Die Erfindung betrifft eine Formbügelmaschine, insbesondere zum
Bügeln von Manschetten oder/und Krägen von Hemden, Blusen oder dergleichen.
Die Manschetten oder Krägen von Hemden, Blusen oder dergleichen
bestehen aus mehreren Stofflagen unterschiedlicher Fülle und müssen deshalb
auf Bügelmaschinen mit gekrümmten Bügelflächen in Form gebügelt
werden, wenn Falten vermieden werden sollen. Herkömmliche Formbügelmaschinen
haben hierzu eine Unterform mit einer konvexen, einer Zylinderfläche folgenden
Bügelfläche und eine Oberform mit einer der Bügelfläche der
Unterform während des Bügelvorgangs flächig angepassten, konkaven
Bügelfläche. Durch die Bügelfläche der Unterform wird üblicherweise
Luft gesaugt, die das auf die Bügelfläche gelegte Bügelgut fixiert,
bis die flächig passende, konkave Bügelfläche der Oberform angepresst
wird. Eine der Formen, zumeist die Oberform, wird beheizt.
Bei herkömmlichen Formbügelmaschinen besteht die Basis sowohl
der Unterform als auch der Oberform aus einem Gusskörper, z.B. aus Aluminium,
Stahl oder Kunststoff, dessen Bügelflächenkrümmung der Größe
der Manschette bzw. des Kragens angepasst ist. Dies gilt insbesondere für Manschetten,
die in einen mehr oder weniger langen Ärmelschlitz übergehen, welcher
das Ausbreiten der Manschette auf der Bügelfläche der Unterform behindert.
Um herkömmliche Bügelmaschinen an unterschiedliche Größen der
Manschetten oder Krägen anpassen zu können, muss jeweils sowohl die Unterform
als auch die Oberform komplett getauscht werden, was zeitraubend ist und die Bügelleistung
der Maschine mindert.
Die als Gusskörper ausgebildeten Unter- bzw. Oberformen herkömmlicher
Formbügelmaschinen haben eine vergleichsweise große Wärmekapazität
und verbrauchen relativ viel Heizenergie.
Unter einem ersten Aspekt der Erfindung soll eine Formbügelmaschine
geschaffen werden, deren Heizenergieverbrauch gering ist und bei der die Umrüstzeit
bei einer Änderung der Bügelflächenform verkürzt ist.
Die Erfindung geht aus von einer Formbügelmaschine, insbesondere
zum Bügeln von Manschetten oder/und Krägen von Hemden oder dergleichen,
welche umfasst:
- – ein Maschinengestell,
- – eine Unterform mit einer konvexen, einer Zylinderfläche folgenden
Bügelfläche
- – eine Oberform mit einer der Bügelfläche der Unterform zumindest
während des Bügelvorgangs flächig angepassten, konkaven Bügelfläche,
wobei wenigstens eine der beiden Formen beheizbar ist und die beiden Formen relativ
zueinander bewegbar an dem Maschinengestell angeordnet sind.
Unter dem ersten Aspekt ist die erfindungsgemäße Verbesserung
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberform als flexibles Band ausgebildet ist, dessen
in Bandlängsrichtung sich gegenüberliegende Enden zugfest an einer Wegausgleichschere
gehalten sind und das ein flexibles Flächenheizelement trägt.
Eine solche Oberform passt sich selbsttätig der Bügelflächenkrümmung
der Unterform an, so dass, sollte es erforderlich sein, lediglich die Unterform
der Größe der Manschette bzw. des Kragens angepasst werden muss. Wesentlich
ist, dass das die Oberform bildende flexible Band nur eine geringe Wärmekapazität
hat und das flexible Flächenheizelement in geringem Abstand zur Bügelfläche
trägt. Verglichen mit herkömmlichen Formbügelmaschinen kann die Heizleistung
mehr als halbiert werden. Die Oberform kann aufgrund ihrer einfachen Konstruktion
kostengünstig hergestellt werden. Insbesondere sorgt die Wegausgleichschere
für eine Vergrößerung des Umschlingungswinkels, über den das
Band die Unterform umschlingen kann. Umschlingungswinkel von mehr als 180°
sind problemlos erreichbar und sind bevorzugt. Zweckmäßigerweise handelt
es sich hierbei um ein federelastisches Band, das unter Vorspannung gekrümmt
an der Wegausgleichschere gehalten ist. Die Vorspannung des Bands sorgt hierbei
für selbsttätiges Öffnen der Wegausgleichschere beim Abheben der
Oberform von der Unterform.
Das die Oberform bildende flexible Band kann aus Kunststoffmaterial,
beispielsweise glasfaserverstärktem Kunststoff bestehen, ist aber bevorzugt
als Metallband, insbesondere Stahlband, ausgebildet, um hohe Dauerbelastbarkeit
bei hinreichend guter Wärmeleitfähigkeit zu erreichen.
Die Wegausgleichschere weist zweckmäßigerweise zwei an einer
Scherenbasis um achsparallele Schwenkachsen schwenkbar gelagerte Lenker auf, die
das Band zwischen sich aufnehmen und an ihren den Schwenkachsen fernen Enden mit
den Enden des Bands verbunden sind. Eine solche Wegausgleichschere erlaubt nicht
nur hohe Umschlingungswinkel des Bands, sondern sorgt auch für hohen Bügelanpressdruck.
Zweckmäßigerweise tragen die Enden des Bands quer zur Bandlängsrichtung
laufende Verstärkungsleisten, von denen jede ihrerseits um eine quer zur Schwenkachse
des zugeordneten Lenkers verlaufende Schwenkachse schwenkbar an dem Lenker gehalten
ist. Die Enden des Bands können sich auf diese Weise geringfügig
gegeneinander verwinden, so dass auch bei ungleichmäßig dickem Bügelgut
ein über die Bügelfläche gleichmäßiger Bügelanpressdruck
erreicht wird.
Das Flächenheizelement ist zweckmäßigerweise auf der
von der Unterform abgewandten Seite des Bands angeordnet, so dass es nicht der mechanischen
Beanspruchung durch den Bügelanpressdruck ausgesetzt ist. Wenngleich es sich
bei dem Flächenheizelement auch um einen durch Dampf oder Öl zu heizenden
Wärmetauscher handeln kann, so ist das Flächenheizelement doch bevorzugt
als elektrisches Widerstandsheizelement ausgebildet. Ein solches Widerstandsheizelement
kann sehr flach und flexibel ausgebildet werden und dennoch eine hohe Heizleistung
haben. Bevorzugt ist das Widerstandsheizelement als Verbundelement mit zwischen
zwei flachen, flexiblen Isoliermaterialbahnen eingebetteten Heizleitern ausgebildet.
Eine Oberform der vorstehend erläuterten Art kann aufgrund ihres
Energiesparpotenzials auch bei Formbügelmaschinen mit betriebsmäßig
nicht austauschbarer Unterform, aber auch bei Bügelmaschinen mit austauschbarer
Unterform mit Vorteil eingesetzt werden.
Ein zweiter Aspekt der Erfindung zeigt einen Weg, wie die Krümmung
der Unterform betriebsmäßig rasch verändert werden kann, um die Bügelleistung
der Bügelmaschine zu steigern. Die Unterform gemäß dem zweiten Aspekt
der Erfindung ist mit Vorteil bei der vorstehend unter dem ersten Aspekt erläuterten
Oberform einsetzbar, da sich diese Oberform selbsttätig der Krümmung der
Unterform anpassen kann. Die Unterform gemäß dem zweiten Aspekt kann aber
auch bei anderen Oberformen mit Vorteil genutzt werden; der zweite Aspekt der Erfindung
hat deshalb auch selbstständige Bedeutung.
Auch unter dem zweiten Aspekt geht die Erfindung von der vorstehend
erläuterten Formbügelmaschine aus. Die Verbesserung besteht darin, dass
die Unterform wenigstens zwei quer zur Zylinderflächenerzeugenden ihrer Bügelfäche
relativ zueinander sowohl bewegbare als auch fixierbare Teilformen umfasst, deren
die Bügelfläche der Unterform bestimmende Wände quer zur Zylinderflächenerzeugenden
der Bügelfläche unterschiedliche gekrümmte Außenflächenkontur
haben.
Dem zweiten Aspekt liegt die Idee zugrunde, die Unterform mehrteilig
auszubilden und die unterschiedlich gekrümmten Teilformen nicht auszutauschen,
sondern lediglich zur Anpassung an unterschiedliche Manschetten bzw. Krägen
relativ zueinander unterschiedlich zu positionieren, um insgesamt die "mittlere"
Krümmung der Bügelfläche zu variieren. Unter der Zylinderflächenerzeugenden
soll hier und im folgenden diejenige Gerade im mathematischen Sinn verstanden werden,
die bei Parallelverschiebung entlang einer Leitkurve die Zylinderfläche beschreibt.
Es versteht sich, dass die Zylinderfläche nicht zwingend eine Kreiszylinderfläche
bedeuten muss.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass wenigstens
eine erste der Teilformen sich quer zur Zylinderflächenerzeugenden zu einer
in Richtung der Zylinderflächenerzeugenden verlaufenden Schneide verjüngt
und mit dieser Schneide auf der die Bügelfläche bestimmenden Wand der
zweiten Teilform aufliegt. Auf diese Weise lassen sich Sprünge und bei geeigneter
Anordnung auch Knicke der Bügelfläche vermeiden. Insbesondere kann vorgesehen
sein, dass die Außenflächenkonturen der die Bügelfläche bestimmenden
Wände im Bereich der Schneide im wesentlichen tangential aneinander anschließen.
Wenngleich im Prinzip bereits zwei Teilformen genügen, so sind
doch bevorzugt beiderseits der zweiten Teilform je eine erste der Teilformen angeordnet.
Die zweite Teilform befindet sich dann in der Mitte zwischen den beiden ersten Teilformen
und es lassen sich symmetrische Unterformen mit variabler Krümmung im Mittelbereich
aufbauen.
In einer besonders einfachen Ausgestaltung ist die Außenflächenkontur
der die Bügelfläche bestimmenden Wand der zweiten Teilform kreisabschnitt
förmig. Insbesondere kann die zweite Teilform als Rohr ausgebildet werden,
welches nach Art einer Schwenkachse eine Klappbewegung der ersten Teilformen zulässt.
Bei nach unten geklappten ersten Teilformen ergibt sich im mittleren Bereich der
Unterform ein vergleichsweise kleiner Krümmungsradius, während durch Aufklappen
der ersten Teilformen nach oben der Krümmungsradius der Unterform vergrößert
werden kann.
Bevorzugt sind die ersten und die zweiten Teilformen als mit einem
Saug- oder/und Druckluftanschluss oder/und Dampfzuführanschluss verbindbare
Hohlkörper ausgebildet, die in der die Bügelfläche bestimmenden Wand
eine Vielzahl Durchgangslöcher oder Kanäle aufweisen. Trotz veränderbarer
Krümmung kann über die Unterform damit Saugluft zur Fixierung und Kühlung
des Bügelguts, aber auch bei Bedarf während des Bügelvorgangs Druckluft
oder Dampf zugeführt werden.
Für die Verbindung der Teilformen für den Saug- bzw. Druckluftanschluss
oder zur Zuführung von Dampf können die Hohlformen als bis auf die Durchgangslöcher
geschlossene Hohlkörper ausgebildet sein, die jeweils für sich mit Anschlüssen
für Luft oder Dampf versehen sind. Der Aufwand für die Luft- bzw. Dampfzufuhr
lässt sich verringern, wenn die zweite Hohlform als kreiszylindrisches
Rohr ausgebildet ist, an welchem jede der ersten Hohlformen mit einer kreiszylinderabschnittförmigen,
konkaven Formwand anliegt, wobei in den überlappend aneinander anliegenden
Wandabschnitten des Rohrs und der konkaven Formwand zueinander ausgerichtete Durchtrittsöffnungen
für Saug- bzw. Druckluft bzw. Dampf vorgesehen sind. Die zueinander ausgerichteten
Durchtrittsöffnungen sind so groß bemessen, dass sie in jeder der betriebsmäßig
vorgesehenen Relativstellungen der Hohlformen einander zumindest überlappen.
Radial zur Krümmung gesehen, verengen sich die ersten Hohlformen
im Bereich der Schneide soweit, dass die zum Belüften oder Bedampfen vorgesehenen
Durchgangslöcher nicht mehr über die Hohlform erfolgen kann. Um dennoch
auch eine Belüftung oder Bedampfung im Bereich der Schneide zu ermöglichen,
ist zweckmäßigerweise vorgesehen, dass die Durchgangslöcher jeder
ersten Hohlform im Bereich der Schneide die Hohlform vollständig durchdringen
und mit Durchgangslöchern der zweiten Hohlform oder mit an die Durchgangsöffnung
anschließenden Verteilungsnuten fluchten. Der mit der zweiten Hohlform überlappende
Bereich der Schneide kann dann unmittelbar von der zweiten Hohlform her belüftet
oder bedampft werden.
Die Teilformen können an Zwangsführungen relativ zueinander
kontinuierlich oder in Stufen verstellbar geführt sein. Die Verstellbewegung
kann manuell oder auch motorisch z.B. mittels eines Elektromotors oder eines Pneumatik-
oder Hydraulikzylinders angetrieben werden. Zu einer besonders simplen und dennoch
einfach zu bedienenden Ausgestaltung gelangt man, wenn die ersten oder die zweiten
Teilformen mehrere, unterschiedlichen Relativstellungen der Teilformen entsprechend
angeordnete Positionierstufen aufweisen, an welche an der jeweils anderen Teilform
vorgesehene Positioniervorsprünge anlegbar sind. Die Positionierstufen können
als Schlitze ausgebildet sein, die die Teilformen auch in Umfangsrichtung der gekrümmten
Bügelflächen fixieren. Es versteht sich, dass die Positionierung auch
stufenlos erfolgen kann, z.B. über geeignete Lagerungen oder Führungen
oder dergleichen.
Zum Arretieren der Teilformen in den jeweiligen Relativstellungen
können zusätzliche Arretierungsorgane, beispielsweise Klemmorgane oder
dergleichen vorgesehen sein. Zur Arretierung kann aber auch ein die Bügelfläche
bekleidender bandförmiger Bügelbezug ausgenutzt werden, dessen Enden um
die Unterform herum miteinander verbunden, insbesondere über wenigstens eine
Zugfeder miteinander verbunden sind.
Beispielsweise bei als Schlitzen ausgebildeten Positionierstufen kann
so der Bügelbezug zur Fixierung der Positioniervorsprünge in den Schlitzen
ausgenutzt werden.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand
einer Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigt:
1 eine perspektivische Darstellung der Bügelformen
einer zum Bügeln von Manschetten oder/und Krägen von Hemden oder dergleichen
bestimmten Formbügelmaschine;
2 einen Detailschnitt durch eine Oberform der Bügelmaschine,
gesehen entlang einer Linie II-II in 1;
3 eine perspektivische Explosionsdarstellung einer
Unterform der Bügelmaschine und
4 eine perspektivische Darstellung der Unterform mit
einem gegenüber 1 verringerten mittleren Krümmungsradius.
1 zeigt die Bügelform einer für das Bügeln
von Manschetten oder/und Krägen von Hemden, Blusen oder dergleichen bestimmten
Formbügelmaschine. Die Bügelform umfasst eine an einem bei 2
angedeuteten Maschinengestell stationär angeordnete Unterform 1 und
eine von einem nicht näher dargestellten Antrieb in Richtung eines Doppelpfeils
3 von der Unterform 1 weg und auf die Unterform 1 zu
bewegbare, an dem Maschinengestell 2 geführte Oberform 5.
Die Unterform 1 hat eine einer Zylinderfläche mit nachfolgend noch
näher erläutertem variablen Krümmungsradienverlauf folgende Bügelfläche
7, auf der das zu bügelnde Bügelgut der Krümmung folgend
ausgebreitet wird, während die Oberform 5 wie in 1
dargestellt abgehoben ist. Die Unterform hat, wie nachfolgend noch erläutert
wird, an ihren die Bügelfläche bestimmenden Umfangswänden eine Vielzahl
von Durchgangslöchern, die über ein zugleich die Halterung der Unterform
1 bildendes Rohr 9 an eine nicht näher dargestellte Saugpumpe
angeschlossen sind. Auf die die Bügelfläche bestimmenden Umfangswand der
Unterform 1 ist ein bandförmiger, flexibler, luftdurchlässiger
Bügelbezug 11 gespannt, der die Auflagefläche für das Bügelgut
bildet und durch den hindurch das Bügelgut gegen die Bügelfläche
gesaugt und fixiert wird.
Die der Unterform 1 zugeordnete Bügelfläche
13 der Oberform 5 wird durch ein an der Bügelfläche
13 blankes Stahlband 15 gebildet, das mit seinen Längsenden
an einer Wegausgleichschere 17 befestigt ist. Die Wegausgleichschere
17 erlaubt Wegausgleichsbewegungen der Längsenden des Stahlbands
15 quer zur Vorschubbewegung 3 der Oberform 5. Auf der
von der Unterform 1 abgewandten Seite trägt das Stahlband
15 ein in 2 näher dargestelltes, flaches
elektrisches Widerstandsheizelement 19 in Form eines auf
das Stahlband 15 aufgeklebten Schichtverbunds zweier flexibler Isoliermateriallagen
21, beispielsweise aus Silikonmaterial, die zwischen sich elektrisch isoliert
Heizleiter 23 der Widerstandsheizung einschließen. Der beispielsweise
mäanderförmige Verlauf der Heizleiter 23 ist so gewählt,
dass sich entlang der Bügelfläche 13 ein gleichförmiges
Temperaturprofil einstellt.
Für den Bügelvorgang wird die Oberform 5 auf die
mit dem Bügelgut beladene Unterform 1 abgesenkt, wobei sich das Stahlband
15 selbsttätig dem Verlauf der Bügelflächenkrümmung
der Unterform 1 anpasst. Die Wegausgleichschere 17 übt auf
die Längsenden des bogenförmig vorgekrümmten Stahlbands
15 Zugkräfte aus, die die blanke Bügelfläche 13
des Stahlbands 15 gleichförmig flächig gegen die Bügelfläche
7 der Unterform 1 pressen. Aufgrund der Wegausgleichschere
17 wird ein Umschlingungswinkel beträchlich größer als 180°
erreicht.
Die Wegausgleichschere 17 umfasst ein an dem Maschinengestell
verschiebbar geführtes, U-förmiges Basisteil 25, das an den Enden
seiner nach unten abstehenden Schenkel 27 um zueinander achsparallele Schwenkachsen
29 schwenkbare Lenker 31 trägt. Die Schwenkbewegung der Lenker
31 ist voneinander weg durch Anschläge der Schenkel 27 begrenzt.
Die Längsenden des Stahlbands 15 tragen Verstärkungsleisten
33, die ihrerseits um senkrecht zu den Schwenkachsen 29 verlaufende
Schwenkachsen 35 an den freien Enden der Lenker 31 schwenkbar
gehalten sind, so dass die Längsenden des Stahlbands 15 sich geringfügig
gegeneinander verwinden können. Auf diese Weise können geringfügige
Dickenunterschiede des Bügelguts ausgeglichen werden.
Das Basisteil 25 einschließlich der Lenker
31 können als Blechformteile ausgebildet werden, was die Herstellungskosten
senkt. Da sich das Stahlband 15 selbsttätig dem Krümmungsverlauf
der Bügelfläche 7 der Unterform 1 anpasst, kann die
Oberform 5 für unterschiedliche Unterformen 1 gleichermaßen
genutzt werden, selbst wenn der Umschlingungswinkel größer als 180°
ist. Das Stahlband 15 ist eigenelastisch und mit eigener Vorspannung in
der Wegausgleichschere 17 gehalten. Die Vorspannung des Stahlbands
15 sorgt für die Öffnungsbewegung der Wegausgleichschere
17, die durch die Anpresskraft des die Oberform 5 gegen die Unterform
1 fahrenden und andrückenden Antriebs geschlossen wird.
Das Stahlband 15 ist vergleichsweise dünn, zum Beispiel
zwischen 0,5 mm und 1 mm dick und hat deshalb eine geringe Wärmekapazität,
was den Verbrauch an elektrischer Energie verglichen mit herkömmlichen Formbügelmaschinen
beträchtlich senkt.
Die 3 und 4
zeigen Einzelheiten der Unterform 1 bei abgenommenen Bügelbezug
11. Um dem Krümmungsverlauf der Bügelfläche 7 der
Unterform 1 verändern zu können, ist der Formkörper der
Unterform 1 mehrteilig ausgebildet und umfasst, wie am besten
3 zeigt, eine als kreiszylindrisches Rohr ausgebildete,
zentrale Hohlform 37, an die beiderseits seitliche, gleich aufgebaute Hohlformen
39 flügelartig anschließen. Die seitlichen Hohlformen
39 haben einen beträchtlich größeren mittleren Krümmungsradius
ihrer die Form der Bügelfläche bestimmenden Wände 41 als
der entsprechende Bügelflächen-Wandabschnitt 43 der zentralen
Hohlform 37. Die seitlichen Hohlformen 39 haben den Bügelflächenwänden
41 abgewandt kreiszylinderabschnitt-förmige, konkave Formwände
45, mit welchen sie am Außenmantel der kreiszylindrischen zentralen
Hohlform 37 flächig anliegen, und zwar so, dass sie um die Zylinderachse
der zentralen Hohlform 37 schwenkverstellbar sind. An die Stirnenden der
zentralen Hohlform 37 anschließende, plattenförmige Führungswangen
47 sorgen für die Ausrichtung der seitlichen Hohlformen
39 in Richtung der zueinander parallelen Zylinderflächenerzeugenden
der Wände 41, 43.
Die Wände 41, 45 der seitlichen Hohlformen
39 verjüngen sich in Krümmungsrichtung zu einer parallel zur
Zylinderflächenerzeugenden der Wand 41 verlaufenden Schneide
49. Und zwar so, dass die Außenfläche der Wand 41 im
Bereich der Schneide 49 tangential zu der kreiszylinderabschnittförmigen,
konkaven Formwand 45 und damit tangential zur Wand 43 der zentralen
Hohlform 37 verläuft. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die
Außenflächen der Wände 41 unabhängig von der momentanen
Relativdrehstellung der Hohlformen 39 im wesentlichen knick- und stufenfrei
in die Außenfläche 43 der zentralen Hohlform 37 übergehen.
Die beiden seitlichen Hohlformen 39 sind im dargestellten
Ausführungsbeispiel in mehreren Stufen um die Zylinderachse der zentralen Hohlform
37 schwenkbar und arretierbar. Hierzu sind in den seitlichen Führungswangen
47 für jede seitliche Hohlform 39 Gruppen von Stufenschlitzen
51 eingearbeitet, in die quer zur Zylinderachse der zentralen Hohlform
37 Zapfen 53 eingehängt werden können, die von Seitenwänden
der seitlichen Hohlformen 39 abstehen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
umfasst jede Gruppe von Stufenschlitzen 51 drei unterschiedlich tiefe Schlitze,
deren Schlitzböden so angeordnet sind, dass sich unterschiedliche Kipplagen
der seitlichen Hohlformen 39 relativ zur vertikalen Durchmesserebene der
zentralen Hohlform 37 ergeben. Werden die Zapfen 53, wie in
1 dargestellt, in die obersten Schlitze der jeweiligen
Stufenschlitzgruppe 51 eingehängt, so sind die seitlichen Hohlformen
39 angehoben und der Krümmungsradius im Zenith der zentralen Hohlform
37 wird im wesentlichen durch den vergleichsweise großen
mittleren Krümmungsradius der seitlichen Hohlformen 39 bestimmt.
4 zeigt die Unterform 1 bei in die jeweils
untersten Schlitze der Stufenschlitzgruppen 51 eingehängten Zapfen
53. In dieser Position sind die seitlichen Hohlformen 39 nach
unten eingeklappt, wodurch der Krümmungsradius im Zenithbereich der Unterform
1 verringert wird.
Es versteht sich, dass anstelle der stufenweisen Verstellung der Bügelflächenkrümmung
auch stufenlose Einstelleinrichtungen vorgesehen sein können, beispielsweise
in der Form, dass die seitlichen Hohlformen 39 um die Zylinderachse der
zentralen Hohlform 37 schwenkbar gelagert werden. Anstelle einer manuellen
Verstellung kann auch ein motorischer Antrieb, beispielsweise in Form eines Elektromotors
oder eines pneumatischen oder hydraulischen Antriebs, vorgesehen sein.
Die zur Fixierung des Bügelguts auf der Bügelfläche
7 und zur Kühlung des Bügelguts über das Halterohr
9 abgeführte Saugluft tritt über eine Vielzahl Durchgangslöcher
55 der die Bügelfläche bestimmenden Wände 41 der
seitlichen Hohlformen 39 in diese ein. In den konkaven Formwänden
45 der Hohlformen 39 sind Öffnungen 57 (3)
vorgesehen, die in jeder Relativstellung der seitlichen Hohlform 39 mit
Öffnungen 59 der zentralen Hohlform 37 kommunizierend überlappen.
Das Halterohr 9 mündet auf der Unterseite der zentralen Hohlform
37 und ist damit über die Öffnungen 57, 59
mit den Durchgangslöchern 55 in Verbindung.
Der die Bügelfläche bestimmende Wandabschnitt
43 der zentralen Hohlform 37 ist gleichfalls mit Durchgangslöchern
61 versehen, so dass Saugluft auch über die zentrale Hohlform
37 eintreten kann.
Der Hohlraum der seitlichen Hohlformen 39 erstreckt sich
aus Stabilitätsgründen nicht bis in den Bereich der Schneide
49. In diesem Bereich sind Durchgangslöcher 63 vorgesehen,
die die Außenflächen der Wände 41, 45 direkt verbinden.
Um auch die Durchgangslöcher 63 im Bereich der Schneide
49 mit dem Saugluftweg zu verbinden, sind die Durchgangslöcher
61 der zentralen Hohlform 37 so angeordnet, dass sie mit der Position
der Löcher 63 in den einzelnen Relativstellungen der seitlichen Hohlformen
39 fluchten. Gegebenenfalls können die Löcher 61 durch
Umfangsnuten am Außenumfang der zentralen Hohlform 37 ergänzt
oder ersetzt sein.
Das vorstehend erläuterte Belüftungssystem wurde für
den Fall der Beschickung mit Saugluft erläutert. Es versteht sich, dass über
dieses Belüftungssystem auch Druckluft oder Heißdampf oder ein anderes
Medium entsprechend dem Bügel- oder Anwendungsprogramm ausgeblasen werden kann.
Der Krümmungsverlauf der Unterform 1 lässt sich
betriebsmäßig sehr rasch verändern. Die seitlichen Hohlformen
39 sitzen in Umfangsrichtung vorpositioniert in den Schlitzen der Stufenschlitzgruppen
51. Zur Fixierung der seitlichen Hohlformen 39 an der zentralen
Hohlform 37 wird, wie 1 zeigt, die bandförmige
Bügelauflage 11 ausgenutzt, die die Hohlformen 37,
39 umschlingt und durch Zugfedern 65 einerseits gestrafft wird
und andererseits die Zapfen 53 in den Schlitzen hält. Die Zugfedern
65 sind an den Längsenden der Bügelauflage 11 lösbar
eingehängt. Zum Verändern des Krümmungsverlaufs der Unterform
1 müssen lediglich die Zugfedern 65ausgehängt, der Bügelbelag
11 abgenommen und die Rastposition der seitlichen Hohlformen
39 verstellt werden. Nach dem der Bügelbezug 11 wieder aufgesetzt
wurde, kann der Bügelbetrieb fortgesetzt werden.