Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verwendung eines Antikrebsmittels,
zum Beispiel eines antimalignen Tumormittels, für die Unterdrückung von
Krebswachstum und insbesondere auf die Verwendung eines Antikrebsmittels, zum Beispiel
eines antimalignen Tumormittels, der Diphenylmethylpiperazinderivate enthält,
für die Unterdrückung des Wachstums von Krebszellen von Säugetieren,
Menschen eingeschlossen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Antikrebsmittel oder antimaligne Tumormittel umfassen (1) eine Stickstoff-Lost-Gruppe,
wie Melphalan, Mechlorethamin und Cyclophosphamid, (2) eine Nitrosoharnstoffgruppe,
wie BCNU, CCNU, Methyl-CCNU und ACNU, (3) eine Aziringruppe und eine Epoxidgruppe,
wie Thiotepa, Mitomycin, AZQ, Carboquon, Dianhydrogalactitol und Dibromodulcitol,
(4) Alkylierungsmittel, wie Procarbazin, Dacarbazin und Hexamethylenmelamin, (5)
Antimetabolite, umfassend Methotrexat (MTX), 6-Mercaptopurin (6-MP), 6-Thioguanin
(6-TG) und 5-Fluoropyrimidin, wie 5-Fluorouracil (5-FU), Tegafur, UFT, 5'-DFUR und
HCFU und analoge Verbindungen davon, (6) Antikrebsmittel, die von Pflanzen stammen,
umfassend Vincaalkaloidverbindungen wie Vincristin, Vinblastin und Vindesin, Etoposidverbindungen
wie Etoposid und Teniposid, eine Taxangruppe wie Paclitaxel und Docetaxel und Camptothecinverbindungen
wie Irinotecan, (7) Antikrebsantibiotika wie Adriamycin, Serbidin, Actinomycin D,
Cosmegen, Preno-Xanthan, Mutamycin, Metamycin und Novantron, (8) Hormonmittel, wie
Adenocorticoid, Östrogen, Progesteron, Antiöstrogen, Aromataseinhibitor,
Androgen, Antiandrogen und LH-RH-Analoga, (9) Enzyme wie L-Asparaginase, (10) Platinkomplexverbindungen
wie Cisplatin, Carboplatin und Nedaplatin (254-S), (11) nicht-spezifische Immunstimulantien,
(12) Interferon und (13) eine TNF-Gruppe.
Zusammen mit der Einführung medizinischer Behandlungen durch
die Verwendung dieser Antikrebsmittel hatte ein Patient mit akuter lymphatischer
Leukämie, Hodgkin-Krankheit oder dergleichen eine wesentlich größere
Möglichkeit zum sozialen Leben zurückzukehren. Ein Patient, der jedoch
von soliden Krebsarten, wie Magenkrebs, Lungenkrebs und Kolonkrebs betroffen ist,
vertraut größtenteils auf chirurgische und Bestrahlungsbehandlungen. Cisplatin
ist bei den Behandlungen dieser soliden Krebsarten wegen seines breiten Antitumorspektrums
verwendet worden. Cisplatin weist jedoch ein Problem hinsichtlich bestätigter
Toxizitäten wie Nephrotoxizität, Magendarmtoxizität, Ototoxizität
und periphere Nerventoxizität und seiner geringen Heilungsrate auf.
Außerdem ist bekannt, dass einige Antikrebsmittel zusätzlich
Lungenfibrose als Nebenwirkungen induzieren, was schwerwiegenden Einfluss auf eine
Lebensprognose hat.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diese Probleme der Antikrebsmittel
zu lösen.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Verbindungen, Salze davon
und Derivate davon, die zur Eigenschaft haben, eine signifikante Antikrebsaktivität
(oder antimaligne Tumoraktivität) gegen verschiedene Krebsarten zu zeigen,
zur Verfügung zu stellen und die ebenso eine gewünschte geringe Toxizität
aufweisen.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
Die Erfinder haben die Verbindungen, dargestellt durch die nachstehende
allgemeine Formel [1], entdeckt;
Salze davon, Derivate davon oder Prodrugs davon haben eine geringere
Toxizität als die von Cisplatin und sie haben eine größere karzinostatische
Wirkung auf verschiedene Krebsarten und sie haben folglich die vorliegende Erfindung
vollendet.
Das heißt, die vorliegende Erfindung ist die Verwendung einer
Verbindung, dargestellt durch die nachstehende allgemeine Formel [1];
eines Salzes davon, eines Derivats davon oder eines Prodrugs davon für die
Herstellung eine Medikaments zur Behandlung von Krebs.
BESTER MODUS ZUR DURCHFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Eine Verbindung, dargestellt durch die nachstehende allgemeine Formel
[1];
(im Folgenden als „die Verbindung, dargestellt durch die obige allgemeine
Formel [1]", bezeichnet), ein Salz davon, ein Derivat davon oder ein Prodrug davon
(im Folgenden werden alle zusammen als „die Verbindung, dargestellt durch
die obige allgemeine Formel [1], und dergleichen bezeichnet) und ein Verfahren zur
Herstellung derselben der vorliegenden Erfindung sind in der internationalen Patentanmeldung
WO 92/00962 und in der japanischen Patentoffenlegung Veröffentlichungsnummer
Hei 4-69377 (im Folgenden als „die obigen Veröffentlichungen" bezeichnet)
offenbart.
Die obigen Veröffentlichungen offenbaren außerdem, dass
die Verbindung, dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1] und dergleichen,
die Wirkung haben, Myocardhyperkontraktion und -hyperextension zu unterdrücken,
um Herzmuskelmyocard vor Nekrose ohne jegliche Wirkung von Herzdepression zu schützen,
und die Wirkung haben, Herzinfarkt zu heilen und zu verhindern, ebenso wie die Wirkung,
Myocardnekrose zu unterdrücken und zu verhindern.
Die Erfinder haben entdeckt, dass verglichen mit Cisplatin und anderen
Antikrebsmitteln die Verbindung, dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1]
und dergleichen, eine überlegene Antikrebswirkung gegen verschiedene Krebsarten
haben und ein breiteres Antikrebsspektrum gegen verschiedene Krebsarten in vivo
und in vitro zeigen.
In der vorliegenden Erfindung umfasst der Begriff „Antikrebsmittel"
jegliche Heilmittel oder therapeutische Krebsmittel und/oder jegliche Fibroseinhibitoren
oder -suppressiva.
In der vorliegenden Erfindung bedeutet das „Salz" der Verbindung,
dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1], jedes pharmazeutisch annehmbare
Salz und schließt anorganische Säureadditionssalze, wie Chlorhydrat, Bromhydrat,
Sulfat, Phosphat oder Nitrat; organische Säureadditionssalze, wie Acetat, Propionat,
Succinat, Glycolat, Lactat, Malat, Oxalat, Tartrat, Citrat, Maleat, Fumarat, Methansulfonat,
Benzensulfonat, p-Toluensulfonat oder Ascorbat; oder Aminosäureadditionssalze,
wie Aspartat oder Glutamat ebenso wie hydrierte Substanzen und Hydrate ein.
In der vorliegenden Erfindung ist das „Prodrug" der Verbindung,
dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1], jedes Derivat der Verbindung,
dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1], in der das Derivat eine chemisch
oder metabolisch abbaubare Gruppe hat, und eine Aktivität als Antikrebsmittel
durch Hydrolyse oder Solvolyse oder durch Abbau unter physiologischen Bedingungen
zeigt.
Die erfindungsgemäße Verbindung, dargestellt durch die obige
allgemeine Formel [1] und dergleichen, hat eine hervorragende karzinostatische Wirkung.
Das Antikrebsmittel entsprechend der vorliegenden Erfindung enthält insbesondere
mindestens eine der Verbindungen, dargestellt durch die obige allgemeine Formel
[1] und dergleichen, als Hauptagens. Das Antikrebsmittel der vorliegenden Erfindung
kann zusammen mit jedem anderen geeigneten Antikrebsmitteln verabreicht werden,
um eine erhöhte karzinostatische Wirkung sogar gegen Krebsarten, die eine erworbene
Resistenz haben, herauszubringen.
Wenn die Verbindung, dargestellt durch die obige allgemeine Formel
[1] und dergleichen, als Antikrebsmittel verwendet wird, kann sie
typischerweise systemisch oder lokal oder oral oder parenteral verabreicht werden.
Das Antikrebsmittel der vorliegenden Erfindung kann gleichzeitig mit jedem anderen
geeigneten Antikrebsmittel verabreicht werden oder bevor oder nachdem ein anderes
Antikrebsmittel verabreicht wurde.
Während die Dosierung des Antikrebsmittels entsprechend dem Alter,
Gewicht, Symptom, therapeutischer Wirkung, Verabreichungsweg, Behandlungsdauer oder
dergleichen variiert wird, wird das Antikrebsmittel typischerweise in dem Bereich
von 0,01 mg bis 1 g, bevorzugt in dem Bereich von 100 bis 500 mg pro Erwachsenem
(Durchschnittsgewicht von 60 kg) oral oder parenteral einmal am Tag oder in mehreren
aufgeteilten Dosen am Tag verabreicht. Bei der parenteralen Verabreichung kann das
Antikrebsmittel kontinuierlich über 12 Stunden oder mehr verabreicht werden.
Wenn eine feste Zusammensetzung für orale Verabreichung durch
Verwendung der Verbindung, dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1] und
dergleichen, der vorliegenden Erfindung als ein Hauptagens hergestellt wird, kann
die feste Zusammensetzung in jeder geeigneten Dosierungsform wie Tablette, Pille,
Pulver oder Körnchen gebildet werden. In solch einer festen Zusammensetzung
können ein oder mehrere Hauptagentien mit einem oder mehr aktiven Verdünnungsmitteln,
Dispersionsmitteln, Adsorptionsmitteln oder dergleichen, wie Lactose, Mannitol,
Glucose, Hydroxypropylcellulose, Mikrokristallincellulose, Stärkemehl, Polyvinylpyrrolidon,
Magnesiumaluminiummetasilicat oder Kieselsäureanhydridpulver, gemischt werden.
Die Zusammensetzung kann auch mit jedem anderen geeigneten Additiv als die Verdünnungsmittel
auf übliche Art und Weise gemischt werden.
Um die Tablette oder Pille durch Verwendung der Verbindung, dargestellt
durch die obige allgemeine Formel [1] und dergleichen, der vorliegenden Erfindung
als ein Hauptagens herzustellen, kann die Tablette oder Pille mit einem Film, hergestellt
aus einer magenlöslichen oder darmlöslichen Substanz, wie Saccharose,
Gelatine, Hydroxypropylcellulose oder Hydroxymethylcellulosephthalat, beschichtet
werden, oder sie kann mit zwei oder mehr Schichten entsprechend dem Bedarf beschichtet
werden. Die Tablette oder Pille kann außerdem durch jede geeignete Substanz
wie Gelatine oder Ethylcellulose eingekapselt werden.
Wenn eine flüssige Zusammensetzung für orale Verabreichung
durch Verwendung der Verbindung, dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1]
und dergleichen, der vorliegenden Erfindung als ein Hauptagens hergestellt wird,
kann die flüssige Zusammensetzung in jede geeignete pharmazeutisch annehmbare
Dosierungsform wie Emulsion, Lösung, Suspension, Sirup oder Elixier gebildet
werden. In diesem Fall umfasst ein Verdünnungsmittel, das verwendet wird, zum
Beispiel gereinigtes Wasser-Ethanol, pflanzliches Öl oder Emulgator oder ähnliches.
Zusätzlich zu dem Verdünnungsmittel kann solch eine Zusammensetzung mit
einem Hilfsmittel wie Anfeuchtmittel, Suspension, Süßmittel, Geschmackszutat,
aromatischer Substanz oder Antiseptika gemischt werden.
Wenn eine Lösung für Injektion für parenterale Verabreichung
durch Verwendung der Verbindung, dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1]
und dergleichen, der vorliegenden Erfindung hergestellt wird, kann eine sterile
wässrige oder nicht wässrige Lösung, Solubilisierungsmittel, Suspension
oder Emulgator verwendet werden. Die wässrige Lösung, Solubilisierungsmittel
oder Suspension enthält zum Beispiel Wasser zur Injektion, destilliertes Wasser
zur Injektion, physiologische Salzlösung, Cyclodextrin und Derivate davon,
eine organische Amingruppe wie Triethanolamin, Diethanolamin, Monoethanolamin oder
Triethylamin oder eine anorganische Alkalilösung.
Um die wasserlösliche Lösung unter Verwendung der Verbindung,
dargestellt durch die obige allgemeine Formel [1] und dergleichen, der vorliegenden
Erfindung herzustellen, kann zum Beispiel Propylenglycol oder Polyethylenglycol
oder pflanzliches Öl wie Olivenöl oder Alkohol wie Ethanol verwendet werden.
Das Solubilisierungsmittel beinhaltet außerdem zum Beispiel ein oberflächenaktives
Mittel (für die Bildung gemischter Mizellen), wie Polyoxyethylen-hydriertes
Rizinusöl, oder Saccharose, Fettsäureester oder Lecithin oder hydriertes
Lecithin (für die Bildung von Liposomen). Eine Emulsionsrezeptur kann außerdem
durch Zusammensetzung von nicht wässrigen Lösungsmitteln wie pflanzliches
Öl und Lecithin, Polyoxyethylen-hydriertes Rizinusöl, Polyoxyethylen,
Polyoxypropylenglycol oder dergleichen gebildet werden.
Andere Zusammensetzungen für parenterale Verabreichung können
zu einem Linimentum wie Salbe, zu Zäpfchen, Pessarium oder dergleichen, die
ein oder mehrere Hauptagentien enthalten, zum Beispiel die Verbindung, dargestellt
durch die obige allgemeine Formel [1] und dergleichen, geformt werden, wie es nach
einem bekannten Verfahren vorgeschrieben ist.
BEISPIELE
Beispiele einer Rezeptur, die die Verbindung, dargestellt durch die
obige allgemeine Formel [1] und dergleichen, der vorliegenden Erfindung als ein
Hauptagens eines Antikrebsmittels verwendet, werden nachstehend spezifisch beschrieben
werden.
BEISPIEL 1
Eine Rezeptur einer Injektion eines Antikrebsmittels verwendet in
diesem Beispiel 1-[1-4(diphenylmethyl)piperazinyl]-3-[1-{4-(4-chlorophenyl)-4-hydroxy}-piperidinyl]-2-propanol
(im Folgenden bezeichnet als „Verbindung 1 ") als ein Hauptagens.
Beispiele zur Synthese der Verbindung 1 werden nachfolgend beschrieben
werden. In der folgenden Beschreibung wird ein kernmagnetisches Resonanzspektrum
(NMR) unter Verwendung von Tetramethylsilan als interner Standard gemessen und wird
ausgedrückt durch ppm. Die Einheit „Teil" bedeutet „Volumenteil".
(1) Synthese von 1-(Diphenylmethyl)-4-(1-(2,3-epoxy)propyl)piperazin
Nachdem 1-(Diphenylmethyl)piperazin (10,0 g) in Acetonitril (50 ml)
gelöst worden war, wurde Natriumcarbonat (6,5 g) und Epibromhydrin (6,8 g)
dazu gegeben und die Mischung wurde unter Rückfluss für 2,5 Stunden erhitzt.
Salze wurden durch Filtration getrennt und das erhaltene Filtrat wurde unter vermindertem
Druck konzentriert. Der erhaltene Rückstand wurde durch Silicagelsäulenchromatographie
(Wako-Gel C-200, 200 g) gereinigt und mit einem gemischten Lösungsmittel von
99 Teilen Chloroform und einem Teil Methanol eluiert, um 1-(Diphenylmethyl)-4-(1-(2,3-epoxy)propyl)piperazin
(5,9 g) zu erhalten.
(2) Synthese von 1-{1-4-(Diphenylmethyl)piperazinyl}-3-[1-{4-(4-chlorophenyl)-4-hydroxy}piperidinyl]-2-propanol
1-(Diphenylmethyl)-4-(1-(2,3-epoxy)propyl)piperazin (3,0 g) und 4-(4-Chlorphenyl)-4-hydroxypiperidin
(2,5 g) werden in o-Dichlorbenzen (20 ml) gelöst und unter Rückfluss für
2,5 Stunden erhitzt. Nachdem die Mischung zum Abkühlen gestanden hatte, wurde
sie durch Silicagelsäulenchromatographie (Wako-Gel C-200, 100 g) gereinigt,
um 4,6 g 1-{1-4-(Diphenylmethyl)piperazinyl}-3-[1-{4-(4-chlorphenyl)-4-hydroxy}piperidinyl]-2-propanol
(die Verbindung 1) zu erhalten.
Infrarotabsorptionsspektrum: IR &ngr; max (cm–1) KBr: 3300,
2950, 2650, 1620, 1450, 1100, 910, 830, 750, 710 (als Chlorhydrat).
Kernmagnetisches Resonanzspektrum
1H-NMR (CDC 13, 500 MHz) &dgr;: 1,501,90 (4H, m), 2,012,21 (2H, m),
2,302,55 (10H, m), 2,802,90 (2H, m), 3,873,93 (1H, m), 4,22 (1H, s), 7,16 (2H, t,
J=7,3 Hz), 7,26 (4H, t, J=7,3 Hz), 7,30 (2H, d, J=8,5 Hz), 7,40 (4H, d, J=7,3 Hz),
7,42 (2H, d, J=8,5 Hz).
FD-Massenspektrum
FD-MS (m/z): 519, 521 (M+).
(1) Rezeptur der Injektion von Verbindung 1
D-Sorbitol und Zitronensäure wurden in einer ausreichenden Menge
Wasser zur Injektion gelöst. Die Verbindung 1 wurde in der erhaltenen Lösung
gelöst und die erhaltene Lösung wurde auf pH 3,2-3,3 durch Zugabe von
Natriumhydroxid eingestellt. Dann wurde das verbleibende Wasser zur Injektion dieser
unter Bewegung zugegeben. Diese Lösung wurde filtriert und dann hermetisch
in eine Ampulle von 20 ml gefüllt. Der Inhalt der Ampulle wurde in einem Autoklaven
sterilisiert.
(2) Verifizierung der In-vitro-Antitumorwirkungen auf verschiedene Krebszelllinien
des Menschen gemäß dem MTT-Untersuchungsverfahren.
Jede einzelne Zelle einer humanen nicht-kleinzelligen Lungenkrebszelllinie
PC-14, einer humanen nicht-kleinzelligen Lungenkrebszelllinie SBC-3, einer humanen
Brustkrebszelllinie MCF-7, einer humanen Eierstockkrebszelllinie SKOV3, einer humanen
Leukämiezelllinie HL60 und einer humanen Kolonkrebszelllinie WiDR wurde durch
Trypsinisierung oder durch Verwendung eines Zellschabers in RPMI-1640-Medium erhalten,
um eine Suspension, die 100 Zellen pro 15 &mgr;l enthält, herzustellen. Die
Verbindung 1 als Antikrebsmittel wurde in Dimethylsulfoxid gelöst und die Lösung
wurde dann derartig zu der Suspension gegeben, dass die Konzentration der Verbindung
innerhalb eines Bereichs zwischen 0,5 und 1 &mgr;M fiel, und die erhaltene Suspension
wurde in eine 96-perforierte Platte mit 150 &mgr;l/Well gegossen.
Diese Platte wurde bei einer Temperatur von 37°C unter 5% Kohlendioxid
und gesättigtem Dampf für 96 Stunden gehalten, um die Suspension zu inkubieren.
Nach der Inkubation wurde der inkubierten Suspension 20 &mgr;l von MTT-(3-(4,5-Dimethylthiazol-2-yl)-2,5-diphenyltetrazoliumbromid)-Reagens,
gelöst in D-PBS (-) bei einer Konzentration von 5 mg/ml zugegeben, und sie
wurde weiter inkubiert bei 37°C für 4 Stunden. Nach dem Ablauf der Inkubation
wurde die gesamte Platte zentrifugiert, um den Überstand zu verwerfen.
Dann wurden 200 &mgr;l Dimethylsulfoxid zugegeben, um purpurfarbenes
Formazan, das vom gelben MTT durch Wirkung der Dehydrogenase, die im Mitochondrium
in der Krebszelle vorliegt, erzeugt wird, zu lösen, und die Menge des erzeugten
Formazans wurde durch Ablesung der Extinktion bei einer Wellenlänge im Bereich
von 562 bis 630 nm mit einem Mehrplattenleser bestimmt. Vorgegeben, dass die durchschnittliche
Wachstumsrate einer Negativkontrolle 0% ist und die durchschnittliche Wachstumsrate
einer Positivkontrolle 100% ist, wurde eine Tumorvolumenwachstumskurve gezeichnet,
und die Konzentration der Verbindung 1, die für Unterdrückung von 50%
der humanen Krebszellproliferation benötigt wurde, wurde berechnet. Dies ist
in Tabelle 1 gezeigt.
Tabelle 1
Die Werte in Tabelle 1 geben jeden Wert der Konzentration an, die
für eine Unterdrückung von 50% der humanen Krebszellproliferation im MTT-Assay
in dreifachen Testkulturen unterschiedlicher Krebszellen unter Verwendung der Verbindung
1 im Durchschnitt ± Fehlerrate (&mgr;M) benötigt wird.
Wie in Tabelle 1 gezeigt, zeigt die Verbindung 1 eine Wirkung der
Unterdrückung von 50% Proliferation (IC50) gegen verschiedene Krebsarten
bei einer Konzentration im Bereich von 0,5 bis 1,1 &mgr;M. Dieser IC50-Wert
der Verbindung 1 ist ein signifikant niedrigerer als der IC50-Wert von
Cisplatin im Bereich von 2 bis 3 &mgr;M im MTT-Assay, wobei Cisplatin als effektivstes
Mittel gegen soliden Krebs angesehen worden ist. Entsprechend zum IC50
der Verbindung 1 ist es bewiesen, dass die Verbindung 1 eine erhöhte karzinostatische
Wirkung und Effektivität als Antikrebsmittel hat. Die Verbindung 1 zeigt außerdem
im Wesentlichen auch Antitumorwirkungen auf solide Krebszellen, wie Lungenkrebs,
Brustkrebs, Kolonkrebs, Eierstockkrebs, wie auch Leukämiezellen. Dies bedeutet,
dass die Verbindung 1 ein breites Antitumorspektrum hat.
BEISPIEL 2
Eine physiologische Salzsuspension wurde durch Zugabe von 2 ×
107 Zellen der humanen nicht-kleinzelligen Lungenkrebszelllinie PC-14
hergestellt und diese wurde dann subkutan in den Rücken von weiblichen nackten
BALB/c-nu/nu-Mäusen (6 Wochen) implantiert. Dann wurde der Verlauf der Aufnahme
beobachtet. Am siebten Tag nach der Implantation wurde der Tumorstatus überprüft,
um prüfbare Mäuse auszuwählen. Die ausgewählten Mäuse wurden
zufällig ausgewählt, um Abweichung zu vermeiden, und in eine Kontrollgruppe,
eine erste Untersuchungsgruppe und eine zweite Untersuchungsgruppe, jede bestehend
aus 6 Mäusen, aufgeteilt. Jedes Tumorvolumen der implantierten Tumore wurde
durch Messung der Nebenachse und der Hauptachse jedes Tumors und dann durch Berechnung
des Produkts des Quadrats der Nebenachse des Tumors und der Hauptachse des Tumors,
zum Beispiel unter Verwendung der Formel: (die Nebenachse des Tumors)2
× (die Hauptachse des Tumors), bestimmt. Nach dem siebten Tag nach der Tumorimplantation
wurde mit der Verabreichung der Verbindung 1 begonnen.
1,2 mg der Verbindung 1 wurden in 0,05 ml Dimethylsulfoxid gelöst
und 0,95 ml der Lösung bestehend aus 5% Sorbitol – 0,2% Zitronensäure-1-Hydrat
(pH 3,3) wurden dieser zugegeben, um eine einheitliche Lösung als Lösung
zur Injektion zu bilden.
Bei sechs Versuchstieren der Gruppe Nummer 3 wurde die Verbindung
1 durch Injektion in jeden Schwanz der nackten Mäuse an jedem des 7., 8., 10.
und 11. Tags nach der Implantation mit 3 mg der Verbindung 1 pro kg Körpergewicht
einmal am Tag verabreicht. Bei sechs Versuchstieren der Gruppe Nummer 2 wurde die
Verbindung 1 durch Injektion in jeden Schwanz der nackten Mäuse an jedem des
7., 8., 10. und 11. Tags nach der Implantation mit 5 mg der Verbindung 1 pro kg
Gewicht einmal am Tag verabreicht. Die Versuchstiere der Gruppe Nummer 1, die Kontrollen
waren, waren eine Gruppe, die keine Verabreichung der Verbindung 1 hatten, und weder
Verabreichung noch Behandlung mit der Verbindung 1 wurde an den Kontrollen durchgeführt.
Für alle der Versuchstiere wurde der Zustand des gesamten Körpers der
Mäuse beobachtet, indem man jedes Gewicht und Tumorvolumen der Mäuse einmal
am Tag vom 1. Tag bis zum 8. Tag nach der Verabreichung der Verbindung 1, bevor
die Verbindung 1 verabreicht wurde, misst. In dem Ergebnis der Beobachtung des gesamten
Körperzustands der Mäuse und der Messung jedes Gewichts der Mäuse
wurde im Wesentlichen kein Unterschied zwischen den Versuchstieren der Gruppen Nummern
1 bis 3 gefunden. In dem Ergebnis jedes Tumorvolumens der Mäuse wurde jedoch
ein spezifischer Unterschied zwischen den Versuchstieren der Gruppen Nummern 1 bis
3 gefunden. Das Messergebnis der Tumorvolumina ist in der folgenden Tabelle 2 gezeigt
und der Durchschnitt der Tumorvolumina in jeder der Gruppen wurde in Tabelle 3 gezeigt.
In den Tabellen 2 und 3 ist jede Größe der Tumorvolumina nach dem 2. Tag
unter der Bedingung dargestellt, dass die Größe des Tumorvolumens am 1.
Tag 100 ist. Tabelle 2Tabelle 3
Im Hinblick auf die Ergebnisse der Beispiele 1 bis 3 ist es bewiesen,
dass die Verbindung 1 eine hohe karzinostatische Wirkung hat.
Während die Verbindung 1, 1-{1-4-(Diphenylmethyl)piperazinyl}-3-[1-{4-(4-chlorphenyl)-4-hydroxy}piperidinyl]-2-propanol,
als ein Hauptagens bei den obigen Beispielen 1 bis 3 verwendet worden war, wurde
1-{2-(1,2,3,4-Tetrahydro)isochinolinyl}-3-{1-(4-diphenylmethyl)piperidinyl}-2-propanol
als ein Hauptagens verwendet, um das gleiche Ergebnis zu erhalten.
Ein Beispiel zur Synthese von 1-{2-(1,2,3,4-Tetrahydro)isochinolinyl}-3-{1-(4-diphenylmethyl)piperidinyl}-2-propanol
wird nachfolgend beschrieben. In der folgenden Beschreibung wird ein kernmagnetisches
Resonanzspektrum (NMR) unter Verwendung von Tetramethylsilan als interner Standard
gemessen und ausgedrückt durch ppm. Die Einheit „Teil" bedeutet „Volumenteil".
(1) Synthese von 2-{1-(2,3-Epoxy)propyl}-1,2,3,4-tetrahydroisochinolin
1,2,3,4-Tetrahydroisochinolin (25,0 g) wurde in Acetonitril (100 ml)
gelöst und Natriumcarbonat (40,0 g) und Epibromhydrin (31,0 g) wurden zugegeben.
Dann wurde die Mischung unter Rückfluss für 4 Stunden erhitzt. Nach dem
Abtrennen von Salzen in der Mischung durch Filtration wurde das Filtrat unter reduziertem
Druck konzentriert. Der erhaltene Rückstand wurde durch eine Silicagelsäulenchromatographie
(Wako-Gel C-200, 500 g) gereinigt, und dann wurde mit einem gemischten Lösungsmittel
aus 99 Teilen Chloroform und 1 Teil Methanol eluiert, um 2-{1-(2,3-Epoxy)propyl}-1,2,3,4-tetrahydroisochinolin
(15,6 g) zu erhalten.
Kernmagnetisches Resonanzspektrum
1H-NMR (CDC 13, 100 MHz) &dgr;: 2,362,60 (2H, m), 2,733,03 (6H, m),
3,093,29 (1H, m), 3,65 (1H, d, J=14,9 Hz), 3,83 (1H, d).
BEISPIEL 4
2-{1-(2,3-Epoxy)propyl}-1,2,3,4-tetrahydroisochinolin (3,0 g) und
1-(Diphenylmethyl)piperazin (4,4 g) wurden in o-Dichlorbenzen (20 ml) gelöst
und unter Rückfluss für 2,5 Stunden erhitzt. Nachdem die Mischung zum
Abkühlen gestanden hatte, wurde sie durch eine Silicagelsäulenchromatographie
(Wako-Gel C-200, 150 g) gereinigt, um 1-{2-(1,2,3,4-Tetrahydro)isochinolinyl}-3-{1-(4-diphenylmethyl)piperazinyl}-2-propanol
(6,0 g) zu erhalten.
Infrarotabsorptionsspektrum: IR &ngr; max (cm–1)
KBr: 3400, 3000, 2550, 1620, 1450, 1080, 920, 760, 710 (als Chlorhydrat)
Kernmagnetisches Resonanzspektrum
1H-NMR (CDC 13, 100 MHz) &dgr;: 2,302,60 (1,2 H, m), 2,752,95 (4H,
m), 3,623,80 (2H, m), 3,924,03 (1H, m), 4,21 (1H, s), 7,007,51 (14 H, m).
FD-Massenspektrum
FD-MS (m/z): 441 (M+).
(2) Synthese von 1-{2-(1,2,3,4-Tetrahydro)isochinolinyl}-3-{1-(4-diphenylmethyl)piperazinyl}-2-propanol
2-{1-(2,3-Epoxy)propyl}-1,2,3,4-tetrahydroisochinolin (3,0 g) und
1-(Diphenylmethyl)piperazin (4,4 g) wurden in o-Dichlorbenzen (20 ml) gelöst
und unter Rückfluss für 2,5 Stunden erhitzt. Nachdem die Mischung zum
Abkühlen gestanden hatte, wurde durch eine Silicagelsäulenchromatographie
(Wako-Gel C-200, 150 g) gereinigt, um 1-{2-(1,2,3,4-Tetrahydro)isochinolinyl}-3-{1-(4-diphenylmethyl)piperazinyl}-2-propanol
(Verbindung, 6,0 g) zu erhalten.
Infrarotabsoprtionsspektrum: IR &ngr; max (cm–1) KBr: 3400,
3000, 2550, 1620, 1450,1080, 920, 760, 710 (als Chlorhydrat)
Kernmagnetisches Resonanzspektrum
1H-NMR (CDC 13, 100 MHz) &dgr;: 2,302,60 (1,2H, m), 2,752,95 (4H, m),
3,623,80 (2H, m), 3,924,03 (1H, m), 4,21 (1H, s), 7,007,51 (14H, m).
FD-Massenspektrum
FD-MS (m/z): 441 (M+).
INDUSTRIELLE ANWENDBARKEIT
Die durch die obige allgemeine Formel [1] dargestellte Verbindung
und dergleichen der vorliegenden Erfindung haben eine geringere Toxizität als
die der herkömmlichen Antikrebsmittel wie Cisplatin, und sie zeigen eine größere
karzinostatische Wirkung gegen verschiedene Krebsarten und ein breiteres karzinostatisches
Spektrum als die der herkömmlichen Antikrebsmittel. Somit wird die vorliegende
Erfindung, verglichen mit den herkömmlichen Antikrebsmitteln, einen größeren
Beitrag für Behandlungen von Krebsarten (soliden Krebsarten)
und anderen malignen Tumoren leisten.
Anspruch[de]
Verwendung einer Verbindung, wiedergegeben durch die nachstehende allgemeine
Formel [1]:
darstellt, eines Salzes davon, eines Derivats davon oder eines Prodrugs davon, zur
Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Krebs.Verwendung einer Verbindung nach Anspruch 1, wobei die Verbindung 1-{1-4-(Diphenylmethyl)piperazinyl}-3-[1-{4-(4-chlorphenyl)4-hydroxy}piperidinyl]-2-propanol
ist.Verwendung einer Verbindung nach Anspruch 1, wobei die Verbindung 1-{2-(1,2,3,4-Tetrahydro)isochinolinyl}-3-{1-(4-diphenylmethyl)piperazinyl}-2-propanol
ist.