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Dokumentenidentifikation DE102006016924A1 11.10.2007
Titel Ein mobiles Gerät zur Erfassung von Bild- und Tonmaterial und dessen leitungslosen ad hoc Übertragung zu einer Datenbank zur Verbrechensprävention und -aufklärung
Anmelder Jansen, Jan, 85049 Ingolstadt, DE
Erfinder Jansen, Jan, 85049 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 09.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006016924
Offenlegungstag 11.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.10.2007
IPC-Hauptklasse H04N 7/18(2006.01)A, F, I, 20060409, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G08B 25/10(2006.01)A, L, I, 20060409, B, H, DE   

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Gewaltverbrechen nehmen weltweit an Zahl und Härte zu.

Wirksame Hilfsmittel zur Verbrechensprävention und Verbrechensaufklärung sind stationäre Überwachungsgeräte, wie z.B. Kameras in U-Bahnstationen, Tiefgaragen und an öffentlichen Plätzen in Großstädten. Ein wichtiger Aspekt für die Verbrechensprävention ist die beim potentiellen Täter erzeugte Angst, anhand der Bildaufnahme identifiziert zu werden. Sollte dennoch ein Verbrechen verübt werden, wird die Aufklärung durch das vorhandene Bildmaterial unterstützt. Diese bilderfassenden Geräte können jedoch nur stationär eingesetzt werden, so dass ein individueller und ortsunabhängiger Schutz nicht gegeben ist.

Andere Hilfsmittel zur Verbrechensbekämpfung können mobile Geräte sein, die individuell verwendbar sind. Beispielsweise verfügen mobile Telefone über Notruffunktionen, mit denen die Polizei oder ein Sicherheitsdienst alarmiert werden können und teilweise ein Lokalisierung des Gerätes vorgenommen wird (z.B. in den USA). Diese mobilen Geräte können zwar oftmals Bildmaterial aufnehmen und sogar versenden, allerdings erfordert diese Prozedur zeitaufwändige Benutzerinteraktion. Weiterhin wird das übertragene Bildmaterial nicht automatisiert einem drohenden Verbrechen zugeordnet. Ebenso wenig wird beim potentiellen Täter das Bewusstsein erzeugt, mit Hilfe einer Bildaufnahme identifiziert werden zu können.

Aufgabenstellung

Entwicklung eines Systems zur Verbrechensprävention und Aufklärung, mit dem auf der Basis eines mobilen Gerätes und einer geeigneten Infrastruktur der individuelle und ortsunabhängige Schutz gesteigert wird.

Lösung

Die Aufgabe wird erfinderisch durch ein mobiles Gerät und durch eine Datenbank mit den Merkmalen aus Anspruch 1 gelöst. Mit Hilfe eines solchen mobilen Gerätes werden bei einem drohenden Verbrechen folgende Aktionen durchgeführt.

  • 1) Der potentielle Täter wird bildlich erfasst.
  • 2) Dieses Bildmaterial wird an eine vor dem Zugriff des potentiellen Täters gesicherte Datenbank übertragen.
  • 3) Dem potentiellen Täter wird durch ein eindeutiges Signal bewusst gemacht, dass er im Zusammenhang mit der aktuellen Situation bildlich erfasst ist.
  • 4) Optional werden zur Verbrechensprävention oder Aufklärung befugte Personen oder Institutionen benachrichtigt und/oder der Standort des Gerätes bestimmt und ebenfalls übertragen

Die Datenbank, an die das Bildmaterial übertragen wird, ist von zur Verbrechensprävention oder Aufklärung befugten Personen oder Institutionen einsehbar.

Ausführungsbeispiele 1) Mobiles Telefon mit erweiterter persönlicher Sicherheitsausstattung („personal security mobile phone")

Mobiles Telefon mit Foto-/Filmfunktion, das mit einer Notfalltaste ausgestattet ist, bei deren Betätigung ein Foto aufgenommen und unmittelbar danach automatisch mittels UMTS oder GPRS an eine speziell für diesen Zweck eingerichtete Datenbank übertragen wird. Gleichzeitig wird dem potentiellen Täter durch einen lauten Signalton (beispielsweise Martinshom) oder eine Ansage (beispielsweise: „Sie sind registriert. Die Polizei ist unterwegs.") und/oder Blinken des Displays bewusst gemacht, dass eine Bild-/Filmaufnahme von ihm in einer Datenbank hinterlegt ist, die von zur Verbrechensprävention oder Aufklärung befugten Personen oder Institutionen eingesehen wird. Optional wird neben der Übertragung des Bildmaterials ein Notruf automatisiert an die Polizei oder einen Sicherheitsdienst weitergeleitet. Eine Standortbestimmung des mobilen Telefons mittels Triangulierung wird eingeleitet.

Die Datenbank, in der das Bildmaterial hinterlegt ist, darf nur von befugten Personen oder Institutionen eingesehen werden. Die Löschung der Daten kann nur durch persönliches Erscheinen von dem registrierten Nutzer erfolgen.

Das mobile Telefon ist mit einem Reizgasspeicher (Pfefferspray, Tränengas o.Ä.) und Sprühmechanismus ausgestattet, so dass potentielle Täter durch das Reizgas außer Gefecht gesetzt oder vertrieben werden können. Weiterhin ist das mobile Telefon mit einen Speicher und Sprühmechanismus für „stinkbombenähnliche" Fluide ausgestattet, die extrem unangenehme Gerüche erzeugen und so Ekel bei potentiellen Tätern erzeugen. Auf diese Weise könnte insbesondere Sexualverbrechen entgegengewirkt werden.

2) Übersicht weiterer Ausführungsbeispiele

Weitere nicht als erschöpfend anzusehende Ausführungsbeispiele ergeben sich aus allen möglichen Kombinationen der im Folgenden aufgeführten Merkmale, die in die Kategorien:

  • • Mögliche mobile Gerätetypen
  • • Mögliche Aufnahmegegenstände
  • • Beginn der Übertragung
  • • Mögliche Auslösungsmechanismen
  • • Mögliche Signale an potentielle Täter
  • • Mögliche leitungslose Kommunikationssysteme
  • • Zusatzfunktionen
gegliedert sind.

Mögliche mobile Gerätetypen:

Mögliche Aufnahmegegenstände:

Beginn der Übertragung:

Mögliche Auslösungsmechanismen:

Mögliche Signale an potentielle Täter

Mögliche leitungslose Kommunikationssysteme:

Zusatzfunktionen:

Beispiele:

  • G1, A2 und A3, B2, AUS5, S1, S2 und S3 alternierend, K1, Z1, Z2 und Z4
  • Und alle Permutationen aus (G1, ... G7, A1, ... A3, B1, B2, AUS1, ... AUS6, S1, ... S3, K1, ... K5, Z1, ...Z5).


Anspruch[de]
Mobiles Gerät zur Erfassung von Ton- und/oder Bildmaterial in Form von Fotos und/oder Filmen sowie eine Datenbank, dadurch gekennzeichnet, dass während oder unmittelbar nach der Aufnahme das Material mit einem leitungslosen Kommunikationssystem an die Datenbank übertragen werden kann. Die Datenbank ist dadurch gekennzeichnet, dass sie von zur Verbrechensprävention oder Aufklärung befugten Personen oder Institutionen eingesehen werden kann. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Einsatz ein optisches und/oder akustisches Signal erzeugt wird. Das Signal ist dadurch gekennzeichnet, dass es von Menschen wahrnehmbar und von anderen Betriebsgeräuschen des Geräts unterschiedlich ist. Gerät nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme und die Übertragung der Daten mit einer oder mehreren Betätigungen eines oder mehrere Schalter erfolgt. Gerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösung durch ein akustisches Signal erfolgt. Das Signal ist dadurch gekennzeichnet, dass es nur von befugten Benutzern erzeugt werden kann und/oder nur befugten Benutzern bekannt ist. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein Signal an eine zur Verbrechensprävention oder Aufklärung befugten Personen oder Institutionen gesendet wird. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine Identifikation des Sendegerätes gesendet wird. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich Standortkoordinaten ermitteln und übertragen werden. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass eine Standortbestimmung infolge der Beschaffenheit der Übertragungstechnik erfolgen kann. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass eine Apparatur integriert ist, mit der Fluide freigesetzt werden können. Die Fluide sind dadurch gekennzeichnet, dass sie andere Personen außer Gefecht setzen, vertreiben oder von möglichen Angriffen abhalten.






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