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Dokumentenidentifikation DE102007009881A1 04.10.2007
Titel Rakelfarbkasten
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Greulich, Udo, 69231 Rauenberg, DE;
Michels, Jürgen, 69221 Dossenheim, DE;
Schaffrath, Dieter, 64653 Lorsch, DE;
Schönberger, Wolfgang, 69198 Schriesheim, DE;
Schwaab, Bernhard, 67434 Neustadt, DE;
Thielemann, Michael, 69118 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 28.02.2007
DE-Aktenzeichen 102007009881
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse B41F 31/04(2006.01)A, F, I, 20070228, B, H, DE
Zusammenfassung Ein Rakelfarbkasten (2) eines Anilox-Farbwerks einer Druckmaschine umfasst eine Rakel (3) und eine Schwenkrückwand (6).
An der Schwenkrückwand (6) ist eine Dichtung (10) angebracht, welche eine Lamelle ist und zur Rakel (3) hin umgebogen ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Rakelfarbkasten mit einer Rakel und einer Schwenkrückwand, an der eine Dichtung angebracht ist.

Derartige Rakelfarbkästen werden in Anilox-Farbwerken von Druckmaschinen eingesetzt und ermöglichen es, durch Schwenken der Rückwand den Farbpegel der in dem Farbkasten gespeicherten Druckfarbe wahlweise anzuheben und abzusenken. Der Farbpegel wird für den Druckbetrieb angehoben, so dass er sich dabei oberhalb der Schneide der Rakel befindet. Zum Anheben des Farbpegels wird die Rückwand zur Rakel hin geschwenkt, wobei eine Verdrängung der Druckfarbe erfolgt. Um Wartungsarbeiten durchführen zu können, wird der Rakelfarbkasten von der Rasterwalze des Anilox-Farbwerks abgestellt. Damit die Druckfarbe dabei nicht aus dem Rakelfarbkasten ausläuft, wird der Farbpegel abgesenkt, so dass er sich unterhalb der Schneide befindet. Zum Absenken des Farbpegels wird die Rückwand von der Rakel weg geschwenkt.

In DE 102 03 695 A1 ist ein dementsprechender Rakelfarbkasten beschrieben. Bei diesem Farbkasten ist eine leistenförmige Dichtung vorgesehen, welche verhindern soll, dass die Druckfarbe durch den Spalt dringt, welchen die Rückwand zusammen mit dem Farbkastenboden bildet. Diese leistenförmige Dichtung ist aber nicht wirksam genug, so dass mit Leckage zu rechnen ist.

Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Rakelfarbkasten mit einer wirksameren Dichtung zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch einen Rakelfarbkasten mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Der erfindungsgemäße Rakelfarbkasten mit einer Rakel und einer Schwenkrückwand, an der eine Dichtung angebracht ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung eine Lamelle ist, welche zur Rakel hin umgebogen ist.

Die erfindungsgemäße Ausbildung der Dichtung ist in verschiedener Hinsicht vorteilhaft: Die umgebogene Lammelle gewährleistet auch bei einem hohen hydrodynamischen Druck der Druckfarbe, welcher bis zu 1 bar betragen kann, eine absolut zuverlässige Abdichtung des Spaltes zwischen der Rückwand und dem Farbkastenboden. Ein Zusatzvorteil ist darin zu sehen, dass die umgebogene Lamelle bei einem zur Rakel hin erfolgenden Schwenken der Rückwand als ein Reinigungsschaber fungiert und die Druckfarbe vom Farbkastenboden abstreift. Der im Druckbetrieb offen liegende Teil des Farbkastenbodens, welcher sich auf der der Druckfarbe entgegengesetzten Seite der Schwenkrückwand befindet, wird durch die Wischwirkung der Lamelle im Prinzip völlig von Verschmutzungen durch Druckfarbe befreit.

Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Rakelfarbkastens sind in den Unteransprüchen genannt und ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigt:

1 eine Rasterwalze und einen davon abgestellten Rakelfarbkasten,

2 die Rasterwalze mit daran angestelltem Rakelfarbkasten und

3 einen Farbkasteneinsatz für den Rakelfarbkasten.

In den 1 und 2 ist eine Rasterwalze 1 eines Anilox-Farbwerks einer Offsetdruckmaschine dargestellt und ein Farbkasten 2. An dem Farbkasten 2 ist mittels einer Klemmeinrichtung eine Rakel 3 befestigt, die im Druckbetrieb mit ihrer Schneide an der Rasterwalze 1 anliegt. Der Farbkasten 2 umfasst einen Grundkörper 4 und eine Rückwand 6, die um ein Gelenk 7 schwenkbar gelagert ist.

Ein Boden 5 des Farbkastens 2 wird entweder durch eine Oberfläche des Grundkörpers 4 oder durch eine auf dem Grundkörper 4 liegende Folie gebildet. Der Boden 5 kann antiadhäsiv ausgebildet sein, d. h. die Druckfarbe 9 abweisende Oberflächeneigenschaften aufweisen. Das Gelenk 7 befindet sich oberhalb des Bodens 5 und bildet den Mittelpunkt einer kreisbogenförmigen Krümmung des konkaven Bodens 5.

An der Rückwand 6 ist ein Strömungsprofil 8 angeordnet, welches zusammen mit der Rasterwalze 1 eine Engstelle für in dem Farbkasten 2 gespeicherte Druckfarbe 9 bildet, wenn die Rückwand 6 für den Druckbetrieb zur Rakel 3 hin geschwenkt ist, wie dies in 2 gezeigt ist. Das Strömungsprofil 8 verbessert die Befüllung der Rastervertiefungen der Rasterwalze 1 mit der Druckfarbe 9. Bei den Rastervertiefungen kann es sich um Näpfchen oder Rillen handeln.

Zwischen dem unteren Rand der Rückwand 6 und dem Boden 5 befindet sich ein Spalt, dessen Weite während der Bewegung der Rückwand 6 um das Gelenk 7 konstant bleibt und ca. 0,5 Millimeter beträgt. Am unteren Ende der Rückwand 6 ist auf deren der Rakel 3 zugewandten Seite eine Dichtung 10 angeordnet. Die Dichtung 10 ist eine Lamelle, welche sich streifenförmig in zur Bildebene der 1 und 2 senkrechter Richtung längserstreckt. Die Dichtung 10 besteht aus PET (Polyethylenterephthalat) oder einem anderen Kunststoff mit ähnlich hoher Verschleißbeständigkeit und ähnlicher Elastizität. Die zur Herstellung der Dichtung 10 bevorzugt verwendete PET-Folie ist vergleichsweise preiswert. Die Dichtung 10 hat eine ca. 0,2 Millimeter betragende Dicke und ist an der Rückwand 6 festgeklemmt.

Vorzugsweise ist die Dichtung 10 zwischen dem Strömungsprofil 8, welches an der Rückwand 6 angeschraubt sein kann, und der Rückwand 6 eingeklemmt. Somit ist die Dichtung 10 leicht lösbar an der Rückwand 6 befestigt, wodurch ein Auswechseln der Dichtung 10 bei deren Verschleiß oder Beschädigung ohne großen Aufwand möglich ist.

Bevor die Rückwand 6 mit dem Grundkörper 4 zusammengesetzt wird, ist die Dichtung 10 noch nicht umgebogen und ragt die Dichtung 10 ca. 1 bis 2 Millimeter über die untere Kante der Rückwand 6 hinaus. Die Dichtung 10 ist somit derart dimensioniert, dass die Dichtung 10 auf dem Boden 5 aufstößt und sich dabei elastisch verbiegt, wenn die Rückwand 6 mit dem Grundkörper 4 zusammengesetzt wird. Die Rückwand 6 wird mit dem Grundkörper 4 derart zusammengesetzt, dass sich die Dichtung 10 infolge ihres Aufstoßens auf dem Boden 5 zur Rakel 3 hin – also bezüglich der 1 und 2 nach rechts – verbiegt. Dies kann z. B. durch eine geringfügige Schleifbewegung in Gegenrichtung – also bezüglich der 1 und 2 nach links – bewirkt werden. Nach dem Einsetzen der Rückwand 6 in den Farbkasten 2 biegt sich die Dichtung 10 aufgrund ihres Überstandes in Richtung des Druckfarbe-Speicherraumes des Farbkastens 2 und drückt die Dichtung 10 infolgedessen mit einer gewissen Biege-Vorspannung gegen den Boden 5.

Der Farbkasten 2 funktioniert wie folgt:

In 1 ist ein dem Druckbetrieb vorangehender Zustand dargestellt, in welchem die Druckfarbe 9 bereits in den Farbkasten 2 eingefüllt ist. Hierbei ist die Rückwand 6 so weit von der Rakel 3 weg verstellt, dass der Farbpegel der Druckfarbe 9 unterhalb der Schneide der Rakel 3 liegt, welche noch nicht an die Rasterwalze 1 angestellt ist. Somit kann die Druckfarbe 9 nicht über die Schneide laufen und aus dem Farbkasten 2 auslaufen. In einem ersten Schritt wird der Farbkasten 2 an die Rasterwalze 1 angestellt, so dass die Schneide der Rakel 3 mit der Umfangsoberfläche der Rasterwalze 1 in Kontakt kommt. In einem zweiten Schritt wird die Rückwand 6 zur Rasterwalze 1 und Rakel 3 hin geschwenkt, wobei die Druckfarbe 9 zum großen Teil aus dem Grundkörper 4 herausgedrängt wird. Bei diesem Schwenken der Rückwand 6 streift die Dichtung 10 über den Boden 5, welcher dabei sehr sauber abgewischt wird. Außerdem wird der Farbpegel der Druckfarbe 9 infolge besagten Schwenkens so weit angehoben, dass der Farbpegel nunmehr oberhalb der Schneide der Rakel 3 liegt.

Danach wird die Rasterwalze 1 in Rotation in eine in 2 mit einem Pfeil angegebene Rotationsrichtung versetzt. Infolge dieser Rotation der Rasterwalze 1 im Druckbetrieb bildet die sich zwischen der Rückwand 6 und der Rasterwalze 1 befindende Druckfarbe 9 einen Farbwirbel, der auch als Farbrolle bezeichnet wird und in 2 mit Pfeilen angedeutet ist. Aufgrund der Bewegung der Druckfarbe 9 übt diese einen vergleichsweise hohen hydrodynamischen Druck auf die Dichtung 10 aus. Aufgrund der zum Farbvorrat hin weisenden Biegerichtung der als Lamelle, d. h. dünne, flexible Dichtlippe, ausgebildeten Dichtung 10 wird letztere durch besagten hydrodynamischen Druck umso fester gegen den Boden 5 gedrückt, desto größer der Druck ist. Der ansonsten eine Leckagegefahr darstellende hohe hydrodynamische Druck verstärkt somit aufgrund der erfindungsgemäß gewählten Biegelinienorientierung der Dichtung 10 deren Abdichtwirkung in vorteilhafter Weise.

3 zeigt eine Modifikation, bei welcher die Lamelle, d. h. die Dichtung 10, den unteren Rand eines Einsatzes 11 im Farbkasten 2 bildet. Der Einsatz 11 besteht aus einer Folie, z. B. aus Kunststoff, welche so gebogen ist, dass der Einsatz 11 Wangen 12 zur seitlichen Abdichtung hat. Der Einsatz 11 ist der Form der Rückwand 16 und des Strömungsprofils 8 angepasst, worauf er gestülpt wird, um diese Bauteile vor Verschmutzung durch die Druckfarbe 9 zu schützen.

1
Rasterwalze
2
Farbkasten
3
Rakel
4
Grundkörper
5
Boden
6
Rückwand
7
Gelenk
8
Strömungsprofil
9
Druckfarbe
10
Dichtung
11
Einsatz
12
Wange


Anspruch[de]
Rakelfarbkasten (2) mit einer Rakel (3) und einer Schwenkrückwand (6), an der eine Dichtung (10) angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (10) eine Lamelle ist und zur Rakel (3) hin umgebogen ist. Rakelfarbkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (10) an der Schwenkrückwand (6) festgeklemmt ist. Rakelfarbkasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rakelfarbkasten (2) einen konkaven Boden (5) aufweist, an dem die Dichtung (10) anliegt. Rakelfarbkasten nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkrückwand (6) um ein Gelenk (7) schwenkbar gelagert ist, welches oberhalb des Bodens (5) angeordnet ist. Rakelfarbkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (10) als lamellenartiger Rand eines Einsatzes (11) des Rakelfarbkastens (2) ausgebildet ist.






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