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Dokumentenidentifikation DE102006015743A1 11.10.2007
Titel Trenn- und Schneidewerkzeug und Verfahren zur Herstellung eines Trenn- und Schneidewerkzeugs
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Salzgeber, Beat, Visp, CH
DE-Anmeldedatum 04.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006015743
Offenlegungstag 11.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.10.2007
IPC-Hauptklasse B24D 5/12(2006.01)A, F, I, 20060404, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23P 15/28(2006.01)A, L, I, 20060404, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Trenn- und Schneidewerkzeug (1) mit einem Stammblatt (5), mindestens einem Schneidsegment (2) und mindestens einer in das Stammblatt (5) eingebrachten Hinterlochung (10) und ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Trenn- und Schneidewerkzeugs (1). Erfindungsgemäß ist das Stammblatt (5) im Bereich (11) der mindestens einen Hinterlochung (10) mittels eines geeigneten Werkzeugs bleibend kalt verfestigt.

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Erfindung geht aus von einem Trenn- und Schneidewerkzeug nach der Gattung des unabhängigen Patentanspruchs 1 und von einem Verfahren zur Herstellung eines Trenn- und Schneidewerkzeugs nach der Gattung des unabhängigen Patentanspruchs 4.

Aus dem Stand der Technik sind, Diamanttrennscheiben bekannt, welche ein Stammblatt, mehrere Schneidsegmente und mehrere Hinterlochungen umfassen. Die herkömmlichen Stammblätter und Hinterlochungen von Diamanttrennscheiben werden mittels Laserschneiden oder Stanzen ausgeschnitten, wodurch scharfe Kanten von ca. 90° entstehen können. Diese Kanten können bei der Belastung der Diamanttrennscheibe zu Spannungskonzentrationen im Bereich der Hinterlochung und somit zu Rissen führen.

Des Weiteren ist es bekannt, die Kanten der Hinterlochungen durch Rodieren abzurunden, z.B. mittels eines so genannten Shotpenning-Verfahrens, um Kerbwirkungen und somit die Rissgefahr zu reduzieren. Beim Shotpenning handelt es sich um eine Art Kugelstrahlen, welches an der Oberfläche eines Bauteils wirkt und bei welchem Bereiche, welche nicht gestrahlt werden dürfen, beispielsweise mittels einer Maske abgedeckt werden müssen.

Offenbarung der Erfindung

Das erfindungsgemäße Trenn- und Schneidewerkzeug mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, dass ein Stammblatt des Trenn- und Schneidewerkzeugs im Bereich von mindestens einer Hinterlochung mittels eines geeigneten Werkzeugs bleibend kalt verfestigt ist, wodurch die Stabilität und die Oberflachengüte des Trenn- und Schneidewerkzeugs verbessert und somit die Sicherheit gegen eine Rissbildung in vorteilhafter Weise erhöht wird.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Trenn- und Schneidewerkzeugs mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 7 hat demgegenüber den Vorteil, dass das Stammblatt im Bereich der mindestens einen Hinterlochung mittels eines geeigneten Werkzeugs bleibend kalt verfestigt wird, wodurch das Trenn- und Schneidewerkzeug gezielt, d.h. nur in einem gewünschten Bereich verfestigt wird. Des Weiteren wirkt der Effekt der erfindungsgemäßen Verfestigung nicht nur an der Oberfläche des Stammblattes, sondern auch in die Tiefe des Stammblattsmaterials im Hinterlochungsbereich. Zudem kann das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren einfach automatisiert werden und durch die gezielte Werkzeugeinwirkung kann auf eine Abdeckung zum Schutz der Bereiche des Trenn- und Schneidewerkzeugs verzichtet werden, welche nicht verfestigt werden sollen.

Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen und Weiterbildungen sind vorteilhafte Verbesserungen des im unabhängigen Patentanspruch 1 angegebenen Trenn- und Schneidewerkzeugs und des im unabhängigen Patentanspruch 4 angegebenen Verfahren zur Herstellung eines Trenn- und Schneidewerkzeugs möglich.

Besonders vorteilhaft ist, dass eine Geometrie des mindestens einen Verfestigungsbereichs, vorzugsweise eine Kantengeometrie der mindestens einen Hinterlochung, durch die Kaltverfestigung definierbar ist. Das Trenn- und Schneidewerkzeug kann beispielsweise als Trennscheibe und/oder als Sägeblatt ausgeführt werden.

In Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Kaltverfestigung des mindestens einen Verfestigungsbereichs durch eine Stauchung umgesetzt, wobei das Werkzeug für die Stauchung härter als der Werkstoff des Stammblattes im Verfestigungsbereich ausgeführt wird. Die Geometrie des mindestens einen Verfestigungsbereichs wird beispielsweise in Abhängigkeit von der Werkzeuggeometrie definiert.

In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens wird die Intensität der Kaltverfestigung des mindestens einen Verfestigungsbereichs durch Einstellen einer Verformungskraft und/oder eines Verformungsweges des Werkzeugs gesteuert. Die Verformungskraft und/oder der Verformungsweg werden beispielsweise in Abhängigkeit von Materialeigenschaften und/oder von Abmessungen des Werkzeugs und/oder des Verfestigungsbereichs eingestellt.

Das Werkzeug wird beispielsweise als gehärtete Kugel ausgeführt, wobei der Kugeldurchmesser größer als der Durchmesser der Hinterlochung vor der Verfestigung ausgeführt wird. In weiterer Ausgestaltung kann das als gehärtete Kugel ausgeführte Werkzeug eine Abflachung aufweisen, welche bei der Erzeugung der Verfestigung als mechanischer Anschlag wirkt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Zeichnungen

1 zeigt einen schematischen Ausschnitt eines Trenn- und Schneidewerkzeugs mit herkömmlichen Hinterlochungen und erfindungsgemäßen Hinterlochungen mit einem Verfestigungsbereich.

2 zeigt eine Schnittdarstellung der herkömmlichen Hinterlochung aus 1.

3 zeigt eine Schnittdarstellung der erfindungsgemäßen Hinterlochung aus 1.

4 zeigt eine Detaildarstellung der erfindungsgemäßen Hinterlochung aus 1.

5 bis 8 zeigen Schnittdarstellungen von Werkzeugen für ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung von Trenn- und Schneidewerkzeugen.

Ausführungsbeispiel

1 zeigt ein als Diamanttrennscheibe ausgeführtes Trenn- und Schneidewerkzeug 1 mit einem Stammblatt 5, mehreren Schneidsegmenten 2 und einer Aufnahmebohrung 3, über welche das Trenn- und Schneidewerkzeug 1 mit einer zugehörigen nicht dargestellten Antriebsachse gekoppelt werden kann. Zur Vereinfachung der Beschreibung umfasst das dargestellte Trenn- und Schneidewerkzeug 1 sowohl mehrere herkömmliche in das Stammblatt 5 eingebrachte Hinterlochungen 4 als auch zwei erfindungsgemäße in das Stammblatt 5 eingebrachte Hinterlochungen 10. Ein erfindungsgemäßes als Trennscheibe oder Sägeblatt ausgeführtes Trenn- und Schneidewerkzeug 1 kann eine beliebige Anzahl von erfindungsgemäßen in das Stammblatt 5 eingebrachten Hinterlochungen 10 umfassen. Zudem können auch alle in das Stammblatt 5 eingebrachten Hinterlochungen als erfindungsgemäße Hinterlochungen 10 ausgeführt werden.

Wie aus der Schnittdarstellung gemäß 2 ersichtlich ist, weist die herkömmliche in das Stammblatt 5 des Trenn- und Schneidewerkzeugs 1 eingebrachte Hinterlochung 4 scharfe Kanten mit einem Winkel von ca. 90° auf.

Wie aus der Schnittdarstellung gemäß 3 und der Detaildarstellung gemäß 4 ersichtlich ist, ist das Stammblatt 5 erfindungsgemäß jeweils im Bereich 11 einer Hinterlochung 10 mittels eines geeigneten Werkzeugs beleibend kalt verfestigt. Wie aus 3 ersichtlich ist, ist die Geometrie des Verfestigungsbereichs 11 der Hinterlochung 10 durch die Kaltverfestigung definiert, d.h. ein Durchmesser 15 und eine Form der Flächen 12 des mindestens einen Verfestigungsbereichs 11 wird durch die Kaltverfestigung definiert. Die Hinterlochung 10 kann beispielsweise durch Laserschneiden, Wasserstrahlschneiden, Stanzen, Bohren usw. hergestellt werden.

Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf 5 bis 8 ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung des Trenn- und Schneidewerkzeugs 1 beschrieben. Wie aus 5 bis 8 ersichtlich ist, wird das Stammblatt 5 jeweils in Bereichen 11 der Hinterlochungen 10 mittels eines geeigneten Werkzeugs 30, 32, 35, 36 bleibend kalt verfestigt. Die Kaltverfestigung des jeweiligen Verfestigungsbereichs 11 wird im dargestellten Ausführungsbeispiel durch eine Stauchung umgesetzt, bei welcher Werkzeuge 30, 32, 35, 36 von beiden Oberflächen des Stammblattes 5 mit einer vorgebbaren Verformungskraft F und/oder über einen vorgebbaren Verformungsweg 20 in den zu verfestigenden bzw. zu stauchenden Bereich 11 gedrückt werden. Zur Stauchung wird das Werkzeug 30, 32, 35, 36 härter als der Werkstoff des Stammblattes 5 im Verfestigungsbereich 11 ausgeführt. Die Intensität der Kaltverfestigung des jeweiligen Verfestigungsbereichs 11 kann durch Einstellen der Verformungskraft F und/oder des Verformungsweges 20 gesteuert werden, wobei die Verformungskraft F und/oder der Verformungsweg 20 in Abhängigkeit von den Materialeigenschaften und/oder von den Abmessungen des Werkzeugs 30, 32, 35, 36 und/oder des Verfestigungsbereichs 11 eingestellt werden können. Die Verformungskraft F muss jedoch hoch genug sein, um im Werkstoff des Stammblattes 5 eine bleibende Verformung zu verursachen und liegt beispielsweise im Bereich von ca. 40.000 N bis ca. 60.000 N.

Wie weiter aus 5 bis 8 ersichtlich ist, kann die Geometrie des Verfestigungsbereichs 11, insbesondere die Form der Flächen 12 des Verfestigungsbereichs 11, in Abhängigkeit von der Werkzeuggeometrie definiert werden, wobei der wirksame Werkzeugdurchmesser 31 größer als der Durchmesser der Hinterlochung 10 vor der Verfestigung ausgeführt wird. Der Durchmesser der Hinterlochung 10 liegt beispielsweise im Bereich von 4 bis 7 mm und der wirksame Werkzeugdurchmesser liegt beispielsweise im Bereich von ca. 10 bis 15 mm.

Wie aus 5 und 6 ersichtlich ist, kann das Werkzeug als gehärtete Kugel 30, 32 ausgeführt werden. Durch die Kugelform des Werkzeugs 30, 32 weisen die Flächen 12 des Verfestigungsbereichs 11 eine nach innen gewölbte Rundung auf. Die in 6 dargestellte gehärtete Kugel 32 weist eine Abflachung 34 auf, welche beim Verformungsvorgang als mechanischer Anschlag wirken kann.

Das in 7 dargestellte Werkzeug 35 weist im Bereich des wirksamen Werkzeugdurchmessers 31 eine gerade Form auf, wodurch die Flächen 12 des Verfestigungsbereichs 11 im Wesentlichen ebenfalls gerade verlaufen.

Das in 8 dargestellte Werkzeug 36 weist im Bereich des wirksamen Werkzeugdurchmessers 31 eine nach innen gewölbte Rundung auf, wodurch die Flächen 12 des Verfestigungsbereichs 11 eine nach außen gewölbte Rundung aufweisen.

Durch die erfindungsgemäße Kaltverfestigung des Trenn- und Schneidewerkzeugs im Bereich der Hinterlochung wird die Materialstabilität erhöht und die Rissgefahr im Verfestigungsbereich wird reduziert. Zudem ergibt sich im Verfestigungsbereich eine hohe Oberflachengüte und eine hochwertige Optik.

Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren ermöglicht eine gezielte Stauchung des Trenn- und Schneidewerkzeugs, welche nicht nur an der Oberfläche sondern auch in die Tiefe wirkt.


Anspruch[de]
Trenn- und Schneidewerkzeug mit einem Stammblatt (5), mindestens einem Schneidsegment (2) und mindestens einer in das Stammblatt (5) eingebrachten Hinterlochung (10), dadurch gekennzeichnet, dass das Stammblatt (5) im Bereich (11) der mindestens einen Hinterlochung (10) mittels eines geeigneten Werkzeugs (30, 32, 35, 36) bleibend, insbesondere kalt, verfestigt ist. Trenn- und Schneidewerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Geometrie des mindestens einen Verfestigungsbereichs (11) der Hinterlochung (10), vorzugsweise eine Kantengeometrie des mindestens einen Verfestigungsbereichs (11), durch die Kaltverfestigung definierbar ist. Trenn- und Schneidewerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Trenn- und Schneidewerkzeug (1) als Trennscheibe und/oder als Sägeblatt ausgeführt ist. Verfahren zur Herstellung eines Trenn- und Schneidewerkzeugs mit einem Stammblatt (5), mindestens einem Schneidsegment (2) und mindestens einer in das Stammblatt (5) eingebrachte Hinterlochung (10), dadurch gekennzeichnet, dass das Stammblatt (5) im Bereich (11) der mindestens einen Hinterlochung (10) mittels eines geeigneten Werkzeugs (30, 32, 35, 36) bleibend kalt verfestigt wird. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kaltverfestigung des mindestens einen Verfestigungsbereichs (11) durch eine Stauchung umgesetzt wird, wobei das Werkzeug (30, 32, 35, 36) für die Stauchung härter als der Werkstoff des Stammblattes (5) im Verfestigungsbereich (11) ausgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie des mindestens einen Verfestigungsbereichs (11) in Abhängigkeit von der Werkzeuggeometrie definiert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Intensität der Kaltverfestigung des mindestens einen Verfestigungsbereichs (11) durch Einstellen einer Verformungskraft (F) und/oder eines Verformungsweges (20) des Werkzeugs (30, 32, 35, 36) gesteuert wird. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformungskraft (F) und/oder der Verformungsweg (20) in Abhängigkeit von Materialeigenschaften und/oder von Abmessungen (31, 15) des Werkzeugs (30, 32, 35, 36) und/oder des Verfestigungsbereichs (11) eingestellt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30, 32, 35, 36) als gehärtete Kugel (30, 32) ausgeführt wird, wobei der Kugeldurchmesser (31) größer als der Durchmesser der Hinterlochung (10) vor der Verfestigung ausgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das als gehärtete Kugel (30, 32) ausgeführte Werkzeug eine Abflachung (34) aufweist, welche als mechanischer Anschlag wirkt.






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