PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102007010524A1 04.10.2007
Titel Vorrichtung zum Transport von Bogen mittels einer Greifereinrichtung
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Möhringer, Markus, 69469 Weinheim, DE;
Mutschall, Stefan, 76684 Östringen, DE
DE-Anmeldedatum 05.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007010524
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse B41F 21/04(2006.01)A, F, I, 20070305, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 21/10(2006.01)A, L, I, 20070305, B, H, DE   B65H 5/14(2006.01)A, L, I, 20070305, B, H, DE   B65H 5/12(2006.01)A, L, I, 20070305, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung zum Transport von Bogen mittels einer Greifereinrichtung ist es vorgesehen, die Greifer der Greifereinrichtung schwenkbar auf einer zylinderfesten Achse anzuordnen und die Greifer mittels eines Koppelgetriebes oder eines Kurvenantriebs von einer schwenkbar, parallel zur Greiferachse angeordneten Greiferbetätigungswelle anzutreiben, um den Greifer zu öffnen oder zu schließen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Transport von Bogen mittels einer Greifereinrichtung, die aus einer Anzahl nebeneinander in einem Abstand angeordneter Einzelgreifer besteht. Jeder Einzelgreifer besteht im Wesentlichen aus einem schwenkbar angeordneten Greifergehäuse mit einer Greiferspitze, die mit einer z. B. zylinderfesten Greiferauflage zusammenwirkt. Jeder Greifer weist eine schwenkbar gelagerte Greiferbetätigungswelle mit einem Anschlag auf, welcher zur Greiferbetätigung mit einem Anschlag oder Widerlager des Greifergehäuses in Wirkkontakt bringbar ist. Die Greifer selbst sind jeweils außerhalb der Greiferbetätigungswelle auf einer parallel zur Greiferbetätigungswelle angeordneten Achse schwenkbar gelagert.

Eine Greifereinrichtung dieser Art ist z. B. durch die DE 101 52 592 A1 bekannt.

Die Greiferachse ist hierbei an einem Halter gelagert, der auf der Greiferbetätigungswelle abgestützt ist. Bei einer derartigen Anordnung addieren sich die Lagerspiele des Halterlagers und das Lagerspiel der Greiferbetätigungswelle. Ein hierdurch entstehendes relativ großes Lagerspiel führt in der Regel zu einer Beeinträchtigung der Haltekraft und zu entsprechenden Qualitätseinbußen beim Bogentransport.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine alternative Greifereinrichtung zu schaffen, bei welcher das Lagerspiel minimiert werden kann.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Es ist ein besonderer Vorteil der Erfindung, dass die Greiferachse direkt am Zylinder gelagert ist. Durch diese Maßnahme können die Greifer bei geringer Maße dennoch steif ausgebildet werden. Die geringen Maßen der Greifer begünstigen das Prellverhalten des Greifers beim Aufschlag auf die Greiferauflagen. Die steife Ausbildung erhöht die Greifergenauigkeit und verbessert das Festhalten des Bogens. In vorteilhafter Ausgestaltung weist jeder Greifer eine eigene Lagerachse auf, wobei die Lagerung nahezu spielfrei gestaltet werden kann.

Bei einem ersten Ausführungsbeispiel ist eine Viergelenk-Greifersteuerung vorgesehen und bei einem zweiten Ausführungsbeispiel eine nockengesteuerte Greiferanordnung.

Die beiden Ausführungsbeispiele sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden beschrieben.

Es zeigt:

1 eine Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,

2 eine Viergelenk-Greifersteuerung im Schnitt mit geschlossenem Greifer,

3 die Viergelenk-Greifersteuerung im Schnitt mit geöffnetem Greifer,

4 eine Greifernockensteuerung im Schnitt mit geöffnetem Greifer,

5 die Greifernockensteuerung im Schnitt mit geschlossenem Greifer und

6 eine erfindungsgemäße Greiferanordnung in der Draufsicht.

Eine Bogen 7 verarbeitende Maschine, z. B. eine Druckmaschine 1, weist einen Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf. Die Bogen 7 werden von einem Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen Zuführtisch 9 den Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter Weise jeweils einen Plattenzylinder 11, 12. Die Plattenzylinder 11 und 12 weisen jeweils eine Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten auf. Darüber hinaus ist jedem Plattenzylinder 11, 12 eine Vorrichtung 16, 17 für den halb- oder vollautomatischern Druckplattenwechsel zugeordnet.

Der Bogenstapel 8 liegt auf einer gesteuert anhebbaren Stapelplatte 10 auf. Die Entnahme der Bogen 7 erfolgt von der Oberseite des Bogenstapels 8 mittels eines so genannten Saugkopfes 18, der unter anderem eine Anzahl von Hub- und Schleppsaugern 19, 21 für die Vereinzelung der Bogen 7 aufweist. Darüber hinaus sind die Blaseinrichtungen 22 zu Auflockerung der oberen Bogenanlagen und Testelemente 23 zur Stapelnachführung vorgesehen. Zur Ausrichtung des Bogenstapels 8, insbesondere der oberen Bogen 7 des Bogenstapels 8 sind eine Anzahl von seitlichen und hinteren Anschlägen 24 vorgesehen.

Der Transport der Bogen 7 zu den Druckwerken 3, 4 bzw. durch die Druckmaschine erfolgt mittels Greifereinrichtungen 26, welche auf Bogentransportzylindern 27 angeordnet sind. Die Greifereinrichtungen 26 bestehen im Wesentlichen jeweils aus einer Anzahl von nebeneinander in axialer Richtung der Bogentransportzylinder 27 angeordneten Einzelgreifern 28. Zur Erzeugung einer gemeinsamen Greiferöffnungs- und – schließbewegung ist eine stationär angeordnete Steuerkurve 29 vorgesehen, die mit einer Steuerrolle 31 der Greifereinrichtung 26 zusammenwirkt. Die Steuerrolle 31 ist am Ende eines Steuerhebels 32 drehbar gelagert. Der Steuerhebel 32 sitzt fest auf dem Ende einer Greiferbetätigungswelle 33, die schwenkbar auf dem Transportzylinder 27 gelagert ist. Parallel zur Greiferbetätigungswelle 33 ist eine Greiferachse 34 zylinderfest am Bogentransportzylinder 27 angeordnet. Die Greiferachse 34 trägt nebeneinander im Abstand schwenkbar angeordnet eine Anzahl der Greifer 28. Vorzugsweise weist jeder Greifer 28a, b, c eine eigene Greiferachse 34a, b, c auf. Die Greifer 28 wirken zum Festhalten der Bogen 7 mit einer zylinderfesten Greiferauflage 36 zusammen.

Zur Einleitung einer Greiferöffnungs- bzw. -schließbewegung ist ein Koppelgetriebe 37 vorgesehen. Eine erste Koppel 38 ist mit ihrem ersten Ende 39 gelenkig mit einem an der Greiferbetätigungswelle 33 befestigten Klemmstück 41 verbunden. Die Gelenkverbindung wird vorzugsweise durch ein Wälzlager 40 realisiert. Ein zweites Ende 42 der Koppel 38 ist gelenkig mit einem ersten Ende 43 eines zweiarmigen Hebels 44 verbunden. Diese Gelenkverbindung wird vorzugsweise durch ein Gleitlager 45 realisiert. Ein zweites Ende 46 des Hebels 44 weist einen einstellbaren Anschlag 47 auf. Der Greifer 28 weist eine Greiferspitze 49 zum Zusammenwirken mit der Greiferauflage 36 auf und an einem der Greiferspitze 49 gegenüberliegenden Ende ein Widerlager 51, welches mit dem Anschlag 47 zusammenwirkt, sowie ein Widerlager 52 zur Abstützung einer vorgespannten Druckfeder 53, welche die erste Koppel 38 koaxial umfasst und am Ende 42 der Koppel 38 abgestützt ist.

2 zeigt den Greifer 28 in einer geschlossenen Position z. B. in einer Bogentransportstellung.

Zur Öffnung des Greifers 28 wird die Steuerrolle 31 durch ein Tal der Steuerkontur der Steuerkurve 29 im Uhrzeigersinn um die Achse der Greiferbetätigungswelle 33 geschwenkt. Hierbei schwenkt das Klemmstück 41 mittels der Koppel 38 den Hebel 44 gegen den Uhrzeigersinn um die Achse 34. Der Anschlag 47 drückt gegen das Widerlager 51 des Greifers 28 und öffnet diesen gegen die Kraft der Druckfeder 53.

3 zeigt den Greifer 28 in geöffneter Position. Zum Schließen des Greifers 28 gelangt die Steuerkurve 29 in Kontakt mit einem Berg der Steuerkontur der Steuerkurve 29 und schwenkt die Greiferbetätigungswelle 39 gegen den Uhrzeigersinn. Das Klemmstück 41 zieht dabei an der Koppel 38 und schwenkt somit den Hebel 44 im Uhrzeigersinn um die Achse 34. Die Druckfeder 53 drückt gegen die Aufnahme 52 und schließt somit den Greifer 28, indem die Greiferspitze 49 gegen die Greiferauflage 36 gedrückt wird.

Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß der 4 und 5 weist die Greiferbetätigungswelle 33 je Greifer 28 einen Nocken 54 auf. Selbstverständlich kann auch ein einziger, sich über die axiale Länge der Greiferwelle 33 erstreckender Nocken vorgesehen sein. Eine mit dem Nocken 54 zusammenwirkende Steuerrolle 56 befindet sich im geschlossenen Zustand des Greifers 28 auf einem Berg der Steuerkontur des Nockens 54. Die Steuerrolle 56 ist an einem ersten Ende 57 eines Rollenhebels 58 drehbar gelagert. Der Rollenhebel 58 ist mittels seines zweiten Endes 59 schwenkbar an einem Stützarm 61 des Greifers 28 gelagert. Der Stützarm 61 trägt ein Widerlager 62 für eine Druckfeder 63, die etwa mittig an dem Rollenhebel 58 angreift. An einem der Greiferspitze 49gegenüberliegenden Ende 64 weist der Greifer 28 ein Widerlager 66 für einen einstellbaren Anschlag 67 des Rollenhebels 58 auf. Eine am Rollenhebel 58 befestigte Blattfeder 68 trägt an ihrem Ende 69 unter Vorspannung eine drehbar gelagerte Rolle 71, die durch Federkraft dafür sorgt, dass die Steuerrolle 56 in ständigem Kontakt mit der Steuerkontur des Nockens 54 steht.

4 zeigt den Greifer 28 in einer geschlossenen Position, z. B. zum Bogentransport. Zur Öffnung des Greifers 28 gelangt die Steuerrolle 31 in Kontakt mit einem Teil der Steuerkontur der Steuerkurve 29 und schwenkt die Greiferbetätigungswelle 33 mit Nocken 54 im Uhrzeigersinn. Die Steuerrolle 56 wird durch die vorgespannte Rolle 71 in Kontakt mit dem Nocken 54 gehalten und schwenkt den Rollenhebel 58 gegen den Uhrzeigersinn um seine Lagerstelle am Stützarm 61. Der Anschlag 67 des Rollenhebels 58 drückt gegen das Widerlager 66 des Greifers 28 und öffnet die Greiferspitze 49.

5 zeigt den Greifer 28 in geöffneter Stellung. Zum Schließen des Greifers 28 wird die Greiferbetätigungswelle 33 gegen den Uhrzeigersinn geschwenkt. Der Nocken 54 schwenkt den Rollenhebel 58 mittels Steuerrolle 56 im Uhrzeigersinn. Die am Rollenhebel 58 abgestützte Druckfeder 63 drückt gegen das Widerlager 62 des Greifers 28 und schließt damit die Greiferspitze 49. Bei einer Einzellagerung der Greifer 28 auf jeweils einer jedem Greifer 28 zugeordneten Achse 34a, b, c gemäß 6 ist es vorgesehen, dass jeder Achse 34a, b, c zwei Lager, vorzugsweise Wälzlager, zugeordnet sind. Hierbei werden die Lager zweier benachbarter Achsen 34a und 34b bzw. 34b und 34c mittels eines gemeinsamen Klemmstücks 72 am Zylinderkörper 27 befestigt.

1
Druckmaschine
2
Anleger
3
Druckwerk
4
Druckwerk
5
6
Ausleger
7
Bogen
7a
nächster Bogen
8
Bogenstapel
9
Zuführtisch
10
Stapelplatte
11
Plattenzylinder
12
Plattenzylinder
13
Druckplattenbefestigung
14
Druckplattenbefestigung
15
16
Druckplattenwechsler
17
Druckplattenwechsler
18
Saugkopf
19
Hubsauger
20
21
Schleppsauger
22
Blaseinrichtung
23
Tastelement
24
Anschlag
25
26
Greifereinrichtung
27
Bogentransportzylinder
28
Einzelgreifer
28a–c
Einzelgreifer
29
Steuerkurve
30
31
Steuerrolle
32
Steuerhebel
33
Greiferbetätigungswelle
34
Greiferachse
34a–c
Greiferachse
35
36
Greiferauflage
37
Koppelgetriebe
38
Koppel
39
Ende (38)
40
Wälzlager
41
Klemmstück
42
Ende (38)
43
Ende (44)
44
Hebel
45
Gleitlager
46
Ende (44)
47
Anschlag (44)
48
49
Greiferspitze
50
51
Widerlager
52
Widerlager
53
Druckfeder
54
Nocken
55
56
Steuerrolle
57
Ende (58)
58
Rollenhebel
59
Ende (61)
60
61
Stützarm
62
Widerlager (61)
63
Druckfeder
64
Ende (28)
65
66
Widerlager (28)
67
Anschlag (58)
68
Blattfeder
69
Ende (68)
70
71
Rolle
72
Klemmstück


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Transport von Bogen zu oder in einer Bogen verarbeitenden Maschine mittels einer Greifereinrichtung, bei welcher eine Greiferbetätigungswelle parallel zu einer Greifer tragenden Achse angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferachse (34, 34a–c) zylinderfest angeordnet ist und dass die Einzelgreifer (28) schwenkbar auf der Greiferachse (34, 34a–c) gelagert sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelgreifer (28) mittels eines Koppelgetriebes (37) von der Greiferbetätigungswelle (33) antreibbar angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelgreifer (28) mittels eines Kurvengetriebes (54, 56) von der Greiferbetätigungswelle (33) antreibbar gelagert sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelgetriebe (37) eine gelenkig an der Greiferbetätigungswelle (33) angeordnete Koppel (38) und einen an der Koppel (38) gelenkig angeordneten Hebel (44) umfasst, der mit dem Greifer (28) in Wirkverbindung steht. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (28) mittels einer vorgespannten Druckfeder (53) in Anlage mit einem einstellbaren Anschlag (47) des Hebels (44) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die gelenkige Verbindung zwischen Greiferbetätigungswelle (33) und Hebel (38) ein Wälzlager (40) ist. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kurvengetriebe (54, 56) einen Nocken (54) oder eine Nockenwelle umfasst, welcher/welche mittels einer Steuerrolle (56) und einem Rollenhebel (58) mit dem Greifer (28) verbunden ist. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine vorgespannten Andrückrolle (71) vorgesehen ist, die mit dem Nocken (54) bzw. der Nockenwelle in Wirkkontakt steht. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückrolle (71) mittels einer Blattfeder (68) an dem Steuerhebel (58) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass axial nebeneinander eine Anzahl von Greifern (28) angeordnet sind und dass jedem Greifer (28) eine Greiferachse (34, 34a–c) zugeordnet ist. Bogenrotationsdruckmaschine mit einer Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com