Stand der Technik
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektronischen
Überwachen und Steuern eines Prozesses zum Verstellen beweglicher Teile, insbesondere
von Fenstern und Schiebe-Hebedächern eines Kraftfahrzeugs zur Gewährleistung
eines Einklemmschutzes.
Die bis heute bekannten Verfahren zur Realisierung eines
Einklemmschutzes lassen sich grob in direkte und indirekte Verfahren unterteilen.
Bei den direkten Verfahren wird die Einklemmkraft explizit
mit entsprechend angeordneten Sensoren gemessen und bei Überschreiten eines
vorgegebenen Schwellwerts der Antrieb stillgesetzt oder reversiert. Häufig
werden dabei sogenannte Sensorleisten benutzt, die in die Dichtungen des Anschlages
integriert sind. Der Nachteil der direkten Verfahren liegt im hohen instrumentellen
Aufwand sowie in der relativ geringen Zuverlässigkeit und Beständigkeit
gegenüber Alterungsprozessen.
Die gängigen indirekten Verfahren basieren auf der
Auswertung anderer Meßgrößen, die mit der Kraft in Zusammenhang stehen.
Derartige Meßgrößen sind typischerweise der durch den Antrieb fließende
Strom, die Antriebsgeschwindigkeit des bewegten Teils oder die Drehzahl eines rotierenden
Teils des Antriebs.
Die indirekten Verfahren nutzen die Tatsache, daß
sich die mit der Kraft in Zusammenhang stehenden Meßgrößen im Einklemmfall
ebenfalls ändern und sich somit zur frühzeitigen Erkennung des Einklemmzustandes
eignen. Sie sind jedoch ebenfalls mit einem hohen technischen Aufwand verbunden
und grundsätzlich anfällig gegenüber sich verändernden externen
Einflüssen. So müssen z.B. Fahrzeugbewegungen, Temperatur- und Witterungsschwankungen
oder Alterungsprozesse mit berücksichtigt werden.
Bei einer Kombination beider Verfahren kann die Zuverlässigkeit
zwar gesteigert werden, allerdings steigt damit der technische Aufwand weiter.
DE 196 01 359 A1
beschreibt ein Verfahren zum elektronischen Überwachen und Steuern
eines Prozesses zum Verstellen beweglicher Teile. Bei diesem bekannten Verfahren
werden als charakteristische Größen für eine Erkennungseinrichtung
im Wesentlichen elektrische Ansteuergrößen eines Motors herangezogen und
einem Modell zugeführt. Zunächst erfolgt eine Lernphase, indem das Modell
in einer Normalsituation des Antriebs mit Daten gespeist wird. Ein von dem Normalzustand
abweichender abnormaler Zustand wird dann später durch Vergleich mit dem Modell
festgestellt. Für das analytische, dynamische Modell des Antriebssystems werden
elektrische Kenngrößen zugrunde gelegt, um auf den Antrieb wirkende Last-
und Widerstandsmomente zu berechnen.
DE 196 33 941 A1
schlägt vor, bei einem Stellantrieb zur Bewegung von Fenstern an
Kraftfahrzeugen eine Antriebskraft des Fensters entsprechend einem zuvor aufgenommenen
Reibungskraft-Hubweg-Diagramm steuerungsabhängig festzustellen und eine die
zulässige Schließkraft erhöhte Reibungskraft zu berücksichtigen.
Das Diagramm kann derart aktualisiert werden, dass sich Unterschiede bei der Herstellung
des Kraftfahrzeuges aufgrund von Alterung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Verschmutzung
usw. berücksichtigen lassen.
Vorteile der Erfindung
Das erfindungsgemäße Verfahren zum elektronischen
Überwachen und Steuern eines Prozesses zum Verstellen beweglicher Teile mit
den Merkmalen des Hauptanspruchs hat den Vorteil, daß bei geringerem technischen
Aufwand zur Umsetzung des Verfahrens nicht nur eine wesentlich größere
Zuverlässigkeit sondern auch eine weit höhere Sensibilität und Schnelligkeit
erreicht wird.
Das Verfahren basiert auf einem völlig neuen Ansatz,
der von einer physikalischen Beschreibung des Verstellprozesses ausgeht. Diese Beschreibung
erfolgt auf der Grundlage eines den Verstellprozeß entweder vollständig
oder zumindest in wesentlichen Teilen wiedergebenden Modells, welches in einer
Erkennungseinrichtung abgelegt ist. Mit diesem Modell wird unter Berücksichtigung
gemessener und für den Prozeß charakteristischer Eingangs- und Ausgangsgrößen
ein Auffinden und Optimieren von typischen Prozeßgrößen durchgeführt.
Das Auffinden der Prozeßgrößen kann beispielsweise auf analytischer
oder iterativer Basis erfolgen.
Mittels einer Bewertung der typischen Prozeßgrößen
durch Vergleich mit in der Erkennungseinrichtung abgelegten Prozeßgrößen
kann eine Abweichung des Prozeßverlaufes vom Normalverhalten nicht nur eindeutig
und höchst sensibel erkannt werden, sie kann darüberhinaus auch differenziert
gedeutet werden.
Je nach Bewertung wird eine spezielle Korrekturgröße
für den Prozeß ermittelt, die dem Prozeß zugeführt wird und
ihn beeinflußt. Signalisieren die Prozeßgrößen beispielsweise
bei einem Fenster- oder Schiebedachschließvorgang, daß eine menschliche
Hand eingeklemmt wird, dann wird die Korrekturgröße den Prozeß so
beeinflussen, daß beispielsweise ein Reversieren oder ein Stoppen des elektronischen
Antriebs erfolgt. Vorstellbar ist aber auch, daß bei Erkennen einer partiellen
Schwergängigkeit der Prozeß dahingehend beeinflußt wird, daß
der Motorstrom kurzzeitig erhöht wird.
Die im Anspruch 1 beschriebene Methode zum Auffinden und
Optimieren bestimmter Prozeßgrößen stellt eine spezielle Methode
zur Echtzeit-Auswertung eines gemessenen Werteverlaufs dar. Diese Echtzeitauswertung
gewährleistet einen unmittelbaren Zugriff auf nicht direkt meßbare Größen,
die für die Überwachung des Vorgangs höchst relevant sind und wichtige
Informationen enthalten.
So ist es von Vorteil, wenn das in der Erkennungseinrichtung
abgelegte und den Prozeß beschreibende Modell die mechanischen oder hydraulisch/pneumatischen
Prozesse abbildet, weil damit die Überwachung des Verstellvorganges erst ermöglicht
wird.
Weiterhin vorteilhaft ist, wenn das Modell die Newtonsche
Gleichung in der allgemeinen, vektoriellen Form
beinhaltet. Dabei ist m eine Masse, beispielsweise die Masse des beweglichen Teils,
und F die Summe der wirkenden Kräfte, beispielsweise der Kräfte, die auf
das bewegliche Teil wirken. Die Größe F kann von verschiedenen Parametern
abhängig sein, beispielsweise von Zustandsgrößen wie dem Ort x oder
eine der zeitlichen Ableitungen von x, sowie von speziellen Dämpfungs- und
Reibungsparametern.
Die Gleichung kann in einer vorteilhaften, spezielleren
Form die Gestalt
annehmen. Durch diese Gleichung wird eine Bewegung eines beweglichen Teils beschrieben,
welches einer Dämpfung d, einer Federsteifigkeit c = c(t), einer antreibenden
Kraft FA = K·I sowie einer Störkraft FS unterliegen
kann.
Wichtig für das erfindungsgemäße Verfahren
ist primär nicht das Lösen obiger Differentialgleichung, also das Auffinden
der Funktion x(t), sondern in einer ersten Verfahrensvariante das Auffinden und
Optimieren von Prozeßgrößen, welche für die Erkennung des Einklemmvorganges
und dessen differenzierte Deutung relevant sind, also speziell der Parameter c und
d oder auch von davon abhängigen Größen.
In einer weiteren Verfahrensvariante wird statt der Parameter
c und d wenigstens eine Ausgangsgröße unter Berücksichtung der Struktur
obigen Differentialgleichungstyps berechnet und mit den entsprechenden gemessenen
Ausgangsgrößen verglichen.
Somit findet parallel zum realen Vorgang eine Simulation
statt, die es ebenfalls erlaubt, eine Abweichung vom Normalfall und insbesondere
einen Einklemmvorgang sicher zu erkennen.
Beide Verfahrensvarianten werden im folgenden noch ausführlich
beschrieben.
Die Differentialgleichung des in der Erkennungseinrichtung
abgelegten Modells ist nicht auf eine spezielle Form beschränkt, wichtig ist
lediglich, daß mit ihr die mechanischen oder die hydraulisch/pneumatischen
Prozesse beschreibbar sind. Sie kann beispielsweise auch noch weitere Störgrößen
berücksichtigen oder in alternativen Darstellungen beispielsweise in den Frequenzbereich
transformiert werden.
Durchaus denkbar ist auch, daß das die verschiedenen
Prozesse abbildende Modell lediglich aus Datenfeldern besteht, aus denen die optimalen
typischen Prozeßgrößen herausgezogen und mit den berechneten Prozeßgrößen
verglichen werden. Durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens nach dem Hauptanspruch möglich.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich, wenn in das Modell zur
Beschreibung des Verstellvorganges bzw. des Öffnungs- und Schließvorganges
eine Differentialgleichung mit eingeht, die den Stromaufbau im elektronischen Antrieb
beschreibt.
Eine derartige Gleichung für die Antriebskraft FA
in der allgemeinen Form
liefert einen Zusammenhang zwischen den mechanischen und den elektrischen Größen
zur Beschreibung des Verstellprozesses.
Eine mögliche Differentialgleichung für permanenterregte
Gleichstrommotoren hat die allgemeine Form
Mit obiger Gleichung für den Stromaufbau läßt sich besagter Zusammenhang
zwischen den mechanischen Größen der Bewegungsgleichung und den elektrischen
Größen, also dem durch den elektronischen Antrieb fließenden Strom
I, der am Antrieb anliegenden, elektrischen Spannung U und dem elektrischen Widerstand
R des Antriebs, herstellen.
Somit kann in vorteilhafter Weise als Eingangsgröße
für das erfindungsgemäße Verfahren die am elektronischen Antrieb
anliegende Spannung U verwendet werden.
Als die der Erkennungseinrichtung zugeführten Ausgangsgrößen
eignen sich der durch den elektronischen Antrieb fließende Strom I und/oder
die Position x des beweglichen Teils und/oder eine zur Position x proportionale
Winkelstellung ϕ eines rotierenden Teiles des elektronischen Antriebs und/oder
eine der zeitliche Ableitungen der Position x bzw. der Winkelstellung ϕ oder
eine geeignete Verknüpfung aus den genannten Größen.
Im folgenden wird die erste Variante des Verfahrens in
allgemeiner Form beschrieben, bei der das Auffinden und Optimieren der Prozeßgrößen
auf der Grundlage des sogenannten Parameteridentifikationsmodells durchgeführt
wird.
Im Rahmen dieser Variante werden die für den Verstellprozeß
bzw. den Öffnungs- und Schließvorgang charakteristischen Parameter, nämlich
die Federsteifigkeit c und der Dämpfungsterm d oder davon abhängige Größen
berechnet und optimiert. Der Optimierungsprozeß erfolgt auf der Grundlage des
den Prozeß beschreibenden Modells unter Berücksichtigung der gemessenen
Eingangs- und Ausgangsgrößen, wobei in der Erkennungseinrichtung die den
gemessenen Ausgangsgrößen entsprechenden Ausgangsgrößen berechnet
werden. Die Parameter c und d werden dann in der Weise angepaßt, daß die
berechneten Ausgangsgrößen mit den realen, gemessenen Ausgangsgrößen
möglichst gut übereinstimmen.
Anders ausgedrückt wird auf der Grundlage gemessener
Daten ein Satz von Parametern bestimmt, anhand dessen sehr zuverlässig auf
eine Abweichung vom Normalverlauf, beispielsweise auf einen Einklemmvorgang geschlossen
werden kann.
Die beiden Parameter c und d, also die Federsteifigkeit
c und der Dämpfungsterm d, steigen im Einklemmfall sehr stark an und sind zum
Überwachen eines Verstellvorgangs und zum Erkennen eines Einklemmvorgangs besonders
gut geeignet. Verändern sich die berechneten und optimierten Parameter, insbesondere
die Federsteifigkeit c, ist davon auszugehen, daß ein anormaler Zustand, beispielsweise
ein Einklemmzustand vorliegt und es können Maßnahmen zum Reversieren oder
Stoppen des elektronischen Antriebs eingeleitet werden.
Ein weiterer Vorteil dieser Verfahrensvariante liegt darin,
daß durch das Optimieren der relevanten Parameter der Einklemmvorgang differenziert
auswertbar ist. Beispielsweise gibt der absolute Wert des Parameters c oder auch
seine zeitliche Entwicklung Aufschluß darüber, ob ein weicher oder ein
harter Gegenstand eingeklemmt wird. So kann beispielsweise erkannt werden, ob sich
relativ weiche Körperteile eines Menschen, wie z. B. der Hals, oder relativ
harte Körperteile, wie z.B. der Kopf, zwischen dem Fenster und dem Fensterrahmen
befinden. Auch für menschliche Gliedmaßen liegen typische Werte des Parameters
c vor, so daß auch solche Einklemmvorgänge erkennbar sind.
Anhand des absoluten Wertes des Dämpfungsparameters
d oder dessen zeitlicher Entwicklung kann gezielt auf bestimmte Systemgrößen
geschlossen werden, beispielsweise ob an einer bestimmten Stelle lediglich eine
Schwergängigkeit vorliegt, von der akut keine Einklemmgefahr ausgeht.
Diese differenzierte Deutung ermöglicht es nicht nur
eindeutige Einklemmsituationen sicher zu erkennen, sondern auch optimale Maßnahmen
zu deren Beseitigung zu ergreifen. Außerdem erlaubt sie die Adaption des Systems
an sich verändernde Bedingungen, beispielsweise das Heraufsetzen des Schwellwertes
für das Stoppen oder Reversieren des Antriebs bei unkritischen Schwergängigkeiten.
Das Auffinden und Optimieren der beiden Parameter der Dämpfung
d und der Federsteifigkeit c kann noch verbessert werden, wenn zusätzlich eine
Störgröße FS, also beispielsweise externe Kräfte,
die von Fahrzeugbewegungen verursacht werden, mitbestimmt wird. Gelingt es nämlich
diese Störgrößen herauszufiltern, dann wird eine höhere Genauigkeit
und Sensibilität erreicht.
Eine zweite vorteilhafte Variante des Verfahrens besteht
darin, daß die fortlaufende Optimierung der typischen Prozeßgrößen
auf der Grundlage des sogenannten Beobachtungsmodells durchgeführt wird. Im
Rahmen dieser zweiten Variante werden nicht die das System bestimmenden Parameter
der Federsteifigkeit c und der Dämpfung d optimiert, sondern vielmehr ein Auffinden
und Optimieren bestimmter und wenigstens einer Ausgangsgröße durchgeführt.
Das dieser Variante zugrunde liegende Prinzip ist eine
Simulation des Verstellvorganges bzw. des Öffnungs- und Schließvorganges
in der Erkennungseinrichtung, die parallel zu dem realen Vorgang abläuft. Um
diese Echtzeit-Simulation zu starten, ist eine gemessene Eingangsgröße
erforderlich, mit der eine Ausgangsgröße berechnet wird. Die Berechnung
der Ausgangsgröße kann fortlaufend korrigiert werden, indem zusätzlich
die gemessene Ausgangsgröße berücksichtigt wird. Somit wird der Genauigkeitsgrad
der Simulation sukzessive erhöht.
Genau wie bei dem ersten Verfahren der Parameteridentifikation
wird auch hier eine berechnete Systemgröße an eine gemessene Systemgröße
optimal angepaßt. Zum eigentlichen Erkennen des Einklemmvorgangs werden sogenannte
Residuen gebildet, die den Unterschied zwischen den gemessenen Ausgangsgrößen
und den optimierten Ausgangsgrößen wiedergeben.
Diese Residuen können beispielsweise durch Entkopplung
von externen Störkräften so ausgelegt werden, daß sie sehr empfindlich
auf einen tatsächlichen Einklemmvorgang reagieren, und gleichzeitig unempfindlich
gegenüber externen Störungen sind.
Zeichnung
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele eines
erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert.
Es zeigen Figur 1 einen Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens nach einer ersten Variante,
Figur 2 einen Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens nach einer zweiten
Variante,
und Figur 3 eine Vorrichtung zur Anwendung der beschriebenen Verfahrensvarianten.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Das in Figur 1 dargestellte Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Verfahrens zum elektronischen Überwachen und Steuern
eines Prozesses zum Verstellen beweglicher Teile zeigt eine erste Variante, bei
der als Eingangsgröße 12 eine Spannung U an einem zu überwachenden
System 10 anliegt. Die Ausgangsgröße 14 ist die Position des zu verstellenden
Teils. Die Eingangsgröße 12 und die Ausgangsgröße 14 des zu
überwachenden Systems 10 werden einer Erkennungseinrichtung 16 zugeführt.
Diese Erkennungseinrichtung 16 enthält einen Optimierungsbaustein 18, in dem
als die mechanischen Prozesse abbildendes Modell die Differentialgleichungen
und
abgelegt sind.
Dabei ist K eine Konstante, ẋ die Geschwindigkeit
des beweglichen Teils, L die Induktivität des Antriebs, I der elektrische Strom
im Antrieb, İ die zeitliche Änderung des elektrischen Stroms im Antrieb,
U die am Antrieb anliegende elektrische Spannung, R der elektrische Widerstand des
Antriebs, K·I die Antriebskraft FA, d ein Dämpfungsterm, c
die Federsteifigkeit, FS eine Störkraft und g die Gravitationskonstante.
In einer Untereinheit 20 des Optimierungsbausteins 18 wird
auf der Grundlage dieses Modells und mit einem vorgegebenen, ersten Satz von Parametern
für die Federsteifigkeit c, dem Dämpfungsterm d und der Störgröße
FS die Ausgangsgröße 14, also die Position des zu verstellenden
Teils, berechnet.
Mit Hilfe eines Vergleichs der auf dieser Grundlage berechneten
Position mit der gemessenen Position wird entschieden, ob dieser erste Parametersatz
im Rahmen einer vorgegebenen Genauigkeit zur Bewertung des Prozesses weiter benutzbar
ist, oder ob die Parameter c, d und FS beispielsweise aufgrund schwankender
Umgebungsbedingungen an das geänderte System angepaßt werden müssen.
Ist letzteres der Fall, so wird der Satz von Parametern so lange optimiert, bis
das berechnete Systemverhalten bzw. die berechnete Position mit dem gemessenen Systemverhalten
bzw. der gemessenen Position ebenfalls im Rahmen einer vorgegebenen Genauigkeit
übereinstimmt.
Die so optimierten und gefundenen Parameter werden anschließend
einem Zwischenspeicher 24 als Teil eines Vergleichsbausteins 22 zugeführt.
In diesem Vergleichsbaustein ist weiterhin ein Speicher 26 enthalten, in dem Vergleichswerte
für den berechneten Satz von Parametern abgelegt sind.
Die Bewertung der berechneten und optimierten Parameter
erfolgt auf der Grundlage eines Vergleichs mit den im Speicher 26 abgelegten und
für den jeweiligen Prozeßschritt relevanten Parametern. In Abhängigkeit
davon wird eine Korrekturgröße 28 ermittelt, die dem zu überwachenden
System 10 bzw. dem laufenden Prozeß zugeführt wird. Dies ermöglicht
es, den Prozeß je nach ermittelter Korrekturgröße 28 mehr oder weniger
stark zu beeinflussen. Beispielsweise kann bei starker Abweichung der optimierten
Federsteifigkeit c von der im Speicher 26 abgelegten Federsteifigkeit c auf einen
Einklemmvorgang geschlossen und ein Reversieren oder Stoppen des in Figur 3 dargestellten
elektronischen Antriebs 34 eingeleitet werden.
In Figur 2 ist eine zweite Verfahrensvariante dargestellt,
bei der für gleiche Positionen wie in Figur 1 gleiche Bezugszahlen verwendet
werden.
Bei dieser zweiten Verfahrensvariante wird in der Erkennungseinrichtung
16 der Verstellprozeß simuliert. Dies geschieht unter Berücksichtigung
der gemessenen Eingangsgröße 12, in dem Fall der Spannung U, und der gemessenen
Ausgangsgröße 14, hier die Position des zu verstellenden Teils, wobei
die Ausgangsgröße fortlaufend berechnet und an die gemessene Ausgangsgröße
14 angepaßt wird. Ist die Anpassung innerhalb gewisser Grenzen optimal, dann
wird in der Untereinheit 20 die Differenz 15 zwischen berechneter und gemessener
Ausgangsgröße gebildet. Diese Differenzen 15, die als Residuen bezeichnet
werden, werden an den Bewertungsbaustein 22 weitergeleitet, der eine dem Residuum
entsprechende Korrekturgröße 28 an das zu überwachende System 10
schickt. Die Korrekturgröße 28 beeinflußt genau wie in dem ersten
Ausführungsbeispiel den zu überwachenden Prozeß.
In Figur 3 ist als Beispiel für ein zu überwachendes
System eine Fahrzeugtür 10 mit einem Türrahmen 30 und einer Fensterscheibe
32 dargestellt. Die Fensterscheibe 32 wird von einem elektronischen Antriebssystem
34 angetrieben und erlaubt das Öffnen und Schließen des Fensters 32.
Mit den beiden schon ausführlichen beschriebenen Verfahrensvarianten
läßt sich somit eine Überwachung des Öffnungs- und Schließvorganges
des in Figur 3 dargestellten Fensters einer Kraftfahrzeugtür durchführen.