Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kalibration
von Hyperspektralinstrumenten sowie ein Hyperspektralinstrument.
Hyperspektralinstrumente dienen zur Erfassung einer Vielzahl von spektralen
Kanälen, wobei je nach Anwendungsgebiet der Bereich von 200 nm bis ins nahe
Infrarot gehen kann. Typischerweise umfassen die Hyperspektralinstrumente Elemente
zur spektralen Zerlegung und einen matrixförmigen Hyperspektralsensor. Dabei
dient die eine Dimension des Hyperspektralsensors zur Erfassung der unterschiedlichen
Wellenlängen und die andere zur Abbildung eines Bildstreifens. Der gesamte
Informationsgehalt der Matrix ist somit die volle spektrale Information eines Bildstreifens.
Zur Kalibration der Hyperspektralinstrumente ist bereits vorgeschlagen worden, schmalbandige
Kalibrationsquellen zu verwenden, die Fraunhofer Linien des Sonnenspektrums oder
Absorptionslinien von mit seltenen Erden dotierten Diffusermaterialien verwenden.
Alle diese Verfahren basieren auf dem Prinzip, die Position von Absorptions- oder
Emissionslinien, die schmaler als eine Pixelbreite in der spektralen Richtung sind,
mit Hilfe einzelner Pixel zu bestimmen. Nachteilig an diesem bekannten Verfahren
ist es, dass die Position dieser Absorptions- oder Emissionslinien praktisch nur
auf ein Pixel genau bestimmt werden kann. Die Breite der Pixel kann jedoch nicht
beliebig verkleinert werden, da dann neben den technologischen Grenzen vor allem
das Signal-Rausch-Verhältnis zu schlecht wird.
Aus der US 6,111,640 A
eine Vorrichtung zur Kalibration eines Hyperspektralinstrumentes bekannt, umfassend
mindestens eine Kalibrationsquelle, die ein reproduzierbares, stabiles Spektrum
erzeugt, und ein Hyperspektralinstrument, das mindestens einen matrixförmigen
Hyperspektralsensor umfasst, wobei eine Dimension die spektralen Informationen eines
Bildpunktes erfasst und eine zweite Dimension eine Ortsinformation eines Bildpunktes
erfasst.
Aus der EP 1 626 256 A1
ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verfeinerung der örtlichen Auflösung
multispektraler Fernerkundungsdaten bekannt, wobei die örtlichen Teilgebiete
eines Multispektralsensors unterschiedlich groß sind.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Kalibration von Hyperspektralinstrumenten sowie ein hierfür
geeignetes Hyperspektralinstrument zu schaffen, mittels dessen bei gutem Signal-Rausch-Verhältnis
eine hohe Kalibrationsgüte erreichbar ist.
Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch die Gegenstände
mit den Merkmalen der Patentansprüche 1, 6 und 7. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Hierzu ist die Pixelbreite in der Dimension der spektralen Information
an Rändern der Matrix schmaler als im mittleren Bereich, wobei anhand der absoluten
spektralen Lage von Teilen des Spektrums der Kalibrationsquelle auf den schmalen
Pixeln auf die Lage des Spektrums bezogen auf die mittleren Pixel zurückgeschlossen
werden kann. Der Grundgedanke der Erfindung liegt darin, die Matrix zu unterteilen,
wobei der mittlere Bereich für die Nutzinformationen und der oder die Randbereiche
für die Kalibration ausgelegt sind. Somit kann die Pixelbreite im mittleren
Bereich auf ein ausreichendes SNR-Verhältnis ausgelegt werden, wobei die Pixelbreite
in den Randbereichen auf die Genauigkeit der Kalibration abgestimmt wird. Dabei
kann das Verhältnis zwischen der Pixelbreite der mittleren Pixel und der Pixel
am Rand beispielsweise 3–10:1 betragen. Ein weiterer Vorteil ist, dass nicht
Kalibrationsquellen mit scharfen Linien erforderlich sind, da über die Randbereiche
ein Teilspektrum hochaufgelöst aufgenommen wird (je nach Pixelbreite der Pixel
im Randbereich).
Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung zwei Kalibrationsquellen, wobei
diese vorzugsweise unterschiedliche Spektren emittieren. Dies vereinfacht die Erzeugung
eines Gesamtspektrums, das auf dem linken und rechten Rand der Matrix ein Signal
erzeugt, das ausreichend groß ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vor dem Eingang
des Hyperspektralinstruments ein einschwenkbarer, diffuser Kalibrationsscreen angeordnet,
wobei die Kalibrationsquellen auf den Kalibrationsscreen ausgerichtet sind, so dass
die vom Kalibrationsscreen reflektierte Strahlung gestreut in das Hyperspektralinstrument
gelangt. Dies ermöglicht eine Anordnung der für die Kalibration notwendigen
Elemente derart, dass diese den normalen Betrieb nicht stören, so dass die
Kalibration auch in-orbit, d.h. auf dem Satelliten durchgeführt werden kann.
Der Hyperspektralsensor ist vorzugsweise als CCD- oder CMOS-Matrix-Sensor
ausgebildet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Die Fig. zeigen:
1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur
Kalibration von Hyperspektralinstrumenten und
2 eine schematische Darstellung der Pixel-Verteilung
eines matrixförmigen Hyperspektralsensors.
Die Vorrichtung 1 zur Kalibration eines Hyperspektralinstrumentes
2 umfasst zwei Kalibrationsquellen 3, die jeweils ein reproduzierbares,
stabiles Spektrum erzeugen, und einen diffusen Kalibrationsscreen 4 mit
nachgeordneter Blende 5. Der Kalibrationsscreen 4 ist schwenkbar
gelagert und kann zu Kalibrationszwecken in die optische Achse des Hyperspektralinstrumentes
2 geschwenkt werden. Im Betrieb des Hyperspektralinstrumentes
2 ist der Kalibrationsscreen 4 hingegen aus der optischen Achse
geschwenkt. Je nach Ausgestaltung kann die Blende 5 ortsfest oder verschwenkbar
ausgebildet sein, es muss nur sichergestellt werden, dass während des Kalibrationsvorganges
keine zusätzliche Strahlung von einer nicht dargestellten Eingangsoptik auf
den Kalibrationsscreen 4 fällt. Vereinfacht ausgedrückt muss
bei einer ortsfesten Blende 5 diese bei der Kalibration geschlossen und
im Betrieb geöffnet werden. Die beiden Kalibrationsquellen 3 sind
nun derart ausgerichtet, dass deren Strahlung auf den Kalibrationsscreen
4 fällt und von dort in das Hyperspektralinstrument 2 fällt.
Das Hyperspektralinstrument 2 umfasst mindestens ein Element, das die Strahlung
der Kalibrationsquellen ebenso wie die Strahlung im Betrieb spektral zerlegt und
auf einen matrixförmigen Hyperspektralsensor 6 abbildet, wobei jeweils
ein Bildstreifen spektral zerlegt auf dem Hyperspektralsensor 6 abgebildet
wird.
Dieser Hyperspektralsensor 6 ist in 2
schematisch dargestellt. Dabei dient die erste Dimension D1 zur Bilderzeugung und
die zweite Dimension D2 enthält die spektrale Information. Dabei sei nachfolgend
angenommen, dass von unten nach oben in der 2 die Wellenlänge
ansteigt. Wie man nun weiter der 2 entnehmen kann, sind
im mittleren Bereich Pixel 7 mit einer Pixelbreite B und ober- und unterhalb
Pixel 8 mit einer Pixelbreite b angeordnet, wobei gilt B > b. Das Spektralzerlegeelement
ist dabei derart ausgerichtet, dass das interessierende Spektrum auf die Pixel
7 fällt, wo sich aufgrund ihrer Größe ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis
einstellen lässt. Die Pixel 8 hingegen dienen primär zur Kalibration.
Zur Erläuterung der Kalibration diene folgendes Beispiel: Der
interessierende Spektralbereich sei der sichtbare Bereich von 380–780 nm,
wobei dann durch eine Grobeinstellung das Spektrum von 360–800 nm die Pixel
7 überdeckt. Die Kalibrationsquellen erzeugen nun ein Spektrum von
260–1100 nm, wobei die spektrale Verteilung reproduzierbar fest ist. Der
Anteil des Spektrums von 800–1100 nm fällt dann auf die oberen Pixel
8 und der Anteil von 360–200 nm auf die unteren Pixel
8. Da nun die spektrale Empfindlichkeit der Pixel 7,
8a priori bekannt ist und auch das Spektrum der Kalibrationsquellen
3, kann nun anhand der Auswertung der Pixel 8 die Lage des Spektrums
absolut auf eine Pixelbreite b bestimmt werden. Liegt beispielsweise bei 260 nm
ein relatives Maximum vor, so wird dies bei einem bestimmten unteren Pixel
8 wiedergefunden. Durch eine oder mehrere solcher Stellen kann dann eine
Interpolation der Verteilung des gesamten Spektrums über alle Pixel
7, 8 vorgenommen werden. Da nun die Breite b der Pixel
8 ein Vielfaches kleiner als die Breite B der Pixel 7 ist, wird
entsprechend die Güte der Kalibration besser als ein Pixel bezogen auf die
Pixelbreite B der Pixel 7. Dabei ist es klar, dass prinzipiell die Pixel
8 nur an einem Rand vorhanden sein müssen, wobei dann die Interpolation
nur aus einer Richtung erfolgt. Eine Interpolation aus zwei Richtungen hat jedoch
den Vorteil einer größeren Genauigkeit. Dabei kann weiter vorgesehen sein,
dass die beiden Kalibrationsquellen unterschiedlich emittieren, wobei die eine Kalibrationsquelle
primär oberhalb und die andere primär unterhalb der Wellenlängen
der interessierenden Nutzstrahlung emittieren. Ist die spektrale Verteilung nahezu
linear, so kann die Kalibrationsquelle auch nahezu monochromatisch als LED ausgebildet
sein.