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Dokumentenidentifikation DE102007011344A1 04.10.2007
Titel Verfahren zur Farbmessung bei Druckmaschinen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Huber, Werner, Dr., 69168 Wiesloch, DE;
Schneider, Manfred, 74906 Bad Rappenau, DE;
Geißler, Wolfgang, 76669 Bad Schönborn, DE
DE-Anmeldedatum 08.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007011344
Offenlegungstag 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse B41F 33/14(2006.01)A, F, I, 20070308, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 33/10(2006.01)A, L, I, 20070308, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Farbmessung auf durch eine Druckmaschine (1) produzierten Bedruckstoffen (9) mit wenigstens einem ersten in der Druckmaschine (1) installierten Farbmessgerät (21) und wenigstens einem zweiten Farbmessgerät (20). Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass von dem ersten Farbmessgerät (21) in der Druckmaschine (1) ein Signal abgegeben wird, wenn sich die auf den Bedruckstoffen (9) erfassten Farbmesswerte für eine vorgegebene Periode in einem vorgegebenen Toleranzfeld befinden, und dass nach der Abgabe des Signals mit dem zweiten Farbmessgerät (20) eine Farbmessung auf einem der produzierten Bedruckstoffe (9) vorgenommen wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Farbmessung auf durch eine Druckmaschine produzierten Bedruckstoffen mit wenigstens einem ersten in der Druckmaschine installierten Farbmessgerät und wenigstens einem zweiten Farbmessgerät.

Zur Beurteilung der Qualität von produzierten Bedruckstoffen ist die Verwendung von Farbmessgeräten bekannt. Mittels der Farbmessgeräte können Unterschiede in der Farbgebung zwischen Druckvorlage und produziertem Bedruckstoff auch in einem Bereich erkannt werden, den das menschliche Auge nicht deutlich wahrnimmt. Außerdem lässt sich mittels Farbmessgeräten der subjektive Eindruck eines Betrachters vermeiden und eine automatische Farbregelung realisieren. Derzeit werden farbmetrische und densitometrische Farbmessgeräte eingesetzt. Davon gibt es drei Bauarten, zum einen sogenannte Inline-Messvorrichtungen, das sind Farbmessgeräte, welche innerhalb der Druckmaschine angeordnet sind und bei laufendem Druckbetrieb fortwährend Bedruckstoffe farblich vermessen, wobei meist nicht im Druckbild selbst gemessen wird, sondern auf am Rande des Bedruckstoffs angebrachten Druckkontrollstreifen. Weiterhin gibt es separate Farbmessgeräte in Form von Handmessgeräten oder Messtischen, auf denen die fertig produzierten Bedruckstoffe aufgelegt werden und von einem Farbmessgerät erfasst werden. Die Farbmessgeräte können mit einem Steuerungsrechner der Druckmaschine in Verbindung stehen, um mittels eines Soll-/Ist-Wert-Vergleichs der Farbgebung auf der Druckvorlage und den vermessenen Bedruckstoffen eine Farbregelung durchzuführen. Die Farbregelung wirkt dann auf die Farbwerke in der Offsetdruckmaschine ein und versucht so, die Farbgebung der fertig produzierten Bedruckstoffe der Druckvorlage anzugleichen.

Aus der EP 0 741 029 A2 ist ein Verfahren zum Steuern oder Regeln der Farbgebung während des Druckprozesses in Druckmaschinen bekannt, bei dem laufend Farbmessdaten aus erstellten Druckbildern gewonnen werden und für die Steuer- und Regelvorgänge zur Beeinflussung der Farbgebung auf den Bedruckstoffen verwendet werden. Wenn eine bestimmte Toleranzgrenze überschritten ist, findet eine Steuerung oder Regelung der Farbwerke in der Druckmaschine statt. Es wird jedoch nicht gewartet, bis die Toleranzgrenzen überschritten wurden, sondern es wird eine Trendschätzung vorgenommen, um die zeitliche Entwicklung der erfassten Farbmessdaten in die Zukunft fortzuschreiben. Sobald die Trendschätzung ergibt, dass eine Fortschreibung des Trends zu einer Überschreitung der Toleranzgrenzen führen würde, wird präventiv in die Farbsteuerung oder Farbregelung eingegriffen. Auf diese Art und Weise wird erreicht, dass die vorgegebenen Toleranzgrenzen gar nicht erst erreicht werden. Nachteilig an einem solchen System ist jedoch, dass für die Trendschätzung aufgrund der laufend ermittelten Farbmessdaten eine entsprechend große Rechenleistung benötigt wird, um rechtzeitig auf den sich abzeichnenden Trend reagieren zu können. Des Weiteren eignet sich das Verfahren gemäß der EP 0 741 029 A2 nur für den Fortdruckprozess, wenn der Zustand der Farbgebung schon weitest gehend stabil ist. Während der Einrichtphase unterliegt die Farbgebung jedoch größeren Schwankungen, so dass hier eine Trendschätzung wie in der EP 0 741 029 A2 keine Kriterien für das Erreichen eines stabilen Zustands liefern kann.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Farbmessung auf durch eine Druckmaschine produzierten Bedruckstoffen zu schaffen, welches eine zuverlässige Messung im stabilen Zustand kurz nach dem Hochlauf der Druckmaschine erlaubt und zudem eine kostengünstige aber präzise absolute Farbmessung von Bedruckstoffen während des Fortdruckbetriebs ermöglicht.

Erfindungsgemäß wird die vorliegende Aufgabe durch die Patentansprüche 1 und 10 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und der Zeichnung zu entnehmen. Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders für den Einsatz bei Bogenrotationsdruckmaschinen, kann jedoch grundsätzlich auch bei Rollenrotationsdruckmaschinen und anderen Druckmaschinenarten eingesetzt werden. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass zwei Farbmessgeräte zum Einsatz kommen, wobei mit dem ersten Farbmessgerät, welches in der Druckmaschine installiert ist, der Färbungsverlauf der produzierten Bedruckstoffe erfasst wird. Wenn sich aus dem Färbungsverlauf ergibt, dass die Druckmaschine sich in einem stabilen Betriebszustand befindet, so wird von diesem ersten Farbmessgerät ein Signal abgegeben. Das Bedienpersonal weiß dann, dass sich die Druckmaschine in einem stabilen Betriebszustand befindet, und kann der Druckmaschine einen Probedruck entnehmen. Dieser Probedruck wird bei Bogenrotationsdruckmaschinen meist am Ausleger in Form eines Probebogens entnommen und kann dann einem zweiten Farbmessgerät zugeführt werden. Mit diesem zweiten Farbmessgerät kann eine exakte absolute Farbmessung auf dem Probebogen durchgeführt werden, deren Ergebnisse dann mit der Druckvorlage verglichen werden. Sollten die Abweichungen zwischen Probebogen und Druckvorlage zu groß sein, so kann eine entsprechende Farbregelung in den Farbwerken der Druckmaschine vorgenommen werden. Der große Vorteil einer solchen zweistufigen Vorgehensweise liegt darin, dass das erste Farbmessgerät in der Druckmaschine nicht so präzise messen muss wie das zweite Farbmessgerät, welches sich bevorzugt außerhalb der Druckmaschine befindet. Es können deshalb relativ kostengünstige Sensoren für das erste Farbmessgerät in der Druckmaschine installiert werden, und es kann trotzdem eine hochpräzise Farbmessung mittels des zweiten Messgeräts vorgenommen werden, welches die Farbe absolut messen kann. Dies ist insbesondere unter dem Aspekt zu betrachten, dass schnelle hochpräzise absolute messende Inline-Farbmessgeräte in der Druckmaschine derzeit kaum verfügbar sind. Auf solche teuren Farbmessgeräte kann bei der vorliegenden Erfindung aber auch verzichtet werden, da das erste Farbmessgerät in der Druckmaschine nur dazu dient, den stabilen Zustand der Druckmaschine zu erkennen und den geeigneten Zeitpunkt für eine Messung mit dem präzisen zweiten Farbmessgerät auszuwählen.

Als zweites Farbmessgerät können die bekannten Messgeräte auf Auflagetischen und die Handmessgeräte verwendet werden. Solche Messgeräte arbeiten meist mit präzisen Spektralphotometern, wobei diese präzise Messung entsprechend Zeit benötigt. Da sich das zweite Farbmessgerät außerhalb der Druckmaschine befindet, steht diese Zeit auch zur Verfügung. Obwohl gemäß dem vorliegenden Verfahren zwei Messgeräte erforderlich sind, ist die Kombination aus günstigem Farbmessgerät in der Druckmaschine und hochpräzisem zweiten Farbmessgerät außerhalb der Druckmaschine wesentlich preisgünstiger und einfacher zu realisieren als der Einsatz eines hochpräzisen Farbmessgeräts in der Druckmaschine, da diese derzeit meist noch nicht mit hohen Druckgeschwindigkeiten mithalten können.

In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das erste und das zweite Farbmessgerät über eine Kommunikationsverbindung miteinander verbunden sind. Sobald sich für eine vorgegebene Periode und ein vorgegebenes Toleranzfeld die von dem ersten Farbmessgerät in der Druckmaschine ermittelten Messungen als stabil erwiesen haben, kann das erste Farbmessgerät eine Signal an das zweiten Farbmessgerät über die Kommunikationsverbindung abgeben, dass nun eine Messung auf einem Probebogen durchgeführt werden kann. In diesem Fall entnimmt der Drucker der Druckmaschine einen Probebogen und legt ihn auf das zweite Farbmessgerät. Diese Ausgestaltung der Erfindung ist besonders dann sinnvoll, wenn das zweite Farbmessgerät in das Bedienpult der Druckmaschine integriert ist, da dann der Drucker an seinem Bedienpult im Farbmessgerät das Signal für das Durchführen einer präzisen Messung mit dem zweiten Farbmessgerät direkt angezeigt bekommt. Gleichzeitig können die Messwerte des ersten Farbmessgeräts zu der Bedieneinrichtung des zweiten Farbmessgeräts übertragen werden und so nebeneinander angezeigt werden. Auf diese Art und Weise kann der Drucker überprüfen, ob die Messwerte des ersten und des zweiten Farbmessgeräts plausibel sind. Es findet somit eine gegenseitige Kontrolle von erstem und zweitem Farbmessgerät statt.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die vorgegebene Periode einem vorgegebenen Zeitraum entspricht. So kann zum Beispiel festgelegt werden, dass ein stabiler Zustand der Druckmaschine dann erreicht ist, wenn bei einer bestimmten Druckgeschwindigkeit die Toleranzgrenzen für die Farbgebung für einen Zeitraum von einer Minute nicht überschritten worden sind. Wenn unter dieser Bedingung die vorgegebene zeitliche Periode abgelaufen ist, wird das Signal zur Entnahme eines Probedrucks angezeigt. Alternativ dazu kann vorgesehen sein, dass die vorgegebene Periode einer vorgegebenen Anzahl von produzierten Bedruckstoffen entspricht. In diesem Fall ist die vorgegebene Periode nicht von der Druckgeschwindigkeit abhängig, sondern es wird z.B. eine Anzahl von 100 Bogen vorgegeben, nach deren Vermessung festgestellt wird, ob diese 100 Bogen innerhalb der zulässigen Toleranzgrenzen lagen. Wenn dies der Fall ist, wird analog zum vorgegebenen Zeitraum ein Signal zur Messung mit dem zweiten Farbmessgerät abgegeben, da dann der Zustand der Druckmaschine als ausreichend stabil anzusehen ist.

Des Weiteren ist vorgesehen, dass das erste oder das zweite Farbmessgerät mit einem Steuerungsrechner der Druckmaschine kommunizieren. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn anhand der Farbmesswerte des zweiten Farbmessgeräts in die Farbregelung der Druckmaschine eingegriffen werden soll. In diesem Fall können die Farbmesswerte des präzisen zweiten Farbmessgeräts direkt an den Steuerungsrechner der Druckmaschine übertragen werden und so zur Steuerung der Farbwerke in der Druckmaschine verwendet werden. Auf diese An und Weise ist es möglich, dass mittels der durch das zweite Farbmessgerät auf dem Bedruckstoff erfassten Farbmesswerte ein Soll-/Ist-Wert-Vergleich mit den Farbmesswerten einer Druckvorlage durchgeführt wird und dass in Abhängigkeit der ermittelten Abweichungen der Farbmesswerte eine Farbregelung in den Farbwerken der Druckmaschine vorgenommen wird. Zu diesem Zweck ist im Steuerungsrechner der Druckmaschine die Druckvorlage in Form von Farbmesswerten hinterlegt. Der Steuerungsrechner der Druckmaschine vergleicht nun die von dem zweiten Farbmessgerät gelieferten Ist-Werte der produzierten Bedruckstoffe mit den Soll-Farbmesswerten der Druckvorlage. Die Farbmesswerte der Druckvorlage können auf dem zweiten Farbmessgerät ermittelt worden sein, sie können aber auch direkt aus der Druckvorstufe an den Steuerungsrechner der Druckmaschine geliefert werden. Wenn eine zulässige Differenz zwischen den erfassten Farbmesswerten der produzierten Bedruckstoffe und der Druckvorlage überschritten ist, steuert der Steuerungsrechner der Druckmaschine die Farbwerke an, um die Differenz zu minimieren. Die Färbung wird dabei vorzugsweise in einem Schritt vom Soll-Wert zum Ist-Wert nachgeregelt. Die Veränderung in den Farbwerken wirkt sich auf die Bedruckstoffe in der Druckmaschine aus, welche wiederum von dem ersten Farbmessgerät in der Druckmaschine erfasst werden. Nach einer gewissen Zeit hat sich dann der neue Zustand in der Druckmaschine stabilisiert und das erste Farbmessgerät wird feststellen, dass sich die produzierten Bedruckstoffe wieder innerhalb der vorgegebenen Toleranzgrenzen befinden. Allerdings unterscheiden sich die Toleranzgrenzen nun absolut von den Toleranzgrenzen vor der Farbregelung, da nun ein etwas anderes Niveau der Färbung erreicht ist. Die Toleranzgrenzen sind deshalb nicht als absolute Toleranzgrenzen in dem ersten Farbmessgerät hinterlegt, sondern als zulässige relative Farbabweichung dE. Die relativen Toleranzgrenzen dienen lediglich dazu festzustellen, ob sich die Druckmaschine in einem stabilen Färbungszustand befindet, aber nicht dazu, um die absolute Färbung zu messen. Es reicht daher aus, dass das erste Farbmessgerät den relativen Verlauf der Färbung ermitteln kann. Sobald sich die Färbung innerhalb der relativen Toleranzgrenzen befindet, wird ein einsprechendes Signal abgegeben, dass ein Probebogen zur absoluten Farbmessung erzeugt werden kann.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass im Fortdruckbetrieb mit dem ersten Farbmessgerät die Bedruckstoffe vermessen werden und dass für die dabei ermittelten Farbmesswerte eine Toleranzgrenze vorgegeben ist, bei deren Überschreitung ein Warnsignal über eine Bedieneinrichtung abgegeben wird. Bei dieser Ausführungsform erhält das erste Farbmessgerät eine Zusatzfunktion zugewiesen. Hat der Bediener mittels des absolut messenden zweiten Farbmessgeräts einen Bedruckstoff gefunden, welcher seinen Vorstellungen entspricht, so wird er in die Farbregelung der Druckmaschine nicht mehr eingreifen. Für den Drucker ist nun vielmehr wichtig, dass dieser Zustand solange wie möglich erhalten bleibt. Falls jedoch Abweichungen von diesem Zustand auftreten sollten, so möchte der Drucker gerne darüber informiert werden. Zu diesem Zweck kann der Drucker bei einem für gut befundenen Probebogen auf einem Bildschirm an der Druckmaschine oder dem zweiten Farbmessgerät eine Taste drücken, mit der er den Sensor des ersten Farbmessgeräts in der Druckmaschine in einen Fortdruckmodus schaltet. Auch in diesem Fall überwacht das erste Farbmessgerät den relativen Verlauf der Färbung in der Druckmaschine und gibt aber nur dann ein Signal ab, wenn der Verlauf der Färbung außerhalb vorgegebener Toleranzgrenzen verläuft. Dem Drucker wird somit ein Warnsignal gegeben, dass der von ihm für gut befundene stabile Zustand der Druckmaschine nicht mehr gegeben ist, und er kann einen Probebogen entnehmen, um mittels des zweiten Farbmessgeräts die genaue Abweichung von der Druckvorlage absolut festzustellen.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mittels des ersten Farbmessgeräts im Fortdruckbetrieb die Bedruckstoffe vermessen werden, dass in einem Rechner eine Tendenz von Farbabweichungen berechnet wird und dass bei einer errechneten Tendenz, welche fortgeschritten zu einem Überschreiten der vorgegebenen Toleranzgrenzen führen würde, ein Warnsignal über eine Bedieneinrichtung abgegeben wird. Bei dieser Ausführungsform wird zusätzlich eine Trendschätzung vorgenommen, um einen Trend in Richtung der vorgegebenen Toleranzgrenzen rechtzeitig erkennen zu können. In diesem Fall wird schon dann ein Warnsignal abgegeben, wenn sich ein Trend abzeichnet, der aus den vorgegebenen Toleranzgrenzen herausführen würde. In diesem Fall wird dem Drucker früher signalisiert, dass eine Abweichung unmittelbar bevorsteht, und er kann rechtzeitig eine absolute Messung mit dem zweiten Farbmessgerät auf einem Probebogen vornehmen. Anhand dieser Absolutmessung kann dann wieder in die Farbregelung der Druckmaschine eingegriffen werden, so dass eine Überschreitung der vorgegebenen Toleranzgrenzen vermieden werden kann.

Da das erste Farbmessgerät nicht absolut messen muss, können hier relativ preisgünstige RGB-Sensoren zum Einsatz kommen. Das zweite Farbmessgerät zur absoluten Farbmessung ist vorzugsweise ein Spektralphotometer. Anstelle des RGB-Sensors des ersten Farbmessgeräts kann auch eine Kamera einer bekannten Bildaufnahmeeinrichtung verwendet werden, wie sie häufig in Inline-Bildinspektionssystemen verwendet wird. Die Aufnahmeeinrichtung des ersten Farbmessgeräts muss lediglich eine solche photometrische Auflösung haben, dass färbungsrelevante Änderungen zu erkennen sind. Sie muss diese Änderungen nicht absolut messen können.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Figur näher beschrieben und erläutert. Es zeigt:

Figur eine schematische Ansicht einer Bogendruckmaschine mit einem ersten und einem zweiten Farbmessgerät.

Die Druckmaschine 1 in der Figur weist zwei Druckwerke 3, 4 auf, welche bogenförmige Bedruckstoffe 9 verarbeiten. Die bogenförmigen Bedruckstoffe 9 werden im Anleger 2 einem Anlegerstapel 8 entnommen und über eine Transporteinrichtung dem ersten Druckwerk 3 zugeführt. In den Druckwerken 3, 4 werden die bogenförmigen Bedruckstoffe 9 in den Druckspalten zwischen den Gummituchzylindern 13, 26 und den Gegendruckzylindern 10, 28 bedruckt. Zwischen den beiden Druckwerken 3, 4 werden die Bogen 9 mittels eines Transportzylinders 14 befördert. Im Anschluss an das zweite Druckwerk 4 werden die fertig bedruckten Bogen 9 an den Ausleger 6 übergeben und von diesem auf einem Auslegerstapel 7 abgelegt. Die Druckwerke 3, 4 weisen jeweils Farbwerke 16, 17 auf, welche die Druckfarbe auf die Druckplatten auf den Plattenzylindern 11, 12 aufbringen. Zur Steuerung der Eigenschaften der Druckfarbe sind in beiden Druckwerken 3, 4 Feuchtwerke 18, 19 vorgesehen, welche die Druckfarbe mit Feuchtmittel vermischen und so eine Beeinflussung der Eigenschaften der Druckfarbe ermöglichen. Von den Plattenzylindern 11, 12 wird die Druckfarbe auf die Gummituchzylinder 13, 26 übertragen. Am Ausgang des zweiten Druckwerks 4 ist zudem eine Inline-Messvorrichtung 21 vorhanden, welche die produzierten bogenförmigen Bedruckstoffe 9 farblich vermessen kann. Bei der Inline-Messvorrichtung 21 kann es sich um einen RGB-Sensor, ein Densitometer oder eine andere Bildinspektionseinrichtung handeln. Die Inline-Messvorrichtung 21 muss die Farbe auf den Bogen 9 nicht absolut messen können, sie muss lediglich den relativen Färbungsverlauf auf den Bogen 9 erfassen können.

Die Inline-Messvorrichtung 21 ist in 1 über eine Kommunikationsverbindung 22 mit dem Steuerungsrechner 5 der Druckmaschine 1 verbunden. Der Steuerungsrechner 5 der Druckmaschine 1 ist des Weiteren an einen Bildschirm 15 zur Eingabe und zur Anzeige der Betriebszustände der Druckmaschine 1 angeschlossen. Außerdem ist an den Steuerungsrechner 5 ein zweites Messgerät 20 angeschlossen, welches die Bedruckstoffe 9 absolut bezüglich der Farbe vermessen kann. Die Bedruckstoffe 9 können dem Auslegerstapel 7 entnommen werden und von dem Messgerät 20 farblich vermessen werden. Bei dem zweiten Farbmessgerät 20 handelt es sich um ein präzises Spektralphotometer, wie es z.B. in den Farbmesssystemen ImageControl und AxisControl der Heidelberger Druckmaschinen AG verwendet wird. Die mittels des zweiten Farbmessgeräts 20 gewonnenen Farbmesswerte können im Druckmaschinenrechner 5 mit den Farbmesswerten einer Druckvorlage verglichen werden und die dabei ermittelten Abweichungen zur Steuerung der Farbwerke 16, 17 verwendet werden. Hierzu wird ein Soll-/Ist-Wert-Vergleich der mit dem Messgerät 20 ermittelten Farbmesswerte und der Druckvorlage vorgenommen und die Farbwerke 16, 17 der Druckmaschine 1 entsprechend angesteuert. Die Farbwerke 16, 17 verfügen über Stellantriebe, mit denen Farbdosierelemente geöffnet und geschlossen werden können, um so den Farbauftrag regulieren zu können. Die Stellantriebe werden vom Steuerungsrechner 5 angesteuert.

Wenn die Druckmaschine 1 in Betrieb genommen wird, so dauert es eine gewisse Zeit, bis sich ein stabiler Betriebszustand eingestellt hat. In dieser Phase registriert die Inline-Messvorrichtung 21, dass sich der Färbungsverlauf ständig ändert. Dies wird dadurch erkannt, dass im Steuerungsrechner 5 ein vorgegebenes relatives Toleranzband festgelegt ist, welches für eine bestimmte Anzahl von Bogen 9 nicht überschritten werden darf. Dieses Toleranzband ist ein relatives Toleranzband, nicht ein absolutes Toleranzband, d.h. es ist immer von den vorgegebenen Sollfärbungswerten abhängig und umfasst einen Bereich dE um diese Sollwerte herum. Sobald sich die von der Inline-Messvorrichtung erfassten Messwerte auf den Bogen 9 sich stabilisiert haben, werden die Messwerte für eine vorgegebene Anzahl von Bogen, z.B. 100 Stück, innerhalb des relativen Toleranzbandes zu liegen kommen. Wenn dies der Fall ist, so gibt die Inline-Messvorrichtung 21 an den Rechner 5 der Druckmaschine ein Signal ab. Dieses Signal kann am Bildschirm 15 und/oder am Messgerät 20 angezeigt werden. Damit wird dem Drucker signalisiert, dass sich die Druckmaschine 1 in einem stabilen Produktionszustand befindet und er dem Auslegerstapel 7 einen Probebogen 9 entnehmen kann. Dieser Probebogen 9 wird dann anschließend mit dem hochpräzisen absoluten Farbmessgerät 20 vermessen, um etwaige Abweichungen zwischen Druckvorlage und produzierten Bedruckstoffen 9 feststellen zu können. Wenn eine farbliche Abweichung festgestellt wird, welche einen vorgegebenen zulässigen Farbabstand dE überschreitet, so greift der Steuerungsrechner 5 in die Farbregelung ein und sorgt dafür, dass die Farbwerke 16, 17 entweder mehr oder weniger Farbe auf die Bedruckstoffe 9 aufbringen. Dieser Regelungsschritt führt zunächst dazu, dass der Betriebszustand der Druckmaschine 1 zumindest für kurze Zeit instabil wird. Dies wird von der Inline-Messvorrichtung 21 registriert, welche erst dann wieder ein Signal abgibt, wenn sich ein neuer stabiler Zustand für die vorgegebene Anzahl von Bogen 9 eingestellt hat. Sollte dies der Fall sein, so wird wieder das Signal zum Ziehen eines Probebogens 9 abgegeben und der Bediener wird erneut eine Messung mit dem absoluten Farbmessgerät 20 durchführen.

Nach ein oder mehreren Durchgängen werden sich die Abweichungen auf den produzierten Bogen 9 im Vergleich zu der Druckvorlage in einem zulässigen Rahmen befinden, so dass nun für gut befundene Bogen 9 produziert werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich aufgrund von Einflüssen dieser stabile und für gut befundene Zustand der Druckmaschine 1 verschlechtert. Zu diesem Zweck wird die Inline-Messvorrichtung 21 in einen zweiten Modus umgeschaltet, in der sie zwar weiterhin den Verlauf der Färbung der Bogen 9 ermittelt, aber dann eine Warnmeldung an den Bildschirm 15 abgibt, wenn der Färbungsverlauf ein vorgegebenes Toleranzband zu überschreiten droht. Wenn eine solche Warnmeldung abgegeben wurde, weiß der Drucker, dass sich die Farbgebung auf den Bogen 9 verändert hat und er einen weiteren Probebogen 9 ziehen muss. In diesem Fall wartet der Drucker bis ihm die Inline-Messvorrichtung 21 in einem weiteren Schritt signalisiert, dass sich der Zustand der Druckmaschine 1 wieder stabilisiert hat. Hierzu gibt die Inline-Messvorrichtung 21 wiederum ein Signal an den Bildschirm 15 oder das Farbmessgerät 20 ab, dass ein Probebogen 9 gezogen werden kann. Der Drucker entnimmt dann wiederum einen Probebogen 9 dem Auslegerstapel 7 und legt ihn unter das zweite absolut messende Farbmessgerät 20. Das zweite Farbmessgerät 20 wird nun die durch den Druckprozess bedingten Abweichungen auf dem weiteren Probebogen 9 an den Steuerungsrechner 5 der Druckmaschine weiterleiten, welcher einen entsprechenden Stellbefehl zur Farbregelung an die Farbwerke 16, 17 überträgt. Der ganze Zyklus beginnt dann von neuem, bis die gewünschte Färbung wieder erreicht wird und sich die Druckmaschine 1 wieder in einem stabilen Zustand befindet.

1
Druckmaschine
2
Anleger
3
erstes Druckwerk
4
zweites Druckwerk
5
Steuerungsrechner
6
Ausleger
7
Auslegerstapel
8
Anlegerstapel
9
Druckbogen
10, 28
Gegendruckzylinder
11, 12
Plattenzylinder
13, 26
Gummituchzylinder
14
Transportzylinder
15
Bildschirm
16, 17
Farbwerk
18, 19
Feuchtwerk
20
Messgerät
21
Inline-Messvorrichtung
22
Kommunikationsverbindung


Anspruch[de]
Verfahren zur Farbmessung auf durch eine Druckmaschine (1) produzierten Bedruckstoffen (9) mit wenigstens einem ersten in der Druckmaschine (1) installierten Farbmessgerät (21) und wenigstens einem zweiten Farbmessgerät (20), dadurch gekennzeichnet, dass von dem ersten Farbmessgerät (21) in der Druckmaschine (1) ein Signal abgegeben wird, wenn sich die auf den Bedruckstoffen (9) erfassten Farbmesswerte für eine vorgegebene Periode in einem vorgegebenen Toleranzfeld befinden, und dass nach der Abgabe des Signals mit dem zweiten Farbmessgerät (20) eine Farbmessung auf einem der produzierten Bedruckstoffe (9) vorgenommen wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich das zweite Farbmessgerät (20) außerhalb der Druckmaschine (1) befindet. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Farbmessgerät (20, 21) über eine Kommunikationsverbindung (22) miteinander verbunden sind. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgegebene Periode einem vorgegebenen Zeitraum entspricht. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgegebene Periode einer vorgegebenen Anzahl von produzierten Bedruckstoffen (9) entspricht. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste oder das zweite Farbmessgerät (20, 21) mit einem Steuerungsrechner (5) der Druckmaschine (1) kommunizieren. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der durch das zweite Farbmessgerät (20) auf dem Bedruckstoff (9) erfassten Farbmesswerte ein Soll-/Ist-Wert-Vergleich mit den Farbmesswerten einer Druckvorlage durchgeführt wird und dass in Abhängigkeit ermittelter Abweichungen der Farbmesswerte eine Farbregelung in den Farbwerken (16, 17) der Druckmaschine (1) vorgenommen wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Fortdruckbetrieb mit dem ersten Farbmessgerät (21) die Bedruckstoffe (9) vermessen werden und dass für die dabei ermittelten Farbmesswerte eine Toleranzgrenze vorgegeben ist, bei deren Überschreitung ein Warnsignal über eine Bedieneinrichtung (15) abgegeben wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des ersten Farbmessgeräts (21) im Fortdruckbetrieb die Bedruckstoffe (9) vermessen werden, dass in einem Rechner (5) eine Tendenz von Farbabweichungen berechnet wird und dass bei einer errechneten Tendenz, welche fortgeschrieben zu einem Überschreiten der vorgegebenen Toleranzgrenzen führen würde, ein Warnsignal über eine Bedieneinrichtung (15) abgegeben wird. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Farbmessgerät (21) dazu vorgesehen ist, innerhalb der vorgegebenen Periode den Färbungsverlauf aufzunehmen. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Farbmessgerät (20) ein Spektralphotometer ist. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Farbmessgerät (21) einen RGB-Sensor aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Farbmessgerät (21) einen oder mehrere Spektralmessköpfe aufweist. Druckmaschine (1) mit einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.






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