Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anlage zum Behandeln von Wässern,
die eine Flotationszelle umfasst, in welche das Rohwasser eingeführt wird,
das im Vorlauf ausgeflockt und dann mit unter Druck gesetztem Wasser vermischt und
derart entspannt wurde, dass die in dem Rohwasser in Suspension befindlichen Stoffe
durch die Mikrobläschen, die sich bei der Entspannung bilden, mitgeschleppt
und an der Oberfläche der in der Zelle enthaltenen Flüssigkeit abgeführt
werden, wobei das behandelte Wasser am Boden der besagten Zelle abgeführt wird.
Eine Anlage des vorstehend erwähnten Typs ist bekannt (EP-A-0
659 690), welche einen Ausflockbereich, einen Bereich zum Mischen des ausgeflockten
Rohwassers in aufsteigendem Strom mit unter Druck gesetztem Wasser, das von einem
Druck-Entspannungs-System geliefert wird, und einen Flotationsbereich umfasst, in
dessen oberem Teil die im Rohwasser in Suspension enthaltenen Stoffe durch die Mikrobläschen
an die Oberfläche mitgenommen werden, wobei dieser Flotationsbereich in seinem
unteren Teil mit einer perforierten Ablaufvorrichtung (Zwischenboden mit oder ohne
Düsen, Sammler, etc...) derart versehen ist, dass die gesamte Fläche des
Flotationsbereiches einen einheitlichen und identischen Strömungsfluss der
geklärten Flüssigkeit aufweist.
Ein Charakteristikum dieser Flotationsvorrichtungen besteht in der
Bildung einer dicken Schicht von Mikrobläschen, dank deren die Ausflockung
in zwei Stadien abläuft, zunächst im Ausflockungsbereich, dann inmitten
der Mikrobläschenschicht dank der bedeutenden Kontaktmasse der Mikrobläschen,
welche außerdem die Abscheidung der in Suspension befindlichen Stoffe durch
Flotation sicherstellt.
Eine der Einschränkungen bei der Verwendung solcher Anlagen liegt
in ihrer Dimensionierung. Nach „H. J. KIURI, in einem Artikel mit dem Titel
„Development of dissolved air flottation technology from the first generation
to the newest (third) one (DAF in turbulent flow conditions [Entwicklung der Technologie
der Flotation mit gelöster Luft von der ersten Generation zur neuesten (dritten)
(DAF in turbulenten Fließbedingungen]", veröffentlicht in „Water
Science and Technology" Band 43, N° 8, Seiten 1 bis 7, IWA Publishing 2001,
ist eine Grundregel der Dimensionierung von Flotationszellen, dass das Verhältnis
der Tiefe (oder Höhe H) des Flotationsbereiches, über dem Abflusssystem
angeordnet, geteilt durch die horizontale Länge L zwischen dem Zulauf des Wassers
und der gegenüber liegenden Wand (Verhältnis H/L) höher als 1 sein
soll. Das Einhalten dieser Regel führt zur Konstruktion von sehr teuren Anlagen
mit großer Höhe.
Eine andere Schwierigkeit, die im industriellen Betrieb dieses Anlagentyps
aufgetreten ist, betrifft die Bildung eines Betts oder einer Schicht von Mikrobläschen
von großer Höhe in der Flotationszelle (Höhe dieser Mikrobläschen-Schicht
oft mehr als 3 Meter).
Diese Höhe muss einerseits größer als ein Minimalwert
sein, um einen guten Abschluss der Ausflockung sicherzustellen, um die Verbindung
zwischen den Mikrobläschen und den Flocken zu optimieren und auch, um das Auftreten
von Koaleszenz oder Agglomeration, die am Anfang der Größenzunahme der
Mikrobläschen stehen, und damit das Erhöhen von deren Aufstiegsgeschwindigkeit
(30 bis 60 m/h) zu ermöglichen, und andererseits muss diese Höhe begrenzt
sein, um die Tiefe (d. h. die Höhe) dieser Anlagen, und damit deren Kosten,
sowie hohe Übersättigungen mit Gas zu reduzieren. So kommt es, dass eine
Höhe von 1,5 m zu einer Übersättigung von +15% führen kann,
während eine Höhe von 4 m eine Übersättigung von +40% herbeiführen
kann, was einen größeren Nachteil dann darstellt, wenn die Flotationszelle
stromauf eines Bereichs zur Filtrationsbehandung z. B. durch Sandbett oder Membranen
errichtet ist.
Faktoren, die zur Vergrößerung der Höhe der Mikrobläschen-Schicht
führen können, sind insbesondere die folgenden:
– eine hydraulische Speisung schlechter Qualität (heterogen), die
z. B. dazu führt, dass der Druckerhöhungsgrad zunimmt, um die Höhe
der Mikrobläschen-Schicht zu vergrößern, um diese stabiler zu machen,
und
– eine bedeutende Länge der Flotationszelle, die zu großen
Höhen führt (H/L > 1 gemäß dem früheren Stand der Technik).
Die vorliegende Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, einerseits das
Problem der großen, zum Erhalten der Mikrobläschen-Schicht benötigten
Tiefe und andererseits das Problem der Stabilität der besagten Mikrobläschen-Schicht
in solchen Behandlungsanlagen zu lösen.
Folglich betrifft diese Erfindung eine Anlage zum Reinigen von Wässern,
mit einem Koagulationsbereich, einem Ausflockungsbereich, einem
Bereich zum Mischen von mit Flocken vermischtem Wasser in einem aufsteigenden Strom
mit unter Druck gesetztem Wasser, das von einem Druckaufbau- und Entspannungssystem
als Erzeuger von Mikrobläschen geliefert wird, und mit einem Flotationsbereich,
in dessen oberem Abschnitt die in Suspension befindlichen Stoffe abgeführt
werden, die durch die Mikrobläschen an die Oberfläche mitgenommen werden,
wobei dieser Flotationsbereich in seinem unteren Abschnitt ein Mittel zum Abführen
des geklärten Wassers umfasst, wobei diese Anlage dadurch gekennzeichnet ist,
dass
– die Geometrie des Flotationsbereichs so gestaltet ist, dass das Verhältnis
zwischen der Höhe des oberhalb des Mittels zum Abführen des geklärten
Wassers gelegenen Bereichs und der Länge des besagten Bereichs zwischen 0,3
und 1 liegt; und
– das Verhältnis zwischen der Oberfläche der Wasserschicht
am Ausgang des Mischbereichs und der Oberfläche des eigentlichen Flotationsbereichs
zwischen 0,05 und 0,5 und vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,35 liegt.
Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden sich
aus der folgenden Beschreibung ergeben, die hiernach unter Bezug auf die einzige
Figur der beigefügten Zeichnung gegeben wird, die in schematischer Weise eine
Ausführungsform davon zeigt, die als nicht einschränkendes Beispiel angegeben
wird.
Wie man in der Figur sieht, umfasst die Anlage: einen Koagulationsbereich
1, in dem das Rohwasser mit einem Koagulans vermischt wird, welches Koagulans
in bestimmten Fällen stromauf dieses Bereiches eingespritzt werden kann; einen
Ausflockbereich 3, der vom Koagulationsbereich durch ein Ableitsystem
2 getrennt ist, einen Mischbereich 5, in dem das ausgeflockte
Rohwasser, das durch eine Zulauföffnung 4 geführt wird, in einem
aufsteigenden Strom mit Mikrobläschen vermischt wird, die durch ein Druck-Entspannungs-System
8 erzeugt werden, und einen Flotationsbereich 6. Der Flotationsbereich
6 ist vom Mischbereich 5 durch eine geneigte Leitvorrichtung
11 getrennt. In diesem Flotationsbereich 6 läuft eine Ansammlung
von Mikrobläschen ab, die in einem Abwärtsstrom ein dickes Bett oder eine
dicke Schicht bilden, wobei die im Rohwasser suspendierten und von den Mikrobläschen
mitgerissenen Stoffe sich an der Oberfläche 7 ansammeln, um bei
10 abgezogen zu werden, und das geklärte Wasser im unteren Teil dieses
Flotationsbereiches 6 nach Ablauf durch einen Zwischenboden 9
oder ein gleichwertiges Mittel, das das Arbeiten mit großen Flotations-Geschwindigkeiten
erlaubt, entnommen wird.
Am Zulauf des Ausflockbereichs 3 wird das Rohwasser durch
das Ableitsystem 2, welches beispielsweise in Form von durchlaufenden oder
gezackten Leitblechen, mit durchlöcherten und/oder verzweigten Rohren gebildet
sein kann, homogen über die gesamte Breite dieses Bereiches verteilt. Dieses
System 2 zum Ableiten und homogenen Verteilen erlaubt es ggf., eine Beigabe
eines oder mehrerer Produkte wie Ausflockungs-Hilfsstoff(e) zu dem koagulierten
Rohwasser und deren Vermischung mit dem letzteren sicherzustellen, wobei die eigentliche
Ausflockung durch ein statisches System oder durch horizontale Drehbarrieren sichergestellt
wird. Die Kombination des Verteilsystems 2 und Ausflockern statischer Bauart
oder mit horizontaler Drehachse stellt eine homogene Speisung des Flotationsbereichs
über dessen gesamte Breite sicher. Die Ausflockung kann auch durch ein System
von mechanischen Rührwerken mit vertikalen Achsen in Kombination mit kalibrierten
Öffnungen sichergestellt werden, die am Zulauf 4 des Mischbereichs
5 vorgesehen sind. Diese letztere Vorrichtung erlaubt es, die Flüsse
wieder zu beruhigen und die hydraulischen Verwirbelungen und Drehbewegungen zu kompensieren,
die durch das Rühren mit vertikaler Achse eingeführt werden.
In dem Mischbereich 5 wird das ausgeflockte Rohwasser mit
Mikrobläschen vermischt, die inmitten des unter Druck gesetzten Wassers aus
dem Druckbehälter 8 in einem ausgehend vom Boden des Bereichs aufsteigenden
Strom erzeugt werden, wobei die Entspannung und die Bildung der Mikrobläschen
durch eine Anzahl von Einspritzsystemen für das unter Druck stehende Wasser
sichergestellt werden, die über die gesamte Breite des Bereichs verteilt sind,
wobei diesem aufsteigenden Strom ein absteigender Strom bis zum Ablaufsystem folgt.
Der absteigende Strom hat eine geringere Geschwindigkeit als die des aufsteigenden
Stroms, wobei die von den Mikrobläschen mitgerissenen, in Suspension befindlichen
Stoffe zum großen Teil beim Richtungswechsel des Stroms freigesetzt werden
und sich bei 7 an der Oberfläche des Flotationsbereiches ansammeln.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die Höhe der
Mikrobläschen-Schicht auf Werten von mindestens 1 m bis 1,5 m gehalten, damit
man die Nutzeffekte der Mikrobläschen-Schicht erhält, welche die Rolle
eines Filters und eines Koaleszenz-Starters dieser letzteren spielt (die Schicht
spielt die Rolle eines Beschleunigers der Aufstiegsgeschwindigkeit der koaleszierten
Mikrobläschen). Die Höhe des Flotationsbereiches 6 muss also
größer als 1,5 oder 2 Meter sein, und erfindungsgemäß liegt
das Verhältnis zwischen der Höhe (H) des über dem Ablaufsystem
10 gelegenen Bereichs und der Länge (L) dieses Bereiches zwischen
0,3 und 1 (0,3 < H/L < 1). Dieses Merkmal, das im Gegensatz
zu den Empfehlungen des Fachmanns (Seite 1 des Artikels von K. J. KIURU, oben angegeben)
steht, erlaubt es, die Tiefe der Anlage zu beschränken, wobei die Fläche
dieser letzteren konstant bleibt und im allgemeinen einer Behandlungsgeschwindigkeit
(ausgedrückt in Bezug auf die Fläche Sp, d. h. die Fläche des Flotationsbereichs,
die der Länge L dieses Bereiches entspricht, die in der Zeichnung angegeben
ist) zwischen 15 und 60 m3/m2·h entspricht, was eine
merkliche Rückwirkung auf die Baukosten der Anlagen hat. Diese Reduzierung
der Tiefe der Anlagen erlaubt es auch, die Übersättigungen mit gelöster
Luft und deren Rückwirkungen stromab der Behandlungskette, insbesondere auf
die Sand- und/oder Membranfilter, zu vermeiden.
Nach einem anderen Merkmal dieser Anlage gemäß der Erfindung
muss das Verhältnis zwischen der Oberfläche Sa der Wasserschicht, die
senkrecht zum Auslauf des Mischbereichs 5 gelegen ist (d. h. die Fläche
des senkrechten Querschnitts, der zwischen dem oberen Rand der geneigten Leitvorrichtung
11 und der Wasseroberfläche des Flotationsbereichs 6 liegt)
und der Oberfläche SP des Flotationsbereichs 6 (Oberfläche dieses
Bereichs entsprechend der Länge L) zwischen 0,05 und 0,5 (0,05 < Sa/Sp <
0,5), und vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,35 liegen (0,1 < Sa/Sp < 0,35).
Dieses Merkmal erlaubt es, eine Bandbreite von Geschwindigkeiten der Wasserschicht
senkrecht zum Ablauf des Mischbereichs derart zu definieren, dass nicht überschritten
wird:
– eine Obergrenze der Geschwindigkeit, über der einerseits eine
allgemeine Drehbewegung erzeugt wird, welche die Bläschenschicht im Flotationsbereich
6 verwirbeln und sie mit dem behandelten Ausfluss mittreiben würde
und andererseits die an der Oberfläche des Flotationsbereichs gebildete Schlammschicht
7 gravierend abgetragen würde. Man wird bemerken, dass eine Erhöhung
des Druckgrades, also der Menge der produzierten Mikrobläschen, die Bläschenschicht
stabilisieren könnte, einhergehend mit der Folge eines relativ bedeutenden,
im Grenzbereich also mit der durch die Erfindung definierten Anlagengeometrie unverträglichen
Zuwachses von deren Höhe;
– eine Untergrenze der Geschwindigkeit, unterhalb deren der turbulente
Strömungszustand im Flotationsbereich 6 nicht ausreicht, um die Bildung
und die Stabilität der Mikrobläschen-Schicht zu gewährleisten, was
eine rasche Verschlechterung der Qualität des behandelten Wassers mit sich
bringt.
Das Abführungssystem 9 für das geklärte Wasser
wird von einem mit Perforationen oder mit Löcher aufweisenden Rohren versehenen
Zwischenboden wie in EP-A-0 659 690 beschrieben gebildet, wodurch ein Widerstand
der Strömung durch diesen Zwischenboden geschaffen wird, der maximal am hinteren
Ende des Flotationsbereichs (Ablaufseite) ist und in Richtung zum vorderen Ende
(Zulaufseite) abnimmt. Dieses Merkmal erlaubt es, einen turbulenten Strömungszustand
inmitten des Flotationsbereiches herzustellen, was den Erhalt einer stabilen und
genügend dicken Mikrobläschen-Schicht begünstigt, was wiederum eine
hohe Behandlungsgeschwindigkeit ermöglicht.
Diese Dimensionierungsmerkmale erlauben es in für den Fachmann
überraschender Weise, Behandlungsgeschwindigkeiten zu erreichen, die von 15
bis 60 m/h reichen können, und dies mit „flachen" Anlagen (Verhältnis
H/L zwischen 0,3 und 1 liegend).
Aus der Erfindung ergibt sich eine gewisse Anzahl von Vorteilen, unter
denen man erwähnen kann:
– die Möglichkeit, Anlagen mit hoher Behandlungskapazität bei
begrenzter Höhe zu schaffen. So ermöglicht es die Erfindung zum Beispiel,
eine Anlage mit einer Länge von 7 m bei einer Höhe von 3 m (anstelle einer
Höhe von 7 m oder mehr, wie es der frühere Stand der Technik empfiehlt)
auszuführen;
– die Höhen-Begrenzung der Abmessungen der Anlage führt einerseits
zu einer Reduzierung der Baukosten, und andererseits zu einer Begrenzung der Übersättigungen
mit gelösten Gasen, die sich abträglich auf die stromab des Flotationsbereiches
liegenden Filtersysteme auswirken.
In dem hiervor erwähnten Beispiel reduziert die Annahme einer
auf 3 m begrenzten Höhe die Übersättigung des geklärten Wassers
beträchtlich, da sie nur etwa 30% höher als das Sättigungsmaß
sein kann, während sie mit einer Höhe von 7 m nach dem früheren Stand
der Technik 70% erreichen kann.
Hiernach werden zwei Anwendungsbeispiele angegeben, die dazu bestimmt
sind, das Interesse an der erfindungsgemäßen Auswahl eines Verhältnisses
Sa (Fläche der Wasserschicht in der Senkrechten des Ablaufs aus dem Mischbereich
5) geteilt durch die Fläche Sp des Flotationsbereiches 6
(d. h. die Fläche des Abführungssystems 9) in dem Bereich zwischen
0,05 und 0,5 hervorzuheben.
Diese Beispiele wurden an einer Piloteinheit durchgeführt, die
einen Koagulator, einen Ausflocker des statischen Typs und eine Flotationszelle
mit einer Zwischenbodenlänge (L) von 2,50 m und einer Höhe (H) über
dem Zwischenboden (Abführungssystem 9) von 3,6 m umfasst. Die Höhe
der Wasserschicht über dem Mischbereich (Ha) war variabel
zwischen 0,07 m und 1,50 m. Die Behandlungsgeschwindigkeit lag bei 35 m3/m2·h.
Die Piloteinheit umfasste außerdem einen Druck- (mit 5·105
Pa) und Entspannungskreislauf, der es ermöglichte, einen Druckwasserstrom zwischen
10 und 20% des behandelten Produkts einzuspeisen. Um eine hydraulische Verwirbelung
zu simulieren, konnte der Zulauf 4 des Flotationsbereiches teilweise versperrt
werden, und bei Versuchen wurden 50% des Durchlasses neutralisiert.
Diese Versuche wurden an einem wenig belasteten Flusswasser durchgeführt.
Der Zulaufstrom wurde geregelt, um eine Geschwindigkeit auf dem Zwischenboden
9 von 40 m/h zu erhalten.
Die Zielsetzungen dieser Versuche waren, die hydraulischen Bedingungen,
die notwendig zum Bilden und für die Stabilität der Mikrobläschen-Schicht
sind, und die Bedingungen für die minimale Höhe dieser Mikrobläschen-Schicht
zu untersuchen, um deren Stabilität zu erhalten.
Die beiden untersuchten Haupt-Parameter waren die Höhe der Wasserschicht
über dem höchsten Punkt des Mischbereiches und die Homogenität oder
Inhomogenität der Verteilung stromauf dieses Bereiches. Der optimale Prozentsatz
oder Anteil von unter Druck stehendem Wasser liegt bei etwa 10%, und um die Stabilisierung
zu erhalten, wurde er auf 15 und 20% erhöht.
Die Qualitätskriterien sind die Bildung der Mikrobläschen-Schicht,
deren Höhe und schließlich die Qualität des flottierten Wassers,
die hier durch die Trübung in NTU (nephelometrische [Streulicht-]Trübungs-Einheit)
ausgedrückt. Wenn die Trübung geringer als 2 NTU ist, wird sie als annehmbar
angesehen, und wenn sie geringer als 1 NTU ist, kann sie als ausgezeichnet betrachtet
werden.
Die erhaltenen Ergebnisse wurden in Form zweier Tabellen hiernach
genauer dargestellt.
Die erste Tabelle stellt die auf das Beispiel 1 bezogenen Ergebnisse
dar, und sie zeigt den Einfluss der Geschwindigkeit der Wasserschicht am Auslauf
des Mischbereiches 5 (wobei dieser Auslauf einer Wasserschicht mit einer
Höhe Ha und einer Fläche Sa entspricht) auf die Stabilität der Bläschen-Schicht
und auf die Trübung des behandelten Wassers.
Die zweite Tabelle stellt die beim Ausführen des zweiten Beispiels
erzielten Ergebnisse dar, und sie hebt den Einfluss der Homogenität der Verteilung
stromauf des Mischbereiches 5 für ein Verhältnis Sa/Sp gleich
0,15 hervor.
Erste VersuchsreiheEinfluss der Geschwindigkeit am Auslauf des Mischbereiches
Die Ergebnisse dieser Versuche erlauben es, die folgenden Schlüsse
vorzutragen:
– eine zu hohe Geschwindigkeit im Querschnitt der Höhe Ha bei kleinem
Verhältnis Sa/Sp hat die Neigung, die Mikrobläschen-Schicht stark zu verwirbeln
und dadurch deren Stabilisierung und folglich ihre Ausbildung zu behindern. Jedoch
ist es möglich, durch Erhöhen der Druckaufbaurate dieser Bewegung entgegenzuwirken
und eine Bläschenschicht zu erhalten. So war es mit einer Rate von 15% möglich,
die Bläschenschicht zu stabilisieren (4. und 6. Fall der vorstehenden
Tabelle), aber unter Inkaufnahme einer bedeuteten Vergrößerung dieser
Mikrobläschen-Schicht (jeweils 3,3 m und 2,3 m anstelle von 1,5 m);
– eine zu geringe Geschwindigkeit bei großem Verhältnis Sa/Sp
(10. Fall der Tabelle) führt nicht zu der erforderlichen Verwirbelung, der
turbulente Strömungszustand wird nicht erreicht und die Bläschenschicht
kann sich nicht bilden. Ein Überschuss an Luft ist hier wirkungslos;
– Die korrekten Verhältnisse Sa/Sp liegen in dem Bandbereich zwischen
0,05 und 0,5 und erlauben es, eine Bläschenschicht von begrenzter Höhe
zu erhalten (Verhältnis H/L < 1). Außerhalb dieser Bandbreite wird
die Bläschenschicht nicht ausgebildet, oder die Höhe der Bläschenschicht
ist zu groß. Im 4. Fall der Tabelle: Höhe der Schicht 3,3 m (also H/L
= 1,32).
In der zweiten Versuchsreihe, deren Ergebnisse in der nachfolgenden
Tabelle angegeben sind, wurde das Verhältnis Sa/Sp von 0,15 konstant gehalten.
Zwei Versuche wurden ausgeführt, der eine mit einer homogenen Einspeisung,
die durch ein Leitsystem am Zulauf des Ausflockungsbereichs und eine statische Ausflockung
sichergestellt wurde, der andere, indem 50% des Zulaufs 4 der Flotationszelle
neutralisiert wurden (niedrige Speisung der Flotationszelle).
Zweite Versuchsreihe:Einfluss der Verteilungs-Homogenität stromauf des Mischbereiches.
Die von diesen Versuchen erbrachten Ergebnisse erlauben es, die folgenden
Schlüsse vorzutragen:
– eine nicht auf der Breite der Flotationszelle homogene Speisung erlaubt
es nicht immer, eine Bläschenschicht auszubilden.
– Im vorliegenden Fall musste die Druckaufbaurate erhöht werden.
Die Höhe der Bläschenschicht ist dann bedeutend, hier 3,1 m, und das Verhältnis
H/L der Flotationszelle wäre höher als 1, und
– eine homogene Einspeisung ist notwendig zum Erhalten einer Bläschenschicht
von geringer Höhe.
Es bleibt wohlverstanden, dass die vorliegende Erfindung nicht auf
die hiervor beschriebenen und dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt
ist, sondern dass sie alle deren Abwandlungen umfasst.
Anspruch[de]
Anlage zum Reinigen von Wässern, mit einem Koagulationsbereich
(1), einem Ausflockungsbereich (3), einem Bereich (5)
zum Mischen von mit Flocken vermischtem Wasser in einem aufsteigenden Strom mit
unter Druck gesetztem Wasser, das von einem Druckaufbau- und Entspannungssystem
(8) als Erzeuger von Mikrobläschen geliefert wird, und mit einem Flotationsbereich
(6), in dessen oberem Abschnitt die in Suspension befindlichen Stoffe abgeführt
werden, die durch die Mikrobläschen an die Oberfläche mitgenommen werden,
wobei dieser Flotationsbereich in seinem unteren Abschnitt ein Mittel (9)
zum Abführen des geklärten Wassers umfasst, wobei diese Anlage
dadurch gekennzeichnet ist, dass:
– das Mittel (9) zum Abführen des geklärten Wassers am
Boden des Flotationsbereichs von einem mit Perforationen oder mit
Löcher aufweisenden Rohren versehenen Zwischenboden gebildet ist, wodurch ein
Widerstand gegen Strömung quer durch diesen Zwischenboden gebildet wird, der
am hinteren Ende des Flotationsbereichs (Ablaufseite) am größten ist und
sich abnehmend in Richtung auf das vordere Ende (Zulaufseite) dieses Bereiches erstreckt;
– die Geometrie des Flotationsbereichs (6) so gestaltet ist, dass
das Verhältnis zwischen der Höhe (H) des oberhalb des Mittels (9)
zum Abführen des geklärten Wassers gelegenen Bereichs und der Länge
des besagten Bereichs zwischen 0,3 und 1 liegt; und
– das Verhältnis zwischen der Oberfläche (Sa) der Wasserschicht
am Ausgang des Mischbereichs (5) und der Oberfläche (Sp) des eigentlichen
Flotationsbereichs zwischen 0,05 und 0,5 und vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,35
liegt.Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel (2)
umfasst, die so gestaltet sind, dass das im Koagulationsbereich (1) koagulierte
Rohwasser gleichmäßig über die gesamte Breite des Ausflockungsbereichs
(3) verteilt wird.Anlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Homogenisierung und die Ausflockung durch ein statisches Ausflocksystem
sichergestellt sind.Anlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Homogenisierung und die Ausflockung durch horizontale Drehbarrieren sichergestellt
sind.Anlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Homogenisierung und die Ausflockung durch ein System von mechanischen Rührwerken
mit vertikalen Achsen sichergestellt sind, wobei am Zulauf (4) des Mischbereichs
(5) kalibrierte Öffnungen vorgesehen sind.Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (2)
zum homogenen Verteilen des Rohwassers auf der gesamten Breite des Ausflockungsbereichs
(3) insbesondere in Gestalt von Überläufen in kontinuierlicher
oder gerippter Bauweise, aus gelochten und ggf. verzweigten Rohren ausgeführt
sind.