Die Erfindung hat ein Verfahren zum Regeln der Enddicke eines Walzprodukts
am Ausgang einer Tandem-Walzanlage zur Aufgabe, das es insbesondere erlaubt, die
Produktivität einer solchen Anlage zu optimieren, indem die Ströme der
Antriebsmotoren der verschiedenen Ständer ausgeglichen werden, um ein Steigern
der allgemeinen Walzgeschwindigkeit ohne Gefahr der Überlastung des einen oder
anderen der Motoren zu erlauben. Die Erfindung deckt auch eine Regelvorrichtung,
die das Umsetzen eines solchen Verfahrens erlaubt.
Die Erfindung ist insbesondere für das Kaltwalzen von Metallbändern,
zum Beispiel aus Stahl, vorgesehen, kann aber allgemein bei jeder Anlage angewandt
werden, die mehrere Walzständer hat, die im Tandem funktionieren, um die Dicke
eines Produkts, das nacheinander zwischen den Arbeitszylindern der Ständer
durchläuft, allmählich zu reduzieren.
Es ist bekannt, dass ein Walzwerk allgemein mindestens zwei Arbeitszylinder
aufweist, die im Inneren eines Tragständers installiert sind und einen Luftspalt
zum Durchgehen des zu walzenden Produkts definieren, wobei der Ständer Mittel
zum Anlegen einer einstellbaren Spannkraft zwischen den Zylindern trägt. Die
Anzahl der Zylinder kann je nach Walzwerktyp variieren, zum Beispiel Duo, Quarto,
Sexto oder andere.
Um den Vorlauf des Produkts zwischen den Zylindern zu bestimmen, werden
Letztere in Drehung um ihre Achse von Antriebsmitteln angetrieben, die ein Antriebsdrehmoment
entweder direkt auf die Arbeitszylinder oder indirekt auf die Stützzylinder
in einem Quarto-Aufbau oder auf die Zwischenzylinder in einem Sexto-Aufbau anlegen.
Man kennt seit langem so genannte „Tandem"-Walzanlagen, die
mindestens zwei aufeinander folgende Ständer aufweisen, die jeweils einen Teil
der Dickenverringerung ausführen. Ausgehend von einer Rohdicke wird das Produkt
daher in dem ersten Ständer einer ersten Dickenverringerung unterzogen, und
es verlässt den Ständer mit einer Geschwindigkeit, die von der Drehzahl
der Arbeitszylinder bestimmt wird. In dem zweiten Ständer wird das Produkt
einer zweiten Dickenverringerung unterzogen und tritt mit einer höheren Geschwindigkeit
aus, um das Gesetz des Erhaltens der Massen einzuhalten. Die Arbeitszylinder des
zweiten Ständers müssen daher in Drehung mit einer höheren Geschwindigkeit
als die Zylinder des ersten Ständers angetrieben werden, wobei diese Geschwindigkeiten
im Verhältnis umgekehrt zu den in jedem Ständer ausgeführten Verringerungen
sind.
Andererseits werden die Drehmomente, die an die Arbeitszylinder angelegt
werden, so geregelt, dass jeder Zwischenständer eine Zugkraft auf das Band
ausübt, das den vorhergehenden Ständer verlässt.
Es muss eine Regelung sichergestellt werden, einerseits der Dickenverringerung,
die in jedem der Ständer ausgeführt wird, um am Ausgang der Anlage ein
Produkt zu erzielen, das eine konstante Dicke mit einem bestimmten Präzisionsgrad
hat, und andererseits das Band perfekt in jedem so genannten „Zwischenständer"-Raum
zwischen zwei aufeinander folgenden Ständern zu halten, um zu vermeiden, dass
Zugniveaus erreicht werden, die zum Bruch des Bands führen könnten.
Gewöhnlich wird die Steuerung der Banddicke im Laufe des Durchgehens
des Bands in den aufeinander folgenden Ständern eines Tandem-Walzwerks von
der Massedurchsatzkontrolle, auch „Mass-Flow" genannt, sichergestellt.
Bei einem bekannten Regelverfahren, das gewöhnlich verwendet
wird, um am Ausgang der Anlage ein Band mit einer gegebenen Dicke zu erzielen, hält
man einerseits die Dicke des Bands am Ausgang des ersten Ständers und andererseits
das Verhältnis der Geschwindigkeiten zwischen dem ersten und dem zweiten Ständer
auf einem konstanten Wert.
Die Drehzahlen der Zwischenständer können von diesen Bedingungen
abgeleitet werden, denn sie werden von dem Gesetz des Erhaltens der Massen von Metall,
die die Walzwerkständer durchqueren, auferlegt, und sie haben das umgekehrte
Verhältnis der Verringerungen, die man jedem Walzwerkständer zuweist.
Das Regeln der Dicke am Ausgang des ersten Ständers wird im Allgemeinen
bei einem modernen Walzwerk von Spannmitteln sichergestellt, die von einer Dickenlehre
stromabwärts dieses Ständers gesteuert werden. Bestimmte perfektioniertere
Systeme weisen auch eine Dickenlehre stromaufwärts dieses Ständers auf.
Ein solches Regelsystem des Tandem-Walzwerks, geläufig „Automatic Gage
Control" oder AGC genannt, ist zum Beispiel in dem Artikel „Dynamic Control
of Tension, Thickness and Flatness for a Tandem Cold Mill" von Tirlochan S. Bilkhu,
erschienen in der Revue AISE Steel Technology, Band 78, Nr. 10, Oktober 2001, Seiten
49-54, beschrieben.
Um andererseits das Regeln der Zugkräfte in den Zwischenständerräumen
sicherzustellen, wirkt man im Allgemeinen auf die Spannmittel der Ständer ein,
denn es ist nicht möglich, das Drehzahlverhältnis zwischen den aufeinander
folgenden Ständern zu beeinflussen, ohne die Ausgangsdicke zu beeinträchtigen.
Dazu installiert man in jedem Zwischenständerraum eine Zugmessvorrichtung,
wie zum Beispiel eine Zugmesswalze, die durch Regelung auf das Spannen des stromabwärtigen
Ständers einwirkt. Eine Dickenlehre, die am Ausgang der Walzanlage installiert
wird, steuert die Enddicke, indem sie auf die Drehzahl des letzten oder der zwei
letzten Ständer des Tandem-Walzwerks einwirkt. Ein solches Steuersystem der
Zwischenständerzüge, auch „Automatic Tension Control" oder ATC
genannt, ist ebenfalls in dem Artikel der Revue AISE Steel Technology, der oben
zitiert wurde, beschrieben.
In jedem Ständer müssen die Kraft und das angelegte Walzmoment
jeweils für eine bestimmte Dickenverringerung durch die Spannmittel und die
Antriebsmittel der Arbeitszylinder an die Kenndaten des zu walzenden Produkts angepasst
sein. Für jeden Produkttyp muss daher ein „Walzschema" erstellt werden,
das die aufeinander folgenden Dickenverringerungen bestimmt, die jedem Ständer
in Abhängigkeit von den geometrischen und metallurgischen Merkmalen des Produktes
zugewiesen werden.
Es ist jedoch nicht möglich, von den Bedienern zu verlangen,
optimal und jederzeit ein Walzschema für jedes Produkt zu erstellen, das in
die Jahresproduktion des Walzwerks gehört.
In bekannter Weise kann man zum Erzielen eines Ergebnisses dieses
automatischen Typs ein Vorregelsystem zum Berechnen der Walzschemata verwenden,
das alle Kenndaten der Anlage berücksichtigt, wie zum Beispiel die Leistungen
der Antriebsmotoren, die Stärken und die maximalen Drehzahlen der Motoren,
die maximalen auf den Walzständern möglichen Kräfte usw. Dieses Vorregelsystem
muss auch geometrische und metallurgische Charakteristiken des zu walzenden Produkts
und der Schnittstelle Produkt/Walzwerk berücksichtigen, um Walzparameter zu
erstellen, die für jedes Format und jede Beschaffenheit des Bands, das die
Jahresproduktion des Walzwerks bildet, angepasst sind. Diese Parameter sind insbesondere
die Eingangsdicke und die Ausgangsdicke, eventuell die Temperatur, die Härte
oder auch die Fließbelastung und die Variation dieser Belastung im Laufe der
Dickenverringerung sowie der Reibungskoeffizient der Schnittstelle Blech/Zylinder.
Dieses Vorregelsystem kann die Form von Tabellen mit mehrfachen Einträgen
haben, die Einstellungen geben, die für jeden Ständer in Abhängigkeit
von den Eingangsparametern anzuzeigen sind. Bei bestimmten bekannten Systemen geben
die Bediener im Voraus die Kenndaten der zu walzenden Bänder gemäß
dem vorgesehenen Produktionsprogramm ein, und man braucht daher diese Daten bei
der Ankunft des Bandkopfs des betreffenden Produkts in der Walzanlage nur zu bestätigen.
Man kann jedoch auch perfektioniertere Vorregelsysteme verwenden,
die ein mathematisches Modell aufweisen, das ein Verringerungsschema für jedes
Band, das in das Tandem-Walzwerk eintritt, berechnet. Ein solches Modell erstellt
daher die möglichen Verringerungswerte für die Ständer und kann bestimmte
Optimierungen ausführen, um das Walzschema auszuwählen, das der besten
Leistungsverteilung entspricht. Die weiter verbesserten Modelle verfügen auch
über die Möglichkeit, sich nachzustellen, indem sie häufig Istwerte
der Walzparameter, wie zum Beispiel die Walzkräfte, die von den Motoren angelegten
Drehmomente und ihre Drehzahlen registrieren.
Ferner muss die Möglichkeit bestehen, die allgemeine Geschwindigkeit
der Walzanlage variieren zu lassen, um das Produkt am Ausgang der Anlage zu beschleunigen
oder zu verlangsamen. Das Gesetz des Erhaltens der Massen erlaubt es nun aber nur,
die Geschwindigkeiten zueinander in Relativwert einzustellen. Bei einem bekannten
Verfahren wirkt man daher auf die Geschwindigkeit eines der Ständer, Angelpunktständer
genannt, ein, und die Geschwindigkeit der anderen Ständer wird von einem Steuersystem
verwaltet, so dass die Geschwindigkeitsverhältnisse beibehalten werden, die
der Verteilung der Verringerungsrate zwischen den verschiedenen Ständern entsprechen.
In der Praxis sind die Drehantriebsmittel der Zylinder Elektromotoren
mit einer Basisdrehzahl, bei der sie ihr Nenndrehmoment abgeben. Es wird daher bei
der Konzeption der Walutraße eine mittlere Dickenverringerung für jeden
Ständer berücksichtigt. Da die Motoren im Allgemeinen gebaut werden, um
die gleiche Basisdrehzahl zu haben, installiert man oft zwischen dem Motor und dem
Ständer ein Untersetzungsgetriebe, dessen Untersetzungsverhältnis für
jeden Ständer unterschiedlich ist, so dass man auf der Hochgeschwindigkeitswelle
des Untersetzungsgetriebes die gleiche Drehzahl erzielt.
Diese allgemeine Konzeption des Tandem-Walzwerks mit einer Staffelung
der Drehzahlen auf der Hochgeschwindigkeitswelle, die die Drehzahl der Walzzylinder
von dem ersten bis zum letzten Ständer bestimmt, wird geläufig „Drehzahlkegel"
genannt.
Bei der tatsächlichen Produktion fällt jedoch die genaue
Verringerungsrate, die an jeden Ständer anzulegen ist, um auf dem Produkt die
gewünschte Dickenverringerung zu erzielen, nicht genau mit der Staffelung der
Drehzahlen der Motoren zusammen. Daraus ergibt sich, dass sich nicht alle Motoren
auf dem gleichen Betriebspunkt befinden. Wenn man die allgemeine Walzgeschwindigkeit
steigern will, werden gewisse Motoren daher ihr Stärkelimit
vor anderen erreichen und daher verhindern, dass die Anlage mit optimaler Geschwindigkeit
produziert.
Bei sehr vielen Fällen kann daher die maximale) möglichen
Drehzahl nicht erreicht werden, und die Produktivität der Walzanlage entspricht
daher nicht ihrer theoretischen Kapazität.
Die derzeit verwendeten Vorregelsysteme erlauben es nicht, dieses
Problem zu lösen. Bestimmte wichtige Walzparameter, wie zum Beispiel der Reibungskoeffizient
zwischen dem Band und den Walzzylindern, der von den Oberflächenzuständen
und der Schmierung abhängt, sind für die Einstellmodelle tatsächlich
nur durch eine sehr indirekte Berechnung ausgehend von Stärke-, Kraft- und
Drehzahlmessungen zugänglich. Wenn man die Arbeitszylinder wechselt, ändern
sich der Durchmesser und der Oberflächenzustand der Zylinder sowie das Wärmegleichgewicht
des Walzwerks. Auch wenn man ein mathematisches Modell verwendet, kann dieses nicht
sehr schnell die richtige Einstellung der Verringerungen pro Ständer finden,
die es erlauben, die maximale Geschwindigkeit der Anlage und daher das Optimum ihrer
Produktivität zu erzielen.
Die Erfindung hat die Aufgabe, ein solches Problem zu lösen und
insbesondere die Produktivität der Anlage dank eines Verfahrens zu optimieren,
das es erlaubt, die Effizienz der Regelvorrichtung zu verbessern, ohne dass diese
übermäßig kompliziert wird. Das erfindungsgemäße Verfahren
kann nämlich durch einfache und relativ kostengünstige Mittel umgesetzt
werden, die zu den gewöhnlich verwendeten Regelmitteln einfach hinzugefügt
werden.
Die Erfindung betrifft daher allgemein ein Regelverfahren der Enddicke
eines Walzprodukts am Ausgang einer Tandem-Walzanlage verbunden mit einem allgemeinen
System zum Steuern der verschiedenen Ständer, das eine allmähliche Steigerung
der Drehzahl der Zylinder in Abhängigkeit von der allmählichen Variation
der Dicke von einem Ständer zum nächsten bestimmt, und ein Regelsystem
der Dickenverringerung und der Spannung des Produkts in jedem Raum zwischen zwei
aufeinander folgenden Ständern.
Erfindungsgemäß führt das Regelsystem zwischen den
verschiedenen Ständern in Echtzeit ein dynamisches Ausgleichen der Momente
aus, die in jedem Ständer auf die Arbeitszylinder angelegt werden, ohne die
Enddicke des Produkts am Ausgang der Anlage merklich zu stören.
Besonders vorteilhaft steuert das Regelsystem eine Walzgeschwindigkeitsvariation
in mindestens einem der Ständer und ändert daher die Verteilung der Dickenverringerung
und die Staffelung der Geschwindigkeiten zwischen den verschiedenen Ständern,
um die Kraft, die für das Antreiben des Produkts mit einer gegebenen Geschwindigkeit
am Ausgang der Anlage mit Aufrechterhalten der Enddicke auf einem bestimmten Wert
anzulegen ist, im Wesentlichen gleichförmig auf alle Antriebsmittel zu verteilen.
Wie gewohnt, wird die globale Dickenverringerung, die zwischen dem
Eingang und dem Ausgang der Anlage auszuführen ist, gemäß einem Walzschema
von einem Vorregelsystem verteilt.
Gemäß einem weiteren bevorzugten Merkmal erfasst man jederzeit
die Last, die den Drehantriebsmitteln der Arbeitszylinder in jedem Ständer
auferlegt wird, um die von dem Walzschema festgelegte Geschwindigkeit zu erzielen,
und man verringert die Dickenverringerung, die dem am stärksten belasteten
Ständer zugewiesen ist, um ein dynamisches Ausgleichen der an die verschiedenen
Ständer angelegten Lasten auszuführen.
Bei einer ersten Ausführungsform verringert man zum Verringern
der Dickenverringerung, die dem am stärksten belasteten Ständer zugewiesen
ist, die Drehzahl der Zylinder des Ständers in Bezug auf die Geschwindigkeit,
die von dem Walzschema festgelegt wird.
Eine solche Verringerung der Geschwindigkeit des am stärksten
belasteten Ständers bestimmt jedoch eine automatische Verringerung der Geschwindigkeit
des darauf folgenden Ständers, was zu einem Dickenfehler am Ausgang der Anlage
während einer Vorlaufübergangsperiode des Produkts in dem Zwischenständerraum
führen kann. Gemäß einem weiteren besonders vorteilhaften Merkmal
wird dieser potenzielle Dickenfehler durch Vorwegnahme ausgeglichen, indem eine
Variation in umgekehrte Richtung der Geschwindigkeiten aller Ständer gesteuert
wird, die stromaufwärts des am stärksten belasteten Ständers liegen,
die die Dickenverringerung verringern kann, die in den stromaufwärtigen Ständern
ausgeführt wird, um einen Lasttransfer auf die Ständer auszuführen,
die stromabwärts des am stärksten belasteten Ständers angeordnet
sind.
Bei einer weiteren Ausführungsform steigert man zum Verringern
der Dickenverringerung, die in dem am stärksten belasteten Ständer auszuführen
ist, die Walzgeschwindigkeit in dem vorhergehenden Ständer, der unmittelbar
stromaufwärts liegt, um die Dicke des Produkts zu verringern, bevor es in dem
am stärksten belasteten Ständer ankommt. Eine solche Steigerung der Geschwindigkeit
in dem vorhergehenden Ständer bestimmt eine entsprechende Steigerung der Geschwindigkeit
in dem am stärksten belasteten Ständer, die zu einem Dickenfehler am Ausgang
der Anlage während einer Übergangsperiode führen
könnte. Erfindungsgemäß wird dieser potenzielle Dickenfehler durch
Vorwegnahme ausgeglichen, indem man eine Steigerung der Walzgeschwindigkeit in den
Ständern steuert, die noch stromaufwärts des vorhergehenden Ständers
liegen, so dass ein Lastentransfer auf alle Ständer ausgeführt wird, die
stromaufwärts des am stärksten belasteten Ständers liegen, indem
man die Dickenverringerung steigert, die in jedem von ihnen durchgeführt wird.
Gemäß einem weiteren besonders vorteilhaften Merkmal der
Erfindung führt man eine ständige Mitverfolgung der Dickenvariation des
Produkts im Laufe seines Vorlaufens von dem ersten zu dem letzten Ständer der
Anlage durch, um eine Geschwindigkeitsvariation bestimmter Ständer zu steuern,
die einen potenziellen Dickenfehler während einer Übergangsperiode ausgleichen
können, die der für den Vorlauf erforderlichen Zeit zwischen zwei aufeinander
folgenden Ständern der Dickenvariation entspricht, die durch eine Geschwindigkeitsvariation
des stromaufwärtigen Ständers entsteht, um jederzeit die Dicke des Produkts
am Ausgang des letzten Ständers der Anlage konstant zu halten.
Es ist ferner möglich, Geschwindigkeitsvariationen auf den zwei
Ständereinheiten zu kombinieren, die jeweils stromaufwärts und stromabwärts
des am stärksten belasteten Ständers liegen, indem man einen Lasttransfer
zu bestimmten Ständern der stromaufwärtigen und stromabwärtigen Einheit
gemäß der erfassten Last erzeugt, so dass alle Ständer der Anlage
ausgeglichen werden, während die Enddicke des Produkts am Ausgang der Anlage
aufrechterhalten wird.
Ein derartiges Verfahren erlaubt es nach Ausführen des dynamischen
Ausgleichens der auf alle Ständer angelegten Lasten, die Walzgeschwindigkeit
in einem der Ständer, der als Angelpunktständer dient, zu steigern, wobei
das Regelsystem die Geschwindigkeiten der anderen Ständer entsprechend variiert,
so dass die Geschwindigkeit des Produkts am Ausgang der Anlage ohne Störung
der Enddicke und unter Beibehalten des dynamischen Ausgleichens zwischen alten Ständern
gesteigert wird.
In der Praxis stellt eine solche Steigerung der allgemeinen Geschwindigkeit
der Anlage einen Gewinn dar, der bis zu 15 % der maximalen Geschwindigkeit, die
ohne dynamisches Ausgleichen der angelegten Drehmomente erzielt wird, gehen kann.
Wie oben erwähnt, sind die Antriebsmittel der Zylinder im Allgemeinen
Elektromotoren. In diesem Fall erlaubt es das erfindungsgemäße Regelsystem,
ein dynamisches Ausgleichen der Ströme auszuführen, ohne die Nennstärke
in jedem Motor zu überschreiten.
Die Erfindung deckt auch eine perfektionierte Regelvorrichtung zum
Umsetzen des Verfahrens und weist dazu einen Schaltkreis in geschlossener Schleife
zum dynamischen Ausgleichen zwischen den verschiedenen Ständern der Drehmomente
auf, die von den Antriebsmitteln jedes Ständers zum Erzielen der gewünschten
Enddicke und Halten dieser auf einem im Wesentlichen konstanten Wert angelegt werden.
Da die Regelvorrichtung herkömmlich mit einem Vorregelsystem
der Dickenverringerung, die jedem Ständer zugewiesen ist, und der entsprechenden
Walzgeschwindigkeit verbunden ist, weist der erfindungsgemäße Schaltkreis
zum dynamischen Ausgleichen Korrekturmittel auf jedem Ständer für den
Geschwindigkeitssollwert auf, der von dem Vorregelsystem bestimmt wird, so dass
die Verteilung der Dickenverringerung zwischen den verschiedenen Ständern modifiziert
wird.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist der Schaltkreis zum
dynamischen Ausgleichen ein Steuermodul der Transienten auf, das in geschlossener
Schleife auf die Antriebsmittel der Zylinder einwirkt, so dass vorwegnehmend eine
zusätzliche Korrektur an dem Geschwindigkeitssollwert während einer Vorlaufübergangsperiode
des Produkts zwischen einem Ständer, dessen Geschwindigkeitssollwert korrigiert
wurde, und dem nächsten Ständer durchgeführt wird.
Vorzugsweise ist dieses Modul zum Steuern der Transienten mit einer
Vorrichtung zum ständigen Mitverfolgen der Dickenvariation des Produkts im
Laufe seines Ablaufens zwischen dem Eingang und dem Ausgang der Anlage verbunden,
die die Augenblicke des Anfangs und des Endes der Übergangsperiode bestimmt,
während welcher eine zusätzliche Korrektur an dem Geschwindigkeitssollwert
mindestens eines der Ständer vorgenommen wird.
Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
einer besonderen Ausführungsform der Erfindung, die beispielhaft gegeben und
in den anliegenden Zeichnungen dargestellt wird.
Die 1 stellt schematisch ein Tandem-Walzwerk
dar, das mit einem Dicken- und Zugregelsystem gemäß dem früheren
Stand der Technik ausgestattet ist.
Die 2 stellt schematisch eine Tandem-Walzanlage
dar, die mit einem erfindungsgemäßen Dicken- und Zugregelsystem ausgestattet
ist.
Die 3 stellt schematisch die Verteilung
der Ströme der Motoren einer Tandem-Walzanlage gemäß dem früheren
Stand der Technik dar.
In 1 wurde schematisch die Einheit einer
Tandem-Walzanlage mit fünf Walzständern mit den Bezugszeichen
1 bis 5 dargestellt. Eine solche Anlage, die zum Beispiel zum
Kaltwalzen von Blechen vorgesehen ist, funktioniert ununterbrochen und ist mit einer
Eingangszugvorrichtung verbunden.
Jeder Walzständer, zum Beispiel des Typs Quarto, weist zwei Arbeitszylinder
T, T' auf, die einen Luftspalt zum Durchgehen des zu walzenden Produkts B definieren
und auf zwei Stützzylindern S, S' aufliegen, zwischen welchen eine Walzkraft
von Spannmitteln, wie zum Beispiel hydraulischen Zylindern 11,
21, 31, 41, 51 angelegt wird.
Ein Drehantriebsmittel, wie zum Beispiel ein Elektromotor
12, 22, 32, 42, 52 legt direkt oder
indirekt ein Walzdrehmoment auf mindestens einen der Arbeitszylinder T, T' an. Die
Walzkraft und das Walzdrehmoment hängen von der Beschaffenheit des zu walzenden
Produkts sowie von der in jedem Ständer durchzuführenden Dickenverringerung
ab.
Gewöhnlich und wie angegeben, wird die Produktdicke am Ausgang
des Ständers 1 konstant gehalten. Dazu kann man zum Beispiel am Ausgang
dieses Ständers eine Dickenlehre 13 installieren, die diese Funktion
durch Einwirken auf das hydraulische Spannen 11 sicherstellt. Man kann
diese Regelung auch verbessern, indem man die Rohdicke ho des Bands B
am Eingang der Anlage mit einer weiteren Dickenlehre 13', die am Eingang
des Ständers 1 installiert ist, und auch auf das hydraulische Spannen
11 dieses einwirkt, misst.
Wie bekannt erlaubt es ein vorab erstelltes Walzschema in Abhängigkeit
von den Kenndaten des zu walzenden Produkts und den Möglichkeiten der Anlage,
die Dickenverringerung auf die verschiedenen Ständer und Staffelung der Geschwindigkeiten,
die sich daraus ergibt, zu verteilen, um das Gesetz des Erhaltens der Massen einzuhalten.
Wenn man die Dicke des Bands am Ausgang eines Ständers mit Rang
i hi nennt und die Produktausgangsgeschwindigkeit, die der Antriebsgeschwindigkeit
der Zylinder desselben Ständers entspricht, Vi nennt, wird dieses
Gesetz bei Dauerbetrieb wie folgt geschrieben:
h1V1 = h2V2; h2V2
= h3V3; h3V3 = h4V4;
h4V4 = h5V5(1)
wobei h1 die Dicke am Ausgang des Ständers 1, V1
die Drehzahl des Motors 12 des gleichen Ständers ist und so weiter
bis zum Ständer 5.
Andererseits erlaubt es das Regelsystem ausgehend von Angaben, die
von den Spannungsmessern 15, 25, 35, 45 gegebenen
werden, die jeweils am Ausgang der Ständer 1, 2,
3, 4 installiert sind, auf die hydraulischen Spannmittel, nämlich
21, 31, 41, 51 der darauf folgenden Ständer
2, 3, 4, 5 einzuwirken, um die Dickenverringerung
zu korrigieren und daher das angelegte Moment, um einen konstanten Zug in jedem
Raum 10, 20, 30, 40 zwischen zwei aufeinander
folgenden Ständern aufrechtzuerhalten, ohne das Verhältnis zwischen den
Antriebsgeschwindigkeiten der jeweiligen Zylinder zu ändern.
Bei dem geläufigsten Regelmodus eines Tandem-Walzwerks wirkt
daher der Spannungsmesser 15, der am Ausgang des Ständers
1 installiert ist, auf das hydraulische Spannen 21 des Ständers
2 ein, der am Ausgang des Ständers 2 installierte Spannungsmesser
25 auf das hydraulische Spannen 31 des Ständers
3 einwirkt und so weiter. Man geht daher sicher, dass die Geschwindigkeit
des Bands am Eingang eines Ständers jederzeit gleich der Geschwindigkeit des
Bands am Ausgang des vorhergehenden Ständers ist.
Um den Metalldurchsatz sicherzustellen, bestimmt das Vorregelsystem
gemäß dem Walzschema die Dickenverringerung, die in jedem Ständer
durchzuführen ist, und die Drehzahl des entsprechenden Motors, die die Gleichung
(1) erfüllt.
Wenn man den Dickensollwert am Ausgang des Ständers mit Rang
i h*i nennt und die Drehzahl des Motors, die von der allgemeinen Walzgeschwindigkeit
und dem einzuhaltenden Geschwindigkeitsverhältnis abhängt, V*i,
erhält man:
h1* V1* = h2* V2*; h2* V2*
= h3* V3*; h3* V3* = h4*
V4*; h4* V4* = h5* V5*(2)
Da die Dicke am Ausgang des Ständers 1 konstant gehalten
wird, kann man schreiben:
h5* = h4* V4*/V5* = h5* V4*/V5*.
V3* /V4* usw.... = h1* V1*/V5*
nämlich:
h5* = h1* V1*/V5*(3)
Bei dem geläufigsten Regelmodus eines Tandem-Walzwerks wirkt
der Spannungsmesser 15, der in dem Zwischenständerraum 10
am Ausgang des Ständers 1 installiert ist, auf das hydraulische Spannen
21 des Ständers 2 ein, der Spannungsmesser 25, der
in dem Raum 20 am Ausgang des Ständers 2 installiert ist,
wirkt auf das hydraulische Spannen 31 des Ständers 3 ein
und so weiter. Dank dieser Zugregelung wird die Geschwindigkeit des Bands am Eingang
eines Ständers jederzeit gleich der Geschwindigkeit des Bands am Ausgang des
vorhergehenden Ständers gehalten.
Wenn daher, wie es 1 zeigt, die Dicke
h1
am Ausgang des Ständers 1 und die Geschwindigkeit
V1 des Motors 11 konstant gehalten werden, kann die Dickenregelung
herkömmlich mittels einer Dickenlehre 53 sichergestellt werden, die
am Ausgang 50 des letzten Ständers 5 angeordnet wird und
auf die Geschwindigkeit V5 des Motors 52 oder manchmal des Motors
42 des Ständers 4 einwirkt.
Wie oben erwähnt, werden alle Zwischenverringerungen von einem
Vorregelsystem festgelegt, das die Zwischendickensollwerte hi* jedes
Ständers festlegt, von welchen das Drehmoment abhängt, das von jedem der
Antriebsmittel 12, 22, 32, 42, 52 anzulegen
ist.
Ein solches Vorregelsystem, das in der Figur nicht dargestellt ist,
kann einfach aus Vorregeltabellen bestehen, die die Zwischendicken für jeden
Ständer angeben, kann aber auch ein mathematisches Modell verwenden, das die
Zwischendicken h1* in Abhängigkeit von den Kenndaten des zu walzen
den Produkts ausgehend von Datenbanken berechnen kann, die regelmäßig
am Tag von Messungen an dem Walzwerk aktualisiert werden.
Man muss auch den allgemeinen Gang der Walzanlage variieren und regeln
können, um die gesamte Tandem-Walzanlage zu beschleunigen oder verlangsamen.
Die Gleichung (2) erlaubt es nun aber nur, Geschwindigkeiten in Relativwert zueinander
zu regeln. In bekannter Weise bestimmt das Vorregelsystem alle Dickensollwerte hi*
in Abhängigkeit von den Kenndaten des zu walzenden Produkts und der auf den
Ständern des Walzwerks verfügbaren Leistung mit einem bestimmten Optimierungsgrad,
der von den Leistungen des verwendeten mathematischen Modells abhängt.
Die Referenzgeschwindigkeit eines Ständers des Walzwerks, auch
Angelpunktständer genannt, wird jedoch frei und für den Bediener zugänglich
gelassen, der sie ändern kann, um die Geschwindigkeit aller Ständer zu
steuern, um die ganze Anlage zu beschleunigen oder zu verlangsamen.
Der Teil des Steuersystems eines Tandem-Walzwerks, der alle Geschwindigkeiten
um die Geschwindigkeit eines Ständers, der als Angelpunktständer genommen
wird, verwaltet und es erlaubt, Beschleunigungs- und Verlangsamungsrampen zu steuern,
wird gewöhnlich „Geschwindigkeitsmaster" genannt.
Bei einem Walzwerk mit 5 Ständern kann man den Ständer
3 als Angelpunktständer verwenden. Die Geschwindigkeiten der anderen
Ständer werden daher gemäß den Gleichungen (2) berechnet, und man
erhält, wenn man Vs als für die allgemeine Geschwindigkeitsregelung verfügbar
annimmt:
V4* = h3*/h4* V3*; V5* =
h4*/h5*.V4* = h4*/h5* h3*/h4*.V3*
= h3*/h5*.V3*(4)
Und ebenso:
V2* = h3*/h2*.V3* und V1*
= h2*/h1*.V2* = h3*/h2* h2*/h1*.V3*
nämlich:
V2* = h3*/h2*.V3* und V1*
= h3*/h1*.V3*(5)
Alle Geschwindigkeiten der Ständer werden daher in Abhängigkeit
von der Geschwindigkeit des Angelpunktständers bestimmt, wobei die Gleichungen
(4) die Geschwindigkeiten derer geben, die stromabwärts des Angelpunktständers
liegen, und die Gleichungen (5) die Geschwindigkeiten derer geben, die stromaufwärts
des Angelpunktständers in die Ablaufrichtung des Produkts liegen.
Eine Endkontrolle der Dicke wird von der (Dicken)lehre 53
sichergestellt, die am Ausgang des Ständers 5 installiert ist, um
die Restfehler zu korrigieren, indem man die Geschwindigkeit des letzten Ständers
der Walzanlage oder die Geschwindigkeiten der zwei letzten Ständer ändert.
Derartige Praktiken sind gut bekannt und ergeben ausgezeichnete Resultate
hinsichtlich der Qualität und Regelmäßigkeit an der erzielten Dickentoleranz,
sie lösen jedoch das Problem des Ausgleichens der Ströme der Ständermotoren
aufgrund der Ungenauigkeit hinsichtlich der präzisen Kenntnis der Betriebspunkte
der Motoren und der Istwerte der Parameter, die die Reibung Blech/Zylinder definieren,
nicht.
Daher ergibt sich häufig die in 3
dargestellte Situation.
Wenn man die in jedem Ständer den Antriebsmitteln 11,
21,...51 auferlegte Last misst, zum Beispiel die Stromstärke
in dem Fall von Elektromotoren, zeigt es sich, dass einer der Ständer, zum
Beispiel Ständer 3, mit Strom gesättigt ist, während es
eine Leistungsreserve auf den Ständern gibt, die sich stromaufwärts und
stromabwärts befinden. Es ist jedoch nicht möglich, die Walzanlage zu
beschleunigen, denn das würde noch mehr Strom für den Motor des Ständers
3 fordern. Es ist daher nicht möglich, die ganze verfügbare Leistung
zu verwenden, und daher ist die Produktivität der gesamten Anlage eingeschränkt.
Die Erfindung erlaubt es, dieses Problem zu lösen, indem jederzeit
ein dynamisches Ausgleichen der von den Motoren anzulegenden Drehmomente zwischen
allen Ständern ausgeführt wird.
Vereinbarungsgemäß wird im Folgenden die Dicke des Bands
am Ausgang des Ständers i, die dem Sollwert der Verringerungsrate entspricht,
die dem Ständer i von dem Vorregelsystem zugewiesen wird, hi* genannt,
und der Wert der realen Ausgangsdicke des Ständers i wird hi genannt.
Die Idee der Erfindung besteht darin, in Echtzeit die Verringerungsrate
des zu stark belasteten Ständers zu verringern, indem die Geschwindigkeiten
der Ständer so geändert werden, dass durch eine Vorrichtung, die in geschlossener
Schleife wirkt, alle Werte hi* geändert werden, ohne das Halten
auf einem konstanten Wert der Ausgangsdicke h5 zu stören. Wenn man
das in 3 gegebene Beispiel betrachtet, kann man die
Verringerung des Ständers 3 verringern, indem man die Ausgangsdicke
h3* erhöht. Um daher die Enddicke h5 am Ausgang
50 der Anlage konstant zu halten, muss man von dem Ständer
4 mehr Verringerung verlangen, aber genau dieser hat verfügbare Leistung.
Es ergibt sich daher ein Ausgleichen der Ströme durch einen Leistungstransfer
auf die stromabwärts des überlasteten Ständers liegenden Ständer.
Um diese Zielsetzung zu verwirklichen, zeigen die Gleichungen der
„Mass-Flow"-Regelung, dass Vs verringert werden muss.
Wie weiter oben angegeben, wird die Dicke h1 nämlich
konstant gehalten, indem auf die Spannmittel 11 des Ständers eingewirkt
wird. Wenn die Geschwindigkeitssollwerte V1* und V2* konstant
gehalten werden oder in einem konstanten Verhältnis, weil:
h1* V1* = h2* V2*,
ist h2 ebenfalls eine konstante Dicke.
Da h2* V2* = h3* V3* ist,
steigt außerdem die Dicke h3, wenn man V3* verringert,
am Ausgang des Ständers 3, denn das Produkt der zwei ist konstant.
Eine Verringerung des Geschwindigkeitssollwerts des Ständers
3 bewirkt daher eine Erhöhung der Ausgangsdicke h3 und
daher eine Verringerung des Moments, das von dem Motor 13 anzulegen ist,
was es erlaubt, die angestrebte Wirkung zu erzielen.
Das gilt für den Dauerbetrieb, das heißt nach der erforderlichen
Transferzeit auf die neue Dicke des Ständers 3, um den Ständer
4 zu erreichen. Wenn aber in dem Zeitraum die Einwirkung auf die Geschwindigkeiten
auf das beschränkt ist, was beschrieben wurde, erzeugt man einen vorübergehenden
Dickenfehler. Ab dem Ändern der Geschwindigkeit des Ständers
3 wirkt nämlich die Zugregelung zwischen den Ständern
3 und 4, um die Gleichheit der Geschwindigkeiten im Zwischenständerraum
13 aufrechtzuerhalten. Da die Dicke am Eingang des Ständers
4 noch nicht geändert wurde und aufgrund der erforderlichen Transferentfernung,
ändert das „Mass-Flow"-Gesetz die Dicke h0 am Ausgang des
Ständers 4 und daher die Dicke h5 am Ausgang des Ständers
5.
Es wäre daher nicht akzeptabel, dass das Ausgleichssystem der
Ströme Längen, die den Entfernungen zwischen Ständern entsprechen,
außerhalb der Dickentoleranz jedes Mal dann erzeugt, wenn die Geschwindigkeiten
der Ständer zum Ausgleichen der Ströme geändert werden müssen,
das heißt ständig, denn es handelt sich um ein Echtzeitregelsystem, das
in geschlossener Schleife wirkt.
Gemäß einem weiteren besonders vorteilhaften Merkmal der
Erfindung kann dieser potenzielle Dickenfehler durch Vorwegnahme ausgeglichen werden,
indem er im Voraus durch einen gleichzeitigen Geschwindigkeitswechsel der Ständer
1 und 2 in dem ausgewählten Beispiel geschaffen wird.
Wenn man nämlich gleichzeitig die Geschwindigkeiten der Ständer
1 und 2 erhöht, wobei h1 durch die Regelung des
Ständers 1 konstant gehalten wird, ist auch h2 konstant.
Da die Geschwindigkeit des Ständers 3 noch nicht geändert wurde,
nimmt die Ausgangsdicke h3 zu, und das ist das angestrebte Ziel. Während
einer Übergangsperiode wartet man mit Hilfe einer Vorrichtung zum Mitverfolgen
in Echtzeit des Produktvorlaufs in der Anlage, bis die Überdicke h3
den Ständer 4 erreicht, um die Geschwindigkeit des Ständers
3 zu senken und gleichzeitig die Ständer 1 und
2 mit Hilfe von Vorrichtungen, die in geschlossener Schleife wirken, auf
ihre ursprünglichen Geschwindigkeiten zurückzustellen.
Ab dem gleichzeitigen Geschwindigkeitswechsel der Ständer
1 und 2 ist die Dicke h3 daher gestiegen, und wenn
man gleichzeitig die Geschwindigkeit des Ständers 3 verringert, indem
man die Geschwindigkeiten der Ständer 1 und 2 auf ihren ursprünglichen
Wert zurückstellt, wird der erhöhte Wert von h3 beibehalten,
und der Durchsatz h3V3 ist am Eingang des Ständers
4 konstant. Die Dicke h4 wird daher ebenso wie die Ausgangsdicke
h5 konstant gehalten.
Es ist daher möglich, eine Überlast des Ständers
3 zu vermeiden, indem man seine Verringerungsrate durch ein Verringern
seiner Geschwindigkeit und durch Transferieren der Leistung auf die stromabwärtigen
Ständer ändert. Ferner kann der potenzielle Dickefehler, der sich aus
dieser Momentanvariation der Geschwindigkeit ergibt, durch Vorwegnahme konstant
zu halten werden, um die Ausgangsdicke h5 dank des erfindungsgemäßen
Verfahrens auszugleichen, das es erlaubt, in Echtzeit und während des Übergangzeitraums
Momentanvariationen der Dicke mit Hilfe einer zeitweiligen Änderung in umgekehrte
Richtung der Geschwindigkeiten der Ständer, die stromabwärts des überladenen
Ständers liegen, zu steuern.
Man kann natürlich auch bei einer Variante der Erfindung und
immer noch in dem in 3 veranschaulichten Fall die Verringerungsrate
des Ständers 3 verringern, indem man die Eingangsdicke in diesem Ständer
verringert, das heißt die Ausgangsdicke h2 des Ständers
2.
Die Gleichungen (2) zeigen, dass dieses Ergebnis erzielt werden kann,
indem die Geschwindigkeit des Ständers 2 erhöht wird. Da nämlich
die Dicke h1 am Ausgang des Ständers 1 durch die Regelung
des Ständers 1 konstant gehalten wird, wirkt sich die Erhöhung
der Geschwindigkeit des Ständers 2 durch eine Verringerung der Dicke
h2 aus, und das entspricht dem angestrebten Ziel. Diese Erhöhung
der Dickenverringerungsrate im Ständer 2 zieht eine Erhöhung
der von dem Motor 12 verbrauchten Leistung nach sich. Es ergibt sich daher
ein Leistungstransfer auf die vor dem am stärksten belasteten Ständer
stromaufwärts liegenden Ständer.
Wie zuvor zeigt es sich, dass diese Einwirkung auf den Ständer
2 Gefahr läuft, einen potenziellen Dickenfehler während der Übergangsperiode
hervorzurufen. Der Geschwindigkeitswechsel des Ständers 2, bevor die
neue Dicke im Ständer 3 ankommt, ergibt nämlich eine Dickenänderung
am Ausgang des Ständers 3 aufgrund der Zugregelung in dem Zwischenständerraum
20. Das wirkt sich weiter bis zu der Ausgangsdicke immer noch über
die Zugregelungen in dem Zwischenständerraum aus. Derartige Störungen
sind inakzeptabel, denn sie würden zur Verschlechterung der Gesamtleistungen
der Dickenregelung auf der ganzen Anlage führen.
Daher muss die Einwirkung auf den Ständer 2 in der Übergangsperiode
ausgeglichen werden. Erfindungsgemäß wird dieser potenzielle Mangel durch
Vorwegnahme während der Übergangsperiode ausgeglichen, indem eine Geschwindigkeitsvariation
des Ständers 1 gesteuert wird. Die Dicke h1 ist nämlich
dank der Regelung des Ständers 1 konstant, und ferner ergibt die „Mass-Flow"-Regelung:
h1* V1* = h2* V2*(2).
Eine Verringerung des Geschwindigkeitssollwerts V1* bewirkt
daher eine Verringerung der Dicke h2, und das entspricht dem angestrebten
Ziel. Wenn die verringerte Dicke h2 dann den Ständer 3
erreicht, erlaubt es die Vorrichtung zum Mitverfolgen der Dicke, die in Echtzeit
und in geschlossener Schleife arbeitet, gleichzeitig die Geschwindigkeiten der Ständer
1 und 2 zu erhöhen, um die angestrebte Wirkung zu erzielen,
ohne die Dickenvariation h5 am Ausgang der Walzanlage zu verursachen.
Im Allgemeinen vermeidet man bei dieser Variante der Erfindung daher
eine Überlast in einem Ständer, indem man die Geschwindigkeit des vorhergehenden
Ständers erhöht, und um den so verursachten potenziellen Dickenfehler
auszugleichen, steuert man eine Geschwindigkeitserhöhung eines oder mehrerer
Ständer, die noch stromaufwärts liegen.
Die Erfindung erlaubt daher das Ausführen eines Leistungstransfers
von dem überlasteten Ständer auf alle Ständer stromaufwärts
und hält gleichzeitig die Ausgangsdicke konstant.
In der Praxis wäre es jedoch nicht einfach, einen Sonderfall
wie den der 3 zu isolieren und zwei verschiedene Arten
zum Verringern einer auf einem Ständer erkannten Überlast zu unterscheiden.
Das erfindungsgemäße Verfahren, das in Echtzeit funktioniert und an eine
in geschlossener Schleife konzipierte Anlage angewandt wird, erlaubt es, jederzeit
die Ströme der Antriebsmotoren der Ständer neu auszugleichen, indem die
Wirkungen eines Ausgleichens auf den stromaufwärtigen Ständern mit denen
eines Ausgleichens auf den stromabwärtigen Ständern kombiniert werden,
und dies für alle Ständer gleichzeitig. Man erhält daher ständig
ausgeglichene Ströme in allen Antriebsmotoren der Ständer des Walzwerks
und beim Walzen eines bestimmten Produkts gemäß dem Walzschema, das von
dem Vorregelsystem bestimmt wird, wenn Leistung auf den Motoren verfügbar bleibt,
kann man die allgemeine Geschwindigkeit der Anlage erhöhen und dabei den Wert
ihrer Produktivität.
Die Erfindung deckt auch eine Vorrichtung zum Umsetzen des Verfahrens,
die beispielhaft in 2 dargestellt ist. Diese Darstellung
ist rein schematisch, denn eine solche Anlage kann nicht nur herkömmliche Techniken
elektrischer Schaltkreise heranziehen, die elementare Schaltkreise von Komparatoren,
Verstärkern, Controllern verwenden, die selbst proportionale, integrale und
differenzielle Wirkungsverstärkungseinstellungen aufweisen, sondern auch jüngere
Techniken mit digitaler Steuerung auf der Grundlage von Rechnern und Mikroprozessoren,
sobald sie es ermöglichen, in geschlossener Schleife mit ausreichend kurzen
Antwortzeiten zu wirken, um eine Aktion in Echtzeit auszuführen, gegenüber
anderen Antwortzeiten der anderen Teile der Walzanlage.
Bei einer erfindungsgemäßen Anlage findet man ein Niveau
6 des dynamischen Ausgleichens der Ströme in geschlossener Schleife
und ein Niveau 7 des Steuerns der Transienten, die man „Dickenabschnitt"
nennen kann.
Das Niveau 6 des dynamischen Ausgleichens weist eine Messung
der von den Motoren der Ständer verbrauchten Ströme
mit Hilfe von Stromwandlern 16, 26, 36, 46,
56 auf.
Das dynamische Ausgleichsystem 6 enthält auch Vergleichsschaltkreise,
die jederzeit den am stärksten belasteten Ständer auswählen können,
sowie die Transferfunktion und die erforderlichen Verstärkungen für das
Umwandeln der Lastunterschiede in eine Variation der Dickensollwerte, die die neuen
Dickenreferenzen hi* der Ständer sind und beim Dauerbetrieb zum
Gleichgewicht der Ströme führen.
Die Schaltung 6 erzeugt die für die Steuerung der Zwischenständerdicken
erforderlichen Variationen mit Hilfe von Controllern mit proportionaler, integraler
oder differenzieller Verstärkungsregelung, um die Verringerungsraten der am
stärksten belasteten Ständer wie im erfindungsgemäßen Verfahren
beschrieben zu verringern.
Der Dickenabschnitt 7 weist die Schaltkreise auf, die zum
Umwandeln der Zwischenständer-Dickenvariationen in Geschwindigkeitssollwerte
der Antriebsmotoren erforderlich sind, sowie die für die Verwaltung der Transienten
und insbesondere das System zum Mitverfolgen des Vorlaufs des Bands B in der Walzanlage.
Aufgrund der Mitverfolgung des Produkts und der Variationen der von
dem Schaltkreis zum dynamischen Ausgleichen 6 erstellten Sollwerte, erstellt
die Transientensteuerung 7 vorübergehende und vorwegnehmende Geschwindigkeitsvariationen
der Ständer, die es erlauben, das Ausgleichen der Ströme auszuführen,
ohne auch nur eine vorübergehende Variation der Ausgangsdicke zu verursachen.
Alle diese Schaltungen wirken in Echtzeit, in Regelung und in geschlossener Schleife
zwischen der Messung der Unterschiede der Motorströme, die gleichermaßen
als Fehlersignal am Eingang der Schleife abgenommen werden, und den Sollwertvariationen
der Geschwindigkeiten der Antriebsmotoren, die die Ausgangssignale bilden.
Eine solche erfindungsgemäße Vorrichtung zum Ausgleichen
der Ströme der Antriebsmotoren, die in Echtzeit und in geschlossener Schleife
funktioniert, kann sich an jede Regelvorrichtung für die Ausgangsdicke anpassen
und ist fester Bestandteil dieser.
Natürlich ist die Erfindung nicht auf die oben beispielhaft beschriebene
Ausführungsform beschränkt, sondern kann an jede Einheit von Walzständern
angewandt werden, die in Tandem funktioniert und mindestens zwei aufeinander folgende
Ständer aufweist.
Andererseits ist die Erfindung nicht auf das Kaltwalzen beschränkt
und kann ebenso an eine Warmwalztandemanlage angewandt werden, wie zum Beispiel
die Fertigwalzstrecke einer Warmwalz-Bandstahlstraße.
Das Regelsystem AGC, das kurz beschrieben wurde, kann zu jedem Typ
gehören, der ein Steuern der Enddicke des Walzprodukts erlaubt. Da die Erfindung
auf dem Einhalten des „Mass-Flow"-Gesetzes beruht, ist es nämlich möglich,
sich Varianten im Betrieb der Dickenregelung vorzustellen.
Ebenso kann die Umsetzung unterschiedlich vorgenommen werden, ohne
den Geltungsbereich der Erfindung zu verlassen, insbesondere gemäß einem
digitalen und vektoriellen ziemlich neuen Verarbeitungsmodus, der gewöhnlich
„multivariable Regelung" genannt wird.
Die Bezugszeichen, die nach den technischen Merkmalen, die in den
Ansprüchen erwähnt sind, eingefügt sind, sollen allein das Verstehen
dieser Letzteren erleichtern und die Reichweite in keiner Weise einschränken.