1. Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schuh, insbesondere einen
Sportschuh.
2. Der Stand der Technik
Schuhe müssen einer Vielzahl von technischen Anforderungen genügen.
Zum einen sollen die auf den Körper einwirkenden Bodenreaktionskräfte
wirksam gedämpft werden. Zum anderen soll ein korrekter Schrittzyklus unterstützt
und Fehlstellungen gegebenenfalls korrigiert werden. Gleichzeitig soll ein Schuh,
insbesondere ein Sportschuh, möglichst leicht gebaut sein, da die für
den Bewegungsablauf erforderliche Energie direkt proportional zum Gewicht des Schuhs
ist. Es ist daher seit langem ein Ziel der Entwicklung moderner Sportschuhe einerseits
die erläuterten biomechanischen Anforderungen zu erfüllen und andererseits
einen dauerhaften Schuh mit einem möglichst geringen Gewicht zu fertigen.
In der Vergangenheit konzentrierten sich dabei die Verbesserungen
auf die Schuhsohle. So hat die Anmelderin in der DE
41 14 551 A1, der EP 0 741 529 A1,
der DE 102 34 913 A1, und der
DE 102 12 862 C1 verschiedene Sohlenkonstruktionen
offenbart, in denen die üblicherweise verwendete, durchgehende EVA-Zwischensohle
zumindest teilweise durch einzelne Elemente ersetzt wird. Ferner zeigen diese Druckschriften
die Verwendung von Dämpfungselementen, die nicht mehr aus aufgeschäumten
Materialien bestehen, sondern fachwerkartige, elastische Strukturen verwenden, mit
denen das Gewicht der Schuhsohle erheblich reduziert und gleichzeitig die Lebensdauer
des Schuhs gesteigert wird.
Darüber hinaus hat die Anmelderin in der DE
199 19 409 C1 bereits eine Sprintplatte mit einer in das Schuhoberteil
integrierten Fersenschale offenbart, mit der die Leistungsfähigkeit eines Läufers
gesteigert werden soll.
Im Hinblick auf die Gestaltung des Schuhs im Bereich oberhalb der
Sohle verwenden jedoch die in den oben genannten Druckschriften offenbarten Schuhe
einen im Wesentlichen herkömmlichen Aufbau, bei dem das Schuhoberteil sich
vom Rand der Sohle ausgehend nach oben um den Fuß herum erstreckt. Zur Verstärkung
wird im Fersenbereich manchmal eine separate Fersenkappe o.ä. integriert. Dieser
bekannte Aufbau des Schuhoberteils und seine Verbindung mit der Sohle bringt jedoch
ein erhebliches Gewicht mit sich. Darüber hinaus muss bei der Herstellung eine
Vielzahl von Einzelteilen manuell miteinander vernäht oder verklebt werden,
was zu hohen Kosten führt.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, einen
dauerhaften Schuh, insbesondere einen Sportschuh, bereitzustellen, der auch oberhalb
der Sohle gewichtsoptimiert ist und sich darüber hinaus besonders einfach herstellen
lässt.
3. Zusammenfassung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung löst dieses Problem durch einen Schuh,
insbesondere einen Sportschuh, mit einer Sohle, einem Fersenbereich und einem einstückig
ausgebildeten Sohlenelement. Das Sohlenelement umfasst eine Sohlenfläche, die
sich unterhalb des Fußes erstreckt und eine Fersenschale, die die Ferse des
Fußes dreidimensional umgibt, wobei die Fersenschale allein zumindest eine
Teilfläche einer Seitenwand des Fersenbereichs des Schuhs bildet.
Das erfindungsgemäße einstückige Sohlenelement stellt
somit nicht nur einen Bestandteil der Sohle dar, sondern ersetzt darüber hinaus
im Fersenbereich zumindest Teilbereiche der üblichen Seitenflächen des
Schuhs (die üblicherweise aus dem Material des Schuhoberteils hergestellt sind,
verstärkt mit einer separaten Fersenschale). Damit wird einerseits ein stabiler
und kostengünstig herstellbarer Übergang zwischen dem Sohlenbereich und
dem Schuhoberteil bereitgestellt. Zum anderen kann der gesamte Schuh mit geringerem
Gewicht aufgebaut werden, da das aus leichten Kunststoffmaterialien herstellbare
Sohlenelement das vergleichsweise schwere Material des Schuhobereils, beispielsweise
Leder oder ein Gewebe mit den im Fersenbereich üblicherweise eingearbeiteten
Verstärkungen ebenso ersetzen kann, wie gegebenenfalls eine separate Innensohle
und/oder andere übliche Sohlenbestandteile. Darüber hinaus kann der Fertigungsaufwand
für den erfindungsgemäßen Schuh erheblich reduziert werden, da das
direkte Vernähen des Schuhoberteils mit der Sohle zumindest teilweise entfallen
kann und die Anzahl der insgesamt für die Herstellung des Schuhs erforderlichen
Bauteile deutlich verringert wird.
Vorzugsweise wird das einstückige Sohlenelement aus einer Mehrzahl
von Materialien gefertigt, insbesondere durch Mehrkomponentenspritzen. Dadurch lassen
sich die Materialeigenschaften in unterschiedlichen Bereichen des Sohlenelements
optimieren, beispielsweise im Hinblick auf das Gewicht, die Steifigkeit und/oder
die äußere Erscheinung, ohne dass es zusätzlicher Fertigungsschritte
bedarf, mit denen eine Mehrzahl von Einzelteilen miteinander vernäht, verklebt
oder in sonstiger Weise verbunden werden müssen.
Bevorzugt ist das Schuhoberteil des Schuhs im Fersenbereich am oberen
Rand der Fersenschale befestigt, wobei der entsprechende Randbereich vorzugsweise
mit einer dünneren Wandstärke und/oder aus einem weicheren Material versehen
ist als in anderen Bereichen des Sohlenelements. Damit wird ein gleichmäßiger
Übergang im Schuh zwischen dem einstückigen Sohlenelement und dem üblicherweise
aus einem textilen Material gefertigten Schuhoberteil erreicht. Ferner lässt
sich die Verbindung zwischen dem Sohlenelement und dem Material des Schuhoberteils
leichter herstellen, beispielsweise durch Vernähen, wenn der Randbereich eine
dünnere Wandstärke und/oder ein weicheres Material aufweist.
In einem Ausführungsbeispiel erstreckt sich das Sohlenelement
im Bereich des Fußgewölbes seitlich nach oben und umgreift seitlich den
Mittelfußbereich vorzugsweise bis zum Spann. Das einstückige Sohlenelement
wird damit zum tragenden Element des gesamten Schuhaufbaus und fasst den Fuß
von mehreren Seiten ein.
In einem Ausführungsbeispiel, das insbesondere für Fußballschuhe
geeignet ist, erstreckt sich die Sohlenfläche des Sohlenelements vom Fersenbereich
zumindest bis zum Mittelfußbereich und vorzugsweise im Wesentlichen über
die gesamte Fläche unterhalb des Fußes. Damit kann das einstückige
Sohlenelement weitgehend die Deformationseigenschaften des Schuhs bei Belastung
bestimmen.
In weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist das Sohlenelement
transparente Bereiche und/oder Ventilationsöffnungen und/oder Verstärkungsrippen
auf, insbesondere im Bereich der Teilfläche, in der das Sohlenelement allein
die Seitenwand des Schuhs bildet. Mit diesen zusätzlichen Merkmalen lassen
sich in einfacher Weise das optische Erscheinungsbild des Schuhs, seine Belüftungseigenschaften
und die Steifigkeit des Schuhschafts beeinflussen.
In einem insbesondere für Laufschuhe geeigneten Ausführungsbeispiel
ist die Sohlenfläche als eine Lastverteilungsplatte ausgebildet, unterhalb
derer zumindest ein Dämpfungselement angeordnet ist. Dies erleichtert die bevorzugte
Verwendung der eingangs erläuterten Sohlenkonstruktionen der Anmelderin, die
zusätzlich das Gewicht des Schuhs verringern und die Lebensdauer des Schuhs
erhöhen. Dazu werden vorzugsweise eine Mehrzahl von Dämpfungselementen
unterhalb der Sohlenfläche angeordnet, die auf ihrer Unterseite durch eine
gemeinsame Außensohle miteinander verbunden sind. Eine direkte Verbindung zwischen
der Sohlenfläche und den Dämpfungselementen führt zu einer besonders
effektiven Lastverteilung.
In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels weist die
Sohlenfläche im Bereich unterhalb des Calcaneus-Knochens eine Öffnung
und/oder einen Bereich aus einem weicheren Material auf, als in den umgebenden Bereichen
der Sohlenfläche. Insbesondere bei Sohlenelementen mit vergleichsweise starrer
Sohlenfläche wird dadurch sowohl der Tragekomfort gesteigert, als auch eine
punktuelle Überbelastung des für die Sohlenfläche verwendeten Kunststoffmaterials
verhindert. Wird nämlich oberhalb dieser Öffnung und/oder des Bereichs
aus einem flexiblen Material eine zusätzliche Dämpfungsschicht angeordnet,
beispielsweise in Form einer entsprechend gepolsterten Innensohle, kann das Dämpfungsmaterial
bei Belastungsspitzen, wie sie unterhalb des Calcaneus-Knochens beim Aufsetzen mit
der Ferse auftreten, in die Öffnung oder den flexibleren Bereich hinein expandieren.
Durch eine geeignete Verstärkung der Innensohle in diesem Bereich kann diese
Expansion begrenzt werden, um Beschädigungen zu vermeiden. Alternativ oder
zusätzlich kann ein weiteres Dämpfungselement im Bereich des Calcaneus-Knochens
unterhalb der Sohlenfläche angeordnet werden.
Weitere Fortbildungen des erfindungsgemäßen Schuhs sind
in weiteren abhängigen Patentansprüchen definiert.
4. Kurze Beschreibung der begleitenden Figuren
Im Folgenden werden Aspekte der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme
auf die begleitenden Figuren genauer erläutert. Diese Figuren zeigen:
1: Eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Schuhs;
2: Eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels
eines Sohlenelements für den erfindungsgemäßen Schuh aus
1;
3a–c: Darstellungen eines weiteren Ausführungsbeispiels
eines Sohlenelements für einen erfindungsgemäßen Schuh;
4a–d: Darstellungen eines weiteren Ausführungsbeispiels
eines Sohlenelements für einen erfindungsgemäßen Schuh mit unterschiedlichen
Materialien in verschiedenen Bereichen des Sohlenelements; die 4b–4d
zeigen Schnitte entlang der Linien b-b, c-c bzw. d-d. in 4a;
5: Eine Gesamtdarstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Schuhs;
6: Eine Detaildarstellung eines Sohlenelements für
den Schuh aus 5; und
7: Eine Explosionsdarstellung des Sohlenensembles des
Schuhs aus 5.
5. Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
zunächst anhand von Sohlenelementen für Fußballschuhe und dann anhand
eines Ausführungsbeispiels eines Sohlenelements für einen Laufschuh näher
erläutert. Es versteht sich jedoch, dass die vorliegende Erfindung nicht auf
diese Schuhtypen begrenzt ist, sondern beispielsweise auch in Trainingsschuhen,
Basketballschuhen, Langlaufschuhen, Wanderschuhen etc. eingesetzt werden kann.
Die 1 und 2
zeigen Seitenansichten eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Schuhs (vgl. 1) und eines erfindungsgemäßen
Sohlenelements 10 (vgl. 2), das in dem Schuh
aus 1 verwendet wird. Wie man erkennen kann, ist das
Sohlenelement 10 als ein einstückiges Bauteil ausgebildet. Ausgehend
von einer Sohlenfläche 20 (vgl. 2), die
sich unterhalb des Fußes erstreckt, umfasst das Sohlenelement 10 mit
einer Fersenschale 30 die Ferse des Fußes (in den 1
und 2 nicht dargestellt). Anders als in herkömmlichen
Konstruktionen ist diese Fersenschale 30 jedoch nicht vollständig
in das Schuhoberteil integriert. Stattdessen bildet im Fersenbereich ausschließlich
die Fersenschale 30 die den Fuß umschließende Seitenwand des
Schuhs (vgl. 1).
Das Schuhoberteil 40 ist daher im Fersenbereich nicht bis
zur Sohle durchgezogen, sondern an einem oberen Randbereich 31 des Sohlenelements
10 befestigt. Unterschiedliche Techniken kommen dazu in Betracht, beispielsweise
ein Verkleben, Verschweißen, aber auch ein Vernähen, um das Schuhoberteil
40 am Randbereich 31 des Sohlenelements 10 zu befestigen.
Da das Schuhoberteil 40 des erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels
sich verglichen mit üblichen Schuhen nur über einen kleineren Teil der
Schuhaußenfläche erstreckt, wird das Gewicht des Schuhs reduziert (da
keine Verdopplung der Materiallagen vorliegt) und damit der Energieaufwand für
jegliche Bewegung mit dem Schuh verringert.
Das in den 1 und 2
dargestellte Sohlenelement 10 erstreckt sich ausgehend von seiner Sohlenfläche
20 auch in einem lateralen Seitenbereich 35 nach oben. Insbesondere
dieser Seitenbereich 35 mit seiner rippenartigen Struktur lässt in
2 erkennen, dass das einstückige Sohlenelement
10 vorzugsweise aus mehreren Materialien gefertigt ist. Während beispielsweise
der Randbereich 31 aus einem vergleichsweise flexiblen Kunststoffmaterial,
beispielsweise einem weichen thermoplastischen Urethan (TPU) gefertigt ist, wird
für die Fersenschale 30, die den Fuß von hinten stützt und
damit zur Stabilität des gesamten Schuhs beiträgt, im Ausführungsbeispiel
der 1 und 2 ein härter
eingestelltes TPU verwendet.
Eine einstückige Herstellung aus zwei oder mehreren Materialien
ist heutzutage problemlos durch Mehrkomponentenspritzen des Sohlenelements
10 möglich, wobei die verschiedenen Materialien entweder nacheinander
oder gleichzeitig in eine geeignete Form gespritzt werden oder ein zweites Sohlenmaterial
um einen Vorformling herumgespritzt wird, der zur Verstärkung dient und bereits
in der Form angeordnet ist. Diese Herstellungstechniken an sich sind dem Fachmann
bekannt und müssen daher nicht weiter erläutert werden. Das in
4a dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt ein
Sohlenelement 10 mit aneinander angrenzenden Bereichen aus unterschiedlichen
Materialien. Neben einem scharfen Übergang von einem Material zu einem anderen,
ist auch ein allmählicher Übergang von einem Material zum nächsten
denkbar (nicht dargestellt). Neben TPU sind auch Polyamide oder andere Kunststoffe
zur Herstellung des erläuterten Ausführungsbeispiels des Sohlenelements
10 geeignet, die gegebenenfalls durch Glas- und/oder Kohlefasern verstärkt
sein können.
Denkbar ist auch die Verwendung eines durchsichtigen Kunststoffs für
das Sohlenelement 10. Dann kann zumindest im Fersenbereich 30
das äußere Erscheinungsbild des Schuhs leicht durch innerhalb des Schuhs
angeordnete Elemente bestimmt werden, beispielsweise die Farbe eines verwendeten
Sockens oder einer zusätzlichen Innensohle.
Im Vorderfußbereich ist eine zusätzliche Sohlenverstärkung
50 angeordnet. Auch dieser Sohlenbestandteil kann einstückig zusammen
mit dem gesamten Sohlenelement 10 gefertigt werden. Alternativ ist auch
eine separate Fertigung möglich, wobei die Sohlenverstärkung
50 nachträglich mit dem Sohlenelement 10 verbunden wird,
beispielsweise durch Verkleben, Verschweißen oder andere dem Fachmann bekannte
Techniken.
In dem Ausführungsbeispiel der 1
und 2 sind in der Sohlenfläche 20 eine
Mehrzahl von Aufnahmen 11 für Stollen 12 (vgl.
1) angeordnet. Im einfachsten Fall sind diese Aufnahmen
11 lediglich als geeignete Öffnungen des einstückigen Sohlenelements
10 ausgebildet. Denkbar ist jedoch auch die unmittelbare Anformung komplexerer
Aufnahmen (nicht dargestellt), beispielsweise mit einem Gewinde oder einem Schnappverschluss
zur Befestigung eines Stollens. Dadurch wird die zeitaufwändige Montage einer
Vielzahl von Einzelteilen vermieden.
Die 3a–c. zeigen eine Seitenansicht,
eine Ansicht von unten und eine Ansicht von hinten eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels
eines Sohlenelements 10 für einen Fußballschuh. Wie man
insbesondere aus der 3c erkennen kann, erstrecken sich
der laterale und der mediale Seitenbereich 35 in etwa gleich weit nach
oben bis in den Spannbereich des Schuhs. Ferner weist das Sohlenelement
10 der 3a–3c
eine Mehrzahl von Verstärkungsrippen 32 auf. Diese Rippen
32 führen zu einer größeren Steifigkeit bei geringerer Wandstärke
und damit einem geringeren Gewicht des gesamten Sohlenelements 10.
Das Ausführungsbeispiel eines Sohlenelements aus 4a
unterscheidet sich, wie bereits oben erwähnt, von den bisher diskutierten Sohlenelementen
durch die Verwendung verschiedener Materialien für unterschiedliche Bereiche
des Sohlenelements. Im Fersenbereich 14 wird ein härteres TPU verwendet,
das vorzugsweise auch im Zentrum des Vorderfußbereiches 16 zum Einsatz
kommt. Dazwischen, d.h. im Mittelfußbereich 15, wird ein besonders
dehnbares TPU verwendet, um die in diesem Bereich des Schuhs auftretenden Belastungen
zu berücksichtigen. Darüber hinaus zeigt die Aufsicht von unten in der
4a die bereits erwähnte zusätzliche Sohlenverstärkung
50 für die vorderen Randbereiche der Sohle, die insbesondere zur Verstärkung
der Stollenaufnahmen 11 dient.
Die Querschnitte der 4b–4d
zeigen neben der Verwendung von anderen, bevorzugt weicheren Materialien in den
oberen Randbereichen 31, variierende Wandstärken des Sohlenelements
10. Dies trägt zusätzlich zu Optimierung des Gewichts des gesamten
Sohlenelements 10 bei, ohne die Stabilität des Sohlenelements und
damit des Schuhs zu gefährden. Dabei weisen die Randbereiche 31 an
ihren oberen Enden vorzugsweise eine vergleichsweise geringe Wandstärke auf.
Wird auf der Außenseite dieser Randbereiche 31 das Material eines
Schuhoberteils befestigt, beispielsweise ein (Kunst-)Leder oder ein textiles Material,
ergibt sich ein an der Außenseite glatter Übergang aus dem Teilbereich
der Seitenwand des Schuhs, der nur durch das einstückige Sohlenelement
10 gebildet wird zu den Teilbereichen, in denen ein übliches Schuhoberteil
(nicht dargestellt) die Seitenwand bildet.
Grundsätzlich kann das Sohlenelement 10 so steif ausgebildet
werden, dass es eine Art Rahmen oder Chassis für den gesamten Schuh bildet.
In diesem Fall wird im Inneren des Sohlenelements lediglich eine weiche Innensohle
angeordnet um den erforderlichen Tragekomfort sicherzustellen. Denkbar ist jedoch
auch eine Konstruktion, bei der das Sohlenelement 10, insbesondere im Bereich
der Sohlenfläche aus einem vergleichsweise dünnen und weichen Material
gefertigt wird. Die Stabilität wird in diesem Fall bevorzugt durch ein inneres
Chassis 60 bereitgestellt, wie es im Detail in der DE
10 2004 011 680 A1 der Anmelderin erläutert ist und in den
4b–4c schematisch
dargestellt ist. Denkbar sind jedoch auch Mischformen, bei der sich die erforderliche
Stabilität aus der Kombination eines halbsteifen Sohlenelements 10
und eines halbsteifen inneren Chassis 60 ergibt.
Die 5 bis 7
zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand eines
Laufschuhs. Wie man aus den 5 und 7
erkennen kann, ist in diesem Fall das in 6 im Detail
dargestellte Sohlenelement 10 oberhalb einer Vielzahl von Dämpfungselementen
100 angeordnet. Dabei kann es sich sowohl um die in den oben genannten
Druckschriften offenbarten schaumlosen Dämpfungselemente handeln oder um herkömmliche
EVA-Elemente. Ebenso ist es denkbar, das Sohlenelement der Erfindung oberhalb einer
gewöhnlichen, durchgehenden EVA-Mittelsohle (nicht dargestellt) anzuordnen.
Werden einzelne Dämpfungselemente 100 verwendet, dient
das Sohlenelement 10 zusätzlich als eine Lastverteilungsplatte, die
die von unten einwirkenden Bodenreaktionskräfte und die von oben einwirkende
Gewichtskraft auf größere Bereiche der Sohle verteilt, um damit lokale
Belastungsspitzen zu vermeiden. Eine direkte Verbindung zwischen der Lastverteilungsplatte
und den Dämpfungselementen 100 ist dafür besonders wirkungsvoll.
Während das Sohlenelement 10 aus 6
ebenfalls die Ferse (nicht dargestellt) dreidimensional mit einer Fersenschale
30 umgreift und im Mittelfußbereich sich nach oben erstreckende Seitenbereiche
35 aufweist, ist die Ausdehnung in den Vorderfußbereich in diesem
Ausführungsbeispiel begrenzt. Abgesehen von einer lateralen und medialen Randverstärkung
70, die Fehlstellungen wie Pronation und Supination entgegenwirkt, befindet
sich in diesem Ausführungsbeispiel im Vorderfußbereich eine große
Aussparung 71. Die beiden Randverstärkungen 70 können
aufgrund der Elastizität des verwendeten Materials unabhängig voneinander
ausgelenkt werden und erlauben damit im Ergebnis eine Torsionsbewegung des Vorderfußbereiches
des Schuhs relativ zum Fersenbereich.
Die Aussparung 71 ermöglicht, dass der Fuß (nicht
dargestellt) in diesem Bereich auf einem zusätzlichen Dämpfungselement
101 aufliegt, das sich unmittelbar darunter befindet (vgl. die Explosionszeichnung
in 7). Für das Dämpfungselement
101 wird vorzugsweise ein passend eingestelltes EVA-Element verwendet,
das für die erheblichen Belastungen beim wiederholten Abstoßen vom Boden
den höchsten Tragekomfort bereitstellt und insbesondere die empfindlichen Bereiche
an den vorderen Enden der Metatarsalen vor Überbelastungen schützt. Gleichzeitig
verringert die Aussparung 71 zusätzlich das Gesamtgewicht des Schuhs.
Unterhalb der Dämpfungselemente 100, 101 befindet
sich eine Zwischenschicht 200, die die Unterseiten der individuellen Dämpfungselemente
100, 101 miteinander verbindet und damit stabilisiert. Dadurch
wird insbesondere Scherkräften auf die einzelnen Dämpfungselemente entgegengewirkt.
Den Abschluss nach unten bildet die Außensohlenschicht 210, die unterhalb
der Zwischenschicht 200 angeordnet ist und die das Haftverhalten des Schuhs
bestimmt. Es versteht sich, dass der beschriebene Aufbau nur exemplarisch zu verstehen
ist, und dass beispielsweise die Zwischenschicht und die Außensohlenschicht
als eine einzige gemeinsame Schicht ausgebildet werden können, wodurch die
Fertigung des Schuhs weiter vereinfacht wird. Umgekehrt ist es auch möglich
zusätzliche Schichten vorzusehen, beispielsweise unmittelbar oberhalb der Außensohlenschicht
210
Im Fersenbereich der Sohlenfläche 20 weist das in
6 gezeigte Ausführungsbeispiel des Sohlenelements
10 ebenfalls eine Aussparung 72 auf. Die Aussparung
72 befindet sich vorzugsweise im Zentrum des Fersenbereichs direkt unterhalb
des Calcaneus-Knochens. Damit wird verhindert, dass die extrem hohen Belastungen
im Fersenbereich, mit dem die überwiegende Zahl der Läufer bei einem Schritt
zuerst den Boden berührt, zu einer Beschädigung des Sohlenelements
10 oder zu einem unangenehmen Tragegefühl führen, beispielsweise,
wenn die darüber liegende Innensohlenschicht 90 (vgl. 7)
unterhalb des Calcaneus-Knochens vollständig komprimiert wird und keine Dämpfungswirkung
mehr bereitstellten kann. Die Aussparung 72 erlaubt daher eine kontrollierte
Expansion des dämpfenden Innensohlenmaterials nach unten.
Um jedoch eine Beschädigung der Innensohle 90 durch
diesen Vorgang zu verhindern, kann die Innensohle 90 auf ihrer Unterseite
eine geeignete Verstärkung (nicht dargestellt) aufweisen oder eine entsprechende
Verstärkung ist in die Innensohle 90 integriert. Dabei kann es sich
um ein separates Bauteil handeln, beispielsweise aus TPU oder einem EVA einer anderen
Dichte, das in die Innensohle eingebettet wird, oder das mit der Innensohle nachträglich
verbunden wird, beispielsweise durch Verkleben, Verschweißen, Koinjektion etc..
Denkbar ist auch, ein zusätzliches, besonders weiches Dämpfungselement
(nicht dargestellt) wie im Vorderfußbereich unterhalb der Aussparung
72 des Sohlenelements 10 anzuordnen. Unabhängig von den möglichen
Dämpfungsalternativen für das Zentrum des Fersenbereichs ermöglicht
die Aussparung 72 somit eine im Vergleich zu den Randbereichen des Sohlenelements
10 größere Dämpfungsbewegung. Die Größe und Form
der Aussparung 72 kann dabei variieren, beispielsweise in Abhängigkeit
vom Gewicht des Läufers und/oder dem bevorzugten Einsatzzweck. Gegenwärtig
bevorzugt sind eine Länge von 3–5 cm und eine Breite von 1–3
cm. Ähnliche Effekte wie mit einer Aussparung werden auch erzielt, wenn stattdessen
im Bereich 72 die Sohlenfläche 20 aus einem weicheren und
flexibleren Material gefertigt ist (nicht dargestellt).
Die 5–7
zeigen darüber hinaus eine Vielzahl kleiner Belüftungsöffnungen
73 in dem Teilbereich des Sohlenelements 10, der die alleinige
Seitenwand des Schuhs bildet. Weitere Belüftungsöffnungen 73
befinden sich vorzugsweise im Mittelfußbereich der Sohlenfläche
20. Dadurch können in einfacher Weise die Belüftungseigenschaften
des Schuhs verbessert werden. Darüber hinaus erkennt man auch in
6, dass das Sohlenelement 10 eine Vielzahl
von Verstärkungsrippen 74 aufweist, um auch bei geringer Materialstärke
ein hohes Maß ein Steifigkeit bereitzustellen. Die genaue Ausbildung der Öffnungen
73 und/oder der Rippen 74 kann dabei je nach Größe und
Einsatzzweck des Schuhs variieren.