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Dokumentenidentifikation DE102007009968A1 04.10.2007
Titel Auto-Produktionssteuerung
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Spreckelsen, Meino von, Dr., 24119 Kronshagen, DE;
Schmidt, Arne, 24161 Altenholz, DE;
Hoppe, Jan, 24253 Probsteierhagen, DE;
Kömpe, Andreas, 24214 Altwittenbek, DE
DE-Anmeldedatum 01.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007009968
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse B41F 33/16(2006.01)A, F, I, 20070301, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 33/10(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   G05B 19/045(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   G05B 19/408(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Maschine (12) in der grafischen Industrie mit einem Rechner, wobei in dem Rechner zumindest ein Auftrag zur Erzeugung eines Druckproduktes abspeicherbar ist, welcher auf der wenigstens einen Maschine (12) bearbeitet wird.
Parameter zur Einstellung dieser Maschine werden als Parametersätze in Templates (7-10) hinterlegt und betreffen einen oder mehrere Produktionsschritte. Zur jobspezifischen Anpassung müssen die Einstellungen in den Templates (7-10) modifiziert werden. Auf Grund von nicht erprobten und nicht bewährten Einstellungen kommt es zu Qualitätseinbußen, außerdem können die Einstellungen nur von Fachpersonal durchgeführt werden.
Zur Qualitätssteigerung und damit auch weniger qualifiziertes Personal die Maschinen (12) bedienen können wird vorgeschlagen, dass ein auf groben, eingegebenen Daten (2) basierender Parametersatz (5) mit Templates (7-10) verglichen wird und ein ähnlichstes Template (8) zur Einstellung des oder der Produktionsschritte verwendet wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Maschine in der grafischen Industrie mit einem Rechner, wobei in dem Rechner zumindest ein Auftrag zur Erzeugung eines Druckproduktes abspeicherbar ist, welcher auf der wenigstens einen Maschine bearbeitet wird, wobei dieser Auftrag wenigstens einen Produktionsschritt umfasst, wenigstens zwei Templates in dem Rechner abgespeichert sind und diese Templates Parametersätze sind, die unterschiedliche Einstellungen des wenigstens einen Produktionsschrittes aufweisen.

Die Herstellung von Produkten in der graphischen Industrie erfordert eine genaue Planung des Herstellungsprozesses, da meist eine Vielzahl von Bedruckstoffe verarbeitenden Maschinen und Verbrauchsmaterialien bei der Herstellung eines solchen Produktes benötigt werden. Dies fängt bei der Auswahl des Bedruckstoffes an, welcher in vielen Größen, Materialbeschaffenheiten, Farben etc. erhältlich ist, geht über die Wahl eines geeigneten Druckplattenbelichters mit der Auswahl von Druckplatten, Rasterverfahren und Rasterwinkel und geht weiter über die Auswahl der geeigneten Druckmaschine in Abhängigkeit des bedruckten Formats, des ausgewählten Bedruckstoffes, der benötigten Farben etc. bis hin zur Weiterverarbeitung mit Falzmaschinen und Verpackungsmaschinen. Diese Aufzählung ist nur eine kleine Auswahl der möglichen Produktionsschritte und der möglichen Auftragsangaben wie verwendete Materialen und einzurichtende Parameter innerhalb eines Produktionsschrittes, bzw. des gesamten Auftrags zur Herstellung des Druckproduktes. Diese Parameter betreffen insbesondere Einstellungswerte der Maschinen und Verfahren, wie z.B. Berechnungen und Konvertierungen die für diesen Produktionsschritt notwendig sind. Der Produktionsablauf muss daher genau analysiert und geplant werden, damit die nötigen Maschinen und Verbrauchsmaterialien vorhanden sind und die einzelnen Produktionsschritte möglichst einwandfrei durchgeführt werden können.

Maschinen in der grafischen Industrie nach dem derzeitigen Stand der Technik arbeiten nach einem festgelegten Bedienschema, so dass der Bediener bei jedem Druckauftrag bestimmte Einstellungen bzw. Eingaben vornehmen muss. Dies gilt für sämtliche Maschinen in der grafischen Industrie, wie Plattenbelichter und Rasterimageprozessoren in der Vorstufe, Druckmaschinen, Falzmaschinen und Maschinen zur Verpackung sowie sonstige Weiterverarbeitungsvorgänge von Druckprodukten. Jeder Druckauftrag durchläuft normalerweise die drei Stationen Druckvorstufe, Druckhauptstufe und Weiterverarbeitung. Dabei ist der Druckauftrag entweder in einer herkömmlichen Auftragstasche beschrieben oder er wird als elektronische Datei in einer Art virtueller Auftragstasche durch die einzelnen Bearbeitungsstationen geführt. Je nach Druckauftrag muss der Bediener dann an den einzelnen Maschinen die nötigen Einstellungen für den Druckauftrag vornehmen und diese Einstellungen gegebenenfalls nach erfolgtem Probedruck korrigieren, so dass das Druckprodukt schließlich der vom Kunden vorgegebenen Druckvorlage entspricht.

Diese Vorgehensweise ist ziemlich zeitaufwendig und erfordert viel drucktechnisches Verständnis bei dem Bediener, da er z. B. Kennlinien für das Farbwerk einer Druckmaschine auswählen und weitere Einstellungen vornehmen muss. Insbesondere Bedienpersonal, welches nicht zum Drucker ausgebildet wurde, ist mit den mannigfaltigen Einstellungen einer Druckmaschine überfordert. Auch der Zeitfaktor spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle in der grafischen Industrie, so dass zeitaufwendige Umrüstaktionen zwischen zwei Druckaufträgen, wie sie heute meist notwendig sind, einen entscheidenden Nachteil in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit der eingesetzten Maschinen darstellt.

Aus der Patentanmeldung DE 10 2004 033 056 A1 ist ein Verfahren bekannt um solch einen Auftrag zur Erzeugung eines Druckproduktes, zu automatisieren. Ein derartiger Auftrag wird im Folgenden auch als Druckauftrag bezeichnet. Er soll dabei nicht alleine den Druckprozess beschreiben, sondern steht für die Gesamtzahl aller Produktionsschritte während der Erzeugung des Druckproduktes, die im Werkungsbereich des Druckers durchgeführt und gegebenenfalls gemeinsam über einen Rechner gesteuert werden können.

Aus der DE 10 2004 033 056 A1 geht nun ein Verfahren hervor, dass vorzugsweise als Software auf einem Rechner läuft, der mit der oder den Maschinen kommunizieren kann. Dieser Rechner erhält von dem Bediener oder aus einem anderweitig zugeführten Auftrag Auftragsdaten und übernimmt dann alle Einstellungen, die für den Druckauftrag notwendig sind. Er greift dafür auf hinterlegte Parametersätze aus vergangenen Druckaufträgen zurück. Sollten einzelne Parameter nicht hinterlegt sein, so errechnet das Verfahren diese selbstständig oder bittet um weitere Eingabe durch den Benutzer.

Solche hinterlegten Parametersätze werden als Templates bezeichnet. Sie sind jeweils einem oder mehreren Produktionsschritten zugeordnet und betreffen die Einstellungen und zu verwendenden Materialien für diesen Produktionsschritt.

Wenn also einzelne Auftragsangaben eines Druckauftrages nicht mit einem hinterlegten Template übereinstimmen, so werden nach dem hier beschriebenen Verfahren die nicht übereinstimmenden oder hinterlegten Parameter auftragsspezifisch neu berechnet oder das Template wird durch einen Benutzer auftragsspezifisch ergänzt oder geändert, so dass die Einstellungen, die in dem Template hinterlegt sind dem neuen Druckauftrag besser entsprechen.

Problematisch bei diesem Verfahren ist es, dass auf diese Weise neue, nicht überprüfte oder bereits bewährte Einstellungen für die Produktion eines Auftrags genutzt werden. Für diese Kombination aus Einstellungen gibt es in dem entsprechenden Betrieb keine Erfahrung, ob sie zu einem Erzeugnis mit einer akzeptablen Qualität führen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Verfahren der oben genannten Gattung aufzuzeigen, dass es auf sicherere und einfachere Weise ermöglicht ein Druckprodukt so zu erzeugen, dass es gegebenen Anforderungen möglichst nahe kommt.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß des Anspruchs 1 gelöst.

In einem ersten Arbeitsschritt werden Auftragsangaben über Parameter und/oder Randbedingungen des wenigstens einen Produktionsschrittes und/oder Auftragsangaben über Zwischenprodukte und/oder das resultierende Druckprodukt an einen Rechner übergeben. Es kann sich hierbei beispielsweise um einen beliebigen Produktionsschritt zur Erzeugung des Druckproduktes handeln. Beispielsweise kann es sich um eine Druckplattenbelichtung oder eine Bogenfalzung handeln. Zur Durchführung dieses Produktionsschrittes ist dann eine Verwendung einer entsprechenden Maschine, z.B. Druckplattenbelichter oder Bogenfalzmaschine notwendig. Diese Maschine muss entsprechend eingerichtet werden, d.h. es müssen Parameter übergeben werden. Diese Parameter können dabei von den zugrunde liegenden Materialien, d.h. für das Endprodukt oder für Zwischenprodukte abhängig sein.

in einem zweiten Arbeitsschritt wird aus den Auftragsangaben wenigstens ein vorgegebener Parametersatz für den wenigstens einen Produktionsschritt gebildet.

in einem dritten Arbeitsschritt der vorgegebene Parametersatz mit den Parametersätzen von wenigstens zwei Templates verglichen und für jedes Template die Ähnlichkeit seines Parametersatzes mit dem vorgegebenen Parametersatzes ermittelt.

Es sind im Allgemeinen mehrere Templates für jeden Produktionsschritt hinterlegt. Diese Templates umfassen jeweils einen vollständigen Parametersatz zur Einstellung der Maschinen und zur Durchführung des Produktionsschrittes. Dabei können insbesondere Randbedingungen wie die Ausnutzung der Maschinenkapazitäten und Einsparungen von Arbeitsschritten mit berücksichtigt werden. Die Templates umfassen dabei auch jeweils benötigte oder gewünschte Materialien für den Produktionsschritt.

Diese Templates wurden im Rechner hinterlegt. Es besteht daher die Möglichkeit, dass hierfür nur geprüfte Templates hinterlegt sind, die eine besonders gute und gerade auch reproduzierbare Qualität des Druckproduktes gewährleisten. Weiterhin können sie detaillierte Angaben enthalten, die dafür sorgen, dass Material eingespart werden kann und die Abläufe beschleunigt werden.

Wenn der vorgegebene Parametersatz mit keinem Parametersatz der Templates identisch ist, wird in einem vierten Arbeitsschritt genau das Template mit dem ähnlichsten Parametersatz zur automatischen Einstellung und Durchführung des wenigstens einen Prozessschrittes verwendet.

Umfassen die Auftragsangaben alle Parameter eines Templates, so wird exakt dieses Template verwendet um zumindest diesen Produktionsschritt zu steuern. Im Allgemeinen werden aber zunächst einmal nicht alle vorhandenen Parameter der Templates durch die Auftragsangaben übergeben. Des Weiteren kann es auch bei den übergebenen Parametern der Auftragsangaben zu Abweichungen von den Parametern der Templates kommen. D.h. der vorgegebene Parametersatz für diesen Produktionsschritt unterscheidet sich von den Parametersätzen der Templates. Dadurch, dass nun das ähnlichste Template ausgewählt wird, um den wenigstens einen Produktionsschritt zu steuern, ist gewährleistet, dass eine reproduzierbare Qualität des Erzeugnisses erreicht wird, da dieses Template von einem Fachmann vorgegeben sein soll oder zumindest erfahrungsgemäß ein qualitativ hochwertiges Erzeugnis herstellt. Es wird also ein reproduzierbares Ergebnis erreicht.

Natürlich kann es auch vorgesehen sein, dass einzelne oder alle Templates mehrere Produktionsschritte umfassen oder mehrere Templates zu einer Templategruppe zusammengefasst sein können und so gemeinsame Parametersätze bilden, die aus der Vereinigung der einzelnen Parametersätze resultieren.

Einzelne mögliche Produktionsschritte sind:

  • – Datenannahme für die Druckinhalte (z.B. Seiten einer Broschüre)
  • – Datenaufbereitung für den Druck
  • – Ausgabe der Daten auf Papier und Abzeichnen durch den Auftraggeber (sog. Proof-Zyklus)
  • – Verteilen der Druckinhalte auf mehreren Druckbögen (sog. Ausschießen)
  • – Ausgeben der geplanten Druckbogen auf Papier (sog. Bogenproof)
  • – Ausgeben der zum Druck benötigten Druckplatten (Plattenbelichtung)
  • – Drucken der Druckbogen auf einer oder verschiedenen verfügbaren Druckmaschinen
  • – Schneiden der Druckbogen
  • – Falzen der Druckbogen
  • – Binden der Druckbogen zum Endprodukt
  • – Verpacken der Produkte
  • – Ausliefern der Produkte

Materialien, die in den Templates berücksichtigt sein können, sind beispielsweise:

  • – Druckplatten
  • – Papiere für den Druck
  • – Farben für den Druck

Jeder der Produktionsschritte hat viele Varianten, erfordert Einstellungen und Hilfsmittel etc., die entsprechend der verfügbaren Produktionsmittel und entsprechend dem Auftrag festgelegt werden müssen. All dies kann dann in den hinterlegten Templates vorteilhaft berücksichtigt sein.

In einer vorteilhaften Weiterentwicklung ist vorgesehen, dass der vorgegebenen Parametersatz weniger oder gleich viele Parameter umfasst als die Parametersätze der Templates. Auf diese Weise kann schon durch eine grobe Vorgabe, die nur einen Teil der möglichen Parameter umfasst ein Druckauftrag so vorgegeben werden, dass ein ähnliches Template und damit ein möglichst gutes, reproduzierbares Ergebnis erzielt wird.

In einer besonderes vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass wenigstens ein Parameter als obligatorisch gekennzeichnet wird und ein Template nur dann zur automatischen Einstellung und Durchführung des wenigstens einen Prozessschrittes verwendet wird, wenn der entsprechende Parameter des vorgegebenen Parametersatzes mit dem Parameter des Templates übereinstimmt. Diese obligatorischen Parameter ermöglichen, dass tatsächlich die wichtigsten Eigenschaften eines Druckproduktes erfüllt werden. So mag es sein, dass es für die Qualität des Erzeugnis nicht so relevant ist, ob ein bestimmter Bereich der Druckvorlage mit einem ganz bestimmten Raster gerastert wurde, das Format des Endproduktes ist aber z.B. bestimmt für den Auftraggeber des Druckauftrages ein erheblich wichtigerer Punkt. Das Format wäre dann, im Gegensatz zum Raster ein obligatorischer Parameter. Nur Templates, die in diesem oder diesen Parametern mit dem vorgegebenen Parametersatz übereinstimmen können ausgewählt werden. Insbesondere kann es auch möglich sein, dass ein obligatorischer Parameter überhaupt durch den vorgegebenen Parametersatz übergeben werden muss um eine Auswahl des Templates zu ermöglichen.

Unter obligatorisch kann hierbei auch ein Grenzwert verstanden werden, der durch den vorgegebenen Parametersatz aufgestellt und von dem betreffenden Parameter des auszuwählenden Templates nicht überschritten, bzw. unterschritten werden darf. Dies kann z.B. die Größe einer Druckplatte sein. Diese darf größer als die Druckvorlage sein, ein Template, das eine zu kleine Druckplatte für die Druckvorlage umfasst kann dagegen nicht ausgewählt werden.

In einer Weiterentwicklung oder alternativen Ausführungsform ist vorgesehen, dass Parameter mit Gewichtungsfaktoren gewichtet werden und die Ähnlichkeit eines Parametersatzes eines Templates mit dem vorgegebenen Parametersatz unter Berücksichtigung der Gewichtungsfaktoren von übereinstimmenden Parametern ermittelt wird. Auf diese Weise kann die Wichtigkeit von bestimmten Vorgaben bestimmt werden. Die Punktgröße während des Rasterns kann z.B. wichtiger sein als die Rasterweite oder umgekehrt. Je nach dem kann dann unter den Parametern eine Reihenfolge gebildet werden und es wird dann das Template ausgewählt, das mehr wichtige oder insgesamt wichtigere Parameter in Übereinstimmung mit dem vorgegebenen Parametersatz aufweist.

In einer weiteren Entwicklung oder alternativen Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die Ähnlichkeit der Parametersätze unter Berücksichtigung der Anzahl der übereinstimmenden Parameter ermittelt wird. Günstigerweise sollen so Templates ermittelt werden, die eine möglichst zahlreiche Übereinstimmung mit dem vorgegebenen Parametersätzen aufweisen.

In Verbindung mit den Gewichtungsfaktoren können aber auch Templates mit zahlenmäßig weniger Übereinstimmungen ausgewählt werden, weil diese in mehr wichtigeren Parametern mit dem vorgegebenen Parametersatz übereinstimmen.

Insbesondere bei zwei oder mehr Templates, die die gleiche Anzahl von übereinstimmenden Parametern mit dem vorgegebenen Parametersatz aufweisen, können die Gewichtungen der übereinstimmenden Parameter darüber entscheiden, welches Template als am ähnlichsten ermittelt und schließlich verwendet wird. Dieses kann in Form einer Prioritätsreihenfolge hinterlegt sein. Diese Prioritätsreihenfolge kann auch zusätzlich zu ersten Gewichtungsfaktoren hinterlegt sein. Es können somit zwei von einander unabhängige Gewichtungen der Parameter zur Berücksichtigung bei der Bestimmung des ähnlichsten Templates vorgesehen sein.

Da bei einzelnen Parametern Toleranzen möglich sind, innerhalb derer sich Schwankungen nicht auf die Qualität auswirken, ist es vorteilhafterweise insbesondere möglich, dass für einzelne Parameter Toleranzen definiert werden, innerhalb derer eine Übereinstimmung erkannt wird.

In einer besonders vorteilhaften Weiterentwicklung ist vorgesehen, dass zur Herstellung des Druckproduktes mehrere Prozessschritte durchgeführt werden, Auftragsangaben an den Rechner übergeben werden, die die Wesentlichen Eigenschaften des Druckproduktes und den wesentlichen Produktionsablauf beschreiben, und zu jedem der Prozessschritte ein vorgegebene Parametersatz auf Grundlage der Auftragsangaben erstellt wird, wobei der vorgegebene Parametersatz den wesentlichen Ablauf des jeweiligen Prozessschrittes beschreibt.

Die wesentlichen Eigenschaften und der wesentlichen Ablauf der jeweiligen Produktionsschritte sind dann vorteilhafterweise so durch die an den Rechner übergebenen Daten des Druckprozesses vorgegeben. Wird nun zu jedem Produktionsschritt ein passendes, d.h. ähnliches Template ausgewählt, dann ist zum Einen gewährleistet, dass es im Wesentlichen dem gewünschten Druckprodukt entspricht, zum Anderen aber auch eine reproduzierbare Qualität aufweist, da nur geprüfte Templates zu seiner Herstellung verwendet werden. Unter Umständen werden zwar einige Eigenschaften des gewünschten Erzeugnisses nicht erreicht werden, allerdings wird die Qualität immer einem gewissen Standart entsprechen. Durch die Vorgabe von Wesentlichen Merkmalen des Erzeugnisses kann, insbesondere unter Verwendung von obligatorischen Merkmalen, bzw. Parametern und Gewichtungsfaktoren eine Übereinstimmung des tatsächlich erzeugten Druckproduktes mit dem gewünschten Produkt in Wesentlichen, d.h. bestimmten Merkmalen erreicht werden.

Um auch die Abarbeitung von Druckaufträgen zu ermöglichen, zu denen kein passendes Template, d.h. kein ähnliches Template gefunden wurde, ist es vorteilhafterweise in einer Weiterentwicklung vorgesehen, dass eine Mitteilung erzeugt wird, wenn für einen Prozessschritt kein Template ermittelt werden kann, das einen ähnlichen Parametersatz wie der vorgegebene Parametersatz enthält und wenigstens dieser Prozessschritt nicht durchgeführt wird, bis nicht ein Template mit einem ähnlichen Parametersatz im Rechner hinterlegt wird. Es kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass für ein Template ausgewählt wird, für das eine minimale Anzahl von Parametern modifiziert werden muss um ein ähnliches Template zu erreichen. Diese Parameter können dann entweder von Hand geändert oder ergänzt werden oder diese Änderungen können berechnet werden.

Ein Beispiel der Erfindung, aus dem sich auch noch weitere erfindungsgemäße Merkmale ergeben können auf die die Erfindung in ihrem Umfang nicht beschränkt ist, ist in den folgenden Figuren gezeigt:

1: ein prinzipieller Produktionsablauf zur Herstellung eines Druckerzeugnisses,

2: ein Auswahlverfahren, zur Ermittlung des ähnlichsten Templates,

3: ein weiteres Auswahlverfahren, zur Ermittlung des ähnlichsten Templates.

1 zeigt einen Produktionsablauf von der Eingabe grober Daten in einem Branchensystem 1 bis zur Herstellung des Erzeugnisses oder eines Zwischenerzeugnisses durch eine Maschine 9. In der Arbeitsvorbereitung für die Herstellung eines Erzeugnisses werden Abläufe geplant und Randbedingungen vorgegeben. Dies geschieht in einem Branchensystem 1 der Druckindustrie, auch Management Information System MIS genannt. Hier werden grobe Daten 2 in ein System eingegeben, ohne dass konkretes Wissen zu den Produktionsgegebenheit notwendig wäre oder vorhanden ist.

Diese groben Daten 2, werden als Auftragsangaben 3 an ein Produktionssystem 4 übergeben. Dieses Produktionssystem 4 ist in Software realisiert. Dieses Produktionssystem 4 erzeugt einen vorgegebenen Parametersatz 5 mit den vorgegebenen Parametern a), d), g), x). Diese können z.B. einen gewählten Maschinentyp, ein zu verarbeitendes Format oder eine gewünschte Farbigkeit betreffen.

Ein Vergleicher 6 des Produktionssystems PS vergleicht den Parametersatz 5 mit den Parametersätzen von hinterlegten Templates 7, 8, 9, 10. Als ähnlichstes Template wird hier das Template 8 erkannt. Diese Information wird an eine Steuerung 11 übergeben. Die Steuerung 11 wird alleine durch die Vorgaben des ähnlichsten Templates 8 die Maschine 12 ansteuern, die für den betreffenden Produktionsschritt verantwortlich ist. Die ursprünglichen vorgegebenen Parameter a), d), g) und x) des vorgegebenen Parametersatzes 5 spielen dann keine Rolle mehr.

Da das Template 8 so vorgegeben wurde, dass es eine hohe Qualität des Endproduktes ermöglicht, wird ein qualitativ hochwertiges Erzeugnis erreicht. Die Templates 710 können schon bei der Installation des Produktionssystems 4 mit vorgegeben werden und von geschultem Personal erzeugt worden sein.

Weiterhin können zusätzliche Templates durch Fachkräfte des Druckbetriebes abgespeichert werden, die sich für die gegebenen Randbedingungen bewährt haben. Es ist auch möglich, dass von außen, unabhängig von bisherigen Anwendungen des Produktionssystems neue Templates in das Produktionssystems übergeben werden. Das kann insbesondere durch Updates des Software, insbesondere über ein Netzwerk, ein Datenträger oder das Internet erfolgen. Auf diese Weise können immer mehr Templates 710 hinterlegt werden, die immer genauer den Anforderungen der Auftragsangaben 3 entsprechen und gleichzeitig eine vorgegebene Qualität gewährleisten. Die Templates 710 selber werden dabei gerade nicht jobspezifisch manipuliert und gewährleisten immer ein reproduzierbares Ergebnis, dass sich insbesondere schon in der Produktion bewährt hat.

Die fachlichen Anforderungen an das Bedienpersonal des Produktionssystems 4 durch werden dadurch stark reduziert, da keine Notwendigkeit mehr besteht jobspezifisch Einstellungen zu modifizieren oder zu erzeugen, was nur durch Fachpersonal erfolgen kann.

Ein Beispiel für ein Template 710 ist der gesamte Parametersatz, den ein Ausgabesystem (RIP) mit angeschlossenem Plattenbelichter benötigt, um mehrere Seiten als separierten Plattensatz für den Druck eines Druckbogens auszugeben. In diesem Parametersatz sind z.B. enthalten: Rastersystem, Punktform, Rasterfrequenz, zu belichtendes Plattenmaterial, zu verwendende Kalibriereinstellungen, etc.. Nur einige dieser Parameter werden durch die Auftragsangaben vorgegeben, es wird dann ein erprobtes Template 710 ausgewählt, das dem durch die Auftragsangaben 3 erzeugten Parametersatz 5 am ähnlichsten ist.

2 zeigt ein Auswahlverfahren für ein ähnlichstes Template 8 nach 1. Zunächst werden in einem Schritt 13 alle im Produktionssystem 4 hinterlegte Templates 1419 überprüft, ob obligatorische Parameter vorhanden sind und welche Templates in allen obligatorischen Parametern mit dem vorgegebenen Parametersatz 5 übereinstimmen. Im Beispiel werden die Templates 2023 ausgewählt, die in allen obligatorischen Parametern mit dem vorgegebenen Parametersatz 5 übereinstimmen. Mit übereinstimmen ist hier insbesondere auch der Fall gemeint, dass die Parameter innerhalb eines Toleranzbereiches liegen oder größer bzw. kleiner als der vorgegebene Parameter sind, wenn der Parameter als Grenzwert hinterlegt ist.

In einem folgenden Schritt 24 werden dann die Templates 25, 26 ermittelt, die jeweils die größte Anzahl übereinstimmender Parameter mit dem vorgegebenen Parametersatz 5 aufweisen. Übereinstimmung ist hier wie oben beschrieben zu verstehen.

In einem darauf folgenden Schritt 27 wird das ähnlichste Template 8 abschließend aus den bisher ermittelten Templates 25, 26 mit gleich vielen Übereinstimmungen ausgewählt. Dieses geschieht auf Grundlage von Gewichtungen der einzelnen Parameter. Den Parametern sind unterschiedliche Gewichtungsfaktoren zugeordnet.

Die Auswahl des ähnlichsten Templates 8 kann dann auf verschiedene Weisen erfolgen.

In einer ersten Ausführungsform werden die Gewichtungsfaktoren der übereinstimmenden Parametern der bisher ausgewählten Templates 25, 26 addiert und das Template 8 mit der größten Summe ausgewählt.

In einer zweiten Ausführungsform kann das Template 8 als ähnlichstes Template erkannt werden, das alleine den Parameter mit dem größten Gewichtungsfaktor mit dem vorgegebenen Parametersatz in Übereinstimmung aufweist. Dies kann auch zusätzlich nach einem Verfahren wie in der ersten Ausführungsform durchgeführt werden.

In 3 ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform dargestellt.

Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche Schritte und Elemente wie in den vorigen Figuren. Das hier dargestellte Auswahlverfahren entspricht dem in 2 beschriebenen. Hier fällt der Schritt 27 weg.

In einem Schritt 28, der die Schritte 24 und 27 der 2 ersetzt, wird das ähnlichste Template abschießend aus den bisher ermittelten Templates 2023 ausgewählt. Dieses geschieht auf Grundlage von Gewichtungen der einzelnen Parameter und der Übereinstimmung. Den Parametern sind unterschiedliche Gewichtungsfaktoren zugeordnet. Das Zählen von Übereinstimmungen und das Wichten wird hier in dem Schritt 28 durchgeführt.

In dieser Ausführungsform werden die Gewichtungsfaktoren der übereinstimmenden Parameter der bisher ausgewählten Templates 2023 addiert und das Template 8 mit der größten Summe ausgewählt.

In einer vierten Ausführungsform, die ein besonderer Fall der zweiten bzw. dritten Ausführungsform ist und bevorzugt wird, wird jeder Gewichtungsfaktor nur einmal vergeben und auf diese Weise eine Prioritätsreihenfolge der Parameter erzeugt. Es wird dann von dem prioritätshöchsten Parameter ausgehend ermittelt, ob es ein Template gibt, das keine Übereinstimmung in diesem Parameter mit dem vorgegebenen Parametersatz 5 aufweist, während es andere Templates gibt, die noch eine Übereinstimmung aufweisen. Ist dies der Fall, so wird das betreffende Template ohne Übereinstimmung verworfen. Die Parameter werden also in dieser Reihenfolge überprüft und Templates so lange verworfen, bis nur noch ein Template 8 übrig ist. Dieses Template ist dann das Template mit der größten Ähnlichkeit mit dem vorgegebenen Parametersatz 5 und wird zur Ansteuerung der Maschine 12 verwendet wie zur 1 beschrieben.

Auf diese Weise wird immer ein erprobtes Template zur Ansteuerung der Maschine 12 verwendet, dass erwiesener Maßen ein qualitativ hochwertiges Produkt erzeugt. Dieses Template wurde von Fachleuten erstellt und konnte bevorzugt schon überprüft worden sein. Ein Benutzer, der kein Hintergrundwissen über den Prozessablauf besitzt, kann dann alleine durch die Hinterlegung von groben Daten 2 in einem Branchensystem der Druckindustrie ein qualitativ hochwertiges Produkt erzeugen, das in obligatorischen Merkmalen mit den Anforderungen übereinstimmt und in den wichtigsten Merkmalen dem gewünschten Endprodukt am ähnlichsten ist.

1
Branchensystem
2
grobe Daten
3
Auftragsangaben
4
Produktionssystem
5
Parametersatz
6
Vergleicher
7–10
Templates
11
Steuerung
12
Maschine
13,24,27,28
Schritte
14–19,20–23,25,26
Templates


Anspruch[de]
Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Maschine in der grafischen Industrie mit einem Rechner, wobei in dem Rechner zumindest ein Auftrag zur Erzeugung eines Druckproduktes abspeicherbar ist, welcher auf der wenigstens einen Maschine bearbeitet wird, wobei dieser Auftrag wenigstens einen Produktionsschritt umfasst, wenigstens zwei Templates in dem Rechner abgespeichert sind und diese Templates Parametersätze sind, die unterschiedliche Einstellungen des wenigstens einen Produktionsschrittes aufweisen,

dadurch gekennzeichnet,

dass in einem ersten Arbeitsschritt Auftragsangaben (4) über Parameter und/oder Randbedingungen (2) des wenigstens einen Produktionsschrittes und/oder Auftragsangaben (4) über Zwischenprodukte und/oder das resultierende Druckprodukt an den Rechner übergeben werden,

in einem zweiten Arbeitsschritt aus den Auftragsangaben (4) wenigstens ein vorgegebener Parametersatz (5) für den wenigstens einen Produktionsschritt gebildet wird,

in einem dritten Arbeitsschritt der vorgegebene Parametersatz (5) mit den Parametersätzen der wenigstens zwei Templates (710, 1419) verglichen wird und für jedes Template (710, 1419) die Ähnlichkeit seines Parametersatzes mit dem vorgegebenen Parametersatzes ermittelt wird, wenn der vorgegebene Parametersatz (5) mit keinem Parametersatz der Templates (710, 1419) identisch ist, in einem vierten Arbeitsschritt genau das Template (8) mit dem ähnlichsten Parametersatz zur automatischen Einstellung und Durchführung des wenigstens einen Produktionsschrittes verwendet wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Parametersatz (5) weniger als oder gleich viele Parameter (a), d), g), x)) umfasst wie die Parametersätze der Templates. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Parameter (a), d), g), x)) als obligatorisch gekennzeichnet wird und ein Template (710, 1419) nur dann zur automatischen Einstellung und Durchführung des wenigstens einen Produktionsschrittes verwendet wird, wenn der entsprechende Parameter (a), d), g), x)) des vorgegebenen Parametersatzes (5) mit dem Parameter des Templates (2023) übereinstimmt. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Parameter mit Gewichtungsfaktoren gewichtet werden und die Ähnlichkeit eines Parametersatzes eines Templates (2023) mit dem vorgegebenen Parametersatz (5) unter Berücksichtigung der Gewichtungsfaktoren von übereinstimmenden Parametern ermittelt wird. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ähnlichkeit der Parametersätze unter Berücksichtigung der Anzahl der übereinstimmenden Parameter ermittelt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass für einzelne Parameter (a), d), g), x)) auch dann eine Übereinstimmung erkannt wird, wenn ein Parameter eines Templates (710, 1419) innerhalb eines definierten Toleranzbereiches des entsprechenden Parameters des vorgegebenen Parametersatzes (5) liegt. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des Druckproduktes mehrere Produktionsschritte durchgeführt werden, Auftragsangaben (4) an den Rechner übergeben werden, die die wesentlichen Eigenschaften des Druckproduktes und den wesentlichen Produktionsablauf beschreiben, und zu den einzelnen Produktionsschritten ein vorgegebener Parametersatz (5) auf Grundlage der Auftragsangaben (4) erstellt wird, wobei der vorgegebene Parametersatz (5) den wesentlichen Ablauf des jeweiligen Produktionsschrittes beschreibt. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mitteilung erzeugt wird, wenn für einen Produktionsschritt kein Template (8) ermittelt werden kann, das einen ähnlichen Parametersatz wie der vorgegebene Parametersatz (5) enthält und wenigstens dieser Produktionsschritt nicht durchgeführt wird, bis nicht ein Template (5) mit einem ähnlichen Parametersatz (8) im Rechner hinterlegt wird.






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