Die Erfindung betrifft ein Einbaustück zur Aufnahme des Walzenzapfens
einer in der Stahl- und Nichteisenmetallbearbeitung verwendeten Walze, wobei jede
Walze paarweise vorhanden ist und pro Walzenpaar obere und untere Einbaustücke
aufweist, mit Schmiermittelaufnahmeräumen auf der Ballenseite und mit Schmiermittelaufnahmeräumen
auf der Abflussseite, wobei Schmiermittelaufnahmeräume unterhalb des tiefsten
Lagerpunktes und Schmiermittelaufnahmeräume oberhalb der horizontalen Mittenebene
oder in Höhe der horizontalen Mittenebene angeordnet sind, sowie Schmiermittelrücklaufbohrungen
zwischen den Schmiermittelaufnahmeräumen auf der Ballenseite und auf der Ablaufseite.
Walzenzapfenlager, insbesondere Morgoil-Walzenzapfenlager, werden
im Walzwerksbau seit Jahrzehnten eingesetzt. Hierbei sind alle lasttragenden Lagerteile
einschließlich der Befestigungselemente und Dichtungen in einem Lagergehäuse,
dem sogenannten Einbaustück, untergebracht.
Auf den Zapfen der Walzen, den Walzenzapfen, befinden sich Zapfenbuchsen.
Zusammen mit der Lagerbuchse bilden die Zapfenbuchsen ein Radiallager, wobei die
Lagerbuchse im Einbaustück festgelegt ist. Die Lagerbuchse umschließt
dabei die Zapfenbuchse.
Zwischen der äußeren Oberfläche der Zapfenbuchse und
der inneren Oberfläche der Lagerbuchse befindet sich ein Ölfilm, der den
metallischen Kontakt der Lagergleitflächen ausschließt. Das Öl wird
kontinuierlich durch das Lager gedrückt. Dieses bedeutet, dass sich das Öl
in einem Kreislauf befindet. Der Einlauf des Öls in das Radiallager erfolgt
durch Öleinlauftaschen. Diese befinden sich in der Lagerbuchse und werden durch
Leitungen, die in den Einbaustücken als Bohrungen ausgeführt sind, mit
Öl aus einem Öltank versorgt.
Durch den konstanten Druck der Ölpumpen gelangt das Öl auf
die Lagergleitflächen und verteilt sich dort. Überschüssiges Öl
tritt an den beiden Seitenkanten aus, wird dort aufgefangen und über Ablaufleitungen
zum Öltank zurückgeführt.
Damit beim Walzen kein Öl aus den Lagern auf das Walzgut gelangt,
befindet sich auf der Ballenseite eine Abdichtung. Die Abdichtung eines Gleitlagers
kann durch ein formgepresstes Gummiprofil erfolgen. Die Abdichtung bewirkt, dass
das aus dem Lager austretende Öl in Hohlräume des Einbaustückes gelangt,
von wo eine Weiterleitung erfolgt.
Aus der EP 0 285 333 B1
ist eine Lagerbuchse bekannt, die durch einen in der Lagermitte befindlichen Ringkanal
in zwei Lagerstellen aufgeteilt ist. Über diesen Ringkanal werden ca. 50 %
des aus dem Lager abfließenden Öls abgeleitet. Das ballenseitige Dichtungssystem
wird nur noch mit der Hälfte der üblichen Ölmenge belastet. Die Möglichkeit,
dass Öl unkontrolliert austritt, wird verringert.
Hierbei ist es notwendig, beide Bereiche der Lagerbuchse mit einem
eigenen Einlass, durch welchen Öl der Innenlagerfläche zugeführt
wird, auszustatten. Weiterhin sind in dem Ringkanal Auslassöffnungen zur Abführung
des Öls eingebracht. Diese zusätzlichen Maßnahmen bewirken einen
erhöhten Herstellungsaufwand.
Aus der WO 2004/065 031 A1 ist ein Einbaustück zur Aufnahme des
Walzenzapfens einer in der Stahl- und Nichteisenmetallbearbeitung verwendeten Walze
bekannt, mit mindestens einem Schmiermittelaufnahmeraum auf der Ballenseite und
mit mindestens einem Schmiermittelaufnahmeraum auf der Abflussseite, welche unterhalb
des tiefsten Lagerpunktes angeordnet sind, sowie Verbindungsbohrungen zwischen den
Schmiermittelaufnahmeräumen auf der Ballen- und der Ablaufseite, wobei auf
der Ballenseite des Einbaustückes das Schmiermittel in zusätzlichen Schmiermittelaufnahmeräumen
in dem Einbaustück aufgefangen wird. Die zusätzlichen Schmiermittelaufnahmeräume
sind dabei oberhalb oder in Höhe der Mittenebene angeordnet. Dieses bewirkt,
dass dem oben, oberhalb der Mittenebene, austretende Öl der lange Weg zum tiefsten
Lagerpunkt, mit Störung durch weiteres, austretendes Öl, erspart bleibt.
Bei einem Einbaustück muss das Schmiermittel, das Öl an den Punkt gebracht
werden, wo der größte Druck und die größte Reibung zwischen
dem Walzenzapfen und dem Einbaustück stattfindet. Bei einem oberen Einbaustück
ist dieses Stelle immer oben, d.h. oberhalb der Mittelebene, weil die Walzkraft
nach oben gerichtet ist und demzufolge hier durch die Kraft auch das Schmiermittel,
das Öl aus dem Lager herausgepresst wird und einen langen Weg zum tiefsten
Lagerpunkt zurücklegen müsste. Auf diesem Weg ist die Gefahr eines Ölaustritts
aus der Dichtung gegeben.
Beim Betrieb eines Walzwerkes kann die Funktion der ballenseitigen
Abdichtung gestört werden. Beispielsweise läuft die Dichtungslippe der
ballenseitigen Abdichtung durch einen Anstieg des Öls in der Auffangkammer
in einem Ölsumpf. Eine weitere Störung beruht beispielsweise auf den Verschleiß
der Lichtlippen einer Abdichtung. Die Eigenschaften der Dichtungslippe verändern
sich in der Weise, dass Öl austreten kann. Dieses führt zu einer Ölleckage
und zu großen Ölmengenverlusten. Bei Kaltstraßen erfolgt durch den
Ölaustritt z.B. eine Bandbeschmutzung, welche die Qualität des Produktes
beeinträchtigt.
Die Weiterleitung des auf der Ballenseite in Auffangkammern gesammelten
Öls erfolgt bei bekannten Einbaustücken durch zwei Bohrungen, welche die
Ballenseite mit der Ablaufseite verbinden. Die Bohrungen befinden sich unterhalb
des tiefsten Lagerpunktes. Das Öl fließt durch die Bohrungen zu einem
Ölauffangraum auf der Außenseite des Einbaustückes. Von hier aus
wird das Öl über ein oder zwei Bohrungsanschlüsse üblicherweise
durch bewegliche Schläuche in die Rücklaufleitung zum Öltank geführt.
Die bekannten Bohrungen sind dabei rechts und links im Einbaustück vorgesehen
(vgl. 2 der WO 2004/065 031 die Schmiermittelaufnahmeräume
20 und 21 mit den dazu gehörenden Bohrungen 10 oder
4A, 4B der EP 0
285 333 die Bohrungen 40). Bei beiden Ausführungen ist der
horizontale Abstand der Ölrücklaufbohrungen größer als der Durchmesser
des Walzenzapfens.
Die bekannte Anordnung und Gestaltung der Schmiermittelrücklaufbohrungen
an dieser Position führt dazu, dass die Einbaustücke im unteren Bereich
nicht verändert werden können, ohne die Schmiermittelrücklaufbohrungen
zu verlagern.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Einbaustück
der eingangs beschriebenen Art so auszubilden, dass die Position bzw. die Lage der
Schmiermittelrücklaufbohrungen die Kontur des Einbaustückes im unteren
Bereich nicht behindert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
indem die Schmiermittelrücklaufbohrung im Bereich, vorzugsweise symmetrisch
zu, der vertikalen Mittenebene des Einbaustückes ausgebildet ist. D.h. die
bisher außerhalb der vertikalen Projektionsebene des Walzenzapfens angeordneten
Schmiermittelrücklaufbohrungen werden zur Mitte hin verschoben. Dadurch können
die Konturen der Einbaustücke im jeweils unteren Bereich ohne Schwächung
so verändert werden, dass sie beispielsweise in einem geänderten Ständerfenster
eingebaut werden können.
Es wurde erkannt, dass für die durch die oberhalb der horizontalen
Mittenebene angeordneten Schmiermittelauffangräume reduzierten Schmiermittelmengen
im unteren Teil der Einbaustücke eine Schmiermittelrücklaufbohrung zum
Ableiten des Schmiermittels ausreicht.
Dabei ist in einer ersten Ausführung eine Schmiermittelrücklaufbohrung
in der vertikalen Mittenebene vorgesehen, wobei der Durchmesser dieser Schmiermittelrücklaufbohrung
kleiner ist als der Durchmesser der Schmiermittelrücklaufbohrungen, die die
Schmiermittelräume oberhalb oder in Höhe der Mittenebene von der Ballenseite
mit der Ablaufseite verbinden. Der kleinere Durchmesser ergibt sich aus dem geringeren
Schmiermittelvolumen, welches aus dem Schmiermittelaufnahmeraum unterhalb des tiefsten
Lagerpunktes abgeleitet werden muss.
Als Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die unteren Schmiermittelrücklaufbohrung
durch drei parallele kleinere Bohrungen oder ein Langloch gebildet werden. Hierdurch
wird erreicht, dass das Einbaustück im Bereich der Mittenebene eine geringere
Höhe aufweisen muss als bei einer Ausführung mit nur einer einzigen Schmiermittelrücklaufbohrung.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Schmiermittelrücklaufbohrungen
auf der Ablaufseite zusammengeführt werden. Gegenüber den bekannten Ausführungen
mit vier Schmiermittelrücklaufbohrungen besteht der Vorteil darin, dass weniger
Verbindungsstücke benötigt werden, um die auf der Ablaufseite zusammengeführten
Schmiermittelrücklaufbohrungen zu verbinden.
Die Erfindung wird anhand von sehr schematischen Zeichnungen näher
beschrieben. Es zeigen:
1 einen Halbschnitt eines Einbaustückes,
2 eine Frontalansicht des Einbaustückes aus
1 entlang der Schnittebene X-X,
3 im Detail die Gehäusezungen und
4 eine weitere Ausführungsform
In dem Einbaustück 1 wird ein Walzenzapfen (nicht dargestellt)
durch eine Zapfenbuchs (nicht dargestellt) und eine Lagerbuchse (nicht dargestellt)
gelagert. Während die Zapfenbuchse drehfest mit dem Walzenzapfen verbunden
ist, wird die Lagerbuchse im Einbaustück 1 festgelegt. Zwischen Lagerbuchse
und Zapfenbuchse befindet sich ein kontinuierlicher Schmiermittelfilm. Das Schmiermittel
2 gelangt durch ein Schmiermittelumlaufsystem über Schmiermitteleinlauftaschen
in den Spalt zwischen Lagerbuchse und Zapfenbuchse. Bei einer symmetrischen Lastverteilung
wird das Schmiermittel 2 je zur Hälfte auf der Ballenseite
3 und der Abflaufseite 4 ablaufen. Zur Ableitung des Schmiermittels
2 sind in dem Einbaustück 1 auf der Ballenseite
3 und der Ablaufseite 4 umlaufende Schmiermittelauffangrinnen
5, 6 eingearbeitet. Diese Schmiermittelauffangrinnen
5, 6 werden im unteren Bereich erweitert zu zwei Schmiermittelaufnahmeräumen
7, 8, die sich unterhalb des tiefsten Punktes 9 des Lagerbuchseninnendurchmessers
befinden.
Die bekannte, unten im Einbaustück 1 angeordnete Bohrung
10 bewirkt ein Ableiten des Schmiermittels 2 aus dem Schmiermittelaufnahmeraum
7 auf der Ballenseite 3 zur Ablaufseite 4 des Einbaustückes
1. Das Schmiermittel 2 wird auf der Ablaufseite 4 in
einem Schmiermittelaufnahmeraum 8 aufgefangen und von dort über einen
Schlauch oder zwei bewegliche Schläuche 11 zu einem nicht dargestellten
Schmiermitteltank geführt. Dort kann das Schmiermittel 2 gereinigt
und/oder gekühlt werden, um anschließend wieder in das Lager gefördert
zu werden. Zur zusätzlichen Ableitung des Schmiermittels 2 befinden
sich oberhalb der Mittenebene weitere Schmiermittelaufnahmeräume
12. Diese Schmiermittelaufnahmeräume 12 sind durch Schmiermittelrücklaufbohrungen
13 mit der Ablaufseite 4 verbunden. Das Schmiermittel
2 wird auf der Ablaufseite 4 durch ein Verbindungsstück
14 in den Schlauch oder die Schläuche 11 geleitet.
Die 2 zeigt beispielsweise die Lage von
zwei Schmiermittelaufnahmeräumen 15 und 16 oberhalb der horizontalen
Mittenebene. Je nach Drehrichtung der Walze werden die Schmiermitteltropfen
17 verstärkt an die Außenflächen 18 oder
19 der Schmiermittelauffangrinne 5 geschleudert.
Von dort kann das Schmiermittel 2 in die Schmiermittelaufnahmeräume
15 oder 16 abfließen. Das Schmiermittel 2, welches
unterhalb der Schmiermittelaufnahmeräume 15, 16 austritt,
wird in die unteren Schmiermittelaufnahmeraum 7 geleitet. Der Schmiermittelaufnahmeraum
7 auf der Ballenseite 3 ist durch drei parallele Bohrungen
20 mit dem unteren Schmiermittelauffangraum 8 auf der Ablaufseite
4 verbunden. Ist das dargestellte Einbaustück 1 als oberes
Einbaustück 1 vorgesehen, so wirkt der nicht dargestellte Walzenzapfen
mit einer Kraft in die mit einem Pfeil dargestellte Richtung und erzeugt eine Lagerkraftverteilung,
wie sie beispielsweise durch die Kurve 22 dargestellt ist. Durch die Schmiermittelauffangräume
15, 16 und die Schmiermittelrücklaufbohrungen 13
gelangt nur ein kleiner Teil des Schmiermittels 2 in den unteren Schmiermittelauffangraum
7. Dieser kann daher beispielsweise durch drei kleine Schmiermittelrücklaufbohrungen
20 mit dem Schmiermittelauffangraum 8 verbunden werden.
In 3 sind im Detail die Gehäusezungen
dargestellt. Die Gehäusezungen 23 sind so ausgebildet, dass nur eine
möglichst geringe Spaltbreite 25 zwischen den Gehäusezungen
23 und den drehenden Zapfenbuchsen- oder Laufbuchsendurchmesser
24 der Zapfendichtung verbleibt. Je kleiner dieser Spalt, umso mehr Schmiermittel
2 wird in den Schmiermittelaufnahmeräumen 15, 16
abgeleitet. Weiterhin sollte eine möglichst große Spaltlänge
26 ausgebildet sein.
In 4 ist alternativ ein Langloch
21 anstelle der drei kleinen Bohrungen 20 vorgesehen.
- 1
- Einbaustück
- 2
- Schmiermittel
- 3
- Ballenseite
- 4
- Ablaufseite
- 5
- Schmiermittelauffangrinne
- 6
- Schmiermittelauffangrinne
- 7
- unterer Schmiermittelaufnahmeraum
- 8
- unterer Schmiermittelaufnahmeraum
- 9
- tiefster Punkt der Lagerbuchse
- 10
- Schmiermittelrücklaufbohrung
- 11
- Schlauch
- 12
- Schmiermittelaufnahmeraum
- 13
- Schmiermittelrücklaufbohrung
- 14
- Verbindungsstück
- 15
- oberer Schmiermittelaufnahmeraum
- 16
- oberer Schmiermittelaufnahmeraum
- 17
- Schmiermitteltropfen
- 18
- Außenfläche
- 19
- Außenfläche
- 20
- Bohrung
- 21
- Langloch
- 22
- Kurve
- 23
- Gehäusezunge
- 24
- Zapfen-/Laufbuchse
- 25
- Spaltbreite
- 26
- Spaltlänge