Die Erfindung betrifft ein System zum Spülen einer Vakuumtoilette,
insbesondere ein System zum Spülen einer Vakuumtoilette in einem Luftfahrzeug.
Bekannte Spülvorrichtungen für eine Vakuumtoilette mit einem
Urinal erfordern nach einer Benutzung des Urinals das Auslösen eines Spülvorgangs
durch Betätigung einer Auslöseeinrichtung. Es erfolgt dann zunächst
ein Zuführen von Spülflüssigkeit in das Urinal Auslöseeinrichtung.
Es erfolgt dann zunächst ein Zuführen von Spülflüssigkeit in
das Urinal und anschließend ein Öffnen eines Absaugventils, um Urin, Spülflüssigkeit
und sonstige Verunreinigungen in den Bereich eines Abwassertanks zu leiten. Der
Transportvorgang erfolgt dabei üblicherweise durch eine Druckdifferenz zwischen
dem Abwassertank und dem Aufstellungsraum der Vakuumtoilette. Während des Spülvorganges
erfolgt bei herkömmlichen Systemen zum Spülen einer Vakuumtoilette eine
erhebliche Geräuschemission aufgrund der beim Spülvorgang hervorgerufenen
Luftströmungen, die durch eine Trichterwirkung des Urinalbeckens noch verstärkt
werden kann.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Systems zum Spülen
einer Vakuumtoilette, welches die während der Durchführung eines Spülvorgangs
auftretenden Geräuschemissionen vermindert.
Die Aufgabe wird durch den Patentanspruch 1 gelöst. Weiterentwicklungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Das erfindungsgemäße System enthält ein Urinalbecken
mit einem Ablauf, der an eine Ablaufleitung angeschlossen ist, und eine Bypassleitung,
in die die Ablaufleitung einmündet, und die über ein Absaugventil mit
einem Vakuumsystem verbindbar ist.
Gemäß einer Weiterentwicklung der Erfindung ist die Bypassleitung
über eine Kupplung an die Ablaufleitung angeschlossen.
Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung sind
die Rohrdurchmesser, Rohrlängen und Strömungswiderstände der Ablaufleitung
und der Bypassleitung derart dimensioniert, dass ein Druckverlust in der Ablaufleitung
höher ist als ein Druckverlust in der Bypassleitung.
Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung wird
eine Spülwasserversorgung vorgesehen, die bei einem Spülvorgang Spülwasser
über ein Spülventil in das Urinalbecken einspeist.
Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung ist
die Bypassleitung mit ihrem einen Ende an das Absaugventil und mit ihrem anderen
Ende an einen Geruchverschluss angeschlossen, der verhindern soll, dass unangenehme
Gerüche aus der Bypassleitung nach außen dringen.
Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung ist
das Umgebungsluft zuführende Ende der Bypassleitung mit einem Schalldämpfer
versehen, wodurch lediglich geringe wahrnehmbare Geräuschemissionen an der
Bypassleitung hervorgerufen werden.
Gemäß einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung enthält
das System eine Steuereinheit, die das Spülventil und das Absaugventil ansteuert.
Das Spülventil und das Absaugventil werden von der Steuereinheit zeitlich verzögert
angesteuert. Das Spülventil wird früher angesteuert als das Absaugventil.
Gemäß der Erfindung wird ein Hauptluftstrom bei einem Spülvorgang
durch die Bypassleitung geführt, die über das Absaugventil an das Vakuumsystem
gekoppelt ist.
Durch die Verwendung einer Bypassleitung ist es möglich, nur
einen geringen Luftstrom durch das Urinalbecken und den erforderlichen Luftstrom
zum wesentlichen Transport von Verunreinigungen, des Urins und der Spülflüssigkeit
durch die Bypassleitung zu leiten. Hierdurch kann die Lärmentwicklung durch
den geringen Luftstrom am Abfluss des Urinalbeckens sehr stark verringert werden.
Durch eine Verbindung der Bypassleitung mit einem Schalldämpfer
ist es weiter möglich, geringe wahrnehmbare Geräuschemissionen an der
Bypassleitung hervorzurufen.
Die Verbreitung einer vom Schalldämpfer ausgehenden verbleibenden
Geräuschemission kann weiter dadurch reduziert werden, dass der Schalldämpfer
hinter einer schallgedämpften Verkleidung angeordnet und die zur Spülung
notwendige Luftmenge nicht aus dem Toilettenmonument, sondern aus einer vom Aufstellungsort
der Vakuumtoilette getrennten Umgebung angesaugt wird.
Durch einen Geruchverschluss am Urinalbeckenablauf, Urinalbeckenüberlauf
und am Bypass (nach dem Schalldämpfer in Strömungsrichtung eines Hauptluftstroms
bei geöffnetem Absaugventil) kann eine Weiterleitung von Gerüchen aus
dem System bzw. aus den Rohrleitungen zur Umgebung verhindert werden.
Eine definierte Koordinierung der Spül- und Absaugvorgänge
kann durch die Steuereinheit vorgesehen werden, die erst das Spülventil und
dann das Absaugventil öffnet. Zur Minimierung eines Geräuschemissionszeitraums
sowie zur Gewährleistung einer ausreichenden Reinigungsfunktion wird beispielsweise
für das Absaugventil eine Einschaltdauer von etwa einer Sekunde und für
das Spülventil eine Einschaltdauer von etwa drei Sekunden vorgesehen.
Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben.
1 zeigt ein System zum Spülen einer Vakuumtoilette.
Die Vakuumtoilette enthält ein Urinalbecken 2 mit einem Spülring
oder Spüldüse(n) 3. Der Spülring 3 oder die Spüldüsen(n)
werden zweckmäßigerweise im Bereich einer in lotrechter Richtung oberen
Begrenzung des Urinalbeckens 2 angeordnet. Spülwasser wird über
eine Spülwasserversorgungsleitung 4, eine Spülleitung
5 und ein Spülventil 6 an den Spülring 3 oder
Spüldüse(n) geliefert, wenn das Spülventil 6 geöffnet
wird. Im geschlossenen Zustand des Spülventils 6 erfolgt keine Lieferung
des Spülwassers an den Spülring 3 oder Spüldüse(n).
Bei einem Spülvorgang wird das Spülventil 6 geöffnet
und Spülwasser über einen Spülring oder Spüldüse(n)
3 in das Urinalbecken 2 eingesprüht.
Wie in 1 gezeigt, enthält das Urinalbecken
2 einen Ablauf 7, der an eine Ablaufleitung 8 angeschlossen
ist. Gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind am Ablauf
7 des Urinalbeckens 2 ein Sieb 9 und ein Geruchverschluss
10 vorgesehen. Andere Vorrichtungen zum Aussondern von Transportgut, das
nicht in die Ablaufleitung 8 des Urinalbeckens 2 gelangen darf,
und zum Verhindern einer Geruchsentwicklung im Toilettenraum können verwendet
werden.
Die Ablaufleitung 8 mündet über eine Kupplung
11 in eine Bypassleitung 12. Wie in 1
gezeigt, hat die Ablaufleitung 8 eine vorbestimmte Neigung, um darin befindliches
Transportgut und das Spülwasser aufgrund von Schwerkraft in Richtung Bypassleitung
12 zu transportieren. Ein zur Umgebung weisendes Ende 13 der Bypassleitung
12 enthält einen Geruchverschluss 14 und einen Ansaugschalldämpfer
15. Der Geruchverschluss 14 und der Ansaugschalldämpfer
15 befinden sich oberhalb der Kupplung 11.
Die Anordnung des Ansaugschalldämpfers 15 und des Geruchverschlusses
14 erfolgt gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel derart,
dass eine Lufteinlassöffnung des Ansaugschalldämpfers 15 und
des Geruchverschlusses 14 oberhalb eines maximal möglichen Flüssigkeitsstandes
liegen. Alternativ kann eine andere Anordnung vorgesehen werden, wobei dann ein
Rückflussverhinderer vorgesehen werden muss, um zu verhindern, dass beispielsweise
Spülwasser über das Ende 13 der Bypassleitung 12 in
die Umgebung der Vakuumtoilette austritt.
Unterhalb der Kupplung 11 mündet das andere Ende
16 der Bypassleitung 12 in ein Absaugventil 17. Das Absaugventil
17 ist an eine Abwasserleitung 18 angeschlossen. Die Abwasserleitung
18 ist an ein Vakuumsystem 19 angeschlossen, welches ein Vakuum
und in der Abwasserleitung 18 einen Sogstrom erzeugt. Das Absaugventil
17 kann geöffnet und geschlossen werden und erzeugt im geöffneten
Zustand in der Bypassleitung 12 und der Ablaufleitung 8 einen
Sogstrom.
Wie in 1 durch die gestrichelten Linien
gezeigt, werden das Absaugventil 17 und das Spülventil 6
durch eine Steuereinheit 20 angesteuert. Die Steuereinheit 20
ist mit einer Auslöseeinrichtung 21 verbunden, die gemäß
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel ein Bedienknopf ist, der von einem Benutzer
der Vakuumtoilette betätigt werden kann, um nach einer Druckbetätigung
den Spülvorgang auszulösen. Alternativ kann der Spülvorgang mit einer
entsprechenden Sensorik automatisch ausgelöst werden. Die Spülung kann
durch Dedektion über eine Sensorik vor Benutzung, bei Verlassen oder beim Schließen
des Urinaldeckels ausgelöst werden.
Der Rohrdurchmesser D1 der Ablaufleitung 8 und der Rohrdurchmesser
D2 der Bypassleitung 12 sowie die Rohrlängen und Strömungswiderstände
dieser Rohleitungen sind derart dimensioniert, dass ein Druckverlust in der Ablaufleitung
8 größer ist als ein Druckverlust in der Bypassleitung
12. Der Rohrdurchmesser D1 der Ablaufleitung 8 muss ferner so
groß dimensioniert werden, dass die größten Partikel und Fluide,
die das Sieb 9 passieren können, noch in das Rohrsystem eingeführt
werden. Die Dimensionierung der Maschenweite des Siebes 9 hängt von
der Konstruktion des Geruchverschlusses 10 in der Ablaufleitung
8 ab.
Zur Durchführung eines Spülvorganges nach einer Benutzung
des Urinalbeckens 2 wird über die Auslöseeinrichtung
21 die Steuereinheit 20 aktiviert. Die Steuereinheit
20 gibt Einschaltzeiten für das Spülventil 6 und das
Absaugventil 17 vor. Gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
öffnet sich zuerst für etwa eine Sekunde das Spülventil
6, wodurch Spülwasser in das Urinalbecken 2 eingeleitet wird,
wodurch im Urinalbecken 2 vorhandene Verunreinigungen über das Sieb
9 und den Geruchverschluss 10 in die Ablaufleitung 8
transportiert werden. Bevor das Absaugventil 17 von der Steuereinheit
20 geöffnet wird, fließen das Transportgut (der Urin, Verunreinigungen
und das Spülwasser) schwerkraftgetrieben in die Ablaufleitung 8 und
über ein einzuhaltendes Gefälle der Ablaufleitung 8 über
die Kupplung 11 in die Bypassleitung 12 bis zum Absaugventil
17. Anschließend wird das Spülventil 6 geschlossen und das
Absaugventil 17 vorzugsweise für etwa zwei bis drei Sekunden geöffnet,
wodurch die im Bereich des Urinalbeckens 2, der Ablaufleitung
8 und in der Bypassleitung 12 angesammelten Substanzen aufgrund
einer von dem Vakuumsystem 19 erzeugten Druckdifferenz in die Abwasserleitung
18 und weiter in das Vakuumsystem abgeführt werden. Die Luftzufuhr
zum Absaugventil 17 wird durch den Schalldämpfer 15 geräuschgedämpft,
so dass hier störende Geräuschemissionen unterdrückt werden.
Obwohl die Erfindung im Vorangegangenen unter Bezugnahme auf ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel beschrieben wurde, können verschiedene Änderungen
und Modifikationen vorgenommen werden, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung auch in anderen Bereichen als der Luftfahrt einsetzbar, beispielsweise
in Zügen oder Schiffen, wo ebenfalls Vakuumtoiletten verwendet werden und das
Problem der Reduzierung der Geräuschemission gegeben ist. Ferner können
andere Einschaltzeiten für das Absaugventil und das Spülventil in Abhängigkeit
von der Dimensionierung der Vakuumtoilette eingestellt werden.
- 1
- System
- 2
- Urinalbecken
- 3
- Spülring oder Spüldüse
- 4
- Spülwasserversorgung
- 5
- Spülleitung
- 6
- Spülventil
- 7
- Ablauf
- 8
- Ablaufleitung
- 9
- Sieb
- 10
- Geruchverschluss
- 11
- Kupplung
- 12
- Bypassleitung
- 13
- ein Ende der Bypassleitung
- 14
- Geruchverschluss
- 15
- Ansaugschalldämpfer
- 16
- anderes Ende der Bypassleitung
- 17
- Absaugventil
- 18
- Abwasserleitung
- 19
- Vakuumsystem
- 20
- Steuereinheit
- 21
- Auslöseeinrichtung