Die Erfindung betrifft eine Innensohle für Schuhwerk mit den
Merkmalen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die Innensohlen von Schuhwerk in jeder Form, also von Schuhen, Stiefeln,
Pantoffeln oder dergleichen stehen in direktem Kontakt mit dem Fuß des Benutzers
und übernehmen dabei mehrere Aufgaben. Die Gewichtskraft des Benutzers wird
nahezu vollständig über die Innensohle in das Schuhwerk eingeleitet. Bei
der gegebenen hohen mechanischen Belastung muss ein größtmögliches
Maß an Tragekomfort sichergestellt werden. Der Tragekomfort wird durch eine
Klimatisierungs- und Hygienefunktion der Innensohle maßgeblich beeinflusst.
Selbst bei aufwendigen Konstruktionen des Schuhwerks und seiner Innensohle
entsteht beim Tragen ein feucht-warmes Mikroklima, in dem schädliche Keime
gedeihen können. Insbesondere bei geschlossenem Schuhwerk mit Kälte- und
Feuchtigkeitsschutz reichen Luftzirkulation und Dampfdurchlässigkeit nicht
immer aus, die Bildung von infektiven Keimen zu verhindern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Innensohle derart weiterzubilden, dass die Infektionsgefahr verringert ist.
Diese Aufgabe wird durch eine Innensohle mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
Es wird eine Innensohle mit einer dem Benutzer zugewandten Kontaktschicht
aus einem textilen Material vorgeschlagen, bei der das textile Material eine biologisch
aktive, keimtötende Ausrüstung aufweist. Als biologisch aktive Ausrüstung
im Sinne der Erfindung sind solche Stoffe zum Tränken, Besprühen oder
dergleichen gemeint, die aufgrund ihrer bloßen Anwesenheit eine keimtötende
Wirkung entfalten, ohne Wirkstoffe an die Umgebung abzugeben. Hierzu hat sich eine
biologisch aktive Ausrüstung mittels einer wasserbasierten Organo-Silane-Verbindung
als vorteilhaft herausgestellt, wie sie als mb.one der mbs Chemical Group bekannt
ist. Pilz- oder bakterielle Keime werden vorrangig durch die physikalischen Eigenschaften
der Ausrüstung abgetötet. Da keine Wirkstoffe freigesetzt werden, erschöpft
sich die Wirkung der Ausrüstung nicht, bleibt also über die gesamte Lebensdauer
der Innensohle erhalten. Die abzutötenden Keime können keine Resistenzen
entwickeln.
Für das textile Material der Kontaktschicht können nahezu
beliebige Fasermaterialien gewählt werden. Zur weiteren Verbesserung des Mikroklimas
im Fußbereich in Unterstützung der vorgenannten keimtötenden Wirkung
hat sich eine Ausbildung der Kontaktschicht aus Schurwolle als zweckmäßig
herausgestellt.
Des weiteren kann es zweckmäßig sein, die Innensohle auf
der dem Fuß des Benutzers abgewandten Seite der Kontaktschicht mit einer thermischen
Sperrschicht insbesondere aus Aluminium zu versehen. Des weiteren kann es vorteilhaft
sein, zusätzlich eine Aktivkohleschicht insbesondere aus in Latex eingebetteter
Aktivkohle vorzusehen. Diese Schichten tragen ergänzend zur Ausbildung eines
stabilen, der Gesundheit des Benutzers förderlichen Mikroklimas bei, wodurch
die vorgenannte keimtötende Wirkung unterstützt wird.
Es kann zweckmäßig sein, die Innensohle als fest mit dem
Schuhwerk verbundene Einheit beispielsweise in Form eines Fußbettes auszubilden.
In vorteilhafter Weiterbildung ist die Innensohle eine vom Schuhwerk gelöste
Einlegesohle, die auf ihrer der Kontaktschicht abgewandten Seite mit einer Rutschsicherungsschicht
versehen ist. Die herausnehmbare Ausgestaltung erlaubt es dem Benutzer, die Innensohle
bedarfsweise herauszunehmen, zu lüften, zu reinigen oder in anderer Weise zu
behandeln, um Keimbildungen entgegenzuwirken.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im Folgenden anhand
der Zeichnung näher beschrieben. Die einzige Figur zeigt in schematischer Explosionsdarstellung
eine erfindungsgemäße Innensohle 1 am Beispiel einer Einlegesohle. Die
Einlegesohle ist ein vom Schuhwerk getrennt ausgebildetes Einzelteil, welches bedafsweise
eingelegt, herausgenommen bzw. ausgetauscht werden kann. Es kann aber auch eine
fest mit dem Schuhwerk verbundene Ausführung beispielsweise in Form eines Fußbettes
zweckmäßig sein.
Die dargestellte Innensohle 1 umfasst im gezeigten Ausführungsbeispiel
insgesamt vier Schichten, die sämtlich die gleiche Kontur wie der zu stützende
Fuß aufweisen. Der besseren Übersichtlichkeit halber sind die oberen Schichten
der Innensohle 1 kleiner werdend abgestuft und mit vertikalem Abstand zueinander
dargestellt. In der tatsächlichen Ausführungsform liegen sämtliche
Schichten konturbündig übereinander und sind fest miteinander verbunden.
Die Innensohle 1 umfasst eine dem Fuß des Benutzers
zugewandte Kontaktschicht 2 aus einem textilen Material. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
ist hierfür Schurwolle gewählt. Neben reiner Schurwolle kann auch ein
Gemisch von Schurwolle mit anderen Fasermaterialien, insbesondere. mit Kunstfasern
zweckmäßig sein. Des weiteren sind Ausführungen ausschließlich
aus Kunststofffasern möglich. Das textile Material kann ein Gewebe, Gewirke,
ein Filz oder dergleichen sein.
In Stapelrichtung unterhalb der Kontaktschicht 2, also auf
der dem Fuß des Benutzers abgewandten Seite der Kontaktschicht 2 folgt
eine thermische Sperrschicht 3 insbesondere aus Aluminium. Hierzu kann
eine Aluminiumfolie, eine aluminium-bedampfte Kunststofffolie oder ein metallisiertes
Gewebe zweckmäßig sein.
Darunter ist als nächste Schicht der Innensohle 1 eine
Aktivkohleschicht 4 vorgesehen, die im gezeigten Ausführungsbeispiel
aus in Latex eingebeteter Aktivkohle besteht. Schließlich ist als unterste,
auf ihrer der Kontaktschicht 2 abgewandten Seite der Innensohle
1 eine Rutschsicherungsschicht 5 beispielsweise aus Texon vorgesehen.
Zumindest die oberste, also dem Fuß des Benutzers zugewandte
Kontaktschicht 2 ist mit einer biologisch aktiven, keimtötenden Ausrüstung
versehen. Hierzu ist die Kontaktschicht 2 mit diesem biologisch aktiven
Material besprüht oder getränkt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
ist hierzu eine wasserbasierte Organo-Silane-Verbindung mit dem Handelsnamen mb.one
gewählt. Es kann zweckmäßig sein, zusätzlich zur Kontaktschicht
2 auch weitere Schichten der Innensohle 1 mit der entsprechenden
Ausrüstung zu versehen.