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Dokumentenidentifikation DE102007011043A1 04.10.2007
Titel Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Druckwerks
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Greulich, Udo, 69231 Rauenberg, DE;
Huber, Dieter, 74889 Sinsheim, DE;
Kretz, Wolfgang, 74909 Meckesheim, DE;
Michels, Jürgen, 69221 Dossenheim, DE;
Schaffrath, Dieter, 64653 Lorsch, DE;
Schönberger, Wolfgang, 69198 Schriesheim, DE;
Schwaab, Bernhard, 67434 Neustadt, DE;
Thielemann, Michael, 69118 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 07.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007011043
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse B41F 35/00(2006.01)A, F, I, 20070307, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/06(2006.01)A, L, I, 20070307, B, H, DE   B41F 31/04(2006.01)A, L, I, 20070307, B, H, DE   B41F 31/20(2006.01)A, L, I, 20070307, B, H, DE   B41F 35/06(2006.01)A, L, I, 20070307, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Druckwerkes (18), welches eine Rakel (11), eine Rasterwalze (4), eine Farbauftragwalze (5), einen Formzylinder (6), einen Gummizylinder (7) und eine Wascheinrichtung (14) umfasst, werden die Rakel (11) und die Farbauftragwalze (5) mit der Rasterwalze (4) in Kontakt gehalten, um mittels der Rakel (11) Druckfarbe von der Rasterwalze (4) und der Farbauftragwalze (5) zu entfernen, und wird gleichzeitig die Wascheinrichtung (14) in Kontakt mit dem Gummizylinder (7) gehalten, um diesen unter Verwendung eines Waschmittels zu waschen.

Beschreibung[de]

Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Druckwerks.

Bei Anilox-Druckwerken sind verschiedene Reinigungsvorgänge erforderlich, welche zwischen jeweils zwei Druckaufträgen durchgeführt werden. Die Reinigungsvorgänge betreffen die Farbauftragwalze und den Gummizylinder, die jeweils ein vom vorhergehenden Druckauftrag stammendes sogenanntes Geisterbild aufweisen. Das Geisterbild wird vom Formzylinder verursacht, dessen druckende Bereiche Farbpigmente in die Umfangsoberflächen pressen. Das Geisterbild muss vor dem Start des nachfolgenden Druckauftrags gelöscht werden, damit es keine Makulatur verursacht.

In DE 10 2004 005 576 A1 ist beschrieben, dass Druckfarbe von einer Rasterwalze und einer Farbauftragwalze entfernt wird, indem eine Rakel in Kontakt mit der Rasterwalze und die Rasterwalze in Kontakt mit der Farbauftragwalze gehalten wird. Das Geisterbild auf dem Gummizylinder kann auf diese Weise nicht entfernt werden.

In DE 102 03 695 A1 ist ein Rakelfarbkasten mit einer Schwenkrückwand beschrieben. Vor einem Ausbau des Rakelfarbkastens wird der Farbpegel der Druckfarbe, welche sich im Rakelfarbkasten befindet, durch ein Zurückschwenken der Schwenkrückwand so weit abgesenkt, dass er sich danach unter der Schneide der Rakel befindet. Dabei wird die Rakel in Kontakt mit der rotierenden Rasterwalze gehalten, so dass die Druckfarbe von der Rasterwalze abgestreift und im Rakelfarbkasten aufgefangen wird. Auch auf diese Weise kann das Geisterbild des Gummizylinders nicht beseitigt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Reinigungsverfahren anzugeben, welches besonders gut für eine Zwischenreinigung des Anilox-Druckwerks zwischen zwei Druckaufträgen geeignet ist.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Druckwerkes, welches eine Rakel, eine Rasterwalze, eine Farbauftragwalze, einen Formzylinder, einen Gummizylinder und eine Wascheinrichtung umfasst, werden die Rakel und die Farbauftragwalze mit der Rasterwalze in Kontakt gehalten, um mittels der Rakel Druckfarbe von der Rasterwalze und der Farbauftragwalze zu entfernen, und wird gleichzeitig die Wascheinrichtung in Kontakt mit dem Gummizylinder gehalten, um diesen unter Verwendung eines Waschmittels zu waschen.

Das erfindungsgemäße Verfahren, bei welchem die Farbwerksreinigung und die Zylinderreinigung gleichzeitig erfolgen, gewährleistet eine Löschung beider Geisterbilder, das auf der Farbauftragwalze und jenes auf dem Gummizylinder. Dadurch wird beim Start des nachfolgenden Druckauftrags Makulatur vermieden. Außerdem wird die für die Reinigung des Anilox-Druckwerks erforderliche Zeit verringert, im Vergleich mit einer Reinigung, bei der zuerst die Rasterwalze und die Farbauftragwalze gereinigt werden und danach der Gummizylinder gereinigt wird, also die Farbwerksreinigung und die Zylinderreinigung nacheinander erfolgen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann das Anilox-Druckwerk bei der Reinigung der Rasterwalze und der Farbauftragwalze mit derselben Geschwindigkeit wie bei der gleichzeitig erfolgenden Reinigung des Gummizylinders laufen.

In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen genannt.

Bei einer Weiterbildung wird die Druckfarbe waschmittellos von der Rasterwalze und der Farbauftragwalze entfernt. Es wird also keine Reinigungsflüssigkeit oder -paste als Waschmittel auf die Rasterwalze und die Farbauftragwalze aufgebracht. Somit ist auch ausgeschlossen, dass sich ein solches Waschmittel mit der zu entfernenden Druckfarbe vermischt. Das ist hinsichtlich einer Wiederverwendung der entfernten Druckfarbe vorteilhaft.

Bei einer weiteren Weiterbildung wird gleichzeitig die Farbauftragwalze außer Kontakt mit dem Formzylinder gehalten. Dadurch kann der Formzylinder mit dem Gummizylinder in Kontakt gehalten werden, um mittels der Wascheinrichtung über den Gummizylinder den Formzylinder mitzuwaschen. Dabei wird vermieden, dass das Waschmittel vom Gummizylinder über den Formzylinder auf die Farbauftragwalze gelangt und dort die Druckfarbe verschmutzt, welche wiederverwendet werden soll. Durch das Waschen des Gummizylinders wird das darauf befindliche Geisterbild gründlich gelöscht.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist die Rakel Bestandteil eines Rakelfarbkastens mit einer Schwenkrückwand und wird die Schwenkrückwand von der Rakel weg geschwenkt, um einen Farbpegel in dem Rakelfarbkasten unter eine Schneide der Rakel abzusenken, und wird danach das Entfernen der Druckfarbe von der Rasterwalze und der Farbauftragwalze mittels der Rakel durchgeführt. Hierbei kann die Rakel eine Doppelfunktion erfüllen; sie dient im Druckbetrieb als Dosierrakel und bei der Reinigung als Reinigungsrakel. Dadurch wird die Bauteileanzahl reduziert.

Weitere vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigt:

1 ein Anilox-Druckwerk im Druckbetrieb und

2 das Anilox-Druckwerk aus 1 während der Reinigung.

In den 1 und 2 ist eine Druckmaschine 1 mit einem Anilox-Druckwerk 18 dargestellt. Die Druckmaschine 1 ist eine Bogendruckmaschine und das Anilox-Druckwerk 18 ist ein Offsetdruckwerk. Das Anilox-Druckwerk 18 umfasst ein Anilox-Farbwerk 2, ein Feuchtwerk 3, einen Formzylinder 6, einen Gummizylinder 7 und eine Wascheinrichtung 14.

Die Wascheinrichtung 14 kann eine Bürstenwalze oder ein Reinigungstuch, das von einem Saubertuchwickel abwickelbar und auf einen Schmutztuchwickel aufwickelbar ist, als gegen den Gummizylinder 7 pressbares Reinigungselement aufweisen. Außerdem kann die Wascheinrichtung 14 eine Sprüheinrichtung umfassen, mittels welcher ein Waschmittel auf das Reinigungselement oder den Gummizylinder 7 gesprüht wird. Wenn das Reinigungstuch bereits mit dem Waschmittel vorimprägniert ist, kann auf die Sprüheinrichtung verzichtet werden.

Das Anilox-Farbwerk 2 umfasst eine Rasterwalze 4, eine Farbauftragwalze 5, eine Farbwerkswalze 17 und einen Rakelfarbkasten 10 mit einer Rakel 11 und einer Schwenkrückwand 12. In dem Rakelfarbkasten 10 ist Druckfarbe 13 gespeichert, die einen Farbpegel 16 bildet. Ist die Schwenkrückwand 12 für den Druckbetrieb zur Rakel 11 hin geschwenkt, befindet sich der Farbpegel 16 oberhalb einer Schneide 15 der Rakel 11, wie dies in 1 gezeigt ist. Ist die Schwenkrückwand 12 dagegen beim Reinigen des Anilox-Druckwerks 18 von der Rakel 11 weg geschwenkt, befindet sich der Farbpegel 16 unterhalb der Schneide 15, wie dies in 2 gezeigt ist. Die Schwenkrückwand fungiert als Verdrängerkörper zum wahlweisen Anheben und Absenken des Farbpegels 16.

Das Feuchtwerk 3 umfasst u. a. eine Feuchtauftragwalze 8 und eine Brückenwalze 9.

1 zeigt den Druckbetrieb, bei welchem die Farbauftragwalze 5 und die Feuchtauftragwalze 8 an den Formzylinder 6 angestellt sind. Die Wascheinrichtung 14 ist dabei vom Gummizylinder 7 abgestellt und der Farbpegel 16 ist angehoben. Die Brückenwalze 9 liegt an der Feuchtauftragwalze 8 an, ist aber von der Farbauftragwalze 5 abgestellt. Im Druckbetrieb wird mittels des Rakelfarbkastens 10 die Druckfarbe 13 auf die Rasterwalze 4 aufgebracht.

Um nach einem beendeten Druckauftrag das Anilox-Druckwerk 18 für den nachfolgenden Druckauftrag vorzubereiten, ist eine Zwischenreinigung erforderlich. Die dafür notwendigen Verfahrensschritte sind folgende:

Zuerst werden die Feuchtauftragwalze 8 und die Farbauftragwalze 5 vom Formzylinder 6 abgestellt, was synchron oder nacheinander erfolgen kann. Außerdem wird die Brückenwalze 9 an die Farbauftragwalze 5 angestellt. Wenn das Anilox-Druckwerk 18 für den feuchtmittellosen Offsetdruck ausgelegt wäre und somit das Feuchtwerk 3 nicht vorhanden wäre, entfielen die Verstellungen der Feuchtauftragwalze 8 und der Brückenwalze 9.

Danach wird der Farbpegel 16 unter die Schneide 15 abgesenkt, so dass der Rakelfarbkasten 10 Druckfarbe von der rotierenden Rasterwalze 4 abzunehmen vermag. Die Farbwerkswalze 17, welche eine gummielastische Umfangsoberfläche hat und an der Rasterwalze 4 anliegt, unterstützt die Reinigung der Rasterwalze 4. Beim Aufeinanderabrollen drückt sich die Umfangsoberfläche der Farbwerkswalze 17 in die Rastervertiefungen (Näpfchen oder Rillen) der Rasterwalze 4 kurzzeitig hinein und saugt beim Wiederaustritt aus den Rastervertiefungen darin sitzende Farbreste heraus. Aufgrund des zwischen der Rasterwalze 4 und der Farbauftragwalze 5 während der Reinigung aufrechterhaltenen Kontaktes wird die Druckfarbe, welche sich noch auf der Farbauftragwalze 5 befindet, von dieser durch die Rasterwalze 4 abgenommen und von letzterer mittels der Rakel 11 abgerakelt. Ebenso erfolgt eine Mitreinigung der Feuchtauftragwalze 8 und der Brückenwalze 9, von welchen die Farbreste über die Farbauftragwalze 5 und die Rasterwalze 4 in den Rakelfarbkasten 13 gefördert werden. Zum Reinigen der Farbauftragwalze 5 und der Rasterwalze 4, welches nur mit der Rakel 11 erfolgt, wird keinerlei Waschmittel verwendet. Somit kann auch kein Waschmittel in die im Rakelfarbkasten 10 gespeicherte Druckfarbe 13 hineingelangen und diese verschmutzen. Tests haben ergeben, dass sich überraschenderweise auch ohne die Verwendung des Waschmittels das Geisterbild auf der Farbauftragwalze 5 beseitigen lässt.

Das Anstellen der Wascheinrichtung 14 an den Gummizylinder 7 kann vor dem Absenken des Farbpegels 16, währenddessen oder danach erfolgen, erfolgt aber in jedem Fall nach dem Abstellen der Farbauftragwalze 5 vom Formzylinder 6.

Wesentlich ist, dass es eine Zeitspanne gibt, in welcher die Wascheinrichtung 14 am Gummizylinder 7 anliegt und diesen wäscht und in der gleichzeitig die Rakel 11 an der Rasterwalze 4 anliegt, dass in dieser Zeitspanne die Farbauftragwalze 5 zwar an der Rasterwalze 4, jedoch nicht am Formzylinder 6 anliegt, und dass in besagter Zeitspanne die Rasterwalze 4 und die Farbauftragwalze 5 ohne Verwendung eines Waschmittels gereinigt werden und gleichzeitig der Gummizylinder 7 unter Verwendung eines Waschmittels gereinigt wird.

Auf diese Weise lassen sich die Geisterbilder, welche der vorhergehende Druckauftrag verursacht hat, rasch und gründlich von den Gummioberflächen der Farbauftragwalze 5 und des Gummizylinders 7 entfernen, so dass diese Geisterbilder beim Start des nachfolgenden Druckauftrages keine Makulatur verursachen können.

1
Druckmaschine
2
Anilox-Farbwerk
3
Feuchtwerk
4
Rasterwalze
5
Farbauftragwalze
6
Formzylinder
7
Gummizylinder
8
Feuchtauftragwalze
9
Brückenwalze
10
Rakelfarbkasten
11
Rakel
12
Schwenkrückwand
13
Druckfarbe
14
Wascheinrichtung
15
Schneide
16
Farbpegel
17
Farbwerkswalze
18
Anilox-Druckwerk


Anspruch[de]
Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Druckwerkes (18), welches eine Rakel (11), eine Rasterwalze (4), eine Farbauftragwalze (5), einen Formzylinder (6), einen Gummizylinder (7) und eine Wascheinrichtung (14) umfasst, wobei die Rakel (11) und die Farbauftragwalze (5) mit der Rasterwalze (4) in Kontakt gehalten werden, um mittels der Rakel (11) Druckfarbe von der Rasterwalze (4) und der Farbauftragwalze (5) zu entfernen, und gleichzeitig die Wascheinrichtung (14) in Kontakt mit dem Gummizylinder (7) gehalten wird, um diesen unter Verwendung eines Waschmittels zu waschen. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Druckfarbe waschmittellos von der Rasterwalze (4) und der Farbauftragwalze (5) entfernt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei gleichzeitig die Farbauftragwalze (5) außer Kontakt mit dem Formzylinder (6) gehalten wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Rakel (11) Bestandteil eines Rakelfarbkastens (10) mit einer Schwenkrückwand (12) ist, die Schwenkrückwand (12) von der Rakel (11) weg geschwenkt wird, um einen Farbpegel (16) in dem Rakelfarbkasten (12) unter eine Schneide (15) der Rakel (11) abzusenken, und danach das Entfernen der Druckfarbe von der Rasterwalze (4) und der Farbauftragwalze (5) mittels der Rakel (11) durchgeführt wird.






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