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Dokumentenidentifikation DE102007009971A1 04.10.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Bildaufnahme der Kante eines bewegten Objektes
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Müller, Tobias, Dr., 69493 Hirschberg, DE
DE-Anmeldedatum 01.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007009971
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse G01B 11/04(2006.01)A, F, I, 20070301, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 33/06(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   B41F 33/00(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   B65H 7/14(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   B65H 43/08(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Bildaufnahme der Kante eines bewegten Objektes, insbesondere eines Bogens, in Bedruckstoff verarbeitenden Maschinen, wobei eine Beleuchtung (600) unter Einsatz einer Beleuchtungseinrichtung (200) erfolgt, und eine Bildaufnahme (610) wenigstens eines Abschnitts der Kante (208) unter Einsatz einer Bildaufnahmeeinrichtung (210) erfolgt, zeichnet sich dadurch aus, dass der Einsatz der Beleuchtungseinrichtung (200) und/oder der Bildaufnahmeeinrichtung (210) im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes (111) und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) erfolgt. Bevorzugt weist die Beleuchtungseinrichtung (200) eine Reihe oder ein Feld von Lichtquellen (204.1 bis 204.n) auf, welche jeweils synchron zur Bewegung des Objektes (111) an- und abgeschaltet werden. Der durch das Beleuchten erzeugte konstante Schatten (206) bzw. Schattenstreifen (206.1) wird mit dem Objekt (111) mitbewegt und sorgt für ausreichenden Kontrast zwischen hell beleuchtetem Objekt (111) und dunklem Hintergrund, so dass das Objekt (111) zumindest im Bereich der Kante (208) zuverlässig segmentiert und seine Position, Ausrichtung und Bewegung ermittelt werden kann.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 6.

Gattungsgemäße Verfahren und Vorrichtungen werden unter anderem zum Überwachen von bewegten Bedruckstoffbogen eingesetzt. Derartige Verfahren und Vorrichtungen werden insbesondere in Überwachungseinrichtungen in Bedruckstoffbogen verarbeitenden Maschinen, beispielsweise in Papier- oder Kartonbogen verarbeitenden lithographischen Offsetdruckmaschinen eingesetzt.

Die DE 198 42 192 A1 beschreibt eine Einrichtung zur Überwachung des Bogenlaufs, wobei eine Periodizität eines von aufeinander folgenden Bogenkanten hervorgerufenen Licht-Schatten-Verlaufs ausgewertet wird. Über den Bogen ist eine Lichtquelle angeordnet, welche die Bogenoberflächen so ausleuchtet, dass jede Bogenkante einen dunklen Streifen hervorruft. Zur Kontrastverstärkung des Licht-Schatten-Verlaufs wird vorgeschlagen, die Bogenkanten mit fluoreszierenden Substanzen zu versehen. Zur Erzeugung definierter Licht-Schatten-Verläufe können mehrere, an verschiedenen Positionen angeordnete Beleuchtungseinrichtungen vorgesehen sein, wobei der so ausgeleuchtete Bereich durch mehrere Bildaufnahmeeinrichtungen abbildbar ist. Die Art und Weise der Ansteuerung der Lichtquelle (bzw. der Lichtquellen) oder der Anordnung mehrerer Lichtquellen ist jedoch nicht beschrieben.

Die DE 101 49 096 A1 beschreibt eine Vorrichtung zur Erfassung der Lage einer zur Förderrichtung parallel verlaufenden Kante eines Bogens. Die als optoelektrische Messeinrichtung ausgebildete Vorrichtung ist quer zur Förderrichtung angeordnet und umfasst eine Beleuchtungseinrichtung sowie einen Empfänger. Die Lage der Kante eines Bogens wird bei Beleuchtung als Hell-/Dunkelunterschied abgebildet. Zur Kontrastverstärkung wird vorgeschlagen, farbiges Licht aus drei Reihen LEDs zu verwenden, welche so angesteuert werden, dass ein optimaler Hell-/Dunkelunterschied erhalten wird. Eine Kantendetektion von zur Förderrichtung senkrecht verlaufenden Kanten ist jedoch nicht beschrieben. Auch die zeitliche Ansteuerung der LEDs ist nicht beschrieben.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zu schaffen, welches zumindest einen der aufgezeigten Nachteile des Standes der Technik überwindet.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zu schaffen, welches eine zuverlässige Überwachung des bewegten Objektes ermöglicht.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zu schaffen, welches eine zuverlässige Segmentierung des bewegten Objektes von dem Hintergrund und eine zuverlässige Bestimmung der Position, der Ausrichtung und/oder der Bewegung wenigstens einer Kante des Objektes ermöglicht.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Vorrichtung zu schaffen, welche zumindest einen der aufgezeigten Nachteile des Standes der Technik überwindet.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Vorrichtung zu schaffen, welche eine zuverlässige Überwachung des bewegten Objektes ermöglicht.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Vorrichtung zu schaffen, welche eine zuverlässige Segmentierung des bewegten Objektes von dem Hintergrund und eine zuverlässige Bestimmung der Position, der Ausrichtung und/oder der Bewegung wenigstens einer Kante des Objektes ermöglicht.

Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 6 gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der folgenden Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Bildaufnahme der Kante eines bewegten Objektes in Bedruckstoff verarbeitenden Maschinen, wobei eine Beleuchtung unter Einsatz einer Beleuchtungseinrichtung erfolgt, und eine Bildaufnahme wenigstens eines Abschnitts der Kante unter Einsatz einer Bildaufnahmeeinrichtung erfolgt, zeichnet sich dadurch aus, dass der Einsatz der Beleuchtungseinrichtung und/oder der Bildaufnahmeeinrichtung im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Objektes erfolgt.

Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht auf Grund des zur Bewegung des Objektes synchronen und im Wesentlichen zur Bewegungsrichtung des Objektes parallelen Einsatzes der Beleuchtungseinrichtung und/oder der Bildaufnahmeeinrichtung in vorteilhafter Weise eine zuverlässige Überwachung des bewegten Objektes, insbesondere eine zuverlässige Segmentierung des bewegten Objektes von dem Hintergrund und eine zuverlässige Bestimmung der Position, der Ausrichtung und/oder der Bewegung wenigstens einer Kante des Objektes.

Eine vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Objektes aktiviert werden.

Eine weitere vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung eine Reihe von Lichtquellen umfasst, welche einzeln oder in Gruppen im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Objektes an- und abgeschaltet werden.

Eine weitere vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Objektes bewegt werden.

Eine weitere vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung das Objekt derart beleuchtet, dass das Objekt einen mitbewegten Schatten von im Wesentlichen konstanter Größe wirft.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bildaufnahme der Kante eines bewegten Objektes in Bedruckstoff verarbeitenden Maschinen, mit einer Beleuchtungseinrichtung und einer Bildaufnahmeeinrichtung, zeichnet sich dadurch aus, dass eine Steuereinheit vorgesehen ist, welche den Einsatz der Beleuchtungseinrichtung und/oder der Bildaufnahmeeinrichtung im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Objektes steuert.

Bei Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben sich dieselben Vorteile, wie sie bereits oben mit Bezug auf das erfindungsgemäße Verfahren beschrieben wurden.

Eine vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Objektes bewegbar angeordnet sind.

Eine weitere vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Objektes bewegbar angeordnet sind.

Eine weitere vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung eine zur Bewegungsrichtung des Objektes im Wesentlichen parallel ausgerichtete Reihe von n Lichtquellen umfasst.

Eine weitere vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Beleuchtungseinrichtung ein zur Bewegungsrichtung des Objektes im Wesentlichen parallel und senkrecht ausgerichtetes Feld von n mal m Lichtquellen umfasst.

Im Rahmen der Erfindung ist auch eine Bedruckstoff verarbeitende Maschine, insbesondere Druckmaschine oder Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck zu sehen, welche sich durch wenigstens eine wie oben mit Bezug zur Erfindung beschriebene Vorrichtung auszeichnet.

Vorzugsweise handelt es sich bei der Bedruckstoff verarbeitenden Maschine um eine Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck- insbesondere Nassoffsetdruck. Bei dem Bedruckstoff kann es sich um Karton, Folie oder vorzugsweise Papier handeln. Die Druckmaschine kann im Schöndruck oder vorzugsweise im Schön- und Widerdruck betrieben werden. Die Druckmaschine kann den Bedruckstoff mit ein- oder vorzugsweise mit mehrfarbigen Druckbildern versehen. Die Druckmaschine kann in Bedruckstofftransportrichtung einen Anleger, einen Zuführtisch, mehrere Druckwerke, eine Wendeeinrichtung, weitere Druckwerke, ein Lackwerk, einen Trockner, eine Pudereinrichtung und/oder einen Ausleger aufweisen. Die Druckmaschine kann ein Bedienpult und eine Steuereinheit umfassen.

Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen, vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung dar.

Die Erfindung sowie weitere, konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand wenigstens eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben.

Die Zeichnungen zeigen:

1: Eine (schematische) Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Bogenrotationsdruckmaschine;

2a–b: eine (schematische) Ansicht einer Vorrichtung nach dem Stand der Technik;

3a–d: eine (schematische) Ansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;

4a–b: eine (schematische) Ansicht eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;

5a–b: eine (schematische) Ansicht eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung; und

6 einen Ablaufplan eines bevorzugten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens.

In den Zeichnungen sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.

In 1 ist eine erfindungsgemäße Bogenrotationsdruckmaschine 100 für den lithographischen Offsetdruck gezeigt. Die Druckmaschine 100 weist in Bogentransportrichtung einen Bogenanleger 110, einen Zuführtisch 120, mehrere, beispielsweise zwei Druckwerke 130a und 130b (oder beispielsweise vier, sechs oder acht Druckwerke), ein Lackwerk 140 und einen Bogenausleger 150 auf. Die Bedruckstoffbogen 111 werden im Anleger 110 von einem Anlagestapel 112 entnommen, als Schuppenstrom über den Zuführtisch 120 und einzeln dem ersten Druckwerk 130a zugeführt. Die Druckwerke 130a und 130b umfassen jeweils einen Druckformzylinder 131, einen Übertragungszylinder 132 und einen Gegendruckzylinder 133, sowie ein Farbwerk 135 und ein Feuchtwerk 136. Zwischen den Druckwerken 130a und 130b ist wenigstens ein Transferzylinder 134, der auch als Wendezylinder ausgeführt sein kann, angeordnet. Vom letzten Druckwerk 130b werden die Bogen an eine Fördereinrichtung 151 des Auslegers 150 übergeben. Die Bogen werden zum Trocknen an einem Trockner 152 und zum Bepudern an einer Pudereinrichtung 153 vorbei gefördert und auf einem Anslagestapel 154 des Auslegers 150 abgelegt. Die Druckmaschine 100 wird über eine Steuereinheit 160 gesteuert.

In 1 sind mit dem Bezugszeichen 170 Positionen im Bereich des Bedruckstofflaufs dargestellt, an welchen eine erfindungsgemäße Vorrichtung 190 bevorzugt angeordnet sein kann.

In 2a ist eine Ansicht einer Vorrichtung nach dem Stand der Technik dargestellt, wobei ein Bedruckstoffbogen 111 (im Folgenden als Bogen bezeichnet) von einer Beleuchtungseinrichtung 200, welche über dem Transportpfad 202 des Bogens 111 angeordnet ist und eine Lichtquelle 204 umfasst, beleuchtet wird. Die Beleuchtung durch die Lichtquelle 204 erzeugt unter dem Bogen 111 durch zumindest teilweise Abschattung einen Schatten 206. Ebenfalls über dem Bogen 111 ist eine Bildaufnahmeeinrichtung 210 angeordnet, welche den beleuchteten Bogen 111 und den durch Abschattung entstandenen Schatten 206 aufnimmt. Da das aufgenommene Bild einen sehr guten, d. h. starken Kontrast zwischen dem hellen Bogen 111 und dem dunklen Schatten 206 aufweist, kann mit bekannten Maßnahmen der elektronischen Bildverarbeitung eine Kante 208, insbesondere die Vorderkante oder Hinterkante, des Bogens 111 ermittelt werden.

Wie aus einem Vergleich der beiden 2a und 2b ersichtlich ist, ändert sich die Größe des durch die Bildaufnahmeeinrichtung 210 aufgenommenen Schattens 206 bzw. des Schattenstreifens 206.1 während der Bewegung des Bogens 111 in Transportrichtung 220. Dieser Effekt kann zu Problemen bei der Bestimmung der Position und Bewegung der Kante 208 des Bogens 111 führen, da bei bestimmten Positionen des Bogens 111 kein oder nur ein sehr schmaler Schattenstreifen 206.1 aufgenommen wird.

In den 3a–d ist eine Ansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 190 mit einer im Wesentlichen ortsfesten Beleuchtungseinrichtung 200 und einer im Wesentlichen ortsfesten Bildaufnahmeeinrichtung 210 gezeigt, welche diese Probleme überwindet. Die Beleuchtungseinrichtung 200 weist eine Reihe von Lichtquellen 204.1 bis 204.n auf, welche in Transportrichtung 220 aufeinander folgend angeordnet und einzeln oder in Gruppen ansteuerbar, d. h. an- und abschaltbar sind. Die Lichtquellen 204.1 bis 204.n können jeweils aus einer Reihe m von senkrecht zur Transportrichtung 220 nebeneinander angeordneten Lichtquellen bestehen. Folglich kann die Beleuchtungseinrichtung 200 ein Feld von n mal m Lichtquellen aufweisen (wobei n und m natürliche Zahlen sind, mit n >= 2 und m >= 1).

Die Beleuchtungseinrichtung 200 ist benachbart – vorzugsweise über – dem Transportpfad 202 des Bogens 111 angeordnet. Die Lichtquellen 204.1 bis 204.n sind vorzugsweise als Halbleiterlichtquellen (Photodioden bzw. LEDs) ausgebildet. Die Bildaufnahmeeinrichtung 210 ist bevorzugt als CCD- oder CMOS-Kamera ausgebildet. Sowohl die Lichtquellen 204.1 bis 204.n als auch die Bildaufnahmeeinrichtung 210 können in ihrer jeweiligen aktiven Phase, d. h. in der Phase des Betriebs, kontinuierlich oder getaktet betrieben werden.

In 3a ist die Lichtquelle 204.1 aktiviert und erzeugt einen Schatten 206 unter dem Bogen 111, derart, dass die Bildaufnahmeeinrichtung 210 sowohl die hell beleuchtete Oberfläche 111.1 des Bogens 111 als auch einen dunklen Schattenstreifen 206.1 aufnimmt. Auf Grund des starken Kontrast zwischen Oberfläche 111.1 und Schattenstreifen 206.1 kann mit bekannten Maßnahmen der elektronischen Bildverarbeitung der Bogen 111 (zumindest im Bereich seiner Vorderkante oder Hinterkante) leicht von dem Hintergrund segmentiert und die Position, die Ausrichtung und/oder die Bewegung der Kante 208 des Bogens 111 ermittelt werden.

In 3b ist die Position des Bogens 111 gegenüber der Position in 3a auf Grund des Bogentransports verändert. Die Lichtquelle 204.1 ist deaktiviert und die Lichtquelle 204.2 aktiviert, so dass der Schattenstreifen 206.1 im Wesentlichen die gleiche Größe (insbesondere Ausdehnung in Transportrichtung 220) aufweist, wie der Schattensteifen 206.1 in 3a. Die Ansteuerung der Lichtquellen 204.1 bis 204.n erfolgt über eine Steuereinheit 230, welche mit Informationen über die Transportgeschwindigkeit des Bogens 111, bzw. seines Bewegungsablaufs, versorgt wird und die Aktivierung bzw. Deaktivierung der Lichtquellen 204.1 bis 204.n an diese Transportgeschwindigkeit angepasst veranlasst. In vorteilhafter Weise kann die Bildaufnahmeeinrichtung 210 wiederum ein kontrastreiches Bild von der hellen Oberfläche 111.1 und dem dunklen Schattenstreifen 206.1 aufnehmen und einer elektronischen Auswertung zu Verfügung stellen. Der im Wesentlichen konstante Schattenstreifen 206.1 wird folglich mit dem Bogen 111 mitbewegt.

In den 3c und 3d ist gezeigt, dass die Aktivierung bzw. Deaktivierung der weiteren Lichtquellen 204.3 bis 204.n ebenfalls im Wesentlichen synchron, z. B. gepulst oder getaktet, zur Bewegung des Bogens 111 und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung bzw. Transportrichtung 220 des Bogens 111 erfolgt. Der Schattenstreifen 206.1 ist in allen Phasen der Bewegung des Bogens 111 im Wesentlichen von gleicher Größe bzw. Ausdehnung.

Alternativ zur synchronen Ansteuerung der Lichtquellen 204.1 bis 204.n kann auch eine mit dem Bogen 111 im Wesentlichen synchron mitbewegte Lichtquelle (oder eine Reihe von m Lichtquellen) vorgesehen sein. Ein solches Ausführungsbeispiel ist in den 4a und 4b gezeigt. Die Lichtquelle 204 ist bewegbar angeordnet und wird von einem von der Steuereinheit 230 angesteuerten Antrieb im Wesentlichen synchron zur Bewegung 220 des Bogens 111 bewegt, bevorzugt linear verschoben. Auf diese Weise wird ebenfalls ein im Wesentlichen konstanter und mit dem Bogen 111 mitbewegter Schattenstreifen 206.1 erzeugt. Ferner ist eine ortsfeste Lichtquelle 204 in Verbindung mit einem mitbewegten Spiegel möglich.

Weiterhin alternativ oder ergänzend kann auch eine mit dem Bogen 111 im Wesentlichen synchron mitbewegte Bildaufnahmeeinrichtung 210 zur Aufnahme gleich bleibender Schatten vorgesehen sein. Ein solches Ausführungsbeispiel ist in den 5a und 5b gezeigt. Die Bildaufnahmeeinrichtung 210 ist bewegbar angeordnet und wird von einem von der Steuereinheit 230 angesteuerten Antrieb im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Bogens 111 bewegt, bevorzugt linear verschoben. Durch das Zusammenwirken einer synchron aktivierten oder bewegten Beleuchtungseinrichtung 200 und einer synchron bewegten Bildaufnahmeeinrichtung 210 sind die Bildaufnahmesituation und die Beleuchtung während des Bogentransports im Wesentlichen immer gleich und führen daher im Wesentlichen zu immer gleich guten Ergebnissen der Auswertung.

Weiterhin alternativ kann der Hintergrund, z. B. eine Bogenführungsfläche, hell beleuchtet werden und der Vordergrund, d. h. der Bogen 111 dunkel sein. Wesentlich ist in allen Ausführungsbeispielen, dass ein ausreichender Kontrast zwischen bewegtem Bogen 111 und Hintergrund erzeugt wird, welcher eine zuverlässige Segmentierung des Bogens 111 von dem Hintergrund auf Grund einer zuverlässigen Kantendetektion erlaubt.

Mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 190 bzw. einem erfindungsgemäßen Verfahren können beliebige bewegte Objekte erfasst werden. Beispielsweise werden bewegte Bedruckstoffbogen 111, bewegte Flächen, bewegte Greifer für Bedruckstoffbogen oder rotierende Zylinderkanäle bzw. deren jeweilige Kanten senkrecht zur Transportrichtung genannt.

Im Folgenden wird anhand des in 6 dargestellten Ablaufplans eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben.

  • A) Beleuchten (Verfahrensschritt 600): Die Kante eines bewegten Objektes 111, insbesondere eines Bogens, in einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschinen wird unter Einsatz einer Beleuchtungseinrichtung 200 beleuchtet.
  • B) Aufnehmen eines Bildes oder mehrerer Bilder (Verfahrensschritt 610): Die Kante 208, insbesondere wenigstens ein Abschnitt der Kante, des bewegten Objektes 111 wird unter Einsatz einer Bildaufnahmeeinrichtung 210 und bekannten Maßnahmen der elektronischen Bildverarbeitung aufgenommen.

Das Beleuchten A und das Aufnehmen eines Bildes oder mehrerer Bilder B erfolgt erfindungsgemäß derart, dass der Einsatz, insbesondere die Aktivierung, z. B. das an- und Abschalten, und/oder die Bewegung, der Beleuchtungseinrichtung 200 und/oder der Bildaufnahmeeinrichtung 210 im Wesentlichen synchron zur Bewegung 220 des Objektes 111 und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung 220 des Objektes 111 erfolgt. Die Beleuchtungseinrichtung 200 beleuchtet das Objekt 111 dabei derart, dass das Objekt 111 einen mitbewegten Schatten 206 bzw. einen mitbewegten Schattenstreifen 206.1 von im Wesentlichen konstanter Größe wirft.

Die Beleuchtungseinrichtung 200 weist dabei bevorzugt eine Reihe von n Lichtquellen 204.1 bis 204.n auf, welche einzeln oder in Gruppen im Wesentlichen synchron zur Bewegung 220 des Objektes 111 und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung 220 des Objektes 111 an- und abgeschaltet werden.

Da die Bildaufnahme mehrerer Bilder des Objektes 111 und des Schatten 206 bzw. des Schattenstreifens 206.1 in sehr kurzer Zeit erfolgt, kann die Veränderung der Bildaufnahmesituation durch die Relativbewegung des Objektes 111 zur Bildaufnahmeeinrichtung 210 bei synchron aktivierten Lichtquellen 204.1 bis 204.n bzw. bei mitbewegter Lichtquelle 204 vernachlässigt werden

100
Druckmaschine
110
Bogenanleger
111
Bedruckstoffbogen
111.1
Oberfläche
112
Anlagestapel
120
Zuführtisch
130a–130b
Druckwerke
131
Druckformzylinder
132
Übertragungszylinder
133
Gegendruckzylinder
134
Transferzylinder
135
Farbwerk
136
Feuchtwerk
140
Lackwerk
150
Bogenausleger
151
Fördereinrichtung
152
Trockner
153
Pudereinrichtung
154
Auslagestapel
160
Steuereinheit
170
Positionen
190
Vorrichtung
200
Beleutchtungseinrichtung
202
Transportpfad
204
Lichtquelle
204.1–204.n
Lichtquellen
206
Schatten
206.1
Schattenstreifen
208
Kante
210
Bildaufnahmeeinrichtung
220
Transportrichtung
230
Steuereinheit
600
Verfahrensschritt Beleuchten
610
Verfahrensschritt Aufnehmen eines Bildes


Anspruch[de]
Verfahren zur Bildaufnahme der Kante eines bewegten Objektes in Bedruckstoff verarbeitenden Maschinen, wobei

– eine Beleuchtung (600) unter Einsatz einer Beleuchtungseinrichtung (200) erfolgt, und

– eine Bildaufnahme (610) wenigstens eines Abschnitts der Kante (208) unter Einsatz einer Bildaufnahmeeinrichtung (210) erfolgt,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Einsatz der Beleuchtungseinrichtung (200) und/oder der Bildaufnahmeeinrichtung (210) im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes (111) und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (200) und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung (210) im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes (111) und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) aktiviert werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (200) eine Reihe von Lichtquellen (204.1 bis 204.n) umfasst, welche einzeln oder in Gruppen im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes (111) und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) an- und abgeschaltet werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (200) und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung (210) im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes (111) und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) bewegt werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (200) das Objekt (111) derart beleuchtet, dass das Objekt (111) einen mitbewegten Schatten (206, 206.1) von im Wesentlichen konstanter Größe wirft. Vorrichtung zur Bildaufnahme der Kante eines bewegten Objektes in Bedruckstoff verarbeitenden Maschinen, mit einer Beleuchtungseinrichtung (200) und einer Bildaufnahmeeinrichtung (210), dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinheit (230) vorgesehen ist, welche den Einsatz der Beleuchtungseinrichtung (200) und/oder der Bildaufnahmeeinrichtung (210) im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes (111) und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) steuert. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (200) und/oder die Bildaufnahmeeinrichtung (210) im Wesentlichen synchron zur Bewegung des Objektes (111) und im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) bewegbar angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (210) eine zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) im Wesentlichen parallel ausgerichtete Reihe von n Lichtquellen (204.1 bis 204.n) umfasst. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (210) ein zur Bewegungsrichtung (220) des Objektes (111) im Wesentlichen parallel und senkrecht ausgerichtetes Feld von n mal m Lichtquellen (204.1 bis 204.n) umfasst. Bedruckstoff verarbeitende Maschine, insbesondere Druckmaschine, Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck oder Bogen verarbeitende Druckweiterverarbeitungsmaschine, gekennzeichnet durch wenigstens eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9.






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