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Dokumentenidentifikation DE60214764T2 04.10.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001454537
Titel TIERFUTTERFORMULIERUNG FÜR DIE STEUERUNG DES FETTSÄUREPROFILS IN SCHWEINEFLEISCH
Anmelder Alvaher 98, S.L., Madrid, ES;
Consejo Superior de Investigaciónes Científicas, Madrid, ES
Erfinder VAQUERO HERNANDEZ, Alberto, E-28017 Madrid, ES;
TOLDRA VILARDELL, Fidel, E-28006 Madrid, ES;
NAVARRO FABRA, Jose Luis, E-28006 Madrid, ES
Vertreter Beck & Rössig - European Patent Attorneys, 81679 München
DE-Aktenzeichen 60214764
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 12.06.2002
EP-Aktenzeichen 027381938
WO-Anmeldetag 12.06.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/ES02/00290
WO-Veröffentlichungsnummer 2003041511
WO-Veröffentlichungsdatum 22.05.2003
EP-Offenlegungsdatum 08.09.2004
EP date of grant 13.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse A23K 1/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A23K 1/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
ZIEL DER ERFINDUNG

Diese Erfindung stellt eine neue Rezeptur für Schweinefutter dar, und zwar eine Rezeptur, die speziell zur Kontrolle des Profils der Fettsäuren entwickelt wurde, die im Schweinefleisch enthalten sind, das von Schweinen abstammt, die mit diesem Futter gefüttert wurden.

Das Ziel der Erfindung ist folglich die Kontrolle der Fettsäurekomposition von Lipiden beim Schwein über die Rezeptur eines Futters, das den Schweinen in den letzten Wochen/Monaten vor deren Schlachtung verabreicht wird.

Diese Rezeptur stellt eine Verbesserung des Lipidprofils dar, die sich hauptsächlich in einer beträchtlichen Erhöhung des Prozentanteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren des Gesamtfettgehalts widerspiegelt. Außerdem wird die Menge an intramuskulärem Fett gering gehalten, sodass diese bei 2 bis 3 Prozent liegt.

Der Hauptvorteil der Rezeptur dieser Erfindung besteht demnach in Bezug auf die Fettsäuren im Lipidanteil darin, dass der Anteil der mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Vergleich zu den gesättigten höher ist.

Medizinische Studien belegen, dass ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten gesättigten Fettsäuren dem Organismus einen höheren Schutz in Bezug auf LDL-Cholesterin bietet und im Allgemeinen vor kardiovaskulären Krankheiten schützt. Aufgrund des hohen Schweinefleischkonsums in der westlichen Welt und des Einflusses der Fettsäurekomposition von Lipiden beim Schweinefleisch und im Besonderen mit Hinblick auf die kardiovaskuläre Gesundheit der Konsumenten, findet diese Erfindung vor allem in der Schweinefleischindustrie Anwendung.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Die kontinuierlichen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritte in der Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsindustrie wurden durch eine erhebliche Abnahme der Nahrungsmittelqualität zurückgesetzt, und zwar aufgrund der frühen Reife in der Viehproduktion, der Futterarten, die für das Wachstum und das Mästen der Tiere verwandt werden, sowie der allgemeinen Suche nach immer schnelleren industriellen Herstellungsprozessen. All diese Faktoren haben zu einer gewissen Minderung in der Qualität geführt und haben auch allmählich eine Minderung des Konsumentenvertrauens hervorgerufen, besonders in Bezug auf den Fettgehalt im Fleisch und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit. Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass Konsumenten für kardiovaskuläre Krankheiten und deren offensichtlichen Verbindung zur Ernährung und dem Fettgehalt im Fleisch sensibilisiert sind. Demnach ist es wichtig, ein besseres Niveau an Qualität und Lipidkomposition zu erreichen, und zwar eines, das nicht nur an die Konsumenten appelliert, sondern sich auch positiv auf deren Gesundheit auswirkt. Aus diesem Grund ist es von größtem Interesse, eine Verbesserung in der Rezeptur von Tierfutter, wie dasjenige, das hier beschrieben wird und Gegenstand dieses Patents ist, zu erreichen, um das Lipidprofil zu verbessern, das heißt, das Verhältnis von mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu anderen Fettsäuren.

Es gibt zwei größere Lipidgruppen im Fleisch:

  • 1) Neutrale Lipide, die hauptsächlich aus Triglyceriden bestehen, und in subkutanem Fett zu finden sind, und zwar sowohl im Rückenfettgewebe als auch im Fett, das in den Muskel infiltriert, und
  • 2) Polare Lipide, hauptsächlich Phospholipide, die in den Muskelteilen (oder mageren Teilen) des Fleisches zu finden sind. Beide Lipidgruppen sind mit verschiedenen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren verestert. Die Komposition in diesen Fettsäuren hängt sowohl von der endogenen Synthese als auch von der direkten Deposition ab. Und genau über diesen letzten Weg können sich bestimmte Fettsäuren im tierischen Fett über die Ernährung ansammeln (Brooks, «Fatty acid composition of pork lipids as affected by basal diet, fat source and fat level» ["Die Fettsäurekomposition von Lipiden im Schwein werden durch eine Basisernährung, die Fettquelle und den Fettlevel beeinflusst"], J. Animal Science 33, 1971, 1224–1231). Es wurden verschiedene Studien über das Füttern von Schweinen durchgeführt und später das Fettsäureprofil überprüft, um die Veränderungen in der Fettsäurekomposition festzustellen. In all diesen Studien wurden verschiedene Rezepturen verwandt, deren hauptsächlichen Bestandteile Sojabohnenmehle (Lesczynski, Pikul, Easter, McKeith, McLaren, Novakofski, Bechtel und Jewell, «Characterization of lipid in loin and bacon from finishing pigs fed fullfat soybeans or tallow» ["Die Charakterisierung von Lipiden in Lenden und Speck von Endmastschweinen, die mit Vollfettsojabohnen oder Talg gefüttert wurden"], J. Animal Science 70, 1992, 2175–2181) oder eine Mischung mit Getreide (Larick, Turner, Sochoenherr, Coffey und Pilkington, «Volatile compound content and fatty acid composition of pork as influenced by linoleic acid content of the diet» ["Der Gehalt an flüchtigen Verbindungen und die Fettsäurekomposition im Schwein werden durch den Gehalt an Linolsäure in der Ernährung beeinflusst"], J. Animal Science 70, 1992, 1397–1403), High-Oleic-Sonnenblumenöl (Rhee, Davidson, Knabe, Cross, Ziprin und Rhee, «Effect of dietary high-oleic sunflower oil on pork carcass traits and fatty acid profiles of raw tissues» ["Die Wirkung von diätetischem High-Oleic-Sonnenblumenöl auf die Schlachtkörpereigenschaften beim Schwein und die Fettsäureprofile von rohem Fleischgewebe"], Meat Science 24, 1988, 249–260; Miller, Shackelford, Hyden und Reagan, «Determination of the alteration in fatty acid profiles, sensory characteristics and carcass traits of swine fed elevated levels of monounsaturated fats in the diet» ["Die Bestimmung der Veränderung in den Fettsäureprofilen, den sensorischen Eigenschaften und den Schlachtkörpereigenschaften von Schweinen, die in hohem Maße mit einfach ungesättigten Fetten gefüttert wurden"], J. Animal Science 68, 1990, 1624–1631) oder Raps (Busboom, Rule, Colin, Heald und Mazhar, «Growth, carcass characteristics and lipid composition of adipose tissue and muscle of pigs fed canola» ["Das Wachstum, die Schlachtkörpereigenschaften und die Lipidkomposition von Fettgewebe und Muskel bei Schweinen, die mit Raps gefüttert wurden"], J. Animal Science 69, 1991, 1101–1108). Es wurden auch Antioxidantien wie Vitamin E mit einbezogen, um somit der Fettoxidation vorzubeugen (Hoving-Bolink, Eikelenboom, van Diepen, Jongbloed und Houben, «Effect of vitamin E supplementation on pork quality» ["Die Wirkung von Vitamin-E-Zusatz auf die Schweinefleischqualität"], Meat Science 49, 1998, 205–212; Pfalzgraf, Frigg und Steinhart, «&agr;-tocopherol contents and lipid oxidation in pork muscle and adipose tissue during storage» ["Alpha-Tocopherol-Gehalt und Lipidoxidation im Schweinemuskel und Fettgewebe während der Lagerung"], J. Agricultural and Food Chemistry 43, 1995, 1339–1342; Houben, Eikelenboom und Hoving-Bolink, «Effect of dietary supplementation with vitamin E on color stability and lipid oxidation in packaged, minced pork» ["Die Wirkung eines Ernährungszusatzes mit Vitamin E auf die Farbstabilität und die Lipidoxidation bei abgepacktem Schweinehackfleisch"], Meat Science 48, 1998, 265–273; Zanardi, Novelli, Nanni, Ghiretti, Delbono, Dazzi, Madarena und Chizzolini, «Oxidative stability and dietary treatment with vitamin E, oleic acid and copper of fresh and cooked pork chops» ["Die Oxidationsstabilität und die diätetische Behandlung mit Vitamin E, Ölsäure und Kupfer von frischen und gekochten Schweinekoteletts"], Meat Science 49, 1998, 309–320).

BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Die Rezeptur, die in dieser Erfindung, so wie sie in den Patentansprüchen definiert ist, vorgeschlagen wird, stellt einen bedeutenden technologischen Fortschritt auf diesem Gebiet dar, um das Fettsäureprofil erheblich zu verbessern, d.h. um das Verhältnis der mehrfach ungesättigten/gesättigten Fettsäuren zu verbessern; parallel wird zusätzlich Vitamin E hinzugegeben, um einer Erhöhung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren vorzubeugen, wobei ihre Integrität gegen Oxidationsprozesse beibehalten wird.

In der neuen Rezeptur sind hauptsächlich folgende Bestandteile enthalten: Gerste, Getreide, weißer Weizen, Sojabohnenmehl, süße Lupinen, Kalziumkarbonat, Dikalziumphosphat, Natriumchlorid, DL-Methionin, L-Lysin, Sojaöl, 2F Porcimix für Zuchtschweine und Alpha-Tocopherol.

Die vorgenannten Bestandteile sind in der Rezeptur in den folgenden Prozentanteilen enthalten: – Gerste 45–55% – Getreide 12–18% – Weißer Weizen 3–8% – 44 % Sojabohnenmehl 0–18% – Süße Lupinen 8–12% – Kalziumkarbonat 0,3% – Dikalziumphosphat 2,02% – Natriumchlorid 0,3% – DL-Methionine 0,077% – L-Lysine 0,368% – Sojaöl 2,4% – 2F Porcimix für Zuchtschweine 0,4% – Alpha-Tocopherol (Vitamin E) 100–300 mg/kg

Verwendet man ein Futter mit der oben beschriebenen Rezeptur und füttert damit die Schweine über einen Zeitraum von vier Monaten vor ihrer Schlachtung, so kann man die Ergebnisse mit Hilfe von technischen Mitteln kontrollieren, indem man irgendein Stück Fleisch oder subkutanes Fett entnimmt und dann mittels Gas-Chromatographie die Fettsäuren quantitativ bestimmt.

VORTEILHAFTE AUSFÜHRUNGSFORM DER ERFINDUNG

Es wurden Versuche durchgeführt, die auf der Rezeptur dieser Erfindung basieren. Im Folgenden wird eines der Versuche aufgezeigt:

Begonnen wurde mit einem Ferkelwurf weißes Edelschwein × Landrasse. Diesem Wurf wurde Futter mit folgender Rezeptur verabreicht: – 45% Gerste – 17% Getreide – 8% Weizen – 15% Sojabohnenmehl – 8% Lupinen – 2,5% Sojaöl – 1,8% Dikalziumphosphat – 0,25% Kalziumkarbonat – 0,3% Salz – 0,05% L-Methionin – 0,27% L-Lysin – 0,4% Porcimix

Die Schweine wurden mit diesem Mastfutter gefüttert bis sie ein Lebendgewicht von 100 kg erreichten.

Nach deren Schlachtung wurde das Fleisch geschnitten (24 Stunden nach dem Tod) und es wurde eine Probe aus dem Longissimus-dorsi-Muskel entnommen, um das intramuskuläre Fett und das angrenzende subkutane Gewebe (sichtbares Fett) zu analysieren.

Nachdem beide Gewebe abgezogen und das Fett entnommen wurde, wurden die Fettsäuren analysiert, und zwar mittels Gas-Chromatographie mit einem Flammenionisationsdetektor.

Die Ergebnisse werden in der folgenden Tabelle dargestellt, und zwar als prozentualer Anteil des Gesamtgehalts der Fettsäuren:


Anspruch[de]
Futterrezeptur, die den Fettsäuregehalt im Schwein unter Kontrolle hält, dadurch gekennzeichnet, dass die vorher genannten Bestandteile in der Rezeptur wie folgt anteilsmäßig enthalten sind: – Gerste 45–55% – Getreide 12–18% – Weißer Weizen 3–8% – 44 % Sojabohnenmehl 10–18% – Süße Lupinen 8–12% – Kalziumkarbonat 0,3% – Dikalziumphosphat 2,02% – Natriumchlorid 0,3% – DL-Methionin 0,077% – L-Lysin 0,368% – Sojaöl 2,4% – 2F Porcimix für Zuchtschweine 0,4% – Alpha-Tocopherol (Vitamin E) 100-300 mg/kg
so dass der Gehalt der mehrfach ungesättigten Fettsäuren des gewonnenen Schweinefleisches höher als 20 % des Gesamtgehaltes der Fettsäuren ist.






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