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Dokumentenidentifikation DE102006015834A1 04.10.2007
Titel Schweißbolzen
Anmelder Köster & Co. GmbH, 58256 Ennepetal, DE
Erfinder Mäckel, Ulrich, 58285 Gevelsberg, DE;
Trillmich, Rainer, 58540 Meinerzhagen, DE
Vertreter Sparing · Röhl · Henseler, 40237 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 03.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006015834
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse C22C 38/04(2006.01)A, F, I, 20060403, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C22C 38/02(2006.01)A, L, I, 20060403, B, H, DE   C21D 8/06(2006.01)A, L, I, 20060403, B, H, DE   B23K 9/20(2006.01)A, L, I, 20060403, B, H, DE   F16B 35/00(2006.01)A, L, I, 20060403, B, H, DE   
Zusammenfassung Verwendung einer Stahllegierung mit (in Masse-%) mehr als 1,3 bis 1,9% Mn, mehr als 0,7 bis 1,1% Si, bis 0,15% C, bis 0,025% S, bis 0,040% P, Rest Eisen, einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen, die zur Erhöhung der Festigkeit einer Kaltumformung unterzogen wurde, als Material für einen Schweißbolzen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Verwendung einer Stahllegierung für Schweißbolzen für Bolzenschweißprozesse.

Es ist bekannt, Gewindebolzen und Stifte aus niedrig legiertem Stahl, z.B. S235 nach EN 10025 durch Kaltumformung zu fertigen, so daß nach der Umformung die mechanischen Eigenschaften 4.8 (nach ISO 898) erreicht werden. Kopfbolzen als Verbindungselemente zwischen Stahl und Beton werden ebenfalls aus S235 oder ähnlichen, niedrig legierten Stahlsorten hergestellt und erreichen nach der Kaltumformung eine Festigkeit von 450 N/mm2.

Für Anwendungen, bei denen höhere Festigkeiten gefordert werden, z.B. 8.8 (nach ISO 898), wird üblicherweise ein Stahl mit höherem Kohlenstoffgehalt, z.B. 0,35%, verwendet. Dieser läßt sich jedoch nicht bolzenschweißen, da der hohe Kohlenstoffgehalt zur Aufhärtung und damit zur Versprödung der Schweißzone führt. Somit sind viele Anwendungsbereiche, besonders im Maschinenbau, dem wirtschaftlichen Bolzenschweißverfahren nur eingeschränkt zugänglich.

Gewindebolzen und Stifte der Festigkeitsklasse 8.8 wurden bisher aus dem Werkstoff 19MnB4 hergestellt.

Nachteilig dabei ist, daß zur Verwendung des Werkstoffs als Schweißbolzen eine Wärmebehandlung erforderlich ist, wodurch diese teuer in der Herstellung sind. Ferner kann der Werkstoff einen so hohen Kohlenstoffgehalt aufweisen, daß die Gefahr der Aufhärtung besteht, der die Schweißeignung des Werkstoffs durch Bildung von Härterissen verringert. Unter Aufhärtung wird eine Härtesteigerung verstanden, die entsteht, wenn Stahl aus Temperaturen über ca. 800°C schnell abgekühlt wird. Das Härtegefüge wird Martensit genannt. Ferner besteht wegen des hohen Martensitanteils eine Gefahr von wasserstoffinduzierten Rissen und die Bruchdehnung ist mit 10% nur gering. Die Schwärzung des Bolzens bringt zusätzlich Wasserstoff in die Schmelze, der beträchtlich die Bruchdehnung und -einschnürung verringert, was zur Versprödung führt.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen verbesserten Werkstoff als Material für einen Schweißbolzen zu verwenden.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Überraschenderweise läßt sich ein mit Mangan und Silicium legierter Stahl als Material für einen Schweißbolzen verwenden. Die Stahllegierung kann ohne Aufhärtung verwendet werden. Die Mangan- und Siliciumgehalte sind ausreichend hoch, so daß die Zugfestigkeit und die Streckgrenze erhöht sowie die Kerbschlagzähigkeit verbessert werden. Ein Vorteil solcher Stahllegierungen liegt ferner in Festigkeitswerten bei höherer Bruchdehnung, die ohne Wärmebehandlung, allein durch Kaltumformung erreicht wird. Ein niedriger Kohlenstoffanteil wirkt sich dabei vorteilhaft bei der Schweißbarkeit aus.

Die Mangan-Silicium-legierten Stähle zur Verwendung als Material für Schweißbolzen weisen (in Masse-%)

  • mehr als 1,3 bis 1,9% Mn,
  • mehr als 0,7 bis 1,1% Si,
  • bis 0,15% C,
  • bis 0,025% S,
  • bis 0,040% P,
Rest Eisen, einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen, die zur Erhöhung der Festigkeit einer Kaltumformung unterzogen wurde, als Material für einen Schweißbolzen.

Nach Testergebnissen wies die Legierung mit einem Kohlenstoffanteil von ungefähr 0,09%, einem Siliciumanteil von ungefähr 0,90%, einem Mangananteil von ungefähr 1,60%, einem Schwefelanteil von unter ungefähr 0,015% und einem Phosphoranteil von unter ungefähr 0,020% (bezogen auf die Masse) eine Bruchdehnung und Festigkeitswerte auf, die der Schraubenqualität 8.8 bei guter Schweißeignung genügt.

Bei einem solchen Mangan-Silicium-Dualphasenstahl, d.h. einem legierten Stahl aus Ferrit mit ca. 20% Martensitinseln im Gefüge durch schnelles Abkühlen aus dem &ggr;-&agr;-Zweiphasenfeld des Eisen-Kohlenstoff-Diagramm, wird das Eigenschaftsprofil durch thermomechanisches Walzen eingestellt. Daraus resultiert ein ferritisches Gefüge mit geringen Anteilen an Perlit und Martensit. Die gewünschten mechanischen Eigenschaften am Bauteil werden über eine abgestimmte Kombination der Walzdrahtfestigkeit mit der aus Ziehabzug und Formgebung eingebrachten Kaltverfestigung erzielt. Das Dualphasengefüge und ein geringer Kohlenstoffgehalt stellen auch nach hoher Kaltumformung eine gute Kaltzähigkeit sicher. Die Legierung kann als Schweißbolzen, bei denen eine gute Schweißbarkeit und eine hohe Festigkeit gefordert werden, erfolgversprechend eingesetzt werden.

Begünstigend ist in der Legierung das ferritbildende Element Silicium vorhanden, indem die Diffusion des Kohlenstoffs aus dem Ferrit in den Austenit beschleunigt wird. Durch das Legierungselement Mangan wird eine Umwandlung in der Perlitstufe vermieden.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den Unteransprüchen zu entnehmen.

Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten schematischen Abbildungen des Ausführungsbeispiels näher erläutert.

1 zeigt eine Spannungs-Dehnungskurve eines Zugversuchs für eine erfindungsgemäße Verwendung einer Stahllegierung für einen Schweißbolzen.

Zur Verwendung als Schweißbolzen wurden Gewindebolzen M 12 x 45 PD, d.h. Gewindebolzen mit Teilgewinde, und Gewindebolzen M 12 x 45 RD, d.h. Gewindebolzen mit reduziertem Schaft getestet, die aus einem thermomechanisch gewalzten Mangan-Silicium-legierten Dualphasenstahl hergestellt wurden. Der Mangan-Silicium-legierte Dualphasenstahl wies Eisen mit einem Anteil von Mangan von ungefähr 1,60 Gewichts-%, von Silicium von ungefähr 0,90 Gewichts-% und von Kohlenstoff von ungefähr 0,09% auf. Der Anteil von Schwefel und Phosphor war kleiner/gleich 0,015 Gewichts-% bzw. 0,020 Gewichts-%.

Für den Mangan-Silicium-legierten Dualphasenstahl liegt die ASTM(American Society for Testing Materials)-Klasse der Korngröße zwischen ca. 8 bis 10, so daß die Korngröße gemäß dieser Klassifikation als fein bezeichnet werden kann. Der mittlere Korndurchmesser liegt zwischen ungefähr 5 bis ungefähr 40 &mgr;m.

Die jeweiligen Bolzen wurden auf einen 12 mm dicken Grundwerkstoff S235 aufgeschweißt. Es wurde eine Schweißanlage Fabrikat Köster, 2000 E, K 22-D verwendet.

Für die Gewindebolzen M 12 x 45 PD wurde ein Schweißstrom von 750 A, eine Schweißzeit von 350 ms, ein Hub von 1,5 mm, ein Überstand von ca. 4 mm und eine leichte Dämpfung eingestellt. Für die Gewindebolzen M 12 x 45 PD wurde ein Biegewinkel von ca. 60° ohne Bruch des Bolzens ermittelt. Das Drehmoment wurde zu ca. 100 Nm mit Muttern der Qualität 8 ermittelt. Die Schweißeigenschaften sind vergleichbar mit einem Material der Güte 4.8.

Für die Gewindebolzen M 12 x 45 RD wurde ein Schweißstrom von 650 A, eine Schweißzeit von 300 ms, ein Hub von 1,5 mm, ein Überstand von ca. 4 mm und eine Dämpfung eingestellt. Für die Gewindebolzen M 12 x 45 RD wurde ein Biegewinkel von 40° mit Bruch im reduzierten Teil des Bolzens ermittelt. Das Drehmoment wurde zu ca. 90 Nm mit Muttern der Qualität 8 ermittelt. Die Schweißeigenschaften sind vergleichbar mit einem Material der Güte 4.8.

1 zeigt das Ergebnis eines Zugversuchs, der zur Prüfung der Festigkeit bei statistischer Belastung an den Gewindebolzen des Mangan-Silicium-legierten Dualphasenstahl durchgeführt wurde. Die Kurve zeigt, daß die Zugfestigkeit Rm, d.h. der Quotient aus der größten Kraft, die während des Versuches an dem Gewindebolzen wirkte, und dem Querschnitt des Gewindebolzens, etwas über 800 N/mm2.


Anspruch[de]
Verwendung einer Stahllegierung mit (in Masse-%)

mehr als 1,3 bis 1,9% Mn,

mehr als 0,7 bis 1,1% Si,

bis 0,15% C,

bis 0,025% S,

bis 0,040% P,

Rest Eisen, einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen, die zur Erhöhung der Festigkeit einer Kaltumformung unterzogen wurde, als Material für einen Schweißbolzen.
Verwendung der Stahllegierung nach Anspruch 1, die durch die Kaltumformung von mehr als 35% eine Streckgrenze von über 700 MPa aufweist für eine Güte 8.8. Verwendung der Stahllegierung nach Anspruch 1 oder 2, die für die Erhöhung der Festigkeit thermomechanisch gewalzt ist. Verwendung der Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, die ein Mangan-Silicium-legierter Dualphasenstahl ist. Verwendung der Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit (in Masse-%)

mehr als 1,5 bis 1,60% Mn,

mehr als 0,8 bis 0,9% Si,

und bis zu 0,08 bis 0,09% C.
Verwendung der Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Schweißbolzen ein Außengewinde aufweist. Verwendung der Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Schweißbolzen einen Durchmesser von 5,5 bis 25 mm aufweist. Verwendung einer Stahllegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Bolzen einen aufgestauchten Kopf zur Verankerung in Beton aufweist.






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