung der Reinigungswirkung beziehungsweise zur Bindung von gegebenenfalls vorhandenen, polaren Rückständen kann entsprechend des Verfahrenschrittes 3 aus der 1 dem in einen superkritischen Zustand zu überführenden Stoff ein Hilfslösungsmittel, insbesondere ein Tensid beigemengt werden. Dieses bindet polare Rückstände so, dass deren polare Seite nach innen und deren unpolare Seite nach außen weist, wodurch wiederum eine rückstandsfreie Entfernung aus der nanoskaligen Pore ermöglicht wird.

Anschließend kann, wiederum wahlweise, ein Verfahrensschritt 4 entsprechend der 1 durchgeführt werden. Dabei kann zum Beispiel zur Modifizierung der Oberflächeneigenschaften der nanoskaligen Poren 9 das als Trägermaterial für Wirkstoffe vorgesehene Material 8 mit einem O2-Plasma zur Erzeugung von Hydroxylgruppen, zum Beispiel an einer Siliziumoberfläche, beaufschlagt werden. Dadurch ist eine ganz bestimmte Abstimmung auf einzelne, einzubringende Stoffe beziehungsweise eine Reaktion zwischen diesen Stoffen und der Porenoberfläche möglich.

Als nächstes wird der Verfahrensschritt 5 entsprechend der 1 durchgeführt, in welchem dem als Trägermedium fungierenden, in superkritischen Zustand zu versetzenden Stoff oder Stoffgemisch 10 ein in den nanoskaligen Poren 9 zu deponierender Wirkstoff 13 beigemengt wird. Zur Abscheidung des zu deponierenden Stoffes 13 kann beispielsweise eine chemische und/oder physikalische Reaktion zwischen dem zu deponierenden Stoff 13 und der Oberfläche 14 der nanoskaligen Poren 9 ausgelöst werden.

Zur Abscheidung des zu deponierenden Stoffes 13 in den nanoskaligen Poren 9 kann nach Ablauf einer entsprechenden Transportzeit zur Einbringung des Wirkstoffs in die Poren die Dichte des im superkritischen Zustand befindlichen Stoffes 10 reduziert werden. Dadurch fällt der im Trägermedium 10 gebundene Wirkstoff 13 im Inneren der Poren 9 aus und kann sich beispielsweise an der Porenwand 14 anlagern. Gegebenenfalls kann dieser Verfahrensschritt 5 zur Erhöhung der Deponiedichte im Inneren der Poren wiederholt durchgeführt werden.

Eine Vorrichtung 15 zur Durchführung dieser Verfahrensschritte wird entsprechend der Darstellung in 4 schematisch in vereinfachter Ausführungsform gezeigt. Sie umfasst neben einer Druckkammer 16 zur Aufnahme des nanoskalige Poren 9 aufweisenden Materials 8 Mittel 17 zur Reduzierung der Oberflächenspannung eines zur Füllung der Volumina der nanoskaligen Poren 9 vorgesehenen Stoffes 10. Diese Mittel 17 können unter anderem eine Hochdruckpumpe 18, eine Heizung 19 und gegebenenfalls weitere Steuer- und/oder Regeleinheiten 20 umfassen.

Der Vollständigkeit halber sind noch ein CO2-Speicher 21 und ein Speicher 22 mit dem abzuscheidenden Material 13 dargestellt. Sie sind über Leitungen 23, 24 sowie Ventilen 25 und 26 mit der Einheit 17 verbunden. Diese steht ihrerseits über die Leitung 27 mit der Kammer 16 in Verbindung. Die Überwachung der gesamten Anlage kann beispielsweise durch die Kontrolleinheit 28 erfolgen.

Ebenso kann die Druckkammer 16 eine Heizung 19 und gegebenenfalls weitere Steuer- und/oder Regeleinheiten 20 umfassen. In der Regel werden zur Erhöhung der Löslichkeit des Wirkstoffs 13 im Trägermedium 10 Hilfslösemittel (Co-Solvents) 12 beigegeben.


Anspruch[de]
Verfahren zur Behandlung von nanoskalige Poren (9) aufweisendem Material (8), insbesondere von Implantatmaterial zur Behandlung von lebenden Zellen, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenspannung eines zur Füllung der Volumen der nanoskaligen Poren (9) vorgesehenen Stoffes (10) oder Stoffgemisches (10) reduziert wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoff (10) bzw. das Stoffgemisch (10) zum Einbringen in die nanoskaligen Poren (9) in einen superkritischen Zustand überführt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass CO2 als der in einen superkritischen Zustand zu überführender Stoff (10) verwendet wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der sich im superkritischen Zustand befindliche Stoff (10) bzw. das Stoffgemisch (10) zum Ausbringen von in den nanoskaligen Poren (9) befindlichen Verunreinigungen oder Rückständen (11) eingesetzt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der sich im superkritischen Zustand befindliche Stoff (10) bzw. das Stoffgemisch (10) zum Lösen von an den Oberflächen der nanoskaligen Poren (9) haftenden Verunreinigungen oder Rückständen (11) eingesetzt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Stoff (10) bzw. dem Stoffgemisch (10) ein Hilfslösungsmittel (12) beigemengt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das nanoskalige Poren (9) aufweisende Material (8) mit einem die Oberflächeneigenschaften der nanoskaligen Poren (9) modifizierenden Stoff und/oder Bearbeitungsverfahren beaufschlagt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Stoff (10) bzw. dem Stoffgemisch (10) ein in den nanoskaligen Poren (9) zu deponierender Wirkstoff (13) beigemengt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abscheidung des zu deponierenden Stoffes (13) eine chemische und/oder physikalische Reaktion zwischen dem zu deponierenden Stoff (13) und der Oberfläche (14) der nanoskaligen Poren (9) ausgelöst wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abscheidung des zu deponierenden Stoffes (13) in den nanoskaligen Poren (9) die Dichte des im superkritischen Zustand befindlichen Stoffes (10) bzw. Stoffgemisches (10) verändert wird. Vorrichtung (15) zur Behandlung von nanoskalige Poren (9) aufweisendem Material (8), insbesondere von Implantatmaterial zur Behandlung von lebenden Zellen, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (17) zur Reduzierung der Oberflächenspannung eines zur Füllung der Volumen der nanoskaligen Poren (9) vorgesehenen Stoffes (10) oder eines Stoffgemisches (10) vorgesehen sind. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (17) zur Reduzierung der Oberflächenspannung eine den im Mittel (10) vorherrschenden Druck erhöhende und/oder erniedrigende Vorrichtung (18) umfassen. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (17) zur Reduzierung der Oberflächenspannung eine die im Mittel (10) vorherrschenden Temperatur erhöhende und/oder erniedrigende Vorrichtung (19) umfassen.






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