Die Erfindung betrifft einen Klappenhalter für eine Möbelklappe,
die zwischen einer ein Schrankfach in einem Möbelkorpus verschließenden
Schließstellung und einer nach oben bewegten Offenstellung verstellbar ist,
mit wenigstens einem Stellhebel, der einerseits über eine Schwenkachse ortfest
am Möbelkorpus und andererseits an der Möbelklappe angelenkt ist.
Ein Klappenhalter dieser Art ist beispielsweise aus der
DE 10 2004 019 785 A1 bekannt,
wobei der dort offenbarte Klappenbeschlag am an der ersten Stellachse zugewandten
Endbereich des Stellhebels eine zur ersten Stellachse exzentrische, das Bewegungsverhalten
der Klappe kräftemäßig beeinflussende Steuerkurve aufweist, der ein
durch eine Federeinrichtung gegen die Steuerkurve gehaltenes Druckstück zugeordnet
ist, so dass das Druckstück ein von der Schwenkstellung des Stellhebels abhängiges
Schwenkmoment auf den Stellhebel ausübt. Bei derartigen Klappenbeschlägen
kann man durch einen entsprechend gewählten Verlauf der Steuerkurve erreichen,
dass die Klappe auf ihrem Weg von der Schließstellung in die Offenstellung
praktisch in jeder Zwischenstellung von selbst hält. Dementsprechend ist die
vom Benutzer für das Öffnen und Schließen aufzubringende Kraft gering.
Die Steuerkurve ist derart konturiert, dass in einer Unter-Totpunktlage durch das
Druckstück eine die Klappe in der Schließstellung haltende Zuhaltekraft
ausgeübt wird.
Bei derartigen Klappenhaltern wird die Federkraft dem Klappengewicht
angepasst, das heißt bei einer schweren Möbelklappe muss die Federeinrichtung
eine hohe Federkraft aufbringen, um so ein gegen das hohe Klappengewicht wirkendes
großes Schwenkmoment in Öffnungsrichtung aufbringen zu können. Da
die Steuerkurve derart konturiert ist, das nach Über- oder Unterschreiten der
Totpunktlage ein Wechsel des Schwenkmoments stattfindet, wirkt sich die Federkraft
der Federeinrichtung auch auf die Zuhaltekraft in der Schließstellung aus.
Die Möbelklappe wird folglich auch mit einer relativ großen Zuhaltekraft
in der Schließstellung gehalten, die dann vom Benutzer beim Öffnen bis
zur Totpunktlage überwunden werden muss.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Klappenhalter der eingangs erwähnten
Art zu schaffen, bei der die auf die Möbelklappe einwirkende Zuhaltekraft unabhängig
von der in Öffnungsrichtung wirkenden Kraft ist.
Diese Aufgabe wird durch einen Klappenhalter mit den Merkmalen des
unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen dargestellt.
Der erfindungsgemäße Klappenhalter zeichnet sich dadurch
aus, dass dem korpusseitigen Endbereich des Stellhebels mindestens zwei voneinander
unabhängig wirkende Kraftspeicher zugeordnet sind, von denen ein Kraftspeicher
vorwiegend die Öffnungsbewegung der Möbelklappe unterstützt und in
einem Schwenkbereich von der Schließstellung bis zu einer Totpunktlage nahezu
kein Schwenkmoment ausübt, während der andere Kraftspeicher vor allem
im Schwenkbereich von der Schließstellung bis zu der Totpunktlage eine Schließkraft
ausübt.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist dem korpusseitigen Hebelende
des Stellhebels eine Steuerscheibe zugeordnet, mit einem ersten Kurvenbereich, dem
ein durch eine erste Federeinrichtung gegen den Kurvenbereich gehaltenes erstes
Druckstück zugeordnet ist, wobei der erste Kurvenbereich einen zur Schwenkachse
exzentrischen Kurvenabschnitt aufweist, so dass beim Überfahren des Druckstücks
ein in Öffnungsrichtung wirkendes dem Klappengewicht entgegengesetztes Schwenkmoment
auf die Möbelklappe ausgeübt wird, wobei die Steuerscheibe einen zweiten
Kurvenbereich aufweist, dem ein durch eine zweite Federeinrichtung gegen den zweiten
Kurvenbereich gehaltenes zweites Druckstück zugeordnet ist, wobei der zweite
Kurvenbereich einen zur Schwenkachse exzentrischen Kurvenabschnitt aufweist, so
dass beim Überfahren des zweiten Druckstücks ein in Schließrichtung
wirkendes Schwenkmoment auf die Möbelklappe ausgeübt wird, wobei der erste
Kurvenbereich 28 einen kreisbogenartigen Kurvenabschnitt 34 und
der zweite Kurvenbereich 29 einen kreisbogenartigen Kurvenabschnitt
35 oder einen weiteren exzentrischen, beim Überfahren des zweiten
Druckstücks 44 ein in Öffnungsrichtung wirkendes Schwenkmoment
ausübenden, Kurvenabschnitt aufweist, und wobei im Schließbereich der
Möbelklappe 17 der erste Kurvenbereich 28 mit seinem kreisbogenartigen
Kurvenabschnitt 34 am ersten Druckstück 37 und der zweite
Kurvenbereich 29 mit seinem exzentrischen Kurvenabschnitt 33 am
zweiten Druckstück 44 anliegt und beim Öffnen der Klappe anschließend
an den Schließbereich der erste Kurvenbereich 28 mit seinem exzentrischen
Kurvenabschnitt 32 am ersten Druckstück 37 und der zweite
Kurvenbereich 29 mit seinem kreisbogenartigen Kurvenabschnitt
35 oder seinem weiteren exzentrischen Kurvenabschnitt am zweiten Druckstück
44 anliegt.
In den exzentrischen Kurvenabschnitten können also Schwenkmomente
auf die Möbelklappe übertragen werden, während in den kreisbogenartigen
Kurvenabschnitten im Wesentlichen kein Schwenkmoment eingeleitet wird. Während
also beispielsweise im ersten Kurvenbereich der exzentrische Kurvenabschnitt "in
Aktion" ist und mittels des zugeordneten ersten Druckstücks ein Schwenkmoment
ausgeübt wird, kann am zweiten Kurvenbereich der kreisbogenartigen
Kurvenabschnitt oder der weitere exzentrische Kurvenabschnitt "in Aktion" sein,
so dass hier im Wesentlichen kein Schwenkmoment oder ein in Öffnungsrichtung
wirkendes zusätzliches Schwenkmoment ausgeübt wird. Für die Kraft
in Öffnungsrichtung kann also die Federkraft der ersten Federeinrichtung und
die Konturierung des ersten Kurvenbereichs zuständig sein, gegebenenfalls durch
Unterstützung der zweiten Federeinrichtung, falls sich das zweite Druckstück
im weiteren exzentrischen Kurvenabschnitt befindet, während unabhängig
davon für die Zuhalte- bzw. Schließkraft in der Schließstellung lediglich
die Federkraft der zweiten Federeinrichtung zuständig ist.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind die beiden Kurvenbereiche
an zwei einander entgegengesetzten Umfangsbereichen der Steuerscheibe ausgebildet.
Es ist möglich, dass an wenigstens einem der beiden Kurvenbereiche
eine der Offenstellung zugeordneter Endanschlag für das zugeordnete Druckstück
vorgesehen ist. Dadurch wird verhindert, das die Möbelklappe über die
Offenstellung hinaus weitergeschwenkt werden kann. In bevorzugter Weise ist sowohl
am ersten als auch am zweiten Kurvenbereich jeweils ein Endanschlag vorgesehen.
Der Endanschlag kann beispielsweise durch eine muldenartige Vertiefung in der Steuerscheibe
gebildet werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, anstatt der Vertiefung
einen Vorsprung an der Steuerscheibe auszubilden.
Die beiden Federeinrichtungen können jeweils einerseits ortsfest
an einer am Möbelkorpus montierten Beschlagplatte und andererseits über
ein erstes bzw. zweites, das erste bzw. zweite Druckstück tragendes Kraftübertragungselement
mit der Steuerscheibe gekoppelt sein. Das erste Kraftübertragungselement kann
beispielsweise von einem schwenkbar an der Beschlagplatte gelagerten Druckstückträger
gebildet werden. Das zweite Kraftübertragungselement wird in bevorzugter Weise
von einem schwenkbar an der Beschlagplatte gelagerten Schwenkhebel gebildet.
Um ein heftiges Anschlagen der Möbelklappe an den Schrankkorpus
beim Einfahren in die Schließstellung zu verhindern, kann im Bereich des korpusseitigen
Hebelendes des Stellhebels eine Dämpfungseinrichtung vorgesehen sein. In besonders
bevorzugter Weise befindet sich die Dämpfungseinrichtung zwischen dem Schwenkhebel
und der Beschlagplatte und kann durch die Schwenkbewegung des Schwenkhebel betätigt
werden. Die Dämpfungseinrichtung kann ortsfest am Schwenkhebel angeordnet sein
und ein Betätigungsteil aufweisen, dass auf einen an der Beschlagplatte ausgebildeten
Betätigungsvorsprung gedrückt werden kann.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die Steuerscheibe von zwei
das korpusseitige Hebelende beidseitig umfassenden Scheibenteilen gebildet. Alternativ
ist es möglich, die Steuerscheibe einteilig auszubilden, wobei dann der Stellhebel
links oder rechts der Steuerscheibe angeordnet sein kann.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
Zeichnung dargestellt und wird im Folgenden näher erläutert. In der Zeichnung
zeigen:
1 ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Klappenhalters, wobei ein Teil eines Schrankes mit einer einem Schrankfach zugeordneten
Möbelklappe im Vertikalschnitt gezeigt ist, so dass der Klappenhalter in Draufsicht
erscheint (die Möbelklappe befindet sich in ihrer Schließstellung) und
wobei eine Gesamtdarstellung (kleines Bild) des Schrankfachs gezeigt ist,
2 eine perspektivische Ansicht auf den Klappenhalter
von 1 ohne Schrankfach und Möbelklappe dargestellt,
wobei eine der Schließstellung der Möbelklappe zugeordnete Stellung des
Stellhebels gezeigt ist,
3 den Klappenhalter von 1
in Teildarstellung und Gesamtdarstellung (kleines Bild) des Schrankfaches und der
Möbelklappe, wobei sich die beiden Druckstücke an einer Umkehrposition
entlang ihrer zugeordneten Kurvenbereiche befinden,
4 eine perspektivische Darstellung des Klappenhalters
von 3 ohne Schrankfach und Möbelklappe,
5 den Klappenhalter von 1
in Teildarstellung und Gesamtdarstellung (kleines Bild) des Schrankfaches und der
Möbelklappe, wobei sich die Möbelklappe in einer geöffneten Zwischenstellung
befindet und
6 eine perspektivische Darstellung der Klappenhalters
von 5 ohne Schrankfach und Möbelklappe.
Die 1 bis 6
zeigen eine bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Klappenhalters 11. Der Klappenhalter 11 ist an einem Schrank,
insbesondere Oberschrank, angeordnet, der in der Höhe an einer Gebäudewand
hängend befestigt wird. Der Möbelkorpus 12 des Schrankes weist
zwei einander entgegengesetzte, vertikale Seitenwände 13, von denen
in der Zeichnung nur eine sichtbar ist, eine Bodenwand 14, eine Deckenwand
15 und ein Rückwand auf und enthält ein von diesen Wänden
begrenztes Schrankfach 16. Der Vorderseite des Schrankfachs 16
ist eine Möbelklappe 17 zugeordnet, die in ihrer aus 1
hervorgehenden Schließstellung 18 eine vertikale Lage einnimmt und das
Schrankfach 16 verschließt. Die Möbelklappe 17 kann
aus dieser Schließstellung 18 in einen den Zugang zum Schrankfach
16 gestattende Offenstellung verstellt werden, wobei die Öffnungsbewegung
über die in den 3 und 5
gezeigten Zwischenstellungen nach oben hin erfolgt. Die Möbelklappe
17 wird im Folgenden beispielhaft an Hand einer zweiteiligen Möbelklappe
17 beschrieben, die auch als Faltklappe bezeichnet werden könnte.
Selbstverständlich könnte der erfindungsgemäße Klappenhalter
11 auch in Zusammenhang mit einer einteiligen Möbelklappe
17 eingesetzt werden.
Die Möbelklappe 17 ist wie vorstehend erwähnt in
beispielhafter Annahme zweigeteilt und wird von einem oberen Klappenteil
19 und einem unteren Klappenteil 20 gebildet, die an einer Scharnierachse
21 gelenkig miteinander verbunden sind. Die Scharnierachse 21
ist üblicherweise von zwei jeweils an einem der beiden seitlichen Endbereiche
der Möbelklappe 17 angeordneten Scharnieren 22 gebildet.
Das Scharnier 22 kann ein am oberen Klappenteil 19 zu befestigendes
oberes Scharnierteil und ein am unteren Klappenteil 20 zu befestigendes
unteres Scharnierteil aufweisen, die mittels eines die Scharnierachse
21 bildenden Scharnierstiftes oder dergleichen aneinander angelenkt sind.
Die beiden Scharnierteile können an der dem Schrankfach zugewandten Innenseite
der Klappenteile 19, 20 befestigt sein. Die Scharnierachse
21 kann nahe der Fuge zwischen den beiden Klappenteilen 19,
20 oder auch mit einem gewissen Abstand ober- oder unterhalb der Fuge angeordnet
sein.
Das obere Klappenteil 19 ist ferner noch um eine Gelenkachse
23 verschwenkbar am Möbelkorpus 12 gelagert. Diese Gelenkachse
23 liegt bevorzugt an der Deckenwand 15 des Möbelkorpus
12.
In der Schließstellung schließt sich das untere Klappenteil
20 an die Unterseite des oberen Klappenteils 19 in Verlängerung
von diesem an, so dass die beiden Klappenteile 19, 20koplanar
zueinander sind. Beim Überführen in die Offenstellung führen die
beiden Klappenteile 19, 20 gegensinnige Schwenkbewegungen aus,
in dem das obere Klappenteil 19 vom Schrankfach 16 und somit vom
Möbelkorpus 12 wegschwenkt, während das untere Klappenteil
20 aus seiner zum oberen Klappenteil 19 koplanaren Lage um die
Scharnierachse 21 zum Schrankfach 16 und somit zum Möbelkorpus
12 hin schwenkt, so dass die Möbelklappe 17 sozusagen zusammengefaltet
wird.
An mindestens einem der beiden seitlichen Endbereiche des Schrankes
ist ein Stellhebel 24 angeordnet, der einerseits über eine Schwenkachse
25 ortsfest am Möbelkorpus 12 und andererseits an der Möbelklappe
17, insbesondere am unteren Klappenteil 20 angelenkt ist. Dem
korpusseitigen Hebelende 26 des Stellhebels 24 ist in beispielhafter
Annahme eine Steuerscheibe 27 zugeordnet.
Die Steuerscheibe 27 besitzt zwei an einander entgegengesetzten
Umfangsbereichen der Steuerscheibe 27 gelegene Kurvenbereiche
28, 29. Die Steuerscheibe 27 ist mit dem Stellhebel
24 bewegungsgekoppelt, das heißt beim Verschwenken des Stellhebels
24 wird auch die Steuerscheibe 27 mitverschwenkt. Hierzu besitzt
die Steuerscheibe 27 zwei Scheibenteile 30, 31 die links
und rechts des Stellhebels 24 an diesem befestigt sind, den Stellhebel
24 also in ihre Mitte nehmen. Alternativ ist auch eine einstückige
Steuerscheibe einsetzbar. Die beiden Kurvenbereiche 28, 29 besitzen
jeweils einen exzentrischen Kurvenabschnitt 32, 33 und zumindest
der erste Kurvenbereich 28 einen im Wesentlichen daran anschließenden
kreisbogenartigen Kurvenabschnitt 34. Gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
besitzt auch der zweite Kurvenbereich 29 einen kreisbogenartigen Kurvenabschnitt
35. Die Funktion der Kurvenabschnitte 32 bis 35 wird
nachstehend noch näher erläutert.
Dem ersten Kurvenbereich 28 ist ein über eine erste
Federeinrichtung 36 gegen den ersten Kurvenbereich 28 gehaltenes
erstes Druckstück 37 zugeordnet. Die erste Federeinrichtung
36 ist einerseits gelenkig an einer an der Seitenwand 13 montierten
Beschlagplatte 38 angelenkt und andererseits gelenkig mit einem ersten
Kraftübertragungselement 39 verbunden, das seinerseits wiederum um
eine Schwenkachse 40 schwenkbar an der Beschlagplatte 38 gelagert
ist und das erste Druckstück 37 trägt. Die erste Federeinrichtung
ist hier beispielhaft in Form einer Gasdruckfeder 36 gezeigt. Alternativ
wäre auch eine Schraubendruckfeder einsetzbar. Das erste Druckstück
37 wird von einer drehbar am Kraftübertragungselement gelagerten Rolle
gebildet, an der der erste Kurvenbereich 28 entlang rollt. Die Gasdruckfeder
36 kann über Verstellmittel entlang des Kraftübertragungselementes
39 verstellbar gelagert sein. Als Verstellmittel können gemäß
der DE 10 2004 019 785 A1beispielsweise
eine am ersten Kraftübertragungselement 39 in Verstellrichtung
41 verlaufende Stellspindel verdrehbar und in ihrer Längsrichtung
feststehend gelagert sein. Die Gasdruckfeder 36 kann auf der Stellspindel
sitzen und mit dieser in Gewindeeingriff stehen. Verdreht man die Stellspindel
42 mittels eines geeigneten Werkzeugs, beispielsweise ein Schraubendreher,
verlagert sich die Gasdruckfeder 36 entlang der Stellspindel. Hierdurch
ändern sich die am ersten Kraftübertragungselement 39 vorhandenen
Hebelverhältnisse und somit auch das vom ersten Kraftübertragungselement
39 über die Rolle 40 auf den Stellhebel 24 ausgeübte
Schwenkmoment.
Dem zweiten Kurvenbereich 29 ist ein durch eine zweite Federeinrichtung
43 gegen den zweiten Kurvenbereich 29 gehaltenes
zweites Druckstück 44 zugeordnet. Das zweite Druckstück
44 sitzt an einem zweiten Kraftübertragungselement in Form eines Schwenkhebels
45, der um eine Schwenkhebel-Schwenkachse 46 schwenkbar an der
Beschlagplatte 38 gelagert ist. Das zweite Druckstück 44
ist ebenfalls als Rolle ausgebildet, an der der zweite Kurvenbereich 29
beim Verschwenken des Stellhebels 24 vorbeirollt. Die zweite Federeinrichtung
43 ist einerseits ortsfest an der Beschlagplatte 38 befestigt
und ist andererseits mit dem Schwenkhebel 45 verbunden. Die zweite Federeinrichtung
ist beispielhaft in Form einer Schraubenzugfeder 43 dargestellt, die den
Schwenkhebel 45 mitsamt dem zweiten Druckstück 44 in Anlage
auf den zweiten Kurvenbereich 29 zieht. Der Schwenkhebel 45 besitzt
ferner eine über den Umfang der Beschlagplatte 38 hinausgehende Endpartie
47, auf dem eine Dämpfungseinrichtung in Form eines Dämpfungszylinders
48 sitzt. Der Dämpfungszylinder 48 besitzt ein Zylindergehäuse
49, der an der Endpartie 47 des Schwenkhebels 45 befestigt
ist und beim Verschwenken des Schwenkhebels 45 mitverschwenkt werden kann.
Im Zylindergehäuse 49 ist ein Betätigungsteil in Form eines Stellkolbens
50 linear verschieblich geführt. Der Stellkolben 50 wirkt
mit einem an der Beschlagplatte 38 ausgebildeten nasenartigen Betätigungsvorsprung
51 derart zusammen, dass bei der Einfahrbewegung der Möbelklappe
17 in die Schließstellung 18 der Betätigungsvorsprung
51 zur Anlage an den Stellkolben 50 kommt und diesen in das Zylindergehäuse
49 hineindrückt, wodurch die Einfahrbewegung gedämpft wird.
In der Schließstellung 18 der Möbelklappe
17 befindet sich das zweite Druckstück 44 in einer Aufnahmevertiefung
52 am Ende seines exzentrischen Kurvenabschnitts 33, während
das erste Druckstück 37 am gegenüberliegenden ersten Kurvenbereich
28 am kreisbogenartigen Kurvenabschnitt 34 anliegt. In dieser
Situation wird durch das erste Druckstück 37 durch die Anlage an seinem
kreisbogenartigen Kurvenabschnitt 34 im Wesentlichen kein Schwenkmoment
auf den Stellhebel 24 ausgeübt, man könnte auch sagen, das erste
Druckstück 37 ist unwirksam. Das zweite Druckstück
44 übt hingegen durch Anlage am exzentrischen Kurvenabschnitt
33 ein Schwenkmoment in Schließrichtung aus, das heißt die Möbelklappe
17 wird mit Zuhaltekraft auf den Möbelkorpus 12 gedrückt.
Beim Öffnen der Möbelklappe 17 überfährt nunmehr zunächst
der exzentrische Kurvenabschnitt 33 des zweiten Kurvenbereichs
29 das zweite Druckstück 44, wodurch immer noch eine Zuhaltekraft
auf die Möbelklappe 17 ausgeübt wird, da am gegenüberliegenden
ersten Kurvenbereich 28 immer noch der kreisbogenartigen Kurvenabschnitt
34 in Anlage mit dem ersten Druckstück 37 ist, so dass hier
kein Schwenkmoment eingeleitet wird. Die Zuhaltekraft wird sogar noch größer,
da der das Schwenkmoment mitbestimmende Hebelarm – senkrechter Abstand zwischen
der Normalen durch die Tangente am Anlagepunkt zwischen Druckstück
44 und Kurvenabschnitt 33 und Schwenkachse 25 –
zunächst größer wird.
In 3 ist der Umkehrpunkt bzw. die Totpunktlage
dargestellt. In dieser Lage befindet sich das zweite Druckstück 44
in Anlage an den Übergang zwischen dem exzentrischen Kurvenabschnitt
33 und dem kreisbogenartigen Kurvenabschnitt 35. Gemäß
einem nicht dargestellten weiteren Ausführungsbeispiel, kann sich im zweiten
Kurvenbereich an den exzentrischen Kurvenabschnitt ein weiterer exzentrischer Kurvenabschnitt
anschließen, der so ausgebildet ist, dass beim Überfahren durch das zweite
Druckstück ein in Öffnungsrichtung wirkendes zusätzliches Schwenkmoment
auf die Möbelklappe ausgeübt wird. Das im ersten Kurvenbereich erzeugte
Schwenkmoment in Öffnungsrichtung wird dadurch also unterstützt. Es ist
möglich, den weiteren exzentrischen Kurvenabschnitt am zweiten Kurvenbereich
als zu einer muldenartigen Vertiefung 55 abfallend auszubilden. Dieser
Übergang zwischen exzentrischen und kreisbogenartigem oder weiteren exentrischen
Kurvenabschnitt 33, 35 ist hier beispielhaft durch einen Höcker
53 gezeigt. Das zweite Druckstück 44 übt im Wesentlichen
kein Schwenkmoment auf den Stellhebel aus, ist also unwirksam oder übt ein
Schwenkmoment in Öffnungsrichtung aus. Gleichzeitig befindet sich das erste
Druckstück 37 am gegenüberliegenden ersten Kurvenbereich
28 ebenfalls am Übergang zwischen seinem kreisbogenartigen Kurvenabschnitt
34 und seinem exzentrischen Kurvenabschnitt 32. Prinzipiell wäre
es jedoch auch möglich, dass das erste Druckstück 37 bereits
in Anlage mit seinem exzentrischen Kurvenabschnitt 32 ist, so dass beim
Überfahren der Druckstücke 37, 44 nicht gleichzeitig
die beiden Totpunktlagen erreicht werden.
Wird die Möbelklappe 17 nunmehr noch weiter geöffnet,
so überfährt der kreisbogenartige Kurvenabschnitt 35 oder der
weitere exzentrische Kurvenabschnitt am zweiten Kurvenbereich 29 das zweite
Druckstück 44, wodurch dieses sozusagen unwirksam wird und im Wesentlichen
kein Moment eingeleitet oder ein Moment in Öffnungsrichtung erzeugt wird, während
am gegenüberliegenden ersten Kurvenbereich 28 der exzentrische Kurvenabschnitt
32 das erste Druckstück 37 überfährt. Dort wird
dann ein Schwenkmoment auf den Stellhebel 24 eingeleitet und zwar in Öffnungsrichtung
der Möbelklappe 17. Dieses Schwenkmoment wirkt dem Klappengewicht
entgegen, so dass das Öffnen der Möbelklappe 17 erleichtert wird.
Durch entsprechende Konturierung des exzentrischen Kurvenabschnitts 32
am ersten Kurvenbereich 28 und gegebenenfalls des weiteren exzentrischen
Kurvenabschnitts am zweiten Kurvenbereich ist es auch möglich, dass die Möbelklappe
17 in beliebiger Offenstellung stehen bleibt. Die Öffnungsbewegung
der Möbelklappe 17 wird durch Endanschläge in
Form von muldenartigen Vertiefungen 54, 55 einerseits am Ende
des exzentrischen Kurvenabschnitts 32 des ersten Kurvenbereichs
28 und andererseits am Ende des kreisbogenartigen Kurvenabschnitts
35 oder weiteren exzentrischen Kurvenabschnitts des zweiten Kurvenbereichs
29 vorgegeben.
Beim Schließen der Möbelklappe 17 laufen umgekehrte
Vorgänge ab. Der exzentrische Kurvenabschnitt 32 des ersten Kurvenbereichs
28 überfährt das erste Druckstück 37 und zwar in
umgekehrter Richtung, während am gegenüberliegenden zweiten Kurvenbereich
29 der kreisbogenartigen Kurvenabschnitt 35 oder der weitere exzentrische
Kurvenabschnitt das zweite Druckstück 44 überfährt. Solange
sich das erste Druckstück 37 noch in Anlage mit dem zugeordneten exzentrischen
Kurvenabschnitt 32 befindet, wird noch ein Schwenkmoment in Öffnungsrichtung
ausgeübt, da am gegenüberliegenden zweiten Kurvenbereich 29 das
zweite Druckstück 44 in Anlage mit seinem kreisbogenartigen Kurvenabschnitt
35 oder dem weiteren exzentrischen Kurvenabschnitt ist. Die Umkehr des
Schwenkmoments erfolgt dann wieder beim Überschreiten der Totpunktlagen zwischen
den jeweiligen exzentrischen und kreisbogenartigen bzw. weiteren exzentrischen Kurvenabschnitten
32 bis 35. Ab hier ist nämlich das erste Druckstück
37 wiederum in Anlage mit seinem kreisbogenartigen Kurvenabschnitt
34, während das zweite Druckstück in Anlage mit seinem exzentrischen
Kurvenabschnitt 33 ist, so dass ein Schwenkmoment in Schließrichtung
ausgeübt wird.
Verallgemeinernd ist festzustellen, dass dem korpusseitigen Endbereich
des Stellhebels 24 mindestens zwei voneinander unabhängig wirkende
Kraftspeicher 28, 36, 37, 29, 43,
44 zugeordnet sind, von denen ein Kraftspeicher 28,
36, 37 vorwiegend die Öffnungsbewegung der Möbelklappe
17 unterstützt und in einem Schwenkbereich von der Schließstellung
bis zu einer Totpunktlage nahezu kein Schwenkmoment ausübt, während der
andere Kraftspeicher 29, 43, 44 vor allem im Schwenkbereich
von der Schließstellung bis zu der Totpunktlage eine Schließkraft ausübt.