Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erkennung einer Lüfterstörung
eines von einem Gleichstrommotor angetriebenen Lüfters einer Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeugs, bei dem
- • zur Überprüfung des Betriebszustandes des Lüfters der
Betriebsmodus des Gleichstrommotors in der Weise gewechselt wird, dass der Gleichstrommotor
für eine vorgebbare Zeitdauer &Dgr;t als Generator fungiert,
- • die am Generator induzierte Spannung UGEN bestimmt wird,
- • diese induzierte Spannung UGEN verglichen wird mit einer
Obergrenze Ums, und
- • der Gleichstrommotor deaktiviert wird, falls gilt UGEN >
Umax.
Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung
eines derartigen Verfahrens.
Kühlsysteme für moderne Kraftfahrzeugantriebe werden mit
leistungsstarken Lüftermotoren ausgestattet, die ein Lüfterrad antreiben
bzw. in Drehung versetzen, um den Wärmetauschern des Kühlsystems auch
im Stillstand d. h. bei stehendem Kraftfahrzeug oder bei nur geringen Fahrzeuggeschwindigkeiten
einen ausreichend hohen Luftmassenstrom bereitstellen zu können. Die Lüftermotoren
werden in der Regel elektrisch betrieben.
Die Steuerung derartiger Lüftermotoren erfolgt nach dem Stand
der Technik mittels einer Leistungselektronik, die eine stufenlose Steuerung des
Lüfters zuläßt, oder einer Relaisschaltung, die – gegebenenfalls
unter Verwendung mehrerer Widerstände – verschiedene Lasten bzw. Drehzahlen
des Lüfters realisiert. Das Verfahren gemäß der vorliegenden Anmeldung
geht von einer Steuerung mittels Leistungselektronik aus. Durch Verwendung eines
Mikroprozessors und entsprechender Leistungselektronik können dabei durch Pulsweitenmodulation
erhebliche Ströme beinahe stufenlos gesteuert werden.
Vorliegend soll ein Verfahren aufgezeigt werden, mit dem Lüfterstörungen
erkannt werden können. Dabei sind insbesondere zwei Lüfterstörungen
für die Praxis von Interesse. Die erste Lüfterstörung kann in einer
Blockierung des Lüfterrades gesehen werden, wobei Blockierung im Sinne der
vorliegenden Anmeldung sowohl eine vollständige Blockierung des Lüfterrades
bedeuten kann, bei der sich das Lüfterrad nicht mehr dreht d.h. stillsteht,
als auch eine teilweise Blockierung, bei der das Lüfterrad nur mit einer verminderten
Lüfterdrehzahl umläuft. Eine Blockierung des Lüfterrades kann durch
Schnee, Eis, Matsch oder dergleichen hervorgerufen werden. Aber auch ein Schaden
oder der Verschleiß des Lüftermotors kann zu einer teilweisen oder vollständigen
Blockierung des Lüfterrades führen. Eine Blockade des Lüfterrades
führt in der Regel zu einer Überlastung des Lüftermotors, der gegen
einen erhöhten Widerstand arbeiten muß.
Um bei einer Blockierung des Lüfterrades einen Schaden an der
Brennkraftmaschine bzw. eine Fehlfunktion, beispielsweise eine Rauchentwicklung
durch Überhitzen oder einen Brand, zu vermeiden, ist es zunächst erforderlich,
eine derartige Lüfterstörung zu detektieren.
Ein aus dem Stand der Technik bekanntes Verfahren zur Erkennung einer
Lüfterblockade sieht vor, den Gleichstrommotor für eine kurze Dauer abzuschalten
und als – gegebenenfalls vom Lüfterrad angetriebenen – Generator
zu verwenden. Die am Generator infolge des Antriebs mittels Lüfterrad induzierte
Spannung UGEN wird gemessen und mit einer zulässigen Untergrenze
Umin verglichen. Falls die induzierte Generatorspannung UGEN
die zulässige Untergrenze unterschreitet, wird der Gleichstrommotor deaktiviert.
Dieser Vorgehensweise liegt die Überlegung zugrunde, daß
ein blockiertes Lüfterrad nur mit verminderter Drehzahl umläuft bzw. vollständig
stillsteht. Infolge der verminderten Lüfterdrehzahl wird ein als Generator
betriebener – zumindest teilweise blockierter – Lüfter eine geringere
Spannung UGEN liefern als dies der nicht blockierte d.h. störungsfrei
betriebene Lüftermotor tun würde. Die vom Generator bereitgestellte Spannung
UGEN läßt somit Rückschlüsse auf die Lüfterdrehzahl
n zu. Unterschreitet die induzierte Spannung UGEN eine zulässige
Untergrenze Umin, wird dies als Blockade des Lüfterrades gewertet,
denn die Spannung korreliert mit der Lüfterdrehzahl n d. h. die Spannung nimmt
ab, wenn die Lüfterdrehzahl n sinkt. Das Unterschreiten einer zulässigen
unteren Spannungsgrenze Umin ist gleichbedeutend mit dem Absinken der
Lüfterdrehzahl n unter eine Mindestdrehzahl nmin, bei der noch von
einem ausreichend frei laufenden Lüfterrad ausgegangen wird.
Eine zweite, völlig anders geartete Lüfterstörung,
die ebenfalls für die Praxis von Interesse ist, besteht in einem Ablösen
des Lüfterrades vom Lüfterantrieb. Ein derartig geschädigter Lüfter
kann – aufgrund des nicht mehr vorhandenen Lüfterrades – die
ihm zugewiesene Aufgabe, nämlich dem Kühlsystem einen ausreichend hohen
Luftmassenstrom bereitzustellen, nicht mehr erfüllen.
Nach dem Stand der Technik wird zur Erkennung einer derartigen Störung
d.h. zur Erkennung eines abgelösten Lüfterrades in ähnlicher Weise
vorgegangen, wie dies weiter oben bereits für die Blockade erläutert wurde.
Der Lüftermotor wird kurzzeitig als Generator betrieben. Die am Generator bereitgestellte
Spannung UGEN wird gemessen und mit einer zulässigen Obergrenze
Umax verglichen. Falls die induzierte Generatorspannung UGEN
die zulässige Obergrenze überschreitet, wird der Gleichstrommotor deaktiviert.
Auch diese Strategie macht sich den Umstand zunutze, daß ein
gestörter Lüfter, dessen Lüfterrad sich abgelöst hat, eine veränderte
Drehzahlcharakteristik aufweist. Ein Lüfter ohne Lüfterrad wird –
eine gleichgroße Antriebsleistung Pel vorrausgesetzt – mit
erhöhter Drehzahl arbeiten, da der durch das Lüfterrad verursachte Luftwiderstand
entfällt bzw. nicht überwunden werden muß. Eine gleichgroße
Antriebsleistung Pel führt bei fehlendem Lüfterrad zu einer
höheren Lüfterdrehzahl n. Infolge der erhöhten. Lüfterdrehzahl
wird ein solcher Lüfter, wenn er kurzzeitig als Generator betrieben wird, eine
größere Spannung UGEN liefern als dies der intakte und störungsfrei
betriebene Lüftermotor mitsamt Lüfterrad tun würde. Von der bereitgestellten
Spannung UGEN läßt sich somit wiederum auf die Lüfterdrehzahl
n schließen. Überschreitet die induzierte Spannung UGEN eine
zulässige Obergrenze Umax wird dies als Lüfterstörung,
nämlich als abgelöstes Lüfterrad, interpretiert, denn die Spannung
korreliert – wie bereits oben ausgeführt – mit der Lüfterdrehzahl
n d.h. die Spannung nimmt zu, wenn die Lüfterdrehzahl n steigt. Das Überschreiten
einer zulässigen oberen Spannungsgrenze Umax ist gleichbedeutend
mit dem Überschreiten einer zulässigen Maximaldrehzahl nmax,
unterhalb derer noch von einem intakten d.h. fest mit dem Lüfter verbundenen
Lüfterrad ausgegangen werden kann.
Nachteilig an den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren zur
Erkennung einer Lüfterstörung ist, daß die durch das Lüfterrad
hindurchgeführte Luftströmung bei der Beurteilung der Lüfterraddrehzahl
n nicht berücksichtigt wird. Das Lüfterrad wird aber nicht nur durch die
dem Lüfter zugeführte Antriebsleistung Pel, sondern auch mittels
der durch das Lüfterrad hindurchgeführten Luftströmung angetrieben.
Wird die elektrische Antriebsleistung Pel des Lüfters vollständig
abgeschaltet, nimmt die Lüfterdrehzahl n mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit
v ebenfalls zu, was bei den herkömmlichen, oben beschriebenen Verfahren keine
Berücksichtigung findet. Zu welchen Problemen die Vernachlässigung des
in Rede stehenden Effektes bzw. des Fahrtwindes bei der Steuerung des Lüfters
und insbesondere bei der Steuerung eines gestörten Lüfters führt,
wird anhand von 1 näher erläutert.
1 zeigt die induzierte Generatorspannung UGEN
in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v, wenn ein intakter Lüfter
unter Volllast betrieben wird und zur Erkennung einer Lüfterstörung kurzzeitig
in den Generatorbetrieb überführt wird. Es ist zu erkennen, daß die
Generatorspannung UGEN mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit v zunächst
progressiv und dann degressiv ansteigt. D.h. bei unverminderter bzw. konstanter
Antriebsleistung wächst die Generatorspannung allein infolge der zunehmenden
Fahrzeuggeschwindigkeit bzw. des zunehmenden Fahrtwindes.
Wird nun – unter Vernachlässigung des Fahrtwindes bzw.
der Fahrzeuggeschwindigkeit – gemäß den aus dem Stand der Technik
bekannten Verfahren eine einheitliche zulässige Obergrenze Umax
für die Generatorspannung festgelegt, kann die Generatorspannung in der Praxis
die zulässige Obergrenze allein aufgrund des zunehmenden Fahrtwindes überschreiten,
was dann fälschlicherweise als Lüfterstörung d.h. als Ablösung
des Lüfterrades gewertet werden würde, obwohl die erhöhte Generatorspannung
tatsächlich nicht die Folge einer Lüfterstörung ist, sondern lediglich
auf die zunehmende Fahrzeuggeschwindigkeit zurückzuführen ist.
Bei dem in 1 dargestellten Beispiel wurde
die Spannungsobergrenze Umax auf 8V und die Spannungsuntergrenze Umin
auf 4V festgelegt. Wie 1 zu entnehmen ist, schneidet
die Kurve f = UGEN (v) die lineare maximal zulässige Spannungsgrenze
Umax bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit v von ungefähr 220km/h. Würde
die zulässige Obergrenze Umax auf 6V festgelegt, würde schon
bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit v von ungefähr 115km/h eine Lüfterstörung
detektiert, obwohl tatsächlich keine Störung vorliegen würde.
Die Vernachlässigung des Fahrtwindes kann auch im Zusammenhang
mit einer Blockade des Lüfterrades zu einer Fehleinschätzung der Lüfterfunktion
führen. So kann ein Lüfter – beispielsweise infolge von Schnee
oder Matsch – in seiner Drehfreiheit bereits in der Art beeinträchtigt
sein, daß eigentlich von einer Blockierung des Lüfterrades auszugehen
wäre. Infolge des Fahrtwindes wird das Lüfterrad aber gegen den erhöhten
Widerstand infolge der teilweisen Blockade angetrieben, so daß die induzierte
Generatorspannung UGEN nicht die untere Spanngrenze Umin unterschreitet,
weshalb die vorliegende Störung nicht erkannt wird oder erst dann erkannt wird,
wenn das Kraftfahrzeug wieder mit verminderter Fahrzeuggeschwindigkeit v fährt.
Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
ein Verfahren zur Erkennung einer Lüfterstörung eines von einem Gleichstrommotor
angetriebenen Lüfters einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs aufzuzeigen,
mit dem eine Funktionsstörung des Lüfters zuverlässiger detektiert
werden kann als mit nach dem Stand der Technik bekannten Verfahren.
Eine weitere Teilaufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung
zur Durchführung eines derartigen Verfahrens bereitzustellen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Erkennung einer
Lüfterstörung eines von einem Gleichstrommotor angetriebenen Lüfters
einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, bei dem
- • zur Überprüfung des Betriebszustandes des Lüfters der
Betriebsmodus des Gleichstrommotors in der Weise gewechselt wird, daß der Gleichstrommotor
für eine vorgebbare Zeitdauer &Dgr;t als Generator fungiert,
- • die am Generator induzierte Spannung UGEN bestimmt wird,
- • diese induzierte Spannung UGEN verglichen wird mit einer
Obergrenze Umax, und
- • der Gleichstrommotor deaktiviert wird, falls gilt UGEN >
Umax,
- • wobei die Obergrenze Umax ein in einer Lüftersteuerung
hinterlegter Vergleichswert ist, der von der Kraftfahrzeuggeschwindigkeit v und
der Antriebsleistung Pel des Gleichstrommotors abhängt.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird berücksichtigt,
daß die durch das Lüfterrad hindurchgeführte Luftströmung das
Lüfterrad ebenfalls antreibt. Erreicht wird dies dadurch, daß die zulässige
Obergrenze Umax für die Generatorspannung als Funktion der Fahrzeuggeschwindigkeit
v und der elektrischen Antriebsleistung Pel bereitgestellt wird. Auf
diese Weise wird berücksichtigt, daß die durch das Lüfterrad hindurchgeführte
Luftströmung bzw. der Fahrtwind mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit v eine
stetig größer werdende Antriebsleistung in den Lüfterantrieb einbringt.
Wie bereits im Zusammenhang mit dem Stand der Technik ausgeführt
wurde, läuft ein gestörter Lüfter, dessen Lüfterrad sich abgelöst
hat, mit erhöhter Drehzahl um, wenn eine gleichgroße elektrische Antriebsleistung
Pel vorrausgesetzt wird. Aufgrund der erhöhten Lüfterdrehzahl
wird ein solcher Lüfter, wenn er kurzzeitig als Generator betrieben wird, eine
größere Spannung UGEN liefern im Vergleich zu einem Lüfter
mit Lüfterrad. Überschreitet die induzierte Spannung UGEN eine
zulässige Obergrenze Umax wird dies als Lüfterstörung,
nämlich als abgelöstes Lüfterrad, interpretiert, denn das Überschreiten
einer zulässigen oberen Spannungsgrenze Umax ist gleichbedeutend
mit dem Überschreiten einer zulässigen Maximaldrehzahl nmax.
Es handelt sich gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
bei der Obergrenze Umax nicht um einen linearen d. h. konstanten Wert,
sondern um eine variable Größe. Der funktionale Zusammenhang zwischen
der Generatorspannung UGEN, der Fahrzeuggeschwindigkeit v und der Antriebsleistung
Pel kann empirisch ermittelt werden, beispielsweise auf dem Rollenprüfstand.
Dies ist insbesondere deshalb vorteilhaft, weil die Einflußfaktoren wie beispielsweise
die Aerodynamik der Fahrzeugfront, der Luftwiderstand des Kühlungspaketes,
die Dichtung des Kühlungspaketes und dergleichen nur unzureichend d.h. näherungsweise
berechnet werden kann.
Gemäß einer möglichen Vorgehensweise zur Ermittlung
des funktionalen Zusammenhangs wird in mehreren Meßreihen die Generatorspannung
UGEN gemessen, wobei im Rahmen der Meßreihen die Fahrzeuggeschwindigkeit
v von 0km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit in Stufen von beispielsweise 10km/h
variiert wird und die elektrische Antriebsleistung Pel in Lastschritten
von beispielsweise 10% bis zur Volllast verändert d.h. gesteigert wird. Das
Ergebnis ist eine mehr oder weniger grob gerasterte dreidimensionale Matrix, die
den Zusammenhang zwischen Generatorspannung UGEN, Fahrzeuggeschwindigkeit
v und elektrischer Antriebsleistung Pel wiedergibt. Gegebenenfalls kann
noch die Drehzahl n des Lüfters miterfaßt werden, so daß zu jedem
Wertpaar aus Fahrzeuggeschwindigkeit v und elektrischer Antriebsleistung Pel
eine Lüfterdrehzahl n ermittelt wird und verfügbar ist.
Um in einem weiteren Schritt die zulässige Obergrenze Umax
zu generieren, kann zu der ermittelten Generatorspannung UGEN beispielsweise
ein fester d.h. konstanter Spannungswert &Dgr;U hinzuaddiert werden, der gleichzeitig
dazu verwendet wird, die Sensitivität des Verfahrens bei der Erkennung von
Lüfterstörungen einzustellen, indem ein Spannungswert &Dgr;U entsprechender
Größe verwendet wird.
Für kleinere Werte &Dgr;U reagiert daß Verfahren zur Fehlererkennung
sensitiver als für größere Werte &Dgr;U. Die Verwendung eines konstanten
Spannungswertes &Dgr;U hat zur Folge, daß die Obergrenze Umax
parallel d.h. äquidistant zur Generatorspannung verläuft, also auch –
wie die Generatorspannung – mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit ansteigt.
Im Gegensatz hierzu weist die zulässige Obergrenze gemäß einem herkömmlichen
Verfahren nach dem Stand der Technik – wie in 1
dargestellt – einen sich mit der Fahrzeuggeschwindigkeit verändernden
Abstand zur Generatorspannung auf, weshalb das herkömmliche Verfahren bei verschiedenen
Fahrzeuggeschwindigkeiten unterschiedlich sensitiv reagiert. In der Regel reagieren
die herkömmlichen Verfahren zu höheren Fahrzeuggeschwindigkeiten hin zunehmend
sensitiv.
Andererseits kann durch bewußt unterschiedlich gewählte
Spannungswerte &Dgr;U gezielt auf die Sensitivität bei bestimmten Fahrzeuggeschwindigkeiten
Einfluß genommen werden d.h. für unterschiedliche Fahrzeuggeschwindigkeiten
können auf diese Weise unterschiedliche Sensitivitäten realisiert werden.
Anstatt die Generatorspannung UGEN zu erfassen
und mit einem oberen Grenzwert UGEN zu vergleichen, kann auch eine zulässige
Maximaldrehzahl nmax festgelegt werden, indem zu der zu jedem Wertepaar
aus Fahrzeuggeschwindigkeit v und elektrischer Antriebsleistung Pel ermittelten
Lüfterdrehzahl nGEN ein Drehzahlwert &Dgr;n hinzuaddiert wird,
wobei im Praxisbetrieb die tatsächliche Drehzahl des Lüfters im Generatorbetrieb
zu erfassen ist und dann mit der entsprechenden Grenzdrehzahl nmax verglichen
werden muß, um Aufschluß über den Betriebsstatus des Lüfters
zu erhalten. Ist die aktuelle Generatordrehzahl nGEN höher als die
Grenzdrehzahl nmax wird der Lüftermotor deaktiviert.
Daß die Generatorspannung die zulässige Obergrenze aufgrund
des zunehmenden Fahrtwindes überschreitet und fälschlicherweise eine Lüfterstörung
d.h. eine Ablösung des Lüfterrades detektiert wird, ist bei Einsatz des
erfindungsgemäßen Verfahrens ausgeschlossen, da der Effekt der zunehmenden
Fahrzeuggeschwindigkeit bzw. des zunehmenden Fahrtwindes mitberücksichtigt
wird.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren zur Erkennung einer
Lüfterstörung eines von einem Gleichstrommotor angetriebenen Lüfters
wird somit die erste der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe gelöst, nämlich
ein Verfahren aufzuzeigen, mit dem eine Funktionsstörung des Lüfters zuverlässiger
detektiert werden kann als mit nach dem Stand der Technik bekannten Verfahren.
Weitere vorteilhafte Varianten des Verfahrens werden im Zusammenhang
mit den Unteransprüchen erörtert.
Vorteilhaft sind Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen
- • im Rahmen der Überprüfung des Betriebszustandes des Lüfters
die induzierte Spannung UGEN verglichen wird mit einer Untergrenze Umin,
und
- • der Gleichstrommotor deaktiviert wird, falls gilt UGEN <
Umin,
- • wobei die Untergrenze Umin ein in der Lüftersteuerung
hinterlegter Vergleichswert ist, der von der Kraftfahrzeuggeschwindigkeit v und
der Antriebsleistung Pel des Gleichstrommotors abhängt.
Diese Verfahrensvariante dient der Erkennung einer Lüfterblockade
und kann nicht nur in Kombination mit dem Verfahren zur Erkennung eines abgelösten
Lüfterrades, sondern auch vollständig unabhängig von dem zuvor beschriebenen
Verfahren durchgeführt und angewendet werden.
Ein blockiertes Lüfterrad läuft infolge eines zusätzlichen
Widerstandes mit verminderter Drehzahl um oder steht vollständig still. Infolge
der verminderten Lüfterdrehzahl wird ein als Generator betriebener –
zumindest teilweise blockierter – Lüfter eine geringere Spannung UGEN
liefern als dies ein nicht blockierter d.h. störungsfrei betriebener Lüftermotor
tun würde. Unterschreitet die Generatorspannung UGEN eine zulässige
Untergrenze Umin, kann dies als Blockade des Lüfterrades gewertet
werden. Das Unterschreiten einer zulässigen unteren Spannungsgrenze Umin
ist gleichbedeutend mit dem Absinken der Lüfterdrehzahl unter eine Mindestdrehzahl
nmin, bei der noch von einem ausreichend frei laufenden Lüfterrad
ausgegangen werden kann.
Die am Generator infolge des Antriebs mittels Lüfterrad induzierte
Spannung UGEN wird erfaßt und mit einer zulässigen Untergrenze
Umin verglichen. Falls die induzierte Generatorspannung UGEN
die zulässige Untergrenze unterschreitet, wird der Gleichstrommotor deaktiviert.
Um die zulässige Untergrenze Umin zu determinieren,
kann – in analoger Weise zu der oberen Spannungsgrenze – von der ermittelten
Generatorspannung UGEN ein fester d.h. konstanter Spannungswert &Dgr;U
subtrahiert werden, so daß zu jedem Wertepaar aus Fahrzeuggeschwindigkeit v
und elektrischer Antriebsleistung Pel ein betriebspunktspezifischer Spannungswert
als untere Grenze Umin vorgegeben wird. Alternativ zu einer unteren Spannungsgrenze
Umin kann ebenfalls mit einer Mindestdrehzahl nmin gearbeitet
werden. Es wird Bezug genommen auf die Ausführungen, die weiter oben im Rahmen
der Beschreibung des Verfahrens zur Erkennung eines abgelösten Lüfterrades
gemacht wurden.
Vorteilhaft sind Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen
- • zur Bestimmung der induzierten Spannung UGEN eine hochohmige
Spannungsmeßvorrichtung verwendet wird.
Die Verwendung eines hochohmigen Widerstandes gewährleistet einen
vergleichsweise kleinen Strom zu Zwecke der Spannungsmessung, was bei den grundsätzlich
geringen Stromstärken zum Betrieb eines Lüfters als vorteilhaft anzusehen
ist.
Vorteilhaft sind auch Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen
- • im Kraftfahrzeug ein Warnelement vorgesehen wird, welches bei Deaktivierung
des Gleichstrommotors aktiviert wird.
Um zu vermeiden, daß das Fahrzeug trotz eines defekten Lüfters
weiterbetrieben wird, ist es vorteilhaft, wenn dem Fahrer mittels eines Warnelementes
angezeigt wird, daß der Lüfter defekt ist bzw. eine Funktionsstörung
aufweist. Das Warnelement kann beispielsweise ein in der Armaturentafel integriertes
Licht sein, welches vom Fahrer visuell wahrgenommen wird.
Vorteilhaft sind Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen
die vorgebbare Zeitdauer &Dgr;t, für welche der Gleichstrommotor als Generator
fungiert, weniger als 2 Sekunden, vorzugsweise weniger als 1 Sekunde, beträgt.
Die Zeitdauer &Dgr;t für die Überprüfung des Betriebszustandes
des Lüfters, in welcher der Lüftermotor zweckentfremdet als Generator
betrieben wird, sollte möglichst kurz gewählt werden, um die eigentliche
Lüftertätigkeit, nämlich dem Kühlsystem eine ausreichend hohen
Luftstrom bereitzustellen, möglichst wenig zu beeinflussen bzw. einzuschränken.
Insbesondere sollte immer eine ausreichende Kühltätigkeit gewährleistet
sein und dem Umstand Rechnung getragen werden, daß die Hauptaufgabe des Lüfters
die Kühlung der Brennkraftmaschine ist.
Die zweite Teilaufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung umfassend
einen Lüfter mit Lüftermotor und Lüfterrad, eine Lüftersteuerung
und eine Spannungsmeßvorrichtung zur Bestimmung der induzierten Generatorspannung
UGEN des als Generator betriebenen Lüftermotors, bei der die Lüftersteuerung
in der Weise adaptiert ist, daß eine zulässige Obergrenze Umax
für die Generatorspannung als Funktion der Fahrzeuggeschwindigkeit und der
elektrischen Antriebsleistung in Form von Kennfeldern, Tabellen, lookup tables oder
dergleichen verfügbar ist.
Das bereits für das erfindungsgemäße Verfahren Gesagte
gilt auch für die erfindungsgemäße Vorrichtung, weshalb an dieser
Stelle im allgemeinen Bezug genommen wird auf die in diesem Zusammenhang gemachten
Ausführungen.
Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Vorrichtung, bei denen
die Lüftersteuerung in der Weise adaptiert ist, daß eine zulässige
Untergrenze Umin für die Generatorspannung als Funktion der Fahrzeuggeschwindigkeit
v und der elektrischen Antriebsleistung Pel verfügbar ist.
Zur Erfassung der Lüfterdrehzahl kann ein Sensor vorgesehen werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von drei Ausführungsbeispielen
gemäß den 2, 3
und 4 näher beschrieben. Hierbei zeigt:
1 schematisch die induzierte Generatorspannung UGEN
in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v für einen intakten und
unter Volllast betriebenen Lüfter, der zur Erkennung einer Lüfterstörung
kurzzeitig gemäß einem Verfahren nach dem Stand der Technik in den Generatorbetrieb
überführt wird,
2 schematisch die induzierte Generatorspannung UGEN
in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v für einen intakten und
unter Volllast betriebenen Lüfter, der zur Erkennung einer Lüfterstörung
kurzzeitig gemäß einer ersten Ausführungsform des Verfahrens in den
Generatorbetrieb überführt wird,
3 schematisch die induzierte Generatorspannung UGEN
in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v für einen intakten und
unter Volllast betriebenen Lüfter, der zur Erkennung einer Lüfterstörung
kurzzeitig gemäß einer zweiten Ausführungsform des Verfahrens in
den Generatorbetrieb überführt wird, und
4 schematisch die induzierte Generatorspannung UGEN
in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v für einen intakten und
unter Volllast betriebenen Lüfter, der zur Erkennung einer Lüfterstörung
kurzzeitig gemäß einer dritten Ausführungsform des Verfahrens in
den Generatorbetrieb überführt wird.
1 wurde bereits im Zusammenhang mit der Erläuterung
des Standes der Technik näher erörtert.
2 zeigt schematisch die induzierte Generatorspannung
UGEN in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v für
einen intakten und unter Volllast betriebenen Lüfter, der zur Erkennung einer
Lüfterstörung kurzzeitig gemäß einer ersten Ausführungsform
des Verfahrens in den Generatorbetrieb überführt wird.
Die zulässige Obergrenze Umax wurde durch Addition
der gemessenen Generatorspannung UGEN und eines konstanten Spannungswertes
&Dgr;U generiert, weshalb die obere Spannungsgrenze Umax parallel d.
h. in einem festen Abstand zur Generatorspannung UGEN verläuft.
Die zulässige Maximalspannung Umax steigt –
wie die Generatorspannung UGEN – mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit
v an und trägt damit dem Umstand Rechung, das der mit steigender Fahrzeuggeschwindigkeit
ebenfalls zunehmende Fahrtwind zum Antrieb des Lüfters beiträgt.
Überschreitet die Generatorspannung UGEN im Fahrbetrieb
die zulässige obere Spannungsgrenze Umax, wird dies als Lüfterstörung,
nämlich als Ablösung des Lüfterrades, interpretiert, denn ein Überschreiten
der vorgegebenen Maximalspannung Umax ist gleichbedeutend mit dem Überschreiten
einer zulässigen Maximaldrehzahl nmax. Bei Drehzahlen n > nmax
bzw. Spannungen UGEN > Umax wird davon ausgegangen, daß
das Lüfterrad sich abgelöst hat. In diesem Fall wird der Lüftermotor
deaktiviert d. h. abgeschaltet.
3 zeigt schematisch die induzierte Generatorspannung
UGEN in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v für
einen intakten und unter Volllast betriebenen Lüfter, der zur Erkennung einer
Lüfterstörung kurzzeitig gemäß einer zweiten Ausführungsform
des Verfahrens in den Generatorbetrieb überführt wird.
Zusätzlich zu der in 2 dargestellten
Ausführungsform des Verfahrens ist gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
eine untere Spannungsgrenze Umin vorgesehen, um auch eine Blockierung
des Lüfters erkennen zu können. Dabei wird – ähnlich wie bei
aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren – eine konstante untere Spannungsgrenze
Umin verwendet.
Es ist deutlich in 3 zu erkennen, daß
der Abstand zwischen der Generatorspannung UGEN und der unteren Spannungsgrenze
Umin mit steigender Fahrzeuggeschwindigkeit v ebenfalls zunimmt. D. h.
das Verfahren zur Erkennung einer Lüfterblockade reagiert bei hohen Geschwindigkeiten
weniger sensitiv als bei niedrigen Geschwindigkeiten. Auf die Lüfterdrehzahl
übertragen bedeutet dies, daß bei niedrigen Fahrzeuggeschwindigkeiten
bereits eine geringe Abweichung der Lüfterdrehzahl von der Solldrehzahl ausreicht,
um als Lüfterstörung infolge Blockierung des Lüfters gewertet zu
werden, wohingegen hierzu bei höheren Geschwindigkeiten größere Drehzahlabweichungen
erforderlich sind.
Unterschreitet die Generatorspannung UGEN im Fahrbetrieb
die zulässige untere Spannungsgrenze Umin, wird dies als Lüfterstörung,
nämlich als Blockierung des Lüfters, interpretiert, denn ein Unterschreiten
der vorgegebenen Mindestspannung Umin ist gleichbedeutend mit dem Absinken
der Lüfterdrehzahl unter eine Mindestdrehzahl nmin. Bei Drehzahlen
n < nmin wird davon ausgegangen, daß das Lüfterrad nicht
mehr ausreichend frei rotieren bzw. umlaufen kann. In diesem Fall wird der Lüftermotor
deaktiviert d. h. abgeschaltet.
4 zeigt schematisch die induzierte Generatorspannung
UGEN in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit v für
einen intakten und unter Volllast betriebenen Lüfter, der zur Erkennung einer
Lüfterstörung kurzzeitig gemäß einer dritten Ausführungsform
des Verfahrens in den Generatorbetrieb überführt wird.
Im Unterschied zu dem in 3 dargestellten
Ausführungsbeispiel verwendet die in 4 gezeigte
dritte Ausführungsform des Verfahrens keine konstante untere Spannungsgrenze
Umin, sondern eine untere Spannungsgrenze Umin (v) die mit
zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit ansteigt.
Die untere Spannungsgrenze Umin wird in analoger Weise
zu der oberen Spannungsgrenze Umax festgelegt. Von der ermittelten Generatorspannung
UGEN wird ein fester d.h. konstanter Spannungswert &Dgr;U subtrahiert,
so daß zu jeder Fahrzeuggeschwindigkeit v ein spezifischer Spannungswert als
untere Grenze Umin vorliegt und verfügbar ist. Alternativ zu einer
unteren Spannungsgrenze Umin kann ebenfalls mit einer Mindestdrehzahl
nmin gearbeitet werden. Es wird Bezug genommen auf die Ausführungen,
die weiter oben im Rahmen der Beschreibung von 2 gemacht
wurden.
- n
- Lüfterdrehzahl
- &Dgr;n
- Drehzahlwert
- nmin
- Mindestdrehzahl des Lüfters
- nmax
- Maximaldrehzahl des Lüfters
- Pel
- elektrische Antriebsleistung
- &Dgr;t
- vorgebbare Zeitdauer
- UGEN
- Generatorspannung, induzierte Spannung
- Umax
- zulässige Obergrenze für die Generatorspannung
- Umin
- zulässige Untergrenze für die Generatorspannung
- &Dgr;U
- Spannungswert
- v
- Fahrzeuggeschwindigkeit