Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung mit einer Gargerätetür,
einer Aktoreinheit und einem Verriegelungselement nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
Aus der DE 40 40 343 C2
ist eine Vorrichtung, und zwar ein Gargerät, mit einer Gargerätetür,
einer Aktoreinheit und mit einem Verriegelungselement zum Verriegeln der Gargerätetür
bekannt. Das Verriegelungselement kommt insbesondere beim Durchführen einer
Pyrolysefunktion zum Einsatz. Die Aktoreinheit ist dazu vorgesehen, zum Verriegeln
der Gargerätetür bei geschlossener Gargerätetür das Verriegelungselement
mit einem korrespondierenden Verriegelungselement bzw. mit einer Verriegelungsmuschel
der Gargerätetür in Eingriff zu bringen.
Der Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Vorrichtung besonders raumsparend und kostengünstig auszugestalten. Die Aufgabe
wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung mit einer Gargerätetür,
einer Aktoreinheit und mit einem Verriegelungselement zum Verriegeln der Gargerätetür,
insbesondere beim Durchführen einer Pyrolysefunktion, wobei die Aktoreinheit
dazu vorgesehen ist, zum Verriegeln der Gargerätetür bei geschlossener
Gargerätetür das Verriegelungselement mit einem korrespondierenden Verriegelungselement
der Gargerätetür in Eingriff zu bringen.
Die Aktoreinheit kann in einer dem Fachmann als sinnvoll erscheinenden
Weise, beispielsweise als Wachselement, Elektromotor oder Solenoid ausgebildet sein,
dessen Bewegung in eine Drehbewegung umgesetzt wird.
Es wird vorgeschlagen, dass das Verriegelungselement um eine bei geschlossener
Gargerätetür zumindest im Wesentlichen senkrecht zu einer Türebene
der Gargerätetür verlaufende Drehachse drehbar ist. Dazu kann der zur
Realisierung eines axial verschiebbaren Verriegelungselements notwendige Bauraum
eingespart werden und insbesondere ein in einem Frontbereich des Gargeräts
benötigter Bauraum des Verriegelungselements kann besonders gut ausgenutzt
werden. Insbesondere eine Tiefe des für die Bewegungsfreiheit des Verriegelungselements
aufzuwendenden Bauraums kann zumindest im Wesentlichen auf die Materialstärke
des Verriegelungselements beschränkt werden. Ferner kann in einfacher Weise
eine Entkopplung der Aktoreinheit von den auf das Verriegelungselement wirkenden
Kräften realisiert werden. Insgesamt können dadurch sowohl die Aktoreinheit
als auch das Verriegelungselement im Vergleich zu bekannten Vorrichtungen der gattungsgemäßen
Art kostengünstiger ausgestaltet werden.
Als „zumindest im Wesentlichen senkrecht zu einer Türebene
der Gargerätetür verlaufend" soll in diesem Zusammenhang eine Drehachse
gelten, deren Winkel zur Türebene in einem Bereich zwischen 70° und 110°
liegt, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 80° und 100°, so dass eine
Komponente einer Bewegung des Verriegelungselements in der Türebene jedenfalls
größer ist als eine Komponente senkrecht dazu.
In einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das
Verriegelungselement einen zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Drehachse verlaufenden
Verriegelungshaken aufweist. Dadurch kann konstruktiv einfach ein Formschluss zwischen
dem Verriegelungselement in seiner Verriegelungskonfiguration und der Gargerätetür
erreicht werden.
Die Aktoreinheit kann an einer beinahe beliebigen Stelle des Gargeräts
angeordnet werden, wenn das Verriegelungselement eine Stange umfasst, die einen
Abstand zwischen der Aktoreinheit und dem Verriegelungshaken überbrückt.
Dadurch kann ein Bauraum innerhalb des Gargeräts besonders gut genutzt werden.
Die Aktoreinheit kann vor auf einen vorderen Bereich des Verriegelungselements
wirkenden Verriegelungskräften wirkungsvoll abgeschirmt werden, wenn die Stange
drehbar und axial fest in einem Führungslager an einem Gargerätekörper
gelagert ist. Die Lagerung kann beispielsweise über eine Nut in der Stange
oder über einen in eine solche Nut eingreifenden Lagerungsring erfolgen.
Die Aktoreinheit kann in konstruktiv einfacher Weise entfernt von
einer Bedienblende und einer Steuereinheit des Gargeräts angeordnet werden,
wenn der Abstand zwischen der Aktoreinheit und dem Verriegelungshaken wenigstens
20 cm beträgt. Die erfindungsgemäße Verriegelungsvorrichtung kann
dadurch insbesondere ohne wesentliche bauliche Änderungen im Zusammenhang mit
bekannten Bedienblenden bzw. einer Steuerelektronik verwendet werden, da nur eine
schmale Öffnung zum Durchgriff der Stange notwendig ist.
Eine kostengünstige und konstruktiv einfache Verriegelungsvorrichtung
kann dadurch realisiert werden, dass das korrespondierende Verriegelungselement
der Gargerätetür als Ausnehmung in einer seitlichen Randfläche der
Gargerätetür ausgebildet ist.
Ist die Gargerätetür um eine entlang einem ersten Rand verlaufende
Schwenkachse schwenkbar und ist das korrespondierende Verriegelungselement an einem
dem ersten Rand gegenüberliegenden seitlichen Rand der Gargerätetür
angeordnet, kann erreicht werden, dass das Verriegelungselement eine optimale Hebelwirkung
ausnutzt. Dadurch können das Verriegelungselement und das korrespondierende
Verriegelungselement kostengünstig auf eine im Vergleich zu einer Anordnung
im Bereich der Schwenkachse geringere Verriegelungskraft ausgelegt werden.
Weist das korrespondierende Verriegelungselement eine Anschlagfläche
zum Begrenzen einer Drehbewegung des Verriegelungselements auf, kann auf eine Begrenzung
der Drehbewegung in der Lagerung des Verriegelungselements verzichtet werden. Ferner
kann eine definierte, reproduzierbare Verriegelungsposition gewährleistet werden,
die das Verriegelungselement immer dann erreicht, wenn das korrespondierende Verriegelungselement
nicht verschmutzt ist.
Ein an die Schwenkbewegung des Verriegelungshakens angepasstes korrespondierendes
Verriegelungselement kann dadurch erreicht werden, dass das korrespondierende Verriegelungselement
der Gargerätetür zumindest eine Begrenzungsfläche aufweist, die bei
geschlossener Gargerätetür einen Ausschnitt einer bezüglich der Drehachse
des Verriegelungselements achssymmetrischen Mantelfläche bildet. Besonders
vorteilhaft sind Ausgestaltungen der Erfindung, in denen das korrespondierende Verriegelungselement
die Form eines Kreissegments hat, insbesondere die Form eines Viertelkreises. Dann
kann nämlich eine radiale Begrenzungsfläche des korrespondierenden Verriegelungselements
als Anschlagfläche genutzt werden.
Eine Überlastung des Aktors bei einer Blockade des Verriegelungselements
kann vermieden werden, wenn das Verriegelungselement über ein Torsionsfederelement
mit der Aktoreinheit verbunden ist.
Ist zudem das Torsionsfederelement von der Stange zwischen der Aktoreinheit
und dem Verriegelungshaken gebildet, können Kosten eingespart werden und eine
Bauteilvielfalt kann reduziert werden.
Umfasst die Vorrichtung zumindest ein Sensorelement zum Erfassen einer
Stellung des Verriegelungselements, kann die Verriegelung sicher gewährleistet
werden und eine Verbrennungsgefahr für einen Bediener kann reduziert werden.
Ferner kann aus der Tatsache, dass das Verriegelungselement seine Verriegelungsposition
trotz der entsprechenden Aktivität der Aktoreinheit nicht erreicht, auf eine
Verschmutzung des korrespondierenden Verriegelungselements in der Gargerätetür
geschlossen werden. Ist dies der Fall, kann eine Steuereinheit des Gargeräts
zur Vermeidung von Gefahren die Pyrolysefunktion blockieren und gegebenenfalls den
Bediener zur Reinigung des korrespondierenden Verriegelungselements auffordern.
Eine unvollständige Verriegelung kann ausgeschlossen werden,
wenn die Vorrichtung neben dem Sensorelement zum Erfassen der Stellung des Verriegelungselements
zumindest ein weiteres Sensorelement zum Erfassen einer Stellung der Gargerätetür
umfasst. Das weitere Sensorelement kann beispielsweise kostengünstig und robust
als Reed-Schalter ausgebildet sein.
Eine universell einsetzbare Verriegelungsvorrichtung ist erreichbar,
wenn das Verriegelungselement und das Sensorelement bezüglich ihrer Einbauposition
austauschbar sind. Es kann insbesondere eine Haltevorrichtung für ein solches
Sensorelement zum Halten des Verriegelungselements genutzt werden, wodurch ein konstruktiver
Aufwand reduziert werden kann. Insbesondere bei um eine vertikale Schwenkachse schwenkbaren
Gargerätetüren kann durch die Austauschbarkeit der Verriegelungsvorrichtung
und des Sensorelements sichergestellt werden, dass das Verriegelungselement stets
an einer hinsichtlich der Hebelwirkung vorteilhaften Seite eines oberen oder unteren
Rands der Gargerätetür angeordnet ist.
Ist die Aktoreinheit dazu vorgesehen, in einer bezüglich einer
von der Gargerätetür verschließbaren Garraumöffnung hinteren
Hälfte eines die Gargerätetür umfassenden Gargeräts angeordnet
zu sein, kann der im Allgemeinen nur sehr beschränkt verfügbare Bauraum
in der vorderen Hälfte des Gargeräts vorteilhaft für andere Zwecke
genutzt werden. Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Figurenbeschreibung.
Die Figuren zeigen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Die Figuren, die
Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination,
die der Fachmann auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen
zusammenfassen wird.
Es zeigen:
1 ein Gargerät mit einer Gargerätetür,
einem Verriegelungselement und einem Aktor in einem Teilschnitt,
2 das Gargerät aus 1
mit geöffneter Gargerätetür in einer Ansicht von schräg unten,
3 eine Detailansicht eines Verriegelungshakens des
Verriegelungselements aus den 1 und 2,
4 eine Detailansicht der Gargerätetür aus
den 1 und 2 mit einem
korrespondierenden Verriegelungselement und
5 eine Schnittdarstellung des korrespondierenden Verriegelungselements
aus 5.
1 zeigt ein als Haushaltsbackofen mit Pyrolysefunktion
ausgebildetes Gargerät mit einer Gargerätetür 10, einer
Aktoreinheit 12 und mit einem Verriegelungselement 14 zum Verriegeln
der Gargerätetür 10. Das Verriegelungselement 14 dient
dazu, die Gargerätetür 10, insbesondere beim Durchführen
der Pyrolysefunktion, zu verriegeln, wobei die Aktoreinheit 12 dazu vorgesehen
ist, zum Verriegeln der Gargerätetür 10 bei geschlossener Gargerätetür
10 das Verriegelungselement 14 mit einem korrespondierenden Verriegelungselement
15 bzw. mit einer Verriegelungsmuschel der Gargerätetür
10 in Eingriff zu bringen.
Das Verriegelungselement 14 ist mit Hilfe der Aktoreinheit
12 um eine Drehachse 16 drehbar, die bei geschlossener Gargerätetür
10 senkrecht zu einer Türebene und bei aufgestelltem Gargerät
horizontal oberhalb eines Garraums verläuft.
Das Verriegelungselement 14 umfasst eine Stange
18 und einen senkrecht zur Drehachse 16 verlaufenden Verriegelungshaken
20. Die Stange 18 überbrückt einen Abstand von wenigstens
20 cm zwischen der Aktoreinheit 12 und dem Verriegelungshaken
20. Der Verriegelungshaken 20 steht rechtwinklig von der Stange
18 ab. Die Stange 18 ist drehbar und axial fest in einem Führungslager
22 an einem Gargerätekörper des Gargeräts gelagert. Das
Führungslager 22 schirmt alle im Bereich des Verriegelungshakens
20 auf das Verrieglungselement 14 wirkenden Kräfte von der
Aktoreinheit 12 ab, so dass diese auch durch ein Zerren an der Gargerätetür
10 nicht beschädigt werden kann.
Das korrespondierende Verriegelungselement 15 der Gargerätetür
10 ist als muschelförmige Ausnehmung bzw. als Verriegelungsmuschel
in einer seitlichen Randfläche 24 der Gargerätetür
10 ausgebildet, die in einer Ansicht senkrecht zur Gargerätetür
10 die Form eines Viertelkreises hat (5).
Die Gargerätetür 10 ist über zwei hier nicht
explizit dargestellte Scharniere um eine entlang einem ersten, unteren Rand verlaufende
Schwenkachse 26 schwenkbar. Das korrespondierende Verriegelungselement
15 ist an einem dem ersten Rand gegenüberliegenden oberen seitlichen
Rand der Gargerätetür 10 angeordnet (4).
Eine radiale, senkrecht zur Schwenkachse 26 der Gargerätetür
10 ausgerichtete Begrenzungsfläche 30 des korrespondierenden
Verriegelungselements 15 bildet eine Anschlagfläche 28 zum
Begrenzen einer Drehbewegung des Verriegelungselements 14.
Eine weitere Begrenzungsfläche 30 des korrespondierenden
Verriegelungselements 15 bildet bei geschlossener Gargerätetür
10 einen Ausschnitt einer bezüglich der Drehachse 16 des
Verriegelungselements 14 achssymmetrischen Mantelfläche, und zwar
einen Ausschnitt einer Zylindermantelfläche.
Die Stange 18, über die das Verriegelungselement
14 bzw. der Verriegelungshaken 20 mit der Aktoreinheit
12 verbunden ist, bildet ein Torsionsfederelement 32. Ist die
Gargerätetür 10 beispielsweise nicht vollständig geschlossen
oder ist das korrespondierende Verriegelungselement 15 der Gargerätetür
10 verschmutzt, kann der Verriegelungshaken 20 die Anschlagfläche
28 nicht erreichen. Durch die Torsion der Stange 18 bzw. des Torsionsfederelements
32 bleibt die Belastung der Aktoreinheit 12 dennoch in einem zulässigen
Rahmen und eine Beschädigung der Aktoreinheit 12 durch Heißlaufen
oder Ähnliches kann vermieden werden.
Dreht das Verriegelungselement 14 mit dem Verriegelungshaken
beim Aktivieren der Verriegelung über die durch die Anschlagfläche
28 definierte Verriegelungsposition hinaus, so ist das korrespondierende
Verriegelungselement 15 nicht in der Verriegelungsposition vorhanden, weil
z.B. die Gargerätetür 10 nicht vollständig geschlossen ist.
Das Gargerät umfasst ein Sensorelement 34 zum Erfassen
einer Stellung des Verriegelungselements 14, durch welches eine zentrale
Steuereinheit erkennen kann, ob sich das Verriegelungselement 14 in der
Verriegelungsposition befindet. Letzteres ist eine notwendige Bedingung für
die Verriegelung der Gargerätetür 10.
Zudem hat das Gargerät ein weiteres als Reed-Schalter ausgebildetes
Sensorelement 36 zum Erfassen einer Stellung der Gargerätetür
10. Dadurch kann die Steuereinheit zudem eine hinreichende Bedingung für
die Verriegelung der Gargerätetür 10 erfassen. Nur wenn das Verriegelungselement
14 sich in der Verriegelungsposition befindet und gleichzeitig die Gargerätetür
10 vollständig geschlossen ist, besteht ein sicherer Formschluss und
die Gargerätetür 10 kann nicht mehr geöffnet werden. Erst
wenn diese Bedingungen erfüllt sind, startet die Steuereinheit einen Pyrolysevorgang.
Das Verriegelungselement 14 und das weitere Sensorelement
36 zum Erfassen einer Stellung der Gargerätetür 10 durchgreifen
jeweils gleichartige Ausnehmungen 38, 40 in einem Frontblech einer
Muffel 42 des Gargeräts. Beide Einheiten sind daher bezüglich
ihrer Einbauposition austauschbar.
Die Aktoreinheit 12 selbst ist oberhalb der Muffel
42 in einer bezüglich einer von der Gargerätetür
10 verschließbaren Garraumöffnung hinteren Hälfte des Gargeräts
angeordnet.
Der Bauraum in der vorderen Hälfte des Gargeräts bleibt
dadurch frei für andere Baugruppen, die unmittelbar über eine Bedienblende
44 des Gargeräts betätigbar sind und daher in unmittelbarer Nähe
der letzteren angeordnet werden sollten, um eine kompakte Baugruppe zu bilden.
- 10
- Gargerätetür
- 12
- Aktoreinheit
- 14
- Verriegelungselement
- 15
- Verriegelungselement
- 16
- Drehachse
- 18
- Stange
- 20
- Verriegelungshaken
- 22
- Führungslager
- 24
- Randfläche
- 26
- Schwenkachse
- 28
- Anschlagfläche
- 30
- Begrenzungsfläche
- 32
- Torsionsfederelement
- 34
- Sensorelement
- 36
- Sensorelement
- 38
- Ausnehmung
- 40
- Ausnehmung
- 42
- Muffel
- 44
- Bedienblende